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Ihr sollt leben!

Johannes 14,15-2618.04.2012
Fühlst du dich geistlos und überfordert? Jesus lässt dich nicht allein: Sein Geist gibt Mut, deckt Schuld auf und macht aus schwachen Leuten wieder lebendige Hoffnungsträger.

Ein persönlicher Rückblick und der Anlass des Abends

Ich freue mich, dass ich heute Abend hier in eurer Mitte sein darf. Es ist jetzt genau im April 48 Jahre her, dass ich hier vier Wochen Vikar in Dengedorf sein durfte. Damals war ich als Aushilfe vom Pfarrseminar hier, wo wir in einem Kurs bis zum Sommer waren, während der Vakanz. Der Pfarrer war ja gestorben. Es war nur eine kurze Aushilfe, aber es war eine ganz herrliche Zeit. Mein einziger Schmerz war, dass ich mich hier nicht bewerben durfte, weil der Nachfolger schon festgelegt war. Das hätte mir Spaß gemacht, nach Denkdorf zu kommen. Wunderschön!
Jetzt haben wir Johannes 14,15-26, die Verheißung des Heiligen Geistes.

Die Zusage Jesu und die Nähe Gottes

Jesus sagt ja, dass es gut sei, dass er weggeht, dass Jesus nicht mehr sichtbar unter uns ist. Viele Christen stellen sich das ganz anders vor, weil sie denken: Es wäre doch toll, wenn Jesus noch sichtbar da wäre.
Doch Jesus sagt: Nein, es ist gut. Ich schicke etwas viel Wichtigeres für euch, den Heiligen Geist. Und der wird in der Gemeinde einen so wunderbaren Dienst tun, deshalb ist er so wichtig für uns.
Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben. Das ist ein Wort für den Heiligen Geist mit ganz vielen Bedeutungen, darüber sprechen wir noch. Er soll bei euch sein in Ewigkeit.
Der Geist Gottes soll nicht mehr von uns weichen, der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch, und er wird in euch sein.
Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch. Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.
Schön ist dieses Wort von heute Abend darüber geschrieben: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.
An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin, und ihr in mir und ich in euch. Ganz wunderbar, diese ganz enge Verknüpfung: er in uns und wir in ihm, diese ganz feste Glaubensbeziehung. An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin, ihr in mir und ich in euch.

Liebe, Gebot und das Wohnen Gottes im Menschen

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
Judas, nicht der Ischariot, spricht zu ihm: Herr, was bedeutet es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?
Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten. Und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer mich aber nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat.
Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Ein Bild aus Papua-Neuguinea: Beistand in der Gefahr

Wir hatten einmal bei unseren Entwicklungshelfern in Papua-Neuguinea einen Mann, der tief im Busch gearbeitet hat. Dann hat er erzählt, dass es dort fast keine Straßen gibt. Er sagte, es sei immer sehr gefährlich, wenn er auf diesen ganz schlechten Wegen über eine Baumbrücke fahren müsse. Da seien nur glitschige Baumstämme gelegt, und er müsse mit dem Auto darüber bugschieren. Dabei habe er immer Angst, dass der Wagen nur ein bisschen auf die Seite kippe und dann mit all den schlimmen Folgen in die Schlucht hinunterstürze.
Er sagte immer: Ich habe so Angst. Aber ich habe so einen Papua immer bei mir, so einen Einheimischen, der noch ein paar Jahre vorher in der Steinzeit gelebt hat und jetzt plötzlich durch die neue Entwicklung in das moderne Leben hineingenommen ist. Der sitzt im Auto neben ihm, legt seine Hand auf sein Fuß und sagt: Klaus, ich bete für dich.
Da hat er gesagt: Du ahnst nicht, was das bedeutet, in der Angst, wenn alles passieren kann. In der Unsicherheit, wenn du denkst, es geht gar nicht mehr weiter, sagt jemand: Ich bete für dich.
Das haben Sie auch schon gemerkt, wie das ist, wenn jemand für Sie betet. Aber noch großartiger ist es, wenn Jesus, der Gottessohn, sagt: Ich bete für dich.
Und er sagte hier: Das Beten ist so wichtig, das kennen wir ja. Was hat Jesus für Bestätigungen gegeben? Betet ohne Unterlass. Und er hat gewusst, in welcher Not wir oft sind und was das bedeutet, wenn wir uns an ihn wenden und ihm alles sagen. Dann haben wir es so oft erlebt, wie er eingegriffen hat, mächtig und stark, und geholfen hat.
Aber was ist das erst, wenn Jesus für uns betet?

