Einführung in das Thema Fasten
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 226: Richtig fasten
Heute möchte ich ein Thema wiederholen, das wir schon behandelt haben, nämlich das Fasten. Wer sich näher mit diesem Thema beschäftigen möchte, dem empfehle ich die Episoden 136 bis 140, also Fasten Teil eins bis fünf. Besonders die ersten beiden Episoden geben einen guten ersten Einblick in das Thema.
Ich möchte heute nur kurz zusammenfassen, was wir hoffentlich alle schon wissen: Fasten ist für Christen ein normaler Bestandteil ihres Lebens. Der Herr Jesus bezeichnet es als normal, wenn er in Matthäus 6 sagt: „Wenn ihr aber fastet, so seht nicht düster aus wie die Heuchler.“
Wie schon beim Almosen geben wird mit dem Wörtchen „wenn“ ein übliches Verhalten ausgedrückt, also ein „immer wenn ihr das tut“. Fasten ist ein normaler Bestandteil unseres Lebens, weil wir mit dem Fasten unsere Hingabe an Gott und die Dringlichkeit unseres Gebets unterstreichen.
Gründe für das Fasten in der Bibel
Hier noch einmal die fünf Gründe, warum Menschen in der Bibel fasten.
Erstens fasten Menschen aus Betroffenheit bei großen Verlusten. Zweitens fasten sie in Zeiten großer Not, wenn sie Gottes Hilfe suchen. Drittens fasten Menschen als Ausdruck ihrer Buße und ihrer ehrlich gemeinten Umkehr zu Gott. Viertens fasten sie, um die Ernsthaftigkeit ihrer Fürbitte hervorzuheben. Fünftens fasten Menschen, weil sie als Verantwortungsträger wichtige Entscheidungen treffen müssen.
Aus der Jesusperspektive gehört Fasten ganz normal zum Christsein dazu. In Matthäus 9 prophezeit Jesus seinen Gegnern, dass seine Jünger fasten werden, wenn er einmal nicht mehr da ist.
So viel als Einstieg. Kommen wir zu unserem Text.
Die biblische Anweisung zum Fasten (Matthäus 6,16-18)
Matthäus 6,16-18: Wenn ihr aber fastet, sollt ihr nicht düster dreinschauen wie die Heuchler. Denn sie verstellen ihre Gesichter, damit die Menschen sehen, dass sie fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon erhalten.
Wenn du aber fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du nicht den Menschen als Fastender erscheinst, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.
Themenmäßig kommt uns das bekannt vor, oder? Hier sind sie wieder, die Heuchler. Nur diesmal posaunen sie nicht vor sich her, wenn sie spenden oder an den Straßenecken stehen, um zu beten. Diesmal machen sie eine Show ums Fasten.
Die geistliche Bedeutung des Fastens
Fasten bedeutet Verzicht, vor allem auf Essen. Dabei geht es nicht darum, Gewicht zu verlieren, sondern um eine geistliche Übung, die Teil meiner praktizierten Gerechtigkeit ist. Ich faste, weil ich mir meiner Abhängigkeit von Gott bewusst bin. Fasten ist daher ein Bekenntnis meiner Hilflosigkeit.
Wenn Christen in Deutschland heute nicht mehr fasten, hat das meiner Meinung nach nicht nur damit zu tun, dass sie nicht wissen, was Jesus gesagt hat. Es ist schon fast ironisch, wenn sich Christen in Deutschland über alles Mögliche und Unmögliche streiten, aber selten einmal einfach studieren, was Jesus eigentlich gesagt hat und was er von ihnen erwartet.
Also, wenn Christen in Deutschland heute nicht mehr fasten, dann wohl deshalb, weil sie sich viel zu sicher und viel zu unabhängig fühlen. Ein Christ, der nicht fastet, predigt seiner Seele, dass er Gott eigentlich nicht braucht oder dass ihm das Niveau seines geistlichen Lebens völlig genügt.
