Zum Inhalt

Stillung des Sturms

Einfach Mega!
Markus 4,35-4110.03.2024
Wenn alles aus dem Ruder läuft: Wer sitzt dann wirklich am Steuer? Die Sturmstillung fragt nicht nach deiner Stärke, sondern nach deinem Vertrauen – und zeigt, wie groß Jesus ist.

Ein herzlicher Einstieg und die Freude über Gottes Wirken

Das ist auch eine gute Sache, glaube ich, weil es schön ist, wenn Kinder eine Taufe mitbekommen. Darüber freue ich mich. Das ist sehr, sehr schön.
Prima, wie Gott Gemeinde baut, oder? Und ja, wir fühlen uns hier bei euch sehr wohl, ganz intensiv. Das ist ein gewaltiges Geschenk. Danke für eure Liebe, eure Gastfreundschaft, die Herzlichkeit und die Möglichkeit, offen mit euch zu reden. Das ist so eine schöne Sache. Also, wir kommen sehr beschenkt nach Hause, und dafür ein herzliches Dankeschön an euch.
Wir wollen uns heute mit der Sturmstillung beschäftigen. Ihr seht hier einen Satz von Corrie ten Boom. Sie hat einmal gesagt: Um zu wissen, was ein Anker ist, brauchen wir den Sturm.
Das war zu schnell. Wir wollen dazu einen Bibeltext aufschlagen. Ihr habt vielleicht alle ein Arbeitsblatt. Wer noch keines hat: Hinten auf dem Stehtisch liegt so ein Blatt aus.

Die Evangelien als unterschiedliche Blickwinkel

Das ist ganz interessant, wenn wir die Evangelien anschauen. Ich liebe diese verschiedenen Blickwinkel, die die Evangelien auf das Leben des Herrn Jesus darstellen. Da haben wir Matthäus, der mehr an die Juden gerichtet ist und sehr intensiv beschreibt. Markus geht auf den Herrn als den Knecht ein. Wir haben Lukas, den geliebten Arzt, der ganz intensiv beschreibt, was Jesus alles getan hat. Und wir haben dann Johannes, der bei vielen Sachen einfach die Krone aufsetzt und Gott als den Sohn Gottes, den Herrn Jesus als den Sohn Gottes, so groß macht.
Und wir wollen uns heute die Sturmstillung anschauen. Wir nehmen dazu das Evangelium aus Markus, weil uns das ein paar Besonderheiten mitgibt, die Matthäus und Lukas uns nicht mitliefern. Trotzdem lohnt sich der Blick im wahrsten Sinne des Wortes mal nach links und mal nach rechts, weil wir feststellen, dass auch Matthäus und Lukas natürlich da etwas Wichtiges zu sagen haben.
Aber wir lesen jetzt erst einmal Gottes Wort und schlagen Markus 4,35 auf.
 Markus 4,35: Und an jenem Tag sagt er zu ihnen, als es Abend geworden war: Lasst uns zum jenseitigen Ufer übersetzen! Und sie entließen die Volksmenge und nehmen ihn im Boot mit, wie er war. Und andere Boote waren bei ihm. Und es erhebt sich ein heftiger Sturmwind, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass das Boot sich schon füllte. Und er war hinten im Boot und schlief auf dem Kopfkissen. Und sie weckten ihn auf und sprechen zu ihm: Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen? Und er wachte auf, bedrohte den Wind und sprach zu dem See: Schweig, verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille. Und er sprach zu ihnen: Warum seid ihr furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? Und sie fürchteten sich mit großer Furcht und sprachen zueinander: Wer ist denn dieser, dass auch der Wind und der See ihm gehorchen?
Soweit Gottes Wort. Und wir wollen in einem ersten Teil den Bibeltext Vers für Vers durchgehen und uns danach drei Mega-Anwendungen für unseren Alltag mitnehmen. Und die sind nicht mega, weil ich sie mir ausgedacht habe, sondern sie sind mega, weil sie in der Bibel drinstehen. Da steht dreimal im Griechischen in diesem kurzen Abschnitt der Begriff mega, und das lohnt sich dann natürlich, genauer hinzuschauen, was die Bibel unter mega versteht.
Aber jetzt gehen wir die Verse einfach mal einzeln durch. Wir starten mit Markus 4,35.
Und an jenem Tag sagt er zu ihnen, als es Abend geworden war: Lasst uns zum jenseitigen Ufer übersetzen!
An jenem Tag. Ein Tag in Kapernaum neigt sich dem Ende zu. Nach dem Evangelium Markus ist es der Tag seiner Gleichnisreden. Er predigt, der Jesus predigt trotz Widerstand, und mit Sicherheit ist der intensivste Widerstand, der ihm entgegenschlägt, oder der schmerzhafteste, der von seiner eigenen Familie.
Wenn wir in Markus aufschlagen, dann lesen wir in Markus 3,20, dass der Jesus in ein Haus kommt. Und dann lesen wir in Kapitel 3,21: Als seine Angehörigen es hörten, gingen sie los, um ihn zu greifen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.
Der Jesus predigt trotz Widerstand. Und was für ein intensiver Widerstand ist es, der ihm da entgegenschlägt. Selbst seine eigene Familie stellt sich ihm entgegen und sagt, er ist von Sinnen. Und der Jesus predigt trotzdem. Er kauft diesen Tag aus. Er nutzt jede Stunde, die er hat, um den Vater großzumachen. Er benutzt Gleichnisreden, um dem Menschen etwas zu verdeutlichen und um sie zur Buße anzuleiten.
Mutter und Brüder distanzieren sich von ihm mit dieser Beschreibung. Und bis zuletzt wird der Jesus von dem Menschen vereinnahmt.

