
Matthäus 5,5-5,516.12.2001
Serie•Teil 13 / 37Matthäus-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung: Worum es heute eigentlich gehen soll
Das, was ich heute Morgen sagen möchte, würde eigentlich ganz gut als Predigt zu einem ersten Sonntag im Jahr passen. Und zwar würde ich dann das Thema nennen: Gute Vorsätze und warum nie etwas aus ihnen geworden ist – an einem praktischen Beispiel.
Manchmal denke ich, wir Christen sind schon ein merkwürdiges Völkchen. Das fängt ja schon in der Bibel an. Da sind die Jünger auf dem Weg nach Jerusalem. Es ist das letzte Mal, dass der Herr Jesus mit seinen Jüngern nach Jerusalem einzieht, und das Wichtigste, das Eigentliche, steht bevor. Und dann kann man sich überlegen: Worüber unterhalten sich die Jünger auf diesem letzten gemeinsamen Weg nach Jerusalem? Über das Kreuz? Über die Auferstehung? Über diese tiefen geistlichen Fragen?
Nein, das, was sie wirklich interessiert, ist die Frage: Wer ist eigentlich der Größte unter uns? Wer ist eigentlich derjenige, der, wenn es dann dazu kommt, dass das neue Reich eingerichtet ist, den Premierministerposten bekommt? Das ist ihr Interesse.
Ich habe manchmal den Eindruck, wir schaffen es ganz gut, uns im christlichen Kreis über Nebensächlichkeiten zu streiten. Also, ich könnte zum Beispiel heute Morgen eine Kontroverse über diesen Tannenbaum anfangen. Ich könnte mir die Frage stellen, ob ein heidnisches Fruchtbarkeitssymbol tatsächlich in einem Gottesdienst etwas zu suchen hat. Es ist doch ein wichtiges Thema, oder? Ihr findet nicht, dass es wichtig ist. Wir lachen darüber. Aber das ist die Tragik: Es gibt genug Gemeinden, die auf diesem Niveau angefangen haben, sich zu streiten, sich zu spalten und letztlich für die Sache des Herrn unbrauchbar zu werden.
Und das, was ich heute Morgen machen möchte, einmal mehr machen möchte: Ich möchte zurückkommen zu den eigentlich wichtigen Dingen im Christsein. Mir passiert es persönlich immer wieder, dass ich die Bibel aufschlage, die Themen sehe, die Jesus betont, und dann innerlich erschrocken bin. Erschrocken bin, weil ich denke: Na ja, das ist eigentlich nicht so neu, aber das ist eigentlich genau das, was ich brauche. Das ist eigentlich genau der Punkt, wo es in meinem Leben zickt, wo ich merke: Da tut es weh.
Es tut nicht beim Tannenbaum weh, aber bei einem Thema wie heute Morgen, wenn es um Sanftmut gehen wird, da muss ich noch viel lernen. Deswegen ist das, was ich heute Morgen sagen will, etwas, was ich besonders auch mir selbst predige. Und wenn jetzt der eine oder andere im Stillen denkt oder nachher seinem Nachbarn zuflüstert: Na ja, was der predigt, darüber müsste er selbst mal nachdenken – ja, das stimmt.
Und trotzdem möchte ich mit euch heute weitermachen in unserer Reihe über das Matthäusevangelium. Wir sind immer noch in der Bergpredigt, Matthäus 5, und heute werden wir uns um Vers 5 kümmern. Matthäus 5, Vers 5, Bergpredigt, mitten im Start der Bergpredigt, bei den Seligpreisungen.
Ihr erinnert euch vielleicht noch: Die Bergpredigt ging in erster Linie an Jünger, das heißt an Menschen, die für sich diese Entscheidung getroffen hatten: Wir wollen dem Herrn Jesus nachfolgen. Und damit jeder, der weiß, was es bedeutet, dem Herrn Jesus nachzufolgen, auch nicht in seinen Vorstellungen irgendwie verwirrt ist, predigt Jesus die Bergpredigt. Und er fängt damit an mit einem Thema, das uns heute genauso aktuell ist wie vor zweitausend Jahren: mit dem Thema „Wie findet ein Mensch Glück?“
Und wir haben uns jetzt schon zweimal die ersten beiden Seligpreisungen angeschaut, die immer anfangen mit „glückselig“. Und heute kommen wir zu dem Punkt, wo es heißt: Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.
Also, das ist unser Text heute: Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.
Die alte Verheißung und die enttäuschte Erwartung
Um zu verstehen, welche Brisanz in diesem Satz steckt, den wir wahrscheinlich alle schon x-fach gelesen und vielleicht auch überlesen haben, erlaubt es mir, mit euch kurz 1.500 Jahre vor Jesus zurückzuspringen, eigentlich noch mehr, eigentlich 2.000 Jahre vor Christus.
