Jakobus 1,19-25
Jakobus 1,19-1,2530.09.2013
Serie•Teil 3 / 11Jakobus
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Einführung in den Brief und seine besondere Perspektive
Den Jakobusbrief ist ein Stück Neues Testament, relativ weit hinten. Jakobus ist der Halbbruder von Jesus, also hatte Maria nach Jesus noch weitere Kinder. Jakobus wird relativ früh in der Kirchengeschichte einer, der Gemeindeverantwortung übernimmt, und schreibt diesen Brief an Christen, die einen jüdischen Hintergrund haben.
Sie mussten ihre Heimat verlassen und durften nicht mehr in Jerusalem leben. Er versucht, sie zu festigen in dem, was sie eigentlich schon hätten wissen müssen. Aber wie das immer so ist: Man weiß eine Sache, und dann weiß man sie doch nicht mehr so genau oder vergisst sie wieder ein bisschen. Der Alltag kommt dann und erschlägt das so gerne. Von daher ist der Jakobusbrief, wenn man ein Thema suchen würde, eine große Ansprache an das Thema Selbstbetrug oder anders ausgedrückt: Wie fühlt sich echter Glaube an? Und wie fühlt sich ein Glaube an, der nur echt sich anfühlen möchte, aber es nicht wirklich ist?
Jakobus ist kein Theoretiker, sondern ein Praktiker. Ich stelle mir Jakobus immer wieder wie einen Handwerker vor, ohne Uniabschluss, ohne dass da so jemand wäre, der abends vorm Schlafengehen noch mal im Duden gewälzt hat, wie die neue deutsche Rechtschreibung ist. Ich stelle mir das einfach ganz anders vor. Ich stelle mir jemanden vor, der sagt: Was nicht in deinem Leben da ist, das ist einfach nicht da. Punkt.
Und das hat etwas enorm Herausforderndes, weil wir in einer Kultur leben, in der es oft schon reicht, etwas zu wissen. Heutzutage braucht man nicht mehr ein Buch im Schrank stehen zu haben. Es reicht oft, den Internetlink zu haben und das Smartphone rauszuholen, und das Leben ist gut. Jakobus würde ganz anders ticken. Er würde sagen: Weißt du, nur das, was sich wirklich im Leben zeigt, noch nicht einmal das, was du alleine weißt, sondern das, was vom Wissen dann in die Hand, in den Mund, in die Ohren hineingegangen ist, was Teil deiner Persönlichkeit, deines Charakters geworden ist, das gilt eigentlich.
Der Rahmen der Predigt und die Frage nach echter Frucht
Beim letzten Mal hat Wally davon gesprochen, dass wir eine Berufung zu leben haben, eine Berufung, die weit über das hinausgeht, was irgendwie normal ist. In Vers 18 werden Christen beschrieben als eine Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe. Oder es wird gesagt, wir sind durch das Wort der Wahrheit geboren. Geboren wozu? Zeugnis abzulegen, Zeugnis abzulegen für Gott.
Und ich möchte jetzt genau an der Stelle einfach anknüpfen. Wir werden uns die Verse 19 bis 25 gemeinsam betrachten.
Wenn dieses Thema Erstlingsfrüchte kommt, dann ist das etwas, womit wir heutzutage gar nichts mehr zu tun haben. Ich war gestern in einer alten evangelischen Kirche, dort wurde ein Predigtgottesdienst gehalten, und die bereiten sich gerade auf Erntedank vor. Das ist etwas, was uns immer so ein bisschen an uns vorbeizieht, habe ich den Eindruck, dass jetzt gerade Erntedank demnächst gefeiert wird. Und da stehen dann große Bollerwagen mit Kürbissen, und da steht in der Ecke ein Sack Getreide. Und ich denke mir: Ja, stimmt, irgendwo war da was. Es gab so eine Zeit im Leben, wo geerntet wurde.
Wer wie ich meistens bei Kaufland unterwegs ist und Rewe, der kommt nicht auf den Gedanken, dass es nicht irgendwann all das geben könnte, was jedes Mal, wenn man da vorne in die Obstabteilung reingeht, immer voll ist. Dass es Erntezeiten gibt und dass es Zeiten gibt, wo man vom Eingemachten lebt, das kann man noch als Sprache Wort, aber das Eingemachte, wer hat denn noch das Eingemachte? Wer macht sich denn jetzt auf den Weg und besorgt sich die Äpfel und versucht das dann irgendwo kühl zu lagern, oder die Kartoffeln, dass wir die in unseren unterirdischen Gewölbekeller schaffen, dass die schön kalt sind und nicht aufkeimen? Das macht ja keiner.
Insofern, wenn Jakobus hier von den Erstlingsfrüchten spricht, dann denkt man so ein bisschen: Ja, Erstlingsfrüchte, hm, was mag das denn sein? Und es ist genau das, was am Anfang geerntet wird. Es ist ein Stückchen Verheißung auf das, was kommt. Weil man am Anfang so auf einem Feld steht und man kann da so ein Büschel abmachen, und man hat da was, dann weiß man: Da steht noch mehr.