Der Weg über den See und die ersten Gefahren

Das ist ganz interessant, wenn wir jetzt einmal in die Parallelstelle schauen, in Matthäus 8, weil wir daran merken, wie intensiv der Herr Jesus die Zeit ausgekauft hat.
 Matthäus 8, ab Vers 18. Das ist unmittelbar, bevor der Herr Jesus in das Schiff steigt. Da kommen zwei Männer zum Herrn Jesus, und Matthäus beschreibt uns die Situation, die wir dort vorfinden.
 Matthäus 8, ab Vers 18: Als aber Jesus eine Volksmenge um sich sah, befahl er, an das jenseitige Ufer wegzufahren. Und ein Schriftgelehrter kam heran und sprach zu ihm: Lehrer, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst. Und Jesus spricht zu ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er das Haupt hinlegt. Ein anderer aber von seinen Jüngern sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, vorher hinzugehen und meinen Vater zu begraben. Jesus aber spricht zu ihm: Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben.
Mit Männern, die ein ernsthaftes Bedürfnis haben, legt er ihnen die Konsequenz echter Nachfolge dar. Und das ist schon intensiv.
Dann steigt der Jesus in ein Schiff, und ihr habt auf dem Arbeitsblatt auch diese beiden Bilder abgelichtet. Das linke ist ein Mosaik, das man in Magdala gefunden hat. Das war eine Hafenstadt am See Genezareth. Das rechte ist ein marinerarchäologischer Fund nahe dem antiken Hafen Magdala. Und weil man es recht genau in die Zeit des Herrn Jesus datieren kann, nennt man dieses rechte Boot auch das Jesusboot.
Und ihr seht schon an diesem Nachen: Das ist kein Kreuzfahrtschiff, das ganz entspannt die Fluten teilt. Wenn man sich in so eine Nussschale hineinbegibt, dann merkt man jede Welle und jede Regung. Also das ist keine entspannte Spazierfahrt über einen Erholungssee, sondern da kann es durchaus mächtig toben. Und dazu kommen wir auch gleich, wie intensiv dieser Sturm hier war.
Der Jesus gibt seinen Jüngern die klare Ansage: Lasst uns übersetzen. Der Herr Jesus entschließt für seine Jünger und mit seinen Jüngern an diesem Abend, diesen Hafen zu verlassen, Kapernaum zu verlassen und überzusetzen. Matthäus wird noch deutlicher, dass der Jesus die Initiative ergreift. In Matthäus 8,18 lesen wir, dass er befiehlt, überzusetzen. Und dann heißt es in Matthäus 8,23: Und als er in das Schiff gestiegen war, folgten ihm seine Jünger.
Warum ich das so herausarbeiten möchte, hat folgenden Hintergrund: Die Jünger gehen nicht auf Ansage von Petrus los und steigen in ein Schiff, sondern sie befolgen den Befehl des Herrn und folgen ihm nach in das Boot, so wie er es angeordnet hat. Sie machen eigentlich erst einmal alles richtig. Das, was sie tun, ist nicht verkehrt. Da ist kein Eigenwille dabei. Sie folgen nicht den Anweisungen von einem Jünger, der in Johannes 21 sagt: Ich will fischen gehen. Johannes 21, Petrus auch auf dem gleichen See übrigens. Sondern sie folgen den Anweisungen ihres Herrn und Meisters Jesus Christus und betreten deswegen das Boot. Dann geht die Reise los, nach Osten, an das jenseitige Ufer.
Und ihr habt hier mal eine Karte vom See Genezareth. Da seht ihr eingetragen, wohin die Reise geht. Das ist eine circa zwölf Kilometer lange Ruderstrecke. Das ist schon recht weit weg. Also da hat man schon eine gewisse Strecke vor sich.
Dann kommen wir zu Markus 4,36: Und sie entließen die Volksmenge und nehmen ihn im Schiff mit, wie er war; und andere Schiffe waren bei ihm.
Was mit den anderen Schiffen passiert ist, weiß man nicht. Interessiert mich sehr, aber die Bibel schweigt sich dazu aus. Was ganz interessant ist, ist die Formulierung, die Markus uns hier nur mitliefert: Sie nehmen ihn im Schiff mit, wie er war. Den Herrn Jesus mitzunehmen auf seiner Lebensreise, so wie er ist.
Und das finde ich schon einen guten Impuls für uns, weil ich mir den Herrn Jesus sehr gerne zurechtwurschtle. Passt er wirklich in mein Schema hinein, oder gibt es da ein paar Ecken und Kanten, die ich unruhig finde, und ich glätte sie einfach ab? Und was uns Markus hier deutlich macht, ist, dass es sich lohnt, den Herrn Jesus im Boot mitzunehmen, so wie er ist. Ihn einfach so mitzunehmen, wie er ist. Nicht irgendwie anzupassen oder zurechtzuwurschteln.
Damit wir wissen, wie der Jesus ist, gibt es eine Voraussetzung: dass wir sein Wort aufschlagen und darin lesen. Denn da stellt sich der Jesus vor. Es ist das fleischgewordene Wort des Vaters. Damit wir wissen, wer der Jesus ist, müssen wir sein Wort aufschlagen, um ihn besser kennenzulernen. Das machen die Jünger hier: Sie nehmen ihn mit im Boot, wie er war. Und dann kommen wir zu Vers 37:
Und es erhebt sich ein heftiger Sturmwind, und die Wellen schlugen in das Schiff, so dass das Schiff sich schon füllte.

