Und jetzt singen wir das Lied, dass wir in Württemberg so lieben, 620. Das
ist ein Lied, dass der Daniel, Johann Daniel Herrnschmidt gedichtet hat,
als er Vikar in Bopfingen war und dort die große Schlacht des spanischen
Erbfolgekriegs war's, das preußische Lazarett war dort und Typhus ist
ausgebrochen und der Herrnschmidt hat Mut gehabt. Der hat sich nicht vor
der Ansteckung gefürchtet und das ist in diesem Lied so typisch, wie er das
beschreibt, er stellt das in die Hand Gottes, wie alles geht. Gott will's
machen, dass die Sachen gehen, wie es heilsam ist. 620. Wir singen mal die
Verse 1-5 und dann sage ich wie's weiter geht.
Herrnschmidt wurde Professor in Halle, bei August Herrmann Franke, er starb
sehr früh, seine Frau folgte ihm nur wenige Stunden später nach. Aber er
war ein Mann der Ewigkeit zugewandt. Seine letzte Bibelstunde hat er von
der Offenbarung gehalten. Und das ist schön, wenn man diesen Blick hat,
auch nicht sorgt, damals für seine unmündigen Kinder und die Frauen singen
nun Vers 6, die Männer Vers 7. Und dann alle miteinander 8 und 9. Die
Männer Vers 6 und dann die Frauen Vers 7.
Das ist wichtig: Wenn du nur bei Jesus bist, oder wenn nur DU bei Jesus
bist. Sonst haben Sie diesen ganzen Frieden nicht. Und wir fahren fort in
der Apostelgeschichte. Wir haben noch nächsten Sonntag solche Eindrücke aus
der urchristlichen Gemeinde nun heute von dem schweren Seesturm, in den
Paulus geriet auf der Überfahrt nach Rom. Apg. 27,13-26. Wir greifen das
nur heraus aus dem Lagebericht. Das ist interessant, der Bericht ist so
ausführlich, dass Fachleute, Seefahrer vom Mittelmeer sagen, das sei
ungeheuer, mit welcher Detailkenntnis das beschrieben wird. Überhaupt mit
den Winden und der ganzen Seefahrt damals im Altertum, ist einer der
wichtigsten Berichte, für die, die spezielle Seefahrerinteressen da haben.
Aber für uns hat es auch sonst noch eine Bedeutung.
Das größte Unternehmen aller Zeiten, das ist Gottes Reich. Größer als der
einflussreichste Industriekonzern. Größer als das gewaltigste politische
Reich, das je auf der Erde war. Mit der Auferstehung Jesu hat Gott
angefangen sein Reich in aller Welt aufzurichten, er hat seine Boten hinaus
gesandt, dass sie überall sein Evangelium verkünden. Eine packende
Geschichte, wenn man das in unsren Tagen hört. Bei uns kam ein Mitarbeiter
zurück und erzählte, wie in Usbekistan die ersten Usbeken sich zu Jesus
bekehrt haben. In unseren Tagen. In den letzten Völkern und Stämmen.
Verstehen Sie, warum dann Gott zulässt, dass dann plötzlich so ein Sturm
tobt? Wo doch der Apostel Paulus in die Metropole Rom damals muss, um das
Evangelium zu verkünden. Das war doch sein Plan. Den er der Gemeinde dort
auch schon vorgestellt hat. "Ich muss auch in Rom vom Kreuz Jesu sagen."