Und deswegen ist die Erstlingsfrucht als Begriff etwas ganz Wertvolles. Es ist etwas, hier sind Menschen gemeint, was Gott besonders wertvoll ist und was auch Gott gehört. Also die Erstlingsfrucht war etwas, was man Gott geopfert hat.
Und von daher: Wenn wir jetzt darüber reden, dass wir Erstlingsfrüchte sind, dann muss die Frage gestattet sein: Okay, was heißt denn das praktisch?
Und Jakobus steigt genau da ein. Er zeigt uns, was für einen Charakter Menschen haben, die sagen: Ja, das bin ich, so einer bin ich, ich gehöre so zu Gott, ich bin so eine Erstlingsfrucht. Und er zeigt uns das an mindestens zwei Aspekten. Der eine Aspekt ist der Umgang mit Zorn. Und der zweite Aspekt ist der Umgang mit Gottes Wort.
Ein erster Prüfstein: der Umgang mit Zorn und Sprache
Ich fange einfach mal mit dem ersten Abschnitt an: Jakobus 1,19-21.
Ihr wisst doch, meine geliebten Brüder: Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Denn eines Mannes Zorn – auch einer Frau Zorn, also nicht, dass ihr jetzt alle denkt, das würde nur auf Männer zutreffen – wirkt nicht Gottes Gerechtigkeit. Deshalb legt ab alle Unsauberkeit und all die viele Schlechtigkeit und nehmt das eingepflanzte Wort mit Sanftmut auf, das eure Seelen zu erretten vermag.
Nochmals Vers 19: Ihr wisst doch, meine geliebten Brüder – wieder sind alle Christen gemeint – jeder Mensch sei schnell zum Hören. Kann man sich die Frage stellen: Was ist damit gemeint? Klingt erst mal wie ein Spruch aus dem Alten Testament. Es gibt zum Beispiel Sprüche 15,1, da hat auch so ein bisschen dieses Thema: Wie reagiere ich denn? Ja, seid schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.
Sprüche 15,1: Eine sanfte Antwort wendet Grimm ab. Jemand ärgert dich, und was machst du erst mal? Basch, nee, sanfte Antwort wendet Grimm ab. Entkränkendes Wort erregt Zorn. Wenn man gleich immer draufschlägt, dann darf man nicht erwarten, dass Beziehungen funktionieren. Logisch.
Man könnte denken, dass Jakobus genau so hier auch so einen Satz sagt: schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn, dass er so einen Spruch formuliert. Ich glaube das aber nicht. Ich glaube, dass wir den Zusammenhang beachten dürfen. Und wenn es dann hier ums Hören geht, dann geht es wahrscheinlich nicht allgemein darum, wie ich so einer bin, der hört, sondern ich glaube, es geht im Zusammenhang noch mal um das Wort der Wahrheit, darum, wie ich auf das Wort Gottes höre.
Dass ich schnell zum Hören sein soll, und wo Menschen schnell zum Hören sind, da zeigt sich das in ihrem Umgang mit der Zunge oder darin, ob sie in der Lage sind, beim Reden und beim Zornigsein sich zurückzunehmen. Auch das wieder, bitte: Wir sind in Jakobus. Wenn Paulus das schreiben würde, würde sich das ganz anders anhören. Aber wenn du Jakobus fragst, woran merke ich, ob mein Glaube echt ist, dann würde Jakobus sagen: Oh, ist ganz einfach, kannst die Klappe halten, ja oder nein. Ganz simpel. Dieser Umgang mit meiner Sprache, wirklich mal Klappe halten können, mal sich zurücknehmen können, mal nicht gleich losquatschen müssen, nicht gleich impulsiv losreagieren müssen – da würde Jakobus sagen, das ist ein Kennzeichen dafür, dass in einem Menschen eine Veränderung passiert.
Jetzt gibt es die ruhigen Typen, die nie ein Problem damit hatten. Das gibt es ja bei jeder Sünde. Die sagen: Das kenne ich gar nicht, war immer schon so, lange wie ich denken kann. Die dürfen sich ausnahmsweise mal jetzt ausgenommen fühlen. Aber wenn du so ein Typ bist, der so sagt: Wer diese Schwelle kennt, wo es in dir anfängt zu brodeln, für den gilt das hier.
Und da würde Jakobus sagen, da sagt er mehrfach: Schaut euch mal Jakobus 1,26, wenn jemand meint, er diene Gott, und zügelt nicht seine Zunge, wenn du die einfach nicht zukriegst. Oder Jakobus 3,10: Aus demselben Mund geht Segen und Fluch hervor; dies, meine Brüder, sollte nicht so sein. Also auch wieder so ein Ding: Ja, das geht einfach nicht, dass du böse und gute Dinge aus deinem Mund bringst. Das geht einfach nicht. Nicht wenn du Christ bist, nicht wenn wirklicher Glaube in dir drinsteckt.
