Einführung und Ausgangspunkt des Themas
Das stammt aus dem 139. Psalm.
Doch was bedeutet das eigentlich? Es ist ein Geheimnis, das wirkt. Wir haben die Menschen nicht verstanden. Immer wieder haben wir die Menschen nicht verstanden.
Es heißt dort: „Wünsch, dass mich völlige Dunkelheit umhüllt und das Licht um mich herum zur Nacht wird.“
Dann wäre auch für dich Gott nicht finster in der Dunkelheit, und die Nacht würde so hell scheinen wie der Tag. Finsternis wäre so strahlend wie das Licht.
Schauen wir uns das genauer an. Schön, dass du hier bist. Um Nachfolge besser zu verstehen, mach dich Hashtag Bibelfit.
Reckless Love: Ein populäres Lobpreislied und seine biblische Erklärung
Jeder kennt das Lobpreislied „Reckless Love“ von Corey Asbury. „Reckless Love“ wurde für viele musikalische Preise nominiert und vielfach ausgezeichnet. Es zählt zu den beliebtesten christlichen Liedern der letzten zehn Jahre.
Als Dankeschön für die Instagram-Community, die all das hier über Jahre mit mir aufgebaut hat, habe ich gefragt, worüber ihr euch einen Input wünscht. Die Antwort war knapp, aber eindeutig: „Kannst du mal ‚Reckless Love‘ von Corey Asbury biblisch erklären?“ Machen wir!
Damit du danach selbst solche Texte verstehen und deine Bibel so lebendig lesen kannst, wie Gott sie für dich geschrieben hat, habe ich am Ende dieses Inputs noch ein sehr starkes Tool für dich. Anschließend beenden wir das Ganze mit dem schlechten Witz der Woche.
Bevor wir starten, kannst du ganz kurz der Community hier helfen, damit solche christlichen Inhalte auf Social Media nicht verborgen bleiben. Bist du gerade auf Instagram, dann doppeltippe doch mal rasch auf dein Handy. Und bist du auf YouTube, viele wissen das nicht: Wenn du die Glocke unter diesem Video drückst, bekommt YouTube ein Signal. So zeigt die Plattform auch nichtchristlichen Nutzern mehr christliche Inhalte an, die sie ansprechen können.
Und das ist etwas Gutes, oder? Also drück kurz die Glocke, es hilft. Vielen Dank, und los geht’s!
Gottes Liebe vor der Geburt und biblische Grundlagen
Auf die 99, von denen Curry hier spricht, gehen wir gleich noch einmal zurück. Zuvor aber etwas anderes Spannendes.
Er sagt: „Before I spoke a word, you were singing over me“ – also: „Bevor ich ein Wort gesprochen habe, hast du, Gott, schon über mir gesungen.“ Wenn du deine Bibel ganz durchgelesen hast oder noch lesen wirst, wirst du feststellen, dass es nur zwei Stellen in der Bibel gibt, in denen davon die Rede ist, dass Gott über dir singt.
Die entscheidende Stelle dafür findet sich beim Propheten Zephanja, einem der zwölf kleinen Propheten am Ende des Alten Testaments. Dort heißt es: „Der Herr, dein Gott, in deiner Mitte ist mächtig. Er wird retten und sich über dich freuen. Mit Freude spricht man im Hebräischen, das ist nicht so schlimm.“ Dann heißt es weiter: „Er wird ruhen in seiner Liebe und sich über dich freuen mit Gesang.“ Mit Gesang – daher kommt das.
Die andere Stelle findet sich im weiteren Text, wo es heißt: „You have been so, so good to me. Before I took a breath, you breathed your life in me and you’ve been so, so kind to me.“ Bemerkenswert ist dabei das „me“ – das „mich“. Warum? Weil es bedeutet, dass Gott schon bei dir war, bevor du deinen ersten Atemzug getan hast. Das heißt, Gott war bei dir vor deiner Geburt.
Warum ist das so wichtig? Hast du schon einmal in deiner Bibel gelesen, was Gott über Menschen vor ihrer Geburt sagt? Kleiner Spoiler: Gottes Wort setzt dich jetzt mit dir vor deiner Geburt gleich. Das heißt, Gott sagt, du vor deiner Geburt bist der Mensch, der du jetzt bist.