Dort begegnet Gott einem Mann, Abraham, und er gibt ihm ein Versprechen. Dieses Versprechen lautet: Ich bin der Herr, der dich aus Ur herausgeführt hat, um dir dieses Land zu geben. Abraham wohnte also als Nomade in einem Land, und Gott sagt ihm: Schau dich um. Das Land, wo dir im Moment noch nichts gehört, das werde ich dir schenken.
Wir verfolgen die Geschichte des Volkes Israel, und 500 Jahre später wird ein anderer Mann, nämlich Mose, das Volk Israel dann in der Knechtschaft, also immer noch weit davon entfernt, das Land zu besitzen, aus Ägypten herausführen. Und noch einmal eine Zeit lang später wird dieses Volk unter seinem General Joshua in das verheißene Land einziehen und tatsächlich, was versprochen war, in Besitz nehmen. Plötzlich hat dieses Land einen neuen Besitzer: Israel. Eine Nation ist geboren, endlich zu Hause, könnte man meinen.
Aber dann liest man weiter im Alten Testament und stellt fest: Diese Freude, die da war, dieses Gefühl „Wir haben ein eigenes Land, wir gehören irgendwo hin“, ist von ziemlich kurzer Dauer. Im Buch der Richter erfahren wir von Stämmen wie den Midianitern oder den Philistern, die immer wieder Teile des Landes oder das ganze Land annektieren. Und diese Fremdbeherrschung führt dann weiter in der Geschichte über die Assyrer, die Babylonier, die Perser, dann kommen die Griechen und das, was nach den Griechen kommt, bis hin zu den Römern.
Wenn Jesus hier sagt: Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben, dann spricht er zu einem Zeitpunkt, wo die römische Gewaltherrschaft über das Land Israel bereits fast 100 Jahre andauert. Seit 63 vor Christus herrschen die Römer. Und diese Hoffnung, darauf hatte Gott uns nicht versprochen, wir würden das Land eines Tages bekommen, diese Hoffnung brannte natürlich in den Herzen der Juden. Logisch. Und jeden Tag, wenn du aufstandst und irgendeine römische Patrouille vorbeiging und sich womöglich lächerlich über dich machte oder sagte: Hier, kriegst du mal mein Bündel, jetzt trag das mal eine Meile für mich, und du wusstest: Ich bin nicht frei, da kam dieser Gedanke: Aber Abraham, Abraham hatte doch die Verheißung. Das Land würde irgendwann unser sein.
Wir können uns gut vorstellen: Vor so einem Hintergrund entwickelt sich ein ganz bestimmtes Bild von einem Messias, oder auf Griechisch von einem Christus, von einem Retter. Und in unserer Zeit würde dieses Bild sich wahrscheinlich decken mit: Ja, die meisten von uns kennen Rambo, oder? Also so einer, der alleine gegen alle kämpft und am Ende kommt er durch. Du weißt nicht wie, aber er schafft es irgendwie am Ende. Muskelbepackt, von oben bis unten Waffen, und dann rein in den Kampf. So ungefähr war die Vorstellung von dem Messias. Ein Mann, der sich an die Spitze des Volkes stellt und am besten noch ein bisschen mit übernatürlicher Gewalt die Römer ins Meer treibt: Weg mit denen. Und dann wird eine Regentschaft aufgerichtet, wie sie das Land seit den Zeiten von König David, also seit 1.000 Jahren, nicht mehr gesehen hat.
Ein Rambo-Messias also. So einer, wenn er die Bilder jetzt aus Afghanistan sieht, wie diese Marines, die vor nichts Angst haben und da durchgehen, schwer bewaffnet, alles im Griff: Wir sind hier die, die was zu sagen haben. Und jetzt kommt Jesus. Und Jesus passt überhaupt nicht in dieses Schema. Wenn man so will, ist Jesus der ganz andere Messias. Und diesen ganz anderen Messias, den wollten die Menschen nicht haben.
Also, sie wollten schon einen Messias. Man will ja immer gerettet werden, wenn man in Not ist. Aber sie wollten den Messias zu ihren Konditionen, einen, der in ihr Bild, in ihr Verständnis von Geschichte und wie Gott handeln muss, hineinpasst. Aber Jesus macht ihnen diese Freude nicht. Er erfüllt ihre Vorstellungen einfach nicht.
Und ich denke, es wird am deutlichsten in einer kleinen Episode aus seinem Leben. Stellt euch vor, Jesus zieht ein nach Jerusalem. Ihr kennt das vielleicht von Weihnachtsfilmen, da ist das dann ja so: Er zieht ein nach Jerusalem. Die Erwartung des Volkes war: Wenn der König nach Jerusalem einzieht, dann mit einer blitzenden Rüstung auf einem riesigen Schlachtross, an der Spitze seiner Soldaten, vorneweg die Fanfarenträger, und es ist laut und voller Begeisterung.
