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Apostelgeschichte 10,9-24

Apostelgeschichte 10,9-10,2417.12.2015
Serie•Teil 19 / 64Apostelgeschichte
Wenn Gott dein Denken sprengt, was machst du dann? Petrus ringt mit einer Grenze, die längst gefallen ist – und merkt: Gehorsam ist wichtiger als alte Gewohnheit.

Einordnung des Themas und der heilsgeschichtliche Wendepunkt

Ich freue mich, einmal wieder bei euch zu sein, und wir machen heute weiter in der Apostelgeschichte. Also: Apostelgeschichte, Kapitel 10. Keine große Einleitung. Die Verse 9 bis 24 werden heute unser Thema.
Warum sind diese Verse so wichtig? Sie sind deshalb so wichtig, weil sie einen Wendepunkt in der Kirchengeschichte markieren. Wenn man sich die Frage stellt, was Gottes Vision von Mission ist, wie groß Gott denkt, dann ist klar: Gott hat immer schon die ganze Welt im Blick.
Das wird am Anfang der Apostelgeschichte deutlich. Apostelgeschichte 1,8: Da sagte Jesus: Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein. Und dann spannend, wo sie das überall sein werden: sowohl in Jerusalem, Jünger nicken, als auch in ganz Judäa, Jünger nicken, und Samaria, Jünger runzeln die Stirn, und dann geht es weiter: und bis ans Ende der Erde. Den Teil haben sie schon nicht mehr gehört, warum auch immer.
Aber Gottes Idee war immer so groß, dass es den Aposteln fast, fast, fast unglaublich erscheint, zumindest nicht nachvollziehbar, dass ihr Messias, dieser Jesus, dieser Messias der Juden, für die ganze Welt sein sollte. Das war immer das, was sich Gott gewünscht hat.
In Matthäus 12, um noch einmal darauf zu hören, was der Herr Jesus selbst gesagt hat, Matthäus 12 ab Vers 19, da sehen wir genau diese große Vision Gottes von Mission. Matthäus 12,19: Da heißt es über den Messias: „Er wird nicht streiten noch schreien, noch wird jemand seine Stimme auf den Straßen hören. Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht hinausführe zum Sieg.“ Und jetzt kommt es: „Und auf seinen Namen werden die Nationen hoffen.“
Und das Wort Nationen in der Elberfelder könnte man auch gut übersetzen mit Heiden, also die Nichtjuden. Auf seinen Namen werden die Heiden hoffen. In Gottes Zukunft werden die Heiden auf den Messias der Juden hoffen. Und deswegen startet Gott selbst Heidenmissionen.

Der Auftrag an Cornelius und die Vorbereitung des Petrus

Und er macht das, indem er einen Engel losschickt, und zwar zu einem Heiden, zu einem gottesfürchtigen, frommen Heiden namens Cornelius.
Und dieser Cornelius bekommt einen Auftrag, und der hört sich ungefähr so an. Ich fasse das mal zusammen: Cornelius, hol mir aus Joppe, Joppe ist eine Stadt etwa fünfzig Kilometer südlich von Caesarea, wo Cornelius wohnte. Also 50 Kilometer im Süden. Ich weiß nicht, was von hier aus 50 Kilometer im Süden ist, das müsste so irgendwo hinter Potsdam sein. Geh da hin und hol mir von dort Simon Petrus. Das ist der Auftrag, den der fromme, gottesfürchtige Heide Cornelius direkt von einem Engel bekommt.
Und Cornelius wäre jetzt nicht fromm und gottesfürchtig, wenn er nicht nach einem, zugegebenermaßen, ersten Schrecken, also wenn Engel kommen, ist das immer so ein bisschen, das ist immer so leicht schreckerfüllt, aber nachdem der vorbei ist, drei Leute los nach Joppe schickt, um diesen Petrus, den er noch gar nicht kennt, von dem er nur weiß, wo er wohnt, um den zu holen.
Ihr merkt, das eigentliche Problem bei Heidenmissionen, das sind nicht die frommen Heiden. Das Problem sind die, die schon glauben, die frommen Juden. Während die Leute auf dem Weg sind, muss man auch mal den guten Petrus darauf vorbereiten, dass die Zeiten sich geändert haben und dass sein kleines jüdisches Weltbild, wo es sein Volk gibt und für sein Volk seinen kleinen Messias, das muss er jetzt ein bisschen weiten. Um genau zu sein, er muss es in die Luft springen.
Und jetzt schau dir mal an, wie Gott das macht. Ich lese euch Apostelgeschichte 10,9-14, damit wir so einen ersten Eindruck gewinnen.

