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Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer – Teil 10

Jesu Leben und Lehre | Episode 740
Matthäus 23,33-3419.08.2026
SerieTeil 7 / 8Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer
Fromme Fassade, giftiger Kern: Jesus warnt vor religiöser Selbsttäuschung und einem Leben ohne Umkehr. Die Frage ist brutal klar: Wie entkommst du Gottes Gericht?
Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist
Episode 740
Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer, Teil 10
 Matthäus 23,33
Schlangen, Otternbrot
Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?

Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter Weg, Wahrheit und Leben ist Episode 740 Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer Teil 10 Matthäus 23, Vers 33 Schlangen, Otternbrot Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?

Der geistliche Befund hinter der scharfen Sprache

Das hier ist die zugespitzte Schlussfolgerung aus den Wehrufen. Was Jesus hier seinen Gegnern offenbart, ist ihr geistlicher Zustand: Sie sind Schlangen.
Schlangen sind ein Bild für Gefährlichkeit, Giftigkeit und in der Bibel auch für Verführung. Otternbrut bedeutet wörtlich, dass sie Nachkommen von Giftschlangen sind. Wichtig ist hier: Es geht nicht um eine billige Beleidigung, sondern Jesus entlarvt als Prophet die geistliche Natur der Schriftgelehrten und Pharisäer.
Jesus ist mit seiner Einschätzung übrigens nicht allein. Johannes der Täufer hatte Jahre zuvor formuliert: Matthäus 3,7. Als er aber viele der Pharisäer und Sadduzäer zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Otternbrut, wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen?
Wir haben es hier also mit Leuten zu tun, die fromm wirken, aber giftig sind. Die Schlange steht seit dem Garten Eden für Verführung, für den Versuch, Gottes Wort in Frage zu stellen, und den Menschen zum Widerstand gegen Gott zu bewegen. Schriftgelehrte und Pharisäer sind Schlangen auf zwei Beinen.

Die unausweichliche Konsequenz des Gerichts

Und so stellt Jesus eine rhetorische Frage: Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? Sie können es nicht. Wenn sie nicht Buße tun und auf diesem Weg bleiben, dann gibt es für sie kein Entkommen vor dem Gericht der Hölle.
Hier ist mit Hölle oder Gehenna wieder das endgültige Gericht Gottes gemeint. Für Menschen, die so drauf sind wie die Schriftgelehrten und Pharisäer, gibt es keine Rettung. Sie haben die Schrift, die Propheten, Johannes den Täufer, die Lehre Jesu, die Zeichen Jesu und die Gegenwart des Messias. Was wollen sie noch mehr? So viel ist ihnen gegeben, und so wird nun auch genau so viel von ihnen gefordert.
Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? Mit welcher Ausrede wollt ihr euch im Gericht verteidigen oder herausreden? Wichtig: Jesus spricht hier nicht über suchende Sünder, er spricht über religiöse Leiter, die Gottesreich verschließen und ihre Zuhörer verführen. Matthäus 23,34.
Deswegen siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt.
Was für ein Drama! Die Schuld der Schriftgelehrten und Pharisäer ist nicht nur eine Sache der Vergangenheit, sondern wird sich auch in der Zukunft fortsetzen.

Der Sendende steht über den Gesandten

Wichtig ist hier, dass Jesus über sein Handeln nach seiner eigenen Kreuzigung spricht. „Ich sende zu euch“, formuliert er. Und einmal mehr wird deutlich, mit wem wir es hier zu tun haben.
Der Herr Jesus formuliert eben nicht: Gott wird euch Propheten senden. Er sagt: Ich sende euch. Damit übernimmt er eine Rolle, die im Alten Testament allein Gott zukommt. Immer wieder ist es Gott selbst, der darauf hinweist, dass er seine Propheten sendet.
 Jeremia 7,25: Von dem Tag an, da eure Väter aus dem Land Ägypten auszogen, bis auf diesen Tag habe ich alle meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, täglich früh mich aufmachend und sendend.
Jesus stellt sich eben nicht in eine Reihe mit den Propheten. Er steht über den Propheten, als derjenige, der sie sendet.

