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Fasten und Gebet (3/4)

Pfingstkonferenz Crivitz 2026
28.05.2026
SerieTeil 3 / 4Fasten und Gebet
Fasten ist kein Trick, um Gott zu überzeugen. Es zeigt: Das hier ist mir wirklich wichtig – und ich bleibe dran, bis sich etwas bewegt.

Einführung und thematische Einordnung

Pfingst-Konferenz Kriwitz zweitausendsechsundzwanzig
Fasten und Gebet
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, Nachfolge praktisch, dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und im dritten Teil geht es um die Ernsthaftigkeit des Bittens. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und überlegen uns: Okay, jetzt haben wir also vier Punkte, wir wollen aber ja eigentlich Fasten und Gebet zusammenbringen. Also nehmen wir jetzt den fünften Punkt, der das kombiniert.
Der fünfte Punkt heißt: Menschen fasten, um die Ernsthaftigkeit ihrer Bitten herauszustellen. Ich gebe gern zu, dass das teilweise bei den ersten vier Punkten schon immer so ein bisschen mitschwang. Aber ich will es trotzdem noch einmal als eigenen Punkt hinstellen: Menschen fasten, um die Ernsthaftigkeit ihrer Bitten herauszustellen.

Ein Vorbild aus der Rückkehr nach Israel

Ich fange mal mit einem Megabeispiel an. Ich mag Ezra. Ezra ist so jemand in der Bibel, den ich sehr schätze.
 Ezra 8,21, da heißt es: Und ich rief dort am Fluss Ahava ein Fasten aus, damit wir uns vor unserem Gott demütigten, um von ihm einen geebneten Weg zu erbitten für uns und für unsere Kinder und für alle unsere Habe.
Hintergrund: Ezra will mit einer großen Menge Menschen zurück nach Israel ziehen, und bevor sie anfangen loszuziehen, ruft er ein Fasten aus. Und jetzt dürft ihr kurz schmunzeln, warum. Es ist nämlich so, denn ich hatte mich geschämt, vom König Soldaten und Pferde zu unserer Unterstützung gegen den Feind auf dem Weg zu erbitten. Ich habe mich geschämt, zu dem König zu sagen, wir bräuchten noch ein paar Soldaten, wir bräuchten noch ein paar Pferde, das ist ziemlich unsicher, dieser lange Weg.
Ich habe mich geschämt. Wir hatten nämlich zum König gesagt: Die Hand unseres Gottes ist zum Guten über allen, die ihn suchen. Aber seine Macht und sein Zorn sind gegen alle, die ihn verlassen. Also er stellt sich hin und sagt: Gott ist ein guter Gott, er wird auf uns aufpassen. Deswegen schäme ich mich, vom König irgendwie Schutz zu erbitten. Aber jetzt stelle ich fest: Hm, das ist ja doch ganz schön gefährlich.
Und dann heißt es: Und so fasteten wir. Also ja, das ist richtig, Gott kümmert sich. Ja, ich stelle mich hin und ich verteidige meinen Gott vor dem heidnischen König. Aber dann muss ich ja auch irgendwie überlegen, was heißt denn das jetzt für uns? Na ja, und so fasteten wir und suchten in dieser Sache Hilfe von unserem Gott, und er ließ sich von uns erbitten.
Das ist die Bitte um Bewahrung auf dem Weg zurück nach Israel. Ich finde das schön. Esra stellt sich hin und sagt: Wir brauchen jetzt Gottes Hilfe. Und damit das funktioniert, damit Gott uns auch hilft, deswegen auf der Heimreise fasten und beten.

