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Jakobus 4,13-17

Jakobus 4,13-4,1726.01.2014
Serie•Teil 10 / 11Jakobus
Planen ist gut – aber was, wenn du dabei Gott und deine Endlichkeit ausblendest? Wer nur auf Erfolg setzt, verpasst oft das Gute, das heute dran ist.

Einordnung des Verses und die Unterscheidung zwischen Sorge und Planung

6, Vers 34. Da heißt es: Ich nehme an, der eine oder andere wird von euch den Vers sogar auswendig kennen: So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen.
Also die Frage: Darf man vorausplanen? Ist ein Christ einer, der vielleicht nur so von Tag zu Tag lebt und nicht wirklich einen Plan vom Leben hat? Ich denke nicht. Ich glaube, dass man diese Stelle nicht verwenden darf, um zu sagen, du darfst als Christ nicht vorausplanen.
Warum? Weil die Stelle nicht über das Planen redet, sondern über das Sorgenmachen. Sorgen und Planen, das sind zwei unterschiedliche Dinge. Wer sich Sorgen macht, der hat Angst vor der Zukunft. Er weiß nicht so genau: Was kommt da an Schwierigkeiten auf mich zu?
Wenn du so ein Typ bist, der sich ständig Sorgen macht, dann kommt jetzt die gute Nachricht: Sorgen sind Unsinn. Warum? Na ja, erstens: Das hatten wir vor Kurzem mal, echte Sorgen sind Chefsache. Also Sorgen behalten ist Diebstahl. Warum? Weil Gott sagt: Gib mir die Sorgen, das ist meins. Erster Punkt.
Zweiter Punkt: Du kannst die Zukunft sowieso nicht beeinflussen. Entschuldige, ja, natürlich können wir beten, aber mal so, dass wir jetzt nach vorne schauen könnten. Also egal, wie viele Sorgen du dir machst, es wird wahrscheinlich jetzt mal wirklich die Zukunft nichts bewirken.
Und drittens: Sorgen sind, wenn man genau hinschaut, nicht nur sinnlos und nicht nur Gottes Sache, sondern sie sind kaputtmachend. Im Seemannsgleichnis heißt es mal, dass das Wort Gottes ein Samen ist, der nur dort aufgehen kann in einem Leben, wo dieser Same nicht erstickt wird. Und das, was den Samen, das Wort Gottes, in unserem Leben erstickt, das sind zum Beispiel Sorgen.
Also Sorgen sind wirklich falsch. Das gilt aber erst mal für dieses und jetzt versuche ich, sprachlich das ein bisschen zu trennen für das Zersorgen, dieses Angsthaben vor dem, was kommt.

Vernünftige Vorsorge und verantwortliches Denken

Es gibt in der Bibel so etwas wie ein vernünftiges Vorausplanen. Ein paar Beispiele:
Da heißt es in Sprüche 11,24 zum Beispiel: Da ist einer, der ausstreut und immer mehr bekommt, und einer, der mehr spart, als recht ist. Also wird hier die falsche Seite beschrieben, jemand, der quasi zu viel spart. Es gibt einen, der zu viel spart. Und wo es einen zu viel Sparenden gibt, da gibt es auch einen, der recht spart.
Also sparsam sein, irgendwo zu sagen: Ich schaue mal, was so kommen könnte. Ich bin nicht völlig blöd, wenn ich durch ... ja, ich weiß, bestimmte Rechnungen müssen zum Beispiel immer im Januar bezahlt werden. Meine Autohaftpflicht kommt zum Beispiel immer im Januar. Deswegen ist der Januar für uns immer ein teurer Monat. Und es ist gut, wenn ich das weiß, dass ich da jeden Monat etwas zurücklege, damit ich, wenn der Januar kommt, nicht denke: Oh, was für eine Überraschung.
Es ist sinnvoll, recht zu sparen, vorauszuplanen. Es gibt auch ein sinnvolles Nachdenken über die Zukunft. In Sprüche 27 heißt es in Vers 23 und 24: Kümmere dich sorgfältig um das Aussehen deiner Schafe, richte deine Aufmerksamkeit auf die Herden, denn nicht ewig reicht der Vorrat. Da ist die Idee: nicht ewig. Und ihr merkt, es ist gut zu überlegen, zum Beispiel: Was für eine Ausbildung mache ich? Es ist gut zu überlegen: Wovon will ich in zwei, drei, fünf Jahren leben, wenn ich da eine Planung machen will? Was ist sinnvoll, nach vorne zu denken?
Aber bitte: Das ist ein sinnvolles Vorausplanen, das ist kein Zersorgen.

Verantwortung im Licht von Gottes Auftrag

Und Jesus selbst ist derjenige, der uns auffordert, mit unseren Talenten und mit unseren Möglichkeiten sinnvoll umzugehen. Er erzählt seinen Jüngern ein Gleichnis. Er sagt: Stellt euch vor. Und er meint damit natürlich sich selbst: ein König, der weit weg in ein fernes Land zieht, wo man ihm ein Königreich schenken möchte. Er meint damit sich selbst, seine Himmelfahrt und dieses Wegsein.
Und in der Zeit, in der er selbst weg ist, bleiben seine Bürger auf der Erde zurück. Ihnen werden Talente anvertraut, und mit diesen Talenten sollen sie etwas anfangen. Denn der König kommt wieder. Sie sollen planen, sie sollen überlegen: Wie kann ich diese Talente richtig einsetzen, hier auf der Erde, damit Jesus, wenn er wiederkommt, sich mein Leben anschaut und sagt: Super, das habe ich dir anvertraut, das hast du gut gemacht.
Das fällt einem nicht einfach in den Schoß. Und wer glaubt, dass es ihm einfach in den Schoß fällt, der ist, je nachdem, wie und wo man das Gleichnis liest, in einer der unterschiedlichen Varianten, zum Beispiel jemand, der es einfach nur vergräbt und sagt: Ich weiß jetzt auch nicht, was ich damit machen soll. Und der König ist, wenn er wiederkommt, überhaupt nicht glücklich. Er nennt so jemanden einen bösen Knecht.
Das war vorweg. Warum ging es mir? Es ging mir darum zu sagen: Zersorgen ist verboten, dass wir uns das wirklich merken. Vorsorgen ist erlaubt. Und ich bin mir darüber im Klaren, dass die Grenze zwischen Zersorgen und Vorsorgen, wenn man sich das im Alltag einmal genau anschaut, vielleicht nicht so einfach zu ziehen ist. Da braucht man eine Menge Gebet, ich glaube auch Nüchternheit, guten Rat und Gelassenheit, damit man genau weiß: Fange ich jetzt eigentlich schon an, mich zu sorgen, oder ist das noch eine vernünftige Vorsorge, die ich hier betreibe?
So, das als Vorbemerkung zu unserem Text. Planen ist keine Sünde. Aber wenn jemand plant, dann muss er das auf die richtige Weise tun. Und wir treffen, wir sind im Jakobusbrief, für alle Gäste, wir machen schrittweise weiter, ich gehe immer fortwährend durch den Jakobusbrief. Wir sind im Jakobusbrief, Kapitel 4, und dort ab Vers 13. Heute werden wir uns Jakobus 4,13-17 anschauen. Und wir treffen in diesem Abschnitt auf Menschen, die das mit dem Planen richtig falsch machen. Deswegen diese Vorbemerkung, dass wir es richtig machen sollen.