Oder am Ende dann Jakobus 4,9: Seufzt nicht gegeneinander, Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Ja, also immer wieder geht es um diese Frage: Wie gehe ich mit meiner Sprache um? Nicht abstrakt. Weißt du, was kommt wirklich daraus? Wenn du einfach mal aufschreiben würdest, was du so die letzte Woche geredet hast, und du bekommst, die NSA schaut sich das dann so an und geht so mal durch: Was ist denn das für ein Typ? Dann sollte da einfach so eine Art zu reden zu finden sein, die irgendwie Gott entspricht.
Und dazu gehört, dass Menschen es lernen, zuzuhören, langsam zum Reden zu sein, langsam zum Zorn.
Warum Zorn selten gerecht ist
Und in dem Vers steckt eine Warnung, in dem Vers, den ich jetzt vorlese. Denn eines Mannes Zorn, auch da wieder, ja, Frau bitte, denn eines Mannes Zorn wirkt nicht Gottes Gerechtigkeit.
Es ist eine Warnung. Wenn wir zornig werden, dann zumindest geht es mir so, vielleicht geht es euch anders. Aber ich glaube, die meisten Menschen, die zornig werden, denken, das sei gerechter Zorn. Dass das in dem Moment, in dem es passiert, angebracht und richtig sei. Und ja, es gibt so etwas wie gerechten Zorn, aber der ist viel seltener, als man denkt. Den findet man ab und zu mal bei Jesus, und vielleicht findet man ihn auch ab und zu mal in deinem Leben. Aber das meiste, was so in uns herauskommt, ist kein gerechter Zorn, sondern wir sehen irgendeine Ungerechtigkeit, meist eine, die uns selber betrifft. Und jetzt meinen wir, wir müssten diese Ungerechtigkeit richten, wir müssten hier jetzt zornig werden und etwas regeln.
Und ein simpler Blick in die Geschichte zeigt uns, dass meist genau an der Stelle, wo Menschen meinten, aus eigener Kraft ein Unrecht richten zu müssen, etwas gerade machen zu müssen, am Ende der menschliche Versuch, Gerechtigkeit aufzurichten, darin mündete, noch mehr Ungerechtigkeit zu schaffen. Es hat Sinn, wenn die Bibel sagt: Gott spricht, mein ist die Rache. Es hat Sinn, weil wenn wir anfangen, uns da auf Gottes Platz zu setzen, und wenn wir anfangen zu sagen: Ja, wir sind jetzt mal die Richter, wir sagen jetzt mal, wo es langgeht, dann wird uns das meistens nicht gelingen.
Und Jakobus geht noch ein Stück weiter. Er sagt: Wenn dir wirklich die Ungerechtigkeit der Welt am Herzen liegen sollte, also wenn du so jemand bist, der die Zeitung liest und sagt: Boah, wie können die bloß, da müsste man doch mal ... Wenn du so ein Typ bist, dann ist das prima, das ist total toll, ja wirklich, das ist total toll.
Jakobus 1,21 Deshalb legt ab alle Unsauberkeit und all die viele Schlechtigkeit und nehmt das eingepflanzte Wort mit Sanftmut auf, das eure Seelen zu erretten vermag.
Also wenn du so ein Typ bist, der immer das Unrecht bei den anderen sieht und du möchtest was ändern, klasse, mach das. Ich sage dir mal, wo du anfängst. Fang mal nicht bei den anderen an, reg dich mal nicht über die anderen auf, sondern schau doch mal in dein eigenes Leben.
Und das ist so eine Stelle, wo man merkt, wie plakativ Jakobus ist, wie er Dinge vielleicht fast ein bisschen grob auf den Punkt bringt. Wenn er zu Christen sagt: Legt ab alle Unsauberkeit und all die viele Schlechtigkeit. Und vielleicht geht es euch so, dass er sagt: Meint er jetzt an der Stelle mich? Er meint doch nicht mich. Doch, er meint dich.
Und das ist halt Jakobus. Denn Jakobus ist einer, der sagt: Ja, ich kenne die Leute doch, ich kenne doch mein eigenes Leben, ich muss mir doch nichts vormachen. Wir sind doch so, wie wir hier sitzen. Und jetzt alle Gäste, ihr müsst das jetzt mal gerade ertragen, aber ich rede jetzt mal zu denen, die ich kenne, vielleicht seid ihr die Ausnahme, aber jetzt einfach mal zu denen, die ich kenne, mich eingeschlossen: Wir sind doch definitiv im Moment nicht bereit für den Himmel, oder? Also einfach nur so, wie wir sind.
Es gibt doch in unserem Leben, wenn ich einfach mal die Begriffe hier versuche zu übertragen, genug Schmutz und Dummheit und Lauheit. Es gibt doch genug Mangel an Liebe und Demut und Hingabe. Ihr müsst nur ehrlich sein, müsst nur ehrlich reinschauen, aber das ist doch da, oder? Oder steht ihr abends vor dem Spiegel und sagt: Boah, Jürgen, das war ein toller Tag. Das stimmt doch nicht. Jakobus hat doch wirklich recht.
