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Christus aus der Schrift verkündigen

22.06.2017
Serie•Teil 6 / 12Spurgeon-Konferenz 2017
Warum bleibt Predigen nicht bei Moral stehen? Weil Menschen Jesus brauchen: zur Rettung und damit sich ihr Alltag wirklich verändert.

Begrüßung, Rahmen und erste Einordnung

Also, guten Abend auch von meiner Seite. Ich heiße Mike Clark, falls ich noch nicht die Gelegenheit hatte, euch kennenzulernen. Es ist sehr schön, auch euch, die Besucher, heute hier unter uns zu haben. Herzlich willkommen, würde ich sagen.
Es gibt heute ein Gliederung für den Abend. Sie ist auf Seite zwanzig zu finden. Ich wollte auch kurz sagen, dass ich einen Vorschlag für eine Evangeliumsgliederung habe, falls ihr das möchtet. Sie heißt „Two ways to live“ und ist jetzt auf Deutsch übersetzt. Ich kann sie euch gerne geben. Wenn du mit Robin Kontakt aufnimmst, kann ich vielleicht auch dir, Robin, etwas davon geben. Das ist ebenfalls eine andere Gliederung.
Letztes Jahr habe ich bei Spurgeon gelernt, und das war sehr hilfreich: das Evangelium kurz und knapp im Kopf zu haben. So ist man bereit, wenn man zum Beispiel in einem Flugzeug sitzt, auch etwas weiterzugeben.
Ich sollte gleich am Anfang sagen: Es tut mir leid, dass ich nicht über das Thema Römer 7 spreche. Ja, es tut mir leid, das ist meine Schuld. Ich habe nicht die Zeit gefunden, das Thema gut genug vorzubereiten. Aber hoffentlich bin ich gerne bereit, dass wir irgendwann morgen darüber sprechen können, und ich meine Meinung dazu hören kann, wenn es geht.
Aber hoffentlich wird auch das heutige Thema spannend. Meiner Meinung nach gibt es nichts Wichtigeres, als Christus aus der Schrift zu verkündigen. Deshalb hoffe ich, dass das heute gut sein wird.
Christian hat Gliederungen für diejenigen, die kein Buch haben. Bitte einfach die Hände hochmachen, dann wird er sie euch geben. Schön.
Also, Christus verkündigen aus der Schrift. Lasst mich zuerst beten, dass Gott mir hilft zu sprechen und dass er euch hilft zuzuhören.

Gebet und Bitte um Hilfe

Himmlischer Vater, was für eine Freude es ist, bei dir dein Wort gemeinsam zu lesen. Danke, dass du bei uns bist, dass Jesus bei uns ist und dass dein Geist bei uns ist.
Vater, danke dir, dass wir jetzt die Möglichkeit haben. Danke für die schönen Dinge, die wir schon heute erlebt haben, für die sehr hilfreiche und gute Lehre, die wir bis jetzt bekommen haben, und die wir, die den ganzen Tag hier gewesen sind, empfangen durften. Danke für Andrew, danke für das, was wir aus deinem Wort in Hosea gelernt haben. Danke, Vater, für die Schätze, die wir schon dort gesehen haben, und die wunderbaren Wahrheiten und Ermutigungen, aber auch die Ermahnungen und die schlechte Nachricht über uns und unsere Sündhaftigkeit, die wir schon dort gelesen haben.
Vater, danke dir, dass wir dein Wort haben. Danke, dass wir es lesen können. Danke, dass wir deine Gedanken verstehen können. Was für eine Freude! Danke für diese Offenbarung.
Hilf mir heute, Vater, bitte, dein Wort gut, treu und klar zu sprechen. Hilf mir, die Wahrheit zu sprechen und keine Lüge oder Fehler zu machen. Vater, hilf mir.
Und Vater, hilf uns allen, dass wir auch gute Dinge über das Thema Predigen lernen werden. Damit werden wir, Vater, auch alle, wenn wir Möglichkeiten haben, Christus predigen und lehren werden.
Wir beten das in seinem mächtigen Namen. Amen.

Ein alter Vorwurf und die bleibende Kritik am Predigen

Es gab nie eine Zeit, in der die Verkündigung des Wortes Gottes nicht unter Angriff gestanden hätte. 1857 schrieb der Verfasser Anthony Trollope, ein englischer Schriftsteller: „Zurzeit ist der Menschheit in zivilisierten und freien Ländern vielleicht keine größere Bedrängnis auferlegt als die Notwendigkeit, Predigten zu hören.“ „Predigen“, sagte Trollope, „ist langweilig. Und der Prediger der Langweiler der Ewigkeit.“ Und doch ist Langeweile nur eine von einer großen Liste von Anklagen, die gegen das Predigen erhoben werden.
Nach dem Chambers-Wörterbuch bedeutet das Wort Predigen, Rat auf eine offensive, langweilige oder aufdringliche Weise zu geben. Also ist es grundsätzlich unangenehm. Das ist der Punkt. Auf Englisch kann man sagen: A monstrous monologue from a moron to mutes.
Andere sagen, es sei für Menschen heutzutage zu schwierig zuzuhören. In der Vergangenheit waren die Menschen in guten alten Zeiten daran gewöhnt, lange Reden zu hören und sich zu konzentrieren. Jetzt haben wir kürzere Aufmerksamkeitsspannen. Wir können uns nicht mehr eine halbe Stunde lang konzentrieren. Wir brauchen andere Mittel, zum Beispiel vielleicht Tanz oder Musik oder Theater oder Video.
Natürlich erzählen uns Kommunikationsexperten ständig auch, dass es sehr ineffizient ist, durch Predigen zu versuchen zu kommunizieren, da wir nur einen Mund haben und zwei Ohren. Wir sollten also mit zwei Kommunikationsrichtungen beginnen, mit Dialog, nicht nur mit Monolog. Und wir sind sicherlich noch nicht am Ende der Kritik.
Aber trotzdem möchte ich euch heute ermutigen, zu predigen. Und nicht nur zu predigen, sondern Christus, Jesus Christus aus der Schrift zu predigen, weil trotz der Kritik das Predigen war, ist und immer noch der Weg ist, den Gott bestimmt hat, das Mittel, das er benutzt, um seine Welt zu regieren und sein Königreich hier auf Erden zu bauen.