Wenn der Sturm das Leben erschüttert

Jetzt kommen wir mal zur Örtlichkeit vom See Genezareth. Der hat verschiedene Namen. Er wird auch See Tiberias genannt; das ist dasselbe Gewässer. Oder auch, und da merkt man so ein bisschen, dass die Galiläer auch ein bisschen größenwahnsinnig waren, das galiläische Meer. Es ist genau dasselbe, der See Genezareth. Also: verschiedene Bezeichnungen für das Gleiche.
Fischreich ist dieses Gewässer landschaftlich wunderschön gelegen, der tiefstgelegene Süßwassersee der Erde. Knapp 200 Meter liegt er unter dem Meereswasserspiegel. Und die Umgebung, die Felsen und die Klüfte, die dort sind, können dafür sorgen, dass sich tagsüber oft so eine gewaltige Hitze aufstauen kann. Warme Luft steigt nach oben, und wenn dann kühle Bergluft kommt, dann kommt es manchmal zu einem sturmgepeitschten Inferno.
Dann ist das plötzlich wie, wenn ihr Kinder Spaghetti machen wollt, mit euren Eltern zusammen, und den Topfdeckel aufmacht und da brodelt es in dem Kessel drin. Das ist so ein bisschen das, was da entsteht. Also: warme Luft trifft auf kalte Luft, extrem heiße Luft trifft auf sehr kalte Luft. Und wenn das passiert, dann peitschen die Wellen hoch in diesem Gewässer. Und das ist sehr intensiv, wie das hier beschrieben wird.
Lukas, der Arzt, beschreibt uns das in seinem Evangelium sehr deutlich: Lukas 8,23. Während sie aber fuhren, schlief er ein, und es fiel ein Sturmwind auf dem See. Das ist genau das, was da passiert. Und das Schiff füllte sich mit Wasser, und sie waren in Gefahr. Lukas, der Arzt, schreibt: und sie waren in Gefahr. Ich bin so ein kleiner Hypochonder, und wenn mir ein Arzt sagt: Du bist in Gefahr, ja, da ist man nicht mehr wirklich entspannt, oder? Wenn einem das ein anderer sagt, ein Jurist, der will ja nur dein Geld. Aber ein Arzt, wenn der sagt: Du bist in Gefahr, ja, dann ist wirklich Holland in Not, oder? Und genau das Gleiche passiert hier. Lukas, der Arzt, sagt: Sie waren in Gefahr. Und das ist schon sehr bedrohlich.
Und auch Matthäus führt es aus, und siehe: Matthäus 8,24. Siehe, es erhob sich ein heftiger Sturm auf dem See, so dass das Schiff von den Wellen bedeckt wurde. Ein heftiger Sturm, wörtlich steht hier ein gewaltiges Erdbeben. Das, was hier passiert ist, ist nicht so eine Kreuzfahrt, wo es so ein bisschen plätschert oder sowas, sondern das, was hier passiert ist, ist eine echte Gefahrensituation für den Herrn Jesus und für seine Jünger, die da unterwegs sind.

Der Schlaf Jesu und die Ohnmacht der Jünger

Dann kommen wir zu Markus 4,38. Und er war hinten im Schiff und schlief auf dem Kopfkissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?
Er war hinten im Schiff. Das ist auch so eine Besonderheit, die uns nur Markus mitliefert. Und ich finde es so schön, dass die Bibel diese wichtige Ergänzung mitbringt. Ich bin eine Landratte und kein Seemann, aber ich habe so viel Ahnung von der Schifffahrt, dass ich weiß: Das Ruder ist hinten. Damit, womit man steuert, damit, worauf es ankommt, dass das Schiff richtig durch die Fluten gesteuert werden kann, ist hinten. Und da ist das Ruder. Und das finde ich so genial, diese Beschreibung: Er war hinten im Schiff und schlief auf dem Kopfkissen. Er war hinten, er war da, wo man steuert. Er hat das Heft, oder besser gesagt das Boot, immer noch in der Hand.
Er schlief auf dem Kopfkissen. Das war vermutlich ein hölzerner oder lederner Rudersitz. Und vielleicht haben wir die Worte von unserem Herrn Jesus noch im Ohr, die wir am Anfang in Matthäus gelesen haben, wo er einem der Männer sagt: Füchse haben Höhlen und Vögel des Himmels haben Nester, aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegt. Und das wird hier sehr stark verdeutlicht.
Es ist die einzige Begebenheit, bei der wir in der Bibel davon lesen, dass Jesus schläft. Er schlief. Er hatte Hunger, er hatte Durst, er litt Schmerzen. Jesus war wahrer Mensch, als er hier auf dieser Erde war.
Und dann geht die Begebenheit hier weiter, dass die Jünger ihn aufweckten. Das finde ich so gewaltig! Wogen, Wind und Wellen vermögen den Herrn Jesus nicht aufzuwecken, aber der Weckruf seiner Jünger, der stellt ihn sofort auf die Füße. Was für ein imponierender Mann, oder?
Wisst ihr, wenn man auf einer Freizeit ist und man kriegt einen Teilnehmer nicht wach, dann hilft irgendwann ein nasser Waschlappen. Wenn der nicht hilft, ein nasser Eimer, ein ganzer Eimer. Also irgendwann so ein Eimer, das hat bisher immer funktioniert. Aber der Jesus kriegt hier eimerweise Wasser ab. Das Schiff war ja schon unter Wasser, und trotzdem ist der Herr Jesus hier derjenige, den Wogen, Wind und Wellen überhaupt nichts anzuhaben vermögen, der schläft. Aber sobald ihn seine Jünger anrufen, ist er sofort dabei, steht sofort Rede und Antwort. Was für ein Mann ist unser Herr Jesus!
Und wenn wir die Evangelien miteinander vergleichen, dann wird er hier in Markus als Lehrer bezeichnet, in Matthäus rufen die Jünger: Herr, und in Lukas: Meister. Da kann man sich ja fragen: Ja, was denn jetzt? Was wurde da genau gerufen? Hat da ein Evangelium irgendetwas falsch wiedergegeben? Nein, ich glaube auf gar keinen Fall. Das ist ja Gottes Wort, sondern es beschreibt uns die Gefahrensituation, in der die Jünger sich befanden. Die haben wie verrückt durcheinandergeschrien, diese zwölf gestandenen Männer, ein Teil war ja sogar Fischer, und schreien plötzlich wie verrückt durcheinander: Lehrer, Herr, Meister! Weil sie um ihr Leben fürchten und nicht mehr weiter wissen, wie es weitergehen kann.
Und in Lukas finden wir dieses Gebet: Meister, Meister, wir kommen um. Das kann man im Deutschen an einer Hand abzählen: Meister, Meister, wir kommen um. Das ist mit das kürzeste Gebet, was wir in der Bibel finden. Und wie viel Not und wie viel Angst, wie viel Panik macht dieses Gebet deutlich, was die Jünger dem Herrn entgegenrufen: Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?