Überlege einmal, für welche gesellschaftliche Debatte das wichtig sein könnte. Zum Beispiel im Buch Hiob heißt es: „Deine Hände haben mich ganz gebildet und gestaltet, mit Haut und Fleisch hast du mich bekleidet, mit Knochen und Sehnen mich durchflochten.“ Weiter heißt es: Gott hat mich im Schoß, in der Gebärmutter geformt. Nicht der Gewebsklumpen, der später mal ich wurde – das könnte man im Hebräischen ohne weiteres ausdrücken. Das ist überhaupt kein Problem. Sondern Gott hat mich im Schoß, in der Gebärmutter geformt.
Im Propheten Jesaja heißt es: „Der Herr hat dich gemacht und dich im Körper deiner Mutter gebildet.“ Dich, nicht einen Zellklumpen, der später mal du wurdest, sondern dich – du warst schon du.
Und im Psalm 139, den wir gerade schon im Intro hatten, steht: „Du, Herr, hast meine Nieren gebildet, du hast mich im Schoß, in der Gebärmutter – im hebräischen Text steht das Wort Betten, also eine Mischung aus beiden – meiner Mutter eingewoben.“ Du hast mich in der Gebärmutter meiner Mutter eingewoben.
Merkst du etwas? Ganz deutlich wird das auch an zwei Stellen, zum Beispiel im Propheten Jeremia, wo Gott sagt: „Bevor ich dich, Prophet Jeremia, im Schoß, in der Gebärmutter geformt hatte, kannte ich dich; bevor du geboren wurdest.“ Das heißt, Gott sagt: Du, bevor du geboren wurdest, bist für mich der gleiche Mensch, der du jetzt bist.
Und im Galaterbrief schreibt Paulus: „Gott hat mich ausgesucht und hierfür ausgewählt, bevor ich geboren wurde.“
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber wenn ich manche Kirchenoberen höre, die über Abtreibungen diskutieren, und alles, was sie tun, sind kalte Statistiken zitieren oder gesellschaftlichen Meinungsumfragen hinterherzulaufen, statt irgendwie mal auf Gottes Wort zu hören, dann bekomme ich ein komisches Gefühl. Aber das ist ein anderes Thema.
Gottes Lebensatem als Quelle des Lebens
Weiter geht's. Bevor ich einen Atemzug genommen habe, hast du schon dein Leben in mich hineingeatmet. Du bist so gut zu mir gewesen, ja?
Der Lebensatem Gottes, der lebendig macht – Gott, der sein Leben in uns hineinhaucht – ist ein ganz starkes biblisches Motiv. Wo kennst du das her? Natürlich aus der Genesis, wo es heißt: Ganz am Anfang formte der Herr den Menschen aus lockerem Erdreich vom Ackerboden und hauchte Lebensatem in sein Gesicht oder in seine Nase. Im hebräischen Text steht dafür das Wort „aw“, das auch der Sitz der Emotion sein kann. Lassen wir das aber ganz kurz außen vor.
Und dann heißt es weiter: „Und so wurde der Mensch ein lebendiges Wesen“, nachdem Gott seinen Lebensatem in sein Gesicht gehaucht hat.
Du kennst das auch aus dem Buch Hiob. Das Buch Hiob ist so wichtig für viele Zusammenhänge, wo es heißt: „Gottes Geist hat mich geschaffen, der Atem des Allmächtigen hat mir das Leben geschenkt.“ Also ohne den Atem des Allmächtigen gibt es kein Leben.
Kennst du das aus dem schönen 104. Psalm? Dort heißt es: „Du, Herr, verbirgst dein Gesicht, und sie werden verstört“ – gemeint sind die Lebewesen. „Du entziehst ihnen den Atem, sie sterben dahin und kehren wieder zum Staub zurück.“
Und dann heißt es umgekehrt: „Du sendest deinen Lebensgeist, sie werden geboren; so erschaffst du der Erde ein neues Gesicht.“ Schön, oder? Man könnte eigentlich mal eine Predigt darüber halten.
Ganz wichtig ist auch die Offenbarung, ein sehr, sehr wichtiges Buch in der Bibel. Dort ist die Rede davon, dass zwei Menschen auferstehen, die nicht Jesus sind, sondern zwei andere Menschen. Es heißt, nachdem diese beiden sehr wichtigen Individuen getötet worden sind, werden nach dreieinhalb Tagen der Lebensgeist Gottes in diese eben getöteten Propheten zurückkehren, und sie stehen wieder auf.
