Generierte Mitschrift
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Begrüßung und Einführung in das Thema
So, willkommen bei den Sessions „Befreit zum Dienen, zum Dienen befreit“ von Verena Wehgart. Verena ist verheiratet mit Christian, der hier Pastor in der Arche ist und auch im Leitungskreis von Evangelium 21 mitarbeitet. Sie ist ausgebildete Erzieherin und Sozialpädagogin. Hier in der Gemeinde leitet sie den Mutter-Kind-Kreis und macht auch Seelsorge und viele andere Aufgaben mit. Sie ist schon als Teenager zum Glauben gekommen, und wir sind sehr gespannt auf ihren Vortrag heute.
Dankeschön, liebe Sarah. Sarah werde ich morgen im Ladies Lunch vorstellen. Morgen um ein Uhr wollen wir uns als Frauen noch einmal treffen, zwecks Vernetzung, und da werde ich Sarah vorstellen. Ich freue mich darauf.
Ja, herzlich willkommen zum Seminar. Genau, du sagtest es: zum Dienen befreit, zum Dienen bereit. Was sagt die Bibel dazu? Wie können wir uns damit identifizieren? Und ich finde, es ist für uns auch als Frauen immer wieder ein spannendes Thema und durchaus jeden Tag aktuell.
Ein Bild aus dem Alltag als Ausgangspunkt
In meiner Küche hängt dieses Bild von Jan Vermeer. Ich finde es ganz toll, es inspiriert mich. Ich habe es auf einem Flohmarkt in Amsterdam zusammen mit einer Freundin gefunden. Ich habe gesagt, dass ich das Bild gerne haben möchte.
Es ist natürlich nicht das Original, das bei mir hängt, leider nicht. Es zeigt die Küchenmagd oder auch die Milchgießerin. Sie ist einfach so entspannt dabei, und das finde ich sehr schön. Für mich ist es ein positiver Einfluss auf meine Arbeit in der Küche.
Dieses Seminar soll aber nicht um unsere Arbeit und unseren Dienst in der Küche gehen, sondern natürlich vornehmlich um unseren Dienst als Christinnen allgemein, um unsere Diensteinstellung und um unser gesamtes Sein.
Was biblisches Dienen bedeutet
Es gibt in Psalm 100 den Vers: „Diene dem Herrn mit Freuden.“
Letztendlich ist das die Frage: Wie diene ich dem Herrn mit Freuden? Wer will heute schon dienen? Dienen gilt als niedere Tätigkeit. Dienen gilt als unterwürfig sein, als abhängig sein.
Der Duden sagt zu dienen: in abhängiger Stellung gegen Lohn, Gehalt, bestimmte Pflichten erfüllen, bestimmte Arbeiten verrichten und bei jemandem im Dienst stehen.
Es steckt irgendwie in uns: Wer will das schon tun? Wer will abhängig sein? Wer will sich unterordnen? Wollen wir nicht lieber selbst bedient werden? Wollen wir nicht lieber anderen sagen, was sie zu tun haben? Und im besten Fall, was sie für uns zu tun haben?
Ist das nicht das, was irgendwie in uns steckt? In unserer Gesellschaft zählt der oder die, die etwas darstellt, die etwas schafft, die etwas vorzeigen kann, die gute Referenzen hat, und nicht die, die sich bloß einklinkt, nicht die, die ihre Fähigkeiten im Hintergrund behält und anonym bleibt.
In jeder Bewerbungsmappe bekommt jeder Teenager mitgeteilt: Es muss halt stehen, was dich qualifiziert, und nicht, dass du ein dienendes Herz hast.
Wie ist es im Reich Gottes? Wie ist es für uns als Christinnen und Christen? Was sagt das Wort Gottes dazu?
Die Selbstbezeichnung der Apostel als Vorbild
Wenn die Apostel einen Brief an die Gemeinden schrieben, nannten sich die Schreiber stets selbst zu Beginn. Das hat damit zu tun, dass die Briefe damals auf Schriftrollen geschrieben wurden. Wenn der Absender den Namen unter sein Schreiben gesetzt hätte, ganz unten drunter, dann hätte man den Brief erst aufrollen müssen, um zu sehen, von wem der Brief eigentlich ist. Deshalb setzten die Apostel ihren Namen immer gleich an den Anfang, und jeder Leser wusste sofort, von wem dieses Schreiben ist.