Die Vision auf dem Dach und die erste Reaktion

Am folgenden Tag aber, während jene reisten, das sind die drei, die Cornelius losgeschickt hat, und sich der Stadt näherten, stieg Petrus um die sechste Stunde auf das Dach, um zu beten.
Er wurde aber hungrig und verlangte zu essen. Während sie ihm aber zubereiteten, Achtung, das ist eine Zeit ohne Mikrowellen. Das heißt, zwischen dem Wunsch, etwas zu essen, und dem tatsächlichen Essen können manchmal Dinge wie Schlachten liegen. Das fängt dann manchmal ein bisschen früher an. Von daher, wenn der sagt, ich habe Hunger, und er gibt das nach unten zu seinen Gastgebern, dann fangen die schon an, aber er hat noch ordentlich Zeit. Aber er hat schon Hunger, und Gott nutzt diesen Moment, wo er schon Hunger hat, aber noch nichts zu essen hat.
Er wurde aber hungrig und verlangte zu essen. Während sie ihm aber zubereiteten, kam eine Verzückung über ihn, eine Vision, der sieht Dinge, die Gott ihm zeigt, so ein bisschen etwas Ungewöhnliches. Und er sieht den Himmel geöffnet und ein Gefäß gleich einem großen leinenen Tuch herabkommen, an vier Zipfeln auf die Erde herabgelassen. Darin waren allerlei vierfüßige und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels. Und eine Stimme erging an ihn: Steh auf, Petrus, schlachte und iss!
Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr, denn niemals habe ich irgendetwas Gemeines oder Unreines gegessen.
Okay, bis dahin erstmal eine schräge Geschichte, die man nicht auf Anhieb verstehen muss, weil wir aus einem ganz anderen Kulturkreis kommen. Okay, also wenn ihr jetzt noch ein paar Fragezeichen habt, gebt mir einfach noch zehn Minuten, dann sind die hoffentlich gelöst.
Petrus sagt: Keineswegs, Herr, und an dieser Stelle möchte ich eine Anmerkung am Rand vorweg schicken: Wenn jemals Gott zu dir spricht, dann sag bitte nie: Keineswegs, Herr. Einfach nur so ganz grundsätzlich.

Gehorsam, Herrschaft und die Frage nach echter Unterordnung

Also, wenn Gott zu dir spricht, dann müssen wir uns entscheiden: Entweder sagst du: Ja, Herr. Oder du sagst: Nein, denn du bist nicht mein Herr. Versteht ihr das?
Wenn Gott zu uns spricht, müssen wir entscheiden: Ja, Herr. Oder: Nein, denn du bist nicht mein Herr. Wenn jemand sagt: Keineswegs, Herr, ist das erst einmal ein Widerspruch in sich selbst. Wenn nämlich Jesus tatsächlich Herr meines Lebens ist, dann muss ich ihm gehorchen. Er ist ja Herr. Ich muss das tun, was er sagt. Und wenn ich das nicht tue, was er sagt, dann wird er nicht dadurch Herr in meinem Leben, dass ich ihn einfach nur Herr nenne.
Einfach nur zu sagen: Herr Jesus, oder das in einem Lied zu singen: Herr Jesus, macht ihn noch nicht zum Herrn. Ein Herr ist der, der mir sagen darf, was ich zu tun habe. Und diese Diskrepanz, dass es Leute gibt, die zwar Jesus Herr nennen, ihn aber überhaupt nicht Herr sein lassen, auf die macht Jesus an anderer Stelle schon einmal aufmerksam, wenn er in Lukas 6,46 fragt: Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?
Das ist eine gute Frage. Warum nennst du mich Herr, wenn es in deinem Leben einen Widerspruch gibt zu dem, was du sagst? Deswegen kann man dieses Keineswegs, Herr, so ein bisschen schmunzelnd sehen. Man muss sich an dieser Stelle wirklich entscheiden.
Und ich möchte euch das vorneweg einfach mitgeben: Wenn Gott dich anspricht, und es gibt da ganz unterschiedliche Möglichkeiten, es muss nicht die Vision von einem großen Tuch sein, das an Zipfeln abgelassen wird auf die Erde, mit allem möglichen Viechzeugs drin. Das kann eine Predigt sein. Das kann ein Gespräch sein, wo du den Eindruck hast: Hier begegnet mir ein Gedanke. Da habe ich zutiefst den Eindruck, da möchte Gott mir etwas sagen. Oder vielleicht ist es eine Predigt, deine persönliche Bibellese, wo auch immer du den Eindruck hast, Gott spricht zu dir.
Mein Tipp: Tu das, was er sagt. Oder wenn du dazu nicht bereit bist, dann mach dir wenigstens in diesem Moment klar, dass der Ungehorsam ein Ausdruck dafür ist, dass Jesus nicht Herr in deinem Leben ist. Es ist manchmal total heilsam, einfach nur ehrlich zu sein.
Ich verlange nicht von dir, dass du alles tust, was Gott dir sagt. Aber ich wünsche dir, dass du ehrlich bist. Und vielleicht müssen wir manchmal damit anfangen zu sagen: Herr, an der Stelle hast du zu mir gesprochen, und ich weiß genau, da ist noch etwas offen. Und an dieser Stelle lasse ich dich nicht Herr in meinem Leben sein. Und ich weiß noch nicht, wann sich das ändern wird, aber ich bitte dich darum, dass du mir dabei hilfst, an dieser Stelle weiterzukommen.
Vielleicht ist das alles, was wir beten können. Aber es ist viel ehrlicher, als sich einzubilden, alles wäre gut und Jesus wäre Herr, und all das, wo wir Zweifel haben, wo Spannungen im Leben da sind, wo Ungehorsam da ist, wo wir noch nicht so weit sind, uns das zu trauen, von dem wir wissen, dass Gott es möchte, einfach unter den Teppich zu kehren.
Lasst uns das nicht machen. Lasst uns nicht wie Petrus sagen: Keineswegs, Herr, das geht nicht.