Das blanke Entsetzen wird alle überfallen, die das beobachten. Kein Wunder, ja? Das heißt, das Leben dieser Propheten ist an Gottes Lebensatem gebunden. Wenn Gott seinen Lebensatem auch in tote Individuen schickt, dann erwachen sie wieder zum Leben.
Gottes Liebe: Kritik am Begriff „reckless love“ und biblische Liebe
Die überwältigende, niemals endende und rücksichtslose Liebe Gottes.
Corey Asbury hat viel Kritik einstecken müssen, weil er in seinem Lied das Wort „reckless“ verwendet hat – „reckless love“, also „rücksichtlose Liebe“. Manche fanden das unpassend, da „reckless“ eher an rücksichtsloses Autofahren oder ökonomisches Verhalten erinnert und somit negativ konnotiert ist. Das mag stimmen, doch darum geht es hier nicht.
Wichtig ist vielmehr, wie sehr Gott mit Liebe verbunden ist und warum Liebe so zentral zu seinem Wesen gehört. Im ersten Johannesbrief heißt es zum Beispiel: „Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt, und wir glauben an seine Liebe“ (1. Johannes 4,16).
Im Buch Jeremia 31 sagt Gott: „Ich bin ihnen von fern erschienen und habe zu ihnen gesagt: Ich habe euch schon immer geliebt, darum bin ich euch stets mit Güte begegnet“ (Jeremia 31,3).
Im Propheten Jesaja steht: „Die Berge sollen von ihrem Platz weichen und die Hügel fallen um, wenn meine Gnade von dir weicht und mein Friedensbund fällt“, so spricht der Herr, dein Erbarmer (Jesaja 54,10).
Auch im Johannesevangelium sagt Jesus: „Größere Liebe hat niemand, als der, der sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Johannes 15,13).
Jesus geht sogar noch einen Schritt weiter. Er legt sein Leben nicht nur für seine Freunde nieder, sondern auch für seine Feinde. Er bittet den Vater: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23,34).
In Johannes 3 wird die Liebe Gottes weiter ausgeführt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen, eingeborenen Sohn gesandt hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16).
Manche Bibeln verwenden an dieser Stelle „festhalten“ statt „glauben“. Gute Studienbibeln weisen darauf hin, dass es darum geht, sich an Jesus zu halten, um nicht verloren zu gehen. Die Hölle gibt es wirklich, und man kann verloren gehen, aber Gottes Liebe schenkt das ewige Leben.
Gottes Liebe ist so überwältigend, niemals endend und rücksichtslos – sogar sich selbst gegenüber. Seine Liebe verfolgt dich, kämpft, bis du gefunden bist, und lässt die neunundneunzig anderen Schafe zurück.
Dieses Bild stammt aus einem Gleichnis im Lukas-Evangelium. Es ist nicht nur schön, sondern drückt auch aus, was Jesus für dich getan hat. Jesus erzählt: Stellt euch vor, einer von euch hat hundert Schafe, und eins davon geht verloren. Ein Schaf war damals nicht wertlos, sondern kostbar und wichtig.
Was wird der Hirte tun? Er lässt die neunundneunzig Schafe in der Steppe zurück und sucht das verlorene Schaf so lange, bis er es findet. Wenn er es gefunden hat, nimmt er es voller Freude auf seine Schultern, denn ein Schaf ist schwer, und trägt es nach Hause.
Dort angekommen ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen: „Freut euch mit mir, ich habe mein verlorenes Schaf wiedergefunden!“ Dann sagt Jesus weiter: „Ich sage euch, so wird auch im Himmel Freude herrschen über einen Sünder, der zu Gott umkehrt, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die nach Gottes Willen leben und deshalb nicht umkehren müssen“ (Lukas 15,4-7).
Jesus’ Opfer und die Bedeutung der Nachfolge
Sobald man dieses schöne Gleichnis mit dem vergleicht, was im Hebräerbrief im zweiten Kapitel über Engel steht, oder mit dem wichtigen Philippa-Hymnus im Philipperbrief Kapitel zwei, wird aus dem Zusammenhang relativ klar, dass Jesus neunundneunzig Gerechte, Engelswesen, Himmelswesen, Bewohner der unsichtbaren Welt, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen, im Gegensatz zu dir und ganz sicher im Gegensatz zu mir, die Gegenwart von neunundneunzig Engelswesen verlassen hat.