Die Not der Gemeinde und die Bitte Jesu um Bewahrung

Und da sagt Jesus hier seinen Jüngern: In der Zeit, in der er nicht mehr sichtbar unter uns ist, in der Zeit, in der wir heute leben, da gibt es so viele Nöte und so viele Schwierigkeiten in der Gemeinde. Und die könnten sie jetzt alle aufzählen: so viel Glaubenslosigkeit, so viel Mutlosigkeit, so viel Verdrehen des Wortes Gottes. Ach, was gibt es da alles für Missstände im Volk Gottes!
Was hat denn Jesus gebetet? Wir haben es im Johannesevangelium: Bewahre sie vor dem Bösen. Da hat Jesus am meisten Angst gehabt, dass die Gemeinde vom Teufel verführt wird. Das ist die grösste Gefahr. Dann hat Jesus gebetet: Erhalte sie in deinem Namen, dass wir ganz nah bei Jesus bleiben. Das ist die grösste Gefahr.
Gemeinde treibt ja immer unheimlich viel um, alle sind erschöpft, alle mitarbeiten. Jesus sagt: Das Allerwichtigste ist, dass sie bei Jesus bleiben und im Namen Gottes erhalten bleiben. Und dann hat Jesus gebetet, dass sie eins sind. Ach, nicht die äussere Einigkeit, die ist gar nicht wichtig, sondern die innere Einheit, dass uns Jesus und sein Wort das Wichtigste ist.
Und Jesus sagt: Wenn ich euch so allein zurücklasse wie Waisen, das ist so schwierig. Ich will euch doch nicht wie Waisen zurücklassen. Das könnte man mit einem anderen Wort sagen: wie eine verlassene Braut, dass man Jesus nicht mehr sichtbar bei sich hat. Und tatsächlich erscheint uns oft die Jesusgemeinde in der Welt wie so eine verlassene Braut.
Und ich habe oft Angst: Wie würde das eigentlich sein, wenn die Schwindsucht immer weiter um sich greift in den Gemeinden, wenn es immer weniger werden, wenn die Glaubenslosigkeit immer stärker wird, wenn die Gottlosigkeit so frech vorwärtsmarschiert in unserem Land? Und jetzt erleben wir noch, wie der Islam stürmisch vorgeht und was das alles noch nach sich bringt. Stellen Sie sich mal vor, wenn bloss einer dieser 25 Millionen Koran im Papierkorb landet, dann wird Deutschland abgefackelt. Für die Salafisten ist das das Allerschlimmste, was sie vermeiden. Da kriegt man richtig mit, was würde eigentlich aus unserer Welt werden?
Und dann: Wie viele Theologen haben die Glaubensbasis verlassen! Und was ist denn das, die Gottlosigkeit überall? Und wie viele Menschen hier wohnen, die sich enttäuscht von der Kirche abwenden, Ausverkauf wegen Aufgabe des Geschäfts. Und wenn man dann die Flugzeuge fliegen sieht, die also schön da oben drüber sind, wenn man vom Flugzeug herunter sieht und dann unsere Orte sieht, dann könnte man heulen, wie kümmerlich und arm es an vielen Orten zugeht.
Und wie viele Leute verzweifelt und mutlos sind, die zu ihrem Leben keinen Mut mehr haben, die am Leben verzweifeln, die sich das Leben nehmen, keine Hoffnung haben, mit der schweren Last ihres Lebens nicht mehr fertig werden, mit den Krankheiten.

Pfingsten als Antwort auf Schwachheit und Ohnmacht

Was kann man denn in so einer großen Not tun? Wenn das heute auch in der Gemeinde Jesu so ist, müssen Sie noch einmal darüber nachdenken.
Damals waren es ja auch kümmerliche Leute, ein kümmerlicher Haufen: zwölf Männer, und einer hat Jesus noch verraten. Also elf, und etliche von ihnen waren auch noch zweifelnd. Die Jesusgemeinde war immer ein ganz schwacher Haufen.
Und was ist dann passiert? Jesus hat den Heiligen Geist geschenkt am Pfingsttag. Und was ist geschehen? Plötzlich hatten sie Mut. Sie haben verkündigt, sie haben gepredigt, und Tausende sind zum Glauben gekommen. Und was ist noch weiter passiert? Als sie verfolgt wurden und man sie ins Gefängnis gesperrt hat, da waren sie so mutig und unerschrocken.
Das Entscheidende, was die Jesusgemeinde braucht, ist nicht Geld, nicht die Mitarbeiter und auch nicht das, was wir immer wieder erzählen, und auch nicht mehr Ausbildung. Die Gemeinde Jesu in der Welt braucht den Heiligen Geist. Ohne den Heiligen Geist geschieht gar nichts. Sie ist ohnmächtig und schwach.
Ihr hier, denkt daran: Wir, wo wir sind, wir brauchen die Ausgießung des Heiligen Geistes. Darum ist es so wunderbar, dass Jesus dafür gebetet hat und das so gesagt hat: Ich will den Vater bitten. Und das dürfen Sie wissen: Wenn Sie heute Nacht schlafen, dann betet Jesus beim Vater: Gib ihnen doch die Fülle deines Geistes, dass das wieder geschieht in den Versammlungen der Gemeinschaften und in den Versammlungen des CVM und der Kirchengemeinde und wo man sich trifft, in den Hauskreisen und Gruppen, in den Jugendgruppen, wo überhaupt.
Das ganz Entscheidende hat Jesus doch schon angekündigt. Als er sichtbar von dieser Welt geschieden ist: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen. Und die entscheidende Kraft von Christen ist nicht das, was wir können, und sie sind nicht unsere Gaben. Es gibt ja immer so verrückte Kästerei: Was können wir? Das ist doch gar nicht so wichtig. Jesus hat immer unbegabte Leute mit ihren Schwachheiten benutzt, weil die Kraft seines Geistes, die Sprengkraft seines Geistes, in uns wirken will.
Und Jesus will durch seinen Geist auch heute in unserem Land noch ganz viel wirken. Und ich möchte Ihnen das heute Abend einfach mal sagen: Sie dürfen den Kopf hochheben und sagen, wir wollen noch viel Großes mit unserem Herrn erleben, weil sein Geist mächtig wirken will.
August Hermann Francke hat einmal gesagt, der Geist Gottes will ohne Unterlass tätig sein, und wer den Geist Gottes in seinem Leben nicht fließen lässt, der kann sich nicht entschuldigen. Jesus will das, und darum bittet er beim Vater. Und das ist ja schön mit dem Motto: Ich lebe und ihr sollt auch leben. Jesus will in unserer Zeit heute wirken, mächtig wirken.