Die Frage nach dem Glauben inmitten der Angst

Als Jurist ist man gewöhnt, mit manchen Leuten hart ins Gericht zu gehen. Das machen wir jetzt auch einmal. Wir lösen das natürlich auch auf. Ich will mich nicht über die Jünger erheben, aber wenn man versucht, sich das Verhalten der Jünger einmal genau anzuschauen, dann ist dieses Verhalten doch eigentlich unverschämt, oder?
Die Jünger haben doch Gott selbst an Bord, oder? Gott ist derjenige, der am dritten Tag in der Schöpfung die Erde vom Meer geschieden hat. Gott ist derjenige, der die Sintflut über die Erde kommen ließ und die Arche in einer perfekten Art und Weise durch die Fluten steuerte. Gott ist derjenige, der das Rote Meer geteilt hat und später auch noch einmal den Jordan. Gott ist derjenige, der Israel mit Wasser aus dem Felsen getränkt hat.
Wenn wir an den Herrn Jesus denken, dann ist sein erstes Wunder, dass er Wasser in Wein verwandelt. Das ist ja die schönste Wesensänderung, die man mit Materie machen kann. Der Jesus ist doch Gott. Und er hatte den Jüngern doch den Auftrag gegeben: Setzt über. Er hat es befohlen, er war vorausgegangen, und die Jünger sind absolut richtig einfach nur hinterhergelaufen auf dieses Schiff. Der Jesus sitzt doch im gleichen Boot, aber die Jünger sind irgendwie voll auf dem falschen Dampfer. Und deswegen nimmt der Jesus ihnen jetzt erst einmal den Wind aus den Segeln.
Das lesen wir in Markus 4,39: Und er wachte auf, bedrohte den Wind und sprach zu dem See: Schweig, verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille. Ja, das ist doch wie wenn man gegen eine Wand reden würde, oder?
Wir hatten mal eine Jugendfreizeit nach Portugal, lange, lange her. Ich bin schon ein alter Mann, übrigens, das kam falsch an: 44 Jahre bin ich alt, ja, also schon sehr alt. Da war ich sechzehn oder so bei der Jugendfreizeit, und dann hatten wir bei uns einen Schönling. Und der posierte so am Strand. Also Selfie gab es damals noch nicht, aber der legte sich so am Strand quer hin und wollte, dass seine Schwester ihn fotografiert, den Atlantik im Rücken. Und wir Jungs haben gesehen, dass eine Welle auf den Strand zukam, und wir haben uns so gefeiert. Wir standen im sicheren Abstand, und als die Schwester abdrückte, war es das Letzte, was er noch mitbekommen hatte. Dann wurde er unterspült. Das war schon ganz immens, ja.
Aber ich habe gedacht: Wenn man so am Strand steht, irgendwo beim Ozean oder so, oder bei Gezeiten, und dann sagt: Halt, Stopp, weiche zurück, das ist ja kompletter Quatsch. Wir würden ja direkt überspült. Dann interessiert das ja gar nicht, ob da ein Mensch steht oder nicht. Der wird einfach weggepustet, komplett von den Fluten umgehauen, weil das so eine gewaltige Kraft ist, die die Brecher ausüben.
Und der Jesus stellt sich hierhin, bedroht den Wind, spricht zu dem See: Schweig, verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille. Ich finde das so beeindruckend, wie großartig unser Herr uns hier vorgestellt wird. Der Jesus schläft während des Sturms, das zeigt wahrer Mensch. Aber der Sturm schläft, wenn der Jesus spricht, und das zeigt uns: wahrer Gott, wahrer Mensch und wahrer Gott im Herrn Jesus vereint. Der Jesus schläft während des Sturms, wahrer Mensch. Der Sturm schläft, wenn der Jesus spricht, wahrer Gott.
Und dann sagt der Jesus in Markus 4,40: Warum seid ihr so furchtsam? Wie, habt ihr keinen Glauben? Und furchtsam, der Begriff, der hier verwendet wird, ist deilos. Das bedeutet feige. Das ist nicht zu verwechseln mit phobos, da kommen wir gleich drauf. Das ist eine panische Angst, dass man fliehen oder weglaufen möchte. Und der Jesus fragt die Jünger: Warum seid ihr so feige?
Was ist der Nutzen des Glaubens, wenn man in Zeiten der Not nicht glauben kann? Was ist der Nutzen des Glaubens, wenn man ihn nicht aktiv ausübt? Was ist der Nutzen des Glaubens, wenn man ihn nur für die Sonnenscheinstunden des Lebens parat hält, aber nicht für die Stürme des Lebens? Was ist der Nutzen des Glaubens, wenn wir ihn nicht stets gebrauchsfertig bereithalten können?
Und ich nehme mich da voll mit rein in diese Fragestellung, denn ich finde, wir sind als Christen schon interessante Geschöpfe, oder? Wir vertrauen unserem Herrn unsere Seele für Zeit und Ewigkeit an. Wir reden vom ewigen Leben, wir warten auf die Entrückung, dass er herkommt, und wir haben die Hoffnung, überkleidet zu werden und die Ewigkeit mit unserem Herrn zu verbringen. Das ist eine Hoffnung, die wir weitergeben. Und dann reicht manchmal ein Windchen in unserem Leben aus, und wir werden komplett umgepustet.
Wer mir ein sehr großes Vorbild ist, an dem ich mich orientieren möchte, ist Mose. Von Mose wird in Hebräer 11,27 gesagt, dass er gelebt hat, als sähe er den Unsichtbaren. Manchmal macht uns die Unsichtbarkeit Gottes kaputt, oder? Dass wir ihn einfach so gerne mal komplett sichtbar vor Augen hätten. Und doch ist unser Herr der große Gott, der mitgeht durch unser Leben, der uns in seiner guten Hand hält und trägt. Der Jesus selbst hat gesagt: Es ist gut, dass ich scheide, denn ich gebe euch danach den Beistand, den Heiligen Geist. Und das ist so ein gewaltiges Geschenk.
Wir werden da gleich auch noch darauf eingehen, dass es so wichtig ist, auf ihn zu vertrauen. Sehen wir auch noch den blauen Himmel hinter der schwärzesten Wolke? In Jesaja 63,1 steht ein gewaltiger Satz: der mächtig ist zu retten. Und der, der da beschrieben wird, ist dein und mein Gott, unser Gott, der mächtig ist zu retten.