Und dann lesen wir in Matthäus 21: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und auf einer Eselin reitend. Nichts mit Rüstung, nichts mit Streitross, nichts mit Soldaten, also zumindest wenn man mal von den Jüngern absieht, die wir wahrscheinlich nicht unbedingt als Soldaten bezeichnen würden.
Oder wenn Jesus seinen eigenen Charakter beschreibt – das ist vielleicht das Spannende –, wenn Jesus seinen eigenen Charakter beschreibt und zwar mit den Worten des Propheten Jesaja, dann klingt das folgendermaßen. Ihr könnt das nachlesen in Matthäus 12. Gott spricht: „Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe; ich werde meinen Geist auf ihn legen.“ Und jetzt kommt der Charakter des Messias: Er wird nicht streiten noch schreien. Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.
Das ist ein Bild, und dieses Bild bedeutet: Wenn der Herr Jesus auf die Erde kommt, wenn der Messias erscheint, dann wird er nicht eine riesige PR-Maschine vorweg laufen lassen. Dann wird nicht geschrien auf den Straßen, das wird nicht laut zugehen, das wird eher leise sein, das wird eher im Verborgenen geschehen. Und dann wird er das geknickte Rohr nicht zerbrechen.
Das ist ein Bild für Menschen, für zerbrochene Menschen, die von Machtmenschen im Vorbeigehen eben noch eins draufbekommen und mit kaputtgehen. Aber Jesus wird das nicht machen. Er wird sich die Zeit nehmen für die Gebrochenen, für die, die am Boden sind, und er wird sie wieder aufrichten. Er wird ihnen nicht noch einen Schlag draufgeben.
Oder wenn er den glimmenden Docht nicht auslöscht, dann heißt das: Er wird Menschen, in denen noch ein Funke Glaube ist, fast nicht mehr zu sehen, fast schon an der Realität gescheitert, den wird er sich zuwenden. Und wird ihnen neue Hoffnung geben. Er wird nicht sagen: Mit euch ist eh kein Profit zu machen, ich kann euch nicht brauchen in meinem Reich, ich will nur die Starken und die Schönen und die Kräftigen und die Schnellen und die, die weit springen können. Nein, er wird anders kommen, ganz anders. Er wird sanft sein, zart, mitfühlend, verständnisvoll, freundlich. Er wird der sanfte Retter sein, und als der Sanfte wird man ihn ablehnen.
Obwohl er so viele Wunder tut, wird das niemanden überzeugen. Jesus ist mir und uns ein Vorbild in Sanftmut. Und wenn er sagt: Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben, dann bringt er damit zwei Dinge zum Ausdruck.
Erstens: Die Verheißung gilt. Die Verheißung ist nicht aufgehoben. Und zweitens: Diese Verheißung gilt denen, die so leben, wie es Jesus ihnen vormacht, die, wenn man das will, Gottes Charakter ausleben.
Und deshalb lasst uns heute Morgen anschauen, was es eigentlich bedeutet, sanftmütig zu sein, so zu sein, wie Jesus war. Wie gesagt: ein Thema nicht neu, aber ein Thema so irrepraktisch, dass ich davon ausgehe, ihr könnt es schon zehn Minuten nach der Predigt gebrauchen.
Was Sanftmut wirklich bedeutet
Das Wort, das hier steht mit „glückselig die Sanftmütigen“, ist manchmal schwierig, weil man im Deutschen ein Wort finden muss, um ein griechisches Wort zu übersetzen. Nicht jedes griechische Wort lässt sich eins zu eins übertragen. Und hier ist das so.
Das Wort, das im Griechischen für sanftmütig oder für Sanftmut steht, verwendet man, und ich bringe euch mal zwei, drei Beispiele: Man verwendet es in der Beschreibung eines ganz tollen Reitpferdes, so etwas, das vor Kraft strotzt und das da steht, bevor es loslaufen kann, zittert, und das seine Kraft entfaltet unter der Anleitung eines Trainers, der es dazu bringt, im Rennen zu gewinnen, weil es nicht auf den ersten hundert Metern schon die ganze Kraft rauslässt. Das wäre sanftmütig: ein sanftmütiges Pferd, ein Pferd, das bereit ist, sein ganzes Potenzial unter der Führung des Trainers einzusetzen, so dass am Ende etwas Gutes dabei herauskommt.
Sanftmütig würde man auch ein Medikament nennen, das in der genau richtigen Dosierung eingesetzt wird. Dann wäre das Medikament sanftmütig. So würden die Griechen das sagen; wir würden das nicht so sagen, aber so wird der Begriff verwendet.
Oder sanftmütig wäre ein Wind. Ja, die Segler – ich höre zumal nicht so viele Segler hier –, aber ihr könnt euch vorstellen: Es macht einen Unterschied, ob der Wind so bläst, dass man vorwärtskommt, oder so bläst, dass man umgeworfen wird. Und wenn man gerade vorwärtskommt, wenn man sagt: Das ist ein guter Wind heute zum Segeln, dann würde der Grieche sagen: Der Wind ist sanftmütig.