Der Blick auf die beiden Gruppen im Text

Kurz ein Schritt in die Vogelperspektive:
Wenn wir von oben auf den Text schauen, dann habt ihr in Vers 13 und in Kapitel 5, Vers 1 immer dasselbe Wort stehen: „Wohlan“. Danach kommt ein Block, 4,13-17 und 5,1-6, in dem es um unterschiedliche Leute geht. Im ersten Block, 4,13-17, geht es um Geschäftsleute, und in 5,1-6 geht es um Großgrundbesitzer.
Diese beiden Gruppen haben etwas gemeinsam: Sie wollen Erfolg. Erfolg zu wollen ist an sich keine Sünde. Nur wollen diese Typen Erfolg um jeden Preis. Und die erste Gruppe, die wir uns heute anschauen, leidet unter Selbstüberschätzung. Die zweite Gruppe, die wir uns beim nächsten Text anschauen, hat das Problem, dass sie bereit ist, für ihren Erfolg über Leichen zu gehen. Solange sie Gewinn machen, kann darunter leiden, wer will. Das stört sie überhaupt nicht.
Deswegen ist „Wohlan“ hier so ein Wort, das wir wahrscheinlich noch nie gehört haben. Vielleicht hast du das letzte Mal in deinem Gespräch „Wohlan“ verwendet. Das ist einfach kein Wort, das man heute noch so benutzt. Aber es gibt eine Parallele im Alten Testament. Und diese Parallele hört sich etwa so an: „Wehe“.
Jetzt merkt ihr: Dieses „Wohlan“ steht eigentlich eher für ein „Wehe“, also so etwas wie: Achtung, Freund, jetzt kommt ein richtig fies schlechtes Beispiel.
Und wenn man das durchliest, diese beiden Beispiele, also diese Geschäftsleute und diese Großgrundbesitzer, und mir ging es immer so, als ich die ersten paar Male den Jakobusbrief einfach durchgelesen habe, habe ich mir immer die Frage gestellt: Sind die Typen eigentlich gläubig? Wenn man so mit Gott und mit seinen Mitmenschen umgeht, meint Jakobus eigentlich reale Gläubige, die in einer Gemeinde herumhängen, oder sind das nur so Prinzipien? Stehen sie für ein Prinzip?
Ich sage mal: Ich glaube, dass beides gilt. Ich glaube, dass es, wenn Jakobus so einen Brief schreibt, auch solche Leute in Gemeinden gibt. Auf der anderen Seite sind das natürlich Prinzipien. Also ich werde euch jetzt nicht sagen: Du bist so einer. Das weiß ich ja nicht. Wir werden Prinzipien herausarbeiten, die auch für uns gelten.
Wenn du mich fragst, kann man als Christ irgendwie so selbstverliebt sein oder, wie bei den Großgrundbesitzern, ungerecht sein?

Warnung vor blinden Flecken und geistlicher Selbstprüfung

Weisst du, was mir auffällt? Meine Frau liest gerade ein Buch über Südafrika, es heisst Verheissene Erde von James Michener. Michener ist bekannt dafür, dass er solche Geschichtsromane schreibt. Wenn du also gerne tausend Seiten liest und Geschichte magst, dann ist Michener dein Mann.
Du liest diese Geschichte und stellst fest, dass es in der Geschichte erschreckend viele Leute gibt, die gläubig sind oder sich zumindest gläubig nennen, und die mit anderen Menschen auf eine Weise umgegangen sind, dass es mich heute noch gruselt. Und wir reden hier über Sklaverei, wir reden hier über die brutalsten Formen von Bestrafung und Ausnutzung, die man sich überhaupt nur vorstellen kann.
Und es waren oft sogenannte gläubige Christen, die, wenn es um Kolonialisierung ging, als Erste dort waren. Auf der einen Seite haben sie mit ihrem Fleiss viel aufgebaut, auf der anderen Seite haben sie mit ihrem Verhalten oft eine Grausamkeit an den Tag gelegt, bei der man sich heute wirklich die Frage stellen muss: Hast du nie deine Bibel gelesen?
Deswegen ist so ein Text für uns ein Stück weit weg. Aber geh einfach mal dreihundert Jahre in der Geschichte zurück. Oder dreihundert Jahre? Wie wäre es mit hundertdreissig, vierzig, fünfzig Jahren auf einer Baumwollplantage irgendwo im Süden von Amerika? Geh da hin und schau dir an, was man da gemacht hat!
Und ich muss ehrlich sagen: Ich bin dankbar, dass der Text da steht, auch wenn er für uns vielleicht ein Stück weit weg ist.
Ich möchte euch, weil wir jetzt natürlich diese Bösen sehen und denken: Boah, ja, das sind wir nicht, ein Gebet zeigen, das meine Frau und ich oft für uns beten. Denn so leicht passiert es, dass man im Leben von anderen die Fehler sieht, und im eigenen Leben tut man sich schwer damit.
Da gibt es David, der im Psalm 139 am Ende betet: Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken.
Ich möchte euch raten, dieses Gebet zu beten, immer wieder: Gott, erforsche mich, schau du in mich hinein und zeig mir, wie es wirklich in mir aussieht.
Und dann geht es weiter: Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist. Gott, bitte zeig mir, ob es da irgendetwas gibt, irgendeinen blinden Fleck in meinem Leben, den ich nicht erkannt habe.
Denn in der Geschichte gibt es so viele, bei denen wir heute so leicht sagen: Ja, wie konnten die denn? Es steht doch da. Aber was, wenn in hundert Jahren die Geschichte auf uns zurückblickt und genau dasselbe Urteil fällen will: Ja, wie konnten die denn? Es steht doch ganz klar da.
Und wir stehen heute hier und sehen gar nichts. So wie die damals nichts gesehen haben, denn sie wollten ja nicht bewusst Gott herausfordern.

