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Ist das Christentum nur Copy and Paste? Ist es alles nur geklaut – von Sagen, von Legenden, von Feiern, die es schon lange vor Jesus gab? Ist alles nur abgeschrieben?
Das schauen wir uns heute genauer an.
Dazu betrachten wir zwei ganz häufige Vorwürfe gegen das biblische Christentum. Wir prüfen, was wirklich daran ist. Außerdem geben wir dir drei Tipps, wie du solchen Fragen mit Liebe, Weisheit und Gelassenheit begegnen kannst.
Persönliche Erfahrungen und erste Einblicke in die Kritik am Christentum
Dieses Ostern hatte ich das große Privileg, für eine christliche Organisation den Social-Media-Outreach mitgestalten zu dürfen. Ziel war es, Suchenden, Nichtchristen und Atheisten das Evangelium in den sozialen Medien näherzubringen.
Das hat richtig Spaß gemacht – ein Heidenspaß, um es mal salopp zu sagen. Auch wenn das Projekt am Ende ein großer Erfolg wurde, gab es auf dem Weg dorthin viele Herausforderungen. Du kannst dir wahrscheinlich nicht vorstellen, wie viele Dutzend Hasskommentare ich erhalten habe. Ist ja Social Media, wer hätte das gedacht?
Die satanistischen Beschimpfungen habe ich direkt gelöscht. Es gab aber auch viele Stammtischparolen. Auf diese möchte ich jetzt eingehen und zwar auf die zwei häufigsten, die ich in den letzten Tagen und Wochen gesehen habe.
Ich fasse sie ein bisschen zusammen, nicht wörtlich, sondern so, dass man ungefähr verstehen kann, worum es den Leuten ging – denke ich zumindest.
Die eine große Behauptung lautete: Christliche Feiertage und das biblische Christentum seien erstunken und erlogen. Begründung: Es gab ja schon vorher religiöse Feste zum Frühlingsanfang.
Okay, ich wiederhole es noch einmal: Die Logik war, dass weil die ersten Christen nicht als Erste zu diesem Zeitpunkt ein religiöses Fest hatten, das Christentum und die Auferstehung „fake“ seien. Hä?
Die wahre Bedeutung von Ostern verstehen
Also, zwei Antworten darauf. Erstens denke ich, dass diese Aussage verkennt, worum es den Christen bei Ostern wirklich geht. Nämlich darum, dass Jesus, nachdem er sich stellvertretend für dich und mich hat hinrichten lassen, von den Toten auferstanden ist und den Tod besiegt hat.
Siehst du, Jesus ist nicht auferstanden, weil die Christen eine Ausrede für ein Frühlingsfest brauchen. So ist es nicht. Sondern weil Jesus auferstanden ist, feiern wir Ostern – den wichtigsten Tag im Jahr.
Deswegen Tipp Nummer eins für dich heute: Schau mal, ob die Aussagen deines Gesprächspartners in Wahrheit das treffen, worum es dir geht. Gerade bei Einwänden gegen das biblische Christentum ist das sehr häufig nicht der Fall. Die Leute argumentieren sich oft einen Wolf und reden und reden gegen Dinge an, die wir überhaupt nicht für wahr halten und die wir als Christen auch nicht vertreten.
Es ist echt ulkig, das mal zu beobachten. Werde da mal sensibel in deinen Gesprächen mit Atheisten und Suchenden. Das ist wirklich interessant.
Die Logik hinter den Einwänden kritisch hinterfragen
Das zweite von der Aussage finde ich sogar noch spannender. Ja, denn was ist denn die Logik hinter diesen, sagen wir mal, Stammtischparolen? Die Logik dahinter muss ja sein: Ich übersetze es jetzt mal. Weil es vorher andere Dinge gab, die zum gleichen Datum passiert sind, muss eures falsch sein.