Interessanterweise stellten sich die Apostel zunächst immer als Diener und als Knechte vor. So zum Beispiel in Jakobus 1,1: Jakobus, ein Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, an die zwölf Stämme in der Zerstreuung. Auch in Römer 1,1 heißt es: Paulus, ein Knecht Christi. In Philipper 1,1 lesen wir: Paulus und Timotheus, Knechte Jesu Christi. In Titus 1,1 schreibt Paulus: ein Knecht Gottes. In 2. Petrus 1,1 nennt sich Simon Petrus ein Knecht. Und auch in Judas 1,1 heißt es: Judas, ein Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus.
Besonders zu erwähnen sind Jakobus und Judas in dieser Aufzählung, die sich in der angenehmen Stellung befanden, leibliche Brüder von Jesus gewesen zu sein. Das ist ja eigentlich etwas, was viel hergibt, und das hätten sie ja auch aufschreiben können: Wir sind leibliche Brüder Jesu Christi, wir sind mit ihm aufgewachsen, wir kennen ihn ganz persönlich. Aber auch diese Männer hielten es für das Höchste, nicht mit Jesus verwandt zu sein, sondern sich als ein Knecht, als ein Diener Jesu vorzustellen.
Das biblische Verständnis von Knechtschaft
Wenn wir dieses Wort „Knecht“ einmal genauer betrachten, dann ist es in der griechischen Grundsprache das Wort „Doulos“, D-O-U-L-O-S. Dieses Wort wird eigentlich immer mit „Knecht“ oder „Diener“ übersetzt und heißt wortwörtlich „Sklave“ oder „Leibeigener“.
Das griechische Substantiv „Doulos“ beschreibt jemanden, der ganz und gar von einer Sache oder einer Person beherrscht wird. Diese Metapher benutzt die Bibel häufiger als jede andere Beschreibung eines Christen. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass wir dieses Wort richtig übersetzen und richtig verstehen, um unser Leben in der Dienstperspektive auch einfach richtig einordnen zu können.
Ein Angestellter oder ein Diener hat bestimmte Pflichten und bestimmte Rechte. Was aber ist ein Sklave, was ist ein Leibeigener? Sklaverei ist in unserem Wortgebrauch eher negativ besetzt, weil damit eben die Ausbeutung der Farbigen in den USA oder sonstwo assoziiert wird. Doch die Bibel schreibt nicht derart negativ über den Umgang mit Menschen und mit Sklaven, wie es in der Geschichte der Menschheit leider zu oft vorgekommen ist.
Freiheit, Bindung und die alttestamentliche Ordnung
Und so lesen wir im Alten Testament. Wir können mal aufschlagen: 2. Mose 21,2. Da gibt Gott seinem Volk klare Anweisungen, wie sie mit Sklaven verfahren sollen.
2. Mose 21,2: Wenn du einen hebräischen Sklaven kaufst, so soll er dir sechs Jahre lang dienen; im siebten Jahr aber soll er freigelassen werden, ohne Lösegeld.
Damals war es üblich, dass sich Menschen versklavten, dass sie sich und ihre Arbeitskraft einfach verbindlich weggaben. Und es ging ihnen in dieser Sklaverei meistens besser als vorher. Sie hatten ein geregeltes Einkommen, sie hatten ein Bett, sie hatten gesundheitliche Versorgung, Essen, Trinken. Es ging ihnen gut.
Gott wollte, dass ein solcher Sklave im siebten Jahr seine Freiheit wiedererlangen und entlassen werden sollte. Es sei denn, und das können wir auch gleich noch einmal aufschlagen, es sei denn, dass dieser Sklave selbst sagt, er möchte bei seinem Herrn bleiben und er möchte ihn nicht verlassen. Dann war eine öffentliche Zeremonie angesetzt, mit Gott als Zeugen, in der ein Bund geschlossen wurde.