Warum Petrus die Vision nicht sofort versteht

Also, zurück zu Petrus. Er ist verwirrt. Die Frage ist: Warum? Was bringt ihn so aus der Fassung? Es hat damit zu tun, dass Gott ihm befiehlt, Tiere zu essen. Tiere, woraufhin Petrus sagt: Nö, mache ich nicht.
Die Antwort lautet: Denn niemals habe ich irgendetwas Gemeines und Unreines gegessen. Achtung: Gemein bedeutet hier an dieser Stelle nicht fies oder hinterhältig, so wie wir das verwenden, wenn wir sagen: Du warst aber gemein zu mir. Hier ist es anders gemeint. Gemein bedeutet unheilig, kultisch unrein, profan. Und auch das muss ich noch erklären.
Im Alten Testament bekam das Volk Israel Speisevorschriften. Vielleicht habt ihr das mal gelesen. Die Israeliten durften nicht alles essen. Als der Herr Jesus auf die Erde kam, hat er diese Speisevorschriften aufgehoben. In Markus 7,18 heißt es: Und er spricht zu ihnen: Seid auch ihr so unverständlich? Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann? Denn es geht nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch und geht heraus in das Dixiklo. Damit erklärte er alle Speisen für rein. Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein.
Jesus kommt und hebt die alttestamentlichen Speisevorschriften auf. Und deswegen dürfen wir alles essen. Es wird, wie Paulus das ausdrückt, geheiligt durch Gottes Wort, sprich: Es ist erlaubt, und durch Gebet, das heißt, wir danken Gott dafür. Und weil wir dankbare Kinder Gottes sind, ist das gut: Iss, was du möchtest.
Frage: Wenn ich heute alles essen darf, warum wurden dann im Alten Testament diese Speisegebote eingeführt? Ja, also warum führe ich im Alten Testament ein, was ich im Neuen Testament wieder aufhebe? Warum habe ich sie dann im Alten Testament gebraucht? Warum durften die Israeliten nicht alles essen?
Die Antwort geht ungefähr in folgende Richtung: Israel war im Alten Testament ein ganz besonderes Volk mit einer ganz besonderen Aufgabe und einer ganz einmaligen Beziehung zu Gott. In 2. Mose 19 beschreibt Gott, wie einmalig dieses Volk ist, 2. Mose 19,5-6, und das kurz bevor Gott die Zehn Gebote gibt, am Berg Sinai.

Israels besondere Berufung und die Funktion der Speisegebote

Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein, denn mir gehört die ganze Erde. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Söhnen Israel reden sollst.
Mose bekommt also gesagt: Sag dem Volk Israel, ihr werdet eine heilige Nation sein, ein Volk von Priestern. Ihr werdet etwas ganz Außergewöhnliches sein. Und das muss man auch äußerlich sehen können, in eurer Geschichte und in eurem Umgang mit mir.
Deswegen reicht es eben nicht, dass ihr einfach nur die Sünden nicht tut, die bei den Leuten, die um euch herum wohnen, bei den Kanaanitern, völlig normal sind. Es reicht Gott nicht, dass sie einfach bei Dingen wie sexueller Unmoral, Götzendienst, Betrug, Kindermord, Okkultismus, Inzest und was sonst noch in den Völkern ringsum völlig normal war, einfach nur sagen: Tut das nicht, was die anderen tun. All das, was ich jetzt aufgezählt habe, hat Gott explizit verboten, 3. Mose 18, wenn ihr das mal nachlesen wollt.
Aber er sagt nicht: Das reicht jetzt. Sondern er sagt: Ich möchte noch einen Schritt weitergehen. Ich erlasse Gebote, die sind nur für euch Israeliten bindend, nicht für die Völker ringsherum, nur für euch. Diesen Geboten liegt nicht eine ewige Moral zugrunde, da liegt nicht der Charakter Gottes zugrunde. Das sind nicht Dinge, die immer verboten sind, von Anfang bis zum Ende der Bibel und in alle Ewigkeit, sondern das sind Dinge, die Gott einfach nur gibt, damit das Volk Israel seiner Rolle als besonderem Volk gerecht werden kann.
Unter anderem gehören dazu Speisegebote. 3. Mose 20, und das wenigstens einmal kurz zu zitieren, da heißt es in Vers 25: Und ihr sollt unterscheiden zwischen dem reinen Vieh und dem unreinen, zwischen den unreinen Vögeln und den reinen, und sollt euch selbst nicht zu etwas Abscheulichem machen durch das Vieh und durch die Vögel und durch alles, was sich auf dem Erdboden regt, das ich euch als unrein ausgesondert habe. Und ihr sollt mir heilig sein, denn ich bin heilig, ich, der Herr, und ich habe euch von den Völkern ausgesondert, um mein zu sein.
Gott stellt sich hin und sagt: Schau dir an, was alles so kreucht und fleucht. Kann man das theoretisch alles essen? Ich muss bei der Geschichte immer daran denken, dass mich einmal ein südafrikanischer Pastor besucht hat, der seinem Sohn sagte: Du musst alles essen, was du erschießt. You eat what you shoot. Und irgendwann hat der arme Kerl einen Raben erschossen. Er musste ihn essen.
Man kann irgendwie alles essen, aber die Israeliten sollen eine Unterscheidung machen: Das ist okay, und das ist nicht okay. Reine, unreine Tiere. Die einen darf man essen, die anderen nicht.