Also: Sanft sein heißt, da steckt ein unglaubliches Potenzial dahinter. So ein Wind könnte ja anstatt sanftmütig auch als Orkan daherkommen, und er wäre überhaupt nicht mehr sanftmütig. Sanft heißt also: Da steckt Potenzial dahinter. Und wenn jemand sanft ist, dann kontrolliert er das Potenzial, das in ihm steckt. Er beherrscht es so, dass am Ende etwas Gutes dabei herauskommt.
Das bedeutet Sanftmut: eine eigene Kraft zu beherrschen zum Wohle eines anderen.
Zwei Richtungen des sanften Lebens
Und jetzt kann man Sanftmut in zweierlei Richtungen leben: einmal im Blick auf Gott und einmal im Blick auf Menschen. Genau diese zwei Seiten der Sanftmut.
Wenn ich sanftmütig im Blick auf Gott bin, dann heißt das, ich nutze die Möglichkeit, die Gott in mich hineingelegt hat, nämlich widerspenstig zu sein und gar nicht zu tun, was Gott will, nicht. Sanftmütig im Blick auf Gott heißt: Ich erkenne die Leitung und die Korrektur Gottes an. Und ich bin nicht, wie es hier drüben steht, widerspenstig oder ungehorsam.
Der Gedanke kommt im Jakobusbrief zum Ausdruck. Dort heißt es im 1. Kapitel, Vers 21: Deshalb legt ab all die viele Schlechtigkeit und nehmt das eingepflanzte Wort mit Sanftmut auf. Interessant: Wir sollen das Wort Gottes mit Sanftmut aufnehmen. Wir könnten es auch in der falschen Weise aufnehmen. Wir könnten einfach sagen: Will ich nichts mit zu tun haben, lass mich in Ruhe, Gott. Gott sagt: Nein, nimm es mit Sanftmut auf. Lass es an dich heran. Nutze das, was ich dir gebe, zum Leben. Mit Sanftmut aufnehmen, das eure Seelen zu erretten vermag.
Also: unsere ewige und auch unsere zeitliche Errettung. Denn wir haben auch im täglichen Leben Probleme, vor denen wir errettet werden müssen. Beide Formen der Errettung hängen davon ab, wie wir mit dem Wort Gottes umgehen, ob wir sanftmütig rangehen und sagen: Ich lasse mich korrigieren. Oder ob ich einfach sage: Weg damit, will ich nichts mit zu tun haben, ich mache, was ich will. Das wäre dann widerspenstig und ungehorsam.
Wer so ein bisschen die Bibel kennt, der weiß: Da gibt es ein gutes Beispiel für Ungehorsam. Da gibt es einen im Alten Testament, der musste das zehn Plagen lang erleben: den Pharao. Zehnmal hat er gesagt: Lass mich in Ruhe. Das ist Widerspenstigkeit pur. Und so wollen wir nicht sein, oder?
Also im Blick auf Gott bedeutet Sanftmut: Ich lasse mich von Gott führen, in besonderer Weise durch Gottes Wort. Und an der Stelle ist es schon ziemlich praktisch für uns. Ich erinnere nur an alle, die bei der letzten Predigt auf mich zugekommen sind und gesagt haben: Jürgen, da war was für mich dabei, da müsste ich was ändern. Und die Frage lautet: Habt ihr es geändert?
„Ich müsste mal was anpacken in meinem Leben“ ist nur der erste Schritt. Was Gott eigentlich will, ist, uns zu korrigieren, uns zu leiten, uns zu erretten aus den Situationen, in denen wir drinstecken. Und dazu ist es logischerweise nötig, dass man das, was man weiß, auch tut.
Sanftmut im Umgang mit anderen Menschen
So, die zweite Seite.
Wir können Sanftmut üben gegenüber Gott oder gegenüber seinem Wort, und wir können natürlich auch gegenüber anderen, unseren Mitmenschen, sanftmütig sein. Die Stelle, die René eingangs vorgelesen hat, will ich noch einmal kurz vorlesen. Da heißt es: Wandelt würdig der Berufung. Gott hat uns berufen, und wenn jemand uns beruft, dann haben wir damit auch eine Verpflichtung übernommen.
Das ist wie wenn jemand eine Arbeitsstelle antritt. Wenn jemand sagt: Ich habe einen Professorenruf, die haben einen Ruf, aber ich habe jetzt eine Stelle, was weiß ich, bei der BVG, und bin Busfahrer, dann könnte man auch sagen: Wandelt würdig der Berufung. Bitte lebt so, wie ein Busfahrer halt leben soll. Und Busfahrer fahren vorsichtig Auto und schrammen nicht hinten drauf, weil sie denken: Naja, das gehört halt auch irgendwie manchmal dazu.
Wandelt würdig der Berufung heißt: Lebt als Christen so, wie ihr berufen worden seid. Und dann kommt eine Aufzählung: mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend. Also Demut gehört dazu, Sanftmut, Langmut und ein Ertragen in Liebe.