Verwirrung, Gewissheit und die Kraft des Wortes

Es ist eine ganze Tragik und sicher eine tolle Taktik vom Teufel gewesen, dass er gerade um das Werk des Heiligen Geistes ganz viel Verwirrung gestiftet hat. Und wenn man heute Christen darüber befragt, ist eine grosse Unsicherheit da. Das geht so weit, dass manche treue Christen nicht einmal sicher wissen, ob sie den Heiligen Geist haben.
Aber das müssen sie natürlich wissen, sonst sind sie ja gar kein Christ. Sie können Jesus ja nicht einen Herrn heissen, sie können ja nicht mit ihm beten, wenn sie nicht den Geist Gottes haben. Sie können ja nicht einmal glauben, weil der Geist Gottes in ihnen das Licht aufstecken muss zum Glauben. Der Geist, der uns erleuchtet mit seinen Gaben, so haben wir es noch gelernt im dritten Artikel vom Glaubensbekenntnis, steckt das Licht auf, damit wir Jesus wirklich erkennen können, damit wir sein Wort verstehen.
Und darum ist es so wichtig, dass wir den Heiligen Geist kennen und dass alle Reformen, die wir anstreben – es gibt ja heute so viel, alle wollen reformieren – nicht mit fleischlichen Mitteln, mit menschlichen Mitteln geschehen. Das ist doch viel zu wenig, sondern mit geistlichen Mitteln, mit Wirkungen des Heiligen Geistes. Erneuerungen in unseren Gemeinden, in unseren Gruppen, in unseren Gottesdiensten.
Die Formen sind doch gar nicht so wichtig, sondern dass der Geist Gottes, egal in welcher Form, wirkt und mächtig tätig ist. Und das ist auch so wichtig, dass wir diese grosse Vollmacht haben, dass das in unserer Mitte wieder geschehen kann und dass wir erneuert werden durch den Heiligen Geist.

Die erste Wirkung: neues Leben und innere Gewissheit

Jetzt wollen wir zuerst drei Punkte betrachten, was der Geist Gottes in uns bewirkt.
Zuerst einmal: Er will uns lebendig und stark machen, lebendig, er will uns Leben geben. Ich habe vorhin schon gesagt, auch zur Zeit von Jesus, als er seinen Jüngerkreis gesammelt hat, war das eine kümmerliche Schar. Schlimm, eine Schar mit allen Schwächen und Mängeln, auch die Leute, die Jesus berufen hat. Und das soll uns gar nicht bedrücken, wenn wir in unseren Tagen dauernd auf die Schwächen von Menschen stoßen. Nöte, das Selbst, die Glaubenslosigkeit und die Zweifel damals waren. Aber dann hat Gott seinen Heiligen Geist geschenkt. Und dann wurden sie mutig und unerschütterlich.
Und das, was das Allerschönste ist: Was der Heilige Geist wirkt, ist, dass er Gewissheit im Glauben schenkt. Man kann das mit seiner Vernunft nicht erreichen. Das ist ja das, was wir immer in dieser schönen lutherischen Auslegung im Glaubensbekenntnis hören: nicht durch Vernunft noch Kraft. Ich kann Gott nicht erkennen mit meiner Vernunft, mit all meinem Denken, mit all meiner Klugheit. Da können Sie Professor sein und zweimal Doktor haben, Sie können es nicht besser als ein Kindergartenkind oder ein Kind von der Kindergruppe ergreifen, was der Geist Gottes aufschließt und gewiss macht.
Und das Wunderbare ist, dass das Verstehen des Predigtwortes durch den Geist Gottes gewirkt wird. Darum müssen wir beten: Herr, du willst doch wirken, dass ich still werden kann, dass dein Geist an mir jetzt wirklich wirken kann. Da steht es vorher im Vers 17. Wenn Sie eine Bibel dabei haben, schauen Sie mal hinein: Wenn er diesen Tröster sendet, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann. Den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann. Ich muss bitten: Herr, kehr du bei mir ein. Darum das schöne Lied: O komm, du Geist der Wahrheit.