Das steht zum Beispiel in 2. Mose 21,5 und 6 oder, ich lese mal genauso, auch 5. Mose 15,16 und 17:
Wird er, der Sklave, aber zu dir sprechen: Ich will nicht fortgehen von dir, denn ich habe dich und dein Haus lieb, weil ihm wohl bei dir ist, so nimm einen Pfriemen und durchbohre ihm sein Ohr an dem Pfosten der Tür, und lass ihn für immer dein Knecht sein, deinen Dulos sein. Mit deiner Magd sollst du ebenso tun.
Also da entstand das erste Piercing. Die Entscheidung, bei seinem Herrn als lebenslanger Leibeigener zu bleiben, entstand dadurch, dass der Sklave seinen Herrn über einen langen Zeitraum kennenlernen konnte, über mehrere Jahre ihm dienen konnte und feststellen konnte: Dies ist eine integre Persönlichkeit. Diesem Mann kann ich mich unterstellen, dem möchte ich mich weiter unterstellen. Eine Vertrauensbeziehung ist entstanden, darauf kann ich mich verlassen.
Es steht da sogar, dass der Sklave seinen Herrn lieb gewonnen hat. Also das ist ja schon mal eine ganz starke Nummer.
Christus als Herr und die Identität der Gläubigen
Wenn die Apostel von sich als Dulos schreiben, dann verstehen sie sich als Sklaven Christi. Jesus Christus unterdrückt sie weder noch erniedrigt er sie, sondern er ist gut zu ihnen und unterhält eine liebevolle Vertrauensbeziehung zu ihnen. Doch er beherrscht sie voll und ganz, wie ein Herr seinen Sklaven beherrscht. Das möchten die Apostel zu Beginn ihrer Briefe gleich klarstellen.
Was sind die Qualifikationen eines Sklaven? Was kennzeichnet einen Dulos, einen Nachfolger Christi, einen Christen, einen Diener, eine Dienerin? Was sollte dich, was sollte mich kennzeichnen?
Sklave Christi – ich weiß nicht, hat das einer von euch schon gelesen? Noch nicht so viele? Dann empfehle ich euch zur Vertiefung dieses Themas das Buch von John MacArthur. Es gibt es ja auch zu kaufen.
In dem Buch schreibt John MacArthur, und ich möchte ihn gerne zitieren: Der Name Christ bedeutet viel mehr als eine oberflächliche Verbundenheit mit Christus. Stattdessen verlangt er eine tiefe Zuneigung und Treue zu ihm sowie Gehorsam gegenüber seinem Wort. „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr alles tut, was ich euch gebiete“, sagte Jesus zu seinen Jüngern. Und MacArthur schreibt weiter: Wenn wir uns Christen nennen, erklären wir der Welt damit, dass alles an uns, einschließlich unserer Identität, in Jesus Christus zu finden ist, weil wir uns selbst verleugnet haben, um ihm nachzufolgen und zu gehorchen. Er ist unser Erlöser und Herrscher, und wir leben, um ihm zu gefallen.
Gehorsam, Vorbilder und die Haltung Marias
Also, was darf eine Dienerin Christi kennzeichnen? Es ist eine Christusidentität, damit verbunden eine Selbstaufgabe und absoluter Gehorsam.
Gehorsam ist bei uns zu Hause immer das Wort, wenn meine Kinder ernst werden, weil sie wissen: Jetzt wird Mama ernst. Wenn ich sage: Kinder, ihr müsst gehorsam sein, dann ist das bei uns das Keyword.
Und Dietrich Bonhoeffer sagte dazu, was Gehorsam ist: Das lerne ich allein im Gehorchen, nicht im Nachfragen. Erst im Gehorsam erkenne ich die Wahrheit.
Oft ist es so, dass wir Dinge hinterfragen und versuchen, sie zu bezweifeln, und gar nicht erst daran denken, gehorsam zu sein. Wie wir es zum Beispiel von einer Frau in der Bibel lesen, in Lukas 1. Sie kennen wir alle, die Geschichte. Wir lesen sie jedes Jahr zu Weihnachten.
