Serie•Teil 2 / 4Bad Oeynhausen 2017 - Kolosser
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Einleitung und Gebetsanliegen
Wir, das heißt der Apostel Paulus und Timotheus, haben Gebetsgemeinschaft miteinander. Immer wieder, wenn sie zusammenkommen, beten sie auch für die Kolosser. Deswegen, sagt Paulus, weil er gehört hat, wie es um sie steht, wegen des guten Berichts von Epaphras, wegen des Fortschritts in ihrem Leben, wegen Glauben und Liebe.
Es heißt hier: Seit dem Tag, als wir es gehört haben. Also haben sie sofort angefangen zu beten. Sofort. Das ist eine gute Gewohnheit des Apostels Paulus: Er nimmt alles gleich ins Gebet. Und anhaltend tut er das, er und Timotheus, unaufhörlich. „Wir hören nicht auf“, heißt es. Er hat immer wieder, immer wieder, damit gemeint. Das heißt natürlich nicht, dass er 24 Stunden pro Tag betet. Gemeint ist vielmehr: Wir hören nicht auf damit, wir bringen das immer wieder im Gebet.
Paulus möchte, dass wir, und Gott möchte das auch, immer wieder für eine Sache beten, vor allem für Geschwister. Zu beten und zu bitten, beides. Beten heißt einfach, sich Gott zu nahen. Bitten heißt, konkret eine Bitte vorbringen.
Was war das Anliegen? Das wird jetzt hier genannt, Kapitel 1, Vers 9: damit ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und allem geistlichen Verstehen. Das ist sein Gebetsanliegen. Herr, fülle du die Kolosser mit Erkenntnis deines Willens. Das heißt: Lass sie darin wachsen, dass sie verstehen, was dein Wille ist, der allgemeine und der konkrete im eigenen Leben.
Wir brauchen das auch. Es braucht Weisheit, beides braucht es. Es braucht das Erkennen, was Gottes Wille ist, was getan werden soll. Gott will ja sehr viel tun, auch in unserem Leben. Sie sollen jetzt lernen, das zu beten, was Gott getan haben möchte. Das heißt, in Einklang mit dem Willen Gottes zu beten. Und er betet auch dafür.
Wachstum im Verständnis des göttlichen Willens
Und wie heißt es hier? Damit erfüllt werde mit der Erkenntnis seines Willens. Es geht um Erkenntnis. Sie sollen wachsen im Verstehen, was Gott möchte, in aller Weisheit. Dazu braucht es Weisheit.
Weisheit ist, wie ich auf besten Wegen zu den besten Zielen komme. Weisheit hat mit Praxis zu tun, mit praktischem Leben. Es ist das Wissen um den besten Weg, um ein Ziel zu erreichen. In allem geistlichen Verstehen, also geistlichem Denken. Gott möchte, dass die Kolosser lernen, so zu denken, wie Gott denkt.
Nun, wie lernt man das? Das lernt man durch die Heilige Schrift. Das lernt man durch Erfahrungen mit ihm, indem sie merken: Ja, Gott hält sich daran. Gott tut genau so. Gott geht nach diesen Prinzipien der Bibel vor.
Dann in Vers 10 wird jetzt gesagt: der Zweck seiner Bitte, damit ihr in einer Weise wandelt, die des Herrn würdig ist. Das ist der eigentliche Zweck der Bitte. Die Zusammenfassung seiner Bitte ist, dass die Kolosser lernen zu wandeln in einer Weise, die des Herrn würdig ist.
Das dürfen wir auch uns zum Gebet machen, für uns selber und für andere Geschwister, mit denen wir zu tun haben. Ein Leben zu führen, das des Herrn würdig ist, also so, wie es dem Herrn entspricht. Und es ist gesund, wenn man sich immer wieder fragt: Entspricht das der Würde des Herrn Jesus?
Es gibt ja viele Fragen, wo Christen da verschiedener Meinung sind. Und der eine meint, man soll es so machen, der andere so. Dann fragen wir uns: Was ist dem Herrn würdig? Dazu muss man eine große, hohe Meinung vom Herrn haben, nämlich die biblische Sicht, wie es des Herrn würdig ist.
Zu allem Gefallen, das heißt: zu allem Wohlgefallen. So leben, dass er ganz zufrieden ist, dass er sich richtig freuen kann. Ein Grund unseres Lebens ist die Freude Gottes. Warum wir leben, ist, warum er uns geschaffen hat. Er hat uns zu seiner Freude geschaffen. Und hier steht es ihm wohl zu gefallen, also dass er Freude daran hat.
Dazu hat er uns jetzt erlöst, dass wir solche sind, die so leben, dass er Freude daran hat. Es geht immer um die Freude Gottes. Das muss das Höchste sein in unserem Leben: die Freude und die Ehre Gottes.
Gott wirkt in uns. Gott ist ein Gott, der wirkt, der ständig gegenwärtig ist und der sich mitfreut mit uns, mit allem, was wir erleben und womit wir zu tun haben. Es geht nicht um ein Bemühen. Das sagt er nicht. Er schreibt nicht, dass ihr euch richtig bemüht, so zu tun, was Gott gefällt.
Es geht nicht darum, dass wir uns bemühen, so zu leben, wie es Gott gefällt. Wir leben einfach so, wie es Gott gefällt. Wir bemühen uns nicht. Wir sollten nicht sagen: Ja, Herr, ich werde mich bemühen, ich werde mich bemühen. Nein, er ist die Kraft. Ich muss ihn wirken lassen, und jetzt möchte ich einfach das tun, woran er Freude hat. Und auch in der Art und Weise, wie ich lebe, so dass er Freude hat.