Sünde, Wahrheit und die innere Erneuerung

Und was ist denn die Wahrheit? Im Kapitel sechzehn schlagen Sie mal wieder auf. Da sagte Jesus die wirklich wichtigen Dinge, in Kapitel sechzehn noch einmal über den Heiligen Geist. Deshalb ist es völlig unerklärlich, warum das bei so vielen nicht klar ist.
Wenn der Geist Gottes kommt, der Geist der Wahrheit, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde, über die Gerechtigkeit, über das Gericht. Die erste Wirkung des Heiligen Geistes, was ist das? Nicht, dass man im Rauschzustand ist oder irgendwo im Nebel lebt. Oder verrückte Dinge macht oder unverständliche Laute aus seinem Mund presst. Was ist die erste Wirkung? Dass ich Sünde erkenne.
Ohne Heiligen Geist bin ich blind. Ich sage: Ich bin doch ein guter Mensch, ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich habe sicher ein paar Dinge nicht ganz richtig gemacht, aber sonst bin ich mit meinem Leben ganz zufrieden. Ich tue Recht und scheue niemand.
Wenn der Geist Gottes kommt, wird er als Erstes als Geist der Wahrheit uns die Augen auftun. Er wird uns das beschreiben und zeigen, wer wir wirklich sind, und dass man erschrickt. Das ist immer der Grund, warum wir sagen: Der Gottesdienst, die Versammlung und die Bibel sind ja nicht bloß lustig. Das sind auch ganz ernste Momente, wenn das Wort Gottes durchfährt bis in unser innerstes Gewissen und Schuld aufdeckt. Dann wird der Geist Gottes da.
Wir erkennen plötzlich, was verkehrt war. Und darum ist es auch so schön, dass der Heilige Geist uns nicht nur das zeigt als Geist der Wahrheit, sondern er macht uns auch das Wort von Jesus lieb und wichtig. Er öffnet uns die Augen, damit wir Jesus erkennen und verstehen können.
Und das ist ja so wichtig. Darum können wir gewiss werden im Glauben durch das Zeugnis des Heiligen Geistes, der zu uns redet und uns überwältigt. Und dass ich das wissen darf, ist auch das Schöne in den großen Erschütterungen meines Lebens, die ja viel größer sind, als wir denken können.

Trost, Festigkeit und die Gegenwart Christi

Herr, vorgestern hat mich noch ein Freund angerufen. Er sagte: Ich muss morgen für 14 Tage in die Isolation. Der letzte Versuch, Stammzellen zu übertragen. Ich darf nicht mehr besucht werden. Komm doch mal zu mir und bete mit mir, bevor ich dort in diese Behandlung gehe.
Wissen Sie, was das ist? Ich habe gemerkt, wie ein Mensch plötzlich sagt: Herr, ich will dir doch keine Schande machen. Und er betet: Herr, lass mich festbleiben, dass ich dich nicht blamiere, wenn mein Leben zerbricht in der Schwachheit, dort im Krankenhaus, und die Ärzte da sind. Ich will doch ein Zeugnis sein für dich.
Und dass Sie dann sagen: Darf der Geist Gottes dir Festigkeit geben! Wer macht deinen Glauben fest? Wir sehen ja immer: Bei mir wackelt alles. Wie kann ich denn in solchen Stunden sein, oder dann erst im Todesschrecken?
Das Wunderbare ist, dass der Geist Gottes uns durchführt und uns lebendig macht und uns stärkt durch das Wort, sodass der Tod auch keine Macht mehr über uns hat. Ihr sollt leben, und ich lebe, und ihr sollt auch leben in einer Welt, in der alles erschüttert wird, wo die großen Ängste umgehen, dass er mir dies gewiss macht. Und er macht mir das auch ganz gewiss, dieses wunderbare Wort, dass er auch Jesus dann in Johannes 16 sagt; es gehört ja zusammen, die zwei Kapitel vom Heiligen Geist: In der Welt habt ihr Angst. Oh, was ist es ja schlimm! Wie da uns auf die Luft ausgeht zum Atmen, wo wir nicht mehr durchdringen können. Aber seid mutig, seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Und der Geist Gottes bestärkt dies in unseren Herzen.
Das kann man sich nicht selbst einreden. Das wissen Sie selber, wenn Sie in Depressionen verfallen. Das kann man sich nicht einreden, sondern man darf nur bitten: Herr Jesus, mach dies wahr in der Kraft deines Geistes. Und das Herrliche ist, dass der Geist Gottes das tut. Und er macht mir auch die Jesusoffenbarungen ganz arg groß.
Es wird ja heute immer wieder unter Christen groß gesprochen, ob der Heilige Geist uns nicht neue Wahrheiten bringen sollte. Da will man immer wieder prophetische Erkenntnisse haben. Was soll es der Geist Gottes noch Neues bringen? Bei Jesus ist alles uns gesagt, was wir brauchen. Und die Bibel braucht keine Ergänzung mehr, auch das prophetische Wort braucht keine Ergänzung mehr. Wir brauchen keine neuen Offenbarungen, es gibt auch keine.
Aber der Heilige Geist macht uns die großen Jesusworte ganz wunderbar, und sogar die Worte des Alten Testaments: Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen. Und das ist das große Wunder des Kommens des Heiligen Geistes, dass wir leben durch die Kraft seines Wortes, die er zu uns spricht, und dass diese Worte der Bibel plötzlich lebendig werden.

