Boah, das ist einfach nur schön. Die hätten dir einen Vogel gezeigt und gesagt: „Hast du beim Abendmahl ...“ Na, den Satz bringe ich jetzt nicht zu Ende.
Um Nachfolge wirklich zu verstehen, mach dich hashtag Bibelfit.
Die Bedeutung von Lobpreisliedern und der Einstieg ins Experiment
Ist es dir schon einmal passiert, dass du ein Lobpreislied gehört hast oder sogar im Gottesdienst mitgesungen hast und dich dabei gefragt hast, was das eigentlich bedeutet? Wo diese ganzen sprachlichen Bilder eigentlich herkommen? Sie stammen aus der Bibel.
So geht es mir ständig. Deshalb möchte ich heute etwas ganz Neues machen, etwas, das wir auf diesem Account bisher noch nie gemacht haben. Wir wollen uns gemeinsam den Hillsong-Track „What a Beautiful Name“ anschauen, die Worte darin verstehen und herausfinden, wo sie herkommen.
Dieses Video ist also ein Experiment. Deshalb brauche ich deine Hilfe. Schreib mir bitte in die Kommentare, ob du das interessant und hilfreich findest oder eher nicht.
In jedem Fall bist du herzlich eingeladen, diesen Account zu abonnieren und während des Videos schon in die Kommentare zu schreiben, welches Thema du dir als Nächstes wünschst.
Die theologische Tiefe des Liedanfangs und die Identität Jesu
Und da haben wir schon die erste Anspielung. Das Lied beginnt im Prinzip damit, dass Wort für Wort aus dem Anfang des Johannesevangeliums zitiert wird. Dort heißt es: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war am Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe, durch das Wort, gemacht, und ohne das Wort ist nichts gemacht, was gemacht ist.“
Das klingt ein bisschen abstrakt und ist es auch. Denn gemeint ist, dass dieses Wort Jesus ist. Durch dieses Wort, anders gesagt durch den Geist, durch das Bewusstsein, ist alles geschaffen worden.
Man muss allerdings aufpassen, dass man nicht in eine esoterische Richtung abdriftet und denkt, es sei ein esoterischer Lebensgeist. Damit ist Jesus gemeint. Das heißt, dass durch Jesus und mit ihm alles geschaffen wurde.
Das ist beeindruckend, denn als Christen verdanken wir Jesus unser Leben gleich zweimal: einmal durch die Schöpfung und einmal dadurch, dass wir errettet sind und am Ende nicht die Todesstrafe für unsere Vergehen erleiden müssen. Darüber sollte man nachdenken.
Bei dieser Stelle ganz am Anfang des Liedes kann man auch an Hiob 34,14 denken. Dort heißt es sinngemäß: Wenn Gott seinen Lebensatem aus der Welt zurückzieht, dann würde alles Leben mit einem Schlag sterben und die Menschen zerfielen zu Staub.
Die Einheit Jesu mit Gott und die Bedeutung für Christen und Muslime
Das Wort Jesus ist eins mit Gott.
Das ist ein Thema, das für uns Christen sehr wichtig ist. Gleichzeitig ist es auch für unsere muslimischen Freunde von großer Bedeutung. Sie betonen immer wieder, dass das nicht sein kann. Im Islam gilt es als eines der schwerwiegendsten Vergehen, so zu denken.
Im Neuen Testament findet man diese Aussage zum Beispiel in Johannes 10,30, wo Jesus eindeutig sagt: „Der Vater, Gott, und ich, wir sind eins.“
Später in diesem Jahr werde ich ein Video zu der Frage machen, ob der historische Jesus jemals von sich selbst behauptet hat, Gott zu sein, oder ob das eine spätere Legende wäre.
Ein kleiner Spoiler: Nein, es ist keine spätere Legende. Aus den historischen Berichten lässt sich eindeutig entnehmen, dass Jesus tatsächlich von sich selbst behauptet hat, Gott zu sein. Wahnsinn!