Sanftmut im Blick auf andere. Wen sucht ihr? Wer bitte? Peter? Peter Ruggel? Ist wahrscheinlich ... Ulrike! Kein Problem.
Also, wir waren dabei zu überlegen: Sanftmut im Blick auf Gott, und jetzt Sanftmut im Blick auf Menschen. Und im Blick auf Menschen ist Sanftmut eng verwandt mit Begriffen wie Freundlichkeit, Demut, Langmut, Geduld, manchmal auch Stillsein.
Mir ging es so, als ich mir darüber Gedanken gemacht habe: Wie packe ich denn den Begriff? Wie kriege ich ihn denn jetzt eingetütet? Dann ist mir aufgefallen, dass es mir leichter fällt, zu begreifen und greifbar zu machen, was es heißt, nicht sanft zu sein. Also wenn jemand nicht sanft ist, dann ist er grob, oder? Oder er ist unfreundlich, oder so ein bisschen hochnäsig und besserwisserisch, weil er von oben herab alles bringt. Er ist vielleicht laut oder herrisch, hart, er verletzt den anderen, und wir würden das vielleicht lieblos nennen.
Alles Dinge, bei denen ich sage: Damit ist so viel Negatives verbunden, da möchte ich eigentlich nichts mit zu tun haben. Ich möchte nicht grob sein, ich möchte nicht unfreundlich sein in meinem Leben, ich möchte nicht laut, herrisch, ich möchte nicht hart sein, und ich möchte schon gar nicht verletzend sein.
Aber dann sitzt man zu Hause an einem Tisch, gegenüber sitzt die eigene Tochter, und man macht Englisch-Hausaufgaben. Man macht sie vielleicht deshalb, weil sie in der Woche eigentlich hätten getan werden sollen, aber nicht so richtig getan worden sind. Also ist es schon ein schlechter Start, und dann stellt man fest, dass es noch dies oder jene Verschlechterung des schlechten Starts gibt. Und dann wird man laut, dann verletzt man den anderen, dann wird man herrisch und unfreundlich.
Und weil mir das gestern Abend passiert ist, denkt man an die Predigt am nächsten Tag und denkt: Du kannst ja die Morgen über Sanftmut predigen. Und dann sage ich doch: Das kann ich, weil das genau unser Thema ist, weil wir genau an der Stelle in der Gefahr stehen, so zu sein, wie Jesus es überhaupt nicht möchte.
Denn dieser Schalter von freundlich zu unfreundlich, das ist so ein kleines Ding. Das legt sich innerhalb von einer Millisekunde um, und plötzlich bin ich ganz anders: von lieb zu hart, von nicht grob zu grob. Das ist manchmal nur ein kleiner Schritt.
Oft genug merken wir es noch nicht einmal. Deshalb denke ich, wir brauchen das, dass wir uns darüber Gedanken machen, wie Gott sich uns vorstellt. Dass wir nicht sagen können: Na ja, ich bin halt so und kann auch nichts machen. Doch, wir können etwas daran ändern. Gott möchte nicht, dazu werde ich nachher noch mehr sagen, Gott möchte nicht, dass wir bleiben, wie wir sind.
Warum Sanftmut keine Schwäche ist
Bevor ich das tue, noch ein paar Nebenbemerkungen.
Sanftmütige Menschen sind keine Weicheier. Sanftmütige Menschen sind keine Weicheier. Sie haben verstanden, dass in ihnen so viel Potenzial zum Schlechten steckt, dass sie fähig sind, einen anderen Menschen zu verletzen. Deshalb verzichten sie ganz bewusst darauf, dieses Potenzial auszunutzen, und wollen ganz bewusst sanftmütig sein.
Stellt euch ein Kernkraftwerk vor, ja? Jeder Mensch ist so ein Kernkraftwerk. Und jetzt stell dir mal vor, so ein Kernkraftwerk würde die ganze Energie, die in ihm drinsteckt, auf einmal loswerden. Das wäre nicht gut. Aber die Energie sinnvoll genutzt, über einen langen Zeitraum hinweg, das ist zum Nutzen für alle.
Und deswegen sollen wir, wenn wir sanftmütig sind, ein Stück weit so Kernkraftwerke sein, die dosiert ihre Möglichkeiten, ihre Kraft abgeben, ohne dass sie einen anderen Menschen damit verletzen. Und damit wird Sanftmut zum Gegenteil von Gewalt, zum Gegenteil von Rache.
Sanftmut hat nichts zu tun mit Feigheit. Niemand wird Jesus Feigheit unterstellen. Und er sagt: Kommt her zu mir, all ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. Jesus sagt: Ich bin sanftmütig. Und Jesus war überhaupt nicht feige, nicht an irgendeiner Stelle.