Bibellesen, geistliche Wachsamkeit und die langsame Macht der Sünde

Letzte Woche habt ihr eine Predigt gehört, Psalm 119. Ich weiß nicht genau, was gepredigt wurde, ich hatte keine Zeit, sie nachzuhören. Aber ich habe euch etwas mitgebracht, und zwar einen Bibelleseplan.
Für den Fall, dass ihr letztes Mal gedacht habt: Boah, wäre das cool, wenn ich jetzt regelmäßig, sagen wir mal, so ein kleines Stückchen Bibel lesen könnte. Ja, ich habe einen. Wir haben noch ein bisschen übrig in Spandau. Ja, das ist diese Logik: Tausend Stück drucken ist billiger als fünfhundert. Cool, ja?
Ich habe einen dabei. Und wenn ihr wollt, wenn ihr sagt: Ja, einfach durchreichen. Wenn ihr sagt: Oh ja, das ist eigentlich eine tolle Idee. Jürgen hat darüber gepredigt, dass man, oh sorry, Jürgen hat darüber gepredigt, dass man Bibel lesen soll. Ich weiß eigentlich noch gar nicht genau ... Hier ist einer.
Und ich mache euch ein Angebot: Wenn du sagst, okay, ich lese den Bibelleseplan, dann kommt ihr in einem Jahr durchs gesamte Neue Testament, durch Sprüche, Prediger und Hohelied. Also es ist wirklich eine schöne Aufteilung.
Und wenn du sagst: Ey, cool, ich hätte gerne jeden Tag, man liest sechs Tage die Woche, ich hätte gerne jeden Tag noch so einen kleinen geistlichen Impuls zu dem, was ich da lese. Wenn du das möchtest, dann schickst du mir eine E-Mail, okay?
Wir haben es nämlich so gemacht, dass wir als Älteste all diese Textstellen aufgeteilt haben. Und bei uns ist es so: Alle, die mitlesen, oder nein, nicht alle, die gesamte Gemeinde kriegt das. Das geht über den Gemeindeverteiler raus. Also die gesamte Gemeinde kriegt jeden Tag eine E-Mail zu dem Text, der dran ist, wo einer der Ältesten einfach so einen kurzen Impuls gibt.
Und wenn du sagst: Ey, ich habe Lust darauf, das auch zu kriegen, weil es eigentlich eine tolle Idee ist, ja, so mal einfach durchzulesen, dann sag mir einfach Bescheid. Dann setze ich dich da auf die Liste.
Wir brauchen Gottes Wort in unseren Herzen. Wir brauchen Gottes Wort auf unseren Lippen, damit wir im Glauben keinen Schiffbruch erleiden. Ich kann dir eines versprechen: Die Sünde, die dein Leben und das Leben deiner Familie zerstören wird, sie wird nicht mit einem lauten Peng kommen. Ist logisch, oder? Sondern sie wird sich ganz, ganz langsam in deinem Leben einschleichen.
Am Anfang ist da vielleicht nur ein ganz kleines Abweichen vom Kurs. Unmerklich. So ein ganz kleines bisschen Selbstüberheblichkeit. Noch nicht wirklich schlimm, man kann noch gut darüber hinwegsehen. So ein ganz kleiner Mangel an Vergebungsbereitschaft. Ein ganz kleiner Mangel nur. Ein winziger Wunsch, irgendetwas haben zu wollen, was ich eigentlich nicht brauche. Nach Besitz, ein bisschen Anerkennung, ein bisschen mich verwirklichen. Es geht ja eigentlich darum, dass Jesus sich verwirklicht, aber so ein bisschen, das ist so ein ganz kleines bisschen nur.
Und du fängst ganz klein an, und nach ein paar Jahren hat diese kleine Sünde dein Leben kaputt gemacht. Und deswegen ist das so wichtig, dass wir diese Begeisterung aus Psalm 139 teilen über das Wort Gottes. Deswegen ist es wirklich, gerade wenn wir älter werden, so wichtig, dass wir nicht sagen: Ach, ich weiß doch schon alles, sondern neu jeden Morgen lesen und Gott fragen: Gott, was möchtest du mir zeigen in deinem Wort?
Nicht nur drüber hopsen und sagen: Okay, habe ich schon gelesen, weiß ich, Haken dran, fertig. Wir brauchen diesen lebendigen Umgang mit dem Wort Gottes, die Jungen sowieso und die Alten auch. Und wir brauchen diese Warnung, die Gott selber dem Kain zum Thema Sünde sagt.

Die Sünde als lauerndes Monster

Ihr kennt die Geschichte von Kain. Die Sünde wird dort so beschrieben: Gott sagt zu ihm: Wenn du aber nicht recht tust, das heißt, wenn du zulässt, dass die Sünde ein wenig in dein Leben hineinkommt, wenn du die Tür nur ein wenig für sie öffnest, dann wird sie Macht über dich gewinnen.
Ihr müsst euch die Sünde in der Bibel immer wieder wie ein Monster vorstellen. Ein fettes, großes, fieses Monster, bei dem das, was aus dem Maul schlabbert, Säure ist. Und dessen Klauen so sind, dass sie, wenn sie einmal gepackt haben, nie wieder loslassen. Dieses Monster steht vor der Tür deines Lebens. Du musst nur eines tun: die Tür ein bisschen aufmachen, dann ist es drin.
Das ist das, was Gott Kain sagt. Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür wie so ein Monster, und nach dir wird ihr Verlangen sein. Du kannst mit diesem Monster nicht spielen. Es geht nicht. Es wird dich zerfetzen. Wenn du mir nicht glaubst und alt genug bist, schau dir die Alienfilme an. Es geht nicht.
Du aber sollst über sie herrschen, das ist die Idee. Wir sind dazu berufen, über die Sünde zu herrschen. Und jetzt schauen wir uns Jakobus 4,13-17 an.