Die Bedeutung der „Ich bin“-Worte Jesu
Einer der Punkte – nicht der entscheidende, aber ein Anhaltspunkt – ist, dass Jesus sehr ungewöhnliche Formulierungen benutzt hat. Eine davon war „Ich bin“.
Vielleicht denkst du jetzt: „Was ist daran so besonders?“ Nun, damals war diese Formulierung einerseits grammatikalisch und sprachlich sehr ungewöhnlich. So sprach man nicht einfach. Andererseits wurde dieses „Ich bin“ im Griechischen, wie es im Neuen Testament vorkommt, oder im Aramäischen, wie Jesus es ausgesprochen hat, direkt als ein Zitat aus dem Alten Testament verstanden.
Genau genommen bezieht es sich auf eine Stelle im Alten Testament, zum Beispiel in Exodus 3. Dort fragt Mose Gott nach seinem Namen, und Gott antwortet: „Ich bin, der ich bin.“ Mose ist verwirrt, und Gott sagt weiter: „So sollst du den Israeliten sagen: ‚Ich bin hat mich zu euch gesandt‘.“
Das ist wirklich bemerkenswert. Außerdem darf man nicht übersehen, dass diese Aussage im Hebräischen im Präsensstamm steht. Das bedeutet, Gott meint damit: „Ich bin dauerhaft“, „Ich bin derjenige, der Existenz ausstrahlt“, „Ich bin die Existenz selbst“. Es ist keine Momentaufnahme wie „Ich bin gerade hier“ oder „Ich bin morgen da“, sondern ein Ausdruck von ewiger, unveränderlicher Existenz. Manche Philosophen haben sogar interpretiert, dass damit das Sein an sich gemeint sein könnte – ob das eine legitime Deutung ist, sei dahingestellt.
Von Jesus wissen wir, dass er im Johannesevangelium sieben „Ich bin“-Worte spricht, die besonders kraftvoll sind, weil sie direkt auf Gottes Eigennamen anspielen.
Zum Beispiel sagt Jesus: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr Hunger leiden, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“
Er sagt auch: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“
Jesus bezeichnet sich als „den guten Hirten“. Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe – und genau das wird er später auch tun.
Er sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“
Außerdem sagt er: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“
Das meint er ganz klar. Niemand kommt zum Vater, auch nicht, wenn man ein guter Mensch ist, religiös, spirituell oder wenn man Unrecht erfahren hat. Niemand kommt zum Vater außer durch ihn.
Weiter sagt Jesus: „Ich bin der wahre Weinstock.“
Und sozusagen als achtes großes „Ich bin“-Wort sagt Jesus: „Bevor Abraham war, bin ich.“
Das war eine Aussage, auf die die Menschen damals extrem aggressiv reagierten. Sie verstanden diese Worte als direkte Anspielung auf Exodus 3, die Stelle, an der Gott Mose seinen Namen offenbart.
Gottes Herrlichkeit und Offenbarung in der Schöpfung
Ziemlich krass: Gott ist Herrlichkeit, verborgen in der Schöpfung.
Ich denke dabei an den Kolosserbrief, Kapitel 1, Vers 26. Dort geht es darum, dass die Herrlichkeit seit Urzeiten verborgen war, aber jetzt können wir sie sehen. Der Verfasser des Kolosserbriefs – viele sagen, es wäre Paulus, andere zweifeln das an, aber das ist eine Debatte für ein anderes Mal – schreibt: „Ich soll das Geheimnis enthüllen, das Gott seit Urzeiten allen Generationen verborgen gehalten hatte.“ Jetzt aber hat er es denen offenbart, die er in seine Gemeinschaft gerufen hat, nämlich jetzt.
Was früher verborgen war, ist nun durch Jesus offenbar geworden. Du denkst vielleicht an den Johannesprolog, das erste Kapitel des Johannes-Evangeliums, wo es heißt: „Ah, das ist es doch.“
Ein zweiter Punkt, woran du denken kannst, ist der Römerbrief. Dort sagt Paulus, wir haben die Schöpfung als Wunder. Das heißt, die Schöpfung weist förmlich himmelschreiend auf Gott hin. Wir müssten uns schon taub stellen, um das zu ignorieren.
