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08: Begegnungen mit Jesus waren ANDERS als du denkst!

Machbar - Der Podcast für Alltagsmissionare, Teil 8/60
03.06.2024
SERIE - Teil 8 / 60Machbar - Der Podcast für Alltagsmissionare
Was geschah, wenn Menschen damals Jesus begegneten? Manche hatten bereits vorher zum Glauben an ihn gefunden, andere lehnten ihn ab. Wenige hatten eine einzelne Begegnung mit ihm und kamen sofort zum rettenden Glauben. In der neuen machbar-Folge zeigt Jochen Endres anhand verschiedener Beispiele aus den Evangelien, wie die Begegnung mit Jesus das Leben der Menschen beeinflusste – und was wir heute als Alltagsmissionare daraus lernen können. Abonniere auch unseren machbar-Newsletter! Dort bekommst du „direkt machbare“ Missionstipps, Gebetsvorschläge und Testimonials. In unseren Blogartikeln vertiefen wir außerdem regelmäßig die Themen aus dem Podcast. War es machbar? Schreib uns gern von deinen Erfahrungen als Alltagsmissionar an machbar@heukelbach.org! Zum Nachlesen der Begegnungen von Jesus: https://share.smwh.de/s/BgetiKDB7oZtF97 Author: heukelbach.org

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von machbar, dem Podcast für Alltagsmissionare. Evangelist im Alltag zu sein bedeutet, Menschen dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Das erfordert Geduld und Einfühlungsvermögen.

Die meisten von uns erleben nicht, dass jemand nach dem ersten Gespräch sofort den Sprung zur Lebensübergabe wagt – sozusagen von null auf hundert. Vielmehr beobachten wir kleine Fortschritte.

Im letzten Podcast hatten wir darüber gesprochen, dass es ein Weg der kleinen Schritte ist, den wir gehen können. Heute möchte ich mit euch die Begegnungen Jesu mit einzelnen Menschen näher betrachten. Dabei werden wir sehen, dass auch Jesus diesen Weg der kleinen Schritte gegangen ist.

Ich bin der Jochen, hallo!

Einführung in das Thema der Begegnungen mit Jesus

Ich möchte euch ein kleines Studium vorstellen, das sich mit Begegnungen beschäftigt, die Jesus mit einzelnen Menschen im Johannes- und im Lukasevangelium hatte. Dabei soll auch betrachtet werden, was das Ergebnis dieser Begegnungen war.

Manchmal denken wir, dass eine Begegnung mit Jesus ein Alles-oder-Nichts-Erlebnis ist. Entweder entscheidet man sich sofort für den rettenden Glauben, bekehrt sich und wird wiedergeboren, oder man lehnt endgültig ab und sagt: „Nein, ich habe alles gehört, ich will es nicht.“

Meine Untersuchung hat jedoch gezeigt, dass das nicht immer so war. Ich bin durch diese beiden Evangelien gegangen und habe nach einzelnen Begegnungen gesucht. Dabei fiel mir auf, dass es selten bei der ersten Begegnung mit Jesus einen entscheidenden Schritt gab.

Unser Herr hatte viele Begegnungen mit Menschen, und diese hatten ganz unterschiedliche Ergebnisse. Wenn wir uns anschauen, mit wem er begegnete, unter welchen Voraussetzungen und was das Ergebnis dieser Zusammentreffen war, ergeben sich verschiedene Muster.

Ich habe das hier schematisch auf diesem Blatt dargestellt. Das Kreuz, das ihr seht, soll ein Symbol dafür sein, dass Menschen Jesus begegnen. Die offene Tür steht symbolisch dafür, dass sie ihr Leben Jesus übergeben, das Evangelium annehmen, den rettenden Glauben haben und wiedergeboren werden.

Diesen ersten Fall muss ich nicht weiter erläutern. Es ist der Fall, von dem ich sprach: Menschen begegnen Jesus, haben einen ersten Kontakt mit ihm und finden zum Glauben.

Verschiedene Szenarien der Begegnung mit Jesus

Es gibt viele Fälle, in denen die erste Begegnung mit Jesus nicht sofort zum rettenden Glauben führt. Ich möchte euch vier oder fünf solcher Szenarien kurz vorstellen oder Beispiele dafür nennen, je nachdem, wie man sie zählt.

Nehmen wir den Fall eines Menschen, der wenig bis gar nichts vom Evangelium weiß und zum ersten Mal Jesus begegnet. Ein Beispiel dafür finden wir in Johannes 4, der Begegnung mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Als Samariterin ist sie nicht völlig unbeleckt vom Evangelium. Vermutlich ist sie mit dem Glauben an den einen Gott Israels aufgewachsen. Sie kennt die fünf Bücher Mose und weiß, was nach Gottes Gedanken Sünde ist, was ihm entspricht und was nicht. Doch vermutlich hat sie Jesus noch nie gesehen.