Er hat seinen Thron, seine Herrlichkeit und alles Drum und Dran verlassen, um niedriger als alle anderen zu werden. Und das alles, um auch nur einen einzigen Menschen zu retten, einen einzigen Menschen zu retten. Stell dir das einfach mal vor: Wenn du der einzige Mensch auf der Welt wärst und der einzige Mensch, der jemals Christ werden würde, dann hätte sich Jesus auch nur für dich nackt bei fast Minusgraden zu Tode foltern lassen.
Das ist ein Gedanke, der mich nachdenklich macht. Ich könnte es nicht verdienen, ich könnte es nicht verdienen, und trotzdem gibst du dich selbst hin dieser überwältigenden, niemals endenden, rücksichtslose Liebe Gottes.
Wir lesen da so leicht darüber hinweg, und manchmal werde ich auch gefragt: Markus, warum redest du eigentlich so viel von Gottes Gerechtigkeit und von Gottes Zorn? Nun ja, aus zwei Gründen. Zum einen ist Gott in der Bibel nun einmal dadurch definiert, dass er zwar Liebe ist, aber auch die Gerechtigkeit in Person und niemanden ungestraft lassen kann. Das ist einfach so, das gehört zum biblischen Gottesbild dazu, und ich kann es einfach nicht ehrlicherweise verschweigen.
Zum anderen, weil wir in der gesellschaftlichen Diskussion nach meiner Wahrnehmung „Fühl dich frei, mir zu widersprechen“ im Augenblick sowieso so groß machen, Gottes Liebe und dass Gott alle Menschen liebt und alles heilig da ist und so weiter und so fort – und dabei vollkommen darüber hinwegsehen, dass Gott aber auch ungerechte Menschen, Sünder, zur Rechenschaft ziehen kann und wird.
Und Sünder sind nicht irgendwelche Schwerverbrecher, die in der Justizvollzugsanstalt sitzen, sondern das sind Menschen wie du und ich. Du und ich, wir sind Sünder. Wenn wir uns das nicht klar machen, dann haben wir zum einen ein falsches Gottesbild, zum anderen ein falsches Bild von der Ewigkeit und der Realität, und zum dritten können wir dann auch Gottes Liebe und sein wirkliches Erbarmen dir und mir gegenüber gar nicht richtig schätzen.
Erlösung durch Gnade und der Epheserbrief
Deswegen schauen wir uns einfach mal die entscheidende Stelle in der Bibel an, in der davon die Rede ist, dass Gott sich umsonst für dich hingegeben hat und dass das ewige Leben für dich, wenn du möchtest, ein Geschenk sein kann.
Schauen wir dazu in den Epheserbrief, Kapitel 2. Dort heißt es: „Auch euch hat er mit Christus lebendig gemacht, obwohl ihr durch eure Sünden und Verfehlungen tot wart.“ Wer ist damit gemeint? Natürlich die Epheser. Paulus hat seine Briefe in einer Art Triangulierung geschrieben. Das bedeutet, er wusste, dass sie unter den Christen zirkulieren würden. Dieser Brief ist also tatsächlich auch für dich geschrieben.
Noch einmal: „Auch hat er, er, Gott, euch mit Christus lebendig gemacht, obwohl ihr durch eure Sünden und Verfehlungen tot wart.“ Es heißt weiter: „Darin habt ihr früher gelebt, abhängig vom Zeitgeist der Welt, jener Geistesmacht, die in den Menschen am Werk ist, die Gott nicht gehorchen.“ Weiter heißt es: „Zu ihnen haben auch wir früher gehört – ich auch, na klar, auf jeden Fall – und wurden, wie sie, von unseren Begierden beherrscht.“ Definitiv, ja. Wir lebten unsere Triebe und Ideen aus, denn das war unsere Natur. Deshalb waren wir wie alle anderen dem Zorn Gottes ausgeliefert.
Merkst du was? Liebe und der Zorn Gottes gehören zusammen. Gott ist keine leidenschaftslose, mystische Naturkraft, kein anonymes Naturgesetz oder Ähnliches. Er hat eine Persönlichkeit, einen Charakter. Es gibt Dinge, die er mag, und Dinge, die er nicht mag. Deswegen kann er lieben, und deswegen kann er zornig sein. Er ist ein echtes Gegenüber.