Und das ist, wie wenn sich alle Mächte verschworen hätten, das darf nicht
sein, das soll nicht sein. Wenn Sie fragen, warum Gott so etwas zu lässt,
müssen Sie immer bei den biblischen Berichten schon fragen, warum Gott so
etwas zu lässt. Natürlich lässt Gott das zu und Gott lässt das bei seinen
Leuten zu. Und sogar bei seinen Leuten, die in seinem Dienst stehen, die
Gott gehorsam sind. Es ist wichtig, dass man begreift, dass jeder Einzelne
von uns durch diese Bewährung durch muss. Und wir müssen ganz sicher sein,
Gott sendet mich, auch wenn äußerlich alles dagegen spricht. Wir müssen
unserer Sache sicher sein und das kann ich nur, in dem ich frage: Ist das
wirklich so, dass ich Gott gehöre, ist das wirklich so, dass ich sein Eigen
bin? Das kam ja nachher noch viel bunter: Wie der römische Kaiser alle
Macht aufgeboten hat. Die ersten Christen, die sich grad in Rom bekehrt
hatten zu jagen und im ganzen Römerreich lodern die Feuer auf. Man treibt
die Christen nicht nur in die Katakomben, sondern in die Arenen, wo sie
sterben. Sie werden verfolgt und gejagt und umgebracht. Das ist die
Methode, wie Gott sein Reich baut. Mit sterbenden Zeugen. Gott braucht
nicht Einfluss in der Welt, Gott braucht nicht die Gnade der Welt, Gott
buhlt nicht: "Ach seid doch so nett und lasst mal meine Boten auch mal
reden", sondern Gott baut sein Reich, wo alles verloren aussieht und das
wünsche ich mir in unseren Tagen, dass Gott noch einmal auch in unserer
Stadt, in unserem Land sein Reich mächtig baut, dass sein Evangelium
Menschen bekehrt. Und wir kennen das aus der Missionsgeschichte. Wie viele
sind umgekommen in den Wellen der Ozeane. Wie viele sind erschlagen worden.
Wie viele sind am Fieber erlegen. Der Same der sterbenden Zeugen war der
Anfang eines großen gewaltigen Aufbruchs. Weil es Gott nicht um
Menschenmacht geht, auch nicht um unsere Kraft, unseren Einfluss, sondern
sein Geist macht lebendig, sein Geist wirkt. Da ist neulich bei einer
Hochseeregatta vor Australien so ein Sportboot untergegangen. Und die
Fachleute haben gesagt, dass war wirklich unheimlich, wenn dreißig Meter
hohe Wellen über so einem kleinen Boot zusammen schlagen. Sie können sich
vorstellen was es war: Das war ein Zyklon. Damals Nordost genannt, der über
diesem kleinen Segelschiff sich zusammen braute und dieses Schiff
erschütterte. Das Schlimme war, die hatten Getreide gelagert im
Schiffsbauch und wie dann die Wellen über dem Schiff zusammen schlugen und
das Wasser in die Ladung drang, da quoll dieses Getreide auf und Sie können
verstehen, da bersten diese Außenwände, weil sie diesem Druck von innen
nicht mehr stand halten. Und das war aussichtslos. Wir hatten, wie heißt's
hier: "Alle unsere Hoffnung" Vers 20 "auf Rettung war dahin." Die jungen
Leute, die haben heut ein Wort, die sagen: "Ich bin ganz cool." Paulus war
nicht cool. Und die jungen Leute reden sich's auch ein. Wenn diese Stürme
toben und wenn die Erschütterung kommt, da bleibt keiner cool. Da fangen
die Nerven zu flattern an und da kriegt man's mit der Angst zu tun, da
dreht man durch, da weiß man nicht mehr weiter. Bloß interessant, dass der
Paulus in dieser schrecklichen Stunde einen Frieden findet. Eine
Geborgenheit findet. Der hat sie nicht, der findet sie. Und das ist ein Weg
für uns, wo man immer wieder Frieden und Geborgenheit finden kann. Wie? Das
wollen wir jetzt wissen. Ich möchte zuerst mal sagen: Nur nicht
leichtsinnig und harmlos. Ich treffe viele Christen, die mir immer wieder
erzählen und sagen: "Ach, ich bin ganz unbesorgt." Und ich werde die Angst
nicht los, die schwätzen das nur. Das Schlimmste ist, wenn man
Glaubenssätze daher plappert. Leichtsinnig, harmlos. Wir haben grad den
Psalm 46 miteinander gelesen. Warum wüten die Wellen denn so? Es sind die
Zerstörungsmächte los. Seit dem Sündenfall des Menschen können diese
Zerstörungsmächte wüten. Sie erleben das so erschreckend mit, wenn die
Krankheit in ihrem Leben zu wüten. Sie erleben das beim Tod eines lieben
Menschen. Wie das ist. Das kann man sich theoretisch nie vorher zusammen
reimen. Zerstörungsmächte, die Bibel sagt Chaosmächte sind das. Sinnlos
einfach. So ist das Wüten der Meere. So erleben wir das Sterben der
Menschen in den Katastrophen, auch der Kriege und der Armut der dritten
Welt. Zerstörungsmächte, die los sind. Die toben und die wüten. Und nur
Dumme fürchten sich nicht. Nur Dumme fürchten sich nicht. Wir sollten ja
als Christen vorsichtiger sein. Und wir sollten auch wieder sprechen in
unseren Versammlungen. Wenn manche so leichtfertig und so arg, so arg, ach
mit einer flotten Lippe das so runter sagen. Wart mal wenn's an dich kommt.
