Generierte Mitschrift
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Einleitung und erste Einordnung
Matthäus 6,19-23
Wir hatten im letzten Jahr den Abschnitt, dann aber den über die Sorgen. So kommt es meist, dass man immer von den Sorgen redet und das, was Jesus in diesen ersten Versen sagt, bei uns allen wahrscheinlich überhaupt nicht beachtet wird.
Und Jesus hat uns ganz konkrete Befehle gegeben: Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden. Dort fressen sie die Motten und der Rost, und dort brechen die Diebe ein und stehlen. Dass Jesus da schon gewusst hat, dass die Kriminalität so schlimm wird in unserem Jahrhundert, nicht? Zu allen Zeiten ist es so.
Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein?
Freude, Dank und der Blick auf Gottes Güte
Zuerst soll dieser Tag ein großer Freuden- und Danktag sein. Wie hat uns unser Gott mit Gutem überschüttet?
Wenn ich die Zeitung aufschlage oder die Fernsehnachrichten sehe, werde ich immer wieder mit Horrorgeschichten überschüttet. Aus dem letzten Winkel der Erde, wenn ich über alle Details informiert werde, kenne ich all die zerfetzten Toten, die auf Minen Getretenen, die Kriegsschauplätze und die Hungercamps. Und was weiß ich noch alles? Können sie es überhaupt noch ertragen, dieses Bild, das Menschen zerstören? Ich weiß gar nicht, wie lange die Menschheit das noch aushält, immer nur mit diesen Schreckensbildern in sich zu leben.
Es gibt ja kaum andere Nachrichten als schlimme Nachrichten: Gemeinheit der Menschen, Bosheiten, Intrigen und Macht, wie andere auf die Seite gedrückt werden, wie andere Unschuldige leiden. Und was macht unser Gott? Er lässt immer wieder über diese Unheilsplätze Gras wachsen. Ist das nicht schön? Gehen Sie mal über die Minenfelder. Draußen steht noch ein Schild: Achtung, betreten verboten. Und doch wächst Gras, und die Blumen blühen.
Wenn unser Gott nicht immer wieder diese Welt mit all dem Glanz der Schöpfung seiner Herrlichkeit überziehen würde, man könnte die Erde gar nicht mehr ansehen. Die Kriegsschauplätze sind nach ein paar Jahren überwuchert, herrlich grün. Menschen zerstören die Welt, und unser Gott wird nicht müde, in dieser zerstörten, zerrissenen, leidenden Welt immer wieder seine Herrlichkeit in seiner Schöpfung zu offenbaren. Neues Leben blüht aus den Ruinen.
Zwei unserer Krankenschwestern von christlichen Fachkräften waren damals dort in der Nähe des Vulkans Pinatubo, in dem Lager Batangmorong, einem Flüchtlingslager für die vietnamesischen Bootsleute, die gerettet worden waren, als der Pinatubo ausbrach. Es war so furchtbar, wie sich diese Asche über das ganze Gebiet senkte. Die Häuser sind zusammengebrochen. Vielleicht lag die Vulkanasche einen halben Meter hoch. Und diese Schwestern hatten sich so bemüht um diese Ureinwohner, die Aetas, die in der Nähe des Lagers wohnen und denen es noch viel schlechter ging als den Flüchtlingen.
Das sind nekroide Stämme, schwarze Philippinos. Und es war furchtbar, als dort alles, was sie aufgebaut hatten, zerbrochen und zerstört war. Sie hatten ja noch durch Opfer für ein paar hundert Mark Büffel beschafft, vielleicht wissen sie es gar nicht mehr, damals. Jetzt war alles aus, und die Frauen waren ganz verzweifelt.
Und wenn man heute hinkommt: wunderschöne Reisfelder, üppig, alles grün. Und wenn man fragt: Was ist denn los? Wo ist denn die Asche? Dann sagen Ihnen die Leute: Wir haben es gar nicht für möglich gehalten. Die Vulkanasche war der beste Dünger für den Boden. Noch nie haben wir solche Ernten eingebracht.
Da lernt man staunen. Man muss es so erleben, ganz unerwartet, wie Gott uns beschenken kann, in einem Augenblick, in dem man meint, es sei alles aus.