Wir lesen von Maria, die ein junger Teenager ist, die mit Josef verlobt ist, die einfach anfängt, ihre Zukunft zu gestalten, und die sich in ihre Planungen wahrscheinlich schon hineingehängt hat, wie ihr Hochzeitskleid aussehen soll. Sie hat ihr Leben schon irgendwo strukturiert und geplant, und da kommt ein Engel, da kommt Gabriel, und sagt zu ihr: Maria, du sollst schwanger werden.
Und sie weiß, sie ist geächtet, weil sie nicht verheiratet ist. Sie weiß, sie hat keine intimen Kontakte mit einem Mann gehabt. Wie soll das gehen? Und sie antwortet aber in Vers 38: Siehe, ich bin des Herrn Magd. Magd ist hier die weibliche Form des Wortes Doulos. Sie ist eine weibliche Leibeigene des Herrn, eine Sklavin Gottes, und sie weiß, dass ihr Leben in der Hand des allmächtigen Gottes liegt.
Sie hat sozusagen ein gepierstes Ohr. Alle ihre Lebensträume, ihre Vorstellungen und ihre Planungen legt sie vor Gott ab. Sie gibt ihre Rechte auf, und sie lebt das Leben, das glückliche und zufriedene Leben einer Sklavin Gottes.
Wir dürfen von Maria lernen: Eine Sklavin Christi lebt selbstlose Hingabe im Gehorsam und im Vertrauen auf Gott allein.
Die praktische Konsequenz für das eigene Leben
Was bedeutet das konkret jetzt für mich, zu uns? Zu mir und zu dir kommt jetzt kein Engel und sagt dir, du sollst den Sohn Gottes in die Welt bringen. Und doch wollen wir Jesus in die Welt bringen. Wir wollen ihn groß machen. Wir wollen ihn durch unser Leben, durch seinen Lob und seine Ehre groß machen, durch unseren Dienst.
Um zu verstehen, wie wir einen Lebensstil des Dienens kultivieren können, müssen wir uns also erst einmal klar machen, dass unsere Stellung vor Gott eine komplette Abhängigkeitsstellung ist. Wir sind Sklaven, er ist Herrscher, er ist Gebieter, wir sind gehorsam. Das sind natürlich für weltliche Verhältnisse eine krasse Nummer, so einfach gehorsam zu sein.
Ich zitiere noch einmal aus dem Buch des schottischen Pastors Alexander McLaren, eines Zeitgenossen Spurgeons, der an dieselbe Wahrheit erinnerte: Die wahre Stellung eines Mannes, und ich füge jetzt einfach mal freimütig hinzu, und einer Frau. Ich habe meinen Mann gefragt, ob man das machen kann, und er sagt: Klar. Die wahre Stellung einer Frau, eines Mannes, ist es, ein Sklave Gottes zu sein. Absolute Unterordnung, bedingungsloser Gehorsam seitens des Sklaven. Und auf der Seite des Herrn: völliges Eigentum, das Recht auf Leben und Tod, das Recht, über bewegliches Eigentum zu verfügen, das Recht, Befehle ohne jegliche Begründung zu erteilen, das Recht zu erwarten, dass diese Befehle schnell, ohne Zögern, absolut genau und vollständig ausgeführt werden.
Alle diese Dinge gehören zu unserer Beziehung zu Gott, sagt McLaren. Und er sagt weiter: Gesegnet ist der Mann, und ich sage: Gesegnet ist die Frau, die gelernt hat, dies als die höchste Ehre und als die höchste Sicherheit ihres Lebens zu akzeptieren. Denn, Brüder, Schwestern: Eine solche Unterordnung, absolut und bedingungslos, das Aufgehen meines Willens in seinem Willen, ist das Geheimnis von allem, was den Menschen schön und groß und glücklich macht.
Für den humanistischen Zeitgeist, der auch in unseren Kirchen und Gemeinden Einzug gehalten hat und der auf den Menschen zentriert auf eigene Verwirklichung pocht, ist doch dieses Zitat ein Affront, eine Kampfansage.