Warum Fasten die Bitte verstärkt

Ich möchte das noch einmal betonen: Wozu ist Fasten da? Fasten unterstreicht die Ernsthaftigkeit meines Gebets. Wenn mir etwas wirklich wichtig ist, dann werde ich nicht nur beten, sondern ich werde fasten und beten.
Und bevor wir diesem Aspekt noch etwas nachgehen, noch ein Beispiel, noch so ein großartiges Vorbild in puncto Fürbitte, nämlich Daniel. In Daniel 9 heißt es ab Vers 2:
Im ersten Jahr seiner Königsherrschaft achtete ich, Daniel, in den Bücherrollen auf die Zahl der Jahre, über die das Wort des Herrn zum Propheten Jeremia geschehen war, dass nämlich siebzig Jahre über den Trümmern Jerusalems dahingehen sollten. Und ich richtete mein Gesicht zu Gott, dem Herrn hin, um ihn mit Gebet und Flehen zu suchen, in Fasten und Sack und Asche. Und ich betete zum Herrn, meinem Gott, und ich bekannte und sprach.
Er liest also in der Bibel. Er hat da eine Sache, bei der er sich denkt: Da ist doch irgendetwas. Da hat doch der Prophet Jeremia etwas gesagt über diese Verschleppung des Volkes, über siebzig Jahre. Das möchte ich verstehen. Und ich richtete mein Gesicht zu Gott, dem Herrn hin, um ihn mit Gebet und Flehen zu suchen, in Fasten und Sack und Asche.
Und was dann kommt, ist eines der großartigsten Fürbittegebete, die ihr überhaupt in der Bibel finden werdet. Also Daniel 9: Wenn ihr Fürbitte lernen wollt, kann man das immer mal wieder durchlesen. Einfach nur großartig.
Es endet mit den Worten: Neige, mein Gott, dein Ohr und höre, tu deine Augen auf und sieh unsere Verwüstungen und die Stadt, über der dein Name ausgerufen ist. Denn nicht aufgrund unserer Gerechtigkeiten legen wir unser Flehen vor dich hin, sondern aufgrund deiner vielen Erbarmungen.
Damit endet dieses Mega-Fürbittegebet. Aber eingebettet ist das in Gebet und Flehen, Fasten, Sacktuch, Asche. Und wir merken: Boah, das ist Fürbitte pur. Hier hat jemand einfach ganz, ganz viel inneren Druck. Der möchte, dass sich Dinge ändern. Der will, dass das Volk nach Hause gehen darf. Der will, dass Gott die Zeiten wieder ändert. Dass das, was da verheißen wurde, sich wirklich auch erfüllt. Dass das nicht nur so eine Verheißung ist, wo dann am Ende Gott sagt: Schade, hätte ich euch gern geschenkt, aber wisst ihr selber, ging nicht.
Sondern dass da etwas passiert. Dass wirklich etwas getan wird. Dass das Volk bereit ist für die Erfüllung dieses Gebets.

Daniel als Beispiel für anhaltendes Ringen im Gebet

Und weil ich das Wort Erfüllung jetzt gebraucht habe, lasst mich noch eine andere Stelle im Buch Daniel beleuchten, die ganz wichtig ist und die wir auch inhaltlich verstehen müssen, nämlich Daniel 10. Es ist die Erzählung davon, wie Daniel darum betet, dass Gott ihm die Zukunft über Israel offenbart.
Daniel hat also den Wunsch, dass Gott ihm etwas erklärt, und er fängt an zu beten und zu fasten. Wir lesen das in Daniel 10. Dort heißt es in den Versen 2 und 3, dass er den Wunsch hat, dass Gott ihm etwas erklärt. Und dann heißt es:
In jenen Tagen trauerte ich, Daniel, drei volle Wochen. Kostbare Speise aß ich nicht, und weder Fleisch noch Wein kamen in meinen Mund, und ich salbte mich nicht, bis drei volle Wochen um waren.
Also hat er eine Frage, und er verbindet die Frage mit Fasten. Er ist jetzt in einer Position, in der er vielleicht nicht komplett aufs Essen verzichten kann; das können wir uns gut vorstellen. Da gibt es offizielle Diners, an denen er teilnehmen muss. Also überlegt er sich, was geht. Er verzichtet hier auf Wein und Salben, wenn man so will, auf Luxusartikel und ein bisschen auf Kosmetikartikel. Das macht er drei Wochen lang und betet.

Erhörung und Erfüllung sind nicht dasselbe

Und nach drei Wochen passiert Folgendes: Nach drei Wochen kommt der Engel. Also: Ich möchte etwas von Gott, ich bete drei Wochen lang, ich faste, und jetzt kommt die Erfüllung, jetzt kommt der Engel.
 Daniel 10,12
Der Engel sagt: Und er sprach zu mir. Also nach drei Wochen Fasten und Beten: Uhuh, hier bin ich, hier ist der Engel. So, was sagen Engel meistens? Fürchte dich nicht!
Okay, und er sprach zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel. Und jetzt hört mal genau zu, denn vom ersten Tag an, als du dein Herz darauf gerichtet hast, Verständnis zu erlangen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden, und um deiner Worte willen bin ich gekommen.
Wir müssen ganz genau lesen, was hier steht. Ich lese es einfach noch mal vor: Denn vom ersten Tag an, als du dein Herz darauf gerichtet hast, Verständnis zu erlangen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden, und um deiner Worte willen bin ich gekommen.
Nach drei Wochen kommt der Engel. Frage: Wann wurde das Gebet erhört? Vom ersten Tag an, als du dein Herz darauf gerichtet hast, Verständnis zu erlangen.
Es ist ein ganz wichtiger Punkt, den wir als Christen wirklich verinnerlichen müssen. Die Erhörung des Gebetes geschieht sofort. Es gibt Einschränkungen bezüglich erhörlichen Gebets. Es gibt Dinge, wenn du die in deinem Leben hast, die machen grundsätzlich die Erhörung von Gebet unmöglich. Okay, da haben wir jetzt nicht drüber gesprochen. Das sind so Dinge wie Unglaube, Eigenwille, Sünde, eine gestörte Beziehung zu Gott oder zu Menschen.
Also wenn sowas da ist, dann kann dein Gebet grundsätzlich nicht erhört werden. Aber wenn das in Ordnung ist in deiner Beziehung zwischen Gott und dir, dann dürfen wir wissen: In dem Moment, wo wir beten, in dem Moment erhört Gott unser Gebet.
Also Gott erhört sofort das Gebet, das wir im Glauben sprechen, genau wie hier bei Daniel. Nur, und das ist jetzt wichtig, es gibt einen Unterschied zwischen: Gott erhört Gebet und: Es erfüllt sich, was ich mir wünsche. Das ist nämlich der zweite Punkt von dem Engel.