In Samaria kümmerte man sich wenig um die Juden, und es ist wahrscheinlich, dass nicht viel von Jesus gehört worden war – zumindest nicht bis zu ihr durchgedrungen ist. An jenem Tag hat sie diese eine Begegnung am Brunnen mit Jesus. Am Ende dieser Begegnung heißt es in Johannes 4,39: „Aus jener Stadt aber glaubten viele von den Samaritanern an ihn, um des Wortes der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.“

Diese Frau gibt also ein Zeugnis gegenüber einer ungläubigen Stadtbevölkerung ab. Sie bezeugt ihren Glauben, dass Jesus der Messias ist – jemand, der in meinem Beispiel von Null tatsächlich auf Hundert oder fast Null auf Hundert geht.

Ein zweites Beispiel ist der mitgekreuzigte Verbrecher in Lukas 23,40-43. Auch er hatte sicherlich einen gewissen jüdischen Hintergrund und wusste, woran die Juden glauben. Vermutlich hatte er aber nie die Nähe Jesu gesucht. Vielleicht saß er schon länger im Gefängnis. Jedenfalls ist es schwer vorstellbar, dass es vorher einen Kontakt zwischen ihm und Jesus gab.

Am Karfreitag spottet er zunächst über den, der in der Mitte hängt. Später wandelt sich seine Einstellung, und er bittet Jesus um göttliche Gnade. Diese wird ihm auch zugesprochen: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Diese Worte kennen wir gut. Der Freitag ist also der Tag seiner Wiedergeburt und vermutlich auch der Tag seines ersten Kontakts mit Jesus.

Diese Fälle ordnen wir in das erste Szenario ein: Begegnung mit Jesus und Bekehrung. Das sind die Beispiele, die ich euch hier nennen kann.

Beispiele von Begegnungen mit unterschiedlichem Vorwissen und Glaubensentwicklung

Vielleicht würden einige noch Zachäus in Lukas 19 dazu nehmen. Zachäus hatte diesen einen Besuch von Jesus in seinem Haus, und unser Herr muss ihm etwas erläutert haben. Am Ende heißt es in Lukas 19,8, dass er Ausdruck seines Sinneswandels gibt. Jesus bestätigt ihm das, indem er sagt: „Ich bin gekommen, um zu suchen und zu erretten, was verloren war.“

Zachäus findet durch diese eine Begegnung mit Jesus zum rettenden Glauben. Dennoch würde ich ihn nicht so sehr in diese Kategorie einordnen, weil ich vermute, dass er einiges an Vorwissen über Jesus hatte. Er wollte Jesus ja unbedingt sehen. Vielleicht hat er von seinem Kollegen Levi gehört, der Jesus nachfolgte. In Palästina verbreiten sich solche Nachrichten durchaus, besonders im Kollegenkreis. Levi war Zöllner, Zachäus war Oberzöllner. Zudem gab es in Jericho, seiner Stadt, das Bekenntnis des blinden Bettlers: „Das ist der Sohn Davids, der Messias.“ Davon wird er gehört haben und deswegen unbedingt Jesus sehen wollen.

Viel häufiger haben wir den Fall, dass Menschen ein zweites Mal oder nach vorherigen Erfahrungen mit dem Evangelium auf den Herrn treffen. Da wäre zum Beispiel jener Blindgeborene in Johannes 9 zu nennen. Er trifft auf Jesus, erfährt, wie er Heilung bekommen kann, und glaubt ihm. Doch als Jesus ihn ein zweites Mal trifft, weil er ihn gesucht hat, weiß er noch gar nicht, wer ihm diese Heilung ermöglicht hat. Er würde zwar an ihn glauben, aber er kennt ihn nicht. Unser Herr stellt sich ihm als den Sohn Gottes vor, an den er glauben soll – und das tut er dann.

Erst im zweiten Kontakt wird der Blindgeborene also zu einem wirklich Gläubigen. Dafür gäbe es, glaube ich, viele Beispiele. Wir könnten Nikodemus nehmen, der eine Begegnung mit Jesus bei Nacht hatte, danach aber mit derselben Frage eigentlich wieder geht, mit der er gekommen war. Wir haben nicht den Eindruck, dass sich das Entscheidende bei ihm verändert hat. Doch irgendwann muss er gläubig geworden sein, denn er ist bei Jesu Tod und Begräbnis derjenige, der eine wirkliche Glaubenshandlung beweist und für das Begräbnis sorgt.

