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Hebräer 4, 14 - Hebräer 5, 8

Hebräer 4,14-5,808.10.2008
SerieTeil 13 / 27Der Hebräerbrief
Warum lässt Gott Leid zu? Jesus kennt Versuchung, Schwachheit und Schmerz von innen – und genau deshalb lädt er dich ein, nicht wegzulaufen, sondern Hilfe zu suchen.

Die Aufforderung zum Festhalten und Hinzutreten

Wir sind in Hebräer 4,14 auf unserer Gliederung, Arabisch 5: Aufforderung zum Festhalten und Hinzutreten. Wir sind immer noch in den Kapiteln 3 und 4, die die Aufforderungskapitel sind.
Wir hatten die ersten sechs Verse von Kapitel 3. Das war eine Aufforderung, auf den gesandten und treuen Hohen Priester zu achten, ihn zu betrachten. Dann hatten wir in Kapitel 3,7 bis 4,13 warnende Aufforderungen anhand von Psalm 95. Und jetzt haben wir hier eine Aufforderung, Kapitel 4,14 bis 16, eine Aufforderung zum Festhalten und Hinzutreten, eigentlich zwei Aufforderungen.
Vers 14 und 15, die erste Aufforderung: Lasst uns das Bekenntnis festhalten! Da wir also einen grossen Hohen Priester haben, der durch den Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, lasst uns das Bekenntnis festhalten. Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der nicht mitempfinden könnte mit unseren Schwachheiten. Er ist einer, der in allem versucht worden ist, in gleicher Weise, Sünde ausgenommen.
Hier werden fünf Aussagen über unseren Hohen Priester gemacht. Die erste Aussage: Er ist gross. Wir haben einen grossen Hohen Priester, er ist grösser als die Engel, grösser als Mose, grösserer Herrlichkeit gewürdigt als Mose, dieser grosse Hohepriester.
Zweite Aussage: Er ging durch die Himmel. Was das heisst, das ist wieder typisch: Der Hebräer-Schreiber verwendet gern so bildhafte Sprache und unvermittelt, ohne irgendeine Einleitung. Er ging durch die Himmel hindurch. Und im Auge hat er die Stiftshütte. Das wird in dem nächsten Kapitel noch sehr deutlich werden, dass er die Stiftshütte des Alten Testaments vor Augen hat. Da geht der Priester hindurch, durch den Vorhang hindurch, in das Allerheiligste hinein. Und der Herr Jesus ging durch den Himmel hindurch, heisst es. Er ist durch den Himmel, die Himmel sind gleichsam der Vorhang. Die Himmel haben ihn aufgenommen, er entschwand ihren Blicken. Der Herr Jesus ist in den Himmel aufgefahren. Die Wolke nahm ihn auf, und dann war er weg. Da ist der Vorhang, der die unsichtbare Welt von der sichtbaren Welt trennt, und hinter diesem Vorhang ist er gegangen, in die Gegenwart Gottes, in das Heiligtum Gottes hinein, durch den Himmel, wie durch einen Vorhang. Er ist durchgegangen, hineingegangen. Er ging durch die Himmel.
Die dritte Aussage: Er ist der Sohn Gottes. Das wird hier betont. Wir lesen das so schnell, aber das wird betont: Er ist der Sohn Gottes. Er ist Gott selbst, der, der Jesus heisst, der, der uns zum Bruder geworden ist, der sich so tief erniedrigt hatte, der ist in den Himmel gegangen als Mensch und als Gott. Er hat bei uns gelehrt, kam zu uns, er lebte unter uns, er wirkte unter uns, er starb für uns, er ist auferstanden und aufgefahren. Und jetzt nimmt er uns mit, sozusagen. In Christus dürfen wir mit ihm verbunden sein, wir dürfen dann mit aufs Engste mit ihm verbunden sein, wir dürfen in Christus sein.
Also: Da wir einen grossen Hohen Priester haben, der durch den Himmel gegangen ist, der Sohn Gottes.
Vierte Aussage: Er ist ein Hoher Priester. Da wir einen grossen Hohen Priester haben, er ist ein Hoher Priester, das heisst einer, der mitfühlen kann, ein Hoher Priester, der mitfühlen kann. Vers 15: Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der nicht mitempfinden könnte. Nein, wir haben einen, der mitempfinden kann. Das ist die vierte Aussage: ein Hoher Priester, der mitempfinden kann.
Und die fünfte Aussage ist: Er ist ohne Sünde. Er wurde in allem gleich, er ist in allem versucht worden, aber Sünde ausgenommen. Das heisst, er ist ohne Sünde. Das sind die fünf Aussagen hier über diesen grossen Hohen Priester.
Warum kann er Mitleid haben, warum kann er mitempfinden? Das steht hier im Text: weil er versucht worden ist in allem und auf gleiche Weise, auf ähnliche oder gleiche Weise. In allem, in was alles kann er Mitleid haben, in was alles kann er mitempfinden? Der Hebräer-Schreiber sagt: in allem. In allem kann er Mitleid haben, in allem kann er mitempfinden. Er kann uns in allen unseren Anfechtungen verstehen und mitleiden, und er leidet mit, wenn wir leiden.
Das lesen wir öfters in der Bibel, dass der erhöhte Herr mit seiner Gemeinde mitleidet, wenn die Gemeinde leidet. Und nicht nur mit der ganzen Gemeinde als gesamte Gemeinde, sondern auch als einzelne Gemeinde: Der Herr Jesus leidet mit. 2. Korinther zum Beispiel kommt mir in den Sinn. 2. Korinther 1, ja, ich weiss jetzt nicht mehr genau, wo das war, in dem ersten Vers, irgendwo da heisst es ganz, dass er das ... Ist es Vers 4, der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in aller Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst getröstet werden von Gott? Weil demgemäss, wie die Leiden Christi reichlich auf uns überströmend, so auch unser Trost durch Christus reichlich auf uns überströmt, werden wir aber bedrängt für euren Trost und eure Rettung, die gewirkt werden, im geduldigen Ertragen eben der Leiden, die auch wir leiden. Werden wir getröstet, dann für euren Trost und für eure Rettung. Und unsere Hoffnung ist fest für euch, wissen wir doch, dass gleich wie ihr der Leiden teilhaftig seid, so auch des Trostes.
Also hier ist es 2. Korinther 1,6, danke, Vers 5 eigentlich schon: die Leiden Christi, weil demgemäss, wie die Leiden Christi reichlich auf uns überströmen, so auch unser Trost durch Christus reichlich ist. Und wir werden bedrängt für euren Trost, für eure Rettung, die gewirkt werden, im geduldigen Ertragen eben der Leiden, die auch wir leiden. Werden wir getröstet, dann für euren Trost, eure Rettung. Ich bin noch nicht ganz zufrieden, es gibt eine noch deutlichere Stelle hier, aber ich werde sie nachher noch suchen.