Worum es beim Predigen wirklich geht

Heute haben wir bereits eine sehr gute Vorlesung von Andrew zum Thema Auslegungspredigt gehört. Und wenn du nicht dabei warst, kann ich es sehr empfehlen, sie dir anzuhören, sofern das möglich ist.
Wir haben über Prinzipien und Gefahren gesprochen, darüber, was man tun soll und was man nicht tun soll. Mein Ziel für heute Abend ist es jedoch, einen Schritt zurückzutreten, um zwei noch grundlegendere Fragen zu beantworten.
Erstens: Was versuchen wir eigentlich zu tun, wenn wir predigen? Was ist unser Ziel? Oder wonach streben wir und wofür beten wir, wenn wir predigen?
Und zweitens: Warum sollten wir das überhaupt tun? Denn wenn man nicht weiß, was man erreichen will, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass man sein Ziel auch erreicht, oder?
Was würdest du sagen: Was ist unser Ziel, wenn wir predigen? Was versuchen wir zu tun? Bitte unterhalte dich kurz mit deinem Nachbarn, zwei bis drei Minuten. Was denkt der andere? Was würdest du sagen?
Ich hoffe, du hattest eine gute Diskussion und kannst später noch weiter darüber nachdenken.
Ich nehme an, dass wir alle hier heute von der Priorität der Auslegungspredigt bereits überzeugt sind. Und wenn nicht, dann sprich bitte später mit Andrew; er wird euch überzeugen oder es zumindest versuchen.
Wir wissen bereits, was es bedeutet, dass Predigen nicht einfach eine Möglichkeit ist, meine Meinungen und meine Weisheit zu bestimmten Themen anzubieten oder die Stadt oder die Regierung zu denunzieren oder meine rhetorischen Gaben zu demonstrieren.
James Denny hat einmal ein sehr schönes Zitat gesagt: Kein Mensch kann zur gleichen Zeit zeigen, dass er klug ist, und dass Jesus Christus mächtig ist zu retten. Ich finde das gut. Du musst dich entscheiden: entweder deine Ehre oder die Ehre Christi, aber bitte nicht beides.
Als evangelikale Menschen wollen wir natürlich die Bibel verkündigen, nicht uns selbst, 2. Korinther 4,5. Wir wollen das Wort predigen, wie Paulus in 2. Timotheus 4 ermahnt: indem wir bereit sind, zu gelegener und ungelegener Zeit zu überführen, zurechtzuweisen und zu ermahnen, mit aller Langmut und Lehre. Denn wir glauben, dass das, was wir hier haben, tatsächlich Gottes Wort ist.
Das ist Gottes Wort. Und deshalb ist es das Wort, das nützlich ist zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung und zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, wie Paulus einige Verse zuvor in 2. Timotheus 3 erinnert.
Und doch glaube ich, dass das noch nicht präzise genug ist. Ja, wir wollen Gottes Wort predigen. Aber was meinen wir damit?

Exegese, Anwendung und die Grenzen beider Ansätze

Für manche ist das Hauptziel einer Predigt, ein Stück des Textes präzise, unkorruptiert und ohne Kontakt mit allem anderen zu präsentieren. Nur das, was im Text steht, wird gesagt. Ja, mein Freund, ist das wirklich so? Haben wir wirklich Gottes Wort gepredigt, wenn wir zum Beispiel über die Wand in Nehemia gesprochen haben, oder über die Plagen in Ägypten oder über Götzendienst in Korinth? Ist das wirklich die Aufgabe, den Inhalt eines Textes zu klären, damit er verständlich wird? Ich glaube nicht.
Für andere geht es beim Predigen vor allem um die Anwendung. Oh, Anwendung, habt ihr bemerkt, unsere Zuhörer lieben Anwendung. Gib uns bitte Anwendung, vor allem Anwendung. Nicht so viel Theologie, das ist ein bisschen... Wir möchten nicht so viel denken, bitte. Sei einfach praktisch, sage es ganz einfach, was wir tun sollten, gib uns ein paar praktische Tipps für die Woche, und das alles in weniger als zwanzig Minuten. Und du wirst ein schöner Prediger. Zwanzig Minuten in mancher Gemeinde. Ich habe einen Freund, dem in seiner Gemeinde in England zehn Minuten pro Woche erlaubt worden sind. Zehn Minuten!
Aber ist das wirklich, worum es beim Predigen geht? Kann eine Predigt allein durch Anwendung gut werden, zum Beispiel, wenn sie nicht zu einer Verhaltensänderung führen kann? Geht das? Nun, natürlich wollen wir danach streben, die Bedeutung des Textes klar und verständlich zu machen, damit wir treue Arbeiter sein werden, die sich nicht zu schämen haben, die das Wort der Wahrheit in gerader Richtung schneiden, wie Paulus in 2. Timotheus 2,15 sagt. Und deswegen ist Exegese wesentlich. Ohne Exegese geht es nicht, wie Andrew gesagt hat.
Ich lese momentan mit meinen Kindern zum Frühstück. Wir lesen durch Esra, und wir haben diese Woche dieses wunderschöne Esra-Zielstatement gelesen. Was war Esras Zielstatement, als er ins Land kam? Weiß jemand hier? Das ist echt schön. Was hat er gesagt? Ich komme, um das zu tun. Er hat gesagt: Denn Esra hatte sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz des Herrn zu erforschen und zu tun und in Israel die Gebote und Rechte des Herrn zu lehren. Er kam mit drei Hauptzielen: das Wort Gottes zu erforschen, zu studieren, zu tun und zu lehren. Ich finde das toll: zu studieren, zu tun und zu lehren.
Also, harte Arbeit im Text ist wesentlich. Wir wollen natürlich auch, wie Andrew gesagt hat, dass unsere Zuhörer das verstehen, was Gott persönlich zu ihnen durch den Text sagt und was es für ihr Leben bedeutet. Das ist auch wesentlich, denn wie in diesem Zitat wollen wir das Wort tun, nicht nur hören, nicht nur verstehen, sondern tun. Und die Bibel als Ganzes wird geschrieben, um eine Antwort von uns zu erwarten und zu bekommen. Es gibt ständig eine Antwort. Aber ich glaube, dass weder diese Alternativen tief genug gehen, noch...

