Zum Inhalt

1. Thessalonicher 5

1. Thessalonicher 517.09.2015
SerieTeil 5 / 81./2. Thessalonicher
Warum Angst vor dem Ende? Wer zu Jesus gehört, lebt schon jetzt im Licht. Die Frage ist nicht, wann er kommt – sondern ob du wach und bereit bist.

Rückblick auf den bisherigen Weg

Erster Thessalonischer, Kapitel fünf.
Bevor wir mit Kapitel fünf weitermachen, noch ein kurzer Rückblick. Paulus schreibt zusammen mit Silvanus und Timotheus an die Gemeinde in Thessalonich. Das ist eine ganz junge Gemeinde, in der es in diesem Sinn noch keine alten Gläubigen gibt. Es gibt niemanden, der länger als ein paar Wochen, vielleicht ein paar Monate, im Glauben ist, mehr dürfte es wohl nicht sein.
Und in diesen Brief fügt er etwas ein, das wir jetzt schon ein paarmal betont haben. Es ist aber so schön und so wichtig, dass ich es einfach noch einmal tun möchte: Er fügt sein Herz ein. Er zeigt in diesem Brief, wie sehr er an anderen Christen hängt, gerade an diesen jungen Christen. Und er verwendet Begriffe, die man einem Haudegen wie Paulus vielleicht gar nicht zugetraut hätte.
„Ich war bei euch wie eine Mutter, zärtlich. Ich habe mich bemüht wie ein Vater, zu ermahnen und zu überzeugen. Ich habe euch beschworen. Oder ich habe es nicht ausgehalten, nicht zu wissen, wie es euch geht. Oder ich war euch ein Vorbild, ich habe euch mein Leben gezeigt.“ Es ging ihm nicht darum, sie nur wie eine Schulklasse zu belehren. Er wollte, dass sich ihr Leben verändert. Und er wollte, dass sie von ihm etwas mitbekommen, dass sie merken, wie herzlich gern er sie hat. Und er möchte, dass sie wissen, wie sehr er immer für sie betet und sich immer noch darauf freut, endlich zu ihnen zu kommen.
Obwohl gerade erst Timotheus bei ihnen war, ist der erste Thessalonicherbrief die Reaktion auf das Wiederkommen des Timotheus. Eigentlich wissen sie, dass es den Thessalonichern gut geht, dass sie im Glauben festgeblieben sind. Aber sie wollen weiter an der Entwicklung dieser Gemeinde mitarbeiten.
Und mich, ihr merkt das, fasziniert dieser Gedanke: Dass es im Leben eines Christen ganz zentral ist, wie wir mit anderen Christen umgehen. Wie wir dieses Thema Bruderliebe anpacken. Wie wir Menschen werden, die nicht einfach nur einen dicken Kopf mit viel Wissen bekommen, sondern ein großes Herz. Ein Herz, in dem auch viele, selbst die etwas komplexeren Charaktere der Gemeinde, Raum finden. Und wo wir eine Liebeskompetenz entwickeln, die es schafft, auch die Menschen zu lieben und anzunehmen, bei denen es schwieriger ist. Wo wir geduldig mit ihnen sind, gütig mit ihnen sind, ihnen ihre Fehler nicht vorhalten und an sie glauben. Wo wir für sie hoffen, auch wenn es vielleicht ein bisschen schwieriger ist. Wo wir genau wissen: Boah, das fällt mir nicht so leicht. Dass wir merken: Das ist das Zentrum.
Und ich bin für Theorie. Ich bin immer dafür, dass man viel liest und dass man viel weiß und so. Aber ich weiß: Es ist noch wichtiger, dass wir mit diesem Wissen etwas anzufangen verstehen.

Wissen, das in Liebe mündet

In 1. Korinther 8, und erlaubt mir diesen Gedanken vorneweg: In 1. Korinther 8 beschreibt Paulus, wie man mit Wissen umgehen soll. Und er sagt dort in 1. Korinther 8,2: Wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, so hat er noch nicht erkannt, wie man erkennen soll.
Das ist ein schöner Satz. Also wenn sich jemand hinstellt und sagt: Schaut mal, wie klug ich bin, schaut mal, was ich alles schon weiß, dann weiß er eigentlich noch gar nicht, was es heißt, etwas zu wissen. Warum? Die Antwort ist ganz einfach. Die Antwort hat damit zu tun, dass im Paradies zwei Bäume stehen. Nämlich da gibt es den Baum der Erkenntnis, und es gibt den Baum des Lebens. Und wie kommt man vom einen zum anderen? Antwort: Indem man nicht nur die Erkenntnis weiß, sondern indem man mit der Erkenntnis richtig umgeht.
Etwas nur zu wissen ist überhaupt nicht das, worum es beim Wissen geht. Ich weiß etwas, um mit dem Wissen richtig zu handeln. Und erst, wenn ich das Richtige tue, dann habe ich eigentlich erkannt, wie man erkennen soll.
Paulus macht das schön kompliziert in 1. Korinther 8,3: Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt. Liebst du Gott? Ja. Wie kam es dazu, dass du Gott geliebt hast? Na ja, Gott hat sein Wissen über mich verwendet, um mich in eine Beziehung zu sich zu ziehen.
Das heißt: Wozu ist Wissen da? Wissen ist immer beziehungsorientiert. Wissen ist immer dann richtig angewandt, wenn es in Liebe mündet, wenn es darin mündet, eine Beziehung zu einem anderen zu bauen. Dann ist Wissen richtig angewandt. Ein Wissen, das ich nur quasi so als intellektuelle Selbstbefriedigung für mich und mein Gläschen Rotwein am Abend vor dem Kamin habe, ist nicht das, was sich Gott wünscht.
Gott möchte, dass wir Wissen haben, um Beziehungen zu bauen, so wie er sein Wissen über uns nutzt, um uns in eine Beziehung zu sich zu ziehen. Und so soll unser Wissen uns in die Lage versetzen, gute Beziehungen zu bauen.
Ich sage das deshalb vorneweg, weil wir heute einiges auch über das Miteinander in der Gemeinde hören werden im Text. Und dass wir das immer wieder verstehen: Es geht nicht nur darum, das abzunicken und zu sagen: Okay, jetzt weiß ich, was in 1. Thessalonicher 5 steht. Es geht immer um die Frage: Wie wende ich das an, um Liebe zu leben, um in tiefere Beziehungen hineinzukommen?
Und vielleicht erinnert ihr euch noch an die Definition von Liebe, die ich von hier vorne mal gegeben habe: Liebe ist uneigennützige Sehnsucht nach Beziehung. Also ist all das, was ich tue, um eine Beziehung zu einem anderen möglich zu machen, sie zu erhalten und zu vertiefen, Liebe.
Deswegen liebt Gott uns, wenn er seinen Sohn gibt, weil er die Brücke schlägt für eine Beziehung. Und er liebt uns Tag für Tag, indem er uns seine Gebote zeigt und uns die Möglichkeit schenkt, mehr so zu werden, wie er ist.
Und deswegen: Wenn wir 1. Thessalonicher 5 lesen, lasst uns das bitte immer im Hinterkopf haben. Wir lernen, um zu lieben.
Und wir haben das gestern gehört in 1. Korinther 4,9. Wenn jemand in der Bruderliebe so fit ist wie die Thessalonicher und Paulus kann ihnen schreiben: Was aber die Bruderliebe betrifft, so habt ihr nicht nötig, dass man euch schreibt, eigentlich wisst ihr schon alles, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben, dann sagt er trotzdem in Vers 10: Wir ermahnen euch aber, Brüder, reichlicher zuzunehmen.
Also selbst dann, wenn du denkst, ich habe schon eine Menge gelernt, dann gibt es immer noch mehr zu lernen. Weil unser Vorbild ein Gott der Liebe ist, und wir werden seinem Ideal, denke ich, nie ganz gerecht.