Ich bin vielleicht im Moment ein bisschen zu kritisch, weil ich in so einer persönlichen Phase drinstecke, wo ich mich sehr persönlich nach Veränderung und Erweckung sehne. Das ist gerade mein Leben, und deswegen spricht mich der Vers vielleicht ein bisschen mehr an. Und ich merke, wie mir das zu wenig ist, einfach nur so ein christlicher Abklatsch bundesdeutschen Mittelstands zu sein. Es ist mir irgendwie zu wenig. Ich sehne mich nach mehr, und ich merke, wie diese Sehnsucht unter uns wächst und wie man sich darüber Gedanken machen kann und vielleicht sogar ein Stückchen erschrocken sein kann.
Ich bin das im Moment nur für mich, und das soll jetzt nicht so eine indirekte Seelsorgemethode sein: Ich erzähle meine Geschichte, du musst dich dann reflektieren. Ich meine jetzt wirklich mal nur mich. Ich bin im Moment erschrocken über mich und über einen Mangel an Gebet, auch einen Mangel an Tränen für Menschen, die Gott nicht kennen. Ich bin ein bisschen erschrocken über die Selbstzufriedenheit, mit der ich unterwegs bin. Ja, man hat so seinen Tagesablauf, man hat so sein Programm, man macht all die Sachen. Und irgendwo wünschte ich mir mehr Leidenschaft.
Und ich lese gerade ein Buch über Erweckung, was mich sehr herausfordert, weil ich merke, da erleben Menschen Gott auf eine Weise in ihrem Leben, und sie erleben, dass Gott in ihrer Gesellschaft wirkt. Und am Anfang dieses Wirkens stehen leidenschaftliche Menschen, die viel beten, zum Beispiel. Und ich frage mich: Warum fällt mir das so schwer? Und ich weiß es nicht. Ich bin einfach nur erschrocken über mich. Und ich bete seit drei Wochen darum, dass Gott mir zeigt, warum es mir so schwerfällt, mehr dafür zu beten. Ich merke nur, das kommt nicht natürlich aus mir heraus. Und deswegen kann ich mich damit identifizieren.
Ich weiß auf der einen Seite, dass Gott im Himmel über mich jubelt und sich über mich freut. Es geht jetzt überhaupt nicht um Aktionismus an der Stelle, tu was! Es geht auch überhaupt nicht darum, sich den Himmel zu verdienen. Ich weiß, dass ich als Kind Gottes das Rundum-sorglos-Geliebt-Paket gebucht habe. Und gleichzeitig, während ich mir das vergegenwärtige, dass ich einen Vater im Himmel habe, der mich grenzenlos liebt, frage ich mich, ob er manchmal auch ein bisschen weint, einfach nur, weil er mein Leben sieht.
Und das schließt sich ja nicht aus. Jeder, der Kinder hat, weiß, dass man seine Kinder grenzenlos lieben kann und sich trotzdem darüber ärgert, wenn sie gerade völligen Blödfug machen. So, und irgendwo stelle ich mir gerade die Frage: Wo stehe ich da? Und Jakobus ist einer, der mir da ins Gewissen redet und sagt: Freund, wenn du all diese Ungerechtigkeit siehst, wenn du innerlich so drauf bist, dass du das unterscheiden kannst, dann weißt du: Dann fang doch bei dir selber an.
Fang an. Jesus würde das ein bisschen anders ausdrücken, aber nur ein bisschen anders. Bei ihm würde sich das in etwa so anhören: Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten.
Es ist möglich, für Christen, dass sie auf der einen Seite bekennen: Jesus ist Herr, und doch ein Leben leben, das sich darum dreht, ein Leben zu gewinnen, es irgendwo in dieser Welt zu etwas zu bringen. Und diese klare Ansage von Jesus, mir nachzukommen, sich selbst zu verleugnen, sein Kreuz aufzunehmen, wo das immer mehr in den Hintergrund driftet, wo das einfach vom Alltag erschlagen wird.
Und deswegen sagt Jakobus, er knüpft an diesen Gedanken förmlich an in Vers 21: Und nehmt das eingepflanzte Wort mit Sanftmut auf, das eure Seelen zu erretten vermag. Auch als Christen brauchen wir Rettung. Wir brauchen nicht die Rettung vor dem ewigen Zorn Gottes, das ist geregelt. Jesus hat am Kreuz für unsere Schuld bezahlt. Aber wir leben in einer Welt, die uns permanent vor neue Herausforderungen stellt, in einer Welt, wo wir jeden Tag auch dumme Entscheidungen treffen. Und wir brauchen etwas, was uns hilft, in dieser Welt zu bestehen und uns nicht einlullen zu lassen, nicht einen Weg zu gehen, wo wir am Ende zurückschauen und sagen: Schade, wenn ich das nur ernster genommen hätte.