Befreit von falschen Motiven und inneren Fallen
Um wahrhaft zum Dienen bereit zu sein, müssen wir erst einmal befreit sein. Wovon? Von unseren eigenen sündigen Vorstellungen, von unseren selbstsüchtigen Plänen und von unserem egoistischen Denken.
Die Sünde, die in uns entsteht, beginnt in unserem Herzen. Sie geht in unser Denken und in unsere Taten über. Markus 7,20-23
Auch das Dienen kann dadurch zu Sünde werden. Jedes Dienen in der Gemeinde und in der Familie kann dich zu Fall bringen. Es gibt Fallen des Dienens. Ich habe sie die fiesen Fallen genannt. Sie sind sehr fies, weil du nicht sofort sehen kannst, dass du in diese Falle getreten bist.
Es sind, ich nenne jetzt einmal drei. Es gibt viel mehr.
Du kannst abhängig werden vom Lob anderer, wenn du dienst. Du kannst keinen Erfolg sehen und demotiviert werden, wenn du keine Frucht siehst, wenn die Frucht ausbleibt. Und du kannst im Vergleich zu anderen stolz werden, wenn du glaubst, dass du mehr machst als die Schwester, die neben dir ist, wenn du mehr Kinder hast, wenn du mehr Frauenfrühstücke machst, wenn du mehr Mission betreibst. Das ist eine große Falle.
Ermutigung im Dienst trotz Erschöpfung
Jetzt zur Abhängigkeit vom Lob anderer.
Es ist wichtig, dass wir andere loben. Es ist wichtig, dass wir lernen, unseren Dank zum Ausdruck zu bringen, und dass wir unsere Geschwister in der Gemeinde motivieren und ihnen danken. Wir sollten sagen: Ich nehme es nicht für selbstverständlich, dass du hier deine Zeit und deine Kraft einsetzt. Danke. Ich finde es toll. Auch wenn meine Kinder zu mir sagen: Danke für das Essen, motiviert mich das, morgen wieder in der Küche zu stehen. Ja, wir brauchen das.
Aber wir sind nicht davon abhängig. Wir dienen nicht, um das Lob der anderen zu bekommen, sondern wir dienen, weil wir Gott dienen, weil er unser Herrscher ist und weil wir ihm wohlgefallen wollen. Und weil sein Lohn groß ist für uns, das Größte. Sind hier Mütter? Finger hoch! Durchaus, ja. Genau, das habe ich eben schon gesagt.
Wir dienen Tag und Nacht. Es ist nicht immer leicht, jede Nacht durchzuwachen und jeden Tag parat zu sein: die saubere Wäsche, die Töpfe voller Essen, die Fenster putzen, Klos scheuern, Hosen flicken, zum Sport bringen, Hausaufgaben betreuen, die Kinder zurechtweisen, Streitschlichten, am Herzen der Kinder dranbleiben. Ich sehe keine Frucht, irgendwie kommt hier nichts bei raus. Du wirst kaputt, du wirst müde, und du hast das Ziel vor Augen verloren.
Dienen kann ermüdend sein. Das ist, glaube ich, von uns allen schon so erfahren worden. Ob in der Kirche, ob zuhause, ob in der Arbeit, im Büro, mit deinen Angestellten oder mit deinen Mitarbeitern oder an dem Platz, den Gott für dich bestimmt hat: Wir kommen immer wieder an unsere Grenzen.
Und Sproul hat dazu mal gesagt: Das Leben an sich ist eigentlich gar nicht so kompliziert. Erst wenn du Christ wirst, wird es kompliziert. Denn dann beginnt die Schlacht in deinem Herzen. Dann bist du sensibilisiert. Dann hat der Heilige Geist dein Herz weich gemacht, und dann fängt es an, in dir zu kämpfen.