Der kommende Tag und die nötige Wachsamkeit

So, jetzt aber zuerst der thessalonische Kapitel 5.
Wir haben gestern das vierte Kapitel abgeschlossen mit dem Thema: Die Ankunft des Herrn. Der Herr Jesus kommt wieder. Die Thessalonicher hatten sich Sorgen gemacht. Sie dachten: Wenn er jetzt wiederkommt, dann werden wir ja mit ihm vereinigt, und wir werden mit ihm zusammen herrschen. Was ist bitteschön mit denen, die bis er wiederkommt schon gestorben sind? Dürfen die dann auch dabei sein? Da hatten die einfach nur Pech.
Und die Antwort ist: Nein, die sind kein Stück benachteiligt. Die Toten werden auferweckt, und zwar in dem Moment, wo der Herr Jesus wiederkommt, sogar zuerst. Sie werden als Erste auferweckt und verwandelt, und dann werden wir auch verwandelt. Und dann geht es gemeinsam zum Herrn, und wir werden, wie es so schön heißt, so werden wir allezeit beim Herrn sein. 1. Korinther 4,17.
Wenn man das so mitbekommt, die Frage: Ja, ja, der Herr kommt wieder. Dann könnt ihr euch vorstellen, ist die zweite Frage sofort: Wann? Jetzt wissen wir, dass er kommt, jetzt ist die Frage: Wann kommt er denn?
Und das Schöne ist: In der Kirchengeschichte hat so, ich glaube, jeder, der zu viele Leute hat, schon mal so Zahlen vorgegeben, so Ideen geäußert, wann das denn sein soll. Ich werde mich da nicht einreihen. Warum mache ich jetzt nicht auch so eine Prognose? Ganz einfach, weil hier steht in 1. Thessalonicher 5,1: Was aber die Zeiten und Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt ihr nicht nötig, dass euch geschrieben werde; denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht.
Ein Dieb in der Nacht schickt dir vorher keine Postkarte: Heute Nacht komme ich bei dir einbrechen. Der kommt einfach. Der kommt sehr überraschend. Das ist ja auch die Idee, dass er überraschend kommt. Am besten so, dass du ihn erst mitkriegst, wenn er schon da war.
Das wird beim Herrn anders sein, weil wenn er kommt, gibt es das mit der Posaune und dem Befehlsruf usw. Das wird schon aufmerksam sein, und wir werden ja auch verwandelt oder auferweckt werden. Also wir kriegen das mit. Aber das Bild vom Dieb in der Nacht ist irgendwie völlig klar. Es wird nicht so sein, dass irgendeiner sich durch eine kluge Berechnung hinstellt und sagt: Ich weiß aber, wann das ist.
Sondern das wird passieren, und alle werden sich anschauen und sagen: Stimmt, ja, die Vorzeichen. Und es wird Vorzeichen geben, die waren eigentlich klar genug. Hätte man sehen können, hätte man sehen können, hat man aber nicht, weil es wie ein Dieb in der Nacht ist.
Und deswegen braucht Paulus den Thessalonichern nicht zu schreiben, wann das ist. Sie brauchen das nicht, es geht sie nichts an, es ist unwichtig.
Wir haben jetzt nicht die Zeit, Matthäus zu lesen, Matthäus Kapitel 24, wo der Herr Jesus eine Endzeitrede hält. Und dann im Anschluss an die Endzeitrede, also im Anschluss an die Stelle, die wir schon zitiert haben, wo er selber beschreibt, wie er vom Himmel zurückkommt in Matthäus 24,29-31. Danach, wenn ihr da weiterlest, dann gibt es diverse, man nennt das Endzeitreden. Das ist eigentlich nur eine Rede, aber es sind bestimmte Aspekte der Endzeitrede.
Und egal, ob wir Matthäus 24,32-44, 45-51, 25,1-13 oder 14-30 anschauen, es geht immer wieder um das Gleiche. Der Herr sagt: Ich komme wieder. Und dann betont er mehrfach: Achtung, Freunde, ihr müsst nicht wissen, wann, aber ihr müsst vorbereitet sein.
Das entscheidende Element ist die Wachsamkeit. Das entscheidende Element im geistlichen Leben ist, dass wir nicht einschlafen, dass wir nicht in unserem Herzen denken: Es wird nicht passieren, der kommt bestimmt nicht wieder oder zumindest nicht so bald. Das ist die große, große Gefahr.
Ich weiß nicht, wie es dir in deinem Herzen geht. Ich weiß nicht, ob du überhaupt irgendwie damit rechnest, dass Jesus wiederkommt. Die ungläubigen Leute werden davon völlig überrascht sein.
 1. Thessalonicher 5,3: Wenn sie sagen, und das sind hier die Ungläubigen, Friede und Sicherheit, also wenn alle sich eigentlich zurücklehnen und sagen: Uns geht es doch gut, es ist doch eigentlich ganz schön, wir haben es geschafft, wir haben irgendwie Frieden, es gibt keinen Krieg, Sicherheit läuft irgendwie, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere, und sie werden nicht entfliehen.

