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Gemeinde im Sinkflug

Houston, wir haben ein Problem
1. Korinther 1306.04.2023
SerieTeil 2 / 4Glaube, Hoffnung, Liebe
Korinth: eine kaputte Stadt, eine zerrissene Gemeinde. Paulus zeigt, warum Liebe im Alltag zählt – und warum deine Mühe für Christus nicht umsonst ist.

Ein ungewöhnlicher Einstieg in die Frage nach Halt und Absturz

Einen wunderschönen guten Abend noch mal an dieser Stelle, hier vor Ort und auch an alle lieben Geschwister vor den Endgeräten. Schön, dass ihr euch zugeschaltet habt, schön, dass ihr hier dabei seid.
Houston, wir haben ein Problem. Das sind die Worte eines bekannten, aber nicht ganz korrekt wiedergegebenen Funkspruchs, der am 13. April 1970 von der Besatzung der Apollo 13 an die NASA-Missionsüberwachungszentrale im Space Center in Houston, Texas, abgesendet wurde. Was war passiert? Ein Tank mit Flüssiggas war explodiert, und jetzt galt es, die Mission abzubrechen und die Besatzung der Apollo 13 sicher auf die Erde zurückzubringen. Das Ganze ist gelungen, mit einem spektakulären Manöver. Man hat alle Register gezogen.
Aber wer sich mit dieser Begebenheit beschäftigt, mit Apollo 13, stellt fest: Abstürze sind gefährlich. Abstürze können tödlich enden.
Und was passiert, wenn sich die Gemeinde im Sinkflug befindet? Erlebst du die Gemeinde auch als etwas mit Liebe, das dich nach oben zieht? Wirst du auf Flügeln der Liebe nach oben getragen, gerade wenn du im Gottesdienst bist? Oder auch unter der Woche: Erlebst du da Liebe? Oder stürzt du gerade ab?
Meine ganz konkrete Frage: Als du den Raum hier betreten hast, auf welche Geschwister bist du geflogen, und bei welchen Geschwistern bist du ins Trudeln geraten? Kann man sich ja durchaus einfach mal fragen und sich dann auch selbst hinterfragen.
Also, wir stellen fest: Liebe ist eine ganz praktische Sache, die unsere tiefsten Motive, unsere Beweggründe, auch hinterfragt. Und Paulus hat einen Brief geschrieben, der phänomenal ist, wenn es um Probleme geht. Es ist eigentlich so ein Problemlöserbrief, und das ist der Erste Korintherbrief. Und wir wollen heute Abend einfach mal einen Überflug machen über diesen Brief und uns damit beschäftigen, mit was für einer Gemeinde Paulus da konfrontiert wurde.
Paulus benennt Probleme bei dieser Gemeinde in Korinth mit Namen. Und das ist recht dramatisch. Wir werden uns gleich ein paar Beispiele vor Augen führen. Das Schöne ist, dass Paulus jetzt nicht nur die Moralkeule herausholt, sondern dass Paulus mit dem Evangelium antwortet, mit der guten Nachricht. Nicht irgendwie eine billige Methode, so ein Drei-Punkte-Plan, und dann wird alles gut, sondern Paulus setzt dem Problem das Evangelium unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus gegenüber. Das ist total ermutigend, wenn man sich dann die Probleme anschaut.

Ein persönlicher Zugang durch Leid und Hoffnung

Dieser Brief ist für mich ein sehr persönlicher Brief geworden. Es war in der Nacht auf den ersten April. In dieser Nacht lag ich am Sterbebett meines Vaters. Ich saß dort und habe mit ihm die Nacht durchgemacht. Es war seine letzte Nacht. Am ersten April ist er um sechs Uhr morgens heimgegangen zu unserem gemeinsamen Herrn.
Ich kam abends dort an, eher am Nachmittag. Wir Geschwister hatten uns ein wenig aufgeteilt. Bei meinem Papa war letztes Jahr Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt worden, und dann ging es recht rapide bergab.
Da fragt man sich schon: Was hält in so einer Situation? Was trägt?
Ich hatte einen Stuhl neben Papas Bett gestellt, viel gesungen und dann irgendwann gedacht: Ach komm, liest du einfach mal einen Brief vor dem Papa. Ich habe gedacht: Na, nimmst du einfach den Ersten Korintherbrief, und habe ihn einfach vorgelesen.
Und dieser Brief ist so gewaltig, liebe Geschwister. Der Brief hat so viel Kraft, dass er trägt, wenn eigentlich alles andere zum Abstürzen kommt. Dieser Brief beginnt mit dem Kreuz, wo Paulus sagt: Wir predigen Christus, der den Menschen um uns herum oftmals komplett ein Ärgernis oder eine Verrücktheit ist. Wir predigen Christus als gekreuzigt. Und dann führt Paulus durch all diese Probleme, die diese Gemeinde ausgezeichnet haben, hindurch. Dann kommt Kapitel 15, wo Paulus darüber schreibt, dass es einige von euch gibt, die sagen: Es gibt keine Auferstehung der Toten.
Und dann liest du so einen Brief einem sterbenden Mann vor. Ich finde das so gewaltig, was für eine gewaltige Sprengkraft das Evangelium von unserem Herrn hat.
Paulus führt da vor Augen, er schreibt den Brief aus Ephesus, und Paulus sagt in 1. Korinther 15,32: Wenn ich nur nach Menschenweise mit wilden Tieren in Ephesus gekämpft habe, was nützt es mir? Was nützt es mir?
Ist das nicht eine Frage, die wir oft im Alltag stellen, wenn wir verzweifeln an den Baustellen unseres Lebens? Wenn wir feststellen, dass wir nicht nur vergängliche Menschen sind, sondern dass so vieles, was wir tun, auch vergeblich ist. Was nützt es mir? Diese Frage ist so hoffnungslos, oder?
Und dann geht das Kapitel weiter, und Paulus führt uns in die Auferstehungshoffnung ein. Dann kommt Vers 58, der letzte Vers in diesem Kapitel: Daher, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, allezeit überreich in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist.
Ist das nicht eine gewaltige Aussage? Und nimm das vielleicht einfach schon mal mit als eine Ermutigung. Vielleicht hast du gerade so kleine Dinge. Es gibt die Aussage in den Propheten: Niemand verachte den Tag kleiner Dinge.
Und gerade bist du vielleicht in so einer Situation drin, wo du einfach dein Leben buchstabierst, wo dein Alltag aus ganz vielen kleinen Dingen besteht, die sich anhäufen. Und du denkst: Warum mache ich das? Was nützt es mir?
Es ist so gewaltig, dass wir als Christen Dinge angehen und anpacken und sie mithilfe des Herrn erledigen. Wir sehen in der kleinsten Arbeit, in der geringsten Beschäftigung, eine so gewaltige Hoffnung herausströmen. Paulus sagt dir: Eure Mühe im Herrn ist nicht vergeblich.
Und das finde ich so wunderbar. Und deswegen finde ich: Der Brief ist so ein Brief, der voll durchträgt. Und wir wollen uns die ersten drei Verse mal gemeinsam anschauen.