Jedenfalls eine Stelle ist ganz klar: Apostelgeschichte 9,5. Saul, was verfolgst du mich? Hat der Paulus den Herrn Jesus verfolgt? Nein, er hat die Christen verfolgt. Und wenn die Christen verfolgt werden, wird Jesus verfolgt. Das heisst, das zeigt uns, dass der Herr Jesus mitleidet mit seiner Gemeinde. Wenn sie verfolgt wird, wird Christus verfolgt.
Also der Herr kann unsere Anfechtungen verstehen, und er leidet mit uns mit. Es gibt keinen, der uns besser verstehen kann als dieser Hohe Priester, keinen, der ein weicheres Herz hätte für uns als dieser Hohe Priester. Er wurde versucht in allem.
Nun, wenn wir die zwei Versuchungsgeschichten der Bibel, es gibt zwei grosse Versuchungsgeschichten der Bibel, wenn wir die einander gegenüberstellen, dann sehen wir das sehr deutlich. Die erste grosse Versuchungsgeschichte der Bibel ist, wo bitte? 1. Mose Kapitel 3, oder? 1. Mose Kapitel 3, die erste grosse Versuchungsgeschichte. Die Schlange kommt und versucht den Menschen.
Und dann die zweite grosse Versuchungsgeschichte, oder sagen wir so: die erste grosse Versuchungsgeschichte beim Herrn Jesus ist die Versuchung in Matthäus Kapitel 4, wo die Schlange kommt, wo der Satan kommt und den Herrn Jesus versucht. Und wenn wir die beiden Versuchungsgeschichten gegenüberstellen, dann wird sehr deutlich die Parallele. Da kann man sehen, dass die drei Versuchungen von Matthäus 4 ähnlich sind wie die drei Versuchungen oder wie die Versuchung in dreifacher Weise bei Eva.
Da heisst es bei Eva in 1. Mose 3: Die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise, dass eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben. Drei Dinge werden hier genannt: gut zur Speise, Lust für die Augen und begehrenswert, um Einsicht zu geben.
Und genau auf diesen drei Gebieten wurde der Herr Jesus versucht, wie die Eva auf drei Gebieten versucht wird. Einerseits gut zur Speise, Versuchung in Bezug auf das Essen, Geniessen. Zweite Versuchung: Lust für die Augen, Ansehen, und wenn man das ansieht, man möchte es haben, was man sich ansieht, Lust für die Augen, also über die Augen. Und das Dritte ist: begehrenswert, Einsicht zu geben. Das betrifft den Intellekt. Das eine betrifft das Geniessen, das andere betrifft das Haben, und das Dritte betrifft das Sein, oder? Wir möchten etwas geniessen, wir möchten etwas haben, und wir möchten etwas sein. Das sind die drei Bereiche, auf denen wir versucht werden, und in diesen drei Bereichen wurde der Herr Jesus versucht.
 Matthäus 4 sagt: Zu diesen Steinen, dass sie Brot werden. Geniessen. Hast du Hunger? Bitte schön, mach doch aus den Steinen Brot. Die zweite: Er zeigte ihm alle Herrlichkeit. Mit den Augen und alle Herrlichkeiten der Welt, das kannst du alles haben, kannst du alles haben auf schnellem Wege. Lust für die Augen, dass er etwas haben kann, das Verlangen, etwas zu haben. Und dann: Stürz dich doch von der Tempelsinne herab, du bist wer, du bist doch wer, bist doch jemand Besonderes.
Also es geht um diese drei Bereiche, wo wir versucht werden: einerseits im Geniessen, andererseits im Haben und andererseits im Sein. Also wir haben ein Verlangen in uns. Wir wollen gern etwas geniessen. Wir wollen gern etwas haben, und wir wollen etwas sein. Das Verlangen an sich ist ja nicht schlecht. Es ist ja gut, dass wir etwas geniessen. Wir dürfen ja geniessen, denn Gott hat uns geschaffen, er hat uns eine Schöpfung gegeben, wir dürfen sehr viel geniessen von der Schöpfung. Und wir dürfen etwas haben. Gott gibt uns etwas, damit wir etwas haben. Und Gott will auch, dass wir etwas sind, dass wir jemand sind, dass wir Besondere sind.
Nur dieses Verlangen kann pervertiert werden, das heisst, dass man in verkehrter Weise Lust auf etwas Verkehrtes hat, dass man Lust hat, im verkehrten Sinne etwas zu geniessen, zu haben und zu sein, auf unerlaubte Weise etwas zu geniessen, was der Herr nicht erlaubt hat oder verfrüht usw. zu geniessen, oder verfrüht etwas zu haben, was wir noch nicht haben können, aber später haben dürfen, oder etwas zu sein, dass wir gern schön dastehen wollen vor anderen Menschen und gut dastehen, dass alle uns achten und alle begeistert sind von uns. Das haben wir alle gern, oder?
Der Herr Jesus wurde in diesen Bereichen genauso versucht. Aber er blieb ohne Sünde, als er versucht wurde, ohne Sünde. Oh, der Herr Jesus hat sehr wohl Lust an vielem. Oh, seine Lust war, den Willen Gottes zu tun, seine Lust war bei dem Herrn, bei dem Jahwe. Und er hat sehr wohl das Verlangen, etwas zu haben, aber er hat es nicht bekommen, er musste warten, und er hat es zurückgestellt, er hat das Königtum und die Königreiche. Der Herr wartet jetzt noch, er sitzt zur Rechten, aber er hat noch nicht alles, er wartet, bis er alle Feinde hat, bis alle Feinde zu Füssen liegen. Viele Feinde sind ihm noch nicht zu Füssen.
Er ist jemand, er ist ein Wichtiger, aber er war bereit aufzugeben, er war bereit, sich selbst auszuschütten, auszuleeren. Er entleerte sich selbst, entäusserte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, wurde ein Mensch und wurde an Gebärden wie ein Mensch erfunden und hat sich erniedrigt, auch als Mensch noch tief erniedrigt. Dann hat Gott ihn erhöht, als die Zeit kam.
Also diese drei Versuchungen hat der Herr Jesus durchgemacht ohne Sünde. Das waren echte Versuchungen, die wurden von aussen an ihn herangetragen. Er wurde nicht von innen her versucht, denn in ihm ist keine Sünde und in ihm war keine Sünde. Aber die Versuchung kam von aussen heran, von Satan, und der Herr Jesus hat bestanden, weil er Gottes Sohn ist. Die Kraft war in ihm. Und in uns ist auch die Kraft, in dem Herrn Jesus. Der Herr Jesus ist unsere Kraft, so dass auch wir gegen Sünde bestehen können heutzutage durch seine Kraft.