Die Selbstüberschätzung der Geschäftigen

 Jakobus 4,13. Wohlan nun, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehen und dort ein Jahr zubringen und Handel treiben und Gewinn machen.
Es geht um Geschäftsleute. Wenn man Geschäftsmann ist, dann hängt die Möglichkeit, Gewinn zu machen, davon ab, dass man herumreist. Ganz einfach, für die, die nicht BWL studiert haben: Man kauft hier billig ein und verkauft da teuer. Dann fährt man wieder zurück, kauft hier wieder billig ein und da wieder teuer. Wenn man superklug ist, kauft man billig ein, verkauft teuer, kauft hier billig ein, verkauft dort teuer. Dann geht das immer so hin und her. Das steckt hinter Handel.
Und logisch: So ein Typ braucht Nachdenken und einen Plan. Da muss man wissen, wo gehe ich wann hin, was kaufe ich da ein. Bis dahin ist tatsächlich alles in Ordnung. Dahin ist die Fraktion, die BWL studiert hat. Ich habe es zu leicht erklärt, nicht wahr? Ich weiß. Also, bis dahin ist trotzdem alles erst einmal noch in Ordnung.
Die Geschäftsleute, die Jakobus hier im Blick hat, haben aber ein Problem. Sie machen Pläne, halten sich irgendwie für Christen, aber in ihren Plänen, in ihrem Plänemachen, da spielt Gott keine Rolle. Sie sehen sich, und zwar nur sich, und sie begreifen gar nicht, wie unbedeutend sie sind. Sie sehen ihren Erfolg. Sie sehen, wie diese klug gefassten Pläne tatsächlich Gewinn abwerfen, und jetzt sitzen sie da vor ihrem Businessplan und halten sich schlichtweg für die Größten. Das sind die Typen, an die der Brief geht.
Und deswegen ist es so wichtig, dass wir begreifen: Planen ist gut, aber Planen ohne Gott ist Dummheit.
 Jakobus 4,14.15. Also wohl an nun, die ihr sagt: Wir wollen das alles so machen, wie wir uns das vorgenommen haben, die ihr nicht wisst, wie es morgen um euer Leben stehen wird; denn ihr seid ein Dampf, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwindet.
Planen ohne Gott ist Dummheit, weil wir die Zukunft nicht kennen. Leben mit dem Ziel der Gewinnmaximierung ist Dummheit, weil selbst dann, wenn ich reich werde, ich nicht weiß, ob ich mein Leben richtig gelebt habe.

Reichtum, Vergänglichkeit und die Perspektive der Ewigkeit

Da kommt jemand zu Jesus und möchte ihn mit in Streitigkeiten hineinziehen, so in Erbschaftsstreitigkeiten. Und Jesus erzählt ein Gleichnis. Das lese ich euch mal vor. Es steht in Lukas 12,16-21.
Er sagte ein Gleichnis zu ihnen und sprach: Das Land eines reichen Menschen trug viel ein. Und er überlegte bei sich selbst und sprach: „Was soll ich tun? Denn ich habe nicht, wohin ich meine Früchte einsammeln soll.“
Stell dir vor, du bist Bauer, du schaust auf deine Felder, alles ist voll, und du denkst: Mann, so eine tolle Ernte hatte ich noch nie. Und dann überlegst du bei dir selbst: Was soll ich tun? Denn ich habe nicht, wohin ich meine Früchte einsammeln soll. Boah, das ist ein Luxusproblem. Ich habe so viel, dass ich nicht weiß, wohin damit.
Und er sprach: Dies will ich tun: Ich will meine Scheunen niederreißen und größere bauen. Und ich will dahin all mein Korn und meine Güter einsammeln. Und ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter da liegen für viele Jahre. Ruhe aus, iss, trink, sei fröhlich.
Klingt irgendwie gut und vernünftig, oder? Ja, also wenn man nicht wüsste, wie es weitergeht. Ihr seid ja alle Bibelleser. Man würde erst mal denken: Klingt logisch. Ja, was soll man sonst machen? Irgendwo muss das Zeug ja hin, wenn man es nicht wegschmeißt oder so.
Jetzt kommt Gott, der beurteilt das nämlich. Gott aber sprach zu ihm. Und er sagt jetzt nicht: „Ey, du cooler Businessman, total gut gemacht“, sondern er sagt: „Du Narr.“ Ein Tor, ein Dummkopf, ein Narr. Warum denn? Na ja, in dieser Nacht wird man dein Leben von dir fordern. Du bist tot. Schade, das ist zwar schön, was du da gemacht hast, aber heute Nacht ist Schluss. Was du aber bereitet hast, für wen wird es sein?
So ist der, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott.
Der Tod kommt plötzlich. Und im Raum steht die Frage, und das ist eine Frage, die wir uns tatsächlich stellen müssen: Wie reich bin ich im Blick auf Gott? Dein Bankkonto geht an deine Erben. Aber wie viel von dem, was du auf dieser Welt erwirtschaftet hast, nimmst du mit? Oder die andere Frage: Geht der Blick deiner Planung bis ins Jenseits? Geht er über den Tod hinaus?
Oder, für die, die das vielleicht ein bisschen komisch finden: Du weißt, was du dir hier für ein Auto leisten kannst. Aber hast du dir mal überlegt, was du dir für ein Auto drüben leisten kannst? Was hast du drüben an Möglichkeiten? Das ist jetzt ein sehr merkwürdig weltlich gedachter Gedanke, ja. Aber gehen wir doch mal davon aus, dass Jesus das ernst meint und sagt: Du kannst reich sein im Blick auf Gott. Du kannst Geld tatsächlich in die Ewigkeit überweisen.
Das, was wir hier machen, wie wir hier mit dem umgehen, was Gott uns anvertraut hat, das spielt direkt eine Rolle, wenn wir drüben ankommen. Und es wird beeinflussen, wie wir drüben leben. Und selbst wenn du dir jetzt kein Auto kaufst — ich weiß, mich hat der Satz getroffen: Was für ein Auto kannst du dir drüben leisten? — und dann sehe ich meine alte rote Schrottkarre unten und denke mir: Das ist ein cooler Gedanke. Da werde ich noch ein bisschen Geld überweisen, denn drüben fahre ich ewig. Es geht ja nicht mehr kaputt, das ist ja Unverwüstlichkeit. Es gibt ja keinen Rost mehr und so.
Also von daher: Überleg mal. Das ist schon ein schöner Gedanke, jetzt Geld zu überweisen, damit ich mir drüben so richtig was leisten kann, dann für alle Ewigkeit.
Und das ist die Frage, die hier im Raum liegt: Wie reich bist du im Blick auf Gott?