Die große Furcht und die entscheidende Frage nach dem Wer

Dann kommen wir zum letzten Vers, Vers 41. Und sie fürchteten sich mit großer Furcht; hier steht jetzt Phobos. Und sprachen zueinander: Wer ist denn dieser, dass auch der Wind und der See ihm gehorchen?
Sie fürchteten sich mit großer Furcht. Wörtlich steht hier eine große Furcht, fürchten. Wenn wir es mathematischer ausdrücken würden, wäre das Furcht hoch zwei, Furcht im Quadrat. Also eine richtig krasse Panikattacke.
Und dann stellen die Jünger eine ganz interessante Frage. Sie merken plötzlich: Der See hat sich beruhigt. Und jetzt versetzt euch mal in die Situation von so einem Fischer hinein. Da könnt ihr auch sagen: Boah, wie hast du das gemacht? Erklär mal, für die nächsten Fischereifahrten kann ich das vielleicht auch noch mal gebrauchen.
Die fragen nicht nach dem Wie, das wäre eine Frage nach der Methode gewesen. Und die Männer von gestern erinnern sich da an eine Sache. Sondern sie fragen nach dem Wer. Wer ist denn dieser?
Und wisst ihr, das ist das Großartige in unserem christlichen Glauben. Die Großartigkeit unseres christlichen Glaubens liegt nicht darin, dass wir irgendwelche Checklisten hätten, die man abhaken kann, und dann ist man gerecht. Sondern die Großartigkeit unseres christlichen Glaubens besteht darin, dass wir eine Beziehung haben dürfen zu unserem Schöpfer durch den Tod von unserem Herrn und Heiland Jesus Christus, der unsere Sünden weggewaschen hat mit seinem eigenen Blut, der so teuer bezahlt hat und der den Wunsch hat, in einer Beziehung mit seinen Geschöpfen zu sein. Und dafür hat er alles ermöglicht.
Und ich finde das so gewaltig, diese Frage: Wer? Und die begegnet uns immer wieder im Neuen Testament. Wir hatten das gestern beim Männerfrühstück, Römer 7. Da schildert Paulus sein Leben und seine Bemühungen, seine Anstrengungen, die er gemacht hat. Und dann sagt er: Ich habe dieses probiert, mein Wunsch war das. Und er fällt immer wieder auf die Nase. Immer wieder zieht er das Fazit: Es haut nicht hin. Und es endet mit diesem elenden Aufschrei: Ich elender Mensch!
Das ist eigentlich die Zusammenfassung von dem ganzen Begehren von Paulus und dem immer wieder Auf-die-Nase-Fallen. Über knapp vierzig Mal verwendet Paulus in diesem Kapitel das Personalpronomen „ich, meiner, mir, mich“ in Römer 7. Und es endet mit diesem Aufschrei: Ich elender Mensch!
Und dann fragt er nicht: Wie komme ich hier raus? Wie werde ich davon frei? Sondern er sagt: Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes? Und wer macht wieder deutlich: Die Frage der Beziehung steht im Vordergrund bei uns Christen. Bei uns Christen geht es um eine Person, um Jesus Christus, der uns selbst so teuer erkauft hat.
Ja, das soweit zum Text. Und jetzt wollen wir uns drei Mega-Anwendungen anschauen. Ihr seht hier vorne angeschlagen: der heftige Sturmwind, die große Stille und die große Furcht. Und ihr habt auf euren Arbeitsblättern dazu auch jeweils ein entsprechendes Psalmwort, was wir dem Ganzen an jeweilig zugrunde legen wollen. Heftiger Sturmwind, große Stille und große Furcht.
Und im Griechischen steht hier ein Megasturmwind, eine Megastille und eine Megafurcht. Dreimal wird in diesem kurzen Abschnitt dieses griechische Wort Mega verwendet, und das ist schon sehr intensiv. Und es startet mit dem heftigen Sturmwind.