Das ist in der heutigen Zeit mit Naturwissenschaften und Co. schwer zu hören, weil wir so viele alternative Erklärungstheorien entwickelt haben. Aber wenn du genau darüber nachdenkst, heißt es im Römerbrief Kapitel 1: „Weil Gott die Welt geschaffen hat, können die Menschen sein unsichtbares Wesen sehen, seine ewige Macht und göttliche Majestät mit ihrem Verstand an seinen Schöpfungswerken wahrnehmen.“
Dann geht Paulus fast aggressiv pointiert weiter und sagt: „Sie haben also keine Entschuldigung.“
Und irgendwie, ich muss ganz ehrlich sagen, auch als jemand, der sich viel mit den physikalischen und biologischen Ursprüngen des Lebens auseinandergesetzt hat für das letzte Buch, muss ich trotzdem sagen, da ist was dran.
Weißt du, wenn du ein Gemälde siehst, dann weißt du, es gibt einen Maler. Wenn du ein Gebäude siehst, dann weißt du, es gibt einen Baumeister. Wenn du die Schöpfung siehst, weißt du, es gibt einen Schöpfer – ganz platt gesagt.
Du willst ein Wunder sehen? Du lebst in einem. Jetzt offenbart in dir unser Erlöser.
Das Leben und Licht in Jesus und die Ablehnung durch die Welt
Da denkt man natürlich sofort an die ersten Kapitel des Johannesevangeliums, an die ersten Verse. Ich übersetze sie mal etwas freier, sinngemäß würde es heißen: In ihm, in Jesus, war das Leben. Und das Leben war das Licht der Menschen. Das ist irgendwie logisch, oder?
Und das Licht scheint in die Finsternis. Aber die Finsternis hat es nicht erfasst. Das wahre Licht, das in die Welt gekommen ist und allen Menschen leuchtet, ist er, Jesus, der das Wort ist. Er, der das Bewusstsein ist – also das Bewusstsein des Wortes bedeutet im Griechischen sozusagen dasselbe. Er, der das ultimative Bewusstsein ist, war schon immer in der Welt. Die Welt ist durch ihn geschaffen worden. Da hatten wir es wieder, wie eben: Doch man erkannte ihn nicht.
Er kam in seine Schöpfung hinein. Das muss man auf der Zunge zergehen lassen. Es ist ja Gottes Schöpfung, wir leben in Gottes Schöpfung. Es ist nicht so, dass Gott der Eindringling in unserem Reich ist, sondern, wenn überhaupt, sind wir die Eindringlinge in seinem Reich. Jesus kam in seine Schöpfung hinein, doch seine Geschöpfe, wir Menschen, wiesen ihn ab. Das muss man sich vorstellen, was das emotional mit einem macht. Mensch, der arme Jesus.
Dann geht es in Vers 12 weiter: Aber allen, die ihn aufnahmen und ihm Glauben schenkten, die sich an ihn anhefteten, die ihm nachfolgten, denen verlieh er das Recht, Gottes Kinder zu werden.
Ich finde es immer so schön, wenn ich auf Instagram-Profile sehe, wo unter dem Namen steht: Königskind, Königstochter oder Ähnliches. Da weiß ich immer gleich: Ach, Johannesevangelium 1,12 – das finde ich sehr schön.
Die Menschwerdung und Gottes Güte in Jesus
Dann heißt es im Johannesprolog weiter: Er, das Wort, wurde Mensch. Ein wirklicher Mensch von Fleisch und Blut. Er lebte unter uns das lebendige Bewusstsein, und wir sahen seine Macht und seine Hoheit – die göttliche Hoheit, die ihm der Vater, Gott, gegeben hat, seinem einzigen Sohn.
Gottes ganze Güte und Treue ist uns in ihm begegnet. Jesus, das lebendige Bewusstsein, ist der Ausdruck von Gottes Güte und Treue. Wahnsinn!