Leben im Licht statt im Schlaf

Wenn hier das Bild von Geburtswehen gebraucht wird, dann hat das eine doppelte Bedeutung. Die eine verstehen wir sofort: Wenn Geburtswehen einsetzen – zumindest habe ich mir das so sagen lassen. Ja, ich habe das zweimal erlebt und bisher auch noch nichts Gegenteiliges gehört. Wenn das richtig losgeht, dann geht es los. Dann kannst du noch zählen, wie schnell die Wehen kommen, und irgendwann heißt es: Jetzt nur noch fünf Minuten, und dann ab ins Krankenhaus. Wenn die Wehen richtig einsetzen und das Ganze so richtig losgeht, dann kannst du da nichts mehr aufhalten. Ich habe es ja selbst noch nicht gemacht, ihr merkt: Das ist schwierig zu beschreiben. Aber ihr versteht das Bild, ja?
Geburtswehen: Da kannst du nicht zu den Wehen sagen: Liebe Geburtswehe, warte mal noch eine Dreiviertelstunde. Ich würde gerne erst meine Lieblingsserie sehen, und dann können wir mit der Geburt weitermachen. Das wird nicht funktionieren. Die Geburtswehe hat ihre eigene Dynamik. Und wenn der Herr wiederkommt, dann hat auch das seine eigene Dynamik. Dann kann keiner sagen: Jetzt passt es mir gerade nicht.
Und ein Zweites schwingt hier auch noch mit, was wir heute nicht mehr so verstehen: Geburtswehen waren in der damaligen Zeit eine sehr gefährliche Sache. Frauen sind oft bei der Geburt gestorben. Das haben wir heute nicht mehr in dieser Form. Aber in der damaligen Zeit, wenn man sich Grabsteine und Inschriften anschaut, stellt man fest, dass viele, viele Frauen bei einer Geburt gestorben sind. Also wird mit dem Wort Geburtswehe auch eine Gefahr verbunden. Verdeutlicht wird das durch das Wort ein plötzliches Verderben. Es kommt wirklich plötzlich.
Der normale Mensch hat da keine Chance. Und vielleicht haben die Gläubigen an dieser Stelle einen kleinen Vorteil, weil sie die Zeichen der Zeit deuten können. Es gibt ja Hinweiszeichen darauf, dass der Herr wiederkommt. Aber der normale Heide hat null Chance zu begreifen, wann Jesus wiederkommt. Vielleicht erahnen wir es und sagen: Ja, jetzt müsste es irgendwie doch mal bald so weit sein. Und wir werden uns morgen zwei solcher Zeichen anschauen, wo Paulus selbst sagt, dass diese zwei Dinge passieren müssen, bevor der Tag des Herrn kommt.
Tag des Herrn: Hier im Text ist damit ein Gerichtstag gemeint, damit wir da nicht aneinander vorbeireden. Es ist nicht ein Tag von 24 Stunden, sondern mit dem Begriff Tag ist ein Zeitabschnitt gemeint, wie schon im Alten Testament. Dort wird der Begriff als Gerichtsabschnitt bezeichnet. Tag des Herrn meint also, wenn Jesus wiederkommt, um zu richten. Wenn er das tun wird, was in Matthäus 25 ab Vers 31 beschrieben wird, wenn er die Menschheit richten wird.
So kommt dieser Tag des Herrn plötzlich. Und wir können nicht wissen, wann das ist. Und die, die Jesus nicht kennen, haben null Chance. Über sie heißt es in Vers 3: das Verderben.
Jetzt der Kontrast in Vers 4: Ihr aber, Brüder, ihr aber seid nicht in der Finsternis. Die Finsternis ist hier als Begriff charakteristisch für das Leben der Ungläubigen, und das Leben der Gläubigen ist demzufolge ein Leben im Licht. Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, gemeint ist die moralische Finsternis, damit euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Also dass, wenn der Herr Jesus wiederkommt, er uns schadet, wie der Dieb dem schadet, bei dem er einbricht.
Warum nicht? Warum können wir auf diesen Tag des Herrn, wenn er wiederkommt, sogar freuen? Ganz einfach: Denn ihr alle seid Söhne des Lichts. Und der Begriff Sohn ist hier auch für die Frauen im Raum mitgemeint. Es ist ein Bild. Ihr gehört, wie der Sohn in einem Haushalt, der erbberechtigte Sohn, so gehört ihr zu Gott. Wir sind Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht noch der Finsternis.
Ich hoffe, dass ihr mit den Bildern klarkommt. Die Nacht und die Finsternis, das ist das Leben in der Sünde, das ist das Leben in der Unmoral. Und Paulus kann sagen: Damit haben wir nichts mehr zu tun. Wir haben Erleuchtung erfahren, wir sind wiedergeboren, wir leben im Licht, wir verstehen die Wahrheit. Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachkommt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Wir folgen dem Licht der Welt, wir wandeln im Licht, wir tun das moralisch Richtige, das, was Gott sich wünscht. Und deswegen müssen wir keine Angst haben, wenn Jesus wiederkommt, sondern da erfüllt sich für uns das Leben.