Der Beginn des Briefes und die Bedeutung von Demut und Autorität

Erster Korintherbrief 1,1-2
Da schreibt Paulus, berufen als Apostel Christi Jesu durch Gottes Willen, und Sosthenes, der Bruder, an die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, an die Geheiligten in Christus Jesus, an die berufenen Heiligen samt allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, ihres und unseres Herrn.
Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.
Paulus, so beginnt er diesen Brief. Und Paulus ist der Kleine, das finde ich allein schon vom Namen her wunderbar: Paulus, der Kleine. Aber es ist ganz interessant, dass Paulus sich auch wirklich immens klein geführt hat, als er bei den Korinthern aufgetreten ist. Wir lesen das in 1. Korinther 2,3. Da schreibt Paulus: Und ich war bei euch in Schwachheit und mit Furcht und in vielem Zittern. Ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und in vielem Zittern.
Dieser Paulus ist da tatsächlich erst einmal klein angekommen, ganz klein. Und das ist ja nicht immer so. Wenn wir an die Gemeinde in Thessalonich denken, dann ist Paulus dort ganz anders aufgetreten. In 1. Thessalonicher 1,5 schreibt Paulus: Unser Evangelium an euch erging nicht im Wort allein, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist und in großer Gewissheit.
Ja, da ist Paulus wirklich groß aufgetreten, oder? Aber hier bei den Korinthern wird er sehr klein: Paulus, der Kleine. Und gleichzeitig ist er aber derjenige, der Gott so unendlich groß macht: berufen als Apostel Christi Jesu durch Gottes Willen. Damit gibt er seinem Amt, das er hier vertritt, seiner Stellung die göttliche Autorität. Und er macht deutlich: Es kommt gar nicht auf diesen Kleinen an. Es kommt nicht auf Paulus an, sondern es kommt auf den an, der dem Paulus die Autorität verliehen hat. Und das ist der Herr selbst.
Und Sosthenes, das ist der Mitabsender, der Bruder. Das ist jetzt ganz interessant. Sosthenes, vielleicht haben einige von euch auch die Fußnote gesehen, die in Apostelgeschichte 18 hinverweist. Und ich glaube, dass das durchaus der Sosthenes ist, der da auftaucht. In Apostelgeschichte 18,17 lesen wir von Sosthenes, dem Vorsteher der Synagoge. Und wenn wir uns Apostelgeschichte 18 anschauen, das werden wir jetzt gleich machen, dann werden wir feststellen: Sosthenes ist nicht nur der Vorsteher der Synagoge, sondern es ist einer der Vorsteher der Synagoge.
Und es ist interessant, wie Gott die Gemeinde in Korinth zusammenstellt, aus was für Leuten er sie zusammenstellt, wie er die Synagoge umkrempelt. In die Paulus auftritt.