Identität, Abgrenzung und die Gefahr des religiösen Hochmuts

Diese zusätzlichen Gebote verstärken noch den Eindruck, dass Israel etwas ganz Besonderes in Gottes Augen ist. Was hier in der Geschichte geschieht, ist absolut einmalig. Aber darüber hinaus hatten sie auch einen ganz praktischen Nutzen.
Die Essensgebote, oder eigentlich die Essensverbote, bildeten eine unsichtbare Wand zwischen Israel auf der einen Seite und den Heiden auf der anderen Seite. Sie machten das soziale Miteinander, die Durchmischung der beiden Völker und die Verschwägerung mit den Kanaanitern viel, viel schwerer. Und sie sorgten dafür, dass Israel als Volk Israel blieb.
Wenn man einmal genau hinschaut, funktioniert das bis heute beim Volk Israel. Ich weiß nicht, ob ihr euch schon einmal die Frage gestellt habt, wie viele Völker es eigentlich gibt, die noch so relativ unverändert durch die Geschichte gehen. Wir stammen ja irgendwann einmal von den Germanen ab. Aber mal ganz ehrlich: Davon wissen wir nicht mehr viel. Wir sind auch in diesem Sinn keine Germanen mehr, oder zumindest fällt mir das nicht auf, dass ich einer wäre. Die Germanen? Irgendwie, hm.
Aber ein Jude wird sagen: Ich bin immer noch Jude. Wir gehören zum Volk der Juden, und wir können unsere Geschichte einfach ein paar tausend Jahre zurückverfolgen, bis in die Richtung Abrahams. Wir ziehen das einfach durch. Wenn mich jemand fragt: Deutsche Geschichte, was waren zweitausend Jahre vor Christus deutsche Geschichte? Da war nichts. Was war zu Jesu Geburt deutsche Geschichte? Ich weiß nicht, irgendjemand lebte schon in Höhlen, aber was ist denn da?
Hier wissen wir es nicht. Die Juden ziehen sich durch. Warum bleiben sie so eine homogene Gruppe? Warum sind sie so ein fester Körper? Warum kommt da nichts von außen rein? Warum bleiben sie so stabil in der Geschichte? Ein Punkt ist der, dass sie bestimmte Regeln befolgen, die es schwer machen, für andere sich da reinzumogeln oder reinzudrängeln. Und ein Aspekt davon sind die Speisegebote. Sie sichern die nationale Identität über Jahrhunderte hinweg.
Aber natürlich gibt es, wenn ich solche Speisegebote habe, auch Nachteile. Ein Nachteil ist: Wenn du solche Gebote bekommst und Israelit bist, dann denkst du irgendwann: Ich habe diese Gebote bekommen, weil ich der bessere Mensch bin. Ist ja klar, wenn ich sie habe und die anderen nicht. Wenn nur Gott mir diese tollen Extra-Gebote gibt, muss das ja einen Grund haben. Und wahrscheinlich liegt es daran, dass wir über den anderen stehen. Wir sind Gottes Favoriten. Und die Heiden hat Gott halt nicht lieb. Das ist Bullshit, okay? Nicht, dass wir aneinander vorbeireden.
Aber es ist klar: Dieser überzogene Nationalstolz, der Gedanke, ich bin grundsätzlich etwas Besseres, ich bin so eine Extraportion heilig, auch wenn ich vielleicht nicht so lebe, das ist etwas, das kannst du in jedem Volk sehen. Wenn das mal in einem Volk aufkommt, dass man sich so mag: Wir sind toll. Ja, wenn die schon streicheln und sagen: Ey, wir sind die Bessermenschen. Ja, und ob das daherkommt als jüdischer Nationalismus oder ob man sich vielleicht als Arier fühlt oder was auch immer du nimmst, spielt überhaupt keine Rolle. Ein Problem ist: Ich gebe dir Gebote, und du fängst an zu glauben, ich bin der Bessermensch.
Und dann eine zweite Sache, die mir mit diesen Speisegeboten gekommen ist und die ich als Problem, als Nachteil sehe, ist, dass der Unterschied zwischen der inneren Reinheit des Herzens auf der einen Seite und der äußerlichen Reinheit der Zeremonien auf der anderen Seite verloren gegangen ist. Die menschliche Natur wird immer den Fokus auf die in Gottes Augen unbedeutenderen Äußerlichkeiten legen. Wir können da fast machen, was wir wollen. Und in dem Moment, wo wir das tun, wo es darum geht, was isst du, welche Bibel liest du, in welchen Gottesdienst gehst du, wenn es um solche Dinge geht, wird die innere Reinheit des Herzens, eigentlich die Heiligkeit des Herzens, die für Gott so viel entscheidender ist, die für Gott das Eigentliche ist, auf der Strecke bleiben.
Und deswegen: Wenn Jesus den Pharisäern einen Vorwurf macht, dann sagt er ihnen nicht, ihr macht alles falsch. Er sagt ihnen, euer Fokus ist falsch. Ihr habt den Fokus auf die Äußerlichkeiten. Er sagt ihnen, ihr habt tolle Regeln, wie man die Becher und die Schüsseln reinigen muss. Aber was in eurem Herzen ist an Raub und Bosheit, das ist euch völlig egal.
Und deswegen lasst uns das, weil die Israeliten das vergessen haben, weil es ihnen um das Äußerliche ging, weil Speisegebote so super wichtig waren. Ihr merkt es doch hier bei Petrus: Nie werde ich das essen. Na klar nicht, ja, das war sein Fokus. Bloß nicht, was weiß ich, ja, was essen, was ich nicht essen darf, dass eine Welt von Heiden verloren geht, ha, ja, Kollateralschaden der Speisegebote, versteht, das geht nicht.
Gott ist an der Heiligkeit des Herzens interessiert. Er weiß, dass aus unserem Denken, aus unserem Inneren, ich habe euch das aus Markus 7 auch vorgelesen, aus unserem Inneren kommen die bösen Taten, die bösen Gedanken. Und deswegen muss Gott diesen Petrus, der in seinem Nationalstolz gefangen ist, tatsächlich befreien. Er muss diese Wand zwischen Heiden und Juden, die Jesus schon abgerissen hatte, noch einmal abreißen, weil im Kopf von Petrus diese Wand noch nicht abgerissen ist. Jesus sagt zwar, ihr dürft alles essen, aber es ist nicht bei Petrus angekommen, er versteht es einfach nicht. Für ihn war es in diesem Moment immer noch undenkbar, mit einem Heiden zu essen. Er hätte, um genau zu sein, und das war für fromme Juden in der damaligen Zeit völlig klar, er hätte noch nicht einmal das Haus eines Heiden betreten. Also Essen ist eine Sache, ja, aber selbst das Haus hätte er nicht betreten.
Und deswegen bekommt, weil im Kopf von Petrus diese Wand ist, diese Wand aus Geboten, die eine strikte Trennung machen zwischen hier sind Juden, und zwar in einem alttestamentlichen Sinn, und hier sind Heiden, diese Wand muss abgebrochen werden. Weil Gott dem Volk der Juden eine großartige Aufgabe gegeben hat, nämlich den Messias hervorzubringen. Aber dann erweitert Gott seinen Blick auf alle Menschen, und um alle Menschen zu erreichen, muss sich diese neue Glaubensgemeinschaft der Christen aus der Enge des Judentums herausführen.
Ich muss Ihnen deutlich machen: Das, was jüdische Identität ist, was jüdischen Nationalstolz befeuert, diese Gebote sind passé, sind vorbei, gelten nicht mehr. Vergiss die Speisegebote! Genauso wie du die Beschneidung vergessen musst, wie du den Sabbat vergessen musst und was dir da im Alten Testament noch einfällt, vergiss das!