Also der Herr kann deshalb auch Mitleid, mitempfinden mit den Seinen in all diesen Dingen, in denen wir versucht werden. Womit kann er Mitleid haben? Es steht hier noch da: mit unseren Schwachheiten, weil er selber schwach wurde. Er ist in Schwachheit gekreuzigt worden, er wurde ein Schwacher, ein hinfälliger Mensch, heisst das. Die Hinfälligkeit der menschlichen Natur, die Schwachheit hat er auf sich genommen. Mit solchem Schwachsein kann er sich identifizieren. Schwachsein heisst nicht sündig sein, Schwachsein heisst schwach sein. Aber wir dürfen jetzt von ihm Kraft bekommen.
Und weiter: Er ist ein Hoher Priester, der ohne Sünde ist. Insofern ist er ein wunderbarer Mittler geworden für uns. Wir sind nicht von Menschen abhängig, wir sind von Jesus Christus abhängig.

Die erste Aufforderung: am Bekenntnis festhalten

Was bedeutet die Aufforderung: Lasst uns das Bekenntnis festhalten? Das heißt: Lasst uns dieses Bekenntnis offen aussprechen. Bekennen heißt, etwas zu wiederholen. Ich wiederhole: Jesus Christus ist Herr, Jesus Christus ist der Sohn Gottes, Gott hat gesprochen in dem Sohn usw. Und ich wiederhole das für mich selbst. Ich nehme das in Anspruch, ich bekenne mich dazu, und ich stelle mich offen dazu. Jesus Christus ist meine Hoffnung. Und wenn Anfechtung und Spott kommen, dann stelle ich mich dazu. Ich stehe auf der Seite Jesu Christi.
Wie wird diese Aufforderung dann verstärkt? Vers 15: Wir haben nicht einen menschlichen Hohenpriester, wir haben einen göttlichen. Wir haben nicht einen Hohenpriester, wie die Menschen Hohenpriester haben, wie die Juden Hohenpriester haben, sondern wir haben einen, der Gott ist, der Mensch geworden ist und mitfühlen kann.
Gut, es gibt also keine Entschuldigung, ihn zu verlassen. Wir haben Grund genug, bei ihm zu bleiben.

Der Zugang zum Thron der Gnade

Vers 16, die zweite Aufforderung: Lasst uns also mit Freimütigkeit hinzutreten zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe.
Erste Frage: Wohin sollen wir treten? Wohin sollen wir treten? Zu einem Thron. Da steht: Lasst uns hinzutreten zu dem Thron. Auf einem Thron sitzt ein König, auf einem Thron sitzt ein Herrscher. Das heißt also: Der, zu dem wir hinzutreten, ist ein Herrscher, ein Herr. Und er ruft uns auf: Tretet hinzu, tretet zu mir.
Wir müssen nicht so wie die Königin drei Tage lang bangen und fasten und beten, ob wir heute wohl hinzutreten dürfen, ob er sein Gnadenzepter ausstrecken wird, wenn ich komme oder nicht. Nein, wir dürfen einfach ins Büro des Königs stürmen oder in den Thronsaal des Königs, ohne anzuklopfen. Wir dürfen einfach hinein in den Thronsaal, mitten in seine heiligen Regierungsgeschäfte hineinplatzen. Ich trete hin zu einem Herrscher, der auf einem Thron sitzt.
Und dann lesen wir: Es ist ein Thron der Gnade. Auf diesem Thron sitzt also einer, der nicht nur König ist, sondern auch einer, der gnädig ist, einer, der hilft. Gnade geben heißt, dass er etwas schenkt. Gnade heißt, dass Gott uns etwas schenkt, dass Gott ein gebender Gott ist, ein liebender Herrscher, ein Helfer. Und zu so einem Hohenpriester können wir kommen, zu einem, der auf dem Thron sitzt. Und dieser Thron ist ein Thron der Gnade. Also: Er ist ein Herrscher, und er ist ein Helfer, ein gnädiger Helfer. Ich trete hin zu einem, der mich liebt und der mir deshalb hilft.
Nächste Frage: Wie sollen wir hinzutreten? Wir merken, wir stellen hier einfach Fragen an den Text. Das ist sehr gut im Bibelstudium. Wir stellen einfach Fragen an den Text, und das ist ja eine gute Übung. Wenn man die Bibel studiert, dann bombardieren wir den Text mit Fragen und schauen dann, welche Fragen beantwortet werden. Also wenn jetzt zum Beispiel hier steht: Lasst uns hinzutreten, ist die nächste Frage: Wohin? Antwort: zum Thron der Gnade. Zu einem Thron, ja, zu welchem Thron? Ein Thron der Gnade. Wie sollen wir hinzutreten? Mit Freimütigkeit, mit Freimütigkeit.
Freimütigkeit heißt: mit Zutrauen. Wir müssen nicht schüchtern, uns schämend und zaghaft kommen. Nein, wir dürfen ganz frei kommen, und wir dürfen uns ganz frei bewegen. Wir müssen hier nicht ein besonderes Hofzeremoniell erfüllen, wenn man sich der heiligen Majestät nähert. Nein, wir dürfen einfach kommen, so wie wir sind.
Ständiger Zugang zum Vater. Wir wurden gerettet, um ständig Zugang zum Vater zu haben, und zum Herrn Jesus, zum Hohenpriester. Gott hat uns gerettet, um Zugang zu haben. Epheser 2,18. Dazu ist der Herr Jesus gekommen, und dazu ist der Herr Jesus gestorben, damit wir Zugang haben zum Vater. Epheser 2,18. Denn durch ihn haben wir beide in einem Geist den Zugang, den Zutritt zum Vater. Jetzt können wir sprechen. Wenn wir Zutritt haben, dann können wir sprechen. Das heißt, wir haben uns bekehrt, um zu beten zu Jesus Christus, dem Hohenpriester, und zum Vater. Zu beiden dürfen wir beten.
Nächste Frage: Wozu sollen wir hinzutreten, also mit welchem Ziel und Zweck sollen wir hinzutreten? Was ist die Absicht unseres Hinzutretens? Der Text gibt gleich wieder Antwort, oder? Lasst uns hinzutreten, damit wir Barmherzigkeit empfangen. Also wir treten hinzu, um Barmherzigkeit zu finden oder Barmherzigkeit zu bekommen.
Barmherzigkeit setzt voraus, dass man in Not ist. Also wenn jemand Barmherzigkeit braucht, dann heißt das: Er ist hilfsbedürftig, und jetzt braucht er einen, der sich erbarmt. Da ist der barmherzige Samariter, oder? Wenn der Samariter barmherzig ist, warum ist er barmherzig? Weil da jemand ist, der Not braucht, der in Not ist. Und jetzt kommt der Samariter hin und ist barmherzig mit diesem, der in Not ist.
Das heißt also: Wir sind in Not. Wir waren in Not, wir waren hilfsbedürftig, und er hat uns gerettet von unseren Sünden. Und dann, jetzt, nachdem wir gerettet sind, sind wir immer noch hilfsbedürftig. Wir brauchen jeden Tag von dem Herrn Gnade, Barmherzigkeit. Wir brauchen jeden Tag einen mitfühlenden Helfer, weil wir in uns völlig angewiesen sind. Wir sind in uns nicht in der Lage, selbständig zu leben. Wir sind nicht selbstexistente Persönlichkeiten. Gott hat uns geschaffen als abhängige Wesen, und das ist gut so.