Oder vor ein paar Tagen war noch einmal das Bild in der Zeitung, wie unser schon heimgegangener Vater Stepp Kehrpakete austeilt. Einige haben ihn erkannt. Da waren so Kinder da gestanden. Da sehe ich mich ja noch einmal. Wie hat man damals das erlebt? Meine Frau hat damals die erste Schokolade ihres Lebens gegessen. Die Würmer waren aus den Nüssen raus, die haben sie neben den Würmern herausgepult und haben glückselig die Schokolade gegessen, wahrscheinlich nie mehr so glückselig.
In der Freude beschenkt uns Gott so. So beschenkt uns Gott.
Jetzt zuerst einmal die Frage: Warum können wir heute nicht mehr über die vielen Schätze unseres Lebens danken? Warum können wir heute nicht mehr über die vielen Schätze danken?
Die falsche Einschätzung des Besitzes
Es ist doch verbreitet, dass viele Menschen um uns her eigentlich sagen: Ja, was soll ich denn danken? Das ist doch selbstverständlich. Ich habe doch fleißig gearbeitet, das ist doch das Wenigste. Und schließlich ist das alles so problematisch mit meinem Arbeitsplatz und meinen Verdiensten und mit der Stabilität des Geldes und wohin das überhaupt treibt, mit der Wirtschaftspolitik und wo das mit unserer Umwelt noch hingehört. Wir sehen ja lauter Probleme.
Gut, wir sind kritische Menschen geworden. Und damit Sie mich nicht falsch verstehen: Ich finde es toll, dass Sie kritisch sind. Sie brauchen nicht primitiv Gott zu danken. Oberflächlich nicht und leichtfertig auch nicht. Seien Sie nur kritisch und fragen Sie nach: Was ist denn bloß mit unserer Welt los? Wo ist denn die Güte Gottes in meinem Leben?
Es wird heute sicher viele Leute geben, auch wenn sie mit anderen sprechen, die Ihnen viel erzählen können, warum Ihnen gar nicht zum Danken zumute ist, warum Sie sogar voller Ärger und voller Erregung sind. Aber ich frage mich, ob Sie wirklich kritisch sind. Richtig kritisch. Jesus war kritisch und hat gesagt: Prüft einmal, was die Schätze eures Lebens, das, was ihr aufhäuft, euer Zahltag, euer Besitz, eure Häuser, was die überhaupt wert sind, wie stabil das Zeug ist, was ihr zusammentut. Und wenn er kritisch nachfragt, müsste er sagen: Kein Wunder, dass wir so viel schimpfen. Da ist eigentlich überhaupt nichts Bleibendes drin und nichts, was uns erfüllt und satt macht.
Jesus redet zuerst davon, dass diese Schätze, die wir in diesem Leben gewinnen können, verderblich sind. Sie verderben, sie gehen kaputt. Und Jesus redet von den Motten und vom Rost. Da könnte man auch von den Motten, von den Ratten sprechen, die alles zerfressen. Dann könnte man von der Entwertung sprechen und von dem, was alles kaputtgeht. Und dann redet Jesus von den Dieben.
Damals war das so, dass die Mauern gar kein tiefes Fundament im Boden hatten. Die Diebe mussten bloß unter der Mauer im Lehmhaus durchgraben, und schon waren sie innen drin und haben alles rausgezogen. Aber heute ist es erschütternd, dass man sich mit seinem Besitz nicht sichern kann. Wenn ich an schicken Häusern in Stuttgart vorbeilaufe, habe ich Mitleid und denke: Mensch, wie machen die Leute bloß das, dass sie in dieser extremen Wohnlage heute noch sicher leben? Und wenn sie dann noch ein paar schöne Wertgegenstände da drin haben, wird es gefährlich.
In der Dritten Welt ist man uns ja in der Kriminalität voraus. Und ich kann es Ihnen sagen: Da hat man alles durchprobiert. Mit den Alarmanlagen hat man schnell gemerkt, dass das keinen Wert hat. Da heulen die Alarmanlagen, aber niemand läuft mehr. Und dann hat man die Nachtwächter hingetan, extra eine Person pro Nacht. Aber die Nachtwächter sind ja auch nicht dumm, die schlafen einfach, wenn ein Einbruch kommt. Denn wenn die Einbrecher kommen und die sind wach, oh, da geht es um Tod und Leben. Und am nächsten Morgen stehen sie ganz unschuldig da und sagen: Herr, ich habe geschlafen. Kein Schutz.