Gottes Geduld mit Petrus und die langsame Veränderung

Ihr könnt euch vorstellen: So ein Petrus, der Jahrzehnte damit gelebt hat, der damit gross geworden ist und jetzt gerade mitten in einer jüdischen Erweckungsbewegung steht, für den ist das eine Überforderung.
Und deswegen machen wir jetzt Kinderstunde. Kinderstunde heisst Gegenstandslektion. Wer Kinderstunde macht, weiss: Man muss Kindern nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern man muss ihnen etwas mitbringen, was sie anschauen können. Man muss es bildhaft machen.
Und jetzt bekommt Petrus hier so eine Gegenstandslektion: ein Netz voller Tiere, die man eigentlich nicht essen darf, und die Aufforderung von oben: Steh auf, schlachte und iss! Und der gute Petrus ist überfordert. Vielleicht zieht das auch so ein Stück weit als Glaubensprüfung, ich weiss es nicht. Jedenfalls weigert er sich.
Na ja, Gott wäre nicht Gott, wenn er an der Stelle aufgeben würde. Ausserdem sind die drei Leute ja unterwegs. Wir haben jetzt auch nicht mehr so viel Zeit, ihr müsst die Spannung sehen. Ich habe auf dem Dach den Petrus, der darauf vorbereitet wird, demnächst zu Cornelius zu gehen. Cornelius’ Leute klopfen bald an der Tür, aber Petrus ist noch nicht so weit.
 Apostelgeschichte 10,15: Gott hat einmal gesprochen, Gott spricht noch einmal, und wieder erging eine Stimme zum zweiten Mal an ihn: Was Gott gereinigt hat, machst du nicht gemein. Also das zweite Mal, dass Gott zu ihm spricht.
Warum sind die Speisegebote aufgehoben? Sie sind nicht aufgehoben worden, weil früher alles unhygienischer war und es jetzt einen Kühlschrank gibt oder einen Veterinärarzt. Sondern die Speisegebote sind aufgehoben, weil Gott sagt: Ich habe das vormals Unreine rein gemacht. Und du, lieber Petrus, du komm bitte nicht auf den Gedanken, da, wo ich ein Gebot aufgehoben habe, es jetzt wieder einzuführen.
Es ist einfach, oder? Eigentlich müsste man meinen, wenn Gott so etwas sagt, dass damit jede theologische Diskussion zu Ende ist. Ja, was könnte mehr Gewicht haben als das, was Gott selber sagt? Schluss.
Leider ist es aber oft nicht so. Und auch bei Petrus nicht.
Dies aber geschah dreimal. Also: Gott spricht das erste Mal, das zweite Mal, und Gott sagt es noch einmal. Dreimal sagt Gott: Jetzt mach das endlich. Und nachdem nach dem dritten Mal nichts passiert, also wenn ihr manchmal denkt, ihr seid so ein bisschen begriffsstutzig und versteht nicht alles gleich, was Gott zu euch sagt: Kein Problem. Denkt immer an die Geschichte. Nach dreimal, mit meinen Worten, gibt Gott auf. Er merkt: Das wird nichts mehr. Und das Gefäss wurde sogleich hinaufgenommen in den Himmel.
Also Schluss, Ende der Vision. Auf diesem Weg erreicht er seinen Petrus nicht. Warum? Er sieht dieses Tuch. Dreimal fordert Gott ihn auf zu essen, dreimal weigert sich Petrus.

Die Spannung zwischen Erkenntnis und Gewohnheit

Ich weiss nicht, wie es euch geht, wenn ihr das lest. Vielleicht schmunzelt ihr einfach nur. Ich bin bei solchen Geschichten, in denen grosse Gottesmänner versagen, eigentlich immer sehr zufrieden. Ja, weil: Stellt euch mal vor, überall in der Bibel würden alle grossen Gottesmänner immer alles richtig machen, oder alle grossen Gottesfrauen immer alles richtig machen. Das ist auch ein Grund, warum ich Biografien nicht so gerne lese, vor allem von so ganz erfolgreichen Christen. Ich denke dann immer: Die haben ja nie etwas falsch gemacht, dass das so durchrutscht im Leben. Ich mag solche Geschichten, ehrlich.