Und wenn Du dran bist. Wie es dir wird. Und das ist ganz recht, wenn's
Ihnen auch schwer wird, Kranken und Trauernden ein Trostwort zuzusprechen.
Sie müssen es dennoch tun. Aber Sie sollen es nicht leichtfertig tun. Es
ist ja ganz wichtig: Wir wollen uns rüsten und wappnen. Mir fällt in der
ganzen Geschichte von dieser Seefahrt auf, wie Paulus vorher gewarnt hat.
Macht das nicht. Fahrt jetzt nicht vor den Herbststürmen los." Er hätte ja
sagen können: "Ach wir Christen haben nie Angst. Ha da kann uns sowieso
nichts passieren." Paulus war nie leichtsinnig. Und wenn ich manchmal so
Christen höre, die sagen: "Ach ich brauche keinen Arzt, ich bete." Red doch
keinen Unsinn. Zu was hat uns denn Gott Ärzte und Medikamente gegeben. Wir
sollten ihn auch darüber preisen und ihm danken. Wir sind doch froh, dass
es Versicherungen gibt, dass man vorsorgen kann. Und wenn ich heut einen
jungen Mann treffe, wie in der letzten Woche, der sagt: "Ich kriege keine
Rente, da vertrau ich Gott." Dann hab ich gesagt: "Du bist ein Schmarotzer,
ein ganz übler. Du lebst auf die Kosten der Allgemeinheit. Das ist nicht
Gott vertrauen." Und wenn Leute kommen und sagen: "Ach mit den
Geldplanungen, wir fangen mal ein großes Werk im Glauben an." Das stimmt,
das hat Jesus getan, aber nicht hinter allem was heute gesagt wird steht
Gott. Sonst müssten manche nicht so schreckliche Bettelbriefe nachher
schreiben, wenn sie wirklich das Gottvertrauen hätte. Die fliegen bei mir
alle in den Papierkorb. Weil das kein Gottvertrauen ist, wenn man nachher
die Anderen anfleht und sagt: "Wir sind in große Engpässe gekommen." Wir
müssen auch sorgfältig planen. Jesus sagt vorher hinsetzen und rechnen, ob
du es habest hinaus zu führen. Paulus hat sehr gewarnt, er hat sogar die
Profis gewarnt. Die Seeleute, die es doch eigentlich wissen müssen. Weil
Christen nicht leichtsinnige und harmlose Leute sind. Auch gegenüber der
Gefahr. Ich kam gestern bei meiner privaten Bibellese grad an die Sprüche.
Und ich war wieder ganz beschenkt. Sprüche 1, was da steht, das passt ganz
prima. Da steht von der Weisheit. Wenn ihr fahren lasst meinen Rat, den Rat
der Weisheit und meine Zurechtweisung nicht wollt, dann will ich auch
lachen bei eurem Unglück und euer spotten, wenn da kommt, was ihr fürchtet.
Denn über euch kommt wie ein Sturm, was ihr fürchtet und euer Unglück wie
ein Wetter, wenn über euch Angst und Not kommt. Dann werden sie nach mir
rufen, aber ich werde nicht antworten. Es ist gut, wenn wir uns heute
rüsten und sagen: "Habe ich vorgesorgt?" Nicht in dem Sinn, als ob man mit
Geld alles vorsorgen könnte, aber lasst uns planen. Aber lasst uns auch mit
Gott planen. Mit seiner Hilfe. Und es ist gut, wenn wir keine
leichtsinnigen und harmlosen Schwärmer sind, wenn wir nicht Träume als
unsere Zuflucht haben, sondern verlässliche Dinge. Was war der Grund bei
diesen Seeleuten, warum wollten sie unbedingt dieses Risiko eingehen? Es
war Geldgier. Und darum konnte Paulus ihnen entgegen treten und sagt:
"Nein, nein." Über der Geldgier haben sie alles verloren, auch das Schiff.