Er wollte den Himmel nicht ohne uns haben. Also hast du, Jesus, den Himmel auf die Erde gebracht – durch dich. Boah, das ist einfach nur schön.
Jesus’ emotionales Anliegen für die Gemeinschaft mit den Menschen
In Johannes Kapitel 17 hält Jesus sozusagen seine Abschiedsrede vor seiner Hinrichtung. Dabei fragen wir uns manchmal: Was will Jesus eigentlich? Liegt ihm emotional etwas an uns? Ist das nur eine Frage der Sympathie? Oder hat er einfach nur seine Pflicht erfüllt? War es sozusagen wie ein göttlicher Algorithmus, ein Automat oder ein Programm, das einmal gestartet wurde? Wie ein Computer, der sich hochfährt und dann einfach nur seine Abläufe durchführt? Hat Jesus einfach nur den Plan abgearbeitet?
Oder liegt ihm wirklich etwas emotional daran?
Die Antwort findet sich in Johannes 17,24. Dort betet Jesus zu Gott und sagt: „Ich will, dass die Menschen, die du mir gegeben hast, bei mir sind.“ Anders gesagt: Jesus will, dass die Menschen, die zu ihm gehören – also die Christen – bei ihm sind.
Jesus liegt wirklich etwas daran. Es ist ihm ein echtes emotionales Anliegen, Gemeinschaft mit uns zu haben. Er will mit uns zusammen sein. Er wollte den Himmel nicht ohne uns haben. Deshalb hat er den Himmel auf die Erde gebracht.
Die Wiederherstellung der Einheit zwischen Himmel und Erde
Vielleicht denkst du ganz zurück, ganz, ganz am Anfang der Bibel, in den ersten vier Kapiteln. Dort ist das Paradies der Ort, an dem Himmel und Erde eins waren.
Doch durch den Sündenfall haben wir Menschen diese Einheit zerbrochen. Die Menschheit an sich, aber auch jeder einzelne von uns – auch du und ich – haben mit unseren Vergehen gegen Gottes ewige Gesetze, mit unserem Ungehorsam gegen Gottes Gebote, diese Einheit zerstört.
Deshalb kommt Jesus und bringt sie zurück. Die Geschichte der Bibel ist die Geschichte der Versöhnung. Am Anfang verlieren wir das Paradies, am Anfang verlieren wir den Himmel. Doch am Ende wird durch die Versöhnung der Himmel wiederhergestellt. In der Offenbarung wird eine neue Welt geschaffen.
Darum geht es: Es geht darum, diese Einheit wiederherzustellen. Und Jesus kommt, um das zurückzubringen – nicht wir Menschen.
Die Besonderheit des biblischen Christentums gegenüber Religionen
Und das ist ein ganz, ganz wesentlicher Punkt. Deshalb wird unter ernstzunehmenden Philosophen manchmal diskutiert, ob das Christentum – das biblische Christentum meine ich jetzt – in dem Sinne eine Religion ist. Du denkst vielleicht: „Hä, ist doch klar, das ist eine von den drei Weltreligionen.“ Aber nicht so schnell.
Weißt du, eine Religion ist unter anderem dadurch definiert, dass Menschen bestrebt sind, Dinge zu tun, um zu Gott zu gelangen. Das biblische Christentum hingegen sagt die Bibel eindeutig: Das kannst du knicken, das wird nichts. Während es in Religionen darum geht, dass Menschen Dinge tun, bestimmte Denkhaltungen einnehmen oder Rituale vollziehen, um sich Gott zu nähern oder zu Gott zu kommen, geht es im biblischen Christentum darum, dass Gott zu uns kommt. Gott räumt von sich aus die Steine aus dem Weg, die wir erst einmal hingelegt haben.
Krass, denk mal an Lukas 15, das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Weißt du, worum es bei dem Gleichnis wirklich geht? The point ist doch, dass der Vater aus dem Haus rausgeht, um den Sohn zu treffen. Er wartet nicht einfach, bis der Sohn zu ihm kommt, und sitzt schon am gedeckten Tisch und sagt: „Mensch, jetzt wurde ja auch mal Zeit.“ So ist es nicht. Sondern er geht raus, ihm entgegen.