Zwei Dinge werden mir hier klar.
Ganz grundsätzlich gilt: Gewohnheiten und Denkmuster verändern sich nicht über Nacht. Das ist das Grundsätzliche. Wenn du irgendeine geistliche Prägung hast, wirst du wahrscheinlich nicht durch einen Bibelvers, den du irgendwo liest, alles über Bord werfen, was du die letzten zwanzig Jahre geglaubt hast. Und das ist ein Stück weit auch in Ordnung. Wir müssen nicht Christen sein, die bei jedem neuen, wie Paulus sagt, Wind der Lehre hin und her schwanken, wie ein Schiff auf dem Wasser. Du darfst schon eine gewisse Festigkeit haben und sagen: Ich habe geistliche Überzeugungen.
Aber obwohl das gilt, müssen zwei Dinge auch gelten.
Das Erste ist: Wenn Gott spricht, dann müssen wir uns dem stellen, wenn wir merken, dass da eine Spannung zu unseren Prägungen besteht, zu unseren Moralvorstellungen oder zu der Art und Weise, wie wir das Leben sehen. Wenn wir merken, dass da ein Widerspruch ist zwischen dem, was Gott sagt, und dem, was ich glaube, dann müssen wir uns diesem Widerspruch tatsächlich stellen. Wir dürfen das nicht einfach unter den Teppich kehren.
Das Zweite ist dies: Wir haben es bei diesem Prozess mit einem Gott zu tun, der es uns erlaubt, Fehler zu machen. Ich sage das deshalb, weil es eine Spannung ist. Auf der einen Seite möchte ich euch bitten, fleissig in der Bibel zu lesen, fleissig Predigten zu hören, fleissig über das nachzusinnen, was Gottes Wort sagt, und zu schauen, wo es Spannungen zu meinem Leben ganz praktisch gibt. Entzieht euch diesem Veränderungsprozess bitte nicht.
Und auf der anderen Seite müssen wir uns selber auch die Freiheit eingestehen, dass wir nicht jede Lektion, die Gott uns beibringen möchte, gleich beim ersten Mal lernen. Es kann durchaus ein bisschen dauern. Es wäre unrealistisch zu glauben: Ich lese einen Vers, erkenne, dass ich etwas anders machen muss, und dann mache ich es anders. Das ist bei mir nicht so. Und das muss bei dir auch nicht so sein.
Wisst ihr, Gott denkt so anders, Gott denkt so radikal, dass er uns mit seinen Gedanken tatsächlich manchmal überfordert. Und deswegen braucht es einen Moment, bis wir diese Gedanken Gottes an uns heranlassen. Wir dürfen nur nicht den Fehler begehen, uns aus diesem Veränderungsprozess rauszuziehen und so zu tun, als wäre da nichts. Das wäre falsch.
Wir dürfen nicht unrealistisch sein. Was wir brauchen, ist, den Anspruch zu hören und dann mit Gott ins Gespräch zu gehen und zu sagen: Herr, zeig mir, was das bedeutet. Ich habe den Eindruck, du möchtest, dass ich mein Leben ganz anders lebe, dass ich vielleicht Prioritäten ganz anders setze, dass ich vielleicht grosse Veränderungen vornehme. Ich höre das, aber ich traue mich das noch nicht, oder ich verstehe es noch nicht.
Jakobus sagt, wenn euch Weisheit mangelt, betet. Entzieht euch dem Veränderungsprozess nicht, gerade da, wo Gott radikal ist. Aber auf der anderen Seite: Seid bitte realistisch. Wenn Gott euch überfordert, dann wisst, dass wir einen Gott haben, der keine Not mit unserer Begriffsstutzigkeit hat.