Im Epheserbrief heißt es weiter: „Aber Gott ist reich an Erbarmen und hat uns seine ganz große Liebe gezeigt.“ Da haben wir es: Liebe geschenkt. Er hat uns mit dem Messias, mit dem Auserwählten, mit dem Gesalbten, mit dem Christus, mit Jesus lebendig gemacht. Es heißt weiter: „Ja, auch uns, die aufgrund ihrer Verfehlungen für ihn tot waren.“ Bedenke: „Aus reiner Gnade seid ihr, bis du, errettet.“
Es heißt weiter: „Er hat uns mit Jesus Christus auferweckt und uns mit ihm einen Platz in der Himmelswelt gegeben.“ Dein Erbteil ist dir im Himmel bereits versprochen. Dann heißt es weiter: „Damit er auch in den kommenden Zeitaltern – ja, denk dran, Geschichte ist nicht zyklisch, sie dreht sich nicht im Kreis, sondern es gibt eine echte Entwicklung – den unendlichen Reichtum seiner Gnade und Güte in Jesus Christus an uns, an dir, deutlich machen kann und wird.“
Und jetzt kommt die entscheidende Stelle: „Durch Gnade, durch Gnade seid ihr gerettet worden, gerettet worden durch den Glauben, durch das Festhalten, das Festklammern an Jesus für den Tag des jüngsten Gerichts.“ Dazu hast du nichts selbst getan, nichts. Ja, es ist Gottes Geschenk. Nicht dein eigenes Werk, nicht dein eigenes Tun. Das hast du nicht zustande gebracht, denn niemand soll sich etwas auf seine eigenen guten Taten einbilden können.
Wie gesagt, wir müssen aufpassen, dass wir nicht auf der anderen Seite vom Pferd fallen – so wie manche sagen, Gott wäre angeblich nur Liebe und könnte einfach so vergeben, wann immer er will. Wenn das so wäre, wozu dann Golgatha? Wozu hat Jesus sich nackt bei fast Minusgraden zu Tode foltern lassen? Das ergibt gar keinen Sinn.
Oder wie manche liberale Geistliche, die den Leuten vorgaukeln wollen, es gäbe Allversöhnung, dass angeblich alle Menschen in den Himmel kommen und alle gerettet werden – obwohl Jesus selbst etwas völlig anderes gesagt hat. Da müssen wir vorsichtig sein.
Deswegen ist es dieses Gleichgewicht. Erst wenn wir erkennen, wie gerecht Gott ist, wie intolerant und wie wenig Geduld Gott mit Sünde hat und mit Dingen, die wir bewusst und absichtlich falsch machen, dann wissen wir sein Erbarmen und das Opfer Jesu noch viel, viel, viel mehr zu schätzen.
Und das, das ist etwas Gutes.
Gottes Liebe für seine Feinde und Versöhnung
Als ich noch dein Feind war, hat deine Liebe für mich gekämpft, du Gott, du bist so, so gut zu mir gewesen.
Du denkst vielleicht: Wie jetzt, ich war dein Feind? Ja, die entscheidende Stelle dazu findest du neben mehreren anderen in der Bibel im Römerbrief. Dort heißt es: Durch den Tod seines Sohnes hat Gott uns versöhnt, als wir noch seine Feinde waren (Römer 5,10).
Lass dir das mal auf der Zunge zergehen. Jesus ist für dich gestorben, als du noch kein Christ warst. Jesus ist für dich gestorben, als wir Menschen Gott noch ins Angesicht gesündigt haben. Jesus ist auch für die Menschen gestorben, die ihn umgebracht und zu Tode gefoltert haben.
Ist dir das klar? Nur damit du das weißt: Schon bevor du dich bekehrt hast, ist Jesus für dich gestorben. Das ist krass, oder? Denk einfach mal darüber nach.
Wir machen gleich weiter. Aber du siehst schon, hinter die Kulissen all dieser Worte zu schauen, die wir aus der Bibel jeden Tag mitnehmen, ist echt spannend und hält sogar einige Überraschungen bereit.
Angebot eines biblischen Kurzlexikons und Wert des Menschen
Damit du das auch kannst, habe ich für dich ein schön gestaltetes Kurzlexikon zum Verstehen der wichtigsten biblischen Begriffe entworfen. Es ist das erste Mal, dass ich diesen Input in dieser Form veröffentliche, deshalb ist es für mich ein bisschen aufregend.
Dank der Unterstützung der Spender-Community hier kann ich das hunderten Menschen kostenfrei zur Verfügung stellen. Vielen Dank euch! Wenn du es gern gratis mitnehmen möchtest, klicke einfach auf den Link unter diesem Text. Auf Instagram findest du den Link in der Bio.