Ein Bekannter, den ich neulich in Nairobi traf, der hat gesagt: Als sie in mein Haus eingedrungen sind, sind am helllichten Tag zehn Banditen gekommen. Ich bin bloß auf meinem Stuhl gesessen und habe gesagt: Bedient euch! Ich habe mich schön gehütet, noch etwas zu machen. Das einzige, was man tun kann, um sein Leben zu retten.
Wir sind noch nicht ganz so weit, aber vielleicht wird es bei uns auch noch einmal so werden.
Begehrlichkeit, Unruhe und die Suche nach dem rechten Maß
Was sind denn die Güter dieser Welt? Sie können uns nicht sichern, sie geben uns auch keine Sicherheit. Das ist das andere. Sie machen uns nur begehrlich. Wir wollen immer mehr von diesen Gütern haben. Man kann sich ja gar nicht einfach hinsetzen und sagen: So, jetzt ist es mal gut. Man will es gleich wieder umsetzen und noch mehr gewinnen. Je mehr man hat, umso mehr will man.
Und deshalb ist es doch bezeichnend, dass wir heute in unserem Wohlstand viel, viel unglücklicher sind als die Millionen Menschen, die in den armen Gebieten der Welt leben. In den indischen Slums oder selbst in den Hungergebieten Afrikas: Was denken Sie, wie die heute ihre Loblieder singen und ihre Danklieder? Was man hat, das macht begehrlich!
Jetzt muss ich mal ein Wort sagen: Ich reagiere da jetzt immer ein wenig empfindlich und allergisch, wenn man heute immer wieder sagt, das ist die Werbung. Stehen Sie auf, protestieren Sie, das ist doch ein Unsinn. Die Werbung macht uns doch nicht begehrlich. Auch 1944, wo es keine Werbung gab, hätte ich gerne Schokolade gegessen, auch ohne Werbung. Der Mensch will genießen und will Luxus und Eleganz haben. In Russland, wo es nie eine Werbung gab, früher im Kommunismus, wollte jeder ein Auto. Das Menschenherz ist doch das Begehrliche.
Die Werbung kann noch ein bisschen Unterschiede machen, indem man sagt: Ich kaufe lieber den, der fünf Türen hat, dieses Auto, oder ich kaufe das Auto, das ein bisschen schneller flitzt, oder die Farbe gefällt mir mehr. So wie bei den Waschmitteln. Aber man wäscht doch nicht Wäsche wegen der Werbung, sondern bloß noch, welches Produkt man kauft, das kann die Werbung entscheiden.
Es ist doch nicht wahr, dass die Werbung die Begehrlichkeit weckt. Das ist so eine Ausrede des modernen Menschen, sondern wir haben ein unerfülltes Herz. Und das haben die Strategen erkannt, die sagen: Jetzt braucht es noch mehr und noch etwas anderes und noch etwas Besseres. Und sie wissen es doch. Und wenn man in die neue Wohnung einzieht, hat sich gar nicht viel verändert. Und wenn man noch einmal mehr verdient und noch weiter reist, wird es nicht so, dass man erfüllter wird.
Und selbst Leute, die 56 Prozent ihres Einkommens versteuern müssen – das ist viel, also versteuern müssen sie natürlich alles, aber 56 Prozent Steuern zahlen, das meine ich jetzt –, die sind vielleicht gar nicht glücklicher als der arme Student, der kaum über den Monat kommt. Das ist etwas Merkwürdiges, dass dieses Geld mich gar nicht mehr glücklich macht. Jesus sagt: Wo ist dein Herz? Wo hängst du denn dein Herz dran?
Der Schatz des Himmels und die Frage nach der wahren Heimat
Jetzt fragen sie uns aber: Was soll ich machen? Soll ich alles verschenken und den Armen geben und wie Diogenes im Fass leben? Nein, nein, Sie wissen doch, was Jesus meint. Sie sind Haushalter über alles, was Gott Ihnen anvertraut hat. Aber hängen Sie Ihr Herz nicht daran. Das ist ganz schwer. Es ist, als hätte man ein Haus, ohne das Herz daran zu hängen, ein Auto zu haben und das Herz nicht daran zu hängen, wenn es gestohlen wird oder wenn es kaputtgeht. Besitz zu haben und nicht traurig zu sein, sondern zu sagen: Macht doch nichts, wenn es weggenommen wird oder wenn es verloren geht. Das Herz nicht daran hängen.
Gott hat uns viel anvertraut. Dann sagt der Wucher doch mit dem: Macht was Gutes. Also, warum wir heute so schlecht danken können? Weil wir die Schätze falsch einschätzen, den Besitz falsch ansehen.