## Drei Anwendungen für den Alltag

Da kann man ja wirklich sagen: Ja, wir kommen im Leben. Das kennen wir alle wahrscheinlich: Das Leben ist kein Ponyhof, und in unserem Leben geht auch manchmal ganz gewaltig die Post ab.
Fragen wir uns nicht manchmal auch wie die Jünger: Kümmert es sich nicht, dass wir umkommen? Diese Frage, die so voller Not ist? Haben wir den Herrn vielleicht auch schon einmal gefragt: Kümmert es sich nicht, dass mein Kind so ungerecht behandelt wird in der Schule? Kümmert es sich nicht, dass meine Eltern sich streiten oder dass meine Eltern sich von mir abwenden? Kümmert es sich nicht, dass der Mensch, den ich liebe, krank geworden ist und dem Tod entgegengeht? Kümmert es sich nicht, dass meine Freundin magersüchtig ist? Kümmert es sich nicht, dass mir die Angst manchmal den Boden unter den Füßen wegzieht?
Und ich weiß nicht, was du gerade für eine Frage in deinem Leben hast, wo du dich fragst: Kümmert es sich nicht? Kümmert es sich nicht, weil du mit einer Situation konfrontiert bist, die alles das, was du in der Hand hast, übersteigt, eine Sache, die nicht mehr kontrollierbar ist in deinem Leben.
Und wisst ihr, richtig schlimm wird es ja, wenn wir wegen unseres Glaubens an den Herrn Jesus das alles erfahren. Der Jesus hat hier gesagt, lasst uns übersetzen, er geht mit, und dann legt er sich hin und schläft ein. Ist das vielleicht auch das, was du da gerade empfindest bei dieser Frage, dass du rufst, aber Gott scheint nicht zu antworten, dass er scheinbar schläft, wie hier die Jünger das festgestellt haben, als sie nach hinten gucken, aber dahin gucken, wo man steuert?
Du machst nicht alles mit, weil du dem Herrn Jesus nachfolgen willst. Du stellst manches Nein auf, du folgst ihm nach in dem Gehorsam, und dann fangen die Planken unter dir an zu wanken und die Stabilität in deinem Leben geht flöten.
Ich glaube, dass genau so Nachfolge aussieht. Dass genau so Nachfolge aussieht, dass wir manchmal konfrontiert sind mit unserer eigenen Ohnmacht, dass wir nicht mehr aus noch ein wissen, dass wir nicht mehr wissen, wie der nächste Tag ablaufen wird.
Und was in so einer Situation hilft, ist ein Blick auf unseren großen Herrn und Heiland, Jesus Christus. Es ist so ein gewaltiges Geschenk, dass unser Herr Jesus selbst Mensch geworden ist. Hier an Bord von diesem Fischerkutter wurde der Jesus nicht über Bord gespült, aber kurz darauf stirbt er am Kreuz auf Golgatha für deine und meine Schuld. Da wird er mit den Wellen göttlichen Zorns überspült.
Wir haben hier diese beiden Bibelstellen: Psalm 42,8: Urflut ruft der Urflut zu, beim Brausen deiner Wassergüsse. Alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen. Und in Psalm 88,8 kann man sich gut merken, dreimal die Acht hintereinander: Auf mir liegt schwer dein Zorn, und mit allen deinen Wellen hast du mich niedergedrückt.
Dort am Kreuz stirbt der Jesus wegen deiner und meiner Schuld. Der Gerechte wird bestraft, der, der keine Sünde kannte, wird zur Sünde gemacht, und seine Gerechtigkeit wird mir zugerechnet. Er bietet die Rettung an, Rettung von einem heiligen und gerechten Gott, der in seinem Wort, der Bibel, sagt, dass kein Mensch gerecht ist, auch nicht einer, dass unsere besten Taten nur Dreck sind in den Augen eines heiligen Gottes, und der uns einlädt, zu ihm zu kommen. Und die einzige Möglichkeit, das zu tun, führt übers Kreuz, wo er an deiner Stelle stirbt.
Und das ist so wichtig, diesen Schritt zu gehen. Dazu möchte ich einladen, dass der Jesus der Retter in deinem Leben wird. Und als Retter gehört er genau dahin, wo er geschlafen hat, nämlich hinten ans Steuerruder deines und meines Lebens. Wenn du Christ bist, ist es noch einmal wichtig, sich zu vergegenwärtigen: Er gehört ans Ruder meines Lebens. Nicht mehr ich lenke das Schiff, ich kann es gar nicht, sondern mein Herr und Heiland, Jesus Christus, gehört ans Ruder.
Und gerade diese Begebenheit ist doch so eine gewaltige Ermutigung, oder? Es sieht so aus, als ob er schläft. Er schläft hier sogar, Bogen, Wind und Wellen, nichts passiert, der Jesus schläft weiter. Aber der Weckruf seiner Jünger stellt ihn sofort auf die Beine, und er gebietet den Elementen, und es tritt Ruhe ein. Eine große Stille.
Das führt uns zum nächsten Punkt: die große Stille, das ist das zweite Mega. Ich habe mich gefragt, wie kann man bei Stürmen bitte still werden? Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, und ja, bei mir geht schnell was auf Grundeis. Also ich bekomme schnell den Flattermann und werde dann ganz unruhig und wibbelig.
Ich habe mich zum Beispiel gefragt, wenn wir uns im Neuen Testament die Apostelgeschichte durchlesen, da lesen wir von einem Petrus, der im Knast liegt, angekettet links und rechts, und er rechnet mit seiner Hinrichtung. Und was macht der Kollege? Schlafen. Ich habe mich gefragt, wie geht das? Wie kann man schlafen, wenn man mit der sicheren Hinrichtung am nächsten Tag rechnet? Wie gelingt es dem Petrus, sich hinzulegen, so dass er geweckt werden muss?
Wenn wir uns Paulus anschauen: Paulus bewahrt die Ruhe bei Sturm und Schiffbruch auf der Romreise. Das war auch nicht irgendwie eine tolle Reise, eine Urlaubsreise, sondern das war eine Reise, die im Ergebnis dazu führt, dass sein Leben auch beendet wird. Und wir können mal 2. Korinther aufschlagen, 2. Korinther 11,25, weil Paulus da deutlich macht, was er alles erlebt hat. 2. Korinther 11,25: Dreimal bin ich mit Ruten geschlagen, einmal gesteinigt worden, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, einen Tag und eine Nacht habe ich in Seenot zugebracht. Oft auf Reisen, in Gefahren von Flüssen, in Gefahren von Räubern, in Gefahren von meinem Volk usw., in Gefahren der Nation. Können wir weiter auflisten.
Aber allein das reicht doch schon, um zu sagen: Danke, Paulus, mit deiner Biografie möchte ich nicht so gerne tauschen. Das sind Erfahrungen, im Nachhinein mögen die ganz schön sein, aber ich möchte sie nicht durchlebt haben. Wie intensiv ist der Paulus hier unterwegs?
Und man kann sich ja fragen: Warum musste Paulus das Ganze erleben? Dieser Mann, der doch eigentlich die perfekten Voraussetzungen hatte, um eine steile geistliche Karriere zu machen, der zu den Füßen des Gamaliel gelehrt wurde und der sich auskannte mit dem Gesetz, dem eigentlich nichts im Wege stand, eine richtig schöne, entspannte Laufbahn einzuschlagen. Warum das Ganze?
Die Antwort gibt uns Paulus zu Beginn vom zweiten Korintherbrief. 2. Korinther 1. Also am Ende listet er ja auf, was er alles erlitten hat, aber schon zu Beginn macht er deutlich, warum er das Ganze hier erduldet und erlitten hat. 2. Korinther 1,8: Denn wir wollen euch nicht in Unkenntnis lassen, Brüder, über unsere Bedrängnis, die uns in Asien widerfahren ist, dass wir übermäßig beschwert wurden, über Vermögen, so dass wir sogar am Leben verzweifelten. Wir selbst aber hatten in uns selbst schon das Urteil des Todes erhalten. Und jetzt kommt es: damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt.
Ich habe mich gefragt: Vertrauen, wie geht das? Wie können wir Gott vertrauen, wenn es gerade so brodelt, wenn uns gerade der Boden unter den Füßen weggezogen wird? Ich habe gedacht, das Problem in unserem Leben ist, dass wir als Menschen oft so einen begrenzten und beschränkten Blick auf unseren großen Gott haben. Unsere Sorgen werden sprichwörtlich wie Berge. Unsere Schwierigkeiten überfluten uns. Ängste nehmen uns den Wind aus den Segeln. Und wir vergessen, dass der Jesus doch im gleichen Boot mit uns sitzt.