Die Ankunft der Boten und der nächste Schritt im Heilsplan

Es ist ganz wichtig: Petrus ist begriffsstutzig. Er versteht nicht, was Gott möchte, aber das bringt Gott nicht aus dem Konzept. In Vers 17 und 18 heißt es: Als aber Petrus bei sich selbst in Verlegenheit war, verstand er es einfach nicht. Was wohl diese Erscheinung bedeuten möchte, die er gesehen hatte? Siehe, da standen die Männer, die von Cornelius gesandt waren und Simons Haus erfragt hatten, vor der Tür.
Haha, jetzt wird es knapp, jetzt wird es wirklich knapp. Ich habe oben auf dem Dach einen Apostel, der noch nichts verstanden hat, und unten kommen die Leute an, die ihm sagen werden: Du sollst mit uns mitgehen. Und als sie gerufen hatten, erkundigten sie sich, ob Simon mit dem Beinamen Petrus dort Herberge.
Versteht ihr, die Zeit wird knapp. Und ich weiß nicht, ob ihr mit mir schmunzeln könnt bei den nächsten beiden Versen. Nachdem Petrus gar nichts verstanden hat, gibt es eine Extraportion Nachhilfeunterricht direkt vom Heiligen Geist. So nach dem Motto: Okay, Zeit ist abgelaufen, du hattest deine Chance. Ich sage dir mal, was du jetzt machen musst, damit der nächste Schritt der Heilsgeschichte nicht völlig den Bach runtergeht.
Das hört sich so an: Vers 19: Während aber Petrus über die Erscheinung nachsann, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich. Steh aber auf, geh hinab und zieh mit ihnen, ohne irgend zu zweifeln, weil ich sie gesandt habe. Also zu dem Zeitpunkt hat Petrus das mit der Vision immer noch nicht verstanden, aber er weiß wenigstens jetzt: Okay, ich muss mitgehen. Und deswegen geht er mit.
Also es ist noch nicht der einsichtige Petrus, der den gesamten Heilsplan Gottes mit der Rettung der Heiden verstanden hat. Es ist nur ein Petrus, der sagt: Okay, ich habe nicht verstanden, was das mit dem Netz soll, aber wenn der Geist Gottes sagt, ich soll mitgehen, das ist so einfach, das mache ich jetzt mal.
Petrus aber ging zu den Männern hinab und sprach: Siehe, ich bin's, den ihr sucht. Was ist die Ursache, weshalb ihr kommt? Sie aber sprachen: Cornelius, ein Hauptmann, ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, der ein gutes Zeugnis hat von der ganzen Nation der Juden, ist von einem heiligen Engel göttlich angewiesen worden, dich in sein Haus holen zu lassen und Worte von dir zu hören.
Als er sie nun hereingerufen hatte, beherbergte er sie. Am folgenden Tag aber machte er sich auf und zog mit ihnen fort, und einige der Brüder von Joppe gingen mit ihm. Und am folgenden Tag kamen sie nach Caesarea. Cornelius aber, der seine Verwandten und Nächstenfreunde zusammengerufen hatte, erwartete sie.