Die ersten Kennzeichen eines würdigen Lebens
Und jetzt, in Vers elf bis dreiundzwanzig, kommt die nähere Ausführung. Jetzt wird er konkret.
Das Erste in Vers elf: Frucht bringen. Nein, in Vers zehn ist es noch in der Mitte zu verstehen: indem ihr in jedem guten Werk Frucht bringt. Das ist das Erste. Also, wie sieht ein würdiger Wandel aus, wofür er betet? Das Erste ist: Sie sollen Frucht bringen, Frucht bringen in Werken, in jedem guten Werk Frucht bringend.
Also, Gott ist nicht gegen gute Werke. Gott ist für gute Werke. Die Gemeinde Jesu darf sich beteiligen an Gottes gutem Wirken und darf seine Werke tun in dieser Welt.
Das Nächste ist: „in aller Kraft“. Entschuldigung, es ist noch immer in Vers zehn, und in die Erkenntnis Gottes hinein wachset. Bitte, ich weiß nicht, wie das bei Ihnen übersetzt ist, aber das Griechische hat hier ganz klar ein Richtungswort. Nicht „in der Erkenntnis wachsen“ steht da, sondern „in die Erkenntnis hineinwachsen“. Das ist ein Unterschied, ob ich in der Erkenntnis wachse oder in die Erkenntnis hineinwachse. Hier steht: in die Erkenntnis Gottes hineinwachsen. Also, das ist die Richtung.
Gott will, dass wir in dieser Richtung hinwachsen, so dass wir ihn mehr und mehr erkennen. Das heißt einerseits, ihn besser kennenlernen, andererseits das kennenlernen, was er gesagt hat.
Wir merken: Wenn wir so einen Text anschauen und eine genaue Übersetzung vor uns haben, dann kommt man ganz schön ins Nachdenken. Und es ist sehr, sehr schade, weil vieles, was wir lesen, wir lesen einfach darüber hinweg, über kostbarste Dinge. Da lesen wir, ja, lesen wir das einfach runter, okay, okay, okay, okay, und wir merken gar nicht, über welche kostbaren und wichtigen Dinge wir da lesen.
Also, beschaffen Sie sich eine möglichst genaue Bibel, und zweitens lesen Sie ganz langsam. Und wenn Sie sagen: Aber ich verstehe das nicht, das ist so kompliziert geschrieben, ist schon gut, dass es kompliziert geschrieben ist, sonst würden wir viel zu schnell lesen. Gott will, dass wir manchmal ein bisschen etwas kompliziert Geschriebenes haben, damit wir länger nachdenken. Und wenn man dann nachdenkt, dann kommt das große Erlebnis: Ah so, das meint er.
Also, in die Erkenntnis Gottes hineinwachsen. Das Nächste ist: in aller Kraft gekräftigt werden.
Kraft, Ausdauer und Dankbarkeit
in aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit gekräftigt werdet, zu aller Ausdauer und Geduld mit Freude.
Also: Kraft. Er will, dass die Kolosser ein Leben in Kraft führen, in aller Kraft. Sagen Sie nicht, wenn Sie etwas getan haben: Ich habe es in Schwachheit getan. Sie dürfen ruhig einmal sagen: Ich habe es in Kraft getan. Nicht in Schwachheit, in Kraft habe ich es getan. Die Kraft des Herrn war da.
Nach der Macht seiner Herrlichkeit oder nach seiner herrlichen Macht. Aber das Griechische sagt: nach der Macht seiner Herrlichkeit. Es ist die Macht, die aus seiner Herrlichkeit kommt. Seine Macht selbst ist es. Er macht uns stark. Und diese Kraft, wozu dient diese Kraft? Zu aller Ausdauer und Geduld, also zum Ausharren.
Gott gibt uns Kraft, damit wir ausharren, ausdauernd und standhaft werden, nicht so: einmal heute so, morgen wieder anders. Und zu aller Geduld. Geduld ist im Griechischen Langmut. Langmut heißt, dass ich dort bleibe, wo Gott mich hingestellt hat. Langer Mut, da braucht man einen langen Atem und einen langen Mut. Das deutsche Wort ist sehr schön: ein langes Gemüt. Das sagt auch das Griechische: Makrothymia. Makro heißt lang, und Thymia heißt Gemüt. Oder auch: lange brauchen, um heiß zu werden, lange brauchen, um ungeduldig zu werden, sehr lange brauchen.
Mit Freude. Das ist das Nächste. Die Kraft dient dazu, dass wir mit Freude dem Vater danken. Entschuldigung, ich weiß nicht, wie es bei Ihnen übersetzt wird, bei mir steht es so, dass er gekräftigt werde zu aller Ausdauer und Geduld mit Freude, dem Vater danksagend. Also nicht: mit Freude danksagend, sondern Geduld mit Freude. Und dann kommt das Danksagen. Geduld mit Freude, dem Vater Dank sagen, oder: und dem Vater dankt. Das ist das Nächste. Jetzt wird das Nächste, wofür er betet, dass sie dem Vater danken.