Die eigene Endlichkeit und die Gefahr des Vergessens

Oder bei Jakobus: Die ihr nicht wisst, wie es morgen um euer Leben stehen wird, denn ihr seid ein Dampf, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwindet.
Du bist ein Dampf, oder anders übersetzt: ein Rauch. Eben noch ist da etwas, und dann ist es schon wieder weg. Ich denke dabei immer an meinen Wasserkocher, wenn ich mir Tee koche. Wenn der anfängt zu blubbern, dann kommt vorne so ein Dampfzähnchen raus. Das sieht man vielleicht zehn Zentimeter weit, und dann ist es weg.
So ähnlich sind wir. Oder bei einem Räuchermännchen: Da kommt oben Rauch heraus, und irgendwann ist er verschwunden. Das sind wir. Bilden wir uns doch nicht ein, dass wir ewig leben. Das ist doch Unsinn.
Meine Frau macht gerade für ihre Grundschulkinder Spiele, um ihnen berühmte Persönlichkeiten nahezubringen. Dann druckt sie immer Bilder aus, auf denen die Gesichter zu sehen sind oder vielleicht die ganze Person. Da hast du dann so einen Bismarck mit seiner Pickelhaube oder so einen ausgemergelten Mahatma Gandhi oder eine blonde Marilyn Monroe. Die stehen da.
Weißt du, was all diese Typen gemeinsam haben? Wir sind tot. Ganz einfach. Und weißt du noch etwas? Sie werden irgendwann in Vergessenheit geraten, obwohl wir heute noch an sie denken. Du kennst vielleicht Genghis Khan, aber das ist auch der einzige Khan, den du kennst, wenn du überhaupt einen Khan kennst. Okay, wir buddeln aus: Oliver Kahn, Aga Khan, ja, noch ein paar Akhans, ja? Kublai Khan, wunderbar, ja. Lasst uns noch mal hundert zusammenbringen! Es gab viel mehr, und sie geraten in Vergessenheit.
Und jetzt stellt euch mal vor, das passiert diesen Leuten, die man in einer Gesellschaft, die sich vielleicht noch ein bisschen einen humanistischen Bildungsanstrich verpasst, noch hervorholt. Da holt man noch den einen oder anderen raus, da gibt es mal noch einen Film in ZDF History darüber. Aber jetzt stell dir mal vor: Wie wird es denn über dich gehen? Wer erinnert sich denn noch an Johnny in hundert Jahren? Da ist der Grabstein weg. Ja, vorbei, game over.
Und es ist okay, ja. Es ist nicht schlimm. Es ist einfach das, was wir uns vor Augen halten müssen. Wir sind Dampf. Wir brauchen uns nicht irgendwo ein Mausoleum hinzustellen für unsere Lieblingsfrau, wo man dann, was weiß ich, die nächsten paar hundert Jahre nach Taj Mahal gehen kann. Da ist niemand mehr. Also sorry, ja, es ist weg. Wir sind Dampf.
Du kannst viel anstellen, aber viel wichtiger wäre es, sich das klarzumachen. Und deswegen ist die Frage so wichtig: Wie sollen wir planen?

Gottes Wille als Maßstab für kluge Lebensführung

 Jakobus 4,15. Die machen es natürlich falsch. Aber jetzt kommt Vers 15: Statt dass wir sagen, so ist es richtig, statt dass wir sagen, statt dass ihr sagt: Wenn der Herr will und wir leben, werden wir auch dieses oder jenes tun.
Wenn der Herr will – jetzt stecken wir mitten im Thema: Wie sollen wir planen? In diesem kleinen Wörtchen will steckt sowohl Wollen als auch Zustimmung drin. Wir dürfen planen, aber bitte immer mit dem Blick auf Gottes Willen.
Wenn du ein reifer Christ bist, dann bist du jemand, der im Blick auf Gottes Willen ein Experte ist. Das heißt, im Römerbrief über den Auftrag, den Gott uns gegeben hat, in dem Moment, wo wir gläubig sind: Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes. Gott sagt: Werde verwandelt, bleib nicht du selbst, lerne neues Denken. Warum? Dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes sei, das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
Wenn du in irgendeiner Sache Experte sein willst, dann sei Experte darin, den Willen Gottes zu kennen. Deswegen auch diese Betonung auf Bibellese, deswegen diese Begeisterung für den Umgang mit der Bibel.
Und hier bei Jakobus geht es noch ein Stück weiter. Es geht nicht nur darum, Gottes Willen allgemein zu kennen, sondern ihn spezifisch auf mein Leben anzuwenden. Das heißt, was Jakobus hier sagt, ist: Ich möchte nicht, dass du auf eine falsche Weise völlig autonom dein Leben denkst und planst.
Ein Leben im Glauben, und das ist jetzt vielleicht der schwierigste Punkt, den ich heute bringe, weil ich werde ihn nicht tiefer ausführen, aber ein Leben im Glauben ist ein Leben, das in Christus bleibt. Ich werde den Satz noch einmal sagen, der ist wirklich schwer. Und wenn ihr ihn nicht auf Anhieb versteht, macht nichts, ihr habt noch zwanzig Jahre Zeit, darüber nachzudenken, für den Fall, dass ihr lebt und Gott will. Ein Leben im Glauben ist ein Leben, das in Christus bleibt.