Das würde ja bedeuten, dass Dinge nur dann wahr sind und wirklich passiert sind, sobald sie originell sind und ihr Datum einzigartig im ganzen Jahr ist. Soll das jetzt heißen, dass der Grund für das Osterfest, also die Auferstehung von Jesus, nicht stattgefunden hat, nur weil es zu einem ähnlichen Zeitpunkt auch noch andere Ereignisse gibt, an die man denkt? Das ergibt doch gar keinen Sinn.
Das wäre ja ungefähr so, als ob ich behaupten würde, der Mauerfall am 9. November 1989 hat nie stattgefunden. Warum? Weil wir zum 9. November bereits an den Vertrag von Sevilla denken, an die Ausrufung der Republik in Deutschland, an die Novemberpogrome und an den Unabhängigkeitstag von Kambodscha. All das ist am 9. November passiert, und weil diese Ereignisse schon vorher am 9. November stattfanden, kann es den Mauerfall an diesem Tag nicht gegeben haben.
Das ist doch total unlogisch, denn natürlich kommt es häufig vor, dass mehrere historische Ereignisse am gleichen Tag passieren.
Tipp Nummer zwei für dich heute: Frag dich einfach: Ändert das etwas? Das ist ein ganz, ganz wichtiger Tipp, den ich dir wirklich nur ans Herz legen kann.
Frag dich bei deinen Gesprächen mit Atheisten oder Suchenden, sobald kritische Einwände gegen das biblische Christentum kommen, einfach mal, bevor du den Mund aufmachst: Ändert das etwas? Schau dir an, wie die Logik deines Gesprächspartners ist und ob sie wirklich sinnvoll ist.
Dazu kann es helfen, dir vor deiner Antwort selbst die Frage zu stellen: Mal angenommen, er hat wirklich Recht – ändert das etwas? Mal angenommen, es gab vorher schon feste religiöse Feste, die Menschen zu ähnlichen Terminen wie Ostern gefeiert haben – ändert das wirklich etwas daran, ob Jesus auferstanden ist oder nicht? Nein, tut es nicht. Ganz wichtig.
Um zu lernen, wie du entspannt, gelassen und schlagfertig auf kritische Fragen von deinen atheistischen Freunden eingehen kannst, hol dir gern mein neues Buch „Kein Gott ist auch keine Lösung“ über den Link in der Videobeschreibung.
Die zweite häufige Behauptung: Jesus als Mythos
Die zweite große Behauptung, auf die ich in diesen Tagen gestoßen bin, war, dass die Figur Jesus angeblich nur von anderen mythologischen Figuren abgeschrieben sei.
Alter, was? Entschuldige mal, aber jetzt mal ganz im Ernst: Selbst wenn du alle neutestamentlichen, alle christlichen und alle jüdischen, wirklich alle religiösen Texte zu Jesus vollkommen ignorierst und dir nur das anschaust, was nicht-christliche Quellen und Feinde Jesu über ihn gesagt haben, dann geht praktisch jeder ernstzunehmende Historiker auf diesem Planeten davon aus, dass Jesus als reale Person gelebt hat. Das ist nicht kontrovers.
Worüber diskutiert wird, ist, wie Wunder zu verstehen sind und wie das Übernatürliche in den Berichten einzuordnen ist. Darüber wird diskutiert, aber das ist ein anderes Thema für ein anderes Video.
Manchmal wirst du – also im Internet sowieso, aber vielleicht auch von atheistischen Freunden – die Behauptung hören, Jesus sei nur eine zusammengekleisterte Kopie von anderen Religionsstiftern.
Manchmal führen sie dazu Isis und Osiris aus Ägypten an, manchmal, oder relativ häufig, die Sonnengottheit Mithras aus Persien, die bis zum fünften Jahrhundert im römischen Reich verehrt wurde. Sozusagen wäre Jesus dann eine Art billige Mithraskopie.
Die angeblichen Parallelen zwischen Jesus und Mithras kritisch prüfen
Es wird behauptet, dass Jesus angeblich eine Kopie von Mithras sei. Um diese Behauptung zu untermauern, werden bestimmte Parallelen zwischen den beiden Figuren angeführt.