Das Wort Gottes als Ort des Geistes

Es ist ein ganzes Geheimnis in der Bibel, dass der Geist Gottes immer nur durch das Wort Gottes kommt, wissen Sie das? Alles, was nicht durch das Wort Gottes kommt, ist menschliche Schwärmerei. Aber der Geist Gottes kommt aus dem Wort, und Sie können sogar in der Bibel Wort Gottes und Heiligen Geist austauschen, weil sie die gleichen Wirkungen haben.
Sie sind neu geboren aus Wasser und Geist, neu geworden. Oder neugeboren aus dem Samen des Wortes Gottes. Natürlich, weil beides das bewirkt: der Geist Gottes, der in seinem Wort zu uns kommt.
Darum ist es so wichtig, dass wir im Wort bleiben. Und es ist so schlimm, daran sterben unsere Gemeinden, dass man keine Bibelstunden mehr hat. Natürlich lebendige Bibelstunden, in denen der Geist Gottes an unseren Herzen wirken kann und uns mutig und getrost macht. Das sind die wichtigsten Stunden.
Ich erlebe es heute in der Gemeinschaft, dass man immer noch über Themen spricht. Das kann ja ganz interessant sein. Das sind ja auch viele biblische Themen. Aber dabei wird oft vergessen, dass das Wort Gottes eine wunderbare Kraft hat. Und darum ist die stille Zeit, die sie haben, so wichtig.
Sagt einer: Ich kann doch auch beim Autofahren meine stille Zeit haben. Dann steht sogar in einer großen christlichen Zeitschrift, jetzt vom Chefredakteur, das ist doch Quatsch. Ich brauche doch eine Stille zum Hören, damit ich höre, wie ein Jünger hört, und damit jede stille Zeit am Morgen für sie eine Begegnung mit Jesus ist. Er rüstet sie durch seinen Geist für die Aufgaben des Tages, er schenkt ihnen Stabilität und macht sie wieder fröhlich.
Der Geist der Wahrheit zeigt uns die Sachverhalte wirklich so, wie sie sind. Und wir erkennen auf einmal: Der Tod ist entmachtet, und die Krankheitsmächte stehen auch unter der Zulassung des Herrn Jesus. Ich darf mich ganz fest in seine Hand befehlen, in dem Wissen, dass er alles so steuert, wie er will. Darum ist die erste Zusage, die Jesus uns gibt, dass er uns stark und unüberwindlich macht.

Sendung, Trost und die Kraft des Geistes im Alltag

Ich freue mich, dass ihr da in die Mission hinausgeht. Ich werde noch ein Wort dazu sagen.
Wenn ihr draußen in der Einsamkeit seid, ist der einzige Beistand, den ihr habt, die Kraft des Heiligen Geistes. Und diese erlebt ihr nur im Lesen seines Wortes oder im Zuspruch seines Wortes. Wenn er ihnen einen Brief schreibt, dann schreibt er ihnen ein Bibelwort. Und wenn er einen Kranken besucht, dann sagt er: Ich will mich nicht lange aufhalten und wie viele Dinge ich ermüde, ich habe ein Bibelwort, ein Gotteswort für dich mitgebracht.
Und dann beten wir: Herr, lass dieses Wort auch diesem Kranken in seinen Fragen so fest werden. Dann erleben wir es immer wieder, dass gerade die schwer Geprüften und Leidenden das Allergrößte sind, was du mir geben kannst. Das erlebt man ja erst in den Tiefen, und wir meinen immer, die äußeren Dinge seien so richtig.
Das Wort Gottes hilft uns und trägt unseren Glauben. Es macht uns lebendig, stark und unüberwindlich, gerade in den dunklen Stunden, in den Verzweiflungsstunden. Denn der Geist Gottes wirkt, und wir sind ganz nah an der Hand Gottes geborgen.
Menschlich ist das unvorstellbar. Wie oft habe ich Situationen bei schwer leidenden Menschen gehabt, wo ich dachte: Das kann ich mir gar nicht vorstellen, was sie durchmachen. Und dann hatten sie auf einmal einen Frieden, den ich mir nicht vorstellen kann. Das gibt Gott.
Und dann erlebt man es in großer Trauer und großer Not auf dem Friedhof, dass das Wort Gottes redet und Trost und Hoffnung gibt. Und das Wunderbare ist, dass das Wort Gottes auch überführt.

