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Episode 692: Die Frage nach der Vollmacht, Teil 2
Die Herausforderung der Gegner Jesu
Die Feinde Jesu wollen ihn mit zwei Fragen diskreditieren.
In Matthäus 21,23 heißt es: „Und als er in den Tempel kam und lehrte, traten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und sprachen: In welcher Vollmacht tust du diese Dinge? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?“
Jesus antwortet auf diese beiden Fragen mit einer Gegenfrage. In Lukas 20,3-4 steht: „Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch ein Wort fragen. Sagt mir: War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?“
Die Bedeutung der Taufe des Johannes
Warum ist diese Frage so interessant? Ganz einfach: Johannes war nicht irgendein Rabbi. Für seine Zeit war er ein theologisches Phänomen.
Seine Predigten in der Wüste brachten viele Israeliten dazu, Buße zu tun, ihre Sünden zu bekennen und sich taufen zu lassen. Die Taufe des Johannes war dabei etwas ganz Besonderes.
In Markus 1,4-5 heißt es: Johannes trat auf, taufte in der Wüste und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Zu ihm strömte das ganze jüdische Land und alle Einwohner Jerusalems. Sie wurden im Jordanfluss von ihm getauft, indem sie ihre Sünden bekannten.
Die Taufe des Johannes war also eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Und genau nach dieser Taufe fragt Jesus nun.
Die Vollmacht zur Sündenvergebung
Eigentlich kann nur Gott Sünden vergeben. Das wissen wir, weil Jesu Gegner an anderer Stelle genau das so formulieren. Das geschieht bei der Heilung eines Gelähmten in Markus 2, Verse 5 bis 7:
„Und als Jesus ihren Glauben sah, spricht er zu dem Gelähmten: Kind, deine Sünden sind vergeben.“ Es saßen dort aber einige von den Schriftgelehrten und überlegten in ihrem Herzen: „Was redet dieser da? Er lästert! Wer kann Sünden vergeben außer Gott?“
Nur Gott kann Sünden vergeben, und natürlich all jene Personen, denen Gott diese Vollmacht gibt. Jesus ist so eine Person. Deshalb heißt es dann wenig später in der Geschichte von dem Gelähmten, Markus 2, Vers 10:
„Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben, spricht er zu dem Gelähmten.“
Also hat Jesus die Vollmacht, Sünden zu vergeben.
Johannes der Täufer bekam den Auftrag, eine Taufe durchzuführen, durch die auch Sünden vergeben werden konnten. Grundlage für die Vergebung war natürlich nicht das Ritual selbst, sondern die der Taufe zugrunde liegende Buße des Täuflings.
Und doch war das, was da im Jordan passierte, eine vollwertige Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden.
Die entscheidende Frage nach der Herkunft der Taufe
Nun die Frage: War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? War das, was Johannes da getan hat – also die Taufe – von oben legitimiert oder eine menschliche Erfindung? Welche Autorität steht hinter der Taufe des Johannes? Ist es die Autorität Gottes oder die eines Scharlatans, der sich als Prophet ausgibt, Menschen mit seinen Predigten verführt und ihnen ein Ritual anbietet, das natürlich niemals irgendwelche Sünden vergeben konnte?
Jesu Gegner sollen sich entscheiden: War die Taufe vom Himmel oder von Menschen? Diese Frage ist für die Feinde Jesu besonders pikant, weil Johannes der Täufer auch viel über Jesus gesagt hat. Wenn man ihn als einen von Gott gesandten Propheten anerkennt, steht sofort die Frage im Raum, warum man sein Zeugnis über Jesus nicht annimmt.
Immerhin nennt Johannes der Täufer Jesus „Sohn Gottes“. Mehr noch: Jesus ist für den Täufer der von Gott auf die Welt gesandte Zeuge der himmlischen Realität und „Herr über die ganze Schöpfung“. Johannes 3,31-35: „Der vom Himmel kommt, ist über allen; was er gesehen und gehört hat, das bezeugt er, und sein Zeugnis nimmt niemand an. Wer sein Zeugnis angenommen hat, der besiegelt, dass Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes, denn er gibt den Geist nicht nach Maß. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.“
Jetzt verstehen wir vielleicht besser, worauf Jesus hier abzielt. Es ist argumentativ dasselbe Vorgehen wie nach der Heilung des Kranken am Teich Bethesda. Auch dort führt Jesus Johannes als Zeugen an. Johannes 5,31-33: „Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr; ein anderer ist es, der von mir zeugt, und ich weiß, dass das Zeugnis wahr ist, das er von mir zeugt. Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben.“
Johannes ist im Blick auf Jesus eindeutig. Zwar zweifelt er am Ende seines Lebens im Gefängnis kurz an Jesus, aber das spielt im Blick auf sein Zeugnis keine Rolle.
Kommen wir zurück zu den Gegnern Jesu. Matthäus 21,25 fragt: „Woher war die Taufe des Johannes, vom Himmel oder von Menschen?“ Sie überlegten bei sich selbst und sprachen: „Wenn wir sagen, vom Himmel, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?“ Genau das ist ihr Problem.
Wenn die Taufe des Johannes und damit Dienst und Person des Johannes vom Himmel legitimiert sind – und wenn sie das zugeben –, dann folgt sofort die Frage: Warum habt ihr ihm nicht geglaubt? Glaubt im Blick auf das, was er über Jesus gesagt hat.