Interessant: Er betet: Herr, schenk, dass die Kolosser vorankommen, dass sie dir viel danken. Haben Sie schon so einmal gebetet? Man kann so viel von Paulus lernen. Und das, was jetzt kommt, das geht bis Vers 23: dem Vater danken. Welchem Vater? Dem Vater, der uns tauglich machte für das, was unser Erbe ist, also für unser Erbe, für das Erbe der Heiligen im Licht. Also Dank, Dankbarkeit. Er will, dass sie dankbare Menschen werden und dass sie dann an den Vater denken.
Und wenn sie an den Vater denken, sollen sie in Dankbarkeit an einen Vater denken, der uns fähig gemacht hat für ein Erbteil, das auf uns wartet im Himmel. Der uns tauglich gemacht hat. Wir sind jetzt schon tauglich gemacht für dieses Erbteil, das auf uns wartet: das Erbe der Heiligen im Licht.
Vers 13: der uns aus der Obrigkeit der Finsternis befreite und uns versetzte in das Königreich des Sohnes seiner Liebe. Das ist ein Vater, der uns herausgenommen hat aus dem Königreich des Satans und versetzt hat in das Königreich des Sohnes, von einem Königreich oder von einer Obrigkeit in die andere versetzt. Wir sitzen jetzt im Königreich des Sohnes. Dort hat er uns hinversetzt, dort sind wir jetzt drinnen.
Es ist nicht nur irgendein Sohn, es ist der Sohn seiner Liebe. Nicht seines lieben Sohnes, steht nicht da. Es ist der Sohn seiner Liebe. Das ist viel stärker. Seine Liebe war ganz gerichtet auf diesen Sohn. Es ist der Sohn der Liebe, die Liebe Gottes, die sich verwendet für diesen Sohn. Und in diese Gemeinschaft hinein hat er uns versetzt.
In diesen Sohn der Liebe, den er so sehr liebt und der jetzt auch uns liebt, der uns versetzte in das Königreich des Sohnes seiner Liebe. Dieser Sohn, der ist so besonders. Und jetzt bleibt er bei diesem Sohn stecken in seinem Gebet. Jetzt kommt er zum Sohn. Das Thema Sohn wird ihn beschäftigen bis Vers 23.
Also: dem Vater danken, dass er uns versetzt hat in das Reich des Sohnes, eines Sohnes, der so besonders ist.
Die Herrlichkeit des Sohnes und seine Stellung in der Schöpfung
Und jetzt geht’s los. Was ist das für ein Sohn? Das ist ein Sohn — Entschuldigung, das ist das Gleiche, habe ich jetzt hier gemerkt. Ich habe hier den Vers doppelt. Ich korrigiere das gerade.
Das ist ein Sohn, in dem wir die Erlösung haben, Vers 14. Im Griechischen ist das alles ein Satz. Bitte, wenn Sie mir hier einen Punkt stehen haben bei Vers 13, dürfen Sie ruhig ein Komma daraus machen. In dem Sohn seiner Liebe, in welchem wir die Erlösung haben, so steht es im Griechischen. Paulus macht hier keinen Punkt. Das ist jetzt ein Nebengedanke in seiner Ausführung über diesen Sohn.
In welchem wir die Erlösung haben? Erlösung ist mehr als ein Loskauf, Erlösung ist Befreiung. Er hat gezahlt für unsere Befreiung, und er hat viel gezahlt. Dem Vater hat er gezahlt, denn der Vater verlangt ein Schuldopfer für meinen Tod. Mein Tod war der Preis für meine Schuld, und jetzt hat der Herr Jesus meinen Tod bezahlt, so dass Gott zufriedengestellt wird. Nicht dem Teufel wird etwas bezahlt, sondern dem Vater wird bezahlt.
In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, das war der Preis, und die hat sich ausgewirkt in der Vergebung der Sünden. Also die Erlösung besteht in der Vergebung der Sünden. Durch sein Blut die Vergebung der Sünden.
Vers 15: Welcher ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes? Es geht immer noch um den Sohn. Dieser Sohn ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Gott ist unsichtbar, und er hat sich sichtbar gemacht durch sein Bild. Gott ist sichtbar geworden, und jetzt haben wir ihn in Christus. Also wenn man Christus ansieht, dann sieht man den sichtbar gewordenen Gott. Mehr von Gott gibt es nichts zu sehen. Das ist schon alles, was es zu sehen gibt, und es ist sehr viel, es ist unendlich viel, was es zu sehen gibt in dem Sohn.
Er ist das Ebenbild, das heißt: in allem gleich. Er ist nicht ein bisschen geringer oder weniger, nein, er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Weiter: Er ist der Erstgeborene aller Schöpfung. Der Erstgeborene aller Schöpfung. Was heißt das, Erstgeborener? Erstgeborener heißt Höchster. Das Wort Erstgeborener ist ein Wort, es heißt einfach der Erste, aber der Erste ist auch der Höchste. Und er ist in mehrfacher Weise der Erstgeborene, das wird jetzt erklärt.
Erstgeborener aller Schöpfungen wird jetzt erklärt, erstens, weil in ihm alles geschaffen wurde, das in den Himmeln und das auf der Erde ist. Also er ist deshalb der Erstgeborene, der Ranghöchste und Erste, weil er vor allem steht. Er hat alles geschaffen. Alles ist durch ihn geschaffen, und das Nächste: alles ist für ihn geschaffen. Wir erfahren hier, dass die gesamte Schöpfung für ihn ist, für Christus. Gott hatte immer Christus im Sinn, immer. Alles dreht sich um Christus in den Gedanken Gottes. Christus soll alles bekommen. Für ihn hat er alles gemacht. Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen.