Das neue Weltbild und die Weite von Gottes Blick

Wir lesen das und können das Ungeheuerliche dabei nicht wirklich spüren. Ein Heide lässt ihn im Auftrag Gottes zu sich rufen, damit er ihm das Evangelium erklären kann. Das klingt so verrückt, dass der Heilige Geist gesagt hatte: Zieh hin mit ihnen, ohne irgend zu zweifeln.
Es muss uns klar sein, dass an dieser Stelle ein Weltbild zerbricht. Gott schickt mich zu den Heiden. Das Weltbild war vorher so schön klar: Hier sind wir, die Juden. Wir sind die Guten, wir sind das auserwählte Volk, von Gott berufen, von Gott beschenkt. Und da draußen, hinter der Wand, da sind die Heiden, die Bösen, von Gott verworfen, Futter für die Hölle. Gut, Rüse, so schön simpel.
Und jetzt kommt Gott und sagt: Vergiss das mal. Das neue Weltbild sieht so aus: Die Wand ist weg. Alles, was die Israeliten von den Heiden trennt, spielt vor Gott keine Rolle mehr. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob du Jude bist oder Heide. Gott schaut dein Herz an. Schön, oder? Also ob Jude oder Germane, Gott schaut dein Herz an. Und wenn er dort Gerechtigkeit und Gottesfurcht findet, dann mag er dich.
Er mag Cornelius so sehr, überlegt euch das, dass er ihm exklusiv die Nummer eins im Apostelteam schickt. Cool, oder? Also den Mann mit der größten Predigterfahrung, durch den sich die meisten Juden bekehrt haben, die absolute Nummer eins, wenn es darum geht, evangelistische Predigten zu halten. Der wird exklusiv durch einen Engel befohlen geholt. Wahnsinn, oder?
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, was Gott da für einen Aufwand treibt. So sehr mag er Cornelius.

Drei Schlussgedanken für den Alltag

Frage: Was nehmen wir aus dieser Geschichte mit? Drei Dinge.
Punkt eins: Gott ist ein Gott, der Heilsgeschichte schreibt. Und er tut das mit mir und mit dir. Und er tut das ganz egal, ob du immer gleich verstehst, was er will, oder ob du vielleicht ein bisschen begriffsstutzig bist. Ich wünsche dir, dass du manchmal über dich schmunzeln kannst. Ich wünsche dir, dass du, wenn Gott zu dir spricht und du merkst: Der sagt mir etwas, und eigentlich ist das hier oben schon angekommen, aber es will einfach nicht tiefer rutschen, dass da irgendwie so eine Bremse zwischen hier und hier ist, zwischen dem, was ich verstanden habe, und dem, was ich tue, nüchtern genug sein kannst, über dich zu schmunzeln und zu sagen: Manchmal geht es mir wie Petrus. Gott spricht zu mir, und ich stehe eigentlich da und weiß nicht, was ich tun soll. Das ist völlig normal.
Entzieh dich dem bloß nicht.
Das ist der zweite Punkt: Wenn Gott mich anspricht, muss ich mich bewegen. Eine lange Leitung haben ist völlig okay, ungehorsam ist es nicht. Also wenn es in deinem Leben Dinge gibt, wo Gott dich schon angesprochen hat, wo du eigentlich weißt, dass Gott Dinge anders haben möchte, ob das ein Punkt ist, wo du dich entschuldigen musst und du hast dich einfach noch nicht getraut, zu demjenigen hinzugehen, oder ob du eine Sünde lassen musst oder erst einmal bei jemandem bekennen musst, oder ob Gott von dir etwas ganz anderes will und du hast das einfach nur auf die lange Bank geschoben, dann möchte ich dir schon sagen: Beweg dich heute, triff die Entscheidung, da wieder heranzugehen!
Und der letzte und dritte Punkt: Gott liebt Menschen, die einen Faible haben für Gottesfurcht und Gerechtigkeit. Gott liebt Menschen, die verstanden haben, dass es über ihnen einen gibt, der, weil er Gott ist, ihnen sagen darf, wo es langgeht. Das ist Gottesfurcht. Und Gott liebt Menschen, die Gerechtigkeit lieben.
Und ich habe einen Tipp für euch: Weil Gerechtigkeit als Begriff so blass ist, für heute Nachmittag, wenn ihr euch zum Kaffee trefft, wenn die Kaffeemaschine läuft, Matthäus 6. Da geht es um praktische Gerechtigkeit, da geht es um Beten, Almosen geben, Fasten, Schätze sammeln, Sorgen machen, alles Dinge, die etwas mit praktischer Gerechtigkeit zu tun haben.
Ich habe eben gesagt: Gott hat einen Faible, Gott liebt Menschen, für die Gerechtigkeit wichtig ist. Lies dir Matthäus 6 doch mal in Ruhe durch und bitte Gott, dass er dir zeigt, an welcher Stelle du in deinem Leben eine neue Offenbarung zum Thema Gerechtigkeit brauchst.
Drei Punkte. Gott segne euch. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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