Als ich keinen Wert fühlte, hast du das alles für mich bezahlt. Du bist so, so freundlich zu mir gewesen. Manchmal fühlen wir uns irgendwie wertlos, als ob wir nichts zustande bringen. Manchmal fühlen wir uns so, als ob wir selbst nicht sind. Sehr viele von euch schreiben mir Nachrichten, E-Mails oder Leserbriefe und berichten von ihren Erfahrungen.
Ich glaube, das Wort Selbstzweifel trifft es gar nicht richtig, denn dann müsste es ja etwas geben, woran man zweifelt. Ich glaube, oft steckt noch etwas viel Tieferes dahinter.
Lass mich dir einfach auf biblischer Grundlage etwas sagen: Dein Wert und deine Würde als Mensch, als Person, werden nicht bestimmt durch das, was du fühlst. Deine Gefühle – so gemein das jetzt klingen mag – spielen keine Rolle, wenn es darum geht, was du wert bist. Du bist viel, viel mehr wert als das, was du fühlst.
Warum? Es gibt einen Grund, warum ich das sage. Der Wert von etwas wird dadurch bestimmt, was jemand anderes bereit ist, dafür zu tauschen.
Lass mich dir ein einfaches Beispiel geben: Stell dir vor, du kaufst dir eine Uhr für fünfzig Euro. Du gehst in den Laden, je nachdem, wie es in deiner Stadt gerade mit Corona erlaubt ist. Du hast einen 50-Euro-Schein und siehst eine Uhr, die du wirklich gerne haben möchtest, auf die du hingespart hast und die du dir kaufen willst.
Dann tauschst du die 50 Euro, die du hast, gegen die Uhr, die dort liegt. Du bekommst die Uhr, und der Laden bekommt die 50 Euro.
Warum machst du das? Denk einfach mal darüber nach: Du machst das, weil du die Uhr lieber haben möchtest als die 50 Euro. Sonst würdest du ja nicht die 50 Euro gegen die Uhr tauschen. Wenn du die 50 Euro mehr haben möchtest als die Uhr, ist das ja klar, oder?
Das heißt: Die Uhr ist dir nicht nur 50 Euro wert, die Uhr ist dir mehr wert als 50 Euro. Sonst würdest du diesen Tausch nicht eingehen.
Wertschätzung und Gehaltsverhandlungen als Beispiel
Über mehrere Jahre habe ich Workshops zum Thema Gehaltsverhandlungen gehalten. Dabei haben viele Frauen gesagt, dass dieses Thema für sie problematisch, emotional belastend und konfliktbehaftet ist. Viele hatten Schwierigkeiten, weil sie dachten, dass der Wert ihrer Persönlichkeit, ihr eigener Wert, in der Gehaltsverhandlung beim Jobstart auf dem Spiel steht. Das stimmt jedoch überhaupt nicht.
Es geht bei der Gehaltsverhandlung lediglich darum, was dein Unternehmen, dein Betrieb oder dein Chef bereit ist, für deine Arbeitsleistung zu zahlen – nicht für dich als Person.
Als Arbeitgeber muss ich dazu sagen: Wenn jemand in einer Gehaltsverhandlung zum Beispiel 35, 40 oder 45 Euro fordert – oder nehmen wir ein einfaches Beispiel, bei dem 1 Euro verhandelt wird – dann zahle ich doch nur dann 1 Euro Lohn, wenn die Arbeitsleistung, die mir die Person bringt, mir mindestens 1,50, 1,80 oder 2 Euro wert ist.
Ich bezahle doch nicht einfach so tausend Euro für eine Arbeitsleistung, die mir selbst nur 500 Euro wert ist. Das macht kein normal denkender Mensch.
Das heißt: In dem Moment, in dem du zum Beispiel 40 oder 35 Euro bei deiner Gehaltsverhandlung forderst, ist es von der Logik her völlig klar, dass deine Arbeitsleistung deinem Arbeitgeber mindestens 5 Euro mehr wert ist als das, was du verlangst. Sonst würde er sich gar nicht auf diese Diskussion einlassen.
Das ist nur ganz logisch betrachtet: Ich tausche doch nichts gegen etwas ein, von dem ich denke, dass ich weniger daraus bekomme, sondern gegen etwas, das mir unter den gegebenen Umständen mehr wert ist.
So macht das doch jeder.