Philippus als Vorbild für die Christusverkündigung

Kommt mit bitte zur Apostelgeschichte 8. Apostelgeschichte 8. Die Geschichte ist gut bekannt. Nach der Verfolgung der Gemeinde in Jerusalem ging Philippus nach Samaria, um dort das Evangelium zu verkündigen.
Eines Tages, und ich bin bei Vers 26, also Apostelgeschichte 8,26, redete ein Engel zu Philippus und sagte: „Steh auf und geh nach Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt.“ Philippus gehorcht und kommt an einem Wagen vorbei, in dem ein äthiopischer Kämmerer sitzt und Jesaja liest. Der Geist sagt: „Geh zu ihm.“ Wie sagt der Geist das? Keine Ahnung. Geh zu ihm, Philippus.
Philippus sagt also: „Hallo, Entschuldigung, verstehen Sie das, was Sie lesen?“ Der Mann bat ihn, aufzusteigen und sich bei ihm zu setzen, und sagte: „Entschuldigung, wie kann ich denn, wenn mich nicht jemand anleitet?“ Philippus sieht, dass er Jesaja 53 liest, und was tut er danach? Vers 35: Da tat Philippus seinen Mund auf und begann mit dieser Schriftstelle und verkündigte ihm das Evangelium von Jesus.
Es gibt alle möglichen interessanten Dinge in dieser Passage zu sehen. Erstens ist es klar, dass dies kein Beweistext für die Unklarheit der Schrift ist, wie einige behauptet haben. Wir glauben, dass die Schrift klar ist, dass sie verständlich ist, dass wir sie verstehen können. Aber manche sagen: Ja, das stimmt im Prinzip, aber hier haben wir ein biblisches Beispiel, das klar macht, dass es unmöglich war, für diesen Mann die Bedeutung des Textes zu verstehen, ohne eine autorisierte Auslegung. Das wird von Katholiken als Argument dagegen benutzt.
Aber das Problem hier hat nicht so sehr mit diesem Mann und seinem Verständnis dessen zu tun, was der Text bedeutet, sondern damit, über wen er spricht. Der Mann wollte fragen: Wer ist dieser? Wer ist dieser Mann? Das ist hier ein Problem der Referenz. Und natürlich ist das nicht unser Problem, denn wir wissen die Antwort, oder? Wir wissen die Antwort, weil wir jetzt in den Seiten des Neuen Testaments Christus’ eigene, beauftragte Ausleger haben, die uns erklären, dass wir die ganze Schrift im Blick auf Jesus lesen, verstehen und lehren sollen.
So haben wir Leiter, um diesen Text zu verstehen, und das heißt das Neue Testament. Mit anderen Worten: Das Neue Testament ist für uns wie Philippus für diesen Mann war. Aber kommt bitte zurück zum vorliegenden Punkt, denn ich glaube, dass das, was wir hier bei Philippus beobachten, das ist, was wir Prediger tun sollten, jedes Mal, wenn wir auf der Kanzel stehen.
Was machte er? Er öffnete seinen Mund und begann mit dieser Schriftstelle und verkündigte ihm das Evangelium von Jesus. Bemerkt: Er hat nicht nur eine Exegese gemacht, obwohl das ganz klar im Hintergrund stand, ja, das war der Standort. Nein, sein Ziel war, zu diesem Mann aus diesem Text über Jesus zu sprechen. Das hätte Philippus dir gesagt, wenn du ihn gefragt hättest, was er tut. „Ich spreche über Jesus aus diesem Text. Das ist, was ich hier tue.“
Wörtlich heißt es, er evangelisierte ihm Jesus, euangelizato auto ton Iesou, er „gospelte“ ihm Jesus, wenn man es auf Englisch so sagen will. Das machte er hier. Jesus war das Objekt, über das er redete, und der Text war das Mittel, das ihm erlaubte oder ermöglichte, das zu tun. Und ich nehme an, dass das ist, was wir tun sollten, wenn wir predigen.