Deshalb ist es gut man plant richtig und plant weitsichtig. Der Rat des
Paulus, den er den Seeleuten gibt, war bedeutsam und er war sicher
entstanden auch im Gebet. Im Fragen nach dem Willen Gottes. Aber jetzt
wenden wir uns der Geborgenheit zu, dem Frieden, den der Paulus hat. Wie
kriegt man so einen Frieden, wenn dann das Unfassbare eintritt und dieser
Sturm los bricht. Wie krieg ich solch einen Frieden? Wenn alles wackelt und
wankt, wenn man Seekrank ist, wenn man alle Hoffnung fahren lässt. Der
Daniel Herrnschmidt, von dem wir dieses Lied vorhin gesungen haben, der hat
ja noch das andere gedichtet: "Fürsten sind Menschen vom Weib geboren und
sinken wieder in das Grab." Man darf sich nie auf Menschen verlassen. Du
musst dich auf Gott verlassen können, in den schwierigen Krisenstunden
deines Lebens. Und das wird so prima beschrieben. Paulus kämpft in der Not
und er sucht nach Gottes Wort und er ringt drum und sagt: "Ich will jetzt
wissen, was sagst du mir." Und da steht da ein Engel Gottes sprach zu ihm.
Ich bin so froh, dass wir Gottes Stimme so klar und vernehmlich in der
Bibel haben. Das ist übrigens das, was wir einander weiter sagen. Keine
primitiven Sätze, sondern die großen Zusagen Gottes, die nicht gebrochen
werden können. Die wollen wir uns in den Stunden der Not gegenseitig
zusprechen. Der Paulus bekommt einen Zuspruch von Gott selbst. Es wird noch
einmal gesagt, der Gott dem er dient und dem er gehört. Gehören Sie mit
allem was Sie sind Gott? Wenn Sie gerade in einer geschäftlichen Krise sind
ist das ein guter Anlass sich noch mal zu überlegen: "Sind eigentlich meine
Geschäfte wirklich mit Gott gemacht gewesen, dass ich Gott gehöre. Dann
kann ich's auch so durchstehen. Oder muss ich manche Dinge zuerst in
Ordnung bringen, damit es Gottes Sache wird. Wenn man das sprechen kann
über all seinen Sorgen. "Herr ich gehöre dir und ich bin dein", ja das war
dem Paulus wichtig. Diese Seefahrt, das war nicht ein lustiges Abenteuer.
Er war gefangen. Das war ihm schon vorher zugesagt: "Das ist der Weg Gottes
mit dir." Und wenn Sie wissen, über Ihren schweren Wegen, über Ihren
schweren Erfahrungen, jetzt hat Gott mit mir eine ganz besondere Führung
vor. Auch wenn es äußerlich nur dunkel aussieht. Dann können Sie getrost
sein und im Frieden. Und das ist was ganz Wichtiges, dass was der Herr sagt
in diesen Stunden, das ist wie, da will man, da muss man hören können. Herr
was willst du zu mir sagen? Ich will lauschen auf dein Wort. Was sagt denn
Gott? "Du bist dein, fürchte dich nicht, du bist mein." Und er wird sich an
unserer Not und an unserem Elend verherrlichen. Und er will seine Wunder
tun an unserem schwachen Leib. Und er will seine Siege machen, auch wo wir
sterben. Dennoch, seine Sache geht weiter. Aber hier kriegt der Paulus noch
einmal den Zuspruch: "Ich will dich nach Rom senden, du musst nur zuerst
deine Mission fertig machen." Dass ist doch schön, wie dieser Paulus in
einer großen Ruhe plötzlich dieses Wort hört und wie von dem Augenblick an
plötzlich wieder die Hoffnung in ihm lebendig ist. Die Zusagen Gottes sind
ja so wunderbar. "Eure Haare auf dem Haupt sind alle gezählt", das ist ein
Jesuswort. Mir fällt kein Haar vom Haupt ohne Gottes Willen. Wie hat Paulus
das überhaupt gehört? Er hat viel Zeit im Gebet zu gebracht. Bitten Sie
Gott, dass er zu Ihnen redet in der Stunde der Not. Betend. Und das ist
auch ein Punkt, wo wir uns Zeit nehmen sollen, wenn solche Dinge geschehen,
den Herrn zu fragen: "Was willst du?" Wir wissen es ja oft gar nicht und
auch hier wollen wir keine vorschnellen Antworten geben. Es steht uns
Christen auch gut an in solchen Nöte zu sagen: "Herr wir wissen nicht was
das soll. Aber wir bitten dich, dass du zu uns redest und uns ruhig machst
in deinem Wort." Ich hab hier in den Psalmen einmal aufgeschlagen, wie oft
das kommt Psalm 4, 2: "Du tröstest mich in Angst." Psalm 22, 12: "Sei nicht
ferne von mir, denn Angst ist mir nahe." Was hat der David Angst gehabt.