Das ist der Punkt. Das ist das, was Gott für dich und mich tut. Und einfach mal ganz blöd zurückgefragt: Wofür denn eigentlich? Wofür soll Gott uns bitteschön brauchen? Er braucht uns nicht, er will uns. Ich wiederhole noch mal: Gott braucht dich nicht. Er will dich. Jesus braucht dich nicht, er will Gemeinschaft mit dir haben (Johannes 17). Also sperr dich nicht dagegen, sperr dich nicht länger.
Einladung zur Umkehr und Vergebung durch Jesus
Lass uns beide aufhören, gegen Gottes Gesetze zu verstoßen. Lass uns Jesus’ Tod und Auferstehung für unsere Vergebung annehmen.
Wenn du das noch nie getan hast, dann geh ins Gebet. Sag Gott, dass es dir leid tut, dass du gegen seine Gesetze verstoßen hast. Bitte ihn, dass die Vergebung, die durch Jesus gilt, auch für dich persönlich gilt. Mach das!
Meine Sünde war groß, doch deine Liebe war größer. Du kannst dabei an Jesaja 1 denken, wo es heißt: „Wenn eure Sünden scharlachrot wären, sollen sie doch schneeweiß werden.“
Das bedeutet, selbst wenn deine Sünden so rot sind, dass man sie kaum mehr entfernen kann, sollen sie doch schneeweiß werden. Dein Wesen soll durch die Vergebung, die du durch Jesus erfahren kannst, verwandelt werden.
Der Sieg des Lebens über den Tod
Der Tod konnte Jesus nicht halten. Das Leben ist mächtiger als der Tod. In 2. Korinther steht, dass man am Ende des Tages immer darüber nachdenken kann, was sozusagen das Gegenteil von Jesus ist.
Manche Leute sagen, das Gegenteil von Jesus sei der Teufel. Aber das stimmt nicht. In der Bibel wird das nicht so dargestellt, das passt nicht zusammen. Andere meinen, das Gegenteil von Jesus, also von Christus, sei eindeutig der Antichrist. Vielleicht, aber eigentlich auch nicht wirklich, denn der ist sozusagen eine falsche Darstellung.
Was ist also das Gegenteil von Jesus? Das Gegenteil von Jesus ist der Tod. Der Tod ist das Gegenteil von Jesus. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Später heißt es nämlich, dass das Vergängliche nicht vom Tod, sondern vom Leben verschlungen werden soll. So wie bei einer Geburt, bei der das Leben aus dem Tod hervorgeht – das Leben, das Jesus neu ins Leben bringt.
Deshalb heißt es in 1. Korinther 15, dem berühmten Auferstehungskapitel von Paulus, auch: Der letzte Feind, der besiegt wird, ist der Tod. Der Vorhang ist zerrissen.
Die Bedeutung des zerrissenen Vorhangs im Tempel
Wer jetzt ganz clever ist, hat die Anspielung gleich verstanden. In der Bibel gibt es mehrere Stellen, auf die sich das mit dem Vorhang bezieht. Ich möchte dir einen kurzen Überblick geben.
In Matthäus 27, bei der Kreuzigung Jesu, heißt es, dass in dem Moment, als Jesus starb – an einer anderen Stelle, in einer Parallelstelle, wird berichtet, dass Jesu letztes Wort „Es ist vollbracht“ war – der Vorhang im Jerusalemer Tempel zum Allerheiligsten einreißt. Dieser Vorhang trennt normalerweise den Bereich, in dem Gottes Gegenwart besonders präsent ist, vom Rest des Tempels.
Wenn man also damals im Tempel gestanden hätte, hätte man jetzt das Allerheiligste sehen können, wo Gottes Gegenwart wohnt. Das ist krass, oder? Durch Jesu Tod ist nämlich die Barriere eingerissen, die uns von Gott getrennt hat. Diese Barriere existiert nicht mehr. Gott ist nun zugänglich – nicht, weil er vorher nicht zugänglich gewesen wäre, sondern weil wir uns ihm gegenüber verschlossen hatten.