Korinth als Missionsfeld und Gottes Führung im Alltag

Wir wollen gemeinsam Apostelgeschichte 18, ab Vers 1 lesen. Apostelgeschichte 18, Vers 1:
Danach schied er von Athen und kam nach Korinth. Und er fand einen Juden namens Aquila, aus Pontus gebürtig, der kürzlich aus Italien gekommen war, und Priscilla, seine Frau, weil Claudius befohlen hatte, dass alle Juden sich aus Rom entfernen sollten. Er ging zu ihnen, und weil er gleichen Handwerks war, blieb er bei ihnen und arbeitete; denn sie waren Zeltmacher ihres Handwerks. Er unterredete sich aber in der Synagoge an jedem Sabbat und überzeugte Juden und Griechen.
Als aber sowohl Silas als auch Timotheus aus Mazedonien herabkamen, wurde Paulus durch das Wort gedrängt und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus sei. Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut komme auf euren Kopf! Ich bin rein. Von jetzt an werde ich zu den Nationen gehen. Und er ging von dort fort und kam in das Haus eines Gottesfürchtigen namens Titius Justus, dessen Haus an die Synagoge stieß. Crispus aber, der Vorsteher der Synagoge, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Haus, und viele Korinther, die hörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.
Der Herr aber sprach durch eine Erscheinung in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll dich angreifen, dir Böses zu tun; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt. Und er hielt sich ein Jahr und sechs Monate dort auf und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.
Als aber Gallio Prokonsul von Achaja war, traten die Juden einmütig gegen Paulus auf und führten ihn vor den Richterstuhl und sagten: Dieser überredet die Menschen, Gott entgegen dem Gesetz zu verehren. Als aber Paulus den Mund öffnen wollte, sagte Gallio zu den Juden: Wenn es ein Unrecht oder eine böse Handlung wäre, Juden, so hätte ich euch vernünftigerweise ertragen. Wenn es aber Streitfragen sind über Worte und Namen und das Gesetz, das ihr habt, so seht ihr selbst zu; über diese Dinge will ich nicht Richter sein. Und er trieb sie von dem Richterstuhl weg. Alle aber ergriffen Sosthenes, den Vorsteher der Synagoge, und schlugen ihn vor dem Richterstuhl. Und Gallio bekümmerte sich nicht um dies alles.
Nachdem aber Paulus noch viele Tage dageblieben war, nahm er Abschied von den Brüdern und segelte nach Syrien ab, und mit ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt hatte scheren lassen; denn er hatte ein Gelübde.
Paulus gründet diese Gemeinde in Korinth am Ende seiner zweiten Missionsreise, und der Aufenthalt wird ungefähr bestimmt auf fünfzig bis zweiundfünfzig nach Christus. Er war dort mehr als anderthalb Jahre, haben wir gelesen, achtzehn Monate, und das ist für Paulus eine sehr lange Zeit. Und er macht das auch deutlich bei den Korinthern: Ich habe den Grund gelegt. Also, er war da wirklich sehr lange. Er beginnt das Ganze, seine Tätigkeit um Korinth, mit einer Teilzeitarbeit bei Aquila und Priscilla.
Es ist ja schon schön, wenn wir das hier lesen, dass dieses Ehepaar Paulus so freudig aufnimmt. Aber wenn wir uns den Anlass anschauen, warum Aquila und Priscilla in Korinth sind, ist er nicht schön. Kaiser Claudius hat befohlen, dass alle Juden sich aus Rom entfernen sollen. Mit was für einer Motivation ist dieses Ehepaar in Korinth angekommen? Vielleicht traurig über einen guten Arbeitsplatz, den sie in Rom hatten, sind sie jetzt unterwegs und versuchen, neu Fuß zu fassen in Korinth.
Und das Geniale ist aber, dass Gott diese ganzen Schritte lenkt. Man könnte ja denken: Mensch, da ist dieser Kaiser, und er macht die ganzen Pläne von diesem Ehepaar kaputt. Aber der Himmel regiert. Der Himmel regiert auch bei Aquila und Priscilla, und es ist wunderbar, dass genau diese beiden Leute an diesem Ort sind und sich von Gott so intensiv zur Verfügung stellen. Und das ist wunderbar. Paulus ist davon auch richtig begeistert. Paulus schreibt den Römerbrief aus Korinth und endet da in Kapitel 16 mit verschiedenen Grüßen. Unter anderem schreibt er über Priska und Aquila in Römer 16,3: Meine Mitarbeiter in Christus Jesus, die für mein Leben ihren eigenen Hals preisgegeben haben.
Ja, wer solche Freunde hat, dem geht es richtig gut, oder? Also, das ist wunderschön, wie Gott diese beiden Menschen benutzt und wie Gott auch bei Paulus eingreift. Gott sorgt für das richtige Haus, in dem Paulus wohnen darf. Gott sorgt für die richtige Arbeit, mit der er sich ernähren kann, um dann seinem Verkündigungsdienst nachzugehen. Gott sorgt für eine tiefe Gemeinschaft, die Paulus erquicken kann. Priska und Aquila – was für ein gewaltiges Geschenk, dass er die beiden Leute dort antrifft.
Und Paulus startet jetzt in Korinth eine Missionsarbeit, und die Missionsarbeit ist eigentlich so in drei Stufen gegliedert. Und die erste Arbeit beginnt zu Hause. Wir wissen nicht, ob Aquila und Priscilla schon wiedergeborene Christen waren, als Paulus bei ihnen auftaucht. Darüber schweigt die Apostelgeschichte sich hier aus. Auf jeden Fall beginnt Paulus seine Tätigkeit zu Hause. Und was für ein gewaltiges Geschenk entsteht aus diesem Ehepaar! Die werden so vielen anderen Menschen zum Segen.
Wenn wir in Apostelgeschichte 18 weiterlesen, dann lesen wir ab Vers 24 von Apollos. Und da lesen wir: Ein Jude aber mit Namen Apollos, Apostelgeschichte 18,24, ein Jude aber mit Namen Apollos, der aus Alexandria gebürtig, ein beredter Mann war, der mächtig war in den Schriften, kam nach Ephesus. Dieser war im Weg des Herrn unterwiesen und brennend im Geist. Redete und lehrte er sorgfältig die Dinge von Jesus, obwohl er nur die Taufe des Johannes kannte. Und dieser fing an, freimütig in der Synagoge zu reden. Als aber Priscilla und Aquila ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes genauer aus. Als er aber nach Achaia reisen wollte, schrieben die Brüder den Jüngern und ermahnten sie, ihn aufzunehmen. Da Achaia, da liegt Korinth drin in dieser Provinz. Dieser war, als er hinkam, den Glaubenden durch die Gnade sehr behilflich; denn kräftig widerlegte er die Juden öffentlich, indem er durch die Schriften bewies, dass Jesus der Christus ist.
Also, Priscilla und Aquila werden zum Segen für andere, wenn wir an Apollos denken, und dieser Apollos wird wiederum ein Segen für eine Vielzahl von Menschen. Wo startet unser christlicher Dienst? Zu Hause. Das ist so wichtig. Und ich möchte mit einer Buchempfehlung mal anfangen. Die wird jetzt einfach mal zwischendurch eingeknüpft. Und zwar das Buch Zielstrebig für uns Männer, für alle ab 40 so mindestens, sollten dieses Buch entweder gelesen oder gehört haben. Es ist ein ausgezeichnetes Buch von Steve Farrar. Und da schreibt Steve Farrar über die Falle einer vernachlässigten Familie. Und das finde ich eine ganz ernste und wichtige Aussage, die er da ausführt.
Und dann schreibt er Folgendes in seinem Buch: Unvernünftige Erwartungen der Gemeinde können uns manchmal einschüchtern, als es für Männer geschrieben ist. Und jetzt geht es halt um Familienväter. Dumme Erwartungen in unserem Job können uns auch manchmal einschüchtern. Aber das Leben ist zu kurz. Diese Kinder werden im Handumdrehen fort sein. Dann wird deine Gelegenheit, ihr Leben zu formen und zu prägen, für immer vorbei sein. Lass dich nicht vom Feind dazu verleiten, exzessive Arbeitstage zu schieben, um deinen Kindern mehr Sachen geben zu können. Deine Kinder brauchen nicht mehr Sachen, sie brauchen dich, und sie wollen dich. Je mehr Zeit du mit ihnen verbringen kannst, desto mehr werden sie so sein wollen wie du, und desto mehr werden sie den himmlischen Vater kennenlernen wollen, der dies zu einem so großartigen Papa gemacht hat. So führt man seine Kinder zu Christus.
Die Falle einer vernachlässigten Familie ist sehr real. Da draußen gibt es alle möglichen Sorten von Kugeln, die die Prioritäten eines Mannes abschießen und ihn dazu bringen können, seine Familie zu vernachlässigen. Das ist der Grund dafür, dass so viele Kinder in deiner Nachbarschaft keinen Vater haben. Irgendjemand hat ihren Papa erschossen. Bei manchen ist es die Kugel, die aus dem Hinterhalt einer anderen Frau abgefeuert wird, bei anderen ist es die Falle des Geldes, und manche gehen durch die Falle einer vernachlässigten Familie zu Boden. Doch ganz gleich, um welche Falle es sich handelt, eins kann ich dir garantieren: Das ist kein Spaß.
Ich finde das Buch hinten am Büchertisch. Guckt euch da gerne um. So ein Körbchen, da könnt ihr dann den Betrag entsprechend einwerfen. Aber das finde ich so eine wichtige Aussage hier in diesem Buch, in diesem Buch Zielstrebig.
Unsere allererste Arbeit beginnt da, wo Gott uns hingestellt hat. Und das ist dein Zuhause. Wenn du Kind bist, sind es deine Eltern, deine Geschwister. Wenn du Vater bist, ist es deine Ehefrau und deine Kinder. Wenn du in der WG wohnst, sind es deine Mitkollegen. Da, wo dich Leute ungefiltert zu sehen und zu riechen bekommen, da ist dein Platz, an dem du Gott verherrlichen sollst. Das ist so wichtig. Und wir werden da gleich noch einmal darauf zurückkommen.
Paulus’ Arbeit zu Hause war wunderbar gesegnet. Paulus war ein wunderbarer Hausgenosse für Aquila und Priscilla. Und es ist wichtig, dass wir uns vor Augen führen: Die erste Tätigkeit, wo ich mich zu bewähren habe, ist mein Zuhause.