Jetzt ein zweiter Punkt: Wo lernt man denn das Danken? Wie lernt man denn das Danken? Ich finde das so schön. Frau Mayer hat uns wieder die Sachen aus Untertürkheim gestiftet, die herrlichen Dinge. Man will ja einfach stehenbleiben und die wunderbaren Gaben Gottes anblicken. Und doch sage ich heute am Erntedankfest: Gucken Sie jetzt mal nicht hier auf die Gaben, nicht auf dieses Brot, sondern sehen Sie hinter all den Schätzen dieser Welt den Geber, den ewigen Gott, der Ihnen begegnet, der Sie überschütten will.
Wir haben einen falschen Blick. Wir bleiben am Materiellen hängen. Schauen Sie dahinter!
Vor ein paar Wochen war am Ausgang noch ein junger Vater. Der wohnt auswärts, war früher in unserer Jugendarbeit. Bei der Frau hat es beim ersten Kind eine sehr schwere Geburt gegeben, im Kaiserschnitt. Aber der Mann, der konnte kaum reden. Ich habe Gott erlebt, wusste gar nicht, dass man da auch dabei sein darf, sogar beim Kaiserschnitt, sagte das Große: Da ist ein Mensch geboren.
Und da hat ein junger Mann heute gelebt, der übrigens mit Immobilien handelt. Er lebt. Die großen Dinge kommen aus der Hand Gottes, und die sind ein Wunder. Da versteht man überhaupt nichts. Wenn Sie begreifen, wie viel, viel mehr in Ihrem Leben von Gott geschenkt ist, von Gott wunderbar Ihnen anvertraut und geschenkt ist, da werden Sie überhaupt nicht damit fertig, wie Gott Sie umgeben will mit allen guten Dingen.
Und es ist so, dass die äußeren Dinge Ihres Lebens, auch die Reichtümer, oft Sie sogar abhalten, Gott zu sehen, vielleicht auch Ihr Jammern, Kämpfen und Ringen.
Die bleibende Sicherheit und der Ernst der Vergänglichkeit
Was sagt Jesus? Ihr solltet einen Schatz im Himmel haben. Man kann sich den Himmel nicht kaufen, auch nicht mit Geld, auch nicht mit einer Geldspende. Das ist nicht gemein.
Was ist der Schatz im Himmel? Das ist grösser als aller Reichtum unseres Lebens der vergangenen Woche.
Da wurde uns ein Sterbebett besucht, lieber Bruder, der hier immer oft in unserem Gottesdienst sass: unser Bruder Hermann Mast. Und dann sprachen wir, und etwas, das ganz selten auch bei unseren Gemeindegliedern vorkommt, da konnte man unbekümmert reden vom Heimgehen, vom Sterben. Bei den meisten darf man es gar nicht sagen. Und dann erzählten sie uns beide, als die Enkel kamen und sagten: Opa, es ist doch schön, wenn du jetzt in den Himmel gehst. So ist es, hat er gesagt. Einen Satz im Himmel: Ich habe einen Herrn, der mich liebt und dem ich gehöre. Was sind alle Reichtümer dieser Welt?
Und es hängt natürlich damit zusammen, dass wir kaum mehr über die Ewigkeit sprechen und viele Menschen gar nicht mehr darüber nachdenken, dass sie nur noch eine ganz begrenzte Zeit auf Erden leben, weil sie so erfüllt sind mit der Sicherung ihres Lebens. Man kann sein Leben nicht sichern. Die Versicherungen leben zwar von der Angst um die Sicherheit, aber was kann denn eine Lebensversicherung schon im Leben sichern? Sie kann den Tod abfedern, aber nur für die Zurückbleibenden, aber für einen selbst überhaupt nicht. Man stirbt genauso wie ohne Lebensversicherung. Und bei der Krankheit kann sie auch nur die Kosten abfedern. Das ist schon ein Stück. Ich bin nicht gegen Versicherungen. Aber dass wir uns gar nicht mehr damit beschäftigen: Was ist dann in der Krankheit, wenn mir Leib und Seele verschmachten? Was habe ich als Schatz im Himmel? Was habe ich, wenn ich sterbe und wenn all die Güter vergehen? Selbst meine Versicherungspolice kann mir dann nichts mehr bedeuten. Was habe ich denn als Schatz im Himmel?