Jetzt ist diese Barriere, die wir selbst geschaffen haben, weg. Eine ganz prominente Stelle findest du im Hebräerbrief Kapitel 10. Dort heißt es, dass wir, also die Christen, jetzt freien Zugang zum Allerheiligsten haben. Jesus hat sein Blut geopfert und uns den Weg durch den Vorhang hindurch freigemacht – diesen neuen Weg, der wohin führt? Zum Leben.
Der Vorhang, das ist er selbst, heißt es dann weiter, so wie er seinen irdischen Körper gelebt hat, so wie er an seinem irdischen Körper gelebt hat.
Biblische und kulturelle Bezüge zum Vorhang
Dieses Bild vom Vorhang wurde später in der christlichen Mythologie vielfach aufgegriffen. Ironischerweise findet man es unter anderem bei Harry Potter und der Orden des Phönix.
Im Buch wird dies noch etwas besser erklärt. Am Ende gibt es eine Szene, in der Harry einen verzweifelten Versuch unternimmt, eine Art Superwaffe – eine Prophezeiung – vor Voldemort zu schützen. Dabei gerät er mit seinen Verbündeten in einen tödlichen Hinterhalt. Sein Patenonkel Sirius Black wird direkt neben ihm getötet – das Letzte, was Harry noch an Familie hatte.
Dieser Tod, dieser Übergang vom Diesseits ins Jenseits, wird so dargestellt, dass Sirius durch einen Vorhang hindurch ins Reich des Todes fällt. Das ist ein tragischer Moment, der für Harry innerlich fast zerreißend wirkt. In den Büchern führt dieser Moment zu einer entscheidenden Wende in der Geschichte.
Vielleicht kennst du das auch aus dem Lied „Amazing Grace“. Am Ende des Liedes heißt es: „When this flesh and heart shall fail, And mortal life shall cease, I shall possess within the veil a life of joy and peace.“
Sobald du dich mit der Bibel etwas besser auskennst, erkennst du solche Zusammenhänge. Plötzlich entdeckst du Dinge, die du vorher nie vermutet hast, und dir kann sich eine ganz neue Welt öffnen.
Damit auch du das kannst, habe ich dir die Bibel-Starthilfe entwickelt, die bereits Hunderten Menschen vor dir geholfen hat. Dort bekommst du einen smarten Bibelleseplan als Schritt-für-Schritt-Anleitung, um die Kapitel deutlich schneller durchzulesen. Außerdem gibt es einen Videoinput zu den sechs häufigsten Fehlern beim Bibellesen und wie du sie vermeidest.
Diese Bibel-Starthilfe kannst du dir gern kostenlos über den Link in der Videobeschreibung herunterladen. Ich schenke sie dir.
Der endgültige Sieg über den Tod und die Freude im Himmel
Du hast Sünde und Grab das Maul gestopft – so darf man es übersetzen. Wahnsinn!
Das ist sehr prominent in der Bibel enthalten, besonders im Auferstehungskapitel in 1. Korinther 15. Dort schreibt Paulus, dass der Tod vom Sieg verschlungen wurde. Fast schon überheblich und wie ein Spott gegenüber dem Tod heißt es: „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ Erledigt!
Die Himmel brüllen deinen Lobpreis laut. Das findest du zum Beispiel im Psalm 89, Vers 5, wo es heißt: „Die Himmel beten dir, Gott, deine Treue an, Herr, in der Versammlung der Heiligen.“
Außerdem findest du das im Buch der Offenbarung, Kapitel 19. Dort wird kurz vor dem Ende der Welt beschrieben, dass es im Himmel ein gewaltiges Tosen gibt, ein gewaltiges Brausen und ein gewaltiges Brüllen – fast schon überwältigend.
Du bist zurück ins Leben gerufen worden, du wurdest auferweckt.