Und Warren Wiersbe, der Bibelkommentator, hat mal geschrieben: Die wichtigste Frage im Leben ist nicht, wie groß ist das Problem oder wie groß bin ich. Die entscheidende Frage ist, wie groß ist mein Gott? Wie groß ist mein Gott? Das ist die entscheidende Frage. Er ist größer als unsere Schwierigkeiten, er hat sie in der Hand.
Und das ist so wunderbar. Also Markus liefert uns hier eine Steilvorlage, den Text auch mal in den Gesamtkontext einzubetten. Und dem Markus in Lukas wird deutlich, dass der Jesus in dieser Zeitspanne vier seiner größten Wunder getan hat. Ja, eigentlich sind es fünf. Wir haben das hier gelesen, damit startet das Ganze eigentlich so: der Sturm, den kein Seemann bezwingen kann, Markus 4,35-41, das ist genau unsere Stelle, die wir heute betrachten. Ein Sturm, den kein Seemann bezwingen kann, aber der Jesus gebietet den Elementen, und das Äußerste des Menschen sind Gottes Gelegenheiten, wo er sich verherrlichen kann.
Es geht dann weiter: Der Jesus landet am jenseitigen Ufer, und es kommt ihm ein Gerasener entgegen, oder man könnte auch besser sagen: ein Gerasener entgegen, ein besessener Mann, der wie verrückt rast, der verrückt ist, der besessen ist. Ein Besessener, den kein Mensch zähmen kann, und er wird konfrontiert mit dem Sohn Gottes, und der Jesus macht deutlich: Ich beherrsche das nicht zu Beherrschende, und er sorgt für Ruhe.
Dann gibt es ein Mini-Wunder. Habt ihr jetzt auch bei euch in der Bibel sind so die Wunder von Herrn Jesus aufgelistet bei mir, und ich finde, da fehlt ein Wunder, weil guck mal hier Markus 5,21: Und als Jesus in dem Boot wieder an das jenseitige Ufer hinübergefahren war. Ich habe mich gefragt, wie hat der Jesus seine zwölf Jünger wieder ins Boot bekommen? Also nach so einer Reise hätte ich wahrscheinlich gesagt: Lass mal lieber den Landweg nehmen, oder? Also komm mal vielleicht später an, aber ist vielleicht ein bisschen sicherer. Das ist für mich auch ein gewaltiges Wunder, dass Herr Jesus es schafft, diese zwölf Männer einfach wieder mit ins Boot zu nehmen und wieder überzusetzen.
Und sie kommen dann ans andere Ufer und werden mit einer Krankheit konfrontiert, die kein Arzt heilen konnte. Eine Frau, die blutflüssig ist, die da zwölf Jahre darunter leidet. Kein Arzt kann ihr helfen, all ihr Geld hat sie darauf aufgewendet, um irgendwelche ärztliche, medizinische Hilfe zu bekommen, und keiner kann ihr helfen. Aber der Jesus heilt die Unheilbare.
Und dann begegnet er einer Tragödie, die keine Eltern abwenden können. Er begegnet Jairus, dessen zwölfjährige Tochter gestorben ist. Aber der Jesus besiegt den Unbesiegbaren. Ich habe mal bei einer Beerdigungspredigt gedacht: Ach, liest du dir mal durch, was der Jesus im Rahmen von der Beerdigung gemacht hat, gesagt hat, so als Möglichkeit, um da was anzuknüpfen. Ich habe festgestellt: gar nichts, der hat die alle immer wieder ins Leben gerufen. Das ist so, der war einfach größer, ja. Unser Herr holt die Menschen einfach wieder ins Leben zurück.
Und das finde ich so beeindruckend: einen Sturm, den kein Seemann bezwingen kann, aber der Jesus gebietet den Elementen. Das Äußerste von uns Menschen sind Gottes Gelegenheiten. Ein Besessener, den kein Mensch zähmen kann, der Jesus beherrscht das nicht zu Beherrschende. Die Krankheit, die kein Arzt heilen kann, und der Jesus heilt die Unheilbare. Und eine Tragödie, die keine Eltern abwenden können, und der Jesus besiegt den Unbesiegbaren. Naturgewalten, Dämonen, Krankheit, Tod – alles hört auf das Wort unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Nur der Mensch weigert sich.
Warum vertrauen wir ihm nicht? Ich möchte uns da auch zwei Verse mitgeben, auch aus dem Psalm 93,3-4: Ströme erhoben, o Herr, Ströme erhoben ihr Tosen, Ströme erheben ihr Brausen. Mächtiger als das Tosen gewaltiger Wasser, wuchtiger Brecher des Meeres, mächtiger ist der Herr in der Höhe. Und deswegen können wir unserem großen Herrn und Heiland vertrauen.
Mal eine kurze Geschichte für die Kinder: Ich war sieben, acht Jahre alt, da waren wir in der Schweiz zum Skifahren, und die Schmelze hatte eingesetzt. Von den Gebirgen floss das Wasser herunter, und da gab es so einen richtig reißenden Gebirgsbach. Und was macht man als Kind? Ja, versuchen irgendwie über den Bach zu kommen, ist ja klar, vor allen Dingen, wenn da schöne Steine mittendrin sind.
Dann kann ich mich jetzt noch ganz genau an die Situation erinnern, dass meine Zwillingsschwester und ich so von Stein zu Stein sprangen. Meine Schwester ist immer vorgehüpft, die war mutiger als ich. Und dann war die nächste Stelle zu meistern, das war ein bisschen anspruchsvoller. Und ich sehe, wie meine Schwester in Stein verfehlt und sie verfehlt und runtergerissen wird sofort von diesem Bach. Und da war ich so perplex, ich bin einfach hinterher gehüpft, also ich stand erst da und habe gesagt: Oh.
Und in dem Moment, wo ich runterhüpfe, sehe ich, wie sie ans andere Ufer schon wieder raussteigt, da war sie schon wieder draußen. Und an dem Abend habe ich diesen Psalm gelesen, oder mein Papa hat ihn gelesen, und seitdem hat dieser Vers eine gewaltige Bewandtnis: Ströme erhoben, o Herr, Ströme erhoben ihr Tosen, Ströme erheben ihr Brausen. Mächtiger als das Tosen gewaltiger Wasser, wuchtiger Brecher des Meeres, mächtiger ist der Herr in der Höhe.
Wir können unserem Herrn so intensiv vertrauen. Wenn wir uns an die Situation im Garten Gethsemane erinnern, dann hatte der Jesus da auch Angst gehabt. Er hat sie mitgemacht, er hat sie durchgemacht, und als er kurz vor seinem Sterben war, schreibt uns Markus auf, dass er anfing, sehr bestürzt und geängstigt zu werden. Und als die Menschen ihn dann ans Kreuz genagelt haben, da war sein Schiffbruch eigentlich perfekt, oder? Totaler Schiffbruch. Und Gott schläft? Der Jesus ruft aus: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Genau in so einer Situation, und dann tritt auch eine große Stille ein, eine Grabesstille sogar, und der Jesus wird ins Grab gelegt, und dann folgt dieser gewaltige Schritt aus dem Grab hinaus ins Leben. Der Jesus steht vom Toten auf, er verlässt das Grab, das Grab kann ihn nicht halten. Er ist aus dem Tod in das Leben hinübergegangen und hat die Erlösung für uns bewirkt. Und diesem Gott können und dürfen wir vertrauen, weil er diesen Schritt getan hat.
Deswegen kann der Jesus in Johannes 16,33 sagen: Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Drangsal, aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden. Der Jesus weiß um deine und meine Situation. In der Welt habt ihr Drangsal, sagt er selbst. Aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden. Er hat es alles vollbracht und durchgemacht.
Bei dem Begriff noch eine kurze Challenge für unseren Alltag: Eine große Stille setzt voraus, dass wir auch selbst zur Ruhe kommen. Kennst du Andachtszeiten mit Gott, eine stille Zeit mit deinem Schöpfer? Kennst du eine Phase morgens, wo du einen Kaffee trinkst und nur die Bibel vor dir hast, keine Playlist, die im Hintergrund dudelt? Alle Endgeräte einfach mal aus, einfach nur Bibel lesen und beten, einfach dein Schöpfer und du. Und dazu möchte ich auch einladen, Zeit mit Gott zu verbringen, täglich, dann wenn es am besten passt. Manche sind Nachteulen, bei manchen klappt es morgens besser. Aber sich bewusst Zeit zu nehmen, um mit unserem Gott in Kommunikation zu treten.