Bleiben in Christus und die geistliche Dimension der Planung

Im Johannes-Evangelium sagt der Herr Jesus, ausgehend von einem Beispiel, und dieses Beispiel ist das vom Weinstock und der Rebe, wie wir überhaupt nur irgendetwas schaffen können. Und er formuliert das dann so: Johannes 15,5. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Ein ganz wichtiger Vers.
Wenn du dir die Frage stellst, was es heißt, als Christ zu leben, dann ist das die Antwort: Ein Christ lebt in Christus. Meine Aufgabe als Christ ist es, schlicht und ergreifend nur in Christus zu bleiben, mir in jedem Moment die Frage zu stellen, wie lebe ich in dieser intimen Beziehung? Was ist der nächste logische Schritt in meinem Leben, um diese Beziehung zu fördern? Gott, was möchtest du?
Und wenn Jakobus sagt, statt dass ihr sagt: Wenn der Herr will, dann wünscht er sich Geschäftsleute, deren Glaubensleben und deren Gottesbeziehung sich auch auf den Bereich der Terminplanung erstreckt. Wo Gott nicht nur Gott für den Sonntag und fürs Bibellesen vor dem Frühstück ist, nicht nur so ein Gott der Stoßgebete und der Fischautoaufkleber, sondern wo Gott ein Gott ist, der uns existenziell wichtig wird oder wo es richtig Spaß macht. Wo Gott Gott ist, mitten in den Momenten meines Lebens, wo ich weiß: Jetzt geht es wirklich um etwas.
Und hier, vielleicht auch weil ich mich hier richtig wohl fühle, möchte Gott ein Gott unserer Pläne sein. Und wir dürfen uns nichts vormachen: Nichts ist uns so wichtig im Leben wie das, worüber wir träumen und was wir planen. Wenn du wissen willst, was mir richtig wichtig ist, dann schau auf das, wovon du träumst, wo du dir in Gedanken deine Luftschlösser baust. Und genau da hinein will Gott.
Und weißt du warum? Damit unsere Pläne und unsere Träume nicht unsere Götzen werden. Das ist nämlich die große Gefahr. Und deswegen diese Bitte, dass ihr sagt: Wenn der Herr will. Wenn das passt zu dem, was Gott sich ganz grundsätzlich denkt und für mich denkt, dann ist es gut, diesen Plan zu fassen und diesen Weg zu gehen und dieses Leben so zu leben.