Und so ist es auch bei Jesus. Jesus hat den Preis für dich gezahlt. Er war eher bereit, sich nackt bei fast Minusgraden über Stunden hinweg zu Tode foltern zu lassen, als eine Minute der Ewigkeit ohne dich zu verbringen.
Denk mal darüber nach.
Die Brücke im Lied und die Bedeutung des Lichts
Und dann kommen wir im Lied zur Bridge, die so, so schön ist. Es gibt keinen Schatten, den du nicht aufleuchten würdest. Es gibt keinen Berg, den du, Gott, nicht erklimmen würdest. Es gibt keinen Schatten, den du nicht aufleuchten würdest. Es gibt keinen Berg, den du, Gott, nicht erklimmen würdest. Es gibt keinen Berg, den du, Gott, nicht erklimmen würdest. Es gibt keinen Berg, den du, Gott, nicht erklimmen würdest. Es gibt keinen Berg, den du, Gott, nicht erklimmen würdest. Es gibt keinen Berg, den du, Gott, nicht erklimmen würdest, während du mir hinterherläufst. Krass, oder?
Ich bleibe mal ganz kurz bei dem Licht. Das kennst du aus Psalm 119, dem längsten Psalm der Bibel, wo es heißt: „Dein Wort, Gott, ist meines Fußes Leuchte, meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ Das ist ein Vers, den habe ich selbst emotional durchbuchstabiert, als ich vor ein paar Jahren mal so schlau war, an einem 24-Stunden-Lauf über hundert Kilometer teilzunehmen.
Oh Junge, worauf ich jedenfalls hinaus will: Es war eine Schnapsidee. Aber worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Wenn du wirklich nachts eine komplette Nacht durch einen stockfinsteren Wald laufen musst im Rahmen dieses Laufes, wo du selbst das Mondlicht einfach nicht mehr sehen kannst, weil die Bäume halt so dick sind oder so, dann ist es dunkel. Wirklich dunkel.
Und für manche Stadtkinder, die das hier gucken, ist das eine überraschende Erfahrung, wenn dunkel wirklich finster ist und du buchstäblich – ich kann mich gut daran erinnern – deine Hand vor Augen nicht sehen kannst. Du kannst deine Hand vor Augen nicht sehen.
Wir hatten damals bei diesem Lauf alle so Stirnlampen auf, weißt du? Und bei diesen Stirnlampen war es natürlich cool, aber der Nachteil war: Die scheinen eben nach unten. Das heißt, du kannst nicht die Wegweiser sehen, die vor dir stehen, auf Augenhöhe. Das siehst du einfach nicht, weil die nach unten scheinen. Deswegen musst du den Weg vorher irgendwie kennen, sonst haben sich da viele Leute auch im Wald verirrt. Das war leider wirklich so.
Und das andere ist: Die Lampen scheinen nach unten, und du kannst dann halt wirklich sehen, was ungefähr drei bis fünf Meter vor dir ist, aber nicht viel mehr.
Da muss man sich so stark dran erinnern, weil du hast halt diese Leuchte auf deinem Kopf, und die leuchtet deinen Füßen den Weg. Nur dadurch, dass sie deinen Füßen den Weg leuchtet, kannst du sehen, wo du hingehst. Sie ist das Licht auf deinem Weg. Und das ist deine einzige Chance, nach vorne zu kommen und nicht irgendwie den Abhang herunterzufallen – was auch ein paar Leuten auf diesem Lauf passiert ist.
„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ Ohne dich, Herr, sehe ich nicht, wo ich hingehe. Ohne dich kann ich nicht unterscheiden, was ein sicherer Laubweg ist und was irgendetwas ist, wo ich den Abhang runterschlittere. Ohne dich kann ich mich gar nicht orientieren. Ohne dich weiß ich gar nicht, was als Nächstes kommt, worauf ich mich einstellen soll. Ohne dein Wort, Herr, weiß ich gar nicht, wie ich mich verhalten soll.
Du kennst die Stelle vielleicht aus dem ersten Johannesbrief, wo es heißt: „Gott ist Licht.“ Gott ist Licht.
Und natürlich ganz wichtig aus Psalm 139, wo es heißt: „Wenn ich zu dir, Gott, sagen würde: ‚Völlige Dunkelheit soll mich umhüllen, das Licht um mich herum soll zur Nacht werden‘, dann wäre auch für dich, Gott, das Dunkel nicht finster, und die Nacht scheint so hell wie der Tag und Finsternis so strahlend wie das Licht.“
Das heißt: Mit Gott ist es selbst im Dunkeln nicht finster, weil Gott selbst das Dunkel erhellt. Warum? Weil er aus Sicht heraus Licht ist. Deswegen gibt es keinen Schatten, den er nicht erleuchten wird.