Nüchternheit, Hoffnung und die Berufung zum Leben mit Christus

Und wenn das jetzt stimmt, dass wir gar keine Angst haben müssen, dann gilt durch die gesamte Bibel hindurch ein Prinzip. Und dieses Prinzip lautet: Lebe nach dem, was du bist.
Also, wenn du ein Sohn, und jetzt nehme ich mal die Tochter mit dazu, wenn du ein Sohn oder eine Tochter des Lichts bist, wenn du sagst: Ich bin aus der moralischen, aus der geistlichen Finsternis heraus ins Licht getreten. Ich weiß, was Gott will, und ich liebe ihn, und ich will ihm gefallen, und ich will so leben, dass es ihm entspricht, dass er sich darüber freuen kann. Wenn das so ist, dann heißt es in Vers 6: Also lasst uns nun nicht schlafen wie die übrigen.
Ihr seht, er zieht das Bild weiter. Die einen leben in der Nacht, in der Finsternis, und die sind eingeschlafen. Wenn jemand schläft, dann nimmt er gar nicht wahr, was um ihn herum passiert. Und so eingeschlafen sind die Ungläubigen, die gar nicht checken, was da eigentlich gerade abgeht, dass das Gericht vor der Tür steht, dass der Tag des Herrn wie ein Dieb in der Nacht einbrechen kann, dass das Verderben kommt. Sie schlafen einfach so vor sich hin. Wie jemand in einem Haus, in das unten eingebrochen wird.
Und Paulus sagt: Bitte schlaft nicht ein, genau wie der Herr Jesus das gesagt hat. Bitte wacht, bitte seid aufmerksam. Und er fährt dann fort: Also lasst uns nun nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern sein.
Was bedeutet wachen und nüchtern sein? Wie macht man das? Es sind Bilder, einmal dafür, dass ich mir ständig vor Augen male, wer ich bin, und dass Jesus tatsächlich wiederkommen wird, und dass ich wachsam darauf achte, ob ich als ein Kind Gottes noch gemäß meiner Verantwortung und Berufung lebe.
Wachsam sein heißt, nicht einzuschlafen, nicht zu vergessen, was man Gott einmal versprochen hat. Und gleichzeitig nüchtern zu sein, er wird das gleich bildhaft auch noch einmal verwenden, aber ich glaube, wir verstehen das. Wenn jemand nüchtern ist, ist er nicht besoffen. Aber hier meint das natürlich im Kopf nüchtern, im Sinne von besonnen, nachdenklich, irgendwie klar.
Die Bibel ist sehr dafür, dass wir als Christen nachdenken, sehen, wo wir stehen, überlegen, was dran ist, klar unsere Prinzipien und Prioritäten setzen und dann danach leben. Dass wir nicht vergessen, wer wir sind, und einschlafen, und dass wir auch nicht so herumspinnen, sondern dass wir Gottes Wort lesen, darüber nachsinnen, es verstehen und dann umsetzen.
Vers 7: Denn die da schlafen, schlafen bei Nacht, und die da trunken sind, sind bei Nacht trunken. Ihr merkt, das ist jetzt wieder die ungläubige Fraktion. Wir aber, die dem Tag gehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung des Heils.
Wieder das Bild von den Soldaten, ihr kennt das aus Epheser 6, hier ein bisschen anders aufgebaut, leicht verständlich. Wir sind Gottesleute, und wenn man uns kennenlernt, dann lernt man uns kennen als solche, die lieben, die glauben, die Hoffnung haben. Das gehört dazu.
Denn, und jetzt kommt ein Vers, der mir persönlich sehr, sehr viel bedeutet hat, weil er in meinem Ehering eingraviert ist: Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt. Gott hat dafür gesorgt, dass, wenn er wiederkommt, um die Welt zu richten, wenn der Tag des Herrn anbricht, er hat dafür gesorgt, dass, wenn das Verderben über die Welt kommt, wir damit nichts zu tun haben.
Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben.
Wachen und Schlafen, bitteschön: Es geht nicht darum, dass du mit Jesus lebst, wenn du wach bist und im Bett liegst. Das auch. Aber wir sind hier immer noch in der Bildsprache. Wir sind in der Bildsprache, dass, ob du wachst, also lebendig bist, oder schläfst, weil das war ja in 1. Thessalonicher 4 die Frage nach den Entschlafenen, das steckt ja immer noch im Hintergrund.
Was ist mit den Entschlafenen? Antwort eins: Sie werden auferweckt werden. Antwort zwei: Hier an dieser Stelle, wir sind dazu berufen, mit Christus zu leben.
Warum? Na ja, ich lese noch einmal alles vor: sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist, Klammer auf, und auferstanden ist, Klammer zu. Ja, er hat alles gemacht. Er ist gestorben, damit wir mit ihm leben können, er hat die Schuld bezahlt.
Und deswegen, weil er gestorben ist, weil er die Schuld bezahlt hat, spielt es keine Rolle, ob du lebendig bist oder tot, ob du wachst oder schläfst, weil du dazu berufen bist, immer zusammen mit ihm zu leben. Und das ist die zweite Antwort. Die eine Antwort ist: Macht euch keinen Kopf über die Entschlafenen, die werden auch auferstehen, genau wie ihr verwandelt werdet. Aber die zweite Sache ist: Es ist noch viel besser. Jetzt, in diesem Moment, sind wir alle dazu berufen, mit Jesus zu leben, egal ob du lebst oder tot bist.
Das heißt, die Frage, was ist mit den Entschlafenen, spielt überhaupt keine Rolle, denn in dem Moment, wo wir entschlafen, wo wir sterben, sind wir beim Herrn. Dieser Gedanke, dass wir in dem Moment, wo wir vom Tod zum Leben durchbrechen, in dem Moment, wo wir glauben und uns bekehren, immer mit dem Herrn leben, das ist der Gedanke, der hier steht.
Also geht es nicht darum: Ich bekehre mich und dann wurschle ich mich irgendwie durchs Leben durch, dann sterbe ich, dann ist meine Seele irgendwo, und irgendwann kommt am Ende die große Erlösung, haha, Auferstehung, und jetzt bin ich beim Herrn. Nein! Sondern in dem Moment, in dem ich glaube, wo ich mich bekehre, in diesem Moment geschieht alles. In dem Moment, wo ich Buße tue und sage: Herr, ich möchte mit dir leben, in diesem Moment sagt Gott Sein Ja und Amen zu mir.
Und von diesem Moment an bin ich dazu berufen, mit dem Herrn Jesus zu leben, und zwar in dieser Welt und selbstverständlich auch, wenn ich gestorben bin, ohne dass ich euch genau erklären kann, wie das sein soll, aber es ist so. Und natürlich erst recht, wenn der Herr Jesus sein Reich aufrichtet, sichtbar, und kurz vorher seine Leute lebendig werden. Da natürlich auch.