"Die Angst meines Herzens ist groß." Psalm 25, 17. Psalm 31, 10: "Herr sei
mir gnädig, denn mir ist Angst." Psalm 32 "Deshalb werden alle Heiligen zu
dir beten zur Zeit der Angst, darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden
sie nicht an die gelangen. Du wirst mich vor Angst behüten, dass ich
errettet, gar fröhlich rühmen kann." Psalm 71 "Du lässt mich erfahren viele
und große Angst. Du machst mich wieder lebendig." Sie sind alle durch große
Not gegangen, aber sie haben erlebt aus dem Beten heraus. Beten Sie diese
Psalmen in der Angst. Damit Gott zu Ihnen reden kann. "Und in der Angst
rief ich den Herrn an" Psalm 118 "und er erhörte mich und tröstete mich."
Ich kann's doch bloß erfahren mitten in der Angst. Und da muss jeder durch.
Grade gläubige Leute. Und immer neu erfahren: Es wird nicht dunkel bleiben,
über denen, die in der Angst sind. Jesaja 8 in der herrlichen
Adventsbereitschaft. Oder Paulus. "Es kann mich nichts, keine Trübsal,
keine Angst von der Liebe Gottes scheiden, die in Christus Jesus ist." Und
er hat's immer neu in einer Tiefe dort entdeckt, grade wo äußerlich alles
verloren war. "Darum bin ich guten Muts" sagt Paulus "in Ängsten, gerade
da, weil ich mich ganz neu auf sein Wort stütze und auf sein Wort
verlasse." Wir haben am Anfang gesagt, dass Weltmission das größte
Abenteuer. Zinzendorf war ja der große Pionier. Er hat ja in wenigen Jahren
mit der kleinen Herrnhuter Gemeinde mehr Missionare ausgesandt als die
ganze Christenheit in 200 Jahren zusammen genommen. Und von den ersten
Missionaren, die nach St. Crois in der Karibik ausgereist sind, waren von
18 noch 9 am Leben. Und von der anderen Mannschaft, da waren von 29 nur 8
wieder in die Heimat zurück gekehrt. Aber der Zinzendorf sagte: "Ein Diener
Jesu Christi muss nicht darum sterben, weil er an einem ungesunden Ort
lebt, sondern er geht zu seiner Ruhe ein, wenn des Herrn Stunde dazu
schlägt. Und als er dann selber nach St. Thomas hinüber fuhr, weil alle
seine Missionare eingesperrt waren. Und unterwegs einer seiner Begleiter
sagt: "Was machen wir, wenn die jetzt alle tot sind?" Dann sagt ein
anderer, ein märischer Flüchtling, der auch als Missionar da war, ganz
strahlend bloß: "Nun, dann sind wir da. Die Sache Jesu geht doch weiter."