Die Bibel sagt, die Bibel vergleicht uns mit Schafen. Und Schafe, das wissen wir, Schafe sind nicht selbständig. Wenn man ein Schaf sich selbst überlässt, dann verirrt es sich irgendwo, und es ist verloren, es findet gar nicht mehr zurück. Abhängig von jedem Tag sind wir hilfsbedürftig, und deshalb brauchen wir einen barmherzigen Hohenpriester. Und er ist barmherzig.
Also wir treten jetzt hinzu, um Barmherzigkeit zu finden, weil wir in Not sind, weil wir hilfsbedürftig sind, und wir treten hinzu, um Gnade zu finden für rechtzeitige Hilfe, für eine Hilfe zur rechten Zeit, heißt das. Ja, hoffentlich kommt die Hilfe zur rechten Zeit. Kommt sie zur rechten Zeit, wenn wir zu diesem Gott kommen? Sie kommt immer zur rechten Zeit. Die Hilfe, die wir von ihm bekommen, ist eine rechtzeitige Hilfe. Es ist nicht eine Hilfe, die zu spät kommt: Leider schon vorbei. Jetzt wäre er da zum Helfen, aber es ist leider zu spät. Nein, die Hilfe kommt rechtzeitig. Wir bekommen bei ihm eine rechtzeitige Hilfe, nicht eine verspätete Hilfe.
Dann wollen wir auch rechtzeitig den Thron der Gnade aufsuchen, wollen schnell zum Thron der Gnade laufen. Also eine sehr, sehr schöne und sehr ermutigende Aufforderung hier von dem Schreiber an uns und an die Christen, an die er schreibt, dass wir hinzutreten.
Sind dazu Gedanken, Fragen?
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Insofern er selbst als einer, der versucht wurde, gelitten hat, kann er denen, die versucht werden, helfen. Vielen Dank!
Ich habe hier noch eine Frage für Sie, Frau Präsidentin, Frau Kommissarin, Frau Kommissarin, Frau Kommissarin, Frau Kommissarin, Frau Kommissarin, Frau Kommissarin, Herr Kommissarin, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar, Herr Kommissar.
In der Gliederung steht hier noch die vierte Frage: Warum sollen wir hinzutreten? Die Antwort: Also, deshalb, weil wir einen Hohenpriester haben. Einfach weil wir einen Priester haben, sollten wir hinzutreten. Es ist einer da, deshalb sollen wir hinkommen. Es ist unweise, wenn man einen so großen Helfer hat, dass man diesen Helfer nicht aufsucht, dass man nicht hinzutritt. Also wollen wir hinzutreten.

Der Übergang zum nächsten Hauptteil

Und jetzt beginnt der Schreiber mit einem weiteren Abschnitt, der mit einem Denn einsetzt. Das heißt, der Satz geht weiter. Denn ist ja ein verbindendes Wort, aber das Thema wird jetzt detailliert ausgeführt. Also hängt der Satz in Kapitel 5, Vers 1 eigentlich an dem vorherigen Satz, oder: Wir sollen hinzutreten zu diesem Hohen Priester. Denn wir sollen mit Freimütigkeit hinzutreten und so weiter. Denn jeder Hohe Priester von Menschen ... und dann erzählt er wieder: Es ist bei den Menschen. Und dann heißt es in Vers 5: So verherrlichte sich auch Christus nicht, selbst Hoher Priester zu werden, sondern Gott hat ihn zum Hohen Priester gemacht.
Das heißt also: Dieser ganze Abschnitt, der jetzt kommt, Kapitel 5 und die weiteren Kapitel, beschreibt nun dieses hohe priesterliche Amt Jesu Christi, den hohepriesterlichen Dienst Jesu Christi, detailliert. Das geht von Kapitel 5 bis 10, über den Hohen Priester Jesus Christus, den erhabenen hohepriesterlichen Vermittler. Kapitel 5 bis 10.
Und da haben wir Arabisch eins, also das wäre jetzt B: Jesus Christus ist der erhabene priesterliche Mittler, Kapitel 5 bis 10, Arabisch eins: Jesus ist der rechte Hohe Priester, Kapitel 5, Vers 1 bis 10. Jesus ist der rechte Hohe Priester. Und da kommen zuerst die Verse 1 bis 4: der israelitische Hohe Priester als Vorbild für Jesu hohes Priesteramt.
In den Versen 1 bis 4 wird jetzt erklärt, wie es bei den Menschen gewesen ist. Wie ist der menschliche Hohe Priester Hoher Priester geworden? Und hier werden einige Punkte genannt.
Vers 1: Ich lese mal: Denn jeder Hohe Priester wird aus der Reihe von Menschen genommen und wird für Menschen bestellt in Bezug auf das, was Gott betrifft, damit er beides darbringe, Gaben und Opfer für Sünden, als einer, der in rechtem Maß Nachsicht zu haben vermag mit den Unwissenden und Irrenden, da auch er selbst mit Schwachheit angetan ist. Und wegen dieser Schwachheit nämlich muss er, wie für das Volk, so auch für sich selbst Opfer darbringen für die Sünden.
Es ist eine Schwachheit, die ihn zum Sündigen bringt. Und deshalb braucht er eigene Opfer für seine eigenen Sünden, ein eigenes Opfer. Und es nimmt nicht einer sich selbst die Ehre, sondern der von Gott Gerufene bekommt sie, ganz so wie auch Aaron.

Das Vorbild des alttestamentlichen Priestertums

Also, wir haben hier drei Punkte.
Erstens: Er muss vermitteln. Ein irdischer Hoher Priester muss zwischen Gott und Menschen vermitteln. Und um vermitteln zu können, muss er aus der Reihe der Menschen kommen. Es geht also nicht, wenn man einen Engel anstellen würde: Komm, Erzengel Michael, du vermittelst jetzt zwischen Gott und den Menschen. Nein, denn ein Engel kann uns nie wirklich ganz verstehen. Ein Engel weiß gar nicht, was es heißt, mit einem Leib zu leben. Ein Engel weiß nicht, was es heißt, ein Abhängigkeitswesen zu sein, wie wir Menschen es sind. Örtlich gebunden – ein Engel kann sich gar nicht vorstellen, wie man nur immer an einem Ort sein kann. Ein Engel ist so schnell wieder an einem anderen Ort, kein Problem für ihn. Aber wir sind an unseren Leib gebunden, örtlich gebunden, und haben viele Probleme, die auch mit unserem Leib zusammenhängen, oder? Das kann ein Engel gar nicht verstehen. Also muss es einer von den Menschen sein. Nur der kann die Menschen wirklich vertreten und vermitteln.