Wir sind die ganze Zeit dazu berufen, mit ihm zu leben. Und das können wir einander sagen, da können wir einander Mut machen, egal was kommt: Im Leben und im Sterben sind wir dazu berufen, mit ihm zu leben. Deshalb ermahnt einander und erbaut einander einer den anderen, wie er auch tut.
Das müssen wir uns immer wieder sagen. Und von hier vorne kann ich das. Ich kann dir jetzt in diesem Moment sagen: Wenn du an den Herrn Jesus glaubst, egal wie es dir geht, du bist jetzt in diesem Moment dazu berufen, mit ihm zu leben. Und er will mit dir leben.
Ich weiß nicht, wie du dich fühlst. Manche schauen nur ein bisschen bedröppelt rein, vielleicht habt ihr einen schwierigen Tag gehabt. Aber ihr könnt mich ein bisschen mehr anlachen. Warum? Einfach deshalb, weil ihr dazu berufen seid, mit Jesus zu leben. Wirklich, das steht hier. Der Herr des Universums möchte mit dir leben.
Du brauchst nicht griesgrämig dreinschauen, du kannst wirklich lächeln, du kannst dich darüber freuen, weil es gibt nichts Besseres auf dieser Welt als, ja genau, Halleluja. Ja, das ist ein bisschen verhalten, das ist keine Brüdergemeindlerin, deswegen ist das ... Entschuldigung, Martin.
Aber lasst uns bitte bei solchen Wahrheiten nicht einfach darübergehen und sagen: Okay, das ist nicht so super kompliziert, das versteht man einmal, das singt man auch schon in der Kinderstunde abgehackt. Das sind die großen Wahrheiten, das sind die Dinge, die sich ganz tief ins Herz einpflanzen müssen.
Mein Herr lebt mit mir. Ich wache morgens auf, schlage meine Augen auf, also die Augen sind dann offen, der Rest ist vielleicht noch nicht offen, ja, aber ich schlurfe in die Küche, koch mir meinen Kaffee, und der Herr ist da. In diesem Moment sagt der Herr: Hey, schön, dass du wach bist. Ich möchte heute den Tag mit dir verbringen, du gehörst zu mir, ich habe dich lieb.
Und wenn du todmüde abends ins Bett fällst, der Tag war vielleicht zu voll, vielleicht ist er auch nicht sonderlich glücklich gelaufen, vielleicht sind ein paar Sachen passiert, wo du sagst: Na ja, gibt solche Tage, wo man denkt, bloß gut, dass er rum ist, ja, mal schlafen, vielleicht fühlt sich morgen besser an. Auch dann, in diesem Moment gilt das: Ob wir wachen oder schlafen, solange du lebst, will der Herr mit dir leben, jeden einzelnen Tag.
Ich hoffe, dass du das strahlend genießen kannst. Dass die Nummer eins im Universum, der, auf den alles ankommt, der, vor dem die Dämonen und der Teufel zittern, der, der alles neu machen wird, der alle Schuld getragen hat, der den Tod besiegt hat, der sagt: Ich will mit dir leben.
Dahinter verblasst der Rest. Mit mir, mit mir, ja, mit dir, mit dir ganz persönlich möchte er leben. Und er sieht dich ganz persönlich. Du bist nicht nur eine große Nummer in dem Topf, sondern er sieht deine Seele, er sieht das Ringen deiner Seele, er sieht die Hoffnungen, die Ängste, er sieht Verzweiflung und Freude, er kennt dich durch und durch. Und das hält ihn nicht davon ab, mit dir leben zu wollen.
Ist das grandios? Und das ist das, womit wir uns immer wieder ermutigen können, das ist das, was wir uns sagen müssen: Egal was kommt, es spielt überhaupt keine Rolle, was kommt. Das ist mal rauf, mal runter, aber eigentlich ist wirklich nur wichtig: Der König aller Könige und der Herr aller Herren hat einen Narren an mir gefressen. Und er liebt mich, ich verstehe das nicht genau, warum, aber er liebt mich. Und er wird mich nie loslassen, weil er es mir versprochen hat.
Und wenn hier alles untergeht, und es wird alles untergehen, dann werde ich am Ende zurückschauen und sagen: Puh, geschafft. Aber nicht, weil ich so stark bin, sondern weil ein anderer mich da durchgeholt hat.
Das ist ja so, wie wenn du, sorry, wenn ich jetzt Bilder bringe, ich bin ja nicht so der, also ich denke da an so eine Kapsel, mit der die Astronauten eintreten in die Atmosphäre. Das hat man vielleicht mal in einem Film gesehen. Da kommt diese Kapsel, und innen drin sind diese Astronauten, und dann kommt diese Kapsel in die Atmosphäre, und dann merkt man von außen, da ist plötzlich Luftwiderstand da, und es wird heisser und heisser, und es fängt an zu glühen, und eigentlich müssten die in dem Moment sterben. Aber sie sterben nicht. Warum? Weil sie in dieser Kapsel sind, und sie überleben.
Und so stelle ich mir das vor: Wir treten ein in eine neue Welt, und alles muss verbrennen, alles wird zerstört, was nicht in dieser Kapsel, was nicht umschlossen ist von Gott selbst, der uns beschützt und der uns hineinbringt in diese neue Welt. Er ist es, der uns da hineinbringt.
Und deswegen ist das grandios, zu wissen: Ich lebe mit ihm. Das ist nicht nur so eine Philosophie, ja, das muss man abhaken, ja, Christen leben halt mit Jesus. Ey, wenn es das ist, dann hast du nicht verstanden, worum es im Christsein geht. Wenn es dich nicht begeistert, was das heißt, mit Jesus zu leben, dann bekehr dich noch einmal. Mach irgendwas, damit es wieder in deinem Herzen lebendig wird.
Vielleicht musst du dann mehr Lieder singen, vielleicht musst du mehr Bibel lesen, vielleicht brauchst du mal drei Tage, ohne was zu essen, irgendwo beten. Keine Ahnung. Aber sorge dafür, dass dich das echt wieder begeistert, dass du diese vielleicht überzogene Bindung an deine Sorgen und an das, was diese Welt zu bieten hat, und an all das, was deinen Kopf wieder ein bisschen weggeht und sich mal wieder schüttelt, wie so ein Hund, der aus dem Wasser kommt und dann mal wieder ein bisschen klar denkt.
Nüchtern kommt hier wieder ins Spiel, wachsam. Die große Gefahr beim Einschlafen ist die, beim geistlichen Einschlafen, dass wir vergessen, wer wir sind, dass wir vergessen, wie wir zu Jesus stehen. Und wenn ich das wieder verstanden habe, wer ich bin, dann kann ich das auch in der Gemeinschaft mit den Geschwistern ausleben.