Und das, was hier steht, ist irgendwie paradox: Wir sollen das eingepflanzte Wort mit Sanftmut aufnehmen. Es ist etwas, was wir schon in uns tragen. Also es geht nicht darum, etwas Neues zu lernen, es geht nicht darum, jetzt irgendwelche Bücher zu lesen, sondern das eingepflanzte Wort ist das Evangelium. Es ist das Wort davon, dass Gott mich liebt, so sehr liebt, dass er Mensch geworden ist und am Kreuz für mich gestorben ist. Das ist schon da. Und dieses Evangelium, das will sich jetzt aber entfalten, das will mich verändern.
Wenn Gott am Kreuz Sünde richtet, dann kann es nicht sein, dass ich mit Sünde anders umgehe als er. Dann kann das für mich nur bedeuten: Ich muss auch in meinem Leben das Falsche rausschmeißen, so wie Gott alles getan hat, um mich vor den Folgen des Bösen in meinem Leben zu retten. Jakobus sagt: Das geht, du musst nur das, was du schon verstanden hast, das Evangelium, du musst das mit Sanftmut aufnehmen.
Was heißt Sanftmut? Ganz schwieriger Begriff, weil ich gar nicht genau weiß, wie man ihn übersetzen soll. Sanftmut im Griechischen heißt, dass jemand unglaublich kräftig ist und seine Kraft auf eine Weise einsetzt, dass er den anderen nicht kaputt macht. Das ist sanftmütig. Da ist jemand beherrscht, kontrolliert. Wenn jemand sanftmütig das Wort Gottes aufnimmt oder das eingepflanzte Wort wirken lässt, dann heißt das: In mir steckt genug Kraft. Wenn der Heilige Geist mich anspricht, an irgendeiner Stelle meines Lebens, mich auf irgendetwas hinweist, in mir steckt genug Kraft, zu sagen: Nein, mache ich nicht. In mir steckt genug Kraft, die Augen vor der Realität zu verschließen, genug Kraft, davonzulaufen. Mir kommen sofort genug Ideen, wie ich mein Leben mit Aktionismus vollballern kann, dass ich mich bloß nicht um dieses eine Thema kümmern muss.
Sanftmut heißt, dass ich trotzdem, obwohl ich diese Kraft habe, dem Wort Gottes davonzulaufen, es zulasse, still werde, dass Gott zu mir persönlich spricht. Und die Stimme des Heiligen Geistes ist eine leise Stimme. Es ist keiner, der hinter dir steht mit einem Baseballschläger und wenn du nicht hörst, nochmal zuschlägt, sondern er spricht dich zart an, vielleicht beim Bibellesen, dass du merkst: Hier ist was.
Ich habe mit einem Freund eine Minigruppe. Minigruppe heißt, wir treffen uns einmal die Woche und wir sagen einfach nur, was wir gelesen haben, wie es uns geht. Wir haben so eine Liste von fünf, sechs, sieben Fragen, die wir uns gegenseitig dann stellen, zum Teil recht hässliche Fragen, wo es schon auch ans Eingemachte geht, wo man sich gegenseitig so ein Stückchen sagt, wo man gerade steht. Das dauert dann so eine Stunde und dann gehen wir wieder.
Letzten Donnerstag haben wir uns getroffen. Das war ganz schön, weil ich ihn gefragt habe: Was hast du in der Bibel gelesen? Ja, ich habe das und das gelesen, und er liest immer in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Und was ist dir wichtig geworden? Dann hat er sein Smartphone rausgeholt, und wenn man so in der Bibel auf dem Smartphone liest, dann kann man Verse markieren, und die werden dann separat in den Ordner reingepackt. Und dann hat er gedacht: Ich wusste ja, dass du heute kommst und die Frage stellen wirst, wo hat Gott mich angesprochen, da bin ich all die Stellen noch mal durchgegangen. Und dann nannte er mir ein Thema und sagte, es sei interessant, als ich das dann noch mal durchgegangen bin.
Also der liest relativ viel, der ist gerade in so einer euphorischen Bibellesephase, also ich glaube, der knallt sich so sechs Kapitel pro Tag einfach rein, jeden Tag, der hat in dieser Woche wahrscheinlich so dreißig Kapitel gelesen. Und dann hat er festgestellt, der Geist Gottes hat ihn immer wieder auf dasselbe Thema angesprochen. Das war für ihn ganz erstaunlich, wo ich merkte, wie wertvoll es ist, noch mal innezuhalten, am Ende einer Bibellese und wirklich zu schauen: Wo spricht mich der Geist Gottes an? Was ist denn das Thema, was Gott gerade für mich hat?
Und das Thema, das ist das, worüber wir nachdenken, also worüber wir nachdenken müssen, wo wir sagen müssen: Okay, hier ist etwas, das Gott ändern möchte. Und das ist das, was Jakobus hier beschreibt: Mit Sanftmut. Nicht einfach drüberbügeln, ich habe jetzt was, als ich meine Bibellese gemacht habe, ja da war irgendwas, aber hey komm, ich muss jetzt die Wäsche machen oder er muss schnell zur Arbeit oder die Winterreifen, es wird ja langsam kalt und so, sondern dass man innehält und sagt: Ich gebe dem Impuls jetzt Raum, dass er mich wirklich verändern kann, dass da noch mal eine Zeit ist zum Nachdenken.
