„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei
mit euch allen.“
aus dem 2. Brief des Paulus an die Korinther 13,13
Da haben wir also alle drei in einem Vers: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das ist das jedermann einsichtige
biblische Faktum. Aber nun kommt die theologische Frage: Wie ist das Verhältnis der drei zueinander? Das
wiederum ist keineswegs jedermann einsichtig - im Gegenteil: Das ist und bleibt ein Geheimnis!
Der Zaun um die Dreieinigkeit
Um dieses Geheimnis zu bewahren, haben die Kirchenväter einen Zaun drum herum gebaut. Diese Abgrenzung soll nichts erklären, sondern höchstens Missverständnisse abwehren. Dieser Zaun ist das Dogma von der Trinität, der Dreieinigkeit. Ein Dogma ist ein Glaubenssatz. Es hat nie die Absicht - gleich gar nicht im Fall der Dreieinigkeit -, der Vernunft etwas begreiflich machen zu wollen.
Wer das will, sagt Luther, beweist damit gerade seine Unvernunft: „Wenn wir nun das geringste Ding von uns selbst nicht wissen, ist es nicht eine große Torheit und Vermessenheit, dass wir mit unseren Gedanken hinaufklettern und mit unserer Vernunft Gott in seiner Majestät fassen und ausspekulieren wollen, was er sei?"
Luthers Rat zur Dreifaltigkeit ist Einfältigkeit!
Deshalb sein Rat für die Christen: „Sie mögen bei ihrem einfältigen Glauben bleiben, dass Gott Vater, Sohn und
Heiliger Geist ein Gott sei." Wir befinden uns hier an der Grenze des Aussagbaren, aber nicht an der Grenze des
Glaubbaren. Denn es ist andererseits doch ganz einfach: Wir haben Gott über uns, wir haben ihn als Menschen
unter uns, wir haben ihn als Geist in uns.
Der eine Gott begegnet uns in dreierlei Weise: Der Vater hat uns
erwählt; der Sohn hat uns erlöst; der Geist hat uns berufen und erleuchtet. Allen rationalistischen Flachköpfen sei
empfohlen, das Geheimnis Gottes stehenzulassen, in demütiger Dankbarkeit anzubeten und sich unter seinen
Segen zu stellen.
Von Theo Lehmann, erschienen am 16 Juni 2011 in idea spektrum