Gemeinschaft, Leitung und gegenseitige Verantwortung

 1. Thessalonicher 5,12
Was heißt es, als Kinder des Lichts in einer Gemeinschaft mit anderen Kindern des Lichts zu leben? Es heißt, dass ich mir gut überlege, wie man richtig mit den Leuten umgeht, die in einer Gemeinde Leitung haben, und wie ich richtig mit denen umgehe, die vielleicht ein bisschen schwieriger sind. Was macht man da?
Dann fängt Paulus an und sagt: Wir bitten euch aber, Brüder, dass ihr die anerkennt oder besser vielleicht sogar noch ehrt. Denn das ist der Gedanke dahinter: dass ihr die anerkennt, die unter euch arbeiten und euch vorstehen im Herrn und euch zurechtweisen.
Ach ja, das wünscht sich jede Ältestenschaft: dass die Gemeinde sieht, wie sie arbeiten; dass sie sich darüber freut, dass da jemand ist, der den Job macht, um die Richtung vorzugeben. Und wenn sie mal zurechtweisen, ist das durchaus unangenehm. Denn da kommt ja einer und sagt: Ähm, können wir mal über dein Leben reden? Mir ist da aufgefallen, du kommst recht unregelmäßig in den Gottesdienst. Du weißt schon, dass das eigentlich nicht okay ist, oder? Das ist zurecht, ja. Also da ist irgendwas in meinem Leben nicht in Ordnung, und dann kommt einer aus der Leitung und redet mit mir und sagt: Schau mal, da gibt es eine Stelle in der Bibel, dass wir Gottesdienste nicht versäumen sollen. Das hat eine hohe Priorität. Schau, der Herr Jesus ist Samstag in die Synagoge gegangen, die Christen haben sich immer am ersten Tag der Woche, am Sonntag, getroffen. Hier gibt es ein Gebot. Und außerdem ist es deine Berufung, es ist ein Ausdruck, wie du Jesus lieb hast.
Wer mag das hören? Niemand. Aber jetzt kommt so eine Stelle, und die Stelle sagt mir: Wenn die Ältesten zu dir kommen und dir sagen, du musst etwas ändern, dann ändere es. Na gut, grummel, grummel, wenn es unbedingt sein muss. Nein, nicht so, sondern es geht noch ein Stück weiter.
Der Vers sagt: und dass ihr sie ganz besonders in Liebe achtet um ihres Werkes willen. Also nicht nur, dass, wenn jemand kommt, du ihn erst für die Mühe, die er in der Gemeinde hat, anerkennst und das, was er an Leistung bringt, würdigst und ihm ab und zu hoffentlich auch mal wenigstens eine Postkarte schreibst, auf der steht: Ey, vielen herzlichen Dank, dass er diesen Job macht. So dass du dir anhörst, was er dir zu sagen hat. Nein, du sollst das auch noch in Liebe tun. Ihn ganz besonders, schön formuliert, in Liebe achten.
Es ist das Gegenteil von dem, was dein Fleisch will. Es kommt jemand und korrigiert dich. Jetzt leben wir im 21. Jahrhundert und dann noch in der Nähe von Berlin, also hier will keiner hören, was er falsch macht. Nur Paulus sagt: Ich möchte nicht nur, dass du genau zuhörst. Ich möchte nicht nur, dass du das tust, was die sagen. Ich möchte, dass du sie liebst dafür. Dass du sie ganz besonders in Liebe achtest.
Das heißt, wenn du über Bruderliebe nachdenkst, wenn du dir die Gedanken machst, wie kann ich Menschen in der Gemeinde lieben, es gibt ja verschiedene Ideen, bei den Ältesten solltest du dir doppelt Gedanken machen. Also wenn jemand sich in der Gemeinde von dir nicht geliebt wissen darf, dann sind das die Ältesten. War es zu kompliziert mit den zwei Verneinungen? Also: Wenn du jemanden lieben sollst, dann die Ältesten. Wenn jemand wissen muss in der Gemeinde, dass du ihn lieb hast, dann sind das die Ältesten.
Und wenn die Ältesten das nicht wissen, dann hast du sie nicht ganz besonders in Liebe geachtet, sondern vielleicht nur irgendwie geachtet. Vielleicht hast du aber auch gar nicht angefangen, sie zu achten, sondern bist noch dabei, hinter ihrem Rücken schlecht über sie zu reden. Auch eine Möglichkeit, aber nicht das, was da steht. Hier steht: ganz besonders in Liebe achten.
Warum? Na ja, weil sie einen guten Job machen, weil Gott sie eingesetzt hat und weil es wichtig ist, Frieden untereinander zu halten. Haltet Frieden untereinander! Das ist ganz, ganz wichtig.
Und Frieden wird immer dann in einer Gemeinde sein, wenn ich eine gute Leiterschaft habe, die wirklich arbeitet, die ihre Stellung nicht ableitet von einem Titel oder von einem gewissen Alter, was man erreicht hat, oder von einer Familienzugehörigkeit oder was es sonst gibt, sondern von dem, was sie leisten. Wo einer sich wirklich drangibt, wo du weißt: Der kümmert sich, der besucht Leute, der ist da. Die haben Besprechungen, die machen sich Gedanken. Wo das da ist, wo jemand arbeitet, wo er wirklich vorsteht oder auch merkt: Der denkt drei Schritte voraus. Eure Ältesten, kann ich euch schon sagen, werden jetzt schon weit vorauszuplanen anfangen, weil es einfach sein muss. Das ist Mühe und Arbeit, sich das vorzustellen, was das heißt. Und weil sie einfach bereit sind, in schwierigen Situationen auch mal zu sagen: Nein, so geht es nicht.
Und allein dafür gebührt ihnen Ehre. Und unsere Verantwortung als Gemeindeglieder ist, dass wir Frieden halten, dass wir an so einer Stelle nicht Streit anfangen. Wenn du das tust, dann verletzt du Gemeinde, dann machst du Gemeinde kaputt.