Wenn wir nicht gelobt werden, wenn wir keine Frucht sehen oder wenn wir uns mit anderen vergleichen, die längst nicht so fleißig sind wie wir, ich sagte es schon, dann gibt es schon mal einen Burn-out. Dann knickt der Stolz ein, und dann ist unsere Sicht verblendet. Ich denke, wir kennen das alle mehr oder weniger.
Den Blick neu auf Christus richten
Und wisst ihr was? Wir haben das Ziel vor Augen verloren. Wir haben den Blick gesenkt. Wir sehen auf uns, auf unseren Dienst, und wir schauen nicht mehr nach oben, wie es in Psalm 121 steht, auf ihn.
Psalm 123: Wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen, wie die Augen ihrer Magd auf die Hände ihrer Frau, so sehen unsere Augen auf den Herrn, unseren Gott.
Sie sehen auf. Er ist das Ziel. Wir sind seine Sklaven, wir sind zu seinem Dienst berufen. Er hat den Dienst für dich bereitet. Lass dich ermutigen mit Galater 6,9-10: Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. Darum: Solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenossen.
Gib nicht auf, auch wenn du seit fünf Jahren schon denselben Dienst tust oder seit fünf Monaten, seit zehn Jahren, seit dreißig Jahren. Und jetzt meinst du: Jetzt können das aber mal andere tun, jetzt ist aber auch mal gut, jetzt sind andere dran. Jetzt reicht es.
Aber zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. Bleibt dran!
Konkrete Lebensbereiche für Frauen und Mütter
Um selbstlos zum Dienen bereit zu sein, muss ich erst einmal von meinem Selbst befreit sein. Was kann es noch bedeuten? Was kann es konkret für uns Frauen bedeuten? Was kann es für die jungen Frauen hier bedeuten?
Herr, du möchtest, dass ich mich in der Schule bemühe. Ich gebe mein Bestes zu deiner Ehre. Herr, du möchtest, dass ich nicht alles mitmache, was angesagt ist, was cool ist. Ich vertraue dir, Herr. Ich bin deine Sklavin, und ich finde meinen Wert nicht in der Anerkennung meiner Mitschüler, sondern in dir allein. Kolosser 3,2.
Du möchtest, dass ich meinen Eltern gehorsam bin. Das mache ich, weil ich weiß, dass es dir wohlgefällig ist. Kolosser 3,20. Oder du möchtest, dass ich heirate? Ja, so sei es. Ich lerne, mich meinem Mann in Liebe unterzuordnen. Epheser 5. Und du möchtest, dass ich nicht heirate? So sei es. Die Sklavin würde antworten: Ich hadere nicht mit deinem guten Plan für mein Leben.
Du möchtest, dass ich keine Kinder habe? Herr, ich vertraue dir. Du bist mein Herrscher, ich bin deine Sklavin. Ich will geistliche Kinder versorgen, du füllst meinen Mangel aus. Du möchtest, dass ich Kinder habe? Ich diene meiner Familie mit ganzer Hingabe und nehme die Rolle der Mutterschaft ernst. Ich nehme die Kinder als ein Geschenk von dir an, und ich sehe sie nicht als Last, sondern als Lust. Ich lebe Titus 2 in wahrer Erfüllung in deinen Ordnungen.
Und wir dürfen auch sagen, wenn wir, ich weiß nicht, zum Beispiel in einer schwierigen Ehe stecken: Du möchtest, dass ich in dieser Ehe bleibe, Herr, zu deiner Ehre. Ja, ich tue es. Ich tue, was dein Wort mir sagt. Oder du möchtest, dass ich meine Dienste in der Gemeinde treu verrichte, ohne Murren und Zweifeln. Philipper 2,14. Ich diene dir mit Freuden. Psalm 100. Ich opfere meine Freizeit, meine Kraft, weil sie ja von dir kommt, weil es ja dein Geschenk ist. Ich gebe dir nur das wieder, was ich habe, was du mir gegeben hast. Ich weiß, dass du mich gut versorgst. Ich bin deine Sklavin, Herr.