Man kann sich gut vorstellen, wie die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten sich abseits stellen, die Köpfe zusammenstecken und überlegen, was sie auf die Frage Jesu antworten können. Dabei scheint die Wahrheit keine große Rolle zu spielen. Es geht ihnen erst einmal nur um die Optionen, die sie haben.
Option eins: Sie sagen, die Taufe des Johannes war vom Himmel. Problem: Dann müssten sie auch anerkennen, was Johannes der Täufer über Jesus gesagt hat. Das wollen sie aber nicht. Option eins ist also eine Sackgasse.
Option zwei: Matthäus 21,26: „Wenn wir aber sagen: von Menschen, so haben wir die Volksmenge zu fürchten, denn alle halten Johannes für einen Propheten.“ Spannend ist, dass sie diese Option überhaupt erwägen. Es scheint, dass dies das ist, was sie wirklich im Herzen glauben, es aber öffentlich nicht zugeben wollen.
Jesus wirft ihnen jedenfalls vor, dass sie Johannes nicht glauben. Lukas formuliert an anderer Stelle sogar noch schärfer. Lukas 7,30: „Die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten haben den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht, indem sie sich nicht von ihm taufen ließen.“
Das Verhalten der religiösen Elite zeigt, was sie von Johannes halten. Sie haben den Ratschluss Gottes – also die Aufforderung zur Buße und die damit verbundene Taufe – abgelehnt. Damit wollten sie nichts zu tun haben.
Warum nicht? Weil sie Johannes dem Täufer nicht glaubten. Sie gingen nicht davon aus, dass es sich bei ihm um einen legitimen Propheten Gottes handelte. Das ist, was sie glauben. Ihr Leben zeigt es: Sie lassen sich nicht von Johannes taufen, geben es aber aus Furcht vor der Volksmenge nicht zu.
Was könnte man daraus lernen? Vielleicht gibt es theologische Zweifel, die man sich nicht traut auszusprechen, vielleicht aus Angst vor der Reaktion anderer Christen.
Das war’s für heute. Wenn im Skript Fehler gefunden werden, bitte eine E-Mail an kontakt@frogwords.de senden.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Die Zwickmühle der Gegner Jesu
Kommen wir zurück zu den Gegnern Jesu, Matthäus 21, Vers 25: „Woher war die Taufe des Johannes, vom Himmel oder von Menschen?“
Sie überlegten bei sich selbst und sprachen: „Wenn wir sagen, vom Himmel, wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?“ Genau das war ihr Problem. Wenn die Taufe des Johannes und damit sein Dienst und seine Person vom Himmel legitimiert waren, und wenn sie das zugaben, dann folgte daraus sofort die Frage: Warum habt ihr ihm nicht geglaubt? Gemeint war das Glauben im Hinblick auf das, was Johannes über Jesus gesagt hatte.
Man kann sich gut vorstellen, wie sich die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten abseits stellten, die Köpfe zusammensteckten und überlegten, was sie auf die Frage des Herrn Jesus antworten könnten. Dabei schien die Wahrheit keine große Rolle zu spielen. Zunächst ging es ihnen nur darum, welche Optionen sie hatten.
Die beiden Optionen der Gegner
Option eins: Sie sagen, die Taufe des Johannes war vom Himmel. Das Problem dabei ist, dass Sie dann auch anerkennen müssten, was Johannes der Täufer über Jesus gesagt hat. Das wollen Sie aber nicht. Option eins ist also eine Sackgasse.
Option zwei: Matthäus 21,26 – „Wenn wir aber sagen: ‚von Menschen‘, so haben wir die Volksmenge zu fürchten, denn alle halten Johannes für einen Propheten.“
Spannend ist, dass sie diese Option überhaupt erwägen. Mir scheint, das ist, was sie wirklich im Herzen glauben, aber sich öffentlich nicht auszusprechen wagen.
Jesus selbst wirft ihnen jedenfalls vor, dass sie Johannes nicht glauben. Lukas formuliert an anderer Stelle sogar noch schärfer: Lukas 7,30 – „Die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten haben den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht, indem sie sich nicht von ihm taufen ließen.“
Die Ablehnung der religiösen Elite
Das Verhalten der religiösen Elite zeigt, was sie von Johannes halten. Sie haben den Ratschluss Gottes, also die Aufforderung zur Buße und die damit verbundene Taufe, abgelehnt. Damit wollten sie nichts zu tun haben.
Warum nicht? Weil sie Johannes dem Täufer nicht glaubten. Sie gingen nicht davon aus, dass es sich bei ihm um einen legitimen Propheten Gottes handelte. Das ist es, was sie glauben.
Ihr Leben zeigt es: Sie lassen sich nicht von Johannes taufen. Aus Furcht vor der Volksmenge geben sie es jedoch nicht zu.
Persönliche Reflexion und Abschluss
Was könntest du jetzt tun? Überlege, ob es theologische Zweifel gibt, die du dich nicht traust auszusprechen. Vielleicht liegt das daran, dass du die Reaktion anderer Christen scheust.
Das war es für heute. Wenn du im Skript Fehler findest, schreibe mir bitte schnell eine E-Mail an kontakt@frogwords.de.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