Schuld, Vergebung und die Verwandlung des Herzens

Den Selbstgerechten und den Heuchlern und durch das Wort Gottes werden Menschen plötzlich die Augen geöffnet. Und das ist in unserer Gemeinde wieder so wichtig, dass wir unsere Fehler vor Gott im Licht Gottes erkennen.
Man kann ja mit all seinen Gaben Menschen nur schlecht erziehen. In der Ehe klappt es auch nicht, bei den Kindern klappt es auch ganz schlecht. Dass wir es dorthin bringen, gelingt uns nicht. Aber der Geist Gottes, der schafft das. Er will, dass er Menschen total verändert.
Und was will er denn machen? Er will uns ein Herz geben. Dass wir seine Gebote lieben, das steht da drin. Dass wir Jesus lieb haben. Dass der Jesusliebhaber mit Freuden seine Gebote erfüllt. Man kann es mit dem Gesetzesdruck nicht erzwingen, aber aus der Jesusliebe wirkt das der Geist Gottes.
Dass er uns überführt: Ich will meinen Geist in euch geben. Ich will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. Jesus wohnt in deinem Herzen, das ist das neue Christenleben. Anders ist man kein Christ.
Durch den Heiligen Geist wohnt Jesus in meinem Herzen. Ich gehöre ihm, er ist mein Herr, und alles, was in meinem Leben geschieht, das ist in seiner Kontrolle. Und er hat es in seiner Hand, und ich darf mich ihm ganz getrost überlassen.
Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist? Die große Gabe macht uns stark und lebendig.

Gemeinschaft, Tröstung und geistliche Vollmacht

Das Nächste, was Jesus hier erwähnt: Wir bleiben nicht allein, wir bleiben nicht allein.
Oft sieht das ja so aus: Da guckt man in eine Gemeinde hinein und denkt: Ach, was sind eigentlich auch nicht viele Leute. Heute machen wir ja einen großen Fehler, dass wir immer meinen, man müsste mit der Gemeinde mehr angeben, da wird mehr vorgestellt mit großen Sachen. Wir sind eine tolle Gemeinde, eine wachsende. Ach was, wir sind immer eine schwache Gruppe von Leuten. Menschliche Leute mit all unseren Schwächen und mit all unseren Problemen.
Und dann sagt man: Wo ist denn Gott, wo ist denn Gott in deinem Leben? Ach, das Herrliche ist doch, dass dieser Herr immer wieder redet: Ihr werdet nicht allein bleiben, ich will euch nicht als Waisen zurücklassen. Sondern Jesus spricht plötzlich zu uns.
Und dass mir jetzt ganz, ich bin ein alter Mann, wunderbar ist, und ich überschaue das, wenn ich da denke: Vor 48 Jahren, den Denkenden da oben am Klosterberg, und da kommt die junge Generation, und die hat Jesus gefunden, und die dient ihm mit ihrem ganzen Leben. Dass da nicht Menschen wirken. Der Herr hat gewirkt.
Und dann erleben wir es in der Mission: Da werfen die Völker ihre Götzen weg. Dass plötzlich in Nordkorea sogar die Gemeinde Jesu sammelt und achtet den Drucknehmer selbst in den Islamländern. Sie fürchten nicht das Todesurteil von Khomeini, bekennen sich zu Jesus. Und das ist ihnen wichtiger als alles andere. Auch wenn sie ihren Job verlieren, auch wenn sie ihr Leben verlieren, ihre Familie verlieren. Sie finden: Jesus! Das kann nur der Geist Gottes wirken. Und das ist so gewaltig, was da passiert durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Jesus nennt ihn einen Tröster. Von uns kann ja keiner trösten. Haben Sie es mal probiert? Wir machen dann bei den Trauerfeiern, sagen wir, oder bei schwerem Tod: Ich drücke bloß die Hand wortlos. Das ist die Kapitulation. Meine Worte können ja den Schmerz nicht wegräumen. Der große Tröster ist der Heilige Geist, der alle Wunden schließen kann.
In unserem Werk hat mein Spender angerufen und hat gesagt: Ach, könnt ihr das nicht ändern? Ihr schickt ja immer noch an meine Tochter in München da eure Briefe, die ist doch vor zwei Jahren verstorben. Ich sage: Was, verstorben? Jetzt erzählen Sie.
War 32 Jahre alt, das ist ja furchtbar. Er sagte aber: Ich muss Ihnen schicken, was Sie vier Wochen vor ihrem Sterben, Mutter von zwei Kindern, rausgeschrieben hat. Und dann schickte er mir diesen Zettel. Das versteht man nicht, von der Freude des Heimgehens. Ich kann das ja gar nicht begreifen, eine Mutter von ihren Kindern Abschied. Nicht, dass der Geist Gottes das wirken kann, verstehe ich nicht. Den Tröster!
Es ist ganz, ganz groß, dass er unserem Herzen in den großen Leiden und Nöten, durch die wir gehen, diese Geborgenheit gibt. Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Herz haben.
Der Geist Gottes wirkt bis heute, und wir dürfen das wissen, dass der Geist Gottes am Werk sein will. Wir können doch niemanden trösten, als ob wir das machen könnten. Der Herr tut's.