Zweitens: Er muss für die Menschen da sein. Das heißt, er muss ein Opfer bringen, er muss Opfer darbringen für die Sünden der Menschen. Denn ohne Opfer kann man nicht zu Gott treten, weil wir Sünder sind. Gott hat die Israeliten schon vom Alten Testament her so erzogen: Gott ist heilig, und du kannst nicht einfach mit dem heiligen Gott Gemeinschaft haben, denn du bist sündig. Wie kann ein sündiger Mensch mit Gott Gemeinschaft pflegen, der so anders und so heilig ist? Das geht nicht. Es muss also zuerst das Sündenproblem gelöst werden, damit der sündige Mensch mit dem heiligen Gott Gemeinschaft haben kann. Und deshalb gibt es ein stellvertretendes Opfer. Das hat Gott wunderbar gemacht.
Im Alten Testament waren die Tieropfer stellvertretende Opfer. Natürlich wissen wir: Ein Tierblut kann doch keine Sünden wegwaschen. Aber das war eine Schulung für Israel. Gott hat gesagt: Im Blick auf den Messias, der einmal kommen und sterben wird, bin ich nachsichtig, und ich lasse euch ein Tieropfer sozusagen an meiner Stelle gelten, stellvertretend. Und wenn ihr das Tieropfer bringt und wenn das Blut des Tieropfers an eurer Stelle fließt, dann könnt ihr kommen, dann könnt ihr Gemeinschaft mit mir haben, dann bekommt ihr Vergebung. Das war natürlich nur prophetische Vergebung, oder? Im Alten Testament ist prophetische Vergebung gemeint, das heißt Vergebung im Blick auf den kommenden Jesus Christus. Gott gibt ihnen einen Kredit im Voraus, wie wenn ich zur Bank gehe und die Bank mir Geld gibt, das mir eigentlich gar nicht gehört. So bekommen sie eine Vergebung, die ihnen gar nicht zusteht, weil sie ja kein wirklich gültiges Opfer gebracht haben.
Sie waren, wie die Bibel sagt, zugedeckt. Oder: Selig der Mensch, dem der Herr die Sünden zugedeckt hat. In diesem Sinn hat Gott Nachsicht geübt und gesagt: Also gut, ich decke das zu. Und was zugedeckt ist, da schauen wir nicht hin. In diesem Sinn hat er die Sünden also vergeben, nämlich insofern, als er sie zugedeckt hat. Aber richtig weggenommen waren sie eigentlich nicht. Als das Lamm Gottes kam, Jesus Christus, da heißt es: Siehe, das ist der, der die Sünden der Welt hinwegnimmt, trägt, hinwegträgt.
Sie hatten in dem Moment eine Zusage, weil Gott gesagt hat, dass sie jetzt hinzutreten dürfen. Aber sie wussten: Sie müssen immer wieder bringen, sie müssen für jede Sünde gleich wieder ein Opfer bringen. Das ist natürlich kein vollkommener Friede, das ist auch im Gewissen letztlich nicht vollkommen. Denn wenn du weißt, für jede Sünde musst du gleich wieder ein Opfer bringen, dann ist das letztlich kein Friede, oder? Kein wirklicher Friede.
Übrigens geht es hier um Sünden aus Versehen, Sünden aus Unwissenheit. Es geht nicht um Sünden, wo jemand ganz bewusst gegen Gott sagt: So, und mir reicht es, ich will nicht. Wenn Gott sagt: Sabbat halten, und ich halte mich nicht daran, ich brauche keinen Sabbat, ich gehe Holz sammeln. Nein, das wäre ein Schlag ins Gesicht, das wäre ein Sündigen mit erhobener Hand. 4. Mose 15: Wer mit erhobener Hand sündigt, das heißt, wer ganz bewusst gegen Gott schlägt, der wird sterben. Da gibt es kein Opfer. Also wer bewusst einfach Gott ins Angesicht schlägt, für den gibt es keine Vergebung, kein Opfer.
Noch einmal: Es war nicht so, dass man eigentlich nicht sündigen wollte, dass man eigentlich verbunden war. Das wäre dann nicht ein mutwilliges Sündigen mit erhobener Hand. Im Alten Testament ist dieses Sündigen mit erhobener Hand wirklich ganz, ganz bewusst, mit voller Absicht. Mit voller Absicht sich von Gott lossagen – das ist gemeint. Man sagt: Ich will nicht, ich will das Gebot Gottes nicht halten. Davon spricht übrigens Hebräer 10, wir kommen da zurück. Er sagt: Wenn wir mutwillig sündigen, das heißt Gott ins Angesicht schlagen, dann wäre das, als würde man Gott sagen: Ich will nichts mehr mit dir zu tun haben. Das ist genau dieser Fall, Hebräer 10,26. Das ist eine Absage an Gott eigentlich. Da gab es im Alten Testament keine Vergebung. Aber für die anderen Sünden gab es Vergebung, nur musste man immer wieder bringen. Jedes Mal!
Und man wusste: Wenn wir jetzt die Opfer bringen, das Blut wird ja am Brandopferaltar aufgefangen, oder? Das Blut wird in eine Schüssel getan, am Brandopferaltar, und dann wird das Sündopfer auf den Brandopferaltar gelegt. Dann bekommt ein Teil der Priester zu essen, ein Teil bekommt der Sünder zu essen, um zu zeigen, dass man Anteil hat an diesem Opfer. Ich habe Anteil, und Gott hat Anteil an dem Opfer. Und das Blut – was geschieht mit dem Blut? Einmal im Jahr, symbolisch natürlich für alle Blutopfer, bringt der Hohe Priester symbolisch das ganze Blut des Jahres hinein in das Allerheiligste. Einmal im Jahr darf er hineinkommen, und dann nimmt er das Blut, schüttet es am Boden im Allerheiligsten aus. Er stellt sich auf dieses Blut drauf, er steht auf dem Boden des Blutes. Den Rest des Bluts spritzt er auf den Deckel der Bundeslade, dort, wo die Cherubim hinschauen. Sie schauen auf den Deckel der Bundeslade. Und der Deckel der Bundeslade – zum Glück ist hier ein Deckel. Wenn keiner da wäre, wäre es furchtbar. Warum? Weil in der Bundeslade das Gesetz Gottes steht, und das Gesetz Gottes sagt: schuldig, schuldig, schuldig, zehnmal. Und zum Glück wird es zugedeckt.
Und worin schauen die Cherubim, die über die Heiligkeit Gottes wachen? Sie schauen auf den Deckel, und auf dem Deckel kommt das Blut. Sie schauen auf das Blut. Während sie über die Heiligkeit Gottes wachen, schauen sie auf das Blut. Und der Hohe Priester steht auf dem Boden des Blutes, eingehüllt in viel Weihrauch, und hofft, dass er jetzt nicht stirbt, wenn er so in der Gegenwart Gottes steht. Aber er steht auf dem Boden des Blutes, und die Heiligkeit des Gesetzes Gottes ist zugedeckt mit Blut. Und die Engel sehen das Blut. Und wenn Gott sagt: Wenn ich das Blut sehe, dann will ich vorübergehen, oder? Wie beim Auszug aus Ägypten. Und dann geht er wieder hinaus und verkündigt dem Volk: Gott hat uns wieder für ein Jahr Gnade geschenkt, für ein Jahr! Gnade, wenn wir weiterhin brav die Opfer bringen, jeden Tag, und nächstes Jahr wieder.