Jesus statt Selbstinszenierung

So, ich liebe die Bibel. Wie ihr: Ihr liebt die Bibel, oder? Wer liebt die Bibel hier? Wir lieben die Bibel! Ja, alle lieben die Bibel in diesem Raum. Ich hoffe, wenn nicht, bitte mit Andrew sprechen danach, und er wird euch auch überzeugen.
Aber unsere Arbeit ist es nicht, über dieses Buch zu sprechen. Wir sollten über Jesus reden, das ist die Aufgabe. Und da die Verbindung zwischen Bibelarbeit und Jesusverkündigung so nah beieinander liegt, denn man kann tatsächlich eigentlich nicht sinnvoll über Jesus sprechen, ohne die Bibel zu benutzen, ist der Unterschied zwischen diesen Tätigkeiten nicht immer klar zu sehen. Und es ist absolut kritisch, absolut kritisch, dass du, wenn du nach deiner sorgfältig polierten Exegese an Nehemiah oder deiner verheerenden Kritik an Götzendienst oder deinem dringenden Appell, heilig zu sein, das nicht getan hast, deine Aufgabe nicht erfüllt hast.
Das ist, was Paulus glaubte. Was versuche ich zu tun, was ist mein Ziel, was ist das Ziel meines Dienstes, was hat Paulus gesagt? Er kann es in einem Wort sagen, hier in Kolosse 1,28: Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen. So, Ermahnung und Lehre, das ist Teil dieser Aufgabe. Aber fundamental: Was ist die Arbeit? Jesus zu verkündigen. Das ist, was ich tue.
Zu kurz? Okay, Paulus sagt es euch wieder in doppelt so vielen Worten in Korinther 2,2. Was sagt er hier? Ich sagte, denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Christus, Jesus Christus, und ihn ausgekreuzigt. Das ist eine erstaunliche Aussage, oder? Christus gekreuzigt, das ist meine Botschaft.
Christus – was bedeutet Christus? Wir haben schon gehört: Christus ist nicht Mr. Jesus, Jesus Vorname, Christus Nachname. Christus ist ein Titel, das bedeutet Messia, Gesalbter, König. Jesus, der König, das ist fundamental zu unserer Botschaft. Deswegen sagt auch Johannes in Kapitel 21: Ich habe mein Evangelium geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen. Ihr müsst das glauben, ihr müsst das glauben, um errettet zu werden.
Jesus ist der König, aber natürlich ist das nur die Hälfte der Geschichte, denn dieser König wurde auch gekreuzigt. Gerade wie du Jesus nicht kennen kannst, nicht an ihn glauben kannst, außer dass du ihm glaubst, dass er der König ist, kannst du auch nicht ohne das Verständnis seines Todes auskommen. Das ist ebenfalls fundamental für unsere Botschaft, weil der Jesus, den wir verkündigen, der wahre Jesus, nicht nur der Herr der Herrlichkeit ist, er ist auch der gekreuzigte Diener, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt. Diese zwei Hälften gehören zusammen.
Paulus sagt, ich war zwei Jahre in Korinth, und das war immer mein Thema. Ich sprach über nichts anderes. Und weißt du, wenn ich zwanzig Jahre gehabt hätte, wäre es nicht anders gewesen, weil Jesus mein König ist, er ist mein Retter, er ist meine Weisheit, meine Gerechtigkeit, meine Heiligung, meine Erlösung, 1. Korinther 1,30, und auch meine Botschaft. Ich möchte über Jesus sprechen, ich möchte nur über Jesus sprechen, er ist alles für mich. Deswegen predige ich ständig über Jesus.

Luther, Offenbarung und die Sichtbarkeit Christi

Das war auch die Meinung Martin Luthers. Ich war neulich wieder dort, ich bin jetzt schon zweimal dort gewesen. Es ist schön. Wer ist noch nicht in Luthers Stadt Wittenberg gewesen? Oh, ihr seid in Deutschland! Es sind 500 Jahre seit der Reformation vergangen, man muss das machen. Es ist super, wirklich schön.
Ich habe vor einem Monat die Kirche besucht, in der Luther gepredigt hat. Dort hängt an der Wand dieses tolle Gemälde, das von Lukas Cranach dem Älteren im Jahr 1547 gemalt wurde und das Luthers Verständnis davon wirklich zusammenfasst, was es bedeutet zu predigen.
Was haben wir hier? Da sehen wir Luther auf der rechten Seite in der Kanzel, die Gemeinde ist links. Und was macht Luther? Eine seiner Hände liegt auf der Bibel. Aber schau: Er schaut nicht auf die Bibel. Er schaut auch nicht auf die Bibel und zeigt nicht auf sie. Er schaut auf Jesus am Kreuz, und er zeigt mit seinen Fingern auf ihn. Denn das ist Predigen, glaubte Luther. Das ist Predigen, so verstehe ich es.
In seiner letzten Predigt im Jahr 1546 sagte Luther Folgendes: Ich glaube nicht an meinen Pfarrherrn, sondern er sagt mir von einem anderen Herrn, der heißt Jesus Christus. Den zeigt er mir, und ich werde ihm hören, sofern er mich zu demselben rechten Meister und Präzeptor, Gottes Sohn, führt.
Dass das Wort zeigt, ist interessant, oder? Denn für Luther wie für Paulus ist Predigen grundsätzlich eine apokalyptische Aktivität, ein apokalyptischer Akt der Offenbarung, durch den Gott die Vorhänge aufzieht, um sich selbst seinem Volk zu zeigen, sich zu präsentieren. Das ist erstaunlich, was passiert, wenn wir predigen.
Ich habe schon gesagt: Wir möchten nicht nur über den Text sprechen. Aber wir möchten auch nicht nur über Jesus sprechen. Wir möchten Jesus verkündigen, Jesus dem Volk zeigen. Das ist das Ziel hier: Jesus in all seiner Herrlichkeit, Kraft, Heiligkeit, Treue, Schönheit und Barmherzigkeit zu zeigen, damit sie ihn sehen.
John Wesley hat nach einem langen Besuch gesagt: Ich habe Christus dem Volk offenbart. Aber Christus ist dem Volk offenbart worden. Das ist genau der Punkt. Das ist die Aufgabe, damit sie über seine Wunder und Taten staunen, vor allem über sein Kreuz und seine Auferstehung. Das ist das Ziel.
Und darum predigen wir: um Jesus groß vor den Augen unserer Zuhörer zu machen, wie wir bei Paulus lesen. Ich möchte dieses wunderbare Zitat aus Kolosser 1 lesen:
Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung. Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte; alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen. Und er ist vor allem, und alles besteht durch ihn. Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe. Denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen, indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes.
Es gab anscheinend neben der Treppe auf dem Weg zur Kanzel in Spurgeons Tabernakelkirche in London ein Schild, das Spurgeon und alle anderen, die dort predigten, an ihre Verantwortung erinnerte, wenn sie aufstanden zu predigen. Darauf stand einfach: Herr Prediger, wir möchten Jesus sehen.
Das ist schön. Ach so: Herr Prediger, wir möchten Jesus sehen. Spurgeon sagt: Of all I would wish to say this is my sum. Entschuldigung auf Englisch, hier ist das Ganze, was ich sagen möchte: My brethren, meine Geschwister, predige Christus immer und immer wieder, er ist das ganze Evangelium. His person, his offices and work must be our one great all-comprehending theme. The world needs to be told of its savior and of the way to reach him. Amen, amen.
Okay, wenn das das Ziel ist, was sehen wir über den Zweck hinter dem Ziel? Bis jetzt habe ich argumentiert, dass unsere Hauptaufgabe als Prediger ist, unseren Zuhörern Jesus aus dem Text der Schrift zu zeigen und dass unsere Botschaft immer Christus und ihn gekreuzigt sein sollte. Aber die Frage ist: Warum wollen wir das tun, oder was wird dadurch erreicht? Was ist der Zweck hinter dem Ziel? Das ist auch wichtig zu verstehen, und ich habe vielleicht drei Sachen hier zu sagen.