Vom Hauskreis zur Synagoge: Verkündigung, Widerstand und neue Wege

Und dann beginnt Paulus hier weiter und lehrt in der Synagoge. In den Versen vier bis sechs haben wir es gelesen: Juden und Griechen will er erreichen, und er lehrt an jedem Sabbat. Er nutzt also jede Gelegenheit aus, um mit diesen Menschen über seinen Glauben zu sprechen. Gegebenenfalls wird er durch Silas und Timotheus ermutigt. Ist euch das aufgefallen in Vers vier? Er unterredete sich aber in der Synagoge an jedem Sabbat und überzeugte Juden und Griechen. Das spricht sehr von dem Intellekt, den er da benutzt. Er unterredet sich, er überzeugt, also der Verstand wird angesprochen.
Und dann lesen wir davon: Als aber sowohl Silas als auch Timotheus aus Mazedonien herabkamen. Und wir wissen aus 2. Korinther 11,9, dass die beiden auch eine finanzielle Spritze mitgebracht haben. Also vielleicht konnte Paulus sich ab dem Zeitpunkt dann voll auf seinen Dienst konzentrieren und musste nicht mehr so viel an den Zelten herumarbeiten. Wie dem auch sei: Was passiert jetzt, als Silas und Timotheus da waren? Da wurde Paulus durch das Wort gedrängt und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus sei. Das klingt für mich so ein bisschen so, als ob Paulus da noch mal ein Schippchen drauflegt, als ob Paulus hier wirklich noch mal eine weitere Stufe zündet. Es wird deutlich, dass es bei ihm nicht nur um nette Worte geht, sondern um Jesus Christus.
Und wie gut, dass wir einander haben, oder? Wie gut, dass Paulus Aquila und Priscilla hat. Wie gut ist es, dass Paulus auf Silas und Timotheus zurückgreifen kann. Er scheint ermutigt geworden zu sein durch die Ankunft von Silas und Timotheus. Aber jetzt entsteht Widerstand, und zwar ein krasser Widerstand. Francis Bacon sagte einmal folgendes Zitat: Wohlstand ist der Segen des Alten Testaments, Widerstand ist der Segen des Neuen. Wohlstand ist der Segen des Alten Testaments, Widerstand ist der Segen des Neuen Testaments.
Und Paulus macht dann auch kehrt. Er wendet sich von der Synagoge ab und findet einen neuen Missionsstandort. Und das ist schon echt humorvoll: Das ist direkt das Haus neben der Synagoge. Also Paulus geht eigentlich nur ein Haus weiter und fängt dann da weiter an zu missionieren. Und ich habe mir die Frage gestellt: Ja, in was für ein Gotteshaus würde ich lieber gehen? In ein Gotteshaus, wo widerstrebt und gelästert wird, oder in ein Haus, wo eine erweckte Gemeinde da ist? Und genau das passiert hier. Menschen kommen zum Glauben, und einer der ersten Gläubigen, die hier Lukas mit auflistet, sind Crispus mit seiner ganzen Familie.
Und Crispus ist kein unbekannter Inkonsequenter, sondern Crispus ist der Vorsteher der Synagoge. Das müssen wir uns mal vorstellen. Er wird nicht erreicht in der Zeit, wo Paulus in der Synagoge ist. Jetzt geht er ins Nachbarhaus rein, und wer kommt zum Glauben? Crispus, der Vorsteher der Synagoge. Es wird echt sehr humorvoll, wie das so beschrieben wird. Das ist schon extrem. Was für ein gewaltiger Triumph! Und Paulus hat sich darüber so gefreut, dass Crispus einer der wenigen ist, den er sogar getauft hat. Das lesen wir dann in 1. Korinther 1. Also Paulus hat sich beim Taufen sehr zurückgehalten, aber Crispus ist einer, den Paulus getauft hat. Viele Korinther werden gläubig und lassen sich taufen.
Und dann wird Paulus ermutigt in den Versen 9 bis 11 durch Gottes Zuspruch. Gott spricht ihm zu: Ich bin mit dir. Und es ist dieser gewaltige Name, den unser Gott hat: Immanuel, Gott mit uns. Gott ist mit uns, er geht mit, der Herr beschützt uns, er wird bevollmächtigt, der Herr will seine Arbeit. Und da ist schon interessant, wie Gott Paulus auf diese Stadt loslässt. Was ist das Mittel, was ist die Arznei gegen eine Stadt, die so lasterhaft ist, dass das sogar sprichwörtlich war, dass man sagte, korinthisch zu leben, dass es ein absolut schlechter Wandel war, den man dann geführt hat? Was ist Gottes Arznei für diese verdorbene Stadt? Und er sagt es hier zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht. Es wird dann ergänzt in Vers elf, dass Paulus unter ihnen das Wort Gottes lehrte. Das finde ich so schön. Unser christlicher Glaube ist so einfach. Was haben wir zu bringen? Gottes Wort. Und er ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Was für ein gewaltiges Geschenk, dass wir Gottes Wort haben, oder?
Paulus bleibt lange da, haben wir schon gelesen: anderthalb Jahre. Und Vers 18 steht auch drin: noch viele Tage war er da. Also eine echt lange Zeit. Und es ist interessant, dass die Gegner ihn ja gar nicht da haben wollten. Sie strengen einen Prozess an, um Paulus des Ortes zu verweisen, also dass er Korinth hinter sich lässt. Aber selbst der Richter stellt sich hier hinter Paulus, handelt und legitimiert es eigentlich sogar dadurch. Es kommt zu einem Aufruhr unter dem Prokonsul Gallio, und da haben wir eine Inschrift in Korinth, die bei archäologischen Arbeiten gefunden wurde. Sie macht deutlich, dass Gallio höchstwahrscheinlich vom Juli 51 bis Juli 52 nach Christus der entsprechende Prokonsul dieser Provinz war, von Achaia.
Und die Juden machen hier eine sehr interessante Anklage. Die Anklage ist eigentlich ziemlich schön. Sie sagen: Dieser überredet die Menschen, Gott entgegen dem Gesetz zu verehren. Also die Juden versuchen hier erst mal, das römische Recht heranzuziehen und sagen: Entgegen dem Gesetz. Die jüdische Religion war zum damaligen Zeitpunkt noch anerkannt, durfte praktiziert werden, und vielleicht knüpfen die genau hier dran und sagen: Oh, dieser neue Glaube da, darf man den überhaupt so ausleben? Aber die kommen vor Richter, und da hat sich bis heute nichts daran geändert. Der stellt nämlich als Erstes die Frage nach der Zuständigkeit und sagt: Bin ich dafür überhaupt zuständig? Es geht hier nicht um römisches Recht, sondern es geht darum, dass ihr religiöse Rechte habt. Bin ich zuständig? Zack, die Akte kann wieder geschlossen werden. Also das Ganze funktioniert hier gar nicht, und damit bleibt von dem Vorwurf, der hier gemacht wurde, nur das übrig: Dieser überredet die Menschen, Gott zu verehren. Ja, das ist wunderbar, oder? Dieser Anklage kann man sich gefallen lassen. Das ehrt ja den Paulus sogar noch mehr.
Und das Schöne ist: Durch diese Klageabweisung kann Paulus jetzt ganz legitim Missionsarbeit betreiben. Es geht dann weiter. Hier dieser Richter, der die Bibel beschreibt ihn nicht so vorteilhaft, also der Gallio, der war bekannt als ein Christenhasser. Und dann wird Sosthenes ergriffen, und ich gehe wie gesagt davon aus, dass er dieser Mitabsender des ersten Korintherbriefes ist. Und der war auch ein Vorsteher der Synagoge, und der wird vor dem Richterstuhl, habt ihr das gelesen, geschlagen. Der wird da eigentlich hingeprügelt. Und zumindest hier hätte der Richter einschreiten müssen, denn da ist jetzt auf jeden Fall eine Körperverletzung im Spiel. Aber er tut es nicht, sondern er sorgt dafür, dass sie abziehen müssen.
Dieser Chefankläger, dieser Vorsteher der Synagoge, ist ja auch ganz interessant. Die Juden versammeln sich einmütig, um die Anklage zu erheben. Aber dieser Chefankläger erfährt hier erst eine ordentliche Tracht Prügel, und wenn es tatsächlich der Mitabsender des ersten Korintherbriefes ist, scheint ihm das aber ordentlich zum Segen gereicht zu haben. Es ist irgendwie echt gewaltig, wie Gott Menschen verändern kann. Ich habe mich bei diesem Gallio, dem Richter, gefragt: Wo schreite ich nicht ein, obwohl ich hätte einschreiten müssen? Die Frage muss man sich ja auch mal stellen. Also am Anfang das schon gute Ausweichmanöver, was er fährt, zu sagen: Hör mal, das sind eure religiösen Sitten. Aber zumindest dann, wenn einer körperlich zusammengeschlagen wird, ist das nicht so toll, dass man da als Richter nicht einschreiten muss.
Ja, Paulus reist dann ab, und das lesen wir in Apostelgeschichte 18,18. Und ich finde das so schön, diese Aussage: und mit ihm Priscilla und Aquila. Und das sagte ich ja vorhin schon: Paulus, was muss das für ein guter Hausgenosse gewesen sein? Paulus wohnte ja nicht nur unter dem gleichen Dach, sondern die übten ja auch den gleichen Beruf aus. Also die waren eigentlich Tag und Nacht unter einem Dach versammelt, die haben miteinander geackert. Und Aquila und Priscilla sind jetzt nicht so weit, dass sie sagen: Oh, reist du mal schön ab nach Ephesus und lass uns hier, und dann, boah, jetzt ist er endlich weg. Sondern die sagen: Wir kommen mit. Das ist schön, oder? Was für ein Mann muss der Paulus gewesen sein, dass sie freiwillig mitgegangen sind.