Geistlicher Widerstand und die Zeit bis zur Antwort

Der Engel kommt nach drei Wochen Beten und Fasten und sagt: Denn vom ersten Tag an, als du dein Herz darauf gerichtet hast, Verständnis zu erlangen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden. Und um deiner Worte willen bin ich gekommen.
Und jetzt Vers 13: Aber der Fürst des Königreichs Persien stand mir einundzwanzig Tage entgegen. Und siehe, Michael, einer der ersten Fürsten, kam, um mir zu helfen, und ich wurde dort entbehrlich bei den Königen von Persien.
Merkt ihr: Erhörung sofort, Erfüllung später, wenn die Kräfte niedergerungen sind, die der Erfüllung im Wege stehen. Wir müssen das jetzt verstehen mit unseren Gebeten. Wirken wir hinein in einen kosmischen Konflikt, in dem wir nicht die einzigen Player sind?
Wir denken manchmal, unser Gebet sei wie so eine Atombombe: einmal abgeworfen, busch, und jetzt ist alles gut. Nein, und ich will gerne ein anderes Bild gebrauchen. Ich möchte das Bild gebrauchen, dass Gebete wie Pfeile sind, Pfeile in einer Schlacht.
Das heißt: Gott verspricht, mein Gebet zu erhören. Das heißt auch: Gott verspricht, dass jeder Pfeil trifft. Aber wie viele Pfeile es braucht, um das Problem und den Gegner wirklich niederzuringen, das liegt nicht bei uns.
Unsere Aufgabe ist es, um Jesus zu zitieren, alle Zeit zu beten und nicht zu ermatten. Versteht ihr den Unterschied? Das eine ist die Erhörung: Ich darf meinen Pfeil losschicken, ich darf wissen, der trifft. Und auf der anderen Seite weiß ich nicht, wann das Problem niedergerungen ist, wie viele Pfeile es an der Stelle braucht. Und da kann es dann eben bis zur Erfüllung schon mal eine Weile dauern.
Und was machen wir bis dahin? Wir beten weiter. Was sollten wir auch sonst tun? Das ist ja nicht unser Job, dann aufzuhören. Unser Job ist, weiter zu beten.

Gebet mit zusätzlicher Intensität

Und jetzt wird es interessant, denn um in dem Bild des Betens zu bleiben, können wir nicht nur Pfeile abschießen. Ich kann jetzt einen Schritt weitergehen. Nächste Folie, bitte.
Wir können aus den Pfeilen Armbrustbolzen machen. Wir können den Gebeten, im Bild gesprochen, mehr Durchschlagskraft geben. Das können wir tun, indem wir aus Gebet anhaltendes Gebet machen oder flehentliches Gebet. Das ist Gebet plus Emotion, Leidenschaft und Tränen. Oder du kannst Wachen und Gebet miteinander verbinden, dann verzichtest du auf Schlaf. Oder du kannst auf Dinge verzichten, dann bist du beim Gelübde. Oder du kannst auf Essen verzichten oder, wie im Fall von Daniel, auf Delikatessen und Parfüm.
Das ist mein fünfter Punkt. In der Bibel ist es ganz, ganz häufig so, dass Menschen fasten, um die Ernsthaftigkeit ihrer Bitten zu unterstreichen.
Das war’s für heute. Nimm dir Zeit, in Ruhe über das Thema Fasten und Gebet nachzudenken. Was solltest du ändern? Welche Bibelverse könntest du auswendig lernen? Welche Aspekte des Themas müsstest du noch studieren?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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