Und er ist vor allem. Also es geht immer noch um die Erklärung, warum er der Erstgeborene aller Schöpfung ist. Alles, was jetzt hier gesagt wird, erklärt diesen Vers 15: Erstgeborene aller Schöpfung. Der Erstgeborene ist vor allem, und er ist vor allem. Als Erstgeborener steht er vor allem da, und alles hat Bestand in ihm. Das heißt, dass tatsächlich er der Grund ist, warum die Schöpfung nicht zusammenklappt in sich selber. Alles hat seinen Bestand in ihm. Er ist der Erhalter. In ihm besteht es.
Und er ist das Haupt des Leibes. Es geht immer noch um die Erklärung, warum er Erstgeborene aller Schöpfung ist. Wir merken hier, es geht hier also auch um die Neueschöpfung, das Haupt des Leibes. Der Leib Christi, das ist ja die neue erlöste Volksgemeinschaft, wir nennen das Gemeinde des Herrn Jesus. Er ist das Haupt des Leibes, er ist der Kopf, und die Gemeinde ist der Leib. Er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er, der der Anfang ist. Anfang von was? Der Anfang dieser neuen Volksgemeinschaft. Diese neue Volksgemeinschaft entstand durch ihn.
Er ist der Erstling der Entschlafenen, das sagt er gerade jetzt, der Erstgeborene von den Toten. Er ist der Erstling der Entschlafenen, das heißt, er ging durch den Tod, und mit dem Hervorkommen aus dem Tod beginnt die neue Schöpfung, und er ist der Erste dieser neuen Schöpfung. Das heißt, er ist deshalb der Erstgeborene aller Schöpfungen, weil nicht nur die Schöpfung durch ihn geschaffen ist und alles für ihn geschaffen ist und er vor allem ist und alles Bestand hat in ihm, nein, sondern auch deshalb, weil er das Haupt des Leibes ist, der der Anfang ist von dieser neuen Schöpfung. Der Erstgeborene von den Toten. All das erklärt den Vers 15, damit er in allem der Erste würde. Hier ist die Zusammenfassung: damit er in allem der Erste würde. Ich habe das in der blau gedruckten oben schon in Klammer gesetzt: in allem der Erste. Er in allem der Erste, nicht nur in der irdischen Schöpfung der Erste oder in der physischen Schöpfung oder wie wir auch das nennen wollen, sondern auch in der Neuen Schöpfung der Erste. Er ist der Erste aller Schöpfung, jeglicher Schöpfung.
Die Fülle Gottes in Christus und die Versöhnung aller Dinge
Jetzt kommt eine Begründung. Erste Begründung: Weil es der Fülle, nein, weil es wohlgefiel, dass die ganze Fülle in ihm wohnen sollte. Also in ihm sollte alle Fülle wohnen. In ihm sollte alle Fülle wohnen. Das ist ein etwas schwieriger Ausdruck.
„Es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen“, sagt die Elberfelder. Eine andere Möglichkeit, dies zu übersetzen, ist: Weil es das Wohlgefallen Gottes war, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte. Und ich glaube, das Zweite ist richtig. Es war das Wohlgefallen Gottes, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte.
In Christus sollte alles wohnen, was wir brauchen. Nicht gemeint ist die ganze Fülle der Gottheit, sondern alles an Fülle, was es überhaupt nur gibt. Alles, was wir brauchen, wohnt in Christus. Das heißt, Christus ist unsere ganze Genüge.
Später, in Kapitel zwei, wird er davon noch reden: In ihm wohnt alle Fülle, und ihr seid in ihm zur Fülle gebracht. Ihr habt in ihm die ganze Fülle. Kapitel zwei, Vers neun, ich glaube, es ist so: Weil in ihm in leiblicher Gestalt die ganze Fülle der Gottheit wohnt, und ihr seid erfüllt oder gefüllt in ihm, ihr seid in ihm zur Fülle gebracht. Das heißt, ihr seid in ihm mit allem voll, in ihm seid ihr mit Gott voll.
Es war das Wohlgefallen Gottes, dass in Christus alle Fülle wohnen sollte, alles, was wir brauchen. Und was brauchen wir? Wir brauchen Gott. Alles, was Gott ist, sollte in Christus wohnen, und diese Fülle ist für uns. Das heißt: Wenn jetzt jemand irgendetwas braucht als Christ, dann findet er es in Christus.
Wenn ich irgendetwas brauche, dann ist das, was der Mensch braucht, alles, was Gott ist. Und alles, was Gott ist, wohnt in Christus. Und in Christus bin ich zur Fülle gebracht. In Christus kann ich schöpfen und schöpfen und schöpfen und schöpfen: alle Kraft, alle Hilfe, alle Weisheit, alle Freude, alle Hoffnung, alle Liebe, jegliche Tugend, was man nur braucht.
Das ist für die Kolosser so wichtig, denn die Kolosser sind konfrontiert mit irgendeiner komischen Irrlehre, die ihnen irgendwie etwas anderes weismachen möchte, die sie wegziehen möchte von der Herrlichkeit Jesu Christi. Und er malt ihnen jetzt Christus vor Augen. Er ist immer erst beim Gebet, er ist erst beim Berichten über sein Gebet. Aber er packt das jetzt alles hinein.