Nur was du dem Himmel lebst, dir von Schätzen dort erstrebst, das ist Gewinn.
Und jetzt ist die Frage: Wie sieht das aus, wenn junge Leute heute sich auf die Prüfung vorbereiten, wenn man Lebensplanungen macht? Sie brauchen nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Aber in all dem, wo sie mit Geld umgehen, mit ihrer Karriere umgehen, wo sie Häuser bauen, sollen sie sagen: Aber meine Heimat ist im Himmel. Und ich will das in der richtigen Relation sehen, dass uns das Kleine klein und das Grosse gross erscheinen wird. Und das Grosse ist, dass mein Name im Buch des Lebens geschrieben ist. Das kriege ich nur gratis. Aber das ist der Schatz jeden Tages, der mich hält und der mich fröhlich macht.
Beispiele aus der Bibel und die Warnung vor falscher Bindung
In der Bibel stehen so viele eindrückliche Geschichten über Geld. Oft ist das ganz nah beieinander, auf engem Raum. Da ist der Prophet Elisa, ein Mann Gottes, und sein Diener Gehasi. Dann kommt der General Naeman aus Syrien, und er wird wunderbar vom Aussatz geheilt. Danach kommt er noch einmal zurück in das kleine Prophetenhäuschen und geht auf den Propheten zu. Er drängt ihn, die Bezahlung anzunehmen. Ganze Säcke voller Silber und Gold, erzählt die Bibel. Ich glaube, den Schreibern ist dabei auch noch einmal das Wasser im Mund zusammengelaufen. Und dazu kostbare, wahnsinnig schicke Anzüge, würde man heute sagen.
Und was sagt Elisa? Sie müssen es im Wortlaut wissen: So wahr der Herr lebt, vor dem ich stehe, ich nehme es nicht. Abraham hat einmal, als der König von Sodom ihm ein solches Angebot gemacht hat, gesagt: Keinen Schuhriemen will ich. So frei war er von allen irdischen Verlockungen. Keinen Schuhriemen, was mir nicht Gott oder der Herr schenkt, will ich nicht. Und wenn die Welt mir nachläuft und mich mit Geschenken überhäufen will, nichts will ich.
Und der Diener Gehasi hört das hinter der Tür. Er sagt sich: Das gibt es ja nicht. Ein bisschen Geschäftssinn braucht man doch. Er läuft dem Naeman nach, hinter der Bergkuppe, so schön, wenn man es Kindern erzählt, was Elisa nicht mehr sehen kann. Dann sagt er zu Naeman, dem General: Mein Herr sendet mich. Er lügt und sagt, da sind jetzt Gäste gekommen, Prophetenschüler, und die brauchen dringend ein bisschen was. Gib mir doch noch ein paar Festkleider und ein bisschen Geld.
Und dann drängt Naeman den Gehasi sogar, mehr zu nehmen, als er erbeten hat. Gehasi geht nach Hause, versteckt alles schnell irgendwo im Keller und kommt wieder hoch. Dann sagt Elisa: Ich sah dich. Und am Ende hängt der Aussatz an Gehasi, der einst bei Naeman war.
Wissen Sie, dass wir mit allen irdischen Gütern betrogen sind? Wir sind betrogen. Ich rede jetzt nicht nur von der Korruption oder von dem, was sich auch unter uns breitmacht, sondern davon, dass Ihr Herz nicht nach den Gütern der Welt trachtet. Der alte Hofprediger Storr hat vor 250 Jahren den Leuten den Satz eingeprägt: Haltet es für eine Last, nicht für eine Lust, wenn ihr mehr habt, als ihr braucht. Haltet es für eine Last, nicht für eine Lust, wenn ihr mehr habt, als ihr braucht.
So schwierig ist es, das richtig vor Gott zu verwalten. Und hängt euer Herz nicht daran. Prüfen Sie sich: Wo sind Sie mit Ihrem Herzen gebunden? An Ihren Wunschträumen? Die ziehen Sie hinunter. Da stehen viele Geschichten wie bei Gehasi, die uns an die Welt binden und die uns letztlich für Gott unbrauchbar machen. Und das beste Beispiel haben Sie an unserem deutschen Volk, von dem ich immer sage: Es ist das Reich der Welt. Aber am weitesten weg von Gott.
Wie steht es mit uns Christen?