Zusammenfassend wird gesagt: Mithras sei von einer Jungfrau am 25. Dezember in einer Höhle geboren worden, im Beisein von Hirten. Er sei ein großer reisender Lehrer gewesen und habe zwölf Schüler gehabt. Außerdem habe er seinen Nachfolgern ewiges Leben versprochen, Wunder vollbracht und sich selbst für den Frieden in der Welt geopfert.
Weiterhin wird behauptet, Mithras sei in einer Höhle begraben worden und nach drei Tagen wieder auferstanden. Jährlich werde seine Auferstehung gefeiert, und zwar an Ostern. Er wurde als der gute Hirte bezeichnet, mit einem Löwen und einem Lamm identifiziert und als der Weg, die Wahrheit und das Leben, das Wort, der Erlöser, der Versöhner und der Messias genannt.
Der Sonntag wurde ihm zu Ehren als heiliger Tag benannt. Außerdem gab es ein heiliges Herrenmahl, bei dem sein Kommen in die Welt nachgestellt wurde, um ihn zu ehren.
All diese Punkte werden als Eigenschaften von Mithras dargestellt. Aufgrund dieser angeblichen Parallelen wird behauptet, Jesus sei nur eine bewusste Kopie von Mithras. Die Ähnlichkeiten zwischen dem, was über Mithras gesagt wird, und dem, was wir aus dem Leben Jesu wissen, werden als sehr auffällig und nahezu unglaubwürdig angesehen.
Faktencheck zu den Parallelen zwischen Mithras und Jesus
Wo liegt also das Problem? Schauen wir uns das Schritt für Schritt an.
Hat Mithras in den Erzählungen Wunder vollbracht? Ja, das hat er.
Wurde er als der gute Hirte bezeichnet und mit einem Löwen und einem Lamm identifiziert? Nun ja. Der Löwe, weil er eine Sonnengottheit war und das Haus der Sonne in der babylonischen Astrologie mit dem Sternzeichen Löwe verbunden ist, aber sonst nicht.
Wurde Mithras als der Weg, die Wahrheit und das Leben, das Wort, der Erlöser, der Versöhner und der Messias bezeichnet? Nein, eigentlich nicht. Er galt in manchen Quellen als Vermittler zwischen guten und bösen Gottheiten, aber sonst nichts, keine Spur von solchen Bezeichnungen.
Gab es ein Heiliges Herrenmahl, bei dem sein Kommen in die Welt nachgestellt wurde, um ihn zu ehren? Nein. Es gab eine einzelne Gruppe, die in deutlich nachchristlicher Zeit bei ihren Treffen ab und zu etwas gegessen hat. Das ist also keine Parallele.
Wurde Mithras von einer Jungfrau am 25. September in einer Höhle im Beisein von Hirten geboren? Schauen wir uns das genauer an. Das zeremonielle Datum von Mithras’ Geburt fällt auf die Wintersonnenwende, ebenso wie das spätere Weihnachtsdatum der römischen Kirche. Das ist naheliegend bei einer Sonnengottheit.
Allerdings entstanden diese Teile des Mythos erst über hundert Jahre, nachdem das Neue Testament längst fertig niedergeschrieben war. Die Frage ist also ernsthaft, wer hier eigentlich von wem geborgt hat.
Die Hirten sind ein deutlich späterer Zusatz, und nein: Mithras wurde in den Erzählungen nicht von einer Jungfrau geboren. Er wurde aus einem festen Felsen geboren, also nicht von einem Menschen, nicht von einer Frau und schon gar nicht von einer Jungfrau. Über die Jungfräulichkeit von Felsen wollen wir jetzt nicht diskutieren.