Die soziale Zusammensetzung der Gemeinde und die Kraft des Evangeliums

Ja, wir wollen uns jetzt als Nächstes die Zusammensetzung der Gemeinde anschauen. Der Herr sagt ja hier in Vers zehn: Ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.
Und es sind Juden und Griechen, das haben wir gelesen in Apostelgeschichte 18,4. Wie diese Nichtjuden drauf waren, das schreibt uns dann der Erste Korintherbrief. Da wollen wir einfach mal so ein paar Begebenheiten daraus lesen.
 1. Korinther 12,2: Ihr wisst, dass ihr, als ihr zu den Heiden gehörtet, zu den stummen Götzenbildern hingezogen, ja fortgerissen wurdet. Deshalb tue ich euch kund und so weiter. Dann geht es ja weiter. Also zu den stummen Götzenbildern hingezogen.
Und was bedingte das Ganze? Das lesen wir in 1. Korinther 6 ab Vers 9: Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben. Und das sind manche von euch gewesen.
Und jetzt kommt das göttliche Aber: Aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.
Du hast gerade vorhin gefragt: Was steht in Paragraph 242? Der Diebstahl, die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache, das Klauen. Und Paulus listet den Diebstahl hier auf, aber nur damit wir mal wissen, wie böse die Menschen da waren. Was er auch auflistet, ist der Raub. Und Raub ist viel schlimmer als ein Diebstahl. Raub ist genau das Gleiche wie ein Diebstahl, etwas zu stehlen, aber unter Hinzunahme von Gewalt. Also wenn ich jemandem was stehle, ist es ein Diebstahl. Jemandem so etwas einfach wegzunehmen, aber wenn ich einen zusammenschlage und es dann wegnehme, ist es ein Raub. Das ist schon krass.
Also die Korinther waren nicht nur Diebe, die waren auch Räuber, unter anderem, was da alles aufgelistet wird: Ehebrecher, Trunkenbold, Lästerer, Knabenschänder und so weiter. Also das ist so schlimm, was uns in dieser Stadt hier entgegenschlägt.
Und ich habe so gedacht, als wir das gelesen haben: Ich habe ein großes Volk hier in dieser Stadt. Das sagt Gott ja zu Paulus. Ich hätte die Stadt gar nicht so eingestuft. Ich hätte gedacht, der einzige, der hier ein großes Volk hat, ist der Widersacher Gottes. Aber wie groß ist Gottes Blick, oder? Und Gott sieht in diese verlorene Stadt hinein schon seine Kinder. Das ist großartig. Und da stellt er dieses Aber hier entgegen: Aber ihr seid. Das finde ich schön.
Ja, die Mehrzahl kam aus der Unterschicht, und das macht Paulus sehr deutlich im ersten Kapitel, wo er sagt: Hör mal Leute, seht auf eure Berufung. Es sind nicht viele Edle, sondern das Schwache, das, was eigentlich nicht ist, das hat Gott auserwählt. Warum? Damit wir uns nicht rühmen. Das ist auch wichtig.
Es gab auch Sklaven, das war mit die größte Bevölkerungsgruppe da in Korinth. Und denen schreibt Paulus im siebten Kapitel dann ein paar konkrete Anweisungen, indem er sagt: Wenn ihr frei werden könnt, versucht das auf jeden Fall. Wenn nicht, dann nicht. Dann bleibt in dem Stand, in dem ihr seid, und tut alles zur Ehre Gottes.
Also viele Leute aus der Unterschicht. Aber es gab auch sehr reiche Leute. Und ich sagte schon, der Korintherbrief wurde aus Rom geschrieben. Und deswegen sind diese Grüße am Ende des Briefes gar nicht so uninteressant, sondern sehr spannend.
Paulus schreibt in Römer 16,23: Es grüßt euch Gaius, mein und der ganzen Gemeinde Wirt. Also da war ein Mann, der so wohlhabend war, dass er die ganze Gemeinde versorgen konnte. Und dann schreibt er weiter: Es grüßen euch Erastus, der Schatzmeister der Stadt, und der Bruder Quartus.
Erastus, der Schatzmeister der Stadt. Das ist sehr interessant. Man hat eine Inschrift gefunden in Korinth, die Erastus-Inschrift. Also den Mann gab es tatsächlich, auch nach außerbiblischen Quellen belegt. Und es ist schön, wie Archäologie so das einfach bestätigt, was wir in Gottes Wort lesen, oder? Ich finde das total genial. Und Erastus war ein extrem hohes Tier, der war nämlich der Stadtökonom. Also der hatte eine hohe wirtschaftliche Funktion, dieser Mann. Und so setzt sich die Gemeinde da zusammen.
Und dass diese Gemeinde ein großes Gefälle hatte an Arm und Reich, wird auch beim Abendmahl deutlich, wo Paulus deutliche Worte findet, um das Verhalten zu kritisieren, 1. Korinther 11,22b. Aber schon ab Vers 21: Denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, und der eine ist hungrig, der andere ist betrunken. Habt ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich nicht.
Paulus kritisiert diesen Aspekt, und trotzdem wird in diesem Ort, an diesem Ort, Gemeinde gebaut. Und das finde ich so schön.
Wenn wir uns die Gemeinden anschauen, auch Philippi ist ja so eine schöne Gemeinde. Philippi besteht ja auch aus ganz verschiedenen Gemeindemenschen, die zusammenkommen. Wir lesen da von Lydia, so einer reichen, wohlhabenden Purpurhändlerin. Wir lesen von einer Magd, einer Sklavin, vermutlich aus Griechenland, dieser Wahrsagerin, die aus der absoluten Unterschicht kommt, die gar nichts zu melden hatte. Und wir lesen von so einem Gefängnisaufseher, vermutlich ein Römer aus der breiten römischen Mittelschicht.
Mit diesen drei Leuten unter anderem baut Gott Gemeinde, und das finde ich so einen gewaltigen Hingucker für unsere heutige Zeit. Wir haben ja keine Zielgruppengemeinde, sondern wir haben Einheit in der Vielfalt. Wie schön, dass Gott Gemeinde baut aus so verschiedenen Menschen.