Christus ist der Erstgeborene der ganzen Schöpfung, der Erstgeborene, das heißt der Höchste der neuen Schöpfung, auch der Anfang der neuen Schöpfung. Und alles hat seinen Bestand in ihm. Wenn ein Mensch in Christus hineinversetzt wird, liebe Geschwister, wenn ein Mensch in Christus hineinversetzt wird, hat er alles. Das heißt: In dem Moment, wo ein Mensch von neuem geboren wird, hat er alles.
„Ihr seid in allem reich geworden in ihm“, sagt Paulus in 2. Korinther 8,9. In ihm ist wirklich alles, was wir brauchen.
In ihm sollte alle Fülle wohnen.
Zweite Begründung: und durch ihn alles mit ihm selbst ganz zu versöhnen.
Die neue Stellung der Glaubenden und der Auftrag des Apostels
Das ist das Zweite: warum er in allem der Anfang ist, warum er der Erstgeborene von allem ist, warum er der Anfang und die höchste der neuen Schöpfung ist. Weil in ihm alle Fülle wohnt und weil durch ihn alles, alle Versöhnung, geschehen sollte.
Was bedeutet es, inwiefern hat Jesus alles versöhnt? Das hat nichts zu tun mit der Irrlehre der sogenannten Allversöhnung. Kennen Sie das? Manche Leute meinen, zum Schluss werden alle Menschen gerettet und der Teufel auch noch. Das ist die Allversöhnung. Das hat überhaupt nichts mit dem zu tun.
Was ist denn hier gemeint, inwiefern hat denn der Herr Jesus alles versöhnt? Da muss man das Wort Versöhnung verstehen. Das Wort Versöhnung kommt von einem griechischen Wort, das heißt austauschen. Versöhnen ist gleich austauschen. Es wird durch Christus der Zustand von allem verändert beziehungsweise ausgetauscht. Die alte Welt wird durch eine neue ersetzt, ausgetauscht. Der alte Tempel wird durch einen neuen ausgetauscht.
Vergessen wir nicht: Der Hintergrund der Irrlehre ist jüdisch. Der alte Tempel wird ausgetauscht mit einem neuen Tempel. Den alten Tempel gibt es nicht mehr, fertig, der ist zerstört worden, beziehungsweise sollte zerstört werden. Er schreibt ja noch vor 70 nach Christus all diese schattenhaften Dinge. Das Opfer, die jüdischen Opfer, die werden ausgetauscht. Die Menschen, die das Volk Gottes waren, das irdische Volk, das wird ausgetauscht in ein himmlisches Volk. Das heißt: Die, die jetzt in Christus hineinkommen, werden von Neuem geboren. Wiedergeburt, bekommen göttliches Leben, ausgetauscht. Alles wird ausgetauscht.
Vom Kreuz geht das ganze Heil aus, und die Folge ist: Jetzt kann die Schöpfung neu werden. Aber wie wird die Schöpfung neu? Bitte denken Sie nicht so, dass Gott einfach einen neuen Berg herstellt. Er nimmt einen alten Berg weg, also Sie haben ja keine Berge hier, die Schweizer haben Berge, also was nimmt er weg? Die Landschaft, die alte Landschaft, weg und nimmt eine neue Landschaft? Nein, es geht um eine himmlische Landschaft.
Das alte Erbe, das war ein irdisches Erbe in Israel, das war ein Stück Erde, ein Stück Land. Das wird ausgetauscht durch ein himmlisches Erbe. Das heißt: Der neue Israelit, der himmlische Israelit, der hat ein himmlisches Erbe, kein irdisches. Die ganze Welt wird ausgetauscht, das ist gemeint mit Versöhnung. Alles sollte versöhnt werden, sprich ausgetauscht werden, natürlich für den, der dieses annimmt, persönlich. Der wird Teil dieser neuen Schöpfung werden, jeder, der Ja sagt zu Christus. Das ist vorausgesetzt, aber von dem spricht er jetzt ohnehin gleich in den nächsten Versen.
Die zweite Begründung, Verse 20 bis 23: Durch ihn sollte Versöhnung geschehen. Und was bedeutet diese Versöhnung jetzt? Austauschen bedeutet das. Und was bedeutet die Versöhnung im Besonderen für die Gläubigen? Für die Gläubigen bedeutet die Versöhnung: Wir lesen weiter, auch euch.
Zuerst muss ich Vers 20 fertig lesen, ich habe Vers 20 nicht fertig gelesen. Also noch einmal: Alles durch ihn mit sich selbst ganz zu versöhnen, nachdem er Frieden gestiftet hat durch das Blut seines Kreuzes. Durch ihn, sei es das, was auf der Erde ist, sei es das, was in den Himmeln ist.
Das, was auf der Erde ist, das ist ein irdisches Stück Land, ein irdisches Erbteil. Das, was in den Himmeln ist, das sind Wolken, das sind Sterne, es sind Planeten und all diese Dinge, wenn man hinaufschaut. Es geht um Herunterschauen und Hinaufschauen. Erde und Himmel bezieht sich hier auf eine Schöpfung. Die gesamte alte Schöpfung wird ausgetauscht mit einer neuen Schöpfung, einer neuen Welt.
Und euch, jetzt kommt, was bedeutet die Versöhnung im Besonderen für die Gläubigen? Und euch, die ihr einst entfremdet waret und Feinde im Denken, in den bösen Werken, versöhnte er nun aber. Versöhnte er jetzt ganz. Das Wort versöhnen heißt ganz versöhnen, also er hat euch ganz ausgetauscht. Es gehört schon zur neuen Schöpfung.