Und das ist etwas was man nur lernt, wenn man seinen Auftrag nimmt: "Herr
ich will doch mein Leben begreifen als eine Sendung von dir. Da war ein
Missionar unter diesen Zinzendorfern, Jakob Israel. Ein schwacher und
gebrechlicher Sachse. Und ihr Schiff ist auf ein Riff aufgelaufen und die
Matrosen sind mit dem Rettungsboot geflüchtet und haben ihn, den Jakob
Israel und seinen Mitbruder Feder mit Negersklaven auf dem zerbrechenden
Schiff zurück gelassen. Das gleiche übrigens, was diese Besatzung dort auf
vor hatte. Die wollten auch flüchten und türmen und dann die anderen sich
selber überlassen. Und dann sind diese beiden Herrnhuter Missionare hinaus
auf das Riff, das war in dem tosenden Sturm ganz schwierig. Und sie wussten
genau, sie müssen genau in so einem Wellental kurz hinaus auf diese, in
diese Brandung hinein und der erste, der hinaus ging, war der Jakob Israel,
der zweite war dieser Feder und der rutscht aus auf diesen glitschigen
Steinen. Dann kommt die Brandungswelle und er war sofort zerschlagen der
Körper. Dann fragten sie ihn und sagen: "Was hast denn du gedacht, als dein
Bruder da plötzlich tot in den Wellen lag?" Dann hat er gesagt: "Ich hab
gesungen." Ein Zinzendorflied. Und da heißt es: Die tobenden Wellen sind
eure von alters bestimmten Stellen. Ja, wenn der Herr mich führt, dann will
ich auch das Schwere aus seiner Hand nehmen. Aber ich weiß, dass er mich
auch erretten kann. Wir haben viel Errettung erlebt. Aber Gott ist es nicht
die wichtigste Sache unseren Körper zu sanieren und uns 170 Jahre alt
werden zu lassen, sondern dass aus unserem Leben etwas zu seinem Lob heraus
kommt. Dass unser Leben Frucht trägt. Und das ist das Allerwichtigste. Und
darum ist es wichtig, dass uns die Angst nicht bestimmen kann und die Angst
nicht treiben kann, sondern dass ich in der Angst wieder ganz neu den Kurs
meines Lebens sehe. Da will ich noch ein Letztes hinzufügen. Paulus macht
anderen Mut. Das ist erstaunlich, wie er nicht nur für sich selber diesen
Frieden Gottes sucht, sondern wie er für diese gottlose Mannschaft von
Seeleuten und das sind ja oft sehr derbe Gesellen, wie er vor die hin geht.
Das ist etwas Großes, dass wir Boten der Freude sein dürfen. Boten des
Evangeliums wir bringen diesen Leuten eine frohe Botschaft. Ihr sollt
leben. Wir sind Leute, die keine Gerichtsbotschaft zu bringen haben, dass
machen die Wellen von allein. In dieser Welt können die Leute auch selbst
erleben, wie man untergeht. Wir müssen nicht alles Gericht an die Wand
malen. Manchmal müssen wir das auch. Aber ich bin so froh, dass wir den
Menschen sagen dürfen: "Gott hat dich lieb und Gott hat ein Ziel mit deinem
Leben." Ich bin sicher, dass der Paulus gebetet hat für seine
Schiffspassagiere, die mit ihm in gleicher Not waren. Und Gott hat ihm
gesagt: Ach sie sollen teilhaben an deiner Errettung. Das war ja ein
besonderes Entgegenkommen Gottes. Wir dürfen für unsere Hausgenossen und
Nachbarn beten. Wir dürfen beten auch für ungläubige Leute und das schöne
ist, dass wir kommen dürfen als Boten der Freude. Gott hat etwas vor. Wir
dürfen auch an den ängstlichen Leuten sprechen. Können Sie sich's ausmalen,
wie ungläubige Leute, die keinen Trost des Evangeliums haben in ihrer
Todesnot Angst haben? Und vor den Krankheiten sich fürchten? Das ist doch
die Chance für uns Seelsorger der Liebe zu sein. Und Menschen zu sagen, du
darfst Gott vertrauen und mit ganz schlichten Worten, so wie's jeder
verstehen kann, Gott kennt dich, deine Haare auf dem Haupt sind gezählt.
Gott liebt dich. Ist das wirklich wahr? Ja, sein Sohn ist für dich
gestorben am Kreuz. Das was wir anderen zusprechen ist nicht auf wackligen,
steht nicht auf wackligen Füßen, sondern das ist der Zuspruch. Es ist
herrlich, dass durch diese Errettung des Paulus das Evangelium erschallen
kann. Und dass die Freudenbotschaft des Lebens erklingt. Was ist das an so
einem herrlichen Sommertag? Ein Freudentag. Dass Gott uns solch eine Liebe
schenkt, dass er uns das Leben schenkt. Wir dürfen durch dieses Leben
hindurchgehen als Boten der Freude. Und da wo andere bedrückt und traurig
und voll Angst sind, dürfen wir ihnen sagen: "Nein, wie auch dein Leben
weiter geht, Gott will dein Leben. Er will dich heraus retten."
Amen.