Die Stadt als Hintergrund für Sünde, Handel und geistliche Herausforderung

Ja, zur Unmoral trug auch die Lage der Stadt Korinth bei. Und jetzt habe ich ein paar Folien mitgenommen, damit wir uns das einmal genauer anschauen können.
Genau, ihr seht hier: Korinth liegt circa siebzig Kilometer westlich von Athen und gehörte zur römischen Provinz Achaja. Korinth wurde in den Hundertvierzigerjahren vor Christus von den Römern einmal komplett niedergemacht. Sie haben die Stadt zerstört und entvölkert. Im Jahr vierundvierzig vor Christus war es Julius Caesar, der Korinth wieder aufgebaut hat und der Stadt dann den Status einer römischen Kolonie verliehen hat. Kaiser Augustus hat sie im Jahr 27 vor Christus zur Hauptstadt der römischen Provinz Achaja erhoben, und in dieser Stadt befand sich dann auch der Sitz des Prokonsuls, das haben wir gelesen, von Gallio.
Woher kommt dieser steile Aufstieg? Das kann man sich ja fragen. Was dazu beiträgt, ist diese Karte hier: die geniale geografische Lage der Stadt Korinth. Korinth liegt am Isthmus von Korinth. Ein Isthmus ist eine Landenge, die zwei Landmassen miteinander verbindet, in diesem Fall die Halbinsel Peloponnes und das griechische Festland.
Die Landenge ist circa sieben Kilometer breit. Ihr seht hier mal so ein Bild von der NASA, da ist der Kanal zu sehen. Man hat dort immer wieder versucht, einen Kanal zu bauen. Nero hat es übrigens angefangen, und gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurde der Kanal dann fertiggestellt. Das heißt, zur Zeit von Paulus gab es da noch gar keinen Kanal.
Was es aber gab, war eine Straße, eine Trasse, der Diolkos. Und der hatte schienenähnliche Vertiefungen und war so genial konstruiert. Jetzt kann man ruhig noch mal die nächsten Bilder zeigen. Genau, da sieht man das. Das ist das, was man da ausgebuddelt hat. Also wir haben diese Ost-West-Verbindung, wo dieser Isthmus ist, und man hat da diesen Schienenstrang gebaut. Der konnte sogar kleinere Schiffe transportieren. Und die Kapitäne von den Schiffen sparten sich diese 400 Kilometer lange Reise um Peloponnes. Das ist eine sehr gefährliche Schiffsreise, begleitet von gewaltigen Stürmen. Und wenn es irgendwie ging, hat man dann den Landweg beschritten, und er führte an Korinth vorbei.
Also das lag perfekt gelegen, diese Stadt. Man hatte einfach die Abkürzung genommen über diesen Isthmus, diesen Landweg, und da die Straße genutzt. Und wenn es ein großes Schiff war, dann hat man in Lechaion, das ist der eine Hafen im Westen, das Schiff entladen und die Ladung gelöscht und dann entsprechend wieder draufgetan in Kenchreä im Osten. Und Kenchreä ist uns auch eine bekannte Stadt, da kommt nämlich die Phöbe her, die begegnet uns auch im Römerbrief, Kapitel 16.
Also echt interessant: Wenn man sich das so vor Augen führt, kann man feststellen, okay, das scheint wirklich eine wichtige Lage gewesen zu sein. Und Korinth entwickelt sich deswegen auch innerhalb kürzester Zeit zum Zentrum, zur Metropole des Mittelmeerhandels. Arbeitsplätze bringt das Ganze mit sich und großen wirtschaftlichen Reichtum. Zur Zeit des Apostels Paulus war Korinth die damals größte Stadt Griechenlands. Man schätzt die Einwohnerzahl, das ist schwierig nachzuvollziehen, aber zwischen hunderttausend bis siebenhunderttausend Einwohner.
Reiche Menschen waren da anzutreffen, gerade durch dieses Transportunternehmen natürlich gewaltig gefördert. Aber in Korinth gab es so eine Einkommenspyramide, und ganz unten tummelten sich die vielen Sklaven, die Korinth auch aufzuweisen hatte.
Korinth war nicht nur Handelsmetropole, sondern auch sportlich extrem gut aufgestellt. Da wurden nämlich die Isthmischen Spiele ausgetragen, und das waren neben den Olympischen Spielen die wichtigsten Spiele in der damaligen Zeit. Als Hafenstadt war Korinth weltoffen, und die Lasterhaftigkeit der Stadt war sprichwörtlich. Aus dem Namen der Stadt entstand der Ausspruch „korinthisch leben“, korinthiazesthai, also ein Synonym für Hurerei treiben.
Es gab viele Tempel, und Korinth hatte eine Akropolis in sechshundert Meter Höhe über der Stadt. Das diente der Verteidigung, aber auch der Götterverehrung. Und das auffälligste Gebäude auf dieser Akropolis war ein Tempel, der der griechischen Liebesgöttin Aphrodite geweiht war. In diesem Tempel dienten um die eintausend Priesterinnen. Das waren Frauen, die abends dann heruntergegangen sind in die Stadt, um sexuelle Dienste für die Männer anzubieten. Prostituierte also, ein absolut grausames Pflaster.
Irving Jensen sagte einmal: Korinth war ein Paradies für Seefahrer, ein Himmel für Säufer und eine Hölle für tugendhafte Frauen. Und das ist schon extrem. Wenn wir uns vor Augen geführt haben, dass der Römerbrief in Korinth geschrieben wurde, dann haben wir ja in Römer 1,18ff. die Beschreibung, wo sexuelle Sünden intensiv beschrieben worden sind. Und da brauchte Paulus eigentlich nur das Fenster aufzumachen, um rauszugucken, und da hatte er das komplette Portfolio auf dem Tablett.
Also Korinth ist wirklich eine ganz schlimme Stadt, und trotzdem wird da diese Gemeinde gegründet. Und das finde ich so großartig.