Die einzige verlässliche Grundlage für das Leben
Und als Letztes: Wir brauchen ganz stabile Wertanlagen, ganz stabile Wertanlagen. Es war schon ein Schock, als unsere Hausbank um die Ecke plötzlich 75 Millionen Miese in der Bilanz hatte, oder wenigstens die Gefahr. Und die Sillenbucher haben es mit ihrer Bank noch einmal zehn Millionen höher geschraubt.
Das ist ja heute so, dass selbst die Banker nicht mehr ganz sicher sind. Und vorhin, vor dem Gottesdienst, traf ich unseren Börsenmakler, der im Auftrag einer Bank an der Stuttgarter Börse arbeitet. Ich fragte: Wie geht es? Er sagte: rauf und runter, rauf und runter. Es gibt nichts Stabiles, es gibt nichts. Niemand kann sich vor dem großen Crash bewahren.
Wir haben leider keine Zeit, sonst hätten wir jetzt den jungen Leuten einmal erzählen müssen, wie das in der Inflation war. Viele von uns haben das zweimal miterlebt. Das müsste doch eine Lektion sein, die wir den Enkeln noch vererben.
Ich hatte gerade bei der Währungsreform Geburtstag, und meine Oma, lieb, wie sie war, schickte mir einen Zehnmarkschein. Und die Post, wie sie immer war, lieferte das Paket verspätet aus. Hätte ich es vor der Währungsreform bekommen, am Freitag oder Samstag, hätte ich noch mit der alten Reichsmark für zehn Mark einkaufen können. Für mich als Kind war das unvorstellbar. Ich hätte es auch anmelden können, dann hätte ich eine neue D-Mark dafür bekommen. Aber weil es bei der Post lag, war es nur ein Fetzen Papier.
Und das ist eine Lektion für mich. So viel Wert steckt drin, nicht erst, wenn der Äquivalenz kommt, sondern das steckt in all den Gütern dieser Welt drin. Der Appetit kommt vom Essen. Und je mehr man von den Gütern hat, das ist ja interessant, dass Menschen in der Freiheit oft viel mehr leben. Nein, wenn man in Gott satt ist und in Gott geborgen ist.
Der Prediger Louis Harms, ich habe viel bei alten Predigern gelesen, die haben noch viel schärfer darüber gepredigt. Louis Harms sagt: Wenn du Eisenbahn fahren willst, liest du Fahrpläne. Lies doch den Fahrplan, wie man in den Himmel kommt. Keine Schätze auf der Welt haben. Die haben Fraktur geredet. Die haben gesagt: Ihr kennt euch aus, wie es in Asien und Afrika aussieht. Wisst ihr auch, was im Himmel zählt? Richtet euch darauf ein. Was lebt ihr denn so als satte Weltbürger?
Damals hatte man noch nicht so viel Wohlstand wie heute. Oder er sagt einmal: Wenn du die ganze Welt besitzen würdest, weißt du, was das Gefühl wäre? Wie wenn du eine Erbse in einen Sack werfen würdest, mehr nicht. Du fühlst dich genauso leer wie vorher. Besitz gibt keine Erfüllung, das wissen ja die Reichen unter uns. Aber es gibt so viele andere, die mit ihrem neidischen Blick meinen, wenn man so weit wäre, wäre es eben doch etwas.
Ja, wie kann ich denn mein Leben überhaupt sichern? Wie kann ich denn mein Leben überhaupt sichern, und wo kann ich denn stabil mein Leben haben? Es gibt überhaupt nichts so Stabiles, wie wenn ich unter der segnenden Hand Gottes lebe. Wenn er mich täglich führt und ich meine Geschicke in seine Hand lege.
Und jetzt ist ja interessant: Das erleben immer nur Leute wahrscheinlich in großer Armut. Und darum können wir jetzt auch nur Geschichten von den Hungerjahren erzählen. Ich weiß noch, was das für mich war, der ich damals als sechsjähriges Kind in Stuttgart im Westen lebte, 1945 am 1. Oktober, wo man nicht wusste, was morgens auf dem Tisch steht, und wo wir gesungen haben, dass Gott bei geringem Mahl rote Wangen schenkt. Der Herr hat uns durchgebracht.
Aber man kann das Glauben so schlecht machen, wenn man so dicke Kontenbücher hat. Da liegt der Fluch drin. Ich habe neulich mit einem jungen Mann hier gesprochen, der hat mich angesprochen. Sie kennen ihn nicht. Und sagte: Ja, ich kriege gerade Anstellung als junger Theologe, hätten Sie für mich? Ich sagte: Wir suchen dringend von Südsudan und von Mosambien eine ganze Reihe von Theologen. Er hat gesagt: Ja, ich habe einen Job in der Wirtschaft.