Die Botschaftsträger Gottes im Alten und Neuen Bund

Wen sendet Jesus? Propheten, Weise und Schriftgelehrte. Und das sind natürlich genau die Boten, durch die Gott immer schon geredet hat.
Fangen wir mit den Propheten an. Der Prophet steht für das besondere Reden Gottes. Grundlage für eine Prophetie ist eine direkte Offenbarung Gottes. Der Prophet hat also nicht einfach einen diffusen inneren Eindruck, sondern er hat ein reales Erlebnis mit Gott. Gott gibt sich ihm auf übernatürliche Weise zu erkennen. 4. Mose 12,6 Und er sprach: Hört doch meine Worte! Wenn ein Prophet des Herrn unter euch ist, dem will ich mich in einer Erscheinung zu erkennen geben. Im Traum will ich mit ihm reden.
Es ist wichtig, dass wir das gut verstehen. Der Prophet gibt weiter, was Gott ihm zeigt. Entsprechend kennzeichnet die Bibel falsche Propheten als solche, die prophetisch reden, obwohl sie nichts gesehen haben. Hesekiel 13,3 So spricht der Herr Herr: Wehe den törichten Propheten, die ihrem eigenen Geist nachgehen und dem, was sie nicht gesehen haben.
Diese falschen Propheten prophezeien die Vision ihres Herzens, aber eben nicht die Worte Gottes. Im Gegensatz dazu sind echte Propheten das Sprachrohr Gottes. Gott erscheint ihnen, redet, beauftragt und sendet sie. Deshalb wieder das vernichtende Urteil über die falschen Propheten: Jeremia 14,14 Und der Herr sprach zu mir: Die Propheten weissagen Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt und sie nicht beauftragt, auch nicht zu ihnen geredet. Sie weissagen euch Lügenvision, Wahrsagerei, Nichtiges und den Trug ihres Herzens.
Der Herr Jesus spricht also davon, dass er Propheten schicken wird. Gläubige, zu denen er in einer Vision oder einem Traum reden wird, damit sie das Wort Gottes weitergeben. Später wird Paulus davon sprechen, dass diese Propheten zusammen mit den Aposteln das Fundament der Gemeinde bilden. Epheser 2,20 Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist.

Ein Beispiel für prophetisches Reden und seine Auslegung

Schauen wir uns so einen Propheten an. Ein Beispiel aus der Apostelgeschichte: Apostelgeschichte 21,10-11.
Als wir nun mehrere Tage blieben, kam ein Prophet mit Namen Agabus von Judäa herab. Er kam zu uns, nahm den Gürtel des Paulus und band sich die Füße und die Hände. Dann sprach er: Dies sagt der Heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und in die Hände der Nationen überliefern.
Das ist Prophetie. Und wir dürfen davon ausgehen, dass Agabus dem Paulus vormacht, was er selbst in einer Vision oder einem Traum gesehen hat. Deshalb kann er auch formulieren: Dies sagt der Heilige Geist.
Liest man weiter, merkt man, wie anspruchsvoll die Auslegung mancher Prophetien sein kann. Die einen verstehen die Agabus-Prophetie als Warnung und bitten Paulus nicht, nach Jerusalem hinaufzugehen. Paulus selbst deutet sie dagegen nicht als Verbot, sondern einfach als Ankündigung dessen, was ihn erwarten wird.
Merkt ihr: Prophetie ist manchmal auslegungsbedürftig. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass Paulus den Gottesdienst in Korinth im Blick auf die Propheten ordnet: 1. Korinther 14,29.
Von den Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die anderen sollen urteilen.
Was wird hier beurteilt? Ich denke, dass es nicht um die Person des Propheten geht. Es geht nicht darum, einen falschen Propheten zu entlarven. Vielmehr geht es um das Gesagte, um die Prophetie, beziehungsweise darum, wie die Offenbarung, die der Prophet erhalten und weitergegeben hat, konkret zu verstehen und anzuwenden ist.
Soweit zu neutestamentlichen Propheten. Nach der Himmelfahrt sendet Jesus also Propheten aus, um zusammen mit den Aposteln die Grundlage für seine Gemeinde zu legen.

Schlussgedanken und geistliche Anwendung

Was könntest du jetzt tun? Mach doch ein kleines Bibelstudium zum Thema Propheten im Neuen Testament.
Das war’s für heute. Wir dürfen täglich unsere Sünden bekennen. Aber manchmal ist uns das nicht so wichtig. Sei an der Stelle klüger.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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