Sanftmut heißt auch nicht, dass ich einen Mangel an Überzeugung habe. Ich habe so ein wabbeliges Rückgrat und weiß eigentlich nicht, was Sache ist, und deswegen bin ich halt immer so ein bisschen softy. Nein, genau das Umgekehrte ist richtig. Weil ich weiß, was richtig ist, und weil ich das Richtige dem anderen schenken möchte, dosiere ich meine Möglichkeiten auf das Maß, mit dem der andere noch leben kann, ohne dass er darunter zerbricht.
Und Sanftmut ist auch mehr als einfach nur Nettigkeit. Wir sind halt nett zueinander. Es ist auch noch mehr als das. Es ist gelebter Mut, gelebte Stärke und gelebte Glaubensüberzeugung aus der Hand Gottes. Aber so gelebt, wie Jesus es gelebt hätte, zum Wohnen und zum Nutzen des Anderen. Das ist Sanftmut.
Vielleicht bekommt ihr, wenn ihr darüber nachdenkt, noch mehr Ideen, wie sich das in eurem Leben zeigen könnte.
Wozu wir Sanftmut brauchen
Zum Schluss noch eine Folie: Wozu brauchen wir Sanftmut? Das sind bei mir fünf, bei euren Predigtnotizen sind es vier Punkte.
Also: Wir brauchen Sanftmut erstens dazu, um Jesus ähnlicher zu werden. Niemand, der unbeherrscht und verletzend ist, kann sich auf Jesus zurückziehen. Und wenn ihr denkt: Ja, aber Jesus hat doch bei den Pharisäern auch mal deutliche Worte gesagt, dann gebe ich dir Recht. Er hat auch den Tempel zweimal gereinigt, auch das stimmt. Und trotzdem: Wenn du mit mir umgehst wie Jesus mit den Pharisäern, dann machst du einen Fehler, glaub mir.
Was Gott tut, ist, dass er sagt: Ich habe bestimmte Charakterziele für dich. Diese Charakterziele findet man zum Beispiel im Galaterbrief, und dort werden sie zusammengefasst als Frucht des Geistes. Der Heilige Geist möchte also in unserem Leben Frucht bringen. Er möchte, dass Dinge sichtbar werden. Eigentlich möchte er, dass Jesus in uns sichtbar wird. Das, was man dann sieht, ist eigentlich Jesus. Und da heißt es: Die Frucht des Geistes aber ist ... und mitten in dieser Aufzählung steht Sanftmut. Jesus ist sanftmütig, und wir sollen sanftmütig sein. Und damit wir das nicht vergessen, ist uns ein Brief von Paulus überliefert worden.
Man könnte ja sagen: Ja wunderbar, dann muss Gott das in mir machen. Und wenn er es nicht tut, dann kommt es halt nicht. Es ist ja die Frucht des Geistes und nicht die Frucht von Jürgen. Falsch, denn die Dinge haben immer zwei Seiten. Das eine ist, dass Gott uns die Kraft dazu gibt, ein anderer zu werden. Die andere Seite finden wir im 1. Timotheus 6. Da heißt es, Paulus an Timotheus: „Du aber jage danach“, und dann kommt wieder eine Aufzählung, unter anderem: Sanftmut.
Könnt ihr euch das vorstellen? Ein Jäger auf dem Weg durchs Unterholz. Er hat eine Spur und folgt ihr. Er weiß: Ich brauche das, was da läuft. Ich brauche das zum Essen, ich will das unbedingt haben. Und das ist das Bild, das Paulus verwendet. Er sagt: Ich will, dass du der Sanftmut nachjagst. Dass du dir einen Zettel schreibst, auf dem steht: Ich will sanftmütig werden. Und dass dieser Zettel irgendwo klebt. Und jedes Mal, wenn du anfängst, nicht sanftmütig zu sein, bittest du Gott um Vergebung, gehst zu dem Menschen hin, dem gegenüber du nicht sanftmütig warst, bittest ihn um Vergebung und fängst immer wieder von vorne an. Du lässt dich dein ganzes Leben lang nicht von diesem Ziel abbringen.
Ihr merkt: Christsein ist ganz schön anstrengend. Aber es lohnt sich. Es lohnt sich, weil sich am Ende der Charakter Christi herausentwickelt.
Zweitens: Wir brauchen Sanftmut, weil sich sonst Gemeinde nicht leben lässt. Ich habe meine Ecken und Kanten. Manch einer ist damit schon konfrontiert worden. Wisst ihr, was ihr braucht, um einander zu ertragen? Sanftmut. Nochmal die Stelle von Reni: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut einander in Liebe ertragend.
Merkt ihr was? Wenn ihr merkt: Ich komme mit Jürgen nicht klar, dann aufschreiben: Ich brauche Sanftmut. Wo wird Sanftmut besonders wichtig? In der Gemeinde. An der Stelle, wo wir einander vielleicht auch mal sagen müssen: Du, da hast du etwas falsch gemacht. Da lebt einer auch mal daneben, und jemand anders muss hingehen und sagen: Hey, so geht’s nicht.
