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Buße tut not

Jesu Leben und Lehre, Teil 534/697
03.03.2025Lukas 13,2-5
SERIE - Teil 534 / 697Jesu Leben und Lehre

Einführung in die Botschaft über Leben, Tod und Buße

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

In Episode 533 „Busse und Todnot“ verwendet Jesus einen Hinweis auf ein römisches Massaker an jüdischen Pilgern, um eine geistliche Lektion zu erteilen. In Lukas 13, Verse 2 und 3 heißt es: „Meint ihr, dass diese Galiläer von allen Galiläern Sünder waren, weil sie dies erlitten haben? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.“

Ich hatte bereits gesagt, dass das Leben nicht fair ist. Der Prediger spricht deshalb von der Nichtigkeit des Lebens, Paulus von der Vergänglichkeit der Schöpfung. Die Welt, in der wir leben, ist es nicht wert, dass wir ihr zu viel Aufmerksamkeit schenken. Johannes schreibt völlig zu Recht in 1. Johannes 2,17: „Und die Welt vergeht und ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“

Die Frage, die sich jeder Mensch stellen muss, lautet deshalb: Was will Gott von mir? Was muss ich tun, um die Ewigkeit mit Gott zu verbringen? Und die Antwort ist ganz einfach: Buße!

Hier steht Jesus vor Volksmengen, die sich noch nicht dazu entschieden haben, seine Jünger zu werden. Wie alle Heiden beschäftigt sie das Unrecht der Welt. Wie kann es sein, dass eine Oma mit ihrem Enkel auf einen Weihnachtsmarkt geht und dort von einem Amokfahrer umgefahren wird und stirbt? Wie kann das sein? Wo war da Gott?

Gute Frage: Wo war er denn? Die Antwort Jesu auf diese Fragen ist keine Theodizee, keine Erklärung dafür, warum ein guter Gott das Böse in dieser Welt zulässt. Seine Antwort auf das unverständliche Grauen in dieser Welt ist eine Warnung. In Lukas 13, Vers 3 sagt er: „Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.“

Die Warnung Jesu und die Realität des Todes

Und ich weiß, dass eine solche Warnung in diesem Zusammenhang mitleidlos und grausam wirkt. Ich bin auch oft von der nüchternen Art Jesu überrascht. Dann denke ich mir aber sofort: Recht hat er. Warum sollte man um den heißen Brei herumreden und Nebensächlichkeiten wie die Theodizee beleuchten? Warum sich in philosophisch-theoretischen Erklärungen verlieren, wenn jeder einzelne Zuhörer dasselbe massive Problem mit Gott hat?

Statt Spekulationen über die besondere Sündhaftigkeit dieser toten Galiläer anzustellen, sollte sich das Publikum lieber über sich selbst Gedanken machen.

„Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.“ Jesus spricht hier vom Umkommen. Direkt vor diesem Text hat Jesus darüber gesprochen, wie wichtig es ist, mit Gott ins Reine zu kommen und die gute Gelegenheit zur Buße nicht zu verpassen. Das Argument davor lautete: Erkenne die Zeichen der Zeit. Das Argument jetzt lautet: Benutze den Tod anderer Menschen, um dich an deine eigene Endlichkeit zu erinnern.

Wenn Jesus hier von Umkommen spricht, meint er nicht nur den physischen Tod. Er meint das endgültige Umkommen, die Verlorenheit derer, die keine Buße getan haben. Das traurige Schicksal derer, von denen wir in den Nachrichten hören, sollte uns eine Warnung sein.

Statt Gottes Güte in Frage zu stellen oder das Leid in der Welt als Beweis für die Nichtexistenz Gottes zu nehmen – was es nachweislich nicht ist – und statt wegzuschauen, sollten wir den Tod anderer als Anfrage an uns sehen.

Was wäre, wenn du das gewesen wärest? Was wäre, wenn der Lkw dich überfahren hätte? Wären wir dann auch umgekommen? Wären wir dann auch gestorben, ohne vorher Buße getan zu haben?