Und Jesus sagt auch selbst im Johannesevangelium zu seinen Nachfolgern, zu seinen Jüngern, zu dir sagt er: „Ich, Jesus, bin das Licht der Welt. Wer immer mir nachfolgt, wird nicht im Dunkeln wandern, sondern er wird das Licht des Lebens haben.“
Erst sagt Jesus von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt“ – die großen Ich-bin-Worte im Johannesevangelium. Und später sagt Jesus in der Bergpredigt, wo es heißt: „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Das geht gar nicht.“
Also: Jesus ist das Licht der Welt und er gibt dir sein Licht, damit du auch das Licht der Welt sein kannst. Und das ist unser Job.
Und das ist die Frage, die ich auch einfach an dich stellen möchte: Lässt du in deinem Leben Jesus Licht leuchten? Wenn die Menschen dich sehen, erkennen sie daran, was Gott Gutes in der Welt geschaffen hat? Erkennen die Menschen in dir zumindest ein Abglanz, ein Echo von Gottes Licht?
Das ist die Frage, denn unser Job ist es, Jesus Licht zu reflektieren und auf Jesus hinzuweisen. Wir sollen Wegweiser sein – auf Jesus hin. Das ist unser Job. Das ist ziemlich wichtig.
Werden wir dem gerecht?
Gottes Schutz und untrennbare Liebe
Es gibt keine Mauer, die du nicht einreißen würdest, und keine Lüge, die du nicht zerstören würdest, während du mir hinterherläufst, um mich vor mir selbst zu schützen.
Du kennst das aus dem zweiten Buch Samuel, wo im Gebet steht, dass ich mich nicht in meine eigene Hand gesetzt habe, sondern in Gottes Hand. Dort heißt es: „Ja, mit dir, Herr, überrenne ich ein Heer, mit meinem Gott überspringe ich die Mauer.“
Eine wichtige Stelle in der Bibel, die sich auf wiedergeborene Christen bezieht, findet sich bei Paulus. Er schreibt: „Ich bin ganz sicher, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte – Mächte ist hier ein Name für dämonische, böse Kräfte – weder Gegenwärtiges noch Zukunftiges, auch nicht Dinge, die in der Zukunft liegen oder die du selbst in der Zukunft tun wirst, noch irgendwelche Gewalten, weder Hohes noch Tiefes noch sonst etwas auf der Welt uns von der Liebe Gottes trennen kann, die er uns durch Jesus Christus, unseren Herrn, geschenkt hat.“
So sehr rennt Gott dir hinterher.
Lobpreis als Ausdruck der Beziehung zu Gott
Und eine Abschlussbemerkung:
Dieser Vers bezieht sich zwar auf Israel, aber hör mal, was er dir über Gott sagt. Im Psalm heißt es: „Du, Gott, bist der Heilige, der thront über den Lobgesängen Deines Volkes.“ Das bedeutet, der Heilige Gottes thront über unserem Lobgesang. Gott thront über deinem Lobpreis, über meinem Worship.
Ich glaube, Lobpreis ist im Leben eines Christen nicht optional. Und das war es für den Augenblick.
Ich erzähle jetzt noch den schlechten Witz der Woche. Aber vorher kannst du dir gern das neue Kurzlexikon gratis mitnehmen und dazu einen Kommentar schreiben, was du aus diesem Input mitgenommen hast.
In jedem Fall schön, dass du hier bist. Ich bin Markus Voss, und das wäre jetzt ein Input zum Nachfolge-Verstehen. Um auch Nachfolge zu leben und Nachfolge zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit.
Dafür lade ich dich ein, jetzt zusammen mit den anderen dieser schönen Glocke deine rücksichtlose Liebe auszudrücken. Drücke sie ganz fest, damit auch mehr Nichtchristen in den sozialen Medien christliche Inhalte angezeigt bekommen. Das ist doch etwas Gutes, oder?
Während du das tust, enden wir jetzt mit dem schlechten Witz der Woche: Warum ist Noah von der Arche Noah nicht Angel gegangen? Weil er nur zwei Würmer hatte.
Wir sehen uns im nächsten Input. Ich freue mich auf dich.