Versöhnte euch nun ganz in dem Leibe seines Fleisches durch den Tod. Er hat euch versöhnt in Bezug auf eure Vergangenheit. Das, was ihr waret, hat er ausgetauscht mit etwas Neuem, durch das Blut. Das heißt, er hat eure Sünden gesühnt. Das ist Versöhnung in Bezug auf die Sünden. Er hat ausgetauscht meine Sünden für seine Gerechtigkeit. Das ist Versöhnung, Austauschen durch das Blut am Kreuz.
Im Blick auf die Gegenwart, dass ich heute jetzt als Versöhnter vor ihm stehen darf, mit einem anderen Denken. Früher war ich Feind im Denken und in bösen Werken, jetzt bin ich Freund und in guten Werken. Ist alles ausgetauscht. Hat er nun versöhnt in dem Leibe seines Fleisches durch den Tod, um mich darzustellen als Heilige und Tadellose und Nichtanzuklagende vor seinem Angesicht.
Wir haben eine neue Gesinnung. Wir sind jetzt nicht mehr entfremdet dem Denken Gottes. Wir sind ausgetauscht, wir haben ein neues Denken, wir haben einen neuen Sinn. Der neue Sinn ist Christus. Wir haben Christi Sinn, sagt Johannes in 1. Johannes 5,20 und Paulus in 1. Korinther 2,14. Zum Schluss: Wir haben Christi Sinn.
Und in Bezug auf die Zukunft: Um euch als Heilige und Tadellose und Nichtanzuklagende vor seinem Angesicht hinzustellen. Herrlicher Gedanke! Das bezieht sich auf die Zukunft der Glaubenden. Die hat er deshalb versöhnt, damit er sie so hinstellen kann vor Gott, als heilig, das heißt als gereinigt, für Gott zugeordnet, als tadellos, da gibt es nichts auszusetzen, und als nicht anzuklagende. Im Griechischen heißt das Wort: solche, die nicht zurückgepfiffen werden vom Schiedsrichter. Stopp, stopp, stopp, so geht es nicht. Die werden nicht zurückgepfiffen, da gibt es keine Anklage, keinen Rückpfiff vor seinem Angesicht, das heißt tadellos, unanklagbar, wenn ihr wirklich im Glauben bleibt.
Das ist jetzt die Bedingung für die Zukunft der Kolosser. Sie müssen bei Christus bleiben. Das ist die einzige Bedingung. Darüber haben wir schon gesprochen, als wir über das Thema des Abfalls redeten. Hier ist eine ganz klare Bedingung gesetzt für die gläubigen, wiedergeborenen Kolosser. Sie werden das Ziel erreichen, mit nur einer Bedingung: bleibt im Glauben.
Ist das ein Werk? Ist das Werksgerechtigkeit, im Glauben zu bleiben? Überhaupt nicht. Das ist das Wesen des Christenlebens, dass wir glauben. Wenn ihr im Glauben bleibt, gegründet und gefestigt und nicht abbewegt werdet oder nicht euch abbewegen lasst von der Hoffnung. Die Hoffnung ist der Himmel, die Hoffnung ist die Herrlichkeit, die neue Schöpfung, die wir noch nicht sehen. Wir gehören zwar schon dazu, aber wir sehen sie nicht. Euch nicht abbewegen lassen von dem Hoffnungsgut der guten Botschaft, das heißt von dieser Zukunft, die euch die gute Botschaft gebracht hat, zu der euch die gute Botschaft gerufen hat.
Die ihr hörtet, die Botschaft, die habt ihr gehört, die verkündigt wurde. Wo? In der ganzen Schöpfung. Paulus kann schreiben, im Jahre 62 nach Christus, dass das Evangelium schon in der ganzen Schöpfung verkündigt wurde. Nicht in Japan, nicht in Südamerika, aber wenn es in Rom verkündigt wurde, dann ist es in der ganzen Schöpfung verkündigt worden. Das ist damalige Sprache. Die damals bekannte Welt ist die ganze Schöpfung, das römische Reich ist die ganze Schöpfung.
Die ganze Schöpfung, die unter dem Himmel ist, deren Diener ich, Paulus, wurde. Diener des Evangeliums. Paulus ist ein Diener des Evangeliums, für dieses Evangelium ist er da. Das packte er alles in sein Gebet hinein.
Leiden, Dienst und das Geheimnis des Evangeliums
Und jetzt noch schnell im Eilzug die letzten Verse in diesem Kapitel. Jetzt berichtet er von seiner Freude in seinem leiderfüllten Dienst. Ein Leiden für Paulus, diese Botschaft zu verkündigen, aber es ist eine Freude in seinem Leiden.
Also, dieser Abschnitt, der jetzt kommt, ist schon vorbereitet für das zweite Kapitel, wo er dann über diese falschen Lehren sprechen wird, die es da in Colosse gab. Er möchte hier die Gläubigen vorbereiten.