Praktische Bruderliebe im Alltag der Gemeinde

Das ist die eine Seite. Wie gehe ich mit denen um, die eine Führungsverantwortung haben? Die andere Frage ist: Was mache ich, wenn ich in der Gemeinde Leute sehe, die andere Probleme haben?
Hier heißt es nun in 1. Thessalonicher 5,14: Wir ermahnen euch. Und dieses kleine Wörtchen „euch“ bitte ich euch zu unterstreichen, das ist nämlich ganz wichtig. Es zeigt, dass die gesamte Gemeinde, also jedes einzelne Gemeindeglied, Verantwortung hat in folgenden Bereichen. Das ist nicht nur der Job der Ältesten.
Wir ermahnen euch aber, Brüder: Weist die Unordentlichen zurecht. Die Unordentlichen sind hier im Brief die, die nicht arbeiten wollen. Es gibt natürlich andere Formen von unordentlichem Lebenswandel. Hier geht es speziell darum, aber man kann sich das allgemein so vorstellen: Jemand sündigt. Frage: Wer spricht jetzt mit ihm? Haha, lasst das mal die Ältesten machen!
Es steht nicht hier. Hier steht: Es ist unsere Verantwortung in der Gemeinde, wenn ich mitbekomme, dass jemand sündigt, zu ihm hinzugehen und zu sagen: Du, ich habe den Eindruck, an der Stelle ist dein Leben nicht so, wie sich Gott das vorstellt.
Weist die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmütigen. Kleinmütig, das sind die Mutlosen, das sind die, die immer so machen. Und wir alle haben die Verantwortung, die zu trösten. Das ist nicht so, dass es da ein Team von Gemeindetröstern gibt und die machen das. Nein, es ist unsere Verantwortung. Wenn wir das mitbekommen, da ist einer niedergeschlagen, mutlos, kleinmütig, dann geh hin. Es ist deine Verantwortung in dem Moment, wo du das mitbekommst.
Weist die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, nehmt euch der Schwachen an. Das sind die Schwachen, das sind die Hilfsbedürftigen. Da geht es sehr stark um praktische Hilfe. Also: Du siehst jemanden, der sündigt, hilf ihm, da wieder loszukommen. Du siehst, dass jemand mutlos wird, geh hin und baue ihn wieder auf. Du siehst, dass jemand praktische Hilfe braucht, dann unterstütze ihn. Du musst ja nicht gleich alles machen, aber zeige ihm, dass du da bist. Das ist unsere Aufgabe in der Gemeinde.
Und bei alledem gilt es, ein Prinzip zu beherzigen, nämlich: Seid langmütig gegen alle. Langmut, Geduld, wird an der Stelle gebraucht, wo Menschen sich nicht so verhalten, wie ich mir das vorstellen würde. Das werdet ihr in all diesen Bereichen merken. Du gehst zu jemandem und sagst: Hey, ich würde gern mit dir mal darüber reden, über dein Leben. Ich merke, da ist irgendwas, das ist nicht in Ordnung. Die wenigsten werden sagen: Ach, vielen Dank, dass du mir das gesagt hast, das ist mir gar nicht aufgefallen. Das wird dir ganz selten begegnen.
Eher ist es schon mal so, dass dann Leute sagen: Was bildest du dir denn ein, dass du mir hier überhaupt etwas sagst? Und das kann dir auch bei den anderen Gruppen passieren, dass du helfen möchtest, ermutigen möchtest, unterstützen möchtest, und der andere, na ja, er schmeißt dich nicht raus, aber du siehst an seinen Augen, dass er nicht wirklich begeistert ist. Was mache ich dann? Ich bin langmütig. Das brauche ich nämlich dann.
Ich muss dem anderen Zeit einräumen, auf mich zu hören, oder ich muss ihm die Zeit geben, die er braucht, um sich zu verändern. Es sind nämlich ganz wenige Menschen so, dass man ihnen einmal eine Sache sagt und sie danach ihr Leben grundlegend ändern. Das ist ganz selten der Fall. Den meisten sagt man etwas, und dann sagt man ihnen noch mal, und noch mal, und dann noch mal, und noch mal. Und irgendwann sind sie auf die Nase gefallen, stehen auf und schütteln sich und sagen: Du hast mir da etwas gesagt, ich glaube, du hattest Recht.
Und da dranzubleiben und zu sagen: Ich habe dich so lieb, dass ich an dich glaube, und ich werde dich unterstützen, so lange, wie du das brauchst, das ist Langmut. Aber das ist unsere Aufgabe, wenn wir in der Gemeinde zusammen sind.
Seht zu, Vers 15, dass niemand einem anderen Böses mit Bösem vergelte. Das erklärt sich fast von alleine. In der christlichen Gemeinschaft und natürlich auch darüber hinaus: Wenn Böses geschieht, schlagen wir nicht zurück, nicht mit bösen Worten und auch nicht mit irgendetwas anderem, sondern strebt allezeit dem Guten nach, gegeneinander und gegen alle. Unser Denken richtet sich auf die guten Werke, die wir tun können.