Rettung der Verlorenen

Erstens: Natürlich ist es, um die Verlorenen zu retten. Um die Verlorenen zu retten, erinnert hier an diese extrem dramatische Geschichte in 4. Mose 21.
Gottes Volk hatte noch einmal rebelliert und gegen Gott geklagt. Sie sagen: Wozu habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt, damit wir in der Wüste sterben? Denn es ist kein Brot und kein Wasser da, und unsere Seele ekelt sich vor dieser mageren Speise.
Das ist typisch für Gottes Volk hier. Haben sie Essen oder nicht? Einen Moment: Es gibt kein Brot, kein, kein, aber wir hassen dieses Brot, Manna, ja. Gott ist wütend auf sein Volk und schickt feurige Schlangen unter sie und hätte, dass das das Ende sein könne für das Volk Gottes.
Aber dann kommt das Volk zu Mose und erkennt ihre Schuld, und Mose betet für sie. Und Gott gibt ihnen einen Ausweg. Und wir hören davon hier: Und der Herr sprach zu Mose: Mache dir eine Schlange und tu sie auf eine Stange. Und es wird geschehen: Jeder, der gebissen ist und sie ansieht, der wird leben, der wird leben.
Und Jesus sagt, das ist sein Bild, oder ein Typus davon, was passiert, wenn sterbende Menschen heute das Evangelium hören über ihn. Es ist so, als ob sie ihn sehen können, da hängend am Kreuz vor ihren Augen. Denn laut Johannes 3,15 ist der Menschensohn, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, gekommen und absichtlich am Kreuz erhöht worden, damit jeder, der an ihn glaubt, der an ihn wie an diese Bronzeschlange anschaut, errettet werden kann und aus dem Sohn Gottes kommen kann und ewiges Leben bekommt.
Das ist die alte, alte Geschichte, und wir müssen ständig diese Geschichte wiederholen, auch in unseren Gemeinden. Auch in unseren Gemeinden, denn obwohl der Hauptfokus in unserer Gemeinde, und ich stimme hundertprozentig damit, dass der Hauptfokus in einer Gemeinde die Christen sein sollte. Die Gemeinde existiert primär für die Christen. Wir wollen die Schafe füttern, nicht die Züge unterhalten. Hundertprozentig bin ich der Meinung damit.
Aber in fast jeder Gemeinde gibt es auch Menschen, die keine echte Beziehung mit Jesus haben, die es dringend brauchen, die gute Nachricht zu hören. So sage es ihnen, predige ihnen Christus, ja. Denn obwohl es keine Hoffnung im Moralismus gibt, ist das Evangelium die Kraft Gottes zum Heil für jeden, der glaubt, Römer 1,6. Es gibt keinen anderen Namen unter dem Himmel, den Menschen gegeben, durch den wir gerettet werden sollen, Apostelgeschichte 4,12. Und der Glaube kommt aus dem Gehörten, und das Gehörte durch das gepredigte Wort Gottes, Römer 10,17.
Ich finde es erstaunlich, wie viele Predigten es gibt, in denen die Verlorenen gar nicht adressiert werden. Habt ihr das auch in Gemeinden bemerkt? Die sind da, und niemand spricht zu ihnen, als ob sie nicht da wären oder als ob sie schon sicher im Himmelsboot wären, wie wir, mit uns. Das ist da unhöflich, finde ich tatsächlich.
Und während ich natürlich die meiste Zeit, die ich habe, wenn ich predige, verwende, um zu Christen zu sprechen, möchte ich in jeder einzelnen Predigt mindestens etwas zu den noch nicht Christen sagen. Denn wir haben vor uns ständig zwei ganz unterschiedliche Gruppen: Christen und noch nicht Christen. Und wir müssen uns dieser Tatsache bewusst sein.
Ich möchte Sie ermahnen, umzukehren und zu Jesus zu kommen. Ja, vergesst Moralismus. Ich habe keinen großen Wunsch, dass die noch nicht Christen eine gute Ehe haben und dann in die Hölle gehen. Dankeschön. Ja, die Anwendung ist: Komm zu Jesus. Das ist die einzige Anwendung für die, die Jesus noch nicht kennen. Komm zu Jesus, er ist die Antwort, er ist die Hoffnung. Ansonsten haben wir nichts anzubieten.
Ich möchte Sie ermahnen, umzukehren, und ich möchte auch sagen, was das bedeutet und wie Sie das tun können. Na, das bedeutet nicht sehr viel Zeit, nur einen Satz oder zwei Sätze. Wenn du zum ersten Mal verstanden hast, dass du vielleicht keine Beziehung mit Gott hast, dann bitte mit mir sprechen oder mit jemandem hier sprechen oder mit Andrew Page, er wird euch überzeugen. Das ist der Punkt: nur ein paar Worte zu sagen. Oder wenn du verstehst, dass du keine Beziehung mit Jesus hast, dann bete zu ihm, bitte um Vergebung, sage danke für das, was er am Kreuz getan hat. Komm zu Jesus, denn wenn du das nicht machst, wer denn? Wie werden Sie wissen, was zu tun ist, wenn wir das nicht erklären?
Und ich möchte Sie auch ermahnen, das heute zu tun, nicht übermorgen oder nächste Woche, gerade jetzt. Denn heute ist der Tag des Heils. Und es ist möglich, dass, sobald sie das Wort gehört haben und sie aus dem Gebäude gehen, was mag der Teufel? Er nimmt das vor, er ist weg. Das könnte die letzte Chance sein.
Liebe Prediger, du bist Gottes Botschafter. Du stehst an seiner Stelle und sprichst zu Menschen, die ohne Hoffnung sind, die sterben. Du hast Gottes Wort, du kennst Jesus, du weißt, dass der einzige Weg zu Gott durch ihn ist. Du hast, was sie brauchen. Also was machst du damit?
Stell dir vor, du bist zu Hause, es ist da drei Uhr, du schläfst ganz gut, aber dein Nachbar bemerkt, dass dein Haus brennt. Was hättest du, dass er tun sollte? Hallo, Mike, es ist okay, vergiss es, ich möchte ihn nicht stören oder ihn ärgern, ja, ich komme morgen zurück, okay, tschüss, alles gut. Spinnst du?
Nein, ich möchte bitte, dass du mir die Wahrheit sagst. Sag mir die Wahrheit, als ob du es wirklich glaubst. Mike, dein Haus brennt. Geh heraus, bevor es zu spät ist. Wenn du da bleibst, wirst du sterben. Das ist Liebe, oder? Denn das ist die Realität. Und wenn du nicht dringend und ernst kommunizierst, kommunizierst du etwas ganz anderes.
Es gibt ein Zitat von Richard Baxter, Richard Baxter, einer der größten Puritaner. Er hat gesagt: Was auch immer du tust, lass die Leute sehen, dass du es in guter Absicht tust. Du kannst das Herz von Menschen nicht brechen. Wenn du Späße mit ihnen machst oder ihnen eine tolle Geschichte erzählst oder eine witzige Rede hältst, werden Menschen ihre liebsten Vergnügungen nicht wegwerfen wegen einer müden Anfrage von jemandem, der nicht glaubt, was er sagt oder dem es egal ist, ob sein Aufruf ernst genommen wird.
Also bitte, sprich über Jesus, verkündige Jesus zu den Verlorenen.