Und für sich selber muss der Priester auch Opfer bringen, der Hohe Priester, denn er ist ja auch ein Sünder. Er bringt also zuerst für sich selber ein Opfer und dann nimmt er noch das Blut für das Volk. Also er nimmt zweifach mit, damit er selber als Mittler nicht stirbt. Weil er selber Sünden hat, muss er für sich selber opfern. Und damit das Volk weiterhin ein Jahr mit Gott leben darf, bringt er das Blut des Volkes, des Opfertiers, für das Volk.
Drittens: Er muss Verständnis haben für die Schwachheiten der Menschen, für die Menschen, die er vertritt. Er muss also fähig sein, mit ihnen mitzufühlen, und das kann er als Mensch natürlich, der Hohe Priester. Das war also der eine Punkt: Er muss zwischen Gott und Menschen vermitteln, deshalb muss er ein Mensch sein.
Römisch eins: Er muss vermitteln.
Römisch zwei: Er muss auch für sich selbst ein Opfer darbringen. Er muss auch für sich selbst ein Opfer darbringen, habe ich gerade gesagt.
Römisch drei: Er kann sich nicht selbst ernennen. Er kann nicht sagen: Ach, ich ergreife jetzt den Hohenpriesterberuf, und ich werde jetzt Hoher Priester für das Volk. Es geht nicht. Er kann sich nicht selbst ernennen, er muss von Gott bestellt werden, von Gott eingesetzt werden. Vers 4: Und es nimmt einer nicht sich selbst die Ehre, sondern der von Gott Gerufene. Er wird von Gott gerufen. Gott ruft ihn und sagt: So, komm her, du bist jetzt Priester. Ganz so wie auch Aaron. Aaron war der Erste, die Söhne Aarons waren die Zweiten usw. So ging es dann weiter. Gott hat sie eingesetzt, Gott hat sie bestellt, Gott hat sie ernannt. Niemand sucht sich selbst die Ehre, sondern diese Ehre, ein Hoher Priester zu sein, wird einem zuteil von Gott.
Und das waren also die Verse 1 bis 4. Sie zeigen, wie es bei den Menschen abläuft mit dem Hohenpriesterdienst in Israel. Und jetzt zeigen die Verse 5 bis 10, dass der Herr Jesus Christus genau die Anforderungen erfüllt, ein Hoher Priester zu werden. Christus ist der rechte Hohe Priester.
Römisch eins: Christus wurde direkt von Gott eingesetzt. Also der Herr Jesus Christus hat sich nicht selbst ernannt. Er hat sich nicht gedacht, das wäre eigentlich noch ein schöner Beruf, Priester zu werden. Sondern er hat sich nicht selbst verherrlicht, Hoher Priester zu werden, sondern der verherrlichte ihn, der zu ihm sagte: Du bist mein Sohn, ich habe dich heute geboren. So wie er auch an einer anderen Stelle sagt: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.
Der Schreiber bemüht sich nicht zu sagen: Das steht in Psalm 2 und Psalm 110. Er sagt einfach: an einer anderen Stelle. Er will jetzt nicht abgelenkt werden, er will jetzt auf die Sache selber hinweisen. Du bist mein Sohn, heute habe ich dich geboren. Wann war das? Wann wurde der Sohn geboren? Dann, als er Hoher Priester wurde. Wann wurde er Hoher Priester? Bitte, wann wurde der Sohn Hoher Priester? Bei der Himmelfahrt Jesu Christi wurde er Hoher Priester. Da wurde er zum Sohn geboren. Auferstehung und Himmelfahrt werden hier in einem gesehen, oder? Das ist ein Ereignis: Auferstehung und Himmelfahrt. Wir haben schon gesagt, Paulus sagt das Gleiche wie der Hebräerschreiber: Psalm 2,7 ist erfüllt in der Auferstehung Jesu Christi. Da wurde er zum Sohn, und da wurde er auch zum Priester.
Du bist mein Sohn, heute habe ich dich geboren. Du bist Priester in Ewigkeit. Setze dich zu meiner Rechten, Psalm 110. Verstehen wir jetzt: Das passt genau zusammen. Psalm 2,7 hat keine Rede von einer ewigen Zeugung in der Ewigkeit, überhaupt keine Rede, sondern es ist die Bezugnahme auf die Auferstehung Jesu Christi. Da wurde er zum Sohn, und da wurde er auch zum Priester. Da sagte Gott dann auch: Komm, setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße. Der Herr hat zu mir gesprochen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks. Psalm 110.
Ich lese noch einmal den ganzen Psalm, damit wir ihn gut in Erinnerung haben: Psalm 110. Dieser Psalm wird uns jetzt natürlich noch viel mehr beschäftigen. Jahwe sagte zu meinem Adonai, zu meinem Gebieter: Sitze zu meiner Rechten, sitze zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße. Das Zepter deiner Macht streckt der Herr aus von Zion; herrsche inmitten deiner Feinde. Der Herr Jesus soll herrschen, vom Thron aus, inmitten der Feinde. Die Feinde sind noch gar nicht alle unterworfen. Aber er sitzt jetzt auf dem Thron, auf dem himmlischen Zionsberg, auf dem himmlischen Davidsthron.
Vers 3: Dein Volk ist Vollwilligkeit, oder wird Vollwilligkeit sein am Tage deiner Heeresmacht, in heiligem Schmuck. Aus dem Schoß der Morgenröte kommt dir der Tau deiner jungen Mannschaft hervor.
Vers 4: Der Herr schwor, und er bereut es nicht: Du bist Priester auf ewig nach der Weise Melchisedeks.
Mein Herr ist dir zur Rechten. Er zerschmettert Könige am Tage seines Zorns. Er wird Gericht halten unter den Völkern, da wird es dann voll sein von Leichen. Schrecklicher Ausdruck, oder? Da wird er Gericht halten, und es wird voll sein von Leichen. Er zerschmettert das Haupt über großes Land. Könige will er zerschmettern, heißt das. Er dringt von dem Bach auf dem Wege, darum erhebt er das Haupt hoch empor.
Also hier ist die Rede von dem, der sich gesetzt hat, von dem Messias. Und der Herr, Jahwe, sagt zu dem Messias: Sitze zu meiner Rechten und herrsche inmitten deiner Feinde. Das geschah bei der Auferstehung und Himmelfahrt, bei der Intronisation des Sohnes. Dein Volk ist voll Willigkeit. Der Herr schwor, und er bereut es nicht: Du bist Priester in Ewigkeit. Also ab diesem Zeitpunkt, ab diesem Zeitpunkt, da er sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt hat, ist er Priester. Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.