Spaltungen, Briefe und die ernste Mahnung zur Liebe

Und er erhält eine gewaltige Unterstützung durch Apollos, von dem wir schon gelesen haben. Er widersetzte sich den Juden ordentlich und hinterließ eine starke Segensspur. Er stärkt Gläubige, lesen wir in Apostelgeschichte 18, er schwächt die Gegner, und er brachte unserem Herrn Ehre und Anerkennung.
Das sind ja eigentlich auch drei Punkte, die unser Leben auszeichnen sollen: Gläubige zu stärken. Bringe ich Hilfe oder sorge ich für Kummer? Gegner zu schwächen. Hat das, was ich sage, Durchschlagskraft? Und er brachte unserem Herrn Ehre und Anerkennung. Geht es mir um meine Ehre oder um Gottes Ehre?
Neben Apollos gab es auch noch Leute, die durch Petrus geprägt worden sind. Dann können wir mal zusammen aufschlagen: 1. Korinther 1. Denn leider entwickelte sich diese Gemeinde in Korinth zu so einer Fangemeinde. Da schreibt Paulus in 1. Korinther 1,12: Ich meine aber dies, dass jeder von euch sagt: Ich bin des Paulus, ich aber des Apollos, ich aber des Kephas, ich aber Christi.
Ist der Christus zerteilt? Jetzt könnte man ja sagen, vier Gruppen sind da, okay. Zu sagen: Ich bin des Paulus, des Apollos oder des Kephas, sei es Petrus, das ist ja nicht so gut. Aber ich bin des Christus, das hört sich doch gut an, oder? Hört sich gut an. Leider war damit verknüpft, dass man die Autorität, die Paulus als Apostel hatte, nicht anerkannt hat. Und deswegen war das auch schlecht.
Und Paulus führt hier deutlich vor Augen: Hört mal, Leute, es ist nicht gut, dass ihr in so Fanzentren aufgeht und hier verschiedenen Leuten anhängt. Das ist verkehrt. Diese Gruppen stritten gewaltig miteinander, so dass es sogar zu einem Zerbruch, zu einem Zerriss dieser Gemeinde zu drohen schien. Und das ist gefährlicher, habe ich gedacht, als so ein Apollo-13-Flug. Wenn eine Gemeinde sich spaltet, das ist wirklich tödlich und schlimm und hinterlässt einen gewaltigen Schaden.
Die Gemeinde Gottes ist zusammengestellt aus völlig unterschiedlichen Menschen. In ihrer Zusammensetzung ist es eine gewaltige gesellschaftliche Provokation, oder? In welchem Verein treffen sich Menschen so unterschiedlicher Hintergründe? Und gerade deswegen ist es ein echter Hingucker für unsere Gesellschaft. Der Herr Jesus sagte mal: Daran wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Wir haben keine Zielgruppengemeinde, aber wir haben ein Ziel: Einheit in der Vielfalt zu haben.
Da finde ich Apollos sehr gut, aber zeitbedingt lasse ich das jetzt aus. Auch die Briefe lasse ich aus. Also es gibt mehrere Briefe, die Paulus geschrieben hat. Es gibt diese zwei Korintherbriefe, und das erste Korinther. Wer es mitschreiben möchte: 1. Korinther 5,9. Ich lese es kurz eben vor. Da schreibt Paulus: Ich habe euch in dem Brief geschrieben, nicht mit Unzüchtigen Umgang zu haben. Da ist ein Brief, der ist leider verloren gegangen.
Dann haben wir einen Brief von den Korinthern an Paulus, wo sie ihm verschiedene Fragen aufstellen, zum Beispiel 1. Korinther 7,1: Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt. Und das taucht hier mehrfach auf. 7,1. Also immer wenn dieses Betreffs dieser und dieser Angelegenheit kommt, dann weiß man: Aha, das ist eine Frage, die die Korinther in ihrem Brief ganz konkret an Paulus gestellt haben.
Das nächste Mal, wo es auftaucht, ist 1. Korinther 7,25. Da steht: Über die Jungfrauen. Da geht es um die Unverheirateten. Soll man ledig bleiben? In Kapitel 8,1: Was aber das Götzenopferfleisch betrifft. Also betreffs des Götzenopferfleisches. 8,4: Was nun das Essen vom Götzenopferfleisch betrifft. Und dann haben wir 12,1 die Geistesgaben: Was aber die geistlichen Gaben betrifft, Brüder. Dann geht es in Kapitel 16,1 um die Kollekte: Was aber die Sammlung für die Heiligen betrifft. Und dann kommt noch einmal in Vers 12: Was aber den Bruder Apollos betrifft.
Immer wenn so etwas kommt, wissen wir: Aha, da wird Paulus hier mit konkreten Fragen konfrontiert. Und Paulus versucht dann, diese Dinge zu regeln. Es ist ganz interessant, woher Paulus seine Quellen hat. Einmal aus diesem Brief, den die Korinther ihm geschickt haben. Dann sind wir ja gerade bei Kapitel 16. Es sind auch noch drei Männer, nämlich Stephanas, Fortunatus und Achaikus. Da schreibt Paulus in 1. Korinther 16,15: Ich ermahne euch aber, Brüder, ihr kennt das Haus des Stephanas, dass es der Erstling von Achaia ist und dass sie sich in den Dienst für die Heiligen gestellt haben, dass auch ihr euch solchen unterordnet und jedem, der mitwirkt und sich abmüht.
Ich freue mich aber über die Ankunft des Stephanas und Fortunatus und Achaikus, denn diese haben eure Abwesenheit ersetzt. Denn sie haben meinen und euren Geist erquickt. Erkennt nun solche an. Also von diesen drei Brüdern erfährt er, wie es um Korinth steht. Und dann lesen wir direkt im ersten Kapitel davon, dass er Informationen erhält von den Hausgenossen der Chloe. In 1. Korinther 1,11 ist das. Auch von denen erhält er Informationen. Entschuldigung, Vers 11 ist es.
Dann hört Paulus auch noch vom Hörensagen etwas. 1. Korinther 5,1: Da schreibt er: Überhaupt hört man, dass Unzucht unter euch ist, und zwar eine solche Unzucht, die selbst unter den Nationen nicht stattfindet, dass einer seines Vaters Frau hat. Also das war so ein schlimmes Unrecht, dass selbst die Nationen daran nicht partizipiert haben, und dass das Paulus auch noch zu Ohren gekommen ist.
Also er hat den Brief von den Korinthern, er erhält Informationen von diesen drei Brüdern Stephanas, Fortunatus und Achaikus, er erhält Informationen von den Hausgenossen der Chloe, und er hört vom Hörensagen auch viel, was in dieser Stadt passiert. Und er fordert auf, sich dem entgegenzustellen. Er sagt: Liebe Geschwister, führt euch vor Augen, wer ihr wart und was Gott aus euch gemacht hat. Streit und Eifersucht, Kapitel 3,3, haben beim Christen nichts mehr verloren.
Paulus muss dagegen kämpfen, dass seine Autorität aberkannt wird. Das macht er in Kapitel 4. Dann gibt es diesen Fall von Blutschande, diese Unzucht, dass einer seines Vaters Frau hat. So schlimm, dass das selbst unter Nationen beispiellos ist, Kapitel 5. In Kapitel 5 lesen wir auch davon, dass fehlende Gemeindezucht nicht in Ordnung ist. Wir lesen dann in Kapitel 6 von Prozessen, dass sich Geschwister gegenseitig verklagen. Wir lesen von einer fehlenden Rücksichtnahme beim Götzenopferfleisch, und Paulus macht da diese interessante Aussage in Kapitel 8: Darum will ich nie und nimmer mehr, man kann das wörtlich übersetzen, keinesfalls in Ewigkeit Fleisch essen. Also ist er jetzt Vegetarier geworden? Was ist mit dem Paulus passiert?
Nein, Paulus führt dann weiter aus, damit ich meinem Bruder keinen Anstoß gebe. Das war damals so eine heikle Sache. Fleisch konnte man nicht einfach an der Theke kaufen, sondern Fleisch wurde oftmals erst den Götzen geweiht und dann ans Volk gebracht. Und viele Geschwister hatten damit ein Problem und haben gesagt: Wir wollen nicht Götzenopferfleisch essen. Und Paulus sagt: Du hast da grundsätzlich eine Freiheit zu, aber deine Freiheit wird dann zur Sünde, wenn sie zum Fallstrick für den anderen Bruder wird.
Warum ist das so krass? Paulus schreibt das in Kapitel 8,11: Durch deine Erkenntnis kommt der Schwache um, der Bruder, um dessen willen Christus gestorben ist. Und ich finde das so eine gewaltige Aussage. Ich glaube, ich höre hier jetzt auch auf, weil Liebe hat auch mit Pünktlichkeit zu tun, glaube ich. Es gäbe da noch mehr zu sagen, aber vielleicht ist das ein schönes Fazit, was wir am Ende des Abends festhalten können, dass Paulus hier diese Aussage macht: Dein Bruder, um dessen willen Christus gestorben ist.
Bin ich mir des Wertes meines Bruders und meiner Schwester bewusst? Nochmal die Frage vom Anfang: Wie bist du in den Raum reingekommen? Auf welche Geschwister bist du geflogen? Und bei welchem bist du ins Trudeln geraten? Ich glaube, dass es so immens wichtig ist, den Bruder und die Schwester zu sehen und sich vor Augen zu führen, dass unser Herr und Heiland für genau diesen Menschen am Kreuz gestorben ist.