Sterblichkeit, Verantwortung und der rechte Umgang mit Gaben

Und der zweite Punkt: Es braucht, wenn man plant, ein gesundes Maß an Selbsterkenntnis. Deswegen steht hier: Wenn wir leben, sind wir endlich. Niemand von uns weiß, ob wir diesen Tag heute überleben werden. Es ist ein erschreckender Gedanke. Wenn wir planen, lasst uns bitte immer berücksichtigen, dass wir sterblich sind.
Ich habe gerade ein Projekt, für das mein Herz schlägt. Es ist unglaublich. Es ist das schönste Projekt. Und wenn du mich fragst: Worüber träumst du gerade, Jürgen? Dann ist das mein Projekt, worüber ich gerade träume.
Ihr kennt meine Homepage Frogwords. Die gesamte Homepage wird überarbeitet. Sie wird ein neues Design bekommen, eine neue Funktionalität bekommen. Sie wird einfach noch einmal qualitativ viel, viel besser. Und sie ist schon in so einem Probestadium irgendwo im Netz, wo wir auch schon arbeiten, wo wir gerade die Sachen rüberziehen und wo wir spielen. Und ich gehe jeden Tag dahin und schwelge.
Wenn du gerne backst, dann hast du vielleicht dein Lieblingsbackbuch, wo du mal so durchblätterst und schaust: Boah, was könnte ich mal backen? Wenn du gerne am Auto bastelst, hast du vielleicht so einen Tuning-Katalog, wo du mal sagst: Boah, das wäre aber total schön. Wenn du so ein Technik-Gadget-Typ bist, dann hast du vielleicht Stiftung Warentest oder irgendeine Seite im Internet, wo du sagst: Boah, mal schauen, was ist gerade Neues auf irgendeiner Messe, keine Ahnung. Und für mich ist das so: Ich gehe irgendwo ins Netz, was noch keiner weiß, auf meine neue Frogwords-Seite, und bastle da ein bisschen rum und mache die schön und überlege mir, was könnte man noch machen.
 Am 04.14. ist der Umschalttag geplant, von alt auf neu. Und wir arbeiten wie ein kleines Team daran, um das zu schaffen. Ich würde das wirklich gerne machen. Ich würde gerne am 04.14. meinen Berlin-News-Gebetsbrief rausschicken und darauf hinweisen, all meinen Freunden bei Facebook sagen: Ey, teilt das, jagt das in die Szene rein, ja, ich will, dass das bekannt wird.
Und vor kurzem saß ich mit jemandem zusammen, der alle Predigten verschlagwortet, damit man sie besser finden kann, was ein Riesenaufwand ist. Und ich habe ihm gesagt: Du, ich weiß nicht, ob ich dann noch leben werde. Ich kann es dir nicht sagen, aber ich hätte einen Wunsch. Wenn ich den 4.4. nicht erlebe, bring das Projekt bitte zu Ende.
Das hört sich so komisch an, aber das ist die Realität. Mein Herz schlägt für dieses Projekt. Aber ich weiß nicht, ob ich am 4. April noch lebe. Und das nicht nur, weil ich davor drei Wochen in Südafrika Urlaub mache, sondern ganz grundsätzlich. Ich weiß nicht, ob ich das erlebe.
Und ich finde das wichtig: Planen ja, aber bitte immer Gott im Blick haben und die eigene Sterblichkeit. Die Leute, denen Jakobus hier schreibt, haben beides einfach aus dem Blick verloren. Sie planen ohne Gott, sie haben dann Erfolg, obwohl sie ohne Gott geplant haben, und dann halten sie sich für die Größten. Das ist ja, wir lesen das mal gerade: Vers 16: Nun aber rühmt ihr euch in eurem Großtun. Das ist so verrückt, weil jeder Erfolg, den du in deinem Leben hast, ist ein Geschenk Gottes. Das muss dir klar sein. Egal, ob dein Auto anspringt, weil du es repariert hast, egal, ob das mit dem Kuchen geklappt hat, weil er gut rausgekommen ist, oder deine Sandwiches schmecken oder was auch immer: Überall da, wo wir einen Erfolg im Leben haben, sagt die Schrift, ist das ein Geschenk, ist das eine Gabe Gottes?
Sich hinzustellen, erst ohne Gott zu planen und dann, wenn es gelingt, auch noch zu sagen: Bin ich aber cool. Nochmal hier: Nun aber rühmt ihr euch in eurem Großtun. Das ist echt furchtbar. Gott ist gegen Selbstdarstellung und Angeberei. Er ist ganz grundsätzlich gegen dieses Denken, es geht doch irgendwie ohne Gott. Das stimmt nämlich nicht.
Und deswegen: Wenn wir Erfolg haben im Leben, dann lasst uns bitte nie täuschen. Ich kann Erfolg im Leben haben und eine geistliche Null sein. Ich kann Pläne schmieden, die gelingen, und alle Leute sagen: Boah, was für ein Typ. Und Gott steht im Himmel und schüttelt nur den Kopf: Nein, nein, nein, schon wieder voll daneben. Das geht.
Hier sind Leute, die haben Erfolg, die geben an mit dem, was sie geschafft haben. Sie fahren mit dem großen Schlitten vor, die haben ein sechsstelliges Einkommen, die wissen, wie die Welt tickt und sind in Gemeinde und halten sich für die Größten. Und Gott sagt: Ey, ey, ey, ey, ey, ey.
Und vielleicht denkst du dir: Aber ist Gott nicht der, der, wenn ich irgendwo Blödsinn mache, mich sofort stoppt? Nein, ist er nicht. Bitte, wenn du das glaubst, dass Gott das tut, nee, das tut er nicht. Wenn du in deinem Herzen sagst: Ich möchte ohne Gott planen und ich möchte Erfolg haben, dann kann es sein, dass Gott sagt: Okay, den kannst du haben.
Erfolg ist kein Beleg dafür, schon gar nicht materieller Erfolg, dass du in deinem geistlichen Leben gut unterwegs bist. Es geht immer um die Frage: Lebe ich mein Leben in Christus? Das Materielle, überlegt euch mal, wie unterschiedlich Christen materiell aufgestellt sind. Du hast auf der einen Seite einen Daniel. Glaubst du, dass es Daniel gut ging finanziell? Ja, Daniel hatte alles, was er wollte. Daniel war im Zentrum der Macht, ganz oben, Premierminister. Der musste nur machen und bekam, was er wollte. Der hätte auch Dinge bekommen, die, ich sag mal, moralisch nicht so in Ordnung gewesen wären. Er hätte sie einfach gekriegt.
Dann hast du, das ist die eine Seite, dann hast du Leute, und der lebt gut mit Gott, ja, ich bringe jetzt nur Beispiele, die gut mit Gott leben. Dann hast du Leute wie Paulus, die sagen: Ich kann Überfluss haben und Mangel. Hm, ist ein Fehler, ne? Der lebt auch genau mit Gott.
Und dann hast du Leute, ich wusste nicht genau, wen ich nehmen soll, aber ich habe mal Geschwister von heute genommen, die in nordkoreanischen Straflagern ihren Glauben leben und die nie satt werden, immer arm sind.
Materieller Erfolg, ja? Der Daniel, der alles hat. Der Paulus, der mal alles hat und mal nichts. Die einen, die hier nie was haben. Ja, wer lebt denn richtig? Alle drei. Weil richtig leben nicht heißt, viel zu haben, sondern richtig leben heißt, in Christus bleiben.
Und deswegen lasst uns nie täuschen: Wenn es uns gut geht, dann sagen wir nicht, weil es uns gut geht, bin ich auch geistlich in Ordnung. Das ist definitiv eine Rechnung, die du ohne Gott machst. Wenn meine Pläne aufgehen, dann heißt das noch lange nicht, dass Gott auf meiner Seite steht.
Selbst wenn du für andere zum Segen wirst: Da, wo Mose für sein Leben alles verbockt und Gott sagt, weil du das getan hast, darfst du nicht ins verheißene Land, da schlägt er auf einen Stein, hätte er nicht tun sollen, er macht es trotzdem, aus diesem Stein kommt Wasser, es wird Riesensegen für alle anderen, nur für Mose nicht.
Bitte lasst nie diesen Gedanken zu: Weil es in meinem Leben rundläuft, weil meine Pläne aufgehen, weil ich viel habe, weil ich abends mit einem satten Bauch einschlafe, deswegen mache ich alles richtig. Das ist falsch.
Lass uns lieber die Frage stellen: Ist Gott der Gott meiner Pläne? Nehme ich Gott in meine Lebensplanung mit rein? Frage ich ihn: Herr, was willst du? Herr, wie kann ich mit meinen Gaben und mit meinem Leben reich werden? Und jetzt noch einmal das Zitat aus Lukas 12 im Blick auf die Ewigkeit, im Blick auf Gott. Das ist die Frage: Wie werde ich reich im Blick auf Gott? Das ist die alles entscheidende Frage.
Und diese Frage bekommt Brisanz, weil ich nur ein einziges Leben habe. Denn wenn ich plane, wenn ich mein Leben lebe und als Grundlage mein eigenes Planen und Denken habe, dann gebe ich für meine Pläne, ich gebe meine Zeit aus, ich gebe mein Geld aus, ich gebe meine Talente aus, ich gebe meine Gesundheit aus. Und das sind die Ressourcen, die Gott mir anvertraut hat, und ich kann die nur einmal ausgeben.
Und wenn ich glaube, das Wichtigste im Leben, das sind meine eigenen Pläne, das ist das, was ich mir selber zusammenschustere, das ist so meine Vorstellung vom richtigen Leben, und wenn ich wenig bete, wenig in der Bibel lese, wenig nach dem Willen Gottes frage, was passiert denn dann? Dann gebe ich das auch aus, dann ist das irgendwann weg.