Heiligkeit unter Gottes Volk fördern

Es gibt aber natürlich auch einen zweiten Grund, warum wir das tun sollten, warum wir Christus predigen sollten, und zwar, um Heiligkeit unter Gottes Volk zu fördern.
Wenn du einen Gläubigen fragen würdest: Was bedeutet das Evangelium für dich? Was würden sie sagen? Natürlich: alles. Ja, natürlich alles. Denn das ist Licht, das ist meine Hoffnung, das ist Adoption, das ist meine Freude. Natürlich bedeutet das Evangelium mir alles.
Aber wenn du eine zweite Frage stellen würdest: Ja, aber was bedeutet das Evangelium für dein Leben jetzt? Ich glaube, dann würdest du sehr viele leere Gesichter sehen. Was meinst du? Denn während jeder weiß, dass das Evangelium fundamental zu ihrem Heil ist, neigen viele von uns dazu zu denken, als ob es eine Art geistliches ABC wäre. Es ist sehr wichtig am Anfang des christlichen Lebens, aber dann hat es nicht mehr so viel Relevanz.
Oder es ist wie ein Schlüssel: Es ist notwendig, um die Tür zu öffnen. Gott sei Dank, wir sind jetzt im Raum, im Zimmer. Den Schlüssel brauchen wir nicht mehr so sehr. Wir hängen ihn auf und machen weiter mit unserem Leben.
Ich hörte von einem Pastor, der nicht klar darüber war, ob eine neue Person in seiner Gemeinde Christ oder Nichtchrist war, und er wollte das wissen, weil er sagte: Wenn er kein Christ ist, braucht er das Evangelium, aber wenn er doch Christ ist, braucht er das Gesetz.
Wir lachen ein bisschen, und vielleicht würden wir es nicht so krass formulieren, aber doch glaube ich, dass so eine ähnliche Denkweise unter der Oberfläche von vielen von uns brodelt. Wir alle wissen: Wir kommen durch Jesus hinein, ja, wir sind durch Jesus und durch das, was er getan hat, ins Haus gekommen. Aber von da an geht alles im christlichen Leben um Gesetz und Ermahnung und Selbstdisziplin. Tu das nicht, tu das, folge diesem Beispiel, folge nicht diesem Beispiel. Ja, versuch, versuch gut zu sein.
Und das macht einen großen Unterschied in der Praxis des christlichen Lebens, speziell im Umgang damit, wie man versucht, mit Sünden zu kämpfen. Stell dir vor, du hast ein Problem mit Pornografie und du entscheidest, du hast eine Zeitmaschine, du gehst zu Pastor Erasmus, dem großen Sechzehnhundertswissenschaftler und Übersetzer des Neuen Testaments, um Hilfe und Rat zu bekommen. Du fragst: Kannst du mir mit meinem Pornografieproblem helfen, Herr Doktor Erasmus?
Was hätte er dir gesagt? Erstens würde er dich bitten zu erklären, was das Internet ist, wahrscheinlich. Dann hätte er dir gesagt, dass Heiligkeit extrem wichtig ist für Gott. Es ist richtig, dass du das ernst nimmst. Ja, dann hätte er dir gesagt, dass du, statt so böse und faul zu sein, statt nur aufzugeben, ständig aufzugeben, ein bisschen disziplinierter werden musst. Du musst lernen, Nein zur Sünde zu sagen. Versuch mehr, gib dir mehr Mühe.
Das ist es, was du von Pastor Erasmus bekommen würdest, und auch von sehr vielen christlichen Pastoren als Rat, leider. Das Evangelium, was hat das damit überhaupt zu tun? Das Problem ist: Es scheint, als ob die Bibel es nicht so aussehen lässt. Gott sei Dank.