Oder du möchtest, dass ich die Krankheit aus deiner Hand nehme. Ja, das ist oft in der Seelsorge oder auch in meinem Leben so, dass ich sehe: Wenn wir krank werden, fangen wir an, an Gott zu zweifeln, an Gott zu fragen. Und wir sagen: Herr, du bist der Herrscher meines Lebens, ich bin deine Sklavin, aber die Krankheit kommt nicht von dir. Aber wir wollen sie aus Gottes Hand nehmen und sagen: Herr, ich will lernen, dir zu vertrauen, auch wenn es nicht so läuft, wie ich es mir in meinen Vorstellungen erträumt habe.
Gott versorgt uns, das steht in der Bibel. Und das glauben wir. Unser Leben, unser Sterben liegt in der Hand des Allmächtigen, des Höchsten. Er wird uns nicht fallen lassen. Gutes und Barmherzigkeit werden uns folgen unser Leben lang, und wir werden bleiben im Hause des Herrn immerdar, wenn wir ihn sehen.
Herrschaftswechsel und neue Ausrichtung des Herzens
Merkt ihr, was es bedeutet, eine Leibeigene Christi zu sein? Wir nehmen ab, er nimmt zu. Nicht mehr wir leben, sondern Christus lebt in uns. Warum? Es hat ein Herrschaftswechsel stattgefunden in unserem Herzen.
Römer 6,17-18: Gott aber sei Dank, dass ihr Knechte der Sünde gewesen seid, nun aber von Herzen gehorsam geworden seid. Knechte, Dulos, Sklaven der Sünde waren wir. Nachdem ihr aber von der Sünde befreit wurdet, seid ihr Knechte, Sklaven der Gerechtigkeit geworden.
Wir sind Sklaven der Gerechtigkeit. Wir waren von der Sünde versklavt, einem bösen Sklaventreiber, der uns ins Verderben treiben wollte. Nun aber herrscht ein anderer Herr auf unserem Herzensthron, über unser gesamtes Sein: Jesus Christus. Ihm dienen wir, zu seiner Ehre dienen wir.
Kolosser 3,23: Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen.
Das ist das, was uns auch davor bewahren kann, auf die Falle des Angewiesenseins auf Lob und Stolz zu geraten, wenn wir es für ihn tun. Alles, was wir tun, das tun wir von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen.
Ich habe vorhin in der Pause ein Gespräch geführt, und es hat mich wieder sehr berührt. Ich denke, es ist einfach auch in unseren Gemeinden oft so dieser Drang: Ich muss ganz viel tun und muss für den Herrn ganz viel reißen. Und: „Hab aber Kinder, es haben sich hier vorne welche gemeldet, die auch Kinder haben, kleine Kinder haben.“
Der Dienst der Mütter als geistlicher Auftrag
Mir liegt es am Herzen, die Mütter zu bestärken, die kleine Kinder haben, dies als einen wertvollen Gemeindedienst zu sehen, als den Gemeindedienst überhaupt, weil ihr tagtäglich zuhause an der Generation von morgen arbeitet. Das wird in der Gemeinde vielleicht nicht gesehen, aber es wird bei Gott gesehen, auf jeden Fall, jeden Tag.
Euer fehlendes Gehalt, keine Überstundenbezahlung, keine Urlaubsvertretung – das ist ein Dienst zur Ehre Gottes. Das ist nicht nur Dienst an deiner Familie, es ist Dienst in seinem Reich. Glaube nicht, dass all die Windelberge umsonst sind, all das, was du tust. Es ist keine niedere Arbeit, gesellschaftlich zwar nicht angesehen, weil angeblich austauschbar.
Aber es ist so wertvoll, es ist so wertvoll, weil du deinem Kind das mitgeben kannst, wonach Gott sucht. Maleachi 2,15. Denn er, Gott, sucht Nachkommen, die vor Gott geheiligt sind. Du kannst die Zeit nutzen, dein Kind zu prägen, dein Kind von Jesus zu erzählen, was keine Krippenerzieherin leisten kann. Dein Dienst an deinem Kind, das Weitergeben und Vorleben christlicher Maßstäbe, schafft eine ewige Frucht. Es kann dazu führen, dass dein Kind von Gott gewaltig gebraucht wird, seine Wahrheit auszubreiten.