Gott hat ihn eingesetzt, er hat sich nicht selbst eingesetzt. Gott ist die höchste Autorität, und der Herr Jesus war der erniedrigte Mensch. Und Gott setzt den erniedrigten Menschen Jesus Christus, erhebt ihn auf den Thron und setzt ihn ein als König und Priester. Das war wichtig für die Judenchristen. Es war wichtig, dass er ihnen das beweist, dass im Alten Testament der Juden schon geschrieben steht, dass der Messias von Gott eingesetzt wird zum König und zum Priester und dass der Platz, wo der Messias sitzen darf, zur Rechten Gottes ist. Das steht alles im Alten Testament. Das war für die Judenchristen sehr wichtig, weil sie jetzt sehen: Aha, das ist ja alles im Einklang mit der Heiligen Schrift. Das ist nicht einfach neue Lehre, fertig. Die Apostel haben das halt so verkündigt. Nein, die Apostel haben verkündigt, was im Alten Testament geschrieben steht, und der Schreiber weist darauf hin. So wie er an anderer Stelle sagt: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks. Das heißt, er empfing jetzt dieses Amt des Priesters auf ewig, nicht zeitlich, sondern für immer.

Die Vollendung des priesterlichen Dienstes in Christus

Römisch 2: Der Herr Jesus Christus kann wirklich vermitteln. Das war ja auch die Anforderung an einen Priester: Es braucht einen Priester, der wirklich vermitteln kann. In Vers 7 bis 10 wird das beschrieben. Er kann wirklich vermitteln, weil er ganz Mensch ist.
Das wird hier beschrieben: „der in den Tagen seines Fleisches beides Flehen und Bitten mit starkem Rufen und Tränen dem darbrachte, der ihn vom Tode zu retten vermochte, und erhört wurde wegen seiner gewissenhaften Einstellung“. Der Herr Jesus hat also mit Tränen gebetet. Es wird hier wahrscheinlich ein Bezug auf Gethsemane genommen, wo der Herr Jesus gefleht und gebetet hat. Hier heißt es: „mit starkem Rufen und mit Tränen“. Er weiß, was Tränen heißen. Und wenn wir Tränen weinen und stark rufen, dann kann er uns sehr gut mitfühlen.
Jesus Christus wurde erhört. Gott hat ihn aus den Toten auferweckt. Erhört wurde er erst nach dem Tode. Der Herr Jesus hat gebetet: „Herr Vater, dein Wille geschehe.“ Und Gottes Wille ist geschehen. Er sollte sterben, er sollte diesen schweren Weg gehen, ein Opfer für unsere Sünden zu werden. Und wir wissen gar nicht, was das für ihn bedeutete. Für ihn bedeutete das Sterben viel Schlimmeres als für uns.
Wir Menschen sind an sich sterblich. Er aber war der Unsterbliche. Er ist der ewige Gott. Und er hat noch nie einen Moment erlebt, was es heißt, vom Vater getrennt zu sein. Der Herr Jesus Christus war in Ewigkeit nicht nur tausend Jahre vor Christus, und nicht nur fünftausend Jahre vor Christus, und nicht nur zehntausend Jahre vor der Schöpfung der Welt, und nicht nur hunderttausend Jahre vor der Schöpfung der Welt, und nicht nur eine Million Jahre vor der Schöpfung der Welt, und nicht nur tausend Millionen Jahre vor der Schöpfung der Welt, sondern in Ewigkeit in köstlichster, herrlichster Gemeinschaft mit Gott, mit dem Vater.
Und jetzt soll diese Gemeinschaft getrennt werden. Jetzt soll er sterben und im Tode die Trennung von Gott erleben. Wir können das nicht nachfühlen. Wir wissen gar nicht, was Ewigkeit heißt. Wir haben keine Ahnung. Wenn es zurückgeht, wenn wir zurückdenken, dann können wir vielleicht noch sagen: Ja, tausend Jahre zurück, das ist ziemlich lang. Man kann sich vielleicht nur vorstellen: so zehnmal ein Leben lang oder ein bisschen mehr als zehnmal ein Leben lang, das ist schon sehr lang. Da können wir vielleicht nur ein bisschen nachempfinden. Aber wir können nicht Tausenden und Millionen Jahre zurückdenken. Das entgeht unserer Vorstellungskraft. Und wir wissen nicht, was ewig heißt. Wir steigen alle aus.
Wir rechnen mit Ewigkeit. In der Mathematik rechnen wir mit unendlich, oder? In der Mathematik kann man Sachen rechnen, die sind gewaltig. Aber vorstellen können wir sie nicht mehr. Wir haben keine Ahnung, weil wir begrenzte Wesen sind. Wir haben einen Anfang, und er hat keinen Anfang. Es ist für uns undenkbar, dass etwas keinen Anfang hat.
Wenn man mit den Kindern redet, merkt man, sie steigen sofort aus. Wenn man den Kindern sagt, Gott hat keinen Anfang, dann verstehen sie das nicht. Ja, wie alt ist er? Wie alt ist Gott? Meine Tochter hat mich gefragt: Wie alt ist Gott eigentlich? Ja, wie alt ist er? Zehn Jahre, hundert Jahre, nein, mehr, vielleicht tausend Jahre, wie alt ist er? Die steigen aus, und wir steigen auch aus.
Und dieser hat jetzt diesen Sohn, der eine ewige Gemeinschaft mit dem Vater hat, den Tod zu erleiden, die Trennung von Gott, und zwar so eine Hölle zu erleiden, die unsere Hölle aufwiegt. Das muss so etwas Schlimmes gewesen sein, dass die Stunden der Trennung vom Vater so schwer waren, dass es eine ewige Hölle von uns aufwiegt. So hat er stellvertretend eine ganze Hölle für uns durchleiden können, in drei Stunden der Finsternis am Kreuz. Das war schwer.
Und er hat gebetet: Vater, ist es nicht möglich, dass dieser Kelch, dieser Leidenskelch, an mir vorübergehe? Könnte man es nicht anders machen? Der Vater sagt: Nein, wir können es nicht anders machen. Und es ist sicher dem Vater auch ein Schwert durchs Herz gegangen, das dem Sohn so irgendwie klar machen musste: Es gibt keinen anderen Weg. Aber er wurde erhört durch die Auferstehung, nach dem Tod, und er wurde erhört wegen seiner gewissenhaften Einstellung, heißt es hier.
Das Wort heißt wegen seiner gewissenhaften Haltung. Eulabeia auf Griechisch ist eine, ja, schwer zu übersetzen, eine pflichtgetreue Haltung. Man nimmt etwas auf sich und ist pflichttreu. Man erfüllt seine Pflicht in Gottesfurcht. Man nimmt es auf sich als Pflicht, eine ernste Einstellung angesichts einer Pflicht, die man hat. Das ist Eulabeia, wegen seiner gewissenhaften Einstellung, pflichtgetreue Einstellung. Er wusste: Das ist jetzt meine Pflicht. Und dann ist er diesen Weg gegangen.