Das ist der eine Punkt. Also der erste große Block: Umgang mit Zorn. Ihr merkt, Jakobus hat immer mehr Themen als nur das eine, ich habe es nur unter die Überschrift gesteckt.
Der zweite Prüfstein: Hören, Tun und die Gefahr des Selbstbetrugs
Der zweite Punkt, der in einem Charakter, der einer Erstlingsfrucht, einem gottwertvollen Menschen entspricht, hat, zu tun mit dem Wort Gottes selbst. Er greift genau an der Stelle wieder das Thema auf, wo wir schon sind: mit Sanftmut das Wort aufnehmen, um gerettet zu werden. Dass ich mich nicht in diesem Leben, das mich ausschalten möchte, das mich nutzlos machen möchte, verliere.
Da heißt es in Vers 22: Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen. So ein simpler Vers, manchmal denke ich: Hallo? Das ist einer der ersten Verse, die ich auswendig gelernt habe, weil er so simpel ist. Den hört man zweimal: Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen. Dann hat man den, selbst ich, der ich wirklich megamäßig schlecht auswendig lerne, dann hat man den schon fast intus. Er ist so simpel: Echter Glaube tut etwas. Wer nicht tut, was er hört, der betrügt sich selbst. Der redet sich ein, bei mir ist schon alles irgendwie in Ordnung, aber das stimmt nicht.
Und ich finde Selbstbetrug eine ganz abstrakte Sünde. Ich weiß nicht, ob ihr euch mal darüber Gedanken gemacht habt. Ich bin beim Selbstbetrug der, der betrogen wird, und der Betrüger. Das ist eine ganz komische Sache. Ich ziehe mich selber über den Tisch. Also ich stehe hier und ich stehe da, und ich ziehe. Das ist ganz, ganz merkwürdig. Ich bin aktiv damit beschäftigt, Wahrheit zu ignorieren und Lüge zu glauben. Es ist ganz merkwürdig, dass so etwas geht. Ja, ich weiß, da ist etwas nicht richtig, weil ich bin ja der Betrüger, und ich schaffe es trotzdem, die Lüge so arg zu glauben, dass ich mich von mir selber betrügen lasse. Ganz, ganz komisch, ganz, ganz komisch.
Für mich gehört die Tatsache, dass der Mensch sich selber betrügen kann, zum Gruseligsten am Leben. Weil wenn ich noch nicht mal mir selber glauben kann, überleg mal: Wenn ich noch nicht mal mir selber glauben kann, wem denn dann? Dass die anderen mir Sachen erzählen, die nicht stimmen, daran gewöhnt man sich. Ja, das ist irgendwann so. Irgendwann kommt im Leben der Punkt, wo man merkt: Das, was in der Zeitung steht, stimmt nicht. Okay, gut. Aber dass noch nicht mal das stimmt, was in meinem eigenen Kopf vor sich geht, das ist so der Hammer.
Also ich weiß, wo ich das kapiert habe, dass ich Dinge denken kann, von denen ich felsenfest überzeugt bin, sie sind richtig, und wenn ich ein bisschen mehr nachdenken würde, wüsste ich, sie wären falsch, aber sie trotzdem so denke, wie ich sie denke. Ganz, ganz merkwürdig. Es ist ganz merkwürdig. Ich bin wirklich Gott von Herzen dankbar für die Bibel an dem Punkt, weil sie mein Denken so oft korrigiert hat, weil sie mich so oft gezwungen hat, Dinge mal zu hinterfragen an einer Stelle, wo ich selber schon lange dachte, da bist du fertig mit Denken. Und dann merkte ich: Nee, du bist überhaupt nicht fertig, denk mal ein Stück weiter. Und plötzlich geht dir auf, wo du Dinge gedacht hast, die waren einfach nur falsch.
Und wenn du sagst, das kenne ich nicht, dann glaube ich dir nicht, weil ich glaube, dass jeder von euch in seiner eigenen Lebensgeschichte so ein paar richtig dusselige Entscheidungen hat, wo man so zurückdenkt und sagt: War nicht so cool, war nicht so richtig cool. Ja, und das sind Entscheidungen, wo damals, als du sie dachtest, du hundert Prozent davon überzeugt warst, dass sie richtig sind. Es gibt solche Sachen. Tut mir leid, man kann sich selber betrügen.
Und deswegen sagt Jakobus: Es reicht nicht, eine Predigt zu hören. Man muss schon tun, was da in der Bibel steht. Es reicht nicht, die Bibel zu lesen, man muss es wirklich umsetzen. Und wenn man es nicht macht, dann passiert Folgendes: Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, aber wenn jemand denkt, mir reicht es, sonntags in den Gottesdienst zu gehen, zuzuhören, und dann kommt das Mittagessen. Und dann kommt lange nichts, weil nächsten Sonntag kommt ja wieder die nächste Predigt. Ich glaube, niemand, der hier ist, hat diese Denke. Es sei übertrieben, was hier ist. Das wird ja ganz bewusst so auf die Spitze getrieben, damit jeder sagt: Was für ein Blödsinn. Wenn das so wäre.
Wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Angesicht in einem Spiegel betrachtet. Das ist jetzt schwierig, das Bild, weil wir heute Spiegel haben, die bestehen aus einer Glasschicht und dahinter ist eine Metallschicht. Und das, was wir in dem Spiegel sehen, ist wirklich das, was vor dem Spiegel steht, nur spiegelverkehrt. In der damaligen Zeit müsst ihr euch vorstellen: Niemand kannte wirklich sein Spiegelbild. Ja, wir kennen das heute. Willst du dein Spiegelbild sehen? Ich hole mein Smartphone raus, klick, mach ein Bild und zeig dir, wie du aussiehst. Es ist eine Zeit, wo es keine Kameras gibt. Es ist eine Zeit, wo es keine Fotografien gibt. Keine Bilderalben, ja, schauen wir schon mal an, wie die Kleine aussah vor zehn Jahren, ach, war die aber süß, gibt es alles nicht.
Also hättest du das vielleicht in Stein meißeln können, aber ihr wisst, wie genau solche Abbilder sind. Wenn du dich sehen wolltest, konntest du vielleicht in so einen See reinschauen, da hat man sich mal gesehen. Aber auch das ist, wenn da so ein bisschen die Oberfläche krisselt, nicht einfach. Oder du hast ein Stück Metall, und das wird dann poliert und poliert und poliert und poliert, und wenn du dich da mal siehst, hast du da so reingeschaut: Wie sehe ich denn aus? Also Leute kannten nicht ihr Bild und haben dann mal so einen ganz vorsichtigen Blick getan, haben so eine ungefähre Idee. Ein poliertes Stück Metall, ihr könnt euch das vorstellen, das ist so, na ja, es ist was ganz anderes als ein richtiger Spiegel.
Und wenn du da reinschaust und du siehst dann so ungefähr deinen Kopf und du gehst wieder weg, du hast nicht wirklich was gesehen, du hast nichts, was du dir merken kannst. Du hast so schnell vergessen, wie du aussiehst, wie du da reingeschaut hast. Und Jakobus sagt, so dieses „Man schaut sich da an, sieht sich kurz, geht wieder weg und hat schon wieder weg“, weil man eben nicht sein Portemonnaie rausholt und mal schnell den Führerschein aufmacht: Ah, so sehe ich aus. Das gibt es nicht.
Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Angesicht in einem Spiegel, wie gesagt in so einem Metallspiegel, betrachtet. Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen und hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war. Schnapp, weg! Das ist der Hörer, der nicht tut. Das heißt, das Tun sorgt dafür, dass das, was ich gehört habe, mir vor Augen bleibt.
Wer aber, und jetzt kommen wir zum letzten Vers, wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut und dabei geblieben ist, in dem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Wortes ist, der wird in seinem Tun glückselig sein. Das ist das, was Jakobus sich von Erstlingsfrüchtenmenschen, von Christen mit echtem Glauben, wünscht. Was ist das? Sie sollen hineinschauen, darum geht es. Dieses Wort hineinschauen ist viel stärker noch als das Wort, das in dem Vers davor mit betrachten war. Es geht um ein interessiertes Betrachten, es geht um ein Reinschauen und auch drüber nachdenken. Also nicht nur so ein flüchtiger Blick, sondern ein intensiver Blick. Reinschauen, dann dabei bleiben, irgendwie dafür sorgen, dass mir der Gedanke nicht verloren geht und dass er sich in meinem Leben wiederfindet, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter ist, dass er das irgendwie schafft. Ich halte den Gedanken fest und ich übersetze ihn in mein Leben. Und dann, wenn das passiert, dann werden wir Segen ernten. Hier steht: Er wird in seinem Tun glückselig sein. Also reinschauen, intensiv reinschauen, dabei bleiben, es übersetzen in den Alltag und dann sich daran freuen, dass das Ganze funktioniert. Das ist das, was Jakobus sich wünscht.
Er sagt, es geht dadurch, dass man in das Gesetz der Freiheit hineinschaut. Das ist ein ganz merkwürdiger Begriff. Ich weiß, wie ich als junger Christ dachte: Was ist denn das? Gesetz der Freiheit. Irgendwann habe ich verstanden, der Begriff Gesetz der Freiheit meint dasselbe wie weiter vorne das Wort Wort der Wahrheit. Und wenn wir Gesetz hören, dann denken wir zuerst einmal vielleicht an Gebote und Verbote. Das müsst ihr kurz mal außen vor lassen. Das Wort Tora heißt auch Gesetz und heißt Reden Gottes zu den Menschen. Und das Gesetz der Freiheit, das will einen ganz breiten Blick auf die Bibel auftun. Jakobus beschreibt mit Gesetz die gesamte Bibel, aber er sagt, es ist ein Gesetz der Freiheit, es macht frei. Ja, wovon? Es macht frei, zum Beispiel von dem Selbstbetrug, von den Lügen, die ich glaube, und es macht mich frei, so zu leben, wie es Gott gefällt.