Zwischen der Begegnung mit Jesus und seiner Wiedergeburt liegen Wochen, Stunden oder Monate – wir wissen es nicht. Jedenfalls eine gewisse Zeit und weitere Begegnungen mit dem Evangelium.

Wir könnten an die Halbbrüder Jesu denken, die wir auch schon als Thema in Johannes 7 hatten. Dort wird extra erwähnt, dass sie noch nicht an ihn glaubten. Später lesen wir im Jakobus- und Judasbrief, dass diese Halbbrüder Jesu gläubig geworden sind. Sie hatten viele Begegnungen mit Jesus, ganz sicherlich. Sie sind in einer Familie aufgewachsen, und dennoch hat es vermutlich sogar bis nach Jesu Auferstehung gedauert, bis sie tatsächlich zum rettenden Glauben kamen.

Hier waren viele Schritte vorher nötig, bevor sie nach einer ersten Begegnung wirklich zu Gläubigen wurden.

Widersacher und spätere Glaubensentwicklung

Und dann die Widersacher, die uns im Lukaserzählen so eindrücklich geschildert werden – die obersten religiösen Führer. Auch von ihnen schreibt Lukas in Apostelgeschichte 6,7: Das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger in Jerusalem nahm stark zu. Eine große Menge der Priester wurde dem Glauben gehorsam.

Tatsächlich sind aus jener Gruppe, die uns als Widersacher bekannt ist, Menschen zum Glauben gekommen. Dies geschah jedoch nicht in der ersten Begegnung mit Jesus, sondern offensichtlich erst später. Vielleicht war es auch das bestätigende Zeugnis der Jünger oder das, was durch die Auferstehung und die Ausgießung des Heiligen Geistes geschah, das sie schließlich überzeugte.

Lukas fasst zusammen: In Jerusalem, kurz nach Jesu Leben und nach seiner Himmelfahrt, gibt es eine ganze Reihe von Priestern – also Angehörigen dieser oberen religiösen Klasse –, die zum Glauben gekommen sind.

Begegnungen mit bereits gläubigen Menschen

Es gibt einige Beispiele in der Bibel, in denen ein Kontakt mit Jesus stattfindet und festgestellt wird, dass unser Herr sagt: Du hast den rettenden Glauben.

Aus diesen Begegnungen können wir jedoch nur erkennen, dass bereits vor dieser Begegnung eine rettende Hinwendung zu Gott geschehen ist. Jesus bestätigt in der Begegnung lediglich, dass dies so ist.

Ein Beispiel ist die Sünderin in Lukas 7. Sie bringt Jesus Liebesbeweise entgegen. Dabei wird deutlich, dass sie bereits jemand war, dem vergeben worden ist. Deshalb liebt sie jetzt, weil ihr viel vergeben worden ist.

Sie ist also nicht erst durch die Begegnung mit Jesus gläubig geworden. Vielleicht hat sie von ihm gehört, das Evangelium angenommen und begegnet ihm nun als Gerettete. Vom Herrn bekommt sie bestätigt: Du bist wirklich gerettet, du hast diesen rettenden Glauben.

Ähnlich ist es bei anderen Personen in den Evangelien, die diese Bestätigung erhalten. Sie haben nicht erst durch die Begegnung mit Jesus den rettenden Glauben, sondern besitzen ihn bereits vor der Begegnung.

Begegnungen ohne abschließende Entscheidung

Und dann habe ich noch ein weiteres Szenario gefunden, das sich häufiger findet: Menschen begegnen Jesus einmalig. Es wird uns nicht weiter von ihnen berichtet, und wir wissen nicht, ob sie zum Glauben gekommen sind.

Interessanterweise sind diese einmaligen Begegnungen keine Alles-oder-Nichts-Entscheidungen. Jesus, unser Herr, lässt sie nicht darauf hinauslaufen, ihm das ganze Evangelium zu erklären und dann zu sagen: Nun glaube oder glaube nicht. Stattdessen gibt er ihnen einen Aspekt mit.

Ein Beispiel ist Johannes 5, der Gelähmte am Teich Bethesda. Er wird bei der zweiten Begegnung, die Jesus extra mit ihm sucht, aufgefordert: „Sündige jetzt nicht mehr!“ Wir könnten uns fragen: Wie kann der Herr so etwas sagen? Niemand kann doch nicht mehr sündigen. Wenn er noch nicht wiedergeboren ist, hat er gar nicht die Kraft, gegen die Sünde anzukämpfen.