Wer hingegen fastet, ist sich der Ernsthaftigkeit seiner Berufung, der Gewaltigkeit der Herausforderung und vor allem der eigenen Schwäche bewusst. Wenn so jemand fastet, predigt er seiner Seele: „Ich will mehr, ich will ernsthaft mehr. Ich will erleben, dass um mich herum das Reich Gottes wächst. Ich will sehen, dass Menschen zum Glauben kommen. Ich will die Gemeinde Gottes erblühen sehen und nicht erleben, wie sie unter Verfolgung, Verführung und Dummheit zerbricht.“
Persönliche Praxis des Fastens
Ich persönlich verzichte einmal in der Woche auf mein Mittagessen. Das ist das klassische jüdische Fasten, bei dem man auf eine Mahlzeit verzichtet.
Ich verzichte auf mein Mittagessen, nehme eine spezielle Top-zwölf-Gebetsliste mit Dingen, die mir sehr wichtig sind, und gehe in den Wald.
Hungrig beten, bewusst verzichten, um die Ernsthaftigkeit der Anliegen zu unterstreichen, für die man betet – das ist eine wirklich spannende Erfahrung.
Warnung vor Heuchelei beim Fasten
Aber zurück zu dem Herrn Jesus, der uns davor warnt, beim Fasten wie Heuchler zu handeln. Matthäus 6,16-18:
„Wenn ihr aber fastet, so seht nicht düster aus wie die Heuchler, denn sie verstellen ihre Gesichter, damit sie den Menschen als Fastende erscheinen. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn weg. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du nicht den Menschen als ein Fastender erscheinst, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.“
Wenn ich faste, soll ich darauf achten, dass es niemand mitbekommt. Deshalb ist es wichtig, dass ich nicht düster aussehe, also man mir meinen Verzicht nicht ansieht. Es ist auch falsch, das Fasten dadurch kenntlich zu machen, dass ich auf Körperpflege und Parfum verzichte.
Genau das Gegenteil ist richtig: Fasten ja, aber niemand soll es mitbekommen. Besonders dann, wenn ich längere Zeit faste und sich vielleicht mein Körpergeruch verändert und ich ein wenig zum Müffeln beginne. Genau dann gilt: Salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht.
Die innere Haltung beim Fasten
Ich faste so, dass nur Gott weiß, was ich tue. Ich faste nicht, um den Menschen zu zeigen, wie heilig ich bin, sondern weil mir bestimmte Anliegen wirklich wichtig sind. Außerdem weiß ich, dass Fasten die Durchschlagskraft meiner Gebete erhöht.
Ich habe Anliegen, bei denen ich alles einsetzen möchte, was mir möglich ist, damit sie erfüllt werden. Bei mir ist das meine Top-zwölf-Liste. Sie dreht sich wesentlich um meine Gemeinde, die Politiker in unserem Land, Bekehrungen, meine Familie und mein eigenes geistliches Leben.
Ich faste und bete. Dabei darf ich wissen, dass niemand mein Fasten sieht, aber Gott selbst weiß, was ich tue. Er ist derjenige, der ins Verborgene schaut. Er kennt die Zusammenhänge und versteht, warum ich handle, wie ich es tue. Er wird mir vergelten, das heißt, er wird mich dafür belohnen.
Zusammenfassung und Ausblick
Fazit: Fasten – ja, unbedingt. Aber ebenso wichtig ist, dass niemand davon erfährt, außer Gott.
Was könntest du jetzt tun? Du könntest darüber nachdenken, ob du dem Thema Fasten genug Aufmerksamkeit schenkst. Wenn nicht, warum nicht?
Das war's für heute.
Bei mir hat es sich bewährt, zu Beginn der Woche alle anstehenden Termine in einem Rutsch durchzubeten. Probier das doch mal aus.
Der Herr segne dich, schenke dir seine Gnade und lass dich in seinem Frieden leben. Amen.