Psalm 127 redet von deinen Kindern als Pfeilen in der Hand eines Starken. Sie werden weit geschossen. Gott wird dafür sorgen, sein Evangelium wird ausgebreitet, und du bist live dabei. Du bist aktiv dabei. Dein Lohn für deine selbstlose Hingabe kann sich in solchen Dingen widerspiegeln. Gott zählt alle deine Tränen, die du für dein Kind vergießt. Ja, er hört auf jedes Gebet.
Und sei ermutigt, dich nicht entmündigen zu lassen und deine Arbeit in der Gemeinde hierin zu investieren. Pass auf, dass du auch nicht den Absprung verpasst, wenn die Kinder dich wieder gehen lassen, auch in der Gemeinde aktiv teilzunehmen. Aber nutze die Zeit, in der es eben nicht geht, nicht um zu hadern, sondern um mit Freuden zu dienen. Es ist von Gott dir geschenkt, eine besondere Zeit.
Das haben vielleicht mehr gelesen, so ein typisches Frauenbuch: Karen Mahaney, Anziehungskraft, kann ich dazu empfehlen. Hat mich persönlich auch motiviert.
Christus als Vorbild und die Kraft zum Durchhalten
Ganz klar: Und das ist jetzt der letzte Punkt: Was bestärkt dich, jeden Tag neu dranzubleiben? Natürlich Jesus Christus selbst, denn er ist nicht gekommen, damit man ihm dient, sondern damit er sein Leben gebe als Lösegeld für viele.
Sein Leben war ein einziger Dienst, eine einzige Hingabe, ein einziges Abhängigsein und ein einziges Vertrauen auf Gott, auf Gott, seinen Vater. Philipper 2,7-9
Er entäußerte sich selbst, nahm Knechtsgestalt an, ja Sklavengestalt an. Er war den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.
Und ihm dürfen wir nacheifern. Ihn dürfen wir uns als Vorbild nehmen, nicht aus eigener Kraft, sondern im Blick auf ihn, im Blick auf Christus, der für uns alles am Kreuz erworben hat durch sein selbstloses Opfer.
Es ist tröstlich zu wissen, dass Gott die Werke, die du tust, für dich vorbereitet hat. Epheser 2,10
Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott so vorbereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
Ja, und wenn jemand dient, 1. Petrus 4,11, dann tue es aus der Kraft, die Gott gewährt. Ja, er gewährt dir die Kraft, er wird dir die Kraft geben.
Erkenne deine absolute Abhängigkeit und diene in Freude. Und wisse, dass dir bereits der größte und der liebevollste Dienst gewährleistet wurde. Dein Leben durfte einen Herrschaftswechsel erleben, die wahre Sklaverei hat ein Ende gefunden, und du hast einen neuen Herrn.
Lass dir nun nicht wieder das Joch der falschen Sklaverei oktroyieren! Auf dem Thron deines Herzens sitzt Christus. Er regiert, und du führst aus, was er sagt, zur Ehre Gottes.
Gott helfe uns dazu! Amen!
Dank und Abschlussgebet
So, danke für die sehr mutigenden Worte. Ich finde es wunderbar, wie du beschrieben hast, dass Jesus der ultimative Diener ist und wie wir ihm als unser ultimatives Vorbild nachfolgen können.
Genau, und jetzt wollte ich nur ganz kurz zum Abschluss beten:
Lieber Vater, wir danken Dir, dass Du für uns gekommen bist. Wir danken Dir, dass Du uns ein Vorbild bist und dass Du uns gedient hast, damit wir diesem Vorbild nachgehen können. Wir beten, dass wir das mit Leidenschaft tun und Zufriedenheit an dem Ort finden, an dem wir sind. Wir danken Dir, dass Du jedem von uns eine Aufgabe gegeben hast, zu dienen, wo wir sind. Und wir wollen auch um Deinen Segen bitten, auch über Verene, die so wunderbar ein Wort für uns heute ausgelegt hat. Bitte segne alle Frauen, die hier sind, in Deinem Namen. Amen.