Weitere Beobachtungen, praktische Warnungen und ein Blick auf geistliche Treue

Noch ein paar Buchempfehlungen zum Schluss.
Ja, ich hatte ein Buch für Männer empfohlen, also dieses Buch Zielstrebig. Da bin ich wahnsinnig begeistert von, das ist wirklich großartig. Und zwar auch deswegen, weil es eine ernste Warnung für Männer ab 40 enthält.
Warum ist das so? Steve Farrar führt zur Motivation, dieses Buch zu schreiben, aus, dass er ein Gespräch mitbekommen hat mit einem älteren Mann. Der ältere Mann sagt dann: Meine Beobachtung ist folgende: Nur einer von zehn, die mit 21 Jahren im vollzeitlichen Dienst für den Herrn anfangen, ist im Alter von 65 Jahren noch auf Kurs. Sie werden von moralischem Versagen niedergestreckt, sie werden von Entmutigung niedergestreckt, sie werden von liberaler Theologie niedergestreckt, sie werden davon besessen, Geld zu verdienen. Aber aus welchen Gründen auch immer fallen neun von zehn aus.
Und das hat mich sehr wachgerüttelt, dieses Buch, weil man viel zu oft denkt, glaube ich, es läuft doch, klappt doch alles, kriegt man doch gut auf die Kette. Und dieses Buch hat bei mir neu eine Sorge bewegt, die, glaube ich, gut ist, auch zu haben: Schaffe ich es, gut abzuschneiden? Das ist so eine wichtige Frage.
Bisher, als ich neben meinem Papa da saß, am 1. April, habe ich meinen Papa angeguckt und ihm gesagt: Papa, du hast bald die Ziellinie überschritten. Und was für ein Abschneiden ist das, was du hinterlässt? Der ist so gewaltig, den Lauf in Würde vollendet. Ich habe Angst, dass das bei meinem Leben nicht passiert. Es gibt so viele Gefahren, die auf uns Männer warten. Deswegen ist dieses Buch immens wichtig, als Buch oder als Hörbuch.
Ja, für Frauen habe ich auch was dabei. Das habe ich nicht gelesen, aber meine liebe Frau: Divine Design, ganz frisch rausgekommen im CLV-Verlag. Und das ist so ein Buch, das man gut auch als Mutter mit seinen Töchtern machen kann. Es ist also eine richtig praktische Einheit, und es geht darum, Gottes gute Gedanken für Frauen einfach mal festzustellen.
Wenn du irgendeine andere Frau kennst und eine Frau bist, treff dich mit ihr. Egal ob älter oder jünger, wie auch immer, trefft euch einfach und macht das hier mal zusammen durch. Das ist eine gute Sache.
Ich pfeife auf deine Frömmigkeit. Das Buch ist die Autobiographie von Wolfgang Bühne, werden einige von euch kennen. Das Buch hat mich sehr begeistert. Es ist ein Buch, das sehr ehrlich ist und neben der Entwicklung von Wolfgangs Leben auch viel über die Entwicklung in der Gemeinde schildert. Er schildert da richtig die Gemeindeprozesse. Er endet mit einem Zitat übrigens aus diesem Buch hier: seinen Wunsch, stark abzuschneiden.
Und dieses Buch ist sehr ehrlich. Zwischendurch muss man sich da manchmal echt die Träne von den Augen abwischen, weil es wahnsinnig wachrüttelnde Fragen stellt, die in so einer Biografie auftauchen: Wie ist der Umgang mit Kindern? Wie ist der Umgang mit der eigenen Frau? Das Buch ist sehr zu empfehlen. Man kann es also nicht gut abends anfangen, weil dann ist die Nacht vorbei. Also das liest man in einem Rutsch durch.
Und das letzte Buch, was ich empfehlen möchte, ist einfach, wenn es um Gemeinde geht, von Henry Ironside, Die Brüderbewegung. Das ist ein Mann, der in der Brüderbewegung ja mitbegonnen hat und da gearbeitet hat und dann Pastor wurde von der Moody Church, ja, doch, Moody Church. Und der deswegen aus einem objektiven Blickwinkel einfach mal die Bewegung der Brüder darstellt. Das ist ziemlich spannend, was andere über einen schreiben. Und das ist sehr neutral gehalten, das finde ich gut, und gleichzeitig sehr gewinnend.

Schlussgebet und Bitte um Bewahrung

wir stehen noch auf und ich bete noch mit euch.
Ja, lieber Vater, vielen Dank, dass wir dich kennen dürfen, durch deine große Gnade. Durch deine Gnade sind wir, was wir sind. Und Paulus schreibt das auch im zweiten Korintherbrief, dass, wenn wir schwach sind, du stark bist und dass deine Gnade vollkommen genügt.
Und Herr, so wollen wir uns dir anbefehlen für die Nacht, die vor uns liegt. Du siehst Geschwister, die nachts nicht gut schlafen können. Ich möchte bitten, dass du bei ihnen bist und sie stärkst. Du siehst Geschwister, die krank sind. Ich möchte bitten für einen Fuß vom Horst, dass du da Besserung schenkst, Herr. Ich möchte bitten, dass du bei Geschwistern bist, die gerade leiden, dass du sie stärkst und ermutigst, auch bei Geschwistern, die ängstlich sind, dass du uns eine gute Nachtruhe gibst, Herr.
Wenn wir morgen an unserem Arbeitsplatz sind, dann bitte ich dich auch, dass du uns da segnest, Herr, dass du uns gute Gedanken schenkst, Gedanken, die gut sind, dass wir ja nicht vergeblich arbeiten, Herr, dass du das Werk unserer Hände segnest.
Danke, dass wir uns dir anbefehlen dürfen, du großer Gott im Himmel. Amen.