Das Evangelium als Kraft zur Veränderung

Kommen wir zu 1. Petrus, zu dieser Stelle, die wir am Anfang gehört haben, und schauen wir uns ein paar Verse hier an.
 1. Petrus 1,23 und folgende. Petrus sagt uns hier, dass dasselbe Wort, das uns errettet und neue Geburt schenkt, Vers 23, und das er auch in Vers 25 als das Evangelium bezeichnet, das euch verkündigt wurde, auch das Wort ist, das wir brauchen, um immer mehr zu wachsen. Wie neugeborene Kinder sollen wir begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch verlangen, damit wir auch wachsen zur Rettung, 1. Petrus 2,2.
Siehst du, was er hier sagt? Petrus sagt: Auf keinen Fall sollten wir das Evangelium beiseite lassen. Wenn wir von unserer Sünde abkehren und in Heiligkeit wachsen wollen, was brauchen wir dann? Das Wort über Jesus. Wir brauchen das Evangelium. Wir müssen davon trinken.
Oder gehen wir zu Titus 2. Ich habe das hier hinter mich gesteckt. Ich lese Titus 2:
Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen. Sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen, gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit.
Toll. Was verändert das Leben? Was ist die Antwort, die wir hier sehen? Was ist die Antwort? Die Gnade Gottes. Und was ist diese Gnade Gottes, die wir in dieser Stelle sehen? Es ist die Gnade, die jetzt erschienen ist, das wunderbare Wort „erschienen“ in der Person von Jesus Christus, der in unsere Welt gekommen ist, um unsere Sünde wegzunehmen. Ja, das ist es, was uns erzieht, damit wir Sünde und weltlichen Begierden widerstehen können und voller Gottesfurcht leben können, während wir auf seine Rückkehr warten.
Es hat alles mit Jesus zu tun, mit dem Evangelium zu tun. Oder 2. Korinther 3,18: „Bis heute, so oft Mose gelesen wird, liegt eine Decke“, sagt Paulus über die Juden, „auf ihrem Herzen. Dann aber, wenn es sich zum Herrn wendet, wird die Decke weggenommen. Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit. Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht.“
Wie kann jemand heiliger werden? Was ist das Geheimnis, das wir hier sehen? Paulus sagt uns: Indem er oder sie das Angesicht Jesu in der Schrift anschaut. Schau auf Jesus. Denn je mehr wir diese Herrlichkeit Gottes in seinem Angesicht anschauen, desto mehr werden wir verwandelt, transformiert, in dasselbe Bild, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Siehst du den Punkt? Auch wir, liebe Christen, brauchen das Evangelium genauso dringend wie die, die noch nicht gerettet sind. Auch wir brauchen es, ständig über Jesus und seine Herrlichkeit zu hören. Auch wir brauchen das.
In seinem Buch Center Church hat Tim Keller ein echt tolles Kapitel: The Gospel Affects Everything. Und ich habe diese Zitate hier im Outline festgehalten. Ich lese, was er geschrieben hat. Er sagte eine sehr weise Sache hier:
Das Evangelium ist nicht nur die ABCs, sondern das A bis Z des christlichen Lebens. Es ist ungenau zu denken, dass das Evangelium das ist, was Nichtchristen rettet, sie aber dann reifer werden, indem sie versuchen, nach biblischen Prinzipien zu leben. Es ist genauer zu sagen, dass wir durch den Glauben an das Evangelium gerettet werden und dann in jedem Bereich unseres Geistes, Herzens und Lebens transformiert werden, indem wir das Evangelium im Laufe der Zeit mehr und tiefer glauben.
So sagt auch D. A. Carson etwas Ähnliches. Carson sagt: Das Evangelium wird regelmäßig präsentiert, nicht nur als Wahrheit, die empfangen und geglaubt werden sollte, meint er im Neuen Testament, sondern auch als die Kraft Gottes, die Leben verwandelt. Eine der dringendsten Aufgaben heute ist eine sorgfältige Behandlung davon, wie das Evangelium biblisch gedacht alles in unseren Gemeinden, all unsere Ethik und all unsere Prioritäten formen sollte.
Es ist eine herrliche Wahrheit. Die Frage ist: Glaubst du das? Denn es macht einen wahnsinnigen großen Unterschied, ob du so predigst oder nicht. Siehst du, es ist nicht genug, den Leuten zu sagen, dass sie sich nur mehr anstrengen sollen, die Regeln zu halten, Kontrolle über ihr Leben zu übernehmen oder den inneren Riesen zu entfesseln. Or man up, or get a grip. Es ist nicht genug. Es reicht nicht. Es wird nicht funktionieren. Es kann nicht funktionieren. Und diese Art von Predigt ist letztendlich grausam, weil man Menschen sagt, dass sie etwas tun sollen, was sie nicht tun können. Es ist sehr deprimierend.
Lies, was Martin Luther darüber gedacht hat. Er hat versucht, mehr aus jedem einzelnen Menschen herauszuholen, und er konnte es nicht schaffen. Für echte Veränderung brauchen wir echte Kraft. Und das Einzige, was in dieser Welt die Kraft hat, ein Leben zu verwandeln, zu transformieren, ist die Gnade Gottes im Angesicht des Herrn Jesus Christus.
Mit anderen Worten: Wenn du leidenschaftlich für Heiligkeit bist, für deine eigene Heiligkeit und die Heiligkeit deiner Gemeinde, deiner Gruppe, wenn du willst, dass deine Gemeinde immer heiliger wird, immer ähnlicher zu Jesus wird, dann ist das Beste, was du tun kannst, das Evangelium zu predigen und Jesus vor die Augen deines Volkes zu stellen.
Wir haben schon gehört, was Pastor Erasmus zu sagen hat, aber was würde Pastor Martin Luther zu deinem Pornografieproblem sagen? Hier ist auch ausgedruckt, was er sagt:
Sieh hier, Luther, sieh hier: So musst du Christus in dir selbst wachsen lassen. Glaube muss von dem Blut, den Wunden und dem Tod Christi entspringen und fließen. Wenn du darin siehst, dass Gott dir so freundlich zugeneigt ist, dass er sogar seinen Sohn für dich gibt, dann muss dein Herz wiederum darin wachsen, in Liebe Gott zugeneigt zu sein.
Pastor Lupe, ich stolpere immer wieder, was soll ich machen? Luthers Antwort: Schau zu Jesus. Schau auf seine Wunden am Kreuz, auf seine Lieblichkeit, schau auf seine Freundlichkeit, auf die Tiefen seiner Liebe, das Ausmaß seines Opfers, die Vollständigkeit seiner Vergebung. Denn je mehr du das tust, desto mehr wirst du dich von der Pornografie und jedem anderen Idol abwenden, zurück zu Gott kommen und ihm von Tag zu Tag ähnlicher werden.
So, liebe Freunde, predige Christus, damit Gottes Volk in Heiligkeit aufwachsen wird.