Jetzt müssen Sie sich überlegen, was Ihre Berufung war. Er sagte: Ja, wegen den Kindern. Seien Sie nicht kindisch, fragen Sie sich: Was ist Ihr Glaube in den schwierigen Situationen Ihres Lebens? Vertrauen Sie Gott. Es ist bei Theologen schon schwierig, ob dann der Job in der Wirtschaft nicht besser ist und sicherer. Wo ist Ihr Platz? Und jetzt: Wo ist bei Ihnen das Glauben verlangt? In der Krankheitsnot, in der Schwachheit Ihres Lebens, im Sorgen.
Afrika: In einem der ärmsten Gebiete im Tschad ist das passiert, dass ein Mann morgens in den Gottesdienst kam. Und da trägt man immer zusammen, wofür können wir denn danken, und alle nehmen Anteil. Es wäre auch schön, wir hätten heute das so zusammengetragen, aber Sie sind so schüchtern, dann wage ich es nicht.
Und er kam ganz begeistert und hat gesagt: Ach, ganz Tolles passiert, mein Fahrrad wurde gestohlen, preis den Herrn, Halleluja! Die anderen guckten ihn ganz komisch an und sagten: Wie bitte? Dein Fahrrad wurde gestohlen. Warum preist du den Herrn? Ja, ich bin doch bei der Post angestellt, und mein Chef sagte immer: Du hast ein Fahrrad, dann musst du 14-täglich Dienst machen am Sonntag. Und jetzt ist mein Fahrrad gestohlen, jetzt kann ich jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen. Preist den Herrn!
Da hat einer gemerkt, was die stabilste Wertanlage seines Lebens ist. Nun müssen Sie wissen, was in Afrika ein Fahrrad bedeutet, mehr als bei uns ein Mercedes 500 mit Cabrio. Da müssen Sie wissen, was der Wert des Lebens ist. Vielleicht passiert in Ihrem Leben etwas, dass Sie sagen: Ich bin bitter enttäuscht, mir hat Gott etwas durchgestrichen. Aber seitdem habe ich Zeit für das Eigentliche.
Und das kann passieren, dass Gott manchmal in unserem Leben hart mit uns umgeht und uns dann wunderbar reich beschenkt. Stabilste Wertanlage: Was schenkt Ihnen Gott? Er redet zu Ihnen, sagt: Siehst du meine Liebe? Wie ich dich versöhnen will, dein Leben reinigen will, heiligen will. Das ist doch der Schatz, das ist die einzige Sicherheit, die dein Leben tragen kann.
Und auch wenn unsere Gesundheit angeschlagen ist, wenn wir viel klagen und jammern könnten, da, wo andere schimpfen, da können wir sagen: Aber Herr, deine Gnade weicht nicht.
Schlussgedanke und Zuspruch
Ich erzähle Ihnen ja immer so gern, und das soll das Letzte sein von unseren Mitarbeitern. Das ist vielleicht schon etwas Tolles: Wenn heute hoch qualifizierte Fachleute, Ärzte, Computerspezialisten, Handwerker und was weiß ich noch für ein Taschengeld für mehrjährige Einsätze in ein ganz großes Notgebiet gehen, ohne Sicherheit. Und sie erleben eine Erfüllung, wie man sie größer nicht denken kann.
Da schrieb Monika Hahn in einem Brief, wie kritisch es jetzt wieder geworden ist. Wir werden in 14 Tagen mehr hören, wenn die Wilma Grützen unter uns ist. Wie jetzt die UN, weil sie kein Geld mehr hat, natürlich am 1. im Südsudan die Flüge spart, die Islamregierung die Transporte für die Lkw stoppt und wie jetzt alles ganz kritisch wird. Und sie sitzt in der Falle drin. Dann schreibt sie unten: 5. Mose 31.
Seid getrost und unverzagt, das ruft ihr uns zu, fürchtet euch nicht und lasst euch nicht irren, denn der Herr, dein Gott, wird mit dir sein und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen.
Das ist die Sicherheit, die einzige Sicherheit, mit der Sie leben können. Und dafür wollen wir heute danken, am Erntedank. Und Gott gibt uns noch viel mehr darüber hinaus, als wir bitten und verstehen. Amen.