Der Beistand Gottes, der Anwalt und der Lehrer

Und das ist genau so, dass der Geist Gottes uns gewiss macht in der Vergebung unserer Schuld. Wenn der Geist Gottes uns einmal Schuld aufgezeigt hat, dann bekommt man gar keinen Frieden mehr. Denn was da war, das war wirklich. Und das habe ich ja damals getan. Dann steht es auf einmal vor uns, und wir sehen noch einmal, was wir alles in unserem Leben schon getan haben.
Und dann kann der Geist Gottes die völlige Gewissheit geben. Er will euch nicht als Verwaiste zurücklassen, sondern er tröstet. Und in dem Wort Tröster ist noch viel mehr drin als nur der Trost, den er geben will, auch der Trost, wenn wir versagen in unserem Dienst für Jesus. Und er sagt: Ich bin der Tröster, der alles zurechtbringt, was wir nicht gekonnt haben. Die Gemeinde geht weiter auch durch unvollkommene Leute. Darum ist es so tröstlich, dass Jesus durch seinen Geist wirkt.
Da kann man das Wort, das da steht, auch noch anders übersetzen. Im Griechischen heißt es Paraklet, der Generalbevollmächtigte Gottes. In dieser Welt ist gar nicht wichtig, die Menschen, nicht die Amtsdiener und was da alles sich herumtreibt, und die Prediger und Evangelisten, sondern dass der Geist Gottes heute unter den Jesusleuten, wo sie sind, in der Gemeinde mächtig wirkt. Und dann kann er Türen öffnen, die verschlossen sind. Da gibt es gar kein Hindernis, dann gibt es Erweckung und Aufbruch, und versperrte Türen können nicht verschlossen bleiben.
Und dann ist da noch das Wort, das auch noch dazugehört zu diesem Tröster. Es ist alles da drin in diesem Wort: Ich will euch den Tröster senden. Bei Ihnen ist vielleicht auch ein Kreuz hintendran, dass er schon drinsteht, oder hinten findet man Anmerkungen. Er ist der Anwalt, der mich vor dem Thron Gottes jetzt vertritt. So sagt der Paulus: Wenn ich gar nicht mehr beten kann, dann vertritt uns der Heilige Geist mit unaussprechlichem Seufzen, etwa wenn wir im Koma liegen. Der Geist Gottes ist mein Anwalt, der für mich beim Vater eintritt.
Und dann ist er der Mentor. Was ist denn der Mentor? Er erinnert mich an die großen Jesusworte. Sie werden ja ein Leben lang nie fertig, das alles zu begreifen, was uns Jesus gesagt hat. Verstehen Sie das? Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt. Wie? Und wird er leben und glaubt, er wird nicht mehr sterben? Gehen durch zum Leben.
Der Geist Gottes wird uns groß machen, erklären: Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht. Wer leidet unter uns nicht daran, dass er so wenig Frucht bringt? Der Geist Gottes macht uns die Jesusverheißung groß. Das ganze Bibelwort schließt uns auf. Er ist der Mentor, der es uns einschärft.
Und deshalb erwarte ich noch ganz Großes, wo der Geist Gottes wirkt. Und das ist das Allerwichtigste, was wir brauchen: dass wir uns immer wieder beugen. Herr, wir sind so geistlos, gib uns dieses neue Leben für dich!