Unterlassungssünde und die Berufung zum Guten

Aber der Vers endet mit, oder der Text hier endet mit Vers 17:
Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde.
Und man kann sich die Frage stellen: Wie passt dieser Vers dahin? Ich glaube, es ist relativ einfach. Es sind die, die mit ihren tollen Projekten und ihrem Gewinn prahlen, die weniger Gutes tun, als sie tun könnten. Das ist das Problem.
Da sind Leute, die viel über Handelsrouten nachdenken, über Gewinnmargen, über neue Produkte, so viel, dass sie das Gute, das sie eigentlich tun könnten, nicht tun. Wo Gott sagt: Da bist du jetzt mal gefordert, und da bist du jetzt mal dran. Ihr Leben ist von ihren eigenen Ideen so in Beschlag genommen, dass sie die Aufgaben, die Gott für sie hat, gar nicht mehr sehen können.
Und vielleicht denken sie: Na ja, solange ich nichts falsch mache, ist ja auch gut, ja? Und jetzt kommt Jakobus und sagt: Nee, das stimmt nicht. Es gibt Unterlassungssünde. Und da, wo du Gutes nicht tust, da wird es Sünde.
Gott stellt dich in diese Welt nicht nur, um Profit zu machen, sondern Gott stellt dich in diese Welt, um Gutes zu tun. Ich habe mir die CD gekauft mit dem Wedding Day drauf, da gibt es ein anderes Lied drauf: Die Stadt auf dem Berg. Tolles Lied, ja? Wir sind die Stadt auf dem Berg, ja? Wir sind dazu berufen zu leuchten. Wir sind dazu berufen, gute Werke zu tun, damit Gott in dieser Welt erkannt wird.
Und das ist das, was die nicht tun. Sie sind so beschäftigt mit ihrem Leben, mit ihrem Götzengeschäft, dass sie das Gute nicht mehr tun. Und schon das Alte Testament kennt dieses ganz simple Prinzip in Sprüche 3,27: Enthalte Gutes dem nicht vor, dem es gebührt, wenn es in der Macht deiner Hand steht, es zu tun.
Wenn da jemand ist, der Not hat, und du kannst ihm helfen, dann helfe ihm. Ich habe keine Zeit, ich muss nachdenken für meine eigenen Sachen, mein eigenes Leben ist wichtiger. Stopp. Weißt du, was da passiert? Da bist du so in deinem Leben drin, so mit deinem eigenen Leben beschäftigt, so dein Leben selbst zu planen, dass Gott kommt und sagt: Jetzt werfe ich dir so jemanden hin, der dich bräuchte.
Ich mag diesen barmherzigen Samariter, auch wenn es ihn nicht gab, sondern er ist nur ein Gleichnis. Aber ich mag den Typen. Der ist ein Geschäftsmann, unterwegs von Jerusalem, ja, irgendwohin oder was weiß ich, ja, er ist auf jeden Fall unterwegs. Und mitten auf dem Weg, während der da sein Ding macht, liegt da einer unterm Busch und ist halb tot.
Alle anderen gehen dran vorbei, und er denkt sich: Kann ich nicht. Also geht er hin, zieht ihn erst mal raus, besabbert sich selber mit: Ich weiß nicht, was da alles an dem dran klebt. Dann wäscht er ihn, wuchtet ihn auf seinen Esel drauf, geht zur nächsten Herberge. Das ist alles eine Unterbrechung, das war nie sein Plan. Aber das ist das, was jetzt dran ist. Das ist das Gute, was Gott für ihn in diesem Moment vorgesehen hat. Das ist seine Berufung.
Und er lebt jetzt seine gottgegebene Berufung aus. Und er geht zu dem Wirt und legt da nochmal Knete hin. Nein, bitte, bezahle ich mal, und wenn es nicht reicht, ich komme sowieso wieder. Wir kennen uns ja, also machen wir beim nächsten Mal mit der Rechnung weiter.
Boah, wie leicht wäre es gewesen zu sagen: Boah, nee, ey, komm, ich bin eh schon leicht verspätet dran, und meine Geschäftsfreunde warten. Ey, ich habe da ein Meeting. Ey, ich bitte dich, ich kann mich ja jetzt nicht darum kümmern. Ja, so hätten die Geschäftsleute aus Jakobus gedacht, aber so hat der barmherzige Samariter nicht gedacht.
Wenn wir sehenden Auges unsere eigentliche Berufung verneinen, weil wir so beschäftigt sind mit unseren Plänen, dass wir keine Zeit mehr für die Nöte von Mitmenschen haben, dann warnt Gott uns durch diesen Text und sagt: Du, das ist Sünde. Es gibt Unterlassungssünde: das Gute sehen und nicht tun.

Schlussfolgerung und geistliche Ausrichtung des Lebens

Fassen wir zusammen, worum es in dem Text ging: Erstens, planen ist gut. Aber nur, wenn wir mit Gott planen. Bitte mit Gott planen. Zweitens, nicht vergessen, dass wir sterben müssen. Drittens, nicht mit unseren Erfolgen angeben, weil sie Gott geschenkt sind. Und viertens, darauf achten, dass wir vor lauter Planen die Menschen nicht übersehen, die Gott uns als Aufgabe in den Weg stellt.
Darum ging es. Und ich würde euch bitten, darüber nachzudenken: Wie gehe ich durchs Leben? Bin ich einer, der seine eigenen Pläne macht und, wenn die dann klappen, irgendwie doch insgeheim denkt: Na ja, super, dann ist Gott doch auf meiner Seite? Oder sind wir Leute, die sich diese Frage stellen: Lebe ich mein Leben in Christus, wo es keine Patentantworten gibt, keine Pauschalpläne? Wo jeder so ein bisschen anders unterwegs ist, weil das etwas anderes bedeutet?
Und ich möchte euch Mut machen, wegzukommen von Christsein als der geistlichen Version von fünf Schritten zum Karriereplan, hin zu einem Leben, wo ich morgens aufwache und ehrlich die Frage stelle — obwohl ich schon das eine oder andere geplant habe, obwohl ich in diesem Leben drinstecke — ehrlich die Frage stelle: Herr Jesus, was hast du heute mit mir vor? Wie geht das?
Das wünsche ich uns, weil der Text das so vorgibt. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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