Galater 6,1: Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt wird, also wenn jemand sündigt, so helft ihr einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht.
Ist logisch, oder? Da kommt einer zu mir und sagt: Du, ich muss mal mit dir reden, du hast ja etwas angestellt. Platt ist das Visier runter, Schwert raus, na dann komm, Freund. Das ist die logische Reaktion, oder? Wer mag es schon, wenn jemand kommt und mit mir über meine Fehler redet? Niemand mag das. Aber wenn der kommt und sagt: Du, ich habe dich gern, und einfach freundlich und sanft mit mir umgeht, wenn ich merke, der andere meint mich, er stellt sich nicht einen halben Kilometer über mich, versucht dann nicht, mit mir von oben herab zu kommunizieren, er schreit mich nicht an, er nimmt nicht seine Bibel und haut mir links und rechts um die Ohren, sondern er kommt im Geist der Sanftmut. Er sagt: Du, ich habe dich lieb, und ich möchte einfach auf eine liebevolle und freundliche Weise mit dir reden. Und du, ich meine dich, und ich bin auch nicht besser. Hey, das wär’s doch, oder?
Weil sich sonst Gemeinde nicht leben lässt. Stellt euch mal eine Gemeinde vor, wo jeder, wenn er merkt, dass er mit seinen Ecken und Kanten nicht weiterkommt, nicht anfängt zu schimpfen, sondern sagt: Oh, ich muss noch viel Sanftmut lernen. Das wäre toll. Und da, wo jemand merkt, dass jemand anders etwas falsch macht, hingeht und sagt: Du, in aller Freundlichkeit und Liebe, wir müssen da mal drüber reden. Wäre das nicht klasse? Also ich würde mir so eine Gemeinde wünschen.
Drittens: Wir brauchen Sanftmut, um unser Licht leuchten zu lassen. Das ist auch ein Zitat aus der Bergpredigt. Das Licht leuchten lassen heißt, mit anderen Menschen Umgang zu haben, gute Werke zu tun und andere Menschen auf Gott hinzuweisen.
Titus 3: Erinnere sie – das sind die Gläubigen auf Kreta –, gegen alle Menschen alle Sanftmut zu erweisen. Das, was wir hier in der Gemeinde lernen, das brauchen wir auch im Alltag.
Ihr werdet sagen: Im Alltag? Na ja, was gibt es denn da für Situationen? Und dann gehst du zu McDonald’s, und dann flaumt dich die Bedienung an, nur weil du dich nicht laut genug gesprochen hast, und du pflaumst zurück. An so einer Stelle: Sanftmut. Oder du fährst so durch die Stadt, und da fährt einer vor dir, und das sind diese Leute, die Strich fünfzig fahren, kennt ihr die? Und dein inneres Barometer geht so langsam hoch. Da denkst du dir: An so einer Stelle Sanftmut und Freundlichkeit. Oder da hast du die Jugendlichen, ich wohne in so einer Siedlung, und da stehen sie wieder herum und schmeißen ihre Kippen weg und so, und du denkst dir: Euch würde ich gerne nur mal eine Woche erziehen.
Es ist so praktisch: freundlich, mild, sanft. Nicht aus der Haut fahren, nicht grob, nicht verletzend werden. Merkt ihr, ich könnte euch wahrscheinlich noch eine halbe Stunde lang praktische Beispiele aus meinem Leben aufzählen. Und wenn wir dann weitermachen, könnte jeder von euch, wenn er dann verstanden hat, wo es langgeht, auch eine halbe Stunde erzählen. Jeder von uns weiß: Wir brauchen Sanftmut.
Und wir brauchen es nicht nur bei merkwürdigen Mitteilnehmern am Straßenverkehr, sondern wir brauchen es in unseren Ehen. Vor allem die Frauen brauchen es, glaube ich. Ja, ich glaube, wenn eine Frau mit einem Ehemann umgehen will, dann braucht sie viel Sanftmut. Also meine Frau braucht viel Sanftmut. Sie braucht viel Verständnis, viel Einfühlungsvermögen. Und die Bibel beschreibt das auch so.
Es gibt Situationen, wo es in Ehen nicht richtig funktioniert. Es funktioniert nicht, ja natürlich, weil der Mann nicht das tut, was die Bibel sagt, weil er nicht seine Frau liebt, wie Christus die Gemeinde geliebt hat, sondern weil er bitter wird, weil er auf sein eigenes Recht besteht, weil er nicht ihre Bedürfnisse sieht und stillt – alles Dinge, die die Bibel eigentlich für den Mann vorsieht. Und wie soll die Frau dann vorgehen? Na ja, sie meckert halt so lange herum, bis der Alte sich ändert. An so einer Stelle denke ich mir: Das ist falsch, und die Bibel sagt auch, es ist falsch.