Begegnung mit Christus durch das gepredigte Wort

Aber es gibt auch einen ganz kurzen dritten Grund, der in mancher Hinsicht noch wichtiger ist. Was meine ich? Was könnte noch wichtiger sein, als Menschen zu retten und damit wir in Heiligkeit wachsen?
Es ist einfach dies: Jedes Mal, wenn Christus gepredigt wird, haben wir, sein Volk, die Möglichkeit, ihm erneut zu begegnen, ihn im Glauben zu empfangen.
John Calvin hat einmal berühmt gesagt, dass Christus, der auferstandene Herr Jesus, den wir jetzt durch Glauben anbeten, der im Himmel regiert und der eines Tages zurückkehren wird, um die Lebenden und die Toten zu richten, zu uns kommt. Er kommt zu uns in seiner Schrift bekleidet. Er kommt zu uns in seiner Schrift bekleidet. Ist das nicht schön?
So haben wir jedes Mal, wenn sein Wort gepredigt wird, als die Schafe seiner Weide die Möglichkeit, ihm zu begegnen.
So predige Christus, liebe Geschwister. Zeige ihnen Christus, gekreuzigt in all seiner Macht, Herrlichkeit und Gnade. Rufe deine Hörer dazu auf, sich von ihren Götzen abzuwenden und ihm nahezukommen, sodass die Verlorenen gerettet werden, die Heiligen in der Lieblichkeit wachsen können und wir, seine Schafe, mit dem großen Hirten unserer Seelen zusammenkommen können. Amen.
Ich bete, und dann glauben wir, werden wir hoffentlich singen und dann vielleicht noch ein wenig Zeit haben, falls es Fragen gibt usw.

Schlussgebet

Vater, unsere Worte sind sehr schwach, und wir machen sehr viele Fehler. Wir sagen sehr viele dumme Sachen. Und trotzdem hast du uns, Vater, diese wunderbare Aufgabe gegeben: deinen Sohn zu verherrlichen, ihn und seine Herrlichkeit in dieser Welt zu zeigen, zu deiner Ehre.
Vater, dass du so schwache Menschen wie wir benutzt, ist erstaunlich. Aber es dient alles deinem großen Plan, Gnade zu zeigen.
Vater, wir wollen Jesus verherrlichen. Das willst du auch. Das wollen wir, Vater. Hilf uns, das zu tun, damit die, die keine Hoffnung und keine Beziehung mit dir haben, einen Weg zurück zu dir finden können.
Vater, hilf uns, das zu tun, damit wir in Heiligkeit wachsen und immer ähnlicher werden zu Jesus, dem Sohn Gottes.
Vater, hilf uns, dass wir ja dieses hervorragende Privileg genießen können, Zeit mit dir in deinem Wort zu verbringen, Zeit mit ihm durch deinen Geist.
Vater, danke für Jesus und danke für alles, was er für uns bedeutet. Amen.