Vers 24: Nun bin ich froh in meinen Leiden. Jetzt berichtet er nicht mehr von seinem Gebet, jetzt berichtet er von seinem Dienst. Nun bin ich froh in meinem Leiden für euch. Also, er freut sich wirklich, obwohl er leidet. Und zwar leidet er sogar unschuldig. Er liegt ja als Gefangener in Rom, gekettet an einen Soldaten, aber er ist sehr froh, weil er weiss, dass dieses Leiden, das er durchmacht, von Gott gewollt ist. Das Leiden bekam er deshalb, weil er das Evangelium verkündigt hat, das Evangelium von der jüdischen Hoffnung. Und er hat das Evangelium von der jüdischen Hoffnung den Heiden verkündigt. Das hat ihm das Gefängnis eingebracht.
Die Juden waren eifersüchtig auf Paulus und haben ihn ins Gefängnis gebracht, weil er verkündigt hat, dass ihre jüdische Hoffnung im Evangelium erfüllt ist. Sie wollten aber kein Evangelium und sie wollten keinen Messias. Und er sagte: Aber gerade das ist eure Hoffnung, das heisst eure Zukunft, eure israelitische Zukunft, die jüdische Zukunft ist Christus und der Himmel und all das Herrliche, was Gott bereitet hat. Und das wollten sie nicht. Sie wollten ein irdisches, diesseitiges Reich auf der Erde. Und er hat ein jenseitiges Reich verkündigt von Christus und hat gesagt: Das ist euer Reich, das Gott euch versprochen hat. Und das wollten sie nicht. So einen Messias wollten sie nicht, das hat ihm das Gefängnis eingebracht.
Und weil er dieses Evangelium den Heiden verkündigt hat, weil er gesagt hat, Gott hat die Heiden eingeschlossen in die jüdische Hoffnung und in die jüdische Zukunft, deshalb haben sie ihn gehasst und verklagt. Damals dort vor Felix, dann vor Festus und Agrippa. Da hat er sich auf den Kaiser in Rom berufen, da wurde er nach Rom transportiert. Deshalb ist er gefangen.
Was sagt er über diese Leiden? Ich bin froh, ich freue mich in meinen Leiden für euch. Seine Leiden sind Leiden für die Kolosser, das sind zum Grossteil Heiden. Seine Leiden sind Leiden für die Kolosserchristen, weil er ihnen, den Heiden, das Evangelium verkündigt hat. Deshalb muss er leiden, unschuldigerweise für euch. Und ich fülle stellvertretend auf, was noch fehlt von der Bedrängnis Christi in meinem Fleisch, für seinen Leib, der die Gemeinde ist.
Diese Leiden sind Leiden Christi, sagt er. Ich fülle auf, stellvertretend auch von der Bedrängnis Christi, von den Leiden Christi, das heisst, er leidet stellvertretend die Leiden Jesu Christi. Der Herr Jesus Christus hat einmal gelitten, und dieses Leiden geht weiter. Das Leiden Jesu Christi geht weiter in der Welt, sagt er. Und ich leide genau dieses Leiden Jesu Christi. Ich habe die Schmach Jesu Christi auf mich genommen. Es sind also stellvertretende Leiden. Er vertritt Jesus Christus in seinen Leiden, und jeder, der sonst noch gelitten hat und auch heute noch leidet, der macht dasselbe wie Paulus. Er leidet stellvertretend die Leiden Jesu Christi.
Es gibt noch andere Stellen, zum Beispiel Hebräer 13,13: Lasst uns hinausgehen aus der Stadt und seine Schmach tragen. Kommt, nehmen wir seine Leiden auf uns, sagt der Hebräerbriefschreiber in Hebräer 13,13. Kommt, geht raus, verlasst das Judentum und nehmen wir seine Schmach auf uns und leiden wir die Leiden Christi.
Auch in 2. Korinther 1,5: Die Leiden, die wir leiden, sind Leiden Christi. Vielleicht soll ich das vorlesen: 2. Korinther 1,5: Denn demgemäss, wie die Leiden Christi reichlich auf uns überströmen, so strömt auch unser Trost durch Christus reichlich auf uns über. Was sagt er? Die Leiden Christi strömen reichlich auf uns. Diese Leiden, die er durchmachte, waren die Leiden Christi. Er hat sie stellvertretend gelitten. Also er vertritt Christus, er vertritt die Leiden des Christus, er hat die Leiden des Christus auf sich genommen, nicht die Leiden der Gemeinde. Die Leiden des Christus. Nicht für die Kolosse hat er gelitten, sondern für Christus hat er gelitten. Und jeder, der heute leidet um des Evangeliums willen, leidet auch für Christus.
Weiter: Und ich fülle stellvertretend auf, was noch fehlt von diesen Leiden Christi. Seine Leiden sind ein Auffüllen von dem, was noch fehlt. Es fehlt noch, es fehlt noch, sagt er. Man muss noch leiden. Im Hebräerbrief sagt er einmal, dass sie den Wettlauf laufen sollen, der vor uns liegt. Gott hat ihn vorbereitet, diesen Wettlauf. Es ist ein leidensvoller Wettlauf. Hebräer 12,1 am Ende: Mit Ausdauer laufen in dem Wettlauf, der vor uns liegt, der uns vorgezeichnet ist. Das ist ein Leidensweg. Es ist also noch zu durchlaufen. Diese Leiden müssen noch durchlaufen werden, die Schmach Christi muss man noch auf sich nehmen, das ist das, was er hier meint. Das fehlt noch für seinen Leib, für die Gemeinde.