Die historische Realität der Auferstehung Jesu
Inzwischen gibt es unter Christen eine neue Diskussion: Vielleicht ist alles nur metaphorisch gemeint. Vielleicht ist das ja wahr für dich, aber nicht wahr für mich.
Ich denke, da sind wir manchmal etwas verwirrt. Oder wir sind vielleicht durch Schleiermacher und Bultmann „gehirngewaschen“. Denn ganz ehrlich: Für die ersten Christen war das glasklar. Natürlich ist Jesus auferstanden. Und zwar körperlich – als reanimierter, lebendiger, wieder von den Toten auferstandener Leichnam, der als vollständiger Körper wiederhergestellt wurde. Natürlich ist er so durch die Gegend gelaufen.
Ganz klar, es gab überhaupt keine Diskussion darüber. Wenn du mit den ersten Christen, mit den Augenzeugen der Auferstehung, mit den Aposteln diskutiert hättest, ob die Auferstehung von Jesus vielleicht irgendwie metaphorisch gemeint sei oder ob das eine Übertragung sei, oder ob das schön geistig wäre oder für etwas anderes stehen soll – sie hätten dir einen Vogel gezeigt. Sie hätten dir gesagt: „Sag mal, hast du irgendwie beim Abendmahl ...“ Den Satz bringe ich jetzt nicht zu Ende.
Paulus sagt sogar: Wäre Jesus nicht auferstanden, dann wären wir die Erbärmlichsten von allen Menschen. Die Erbärmlichsten von allen Menschen – nicht nur, dass es irgendwie sinnlos wäre, was wir tun. Dann wären wir wieder bei plus minus null, einem Nullsummenspiel. Nicht nur, dass das doof wäre oder feindlich, sondern er sagt: Wir wären die Erbärmlichsten von allen Menschen.
Denkt über das Thema Auferstehung nach. Ich denke, das ist wichtiger, als wir das landläufig manchmal in der Kirche und in der Kultur wahrnehmen und interpretieren.
Die Größe Jesu und die Ermutigung für das Leben
Du hast keinen Rivalen, niemanden, der dir gleichkommt. Wahnsinn!
Was dahintersteckt, ist, dass der, der hinter uns steht – Jesus, Gott – dich mit all deinen Fehlern liebt. Er ist größer als alles, was vor uns liegt. Trotzdem lassen wir uns manchmal von den Herausforderungen einschüchtern, die vor uns liegen. Wir denken dann oft: „Oh, das Leben ist so schwierig“ und so weiter.
Ja, das Leben ist schwierig und hart, und ganz häufig wissen wir nicht weiter. Aber das heißt nicht, dass wir aufhören oder uns einschüchtern lassen sollten. Stattdessen müssen wir einen anderen Weg finden. Denn der, der hinter dir steht, ist viel größer als das, was vor dir liegt.
Derjenige, der das gute Werk begonnen hat, wird es auch bei dir vollenden – jetzt und für immer.
Gott regiert, dein ist das Königreich, dein ist die Herrlichkeit.
Gottes Herrschaft und Gerechtigkeit
Zwei ganz starke biblische Anspielungen stammen einmal aus Psalm 97, Verse 1 und 2. Dort heißt es: „Der Herr ist König.“ Im Hebräischen ist das mit einem Ausrufezeichen beschrieben. Gott ist jetzt König, er hat die Macht ergriffen. Er ist derjenige, der durchregiert – und zwar im positiven Sinne.
Weiter heißt es: „Jubeln soll die ganze Erde, freuen sollen sich die fernsten Länder.“ Damit sind die fernsten Länder gemeint, die kleinsten Inselstaaten und die kleinen Zwergenstaaten, die noch irgendwo um ihre Staatsbürgerschaft und Anerkennung vor der UNO kämpfen. Diese sollen sich jetzt schon freuen.