Der Ratschlag, den die Bibel Frauen mit schwierigen Ehemännern gibt, ist folgender: Sei still, weil Meckern im Allgemeinen gar nichts nützt. Überzeuge ihn durch dein Leben, und dann mach dich schön. Und dann beschreibt Petrus, wie das funktioniert, dass eine Frau schön ist. Da heißt es dann mitten drin: Euer Schmuck sei der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr köstlich ist.
Eine sanfte Frau ist etwas, was vor Gott sehr köstlich ist. Gott sagt seiner sanften Frau: Toll, du hast etwas, was du gut gebrauchen kannst, du gefällst mir. Sanftheit macht in den Augen Gottes schön. Und ich denke: nicht nur Frauen, auch Männer.
Punkt vier und Punkt fünf ganz kurz aus Matthäus 5,5: „Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.“ Wir brauchen Sanftmut, um die Verheißungen Gottes zu erben. Wir werden die Belohnungen Gottes bekommen, dann, wenn wir nach seinem Charakter sanftmütig leben.
Und fünftens: Wir brauchen Sanftmut, weil es zum wahren Glück führt. Wieder Matthäus 5,5.
Schluss: Nicht vergessen, was gehört werden soll
So war mein Ziel heute Morgen, euch eine Sache vor Augen zu malen, nämlich Sanftmut. Und ich habe immer Sorge, dass ich mich vielleicht zu schwer ausdrücke. Deswegen möchte ich einen Test machen.
Wer von euch hat verstanden, dass wir als Christen sanftmütig und freundlich miteinander umgehen sollen? Wer das verstanden hat, mag nur mal ganz kurz die Hand heben. Ja, es sind doch einige. Okay, gut.
Die Gefahr besteht darin, dass wir das sofort wieder vergessen. Sofort wieder vergessen. Und deswegen habe ich euch etwas mitgebracht.
Alle, die sagen: Jürgen, ich möchte es nicht vergessen, mindestens nicht in der Kaffeepause, alle, die ein freudiges Ja dazu haben, die möchte ich jetzt bitten, auf dem Zettel diesen unteren Abschnitt abzureißen. Auf der Rückseite befindet sich ein doppelseitiges Klebeband. Also diesen Zettel abmachen und dann: Werft den Zettel nicht weg, also diesen kleinen Schnipsel, behaltet den, steckt ihn in die Hosentasche, ihr braucht ihn noch.
Und dann folgendes tun, nämlich an einer deutlich sichtbaren Stelle, wo ihr sagt: Ja, macht ihr es ran. Da steht drauf: Ich will kein Grobian sein, bitte hilf mir dabei. Das macht ihr dran. Also, wenn ihr rausgeht oder wenn euch das zu doof wird mit dem Zettel, dann nehmt ihr ihn erst danach ab. Erst mal dran machen, dann nehmt ihr ihn wieder ab für zu Hause, nehmt das Hinterteil, macht das wieder drauf, dann klebt das nämlich, und nehmt ihn mit nach Hause.
Und da gibt es bestimmt einen Ort, wo der Zettel hinpassen könnte. Immer nur dann, wenn ihr sagt: Ich habe damit ein Problem. Wenn ihr sagt: Mit Sanftmut habe ich noch nie in meinem Leben auch nur den Anflug eines Problems gehabt, dann schmeißt ihr den Zettel weg.
Aber alle anderen: Ich finde das relativ ernst, was ich sage. Insofern vielleicht noch mal kurz ruhig werden. Alle anderen bitte ich, dass sie, wenn sie dann zu Hause angekommen sind, das in die Bibel oder so stecken, damit es nicht verknittert, dass sie dann zu Hause hinten wieder abmachen und dann zum Beispiel, jetzt sage ich mal, am Spiegel, wo man morgens so reinschaut, also da, wo immer das große Erschrecken am Morgen passiert, da macht ihr den dran. Oder aber ihr macht ihn in eure Geldbörse rein. Oder ihr klebt ihn hin, wo ihr sagt: Da brauche ich ihn.
Bei mir klebt er im Moment am PC. Am Lenkrad, genau. Für Ehepaare: Ihr habt ja zwei, ihr könnt dann mehr verwenden. Und ihr klebt ihn dahin, wo ihr ihn hinbraucht. Und denkt einfach daran: Ihr schmunzelt über diesen Zettel, aber ich sage euch, so ein Zettel kann ein Leben revolutionieren an einem Punkt, weil er euch zwingt, noch einmal darüber nachzudenken, ob das, was ich jetzt tue, eigentlich konform geht mit dem, was ich eigentlich leben will. Oder habe ich zehn Minuten nach der Predigt schon wieder vergessen, was in der Predigt war?
Lasst uns darauf achten, dass wir mit Sanftmut, das heißt ohne Widerspenstigkeit, das Wort Gottes aufnehmen und dafür sorgen, dass unser Leben auch wirklich verändert. Denn dazu ist es da. Sonst könnten wir Sonntagmorgen auch einfach ausschlafen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.