Im Johannesevangelium, und ich könnte mir fast denken, dass Jakobus so einen ähnlichen Spruch vor Augen hatte von seinem Halbbruder, als er das geschrieben hat: Ich schaue in die Bibel rein und ich werde frei. Was sagt Jesus? Jesus sprach zu den Juden, Johannes 8,31, die ihm geglaubt hatten. Und was sagt er diesen Juden? Er sagt: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger. Merkt ihr das? Drinbleiben, ganz interessant. Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen. Die regen sich dann auf, weil sie nicht wirklich gläubig sind, und sagen: Wir waren ja nie abhängig. Doch, doch, wart ihr. Und dann heißt es nochmal in Vers 36: Wenn nun der Sohn euch freimachen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.
Wir brauchen ein Gesetz der Freiheit. Wir brauchen es, dass jemand uns sagt, wo wir uns verrannt haben, weil wir uns selber betrügen können. Weil wir es selber nicht mitkriegen, weil es ein absoluter Hochmut wäre, zu glauben, ich habe das gecheckt, weil es nicht stimmt. Und selbst wenn ich Glück habe und in meinem Leben merkt man das vielleicht im Moment noch nicht so: Wie viele Leute kenne ich, die sehenden Auges ins Unglück rennen. Du stehst daneben, vielleicht gute Freunde, und denkst dir: Boah, Freund, ey, jetzt denk doch mal nach, da kommt doch nichts hintenbei raus, das ist doch Unsinn. Angefangen von merkwürdigen Ausbildungswünschen, wo du sagst: Was soll das? Ja, studier das zu Ende, und was kommt dann? Arbeitslosigkeit, weil das braucht keiner. Entschuldigung.
Bis hin zu, dass Leute sich in Beziehungen befinden auf eine Art und Weise, wo du sagst: Wenn du das weiterlebst noch fünf Jahre, dann bist du kaputt, so kann man nicht miteinander umgehen. Bis dahin, dass ich weiß nicht, ich weiß nicht, was euch vor Augen steht an Beispielen, aber ich glaube, wenn wir Freunde, gute Freunde, durchgehen, wo wir das mitkriegen, dann merkt man, es ist eine große Gefahr, dass man etwas lebt, was einfach keinen Sinn macht, wo jemand gefangen ist, wo jemand Freiheit braucht, wo jemand die Wahrheit braucht, in seinem Leben ganz persönlich, nicht nur wir, nur bei den anderen merken wir es. Und was bei den anderen gilt, gilt bei uns.
Und das Wort, das Gott uns gibt, dieses Gesetz der Freiheit, das Wort der Wahrheit, die Bibel, das ist ein vollkommenes Gesetz der Freiheit. Es ist ohne Fehler, ohne Betrug, ohne Hintergedanken, weil Gott ein Gott ist, der das Allerbeste für uns will. Das ist das, was mich so fasziniert an Gott. Er möchte uns segnen, er möchte, dass wir in unserem Tun glückselig sind. Und man könnte viel dazu sagen, das werde ich heute nicht tun, aber es wäre so ein schöner Gedanke, den man weiter verfolgen könnte, wenn ihr weiter darüber nachdenken wollt: Gott ist ein glückseliger Gott, und er möchte dieses Glück mit uns teilen. Das ist seine Idee. Gott ist nicht so einer, der im Himmel ist und sagt: Na ja, schauen wir mal, wie wir die da unten triezen können. Er möchte uns Anteil geben an seinem Glück.
Und damit das gelingt, heute waren mir zwei Dinge wichtig: Damit das gelingt, muss sich in unserem Leben echter Glaube finden, und er hat etwas damit zu tun, wie wir mit Zorn umgehen und wie wir mit dem Wort Gottes umgehen. Echter Glaube kann sich beherrschen und beginnt damit, die eigene Sünde zu bekennen, statt sich über andere aufzuregen. Echter Glaube will tun und nicht nur hören, er will wirklich frei werden von Fehlern, von dummen Ideen, die im Kopf sind, der freut sich drüber. Und er möchte dauerhaften Segen ernten.
Und wenn ich dir etwas raten darf: Es ist ein einfacher Bibeltext. Alles, was du brauchst, um in Ruhe darüber nachzudenken, hast du jetzt gehört. Nimm dir doch heute Morgen, irgendwann, nimm dir doch noch mal fünfzehn Minuten Zeit, lies den Text noch mal durch und schau, wo spricht Gottes Geist mich persönlich an, wo bin ich dabei, wegzulaufen, wegzuhören. Und wenn ich dir noch einen ganz persönlichen Tipp geben darf, weil der Text bietet sich einfach an: Lern ein oder zwei von den Versen auswendig, die braucht man, glaube ich, sein ganzes Leben lang. Das gibt es öfter bei Jakobus, aber hier fällt es mir einfach so auf, das ist basic, das ist so na ja, einmal eins des Glaubens. Und weil es so einmal eins ist und so wichtig ist, ist es umso wichtiger, dass wir es nicht vergessen. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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