Erneuerung der Gemeinde und neues Leben im Geist

Und noch ein Letztes: Neue Lebenskräfte können plötzlich wirken, neue Lebenskräfte können wirken. Ach, liebe Schwestern und Brüder, wir wollen doch einfach darum bitten: Herr Jesus, wirke du durch deinen Heiligen Geist bei uns. Wir brauchen eine Erneuerung von dir.
Erinnern Sie sich noch, als Bischof Vestukiewenzr 1975 im Neckarstadion gesprochen hat, dem Gottlieb-Daimler-Stadion damals, und wie er uns erzählt hat, wie er als Lehrer in einer christlichen Schule in einer erstarrten Frömmigkeit lebte? Es war alles müde, keine Freude, kein geistliches Leben war da, kein Aufbruch, niemand war zum Glauben gekommen. Und da waren plötzlich ein paar Schüler von der Erweckungsgruppe, die eine geistliche Erweckung erlebt hatten, über dem Bibelwort, durch einen Evangelisten.
Und da war ein 16-jähriger Schüler, der gesagt hat: Da dürfen wir nicht mal die Morgenandacht halten. Doch, und dann hat er plötzlich ein Bibelwort ausgelegt. Und Felsdurchwenzler sagte: 30 Minuten, und man hätte eine Stecknadel fallen hören können, obwohl ein paar hundert Schüler da waren. Und was war das Geheimnis? Sie haben erzählt von Sünde und Schuld, von der Vergebung, von Jesus und davon, wie ihr Leben neu geworden ist.
Und auf einmal hat es einen Aufbruch in ganz Ostafrika gegeben. Da haben sich zerstrittene Völker versöhnt. Es war ganz toll, wenn wir das einmal draußen miterlebt haben, wie sie sich wöchentlich getroffen haben und vor allem voreinander auch die Schuld bekannt haben, in der Gemeinde, wo man etwas gegeneinander hatte. Und die gesagt haben: Das hat uns in der Gemeinde so gehemmt, diese Streitigkeiten.
Ich habe Sie hier gehört an die schöne Geschichte, die sich in einer Gemeinde zugetragen hat. Da war die Schwiegermutter und die Schwiegertochter, und Sie wissen, wie das manchmal ist: Schwiegermutter und Schwiegertochter. Und da war so eine tiefe Spannung. Und das hat der Schwiegertochter so zugesetzt, dass einfach das Verhältnis nicht gestimmt hat, obwohl sie beide Jesus dienen wollten. Und dann ist die Schwiegertochter zur Schwiegermutter gegangen und hat gesagt: Ich muss dir das einfach mal sagen, da ist so eine Bitterkeit in mir drin und so ein Hass. Und dann ist das passiert, dass die Schwiegermutter, der die Tränen heruntergelaufen sind, gesagt hat: Jetzt muss ich dir noch einmal sagen. Und da haben sie neu angefangen unter der Wirkung des Heiligen Geistes, und die Gemeinde ist erneuert worden.
Ich habe es erlebt, wo Ehepaare so auseinander waren, der Mann war schon ausgezogen, war bei seiner Freundin, und die Frau fängt plötzlich an, in der ganzen Not sich zu beugen. Sie sagt: Ich weiß, ich habe so viel falsch gemacht, und betet um Erneuerung. Und plötzlich, nach Wochen, passiert das Wunder, dass der Mann auf einmal umdenkt, weil der Geist Gottes auf einmal Schuld aufdeckt.
Die Erneuerung unserer Gemeinden kann immer nur so geschehen, dass wir Schuld erkennen, dass wir das überhaupt als das wichtigste Thema ansehen, um das es geht. Wir sind doch alle täglich voller Versäumnisse und Schuld. Herr, jetzt nimm du meine Schuld weg und mach mein Leben neu. Und das ist halt bei Jesus so wunderbar, dass der Geist Gottes uns eine ganz neue Liebe zu Jesus schenkt und eine neue Freude daran, die Gebote, den Willen Gottes zu tun. Ja, anders werden wir ja gar nie glücklich. Wir werden doch in keiner Sünde unseres Lebens glücklich, nicht in einem Streit, nicht in einem Unrecht.
Herr, jetzt erneuere deine Gemeinde doch wieder von Grund auf und mach das doch. Und das geschieht durch das Bibelwort: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten, und wir werden zu ihm kommen. Und da geschieht die Erneuerung der Gemeinde zum richtigen Tun nur aus dieser Mitte, mit einer geistlichen Erneuerung.
Jetzt können wir sagen: Herr, das braucht unsere Gemeinde. Aber noch schöner ist es, wenn wir sagen: Herr, fang jetzt bei mir wieder an. Ich möchte mich ganz neu von dir gebrauchen lassen in deinem Dienst, und ich brauche diese Freude meines Lebens wieder, diese Gewissheit, in dir zu sein. Und ich brauche diese Hoffnung und diese Zuversicht, und dass ich zum Segen sein kann für viele. Das kann nur dein Geist wirken, dass du mir die Worte in den Mund legst, die ich sagen kann und die nötig sind.
Und dann auf einmal wird unser Christenleben, unser Gemeindeleben wieder gefüllt sein, auch zu einem Zeugnis für die Welt, wenn Christus in unserer Mitte wohnt. Dazu gebrauche uns der Herr, dass er uns nützen kann.

Abschluss mit Zuspruch und Hoffnung

Er wird uns an all das erinnern, was Jesus uns gesagt hat. Der Geist Gottes erzählt uns keine Neuigkeiten. Was sollte er uns auch erzählen? Er macht uns nur die großen Worte Jesu und die Nähe Jesu groß. Ebenso macht er uns seine Vergebung groß, und seinen Ostersieg macht er uns groß.
Ohne den Heiligen Geist sind wir geistlose Menschen. Mit dem Heiligen Geist sind wir unüberwindlich, lebendig und stark. Ich wünsche euch das, dass ihr zum Segen gebraucht werdet. Amen.