Die Leiden sind Christi Leiden, und das Ganze ist seiner Gemeinde zugedacht, das heisst, seine Gemeinde hat zu leiden. Die Gemeinde leidet weiter. Christus hat gelitten, weil er nicht nur für unsere Sünden gelitten hatte. Er hat auch um der Gerechtigkeit willen gelitten, weil er der Gerechte war. Und die Gemeinde leidet weiter, wird also genauso verschmäht und verachtet. Die Schmach geht weiter.
Der Dienst an der Gemeinde und die Offenbarung des Geheimnisses
Vers 25 Deren Diener ich wurde, jetzt gibt er Zeugnis von seinem Dienst und sagt: Ich bin der Diener dieser Gemeinde geworden. Wie wurde er ein Diener? Deren Diener wurde ich nach der Verwaltung Gottes, der Verwalterschaft Gottes, die mir für euch gegeben ist. Gott hat ihm eine Verwaltungsaufgabe auferlegt.
Die Verwaltungsaufgabe heißt, er muss das Wort Gottes verwalten. Das Evangelium muss er verwalten, das heißt, er muss es verkündigen. Gott hat es in seine Hand gelegt, hat es ihm anvertraut, und er soll dieses Evangelium hinaustragen. Nicht nur er, wir auch. Auch wir dürfen sagen: Ich bin ein Diener der Gemeinde geworden, indem ich das Evangelium in der Welt verkündige.
Also hat Gott ihm diese Verwaltung auferlegt. Nach der Verwaltung Gottes, die mir für euch gegeben ist, das Wort Gottes ganz auszurichten, das muss er tun. Das Wort Gottes verkündigen heißt das, das Wort Gottes ganz ausrichten, auf ein Vollmaß bringen, das heißt, überall hinbringen. Das Wort Gottes hat nichts damit zu tun, den biblischen Kanon zu vollenden, sondern es geht hier um die Verkündigung des Evangeliums.
Dann, wozu wurde er dieser Diener? Das sagt er jetzt. Wozu? Das Wort Gottes ganz auszurichten, das Geheimnis, welches vorher verborgen war. Das Wort Gottes ist das Evangelium. Das Evangelium nennt er ein Geheimnis. Wieso nennt er das Evangelium ein Geheimnis? Das Geheimnis ist etwas, was vorher verborgen war, jetzt ist es geoffenbart. Ein Geheimnis ist etwas, was man nicht weiß. Vorher haben es die Leute nicht gewusst, vorher im Alten Testament war es verborgen. Jetzt ist es geoffenbart, jetzt ist es ein geoffenbartes Geheimnis. Es ist eigentlich kein Geheimnis mehr, es ist geoffenbart.
Das Geheimnis, das seit Weltzeiten und Geschlechtern verborgen gewesen ist, nun aber geoffenbart wurde seinen Heiligen, denen Gott kundtun wollte, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses sei unter den Heiden. Welcher ist der Reichtum? Welcher ist Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit?
Also der Inhalt dieses Geheimnisses ist ein Reichtum, ein Reichtum der Herrlichkeit. Was ist das für ein Reichtum? Der Reichtum heißt Christus in euch, Christus in und unter euch, also Christus unter den Nationen, unter den Völkern. Und Christus in jedem Einzelnen von euch Kolossen wohnend, er ist das Hoffnungsgut, das Hoffnungsgut der zukünftigen Herrlichkeit. Er, Jesus Christus, ist unsere Zukunft, er ist unser Hoffnungsgut, 1. Timotheus 1,1. Jesus Christus ist unsere Hoffnung, das heißt unser Hoffnungsgut, das, was wir bekommen in der Herrlichkeit. Das ist Jesus Christus. Wir haben ihn jetzt schon, aber nachher werden wir ihn sichtbar haben.
Merkt ihr, der hat nur ein Anliegen: Christus großzumachen und ihnen zu zeigen, dass sie alles in Christus haben. Das ist herrlich, das ist wirklich herrlich, das Evangelium. Wenn wir das Evangelium verkündigen, dann sollten wir den Leuten eine Botschaft verkündigen. Die Botschaft heißt eine Person. Die Botschaft sind nicht gewisse Regeln und Gebote, und die Botschaft ist eine Person. Aber bevor man ihnen die Person verkündigt, muss man ihnen zuerst sagen, dass sie Sünder sind. Deshalb muss man ihnen zuvor das Gesetz verkündigen. Zuerst muss man ihnen das Gesetz in seiner vollen Härte verkündigen. Erst dann verstehen sie, dass sie verloren sind. Und wenn sie dann verstehen, dass sie verloren sind, dann verkündigen wir ihnen eine Person, einen Retter. Sie ist herrlich.
Also verkündigen wir den Leuten, die keine Ahnung von Sünde haben, nicht Christus. Verkündigen wir ihnen Gesetz, die Heiligkeit Gottes, was Gott fordert, was Unzucht ist, was überhaupt Sünde ist an sich. Die Leute haben überhaupt keine Ahnung, was Sünde ist. Zuerst muss man ihnen das Gesetz verkündigen, und dann kommen sie in eine Not. Denn dann rührt sich das Gewissen, und wenn sich das Gewissen rührt, dann verkündigen wir ihnen Jesus Christus. Das ist der Weg.
Wir machen hier Pause. Wie lange? Vielleicht zehn Minuten, eine Viertelstunde, ja? Machen wir es so, dann bis etwa zehn vor, fünf vor, sagen wir fünf vor, sind wir gnädig. Aber wirklich fünf vor, bitte nicht vier vor und nicht drei vor und zwei vor. Gut, dann beten wir noch zum Abschluss.