Es heißt außerdem: „Dichtes Wolkendunkel umgibt den Herrn, sein Thron ist gegründet auf Recht und Gerechtigkeit.“ Weil Gottes Thron auf Recht und Gerechtigkeit gegründet ist, kann er nicht einfach Sünde vergeben, die ungesühnt bleibt. Das ist einer der Gründe, weshalb Jesus für uns sterben musste. Und das gilt nur für diejenigen, die annehmen, dass Jesus für sie gestorben und auferstanden ist.
Denn sonst könnte Gott nicht einfach sagen, er vergibt Verbrechen, die begangen wurden. Wo bliebe dann noch die Gerechtigkeit? Das ist ganz, ganz wichtig.
„Dein ist das Königreich, dein ist die Herrlichkeit“ – das kommt aus dem Vaterunser, ganz klar aus Matthäus 6, wo es am Ende heißt: „Denn dein ist das Reich, dein ist die Kraft und dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“
Die Bedeutung des Namens Jesu und seine Gegenwart
Was für ein wunderschöner Name – der Name über allen Namen. Im Philippabrief schreibt Paulus in Kapitel 2, dass Gott Mensch wurde in dieser Welt und das Leben der Menschen teilte. Er hat wirklich und ernsthaft an unserem Leben teilgenommen.
Im Gehorsam gegenüber Gott erniedrigte sich Jesus so tief, dass er sogar den Tod auf sich nahm – ja, den Verbrechertod am Kreuz. Was das bedeutet, können wir uns heute kaum noch richtig vorstellen. Vielleicht hast du schon einmal den Film "The Passion" von Mel Gibson gesehen. Dort erhält man eine etwa neunzigprozentig realistische, historische Einschätzung, wie die Kreuzigung Jesu aus medizinischer Sicht ablief. Aber wir können uns heute kaum vorstellen, was es wirklich heißt, gekreuzigt zu werden.
Im Philippabrief heißt es weiter: „Darum hat Gott Jesus auch erhöht und ihm den Rang und den Namen verliehen, der hoch über allen steht.“
Und was hat es mit diesem Namen auf sich? Wenn es in Genesis 4 heißt: „Zu der Zeit fing man an, den Namen des Herrn anzurufen“, dann stellt sich oft die Frage, was genau mit dem Namen gemeint ist. Du musst wissen, dass im Hebräischen der Name immer gleichzeitig die Gegenwart bedeutet.
Ich gebe dir ein ganz einfaches Beispiel, auch wenn es etwas hinkt: Den Namen eines Menschen zu kennen, bedeutet im Hebräischen oft so viel wie die Telefonnummer dieses Menschen zu haben. Man fragt dort häufig nach dem Namen von Engeln oder Ähnlichem, was so viel heißt wie, dass man die Möglichkeit hat, Kontakt aufzunehmen, etwa wie in einem WhatsApp-Chat. Es ist, als hätte man den QR-Code von jemandem und könnte ihm schreiben.
Deshalb ist dieser Name so wichtig. Wenn es in Genesis 4 heißt, dass man anfing, den Namen des Herrn anzurufen, dann heißt das, man begann, nach der Gegenwart Gottes zu rufen. Man streckte sich im Gebet nach ihm aus, lud Gott ein und hieß ihn herzlich willkommen in dem Teil der Schöpfung, den er uns ausgeborgt hat.
Ich denke, wir vergessen manchmal, dass wir in Gottes Schöpfung wohnen und nicht umgekehrt. Deshalb ist dieser Name so wichtig, weil der Name die Gegenwart darstellt. Den Namen von Jesus, den Namen des Herrn anzurufen, bedeutet immer, sich auf Gottes Gegenwart zu besinnen und Gottes Gegenwart in deinem Leben einzuladen.
Das findest du zum Beispiel in Psalm 75, wo es heißt: „Dein Name ist denen nahe, die deine Wunde erzählen.“ Damit ist die Gegenwart gemeint – der Name ist die Gegenwart.
Einladung zur Bibel-Starthilfe
Denke gerne an die Bibel-Starthilfe und nimm sie dir über den Link in der Videobeschreibung mit. Das ist mein Geschenk an dich.