Die Furcht Gottes als Anfang der Weisheit

Und jetzt kommen wir zum letzten Punkt: Sie fürchteten sich mit großer Furcht. Markus 4,41.
Und jetzt, am Ende der Predigt, kommt noch einmal der Gedanke, dass die Furcht Gottes der Weisheit Anfang ist. Das finde ich ganz interessant, wenn wir über Furcht nachdenken. Die Furcht Gottes ist immer gut. Der Jesus fragt, oder klagt die Jünger an: Warum seid ihr so furchtsam? Das ist dieses Feige. Aber eine Furcht Gottes zu haben, ist immer richtig.
Und ihr seht hier die Eingangsforte von der Schule unserer Kinder. Das ist eine staatliche Schule. Und dann steht darüber: Die Furcht Gottes ist der Weisheit Anfang. Und ich finde, schöner kann man in ein Schulgebäude nicht hineingehen. Das ist echt phänomenal, oder? Es wird sich leider komplett nicht daran gehalten, daneben flattert eine Regenbogenfahne. Aber das, was in Stein gemeißelt ist, das ist so unendlich kostbar, oder? Die Furcht Gottes ist der Weisheit Anfang. Und das Schulgebäude wurde jetzt ganz frisch saniert, aber der Spruch steht noch drauf.
Das finde ich so ein gewaltiges Geschenk, das finde ich so eine schöne Sache, dass unsere Kinder da durchgehen können, durch diese Türe. Die Furcht Gottes ist immer wieder gut, und wir werden in der Bibel auch immer aufgefordert, Gott zu fürchten. Da kann man ja schon fragen: Warum? Weil Phobos ja eine panische Angst ist, eine Angst, dass man fliehen oder weglaufen möchte.
Aber wenn wir unseren Herrn anschauen, dann sagt er in Matthäus 10,28 etwas ganz Interessantes. Da sagt unser Herr: Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als auch Leib zu verderben vermag in der Hölle.
Was der Jesus hier deutlich macht, ist folgende Situation: Der Jesus sagt, wenn du nachts aufwachst und in das Gesicht von der Strumpfmaske guckst und der hat das Messer schon an deine Kehle gesetzt, brauchst du dich nicht zu fürchten. „Fürchtet aber vielmehr den“, sagt der Jesus, „der sowohl Seele als auch Leib zu verderben vermag in der Hölle.“
Und ich bin so anders gestrickt, wisst ihr. Wir haben oft Angst, vielleicht vor Klassenkameraden, die uns verprügeln. Wir haben vielleicht Angst vor einem Kollegen, der uns auf dem Kicker hat und uns ärgert. Vielleicht haben einige von euch eine familiäre Situation, wo gerade ein gewaltiger Druck aufgebaut wird und du dich fürchtest, dich mit diesen Leuten wieder zu treffen. Wir haben vielleicht Angst, einen dummen Spruch gesagt zu bekommen.
Und wir vergessen dabei, dass unser Gott ein verzehrendes Feuer ist. Hierzu auch noch einmal ein Psalmwort, was wir darunter stellen wollen: Psalm 89,8. Gott ist gefürchtet im Kreis der Heiligen, groß ist er und furchtbar über alle, die rings um ihn her sind. Herr, Gott der Heerscharen, wer ist stark wie du? Ja, deine Treue ist rings um dich her. Du beherrschst des Meeres Tosen; erheben sich seine Wogen, du stillst sie.
Und so möchte ich euch, ihr lieben Geschwister hier aus Schwabach, das mitgeben: Wir haben von einem Megasturmwind gehört, von einer Megastille, von einer Megafurcht. Aber alles zielte eigentlich darauf ab, euch diesen Megagott vorzustellen. Großer Gott, wir loben dich, das singen wir in einem Lied. Vielleicht können wir das jetzt noch zusammen singen.
Und unser großer Gott ist so gewaltig, er hat das Heft in der Hand, und wenn du bei ihm im Boot bist, bist du nicht auf dem falschen Dampfer unterwegs. Gottes Segen für die neue Woche mit dem Blick auf unseren großen Gott, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Amen.