Es heißt, Mithras sei in einer Höhle begraben worden, sei nach drei Tagen wieder auferstanden und werde jährlich an Ostern zum Datum seiner Auferstehung gefeiert. Nein, definitiv nicht. Es gibt nicht einmal Berichte über seinen Tod. Im Gegenteil: Tertullian berichtet, dass es später eine kleine mitraschistische Gruppe gab, die Christen abwerben wollte. Sie spielten Auferstehungsszenen nach – als eine Art Werbemasche. Mehr nicht.
War Mithras ein großer, reisender Lehrer? Nein. Er wurde vielleicht als Meister angesehen, wie viele Gottheiten, aber nicht als reisender Lehrer und schon gar nicht als Lehrer von Ethik.
Hatte Mithras zwölf Schüler? Nein. Es wird lediglich von zwölf Sternzeichen dargestellt, und selbst diese Bilder stammen aus deutlich nachchristlicher Zeit.
Versprach Mithras Unsterblichkeit? Dafür gibt es keine Belege. Woher soll das kommen? Opfert Mithras sich selbst für den Frieden in der Welt? Nein, keineswegs. Es gibt nur eine Geschichte, in der er einen Stier geschlachtet hat – das war’s. Nicht sich selbst, nicht für den Frieden in der Welt, nur ein Stier.
Schlussfolgerung und Umgang mit Behauptungen gegen das Christentum
Also, das Fazit aus all dem: Das ist Quatsch. Nur weil jemand etwas behauptet und vielleicht von morgens bis abends und von abends bis morgens die ganze Palette drunterlegt, muss das noch lange nicht stimmen.
Deshalb Tipp Nummer drei: Sobald jemand etwas über das biblische Christentum behauptet, ist es nicht deine erste Aufgabe, ein halbes Theologiestudium zu absolvieren oder Bücher über Altertumswissenschaften zu verschlingen, um die Person sofort zu widerlegen. Das kannst du gerne machen, und es macht auch Spaß, aber zunächst einmal ist es seine Aufgabe, das, was er behauptet, zu belegen. Das ist klar: Er stellt die Behauptung auf, also muss er sie auch belegen.
Und das ist das Entscheidende. Ich mache die Beobachtung, dass wir als Christen, sobald Einwände oder kritische Fragen gegen das Christentum kommen, oft sehr unentspannt reagieren. Das ist meine persönliche Beobachtung, vielleicht siehst du das anders. Meistens reagieren wir auf eine von zwei Arten.
Die eine Weise ist, dass wir zusammenzucken wie ein gebeutelter Hund, der sich hilflos fühlt. Wir legen uns auf den Rücken und strampeln wie ein Käfer, der umgefallen ist. Das ist gar nicht nötig. Ich denke, wir können viel mehr Selbstbewusstsein haben. Entweder das biblische Christentum ist wahr oder es ist nicht wahr.
Die andere Reaktion, die ich häufig beobachte, ist, dass wir aggressiv werden. Dann sagen wir Dinge wie: „Du hast kein Herz“, „Gott ist dir nicht begegnet“ oder „Du weißt gar nicht, wie wichtig mir mein Glaube ist“. Wir ziehen das Ganze auf eine emotionale Ebene. Ich glaube, das tut der Sache nicht gut.
In beiden Fällen muss das nicht sein. Wir müssen weder anfangen zu „käfern“, noch Angst zu bekommen oder sonst etwas. Wir können uns einfach entspannen. Ich wiederhole es noch einmal: Entweder das biblische Christentum ist wahr oder es ist nicht wahr. Es wird nicht dadurch falsch, dass jemand etwas dagegen hat, einen Einwand bringt, eine kritische Rückfrage stellt oder auch berechtigte Kritik am biblischen Christentum äußert – die es ja auch gibt.
Also, ich denke, wir sollten alle mal entspannen und tief durchatmen. Ich denke, das biblische Christentum ist wahr. Und ich denke, wir haben sehr gute Gründe, es für wahr zu halten und in der Nachfolge von Jesus zu leben.
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Wir sehen uns im nächsten Video.