Doch genau das ist der Punkt: Jesus entlässt ihn mit diesem Befehl, damit der ehemals Gelähmte sieht, dass er es nicht aus eigener Kraft schafft. Das wäre ein weiterer Schritt, sich dem Evangelium zu öffnen. Er braucht Jesus nicht nur für seine körperliche Heilung, sondern auch für seine Seelenheilung.

Jesus spricht jedoch nicht weiter darüber, was er dann tun könnte, dass er um Vergebung seiner Sünden bittet und dass sie ihm gewährt wird. Das bleibt für weitere Begegnungen dieses Gelähmten mit dem Evangelium vorbehalten.

Dann kommt jener Mann in Lukas 10, der wissen will, wie man ewiges Leben bekommt. Die Rede kommt auf das Gebot der Nächstenliebe. Er redet sich heraus und fragt: „Wer ist denn mein Nächster?“ Jesus antwortet mit der Geschichte vom barmherzigen Samariter und endet das Gleichnis mit den Worten: „So gehe du hin und handle auch so.“

Ist das das komplette Evangelium? Tu Gutes an anderen Menschen, und dann wirst du ewiges Leben haben? Nein, natürlich nicht. Aber es ist der nächste Schritt für diesen Menschen, der an diesem Beispiel überführt wird. Er erkennt, dass er es gar nicht ernst meint und den hohen moralischen Maßstab, den die Bibel vorgibt, nicht erfüllen kann.

Wie geht es weiter? Es bleibt offen. Jesus hat weitere Schritte mit ihm vor. Ob er sie je gegangen ist und wie er sie gegangen ist, wissen wir nicht. Aber wir sehen, dass es dabei zumindest in der Berichterstattung der Evangelien bleibt.

Oder in Lukas 18, der reiche Oberste, dem gesagt wird – oder je nach Sichtweise sogar gesagt wird: „Verkaufe alles, was du hast, gib es den Armen und folge mir nach“ (Lukas 18,22). Ist das das Evangelium? Wenn wir mittellos sind, dann sind wir beim ewigen Leben angekommen? Nein, aber es ist eine Aufforderung: Du hast in deinem Herzen Liebe zum Geld. Das ist dein vordringlichstes Motiv, und das geht nicht. Du musst in erster Linie Gott lieben, und dann wird sich alles Weitere ergeben.

Jesus geht auf die Wurzel ein. Er verkündet nicht jetzt in drei, vier, fünf Schritten das ganze Evangelium, mit der Folge: Wenn du das erkannt hast, dann kannst du um Sündenvergebung bitten, und dann werde ich sie dir gewähren und so weiter. Nein, es bleibt bei diesem einen wichtigen, entscheidenden Impuls: Du musst deine Liebe zum Geld überdenken, sonst wirst du dem Reich Gottes nicht nahekommen.

Zusammenfassung der Untersuchung und praktische Bedeutung

Ich fasse zusammen: Wir haben eine kleine Untersuchung gemacht. Ausführlicher gerne an anderer Stelle. Ihr könnt auch in unseren Shownotes oder in unserem Blogartikel nachschauen.

Wir haben festgestellt, dass Jesus es nicht auf Alles-oder-Nichts-Begegnungen ankommen lässt. Er sagt nicht: „Jetzt sage ich dir noch einmal kurz gefasst das gesamte Evangelium, nimm es an oder scheitere für immer.“ Stattdessen gibt er einen nächsten Impuls.

Mitunter reicht eine Begegnung, aber meistens sind es mehrere Begegnungen, bis jemand zum Glauben findet. Manchmal wird das sogar offen gelassen. In manchen Fällen muss Jesus nur noch attestieren, dass jemand wirklich den rettenden Glauben hat. Zum Beispiel dem Hauptmann in Lukas 7, der einen Glauben hatte, den er in Israel nicht gefunden hat.

Was bedeutet das für uns? Ich glaube, es könnte uns entspannen, dass wir nicht alles in eine einzige Begegnung legen müssen. Wir können darauf hoffen oder darauf setzen, dass Jesus, unser Herr, weitere Schritte mit unseren Mitmenschen tun wird.

Vielleicht sind wir diejenigen, die auch im zweiten oder dritten Schritt mit demjenigen gehen, der das Evangelium noch nicht angenommen hat. Aber wir müssen nicht die Ohren vollstopfen, bis jemand nicht mehr hören will. Entscheidend ist der eine wichtige Impuls, der eine kleine Schritt in Richtung Jesus.

Ich sage für heute Danke fürs Zuhören. In der nächsten Folge wird euch wieder Christian hier begrüßen. Wenn ihr wie immer Fragen oder Anregungen habt, freuen wir uns auf machbar@heukebach.org.

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Stiftung Missionswerk Werner Heukelbach

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