Also, er wurde ganz Mensch in den Tagen seines Fleisches, heißt es hier. Das ist die Zeit seines Lebens auf Erden. Er kann mitfühlen. Das Beispiel von Gethsemane zeigt es. Und er war vollkommen gehorsam. Er hat, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt. Den Gehorsam hat er gelernt, nicht aus negativer Erfahrung, sondern dadurch, dass er die positive Erfahrung machte, was es heißt, gehorsam zu sein.
Er hat nicht durch Ungehorsam gelernt, nicht vom Ungehorsam zum Gehorsam, sondern indem er einfach Erfahrung machte, was es heißt, sich zu unterordnen, gehorsam zu sein. Denn das hat er in der Ewigkeit nie tun müssen. Gott muss sich nicht Gott unterordnen. Gott unterordnet sich nicht Gott. Gott ist schon per Definition Gott, da gibt es keine Unterordnung in Gott. Aber wenn der Sohn, wenn die zweite Person der Gottheit Mensch wird, Sohn wird, dann unterordnet sie sich. Dann unterordnet sich der Sohn dem Vater. Und jetzt geschieht Unterordnung, vorher nicht. Vorher gab es das nicht.
Er war gehorsam bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuz. Philipper 2,5-8. Ein durchgehender Gehorsam. Wie kann das ein Trost sein für uns? Wie kann das eine Hilfe sein für uns? Ja, wenn er so viel durchgemacht hat, keiner von uns hat und wird je so viel durchmachen. Das ist wirklich einer, der mitfühlen kann. Der hat immer mehr gelitten.
Wir hatten beim Abendessen das Gespräch: „Wie kann Gott sowas zulassen?“, fragt die Welt, oder? Wie kann Gott Böses zulassen? Wie kann Gott Leid zulassen in dieser Welt? Was ist das für ein grausamer Gott, der schickt furchtbare Katastrophen und Tsunamis, und Hunderttausende von Menschen sterben. Wie kann Gott sowas zulassen? Ja, das ist schlimm, dass es viel Leid gibt auf dieser Welt. Aber bitte vergessen wir nicht, dass dieser selbe Gott das Problem des Leidens auf sich genommen hat.
Dass dieser selbe Gott auch einer der Worte ist, man könnte nämlich sagen: Da ist der Sohn Gottes, der wird da hingerichtet mit einer furchtbaren Marterqual. Aber nicht nur das: Der Sohn Gottes muss jetzt die Trennung vom Vater erdulden. Wie kann Gott so etwas zulassen? Da fragt niemand. Da habe ich die Weltleute noch nie gefragt, dass sie gesagt hätten: Wie kann Gott so etwas zulassen, dass Jesus Christus sterben musste? Wie kann Gott so etwas zulassen, der gerade deshalb kam, damit das Leiden in der Welt aufhört, damit diese furchtbare Ungerechtigkeit, die in der Welt herrscht, aufhört?
Wenn Gott dem Menschen die Freiheit gegeben hat zum Sündigen, und dann der Mensch sündigt, dann können wir doch jetzt nicht Gott wieder in die Schuhe schieben: Gott, warum gibst du dem Menschen so viel Freiheit zum Sündigen, dass er so viel sündigen darf? Das ist gerade Menschenwürde, dass Gott dem Menschen die Freiheit lässt zum Sündigen. Es gehört zur Menschenwürde, dass Gott dem Menschen die Entscheidungsfreiheit gibt, dass er sich gegen Gott entscheiden darf. Jetzt darf man doch nicht wiederum einfach Gott in die Schuhe schieben.
Entweder sind wir Menschen Roboter und Maschinen und Computer, alles von Gott gesteuert. Dann könnte Gott uns einfach so steuern, dass wir immer lieb und brav sind. Wunderbar! Oder Gott sagt: Nein, ich lasse dem Menschen einen freien Willen. Und dann geht Gott ein großes Risiko ein, ein Risiko, dass dieser Mensch sich gegen Gott entscheidet und dass dieser Mensch Leiden verursacht in dieser Welt, in der Schöpfung Gottes.
Also die Antwort auf diese Frage, warum Gott das zulassen kann, ist, dass Gott selber das Problem des Leidens auf sich genommen hat. Gott selber hat ein viel schlimmeres Leiden durchgemacht als irgendwelche Katastrophen auf Erden. Gott selber. Und vergessen wir auch nicht, dass ja die Katastrophen auf Erden geschickt sind, damit die Menschen aufwachen, dass sie sich wieder besinnen und zu Gott zurückkommen.
Das lesen wir ja in der Offenbarung, dass Gott verschiedene Katastrophen schickt, damit die Menschen Buße tun. Offenbarung 9, oder? Gott schickt verschiedenste Katastrophen, und dann heißt es in Zitaten: „nicht Buße“, aber sie werden geschickt. Diese Ereignisse und Katastrophen sind geschickt, damit die Menschen Buße tun.
Der Herr Jesus sagt in Lukas 13: Da kommen sie zu ihm und sagen: Das müssen böse Leute gewesen sein da in Siloah, da ist der Turm umgefallen und hat die Menschen unter sich begraben. Das müssen böse Leute gewesen sein. Da sagt der Herr Jesus, wenn ihr nicht umkehrt, ich muss jetzt zitieren, damit ich nicht falsch zitiere, Lukas 13: „Meint ihr, dass diese Galiläer, weil sie solches erlitten haben, vor allen Galiläern zu Sündern geworden waren? Meint ihr, dass sie schlimmere Sünder waren als ihr? Ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt, wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr genauso umkommen.“
Das heißt, die Katastrophe von Siloah war deshalb, damit die anderen Galiläer merken, sie sollen Buße tun. Es war ein Rufen Gottes zur Umkehr. Und das war jetzt in Galiläa, Entschuldigung, das war der eine, wo in Galiläa ein Blutbad angerichtet wurde. Das zweite war der Turm von Siloah. „Meint ihr“, Vers 4, „jene achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und sie tötete, meint ihr, dass diese vor allen Menschen, die in Jerusalem wohnen, schuldige geworden waren? Glaubt ihr, dass sie sündiger sind als ihr? Nein, ich sage euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr genauso umkommen.“
Und wenn ein Tsunami tausend Menschen in den Tod reißt, dann müssen wir zu den Leuten sagen: Wisst ihr, warum das passiert ist? Das ist wegen euch passiert, wegen euch in Deutschland und in der Schweiz und überall. Das ist deshalb passiert, damit ihr Buße tut. Das ist ein Rufen Gottes. Denn eines Tages kommt das Gericht noch viel schlimmer, wenn ihr nicht umkehrt.
Also, zurück, nein, wir müssen Pause machen, denke ich. Wollen wir Pause machen jetzt.