Die Bedeutung der Sterblichkeit und der Umgang mit Trauer

Die Beschäftigung mit unserer Sterblichkeit gehört nicht gerade zu den Lieblingsaufgaben des modernen Menschen. Trotzdem lernen wir von Salomo in Prediger 7,2-3: Es ist besser, ins Haus der Trauer zu gehen als ins Haus des Gastmahls, denn jenes ist das Ende aller Menschen.

Der Lebende nimmt es sich zu Herzen: Besser Verdruss als Lachen, denn bei traurigem Gesicht ist das Herz in rechter Verfassung. Komische Verse, oder? Sie sollen aber nicht den Wert von Freude im Leben mindern. Trotzdem ist es wahr, was hier steht.

Im Haus der Trauer, wenn man um einen Toten weint, ist bei traurigem Gesicht das Herz in rechter Verfassung. Der Tod eines Menschen macht auf eine gute Weise nachdenklich. Der Lebende nimmt also die Trauer, den Tod und die eigene Vergänglichkeit ernst. Er nimmt es sich zu Herzen, er denkt darüber nach.

Das ist etwas sehr Wertvolles. Vergiss nie, dass du sterben musst.

Leid, Tod und die Perspektive des Glaubens

Und was für politische Morde gilt, das gilt auch für andere tragische Ereignisse.

In Lukas 13, Verse 4 und 5 heißt es: „Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und sie tötete. Meint ihr, dass sie vor allen Menschen, die in Jerusalem wohnten, Schuldner waren? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.“

Merken wir uns das gut: Das Leid in der Welt ergibt keinen Sinn. Weder das Leid, das Menschen einander antun, noch das Leid, das durch Schicksalsschläge oder Naturkatastrophen über Menschen hereinbricht – jedenfalls nicht aus unserer Perspektive.

Und wir dürfen getrost damit aufhören, es erklären zu wollen, wenn wir ihm die Bedeutung absprechen, auf die Jesus uns hier hinweist. Oder lasst es mich anders sagen: Es kommt nicht darauf an, wie ein Mensch stirbt. Das ist das Denken der Heiden. Für sie ist es wichtig, dass jeder Mensch möglichst lange lebt und sein Leben möglichst intensiv genießen kann.

Ein früher Tod, noch dazu ein gewalttätiger oder einer, der vermeintlich aus dem Nichts herauskommt – so der Typ Schlaganfall oder Autounfall – so ein Tod wird als falsch wahrgenommen. So will man nicht sterben. Wenn schon sterben, dann wie Abraham, über den es heißt, dass er in gutem Alter und der Tage satt verstarb. Aber da war er halt auch schon hundertfünfundsiebzig. So ein Tod erscheint richtig.

Eine junge Mutter mit Bauchspeicheldrüsenkarzinom – das erscheint falsch, jedenfalls den Heiden. Als Christen wissen wir, dass so ein Denken bestenfalls unrealistisch, wahrscheinlich aber Götzendienst ist. Wir wissen auch, dass unser eigentliches Leben erst noch kommt, und wir können hoffentlich mit Paulus sagen, in Philipper 1, Verse 21-23:

„Denn das Leben ist für mich Christus und das Sterben Gewinn. Wenn aber das Leben im Fleisch mein Los ist, dann bedeutet das für mich Frucht der Arbeit, und dann weiß ich nicht, was ich wählen soll; ich werde aber von beidem bedrängt. Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser.“

Was wir uns als Christen wünschen, das ist das weit Bessere, nämlich bei Christus zu sein.

Die Gewissheit des Glaubens und der Aufruf zur Buße

Vielleicht haben wir hier noch die ein oder andere Aufgabe zu erledigen. Und doch bleibt das weit Bessere.

Warum können wir so ans Leben und damit ans Sterben herangehen? Ganz einfach: Weil wir Buße getan haben. Wir sind mit Gott im Reinen.

Wir sehen diese Welt als das, was sie ist – als einen Ort, der so viel Leid enthält, dass er sich überhaupt nicht nach Zuhause anfühlt.

Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, wie du über das Thema Sterben denkst. Hast du Angst vor dem Tod oder freust du dich auf Jesus?

Das war's für heute. Falls du beim Thema Buße feststellen solltest, dass du selbst nur religiös und noch nicht bekehrt bist, ändere das doch. Gott ist immer nur ein Bekehrungsgebet weit entfernt.

Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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