Freude, Gebet, Dank und geistliche Wachsamkeit

Und dann ein schöner Vers. Also, ich bin ja immer fürs Auswendiglernen: kurz, knapp, leicht zu merken und wichtig.
Freut euch alle Zeit! Deswegen habe ich gesagt, ihr könnt mich ruhig anlächeln, weil Freude wirklich zum Leben dazugehört. Ich meine: erlöst zu sein, zu wissen, dass meine Ewigkeit sicher ist – wenn du da nicht jubeln kannst, dann freu dich alle Zeit!
Da schreibt Paulus Leuten, die gerade verfolgt werden. Warum? Weil es stimmt. Freu dich. Ich fühle mich aber nicht fröhlich. Na und? Na und? Du kannst dich doch trotzdem freuen. Also, ich weiß, dass das geht. Ich weiß, dass das geht. Man kann Leuten sagen: Freu dich. Woher weiß ich das? Paulus macht es. Freut euch alle Zeit!
Und wenn du manches Mal merkst, dass mir das gar nicht so leicht von der Hand geht, dieses Freuen, ein persönlicher Tipp: Sing ein Lied. Das wird noch lustiger und noch fröhlicher, wenn du nicht singen kannst. Aber es hilft. Es ist ganz interessant: Wenn man so ein bisschen Probleme hat, wenn die Stimmung gerade so ein bisschen unten ist, wenn man so denkt: Nee, jetzt nicht freuen, ich bin gerade aufgestanden und hatte meinen ersten Kaffee noch nicht, und außerdem der Tag, ey, komm, nee – in so einem Moment fang an, ein Liedchen zu trällern, und du wirst merken, wozu Lieder da sind, nämlich die Seele zu modulieren, dir innerlich eine Freude zu schaffen, eine Voraussetzung dafür zu schaffen, dass du dann vielleicht doch das Lächeln auflegst, was dann der ganzen Familie auch am Morgen gefällt.
Also: Freut euch alle Zeit!
Dann betet unablässig! Nicht, dass wir das Thema nicht schon hätten, aber hier noch einmal. Macht Beten, macht Gebet zu einer Gewohnheit. Passt auf, dass das Gebet nicht etwas ist, was nur ab und zu mal passiert. Passt auf, dass das nicht so eine zehnminütige Routine am Morgen wird oder so. Werde ein Beter!
Also nutzt nicht nur unterwegs die Momente, die da sind: Bushaltestelle, auf dem Weg zur Arbeit, irgendwo, während der Arbeit, wenn da Lücken sind. Bleib permanent mit Gott im Gespräch. Das ist das eine, was wichtig ist, dass dieser Kontakt möglichst nicht abreißt. Aber das andere auch: Bau Gebetszeiten in dein Leben ein.
Daniel hat dreimal am Tag gebetet. Das ist eine gute Gelegenheit. Ja, wenn du dreimal am Tag beten kannst, schadet das nichts. Du kannst auch fünfmal am Tag beten, das ist auch okay. Es gibt da jetzt nicht eine Vorgabe. Aber schau, dass du nicht hinter Gebet so einen Haken machst, wie man ihn hinter ein Zähneputzen macht. Versteht ihr? Gebet ist nicht wie Zähneputzen, sondern Gebet ist Begegnung, Reden mit Gott.
Betet unablässig! Ihr älteren Geschwister, die ihr schon Erfahrungen habt, bringt das den jungen Geschwistern bei. Zeigt ihnen, wie man eine Stunde oder zwei oder dreimal betet. Es geht verloren. Und ihr jungen Geschwister, ja, ihr haut da sowieso rein, ja, mannhaft und stark und durchbeten. Wir müssen das lernen. Wenn wir nicht beten, werden wir als Gemeinden untergehen.
Betet unablässig, sagt in allem Dank; denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. Dankbarkeit. In jeder Situation sollen wir danken. Epheser 5,20 geht noch darüber hinaus. Da sagt es, dass wir allezeit für alles Gott und Vater, unserem Gott und Vater, danken sollen.
Ich hatte euch das in einem der vorangehenden Vorträge schon gesagt: Dank ist ein Geheimnis, Dank ist eine Waffe, von der ich denke, dass es kaum eine zweite gibt wie sie. Mitten im Leid, mitten in den Momenten, die ich nicht verstehe, die mich überfordern, einfach mit Danken zu beginnen, ist das Absurdeste, was man tun kann, und das Effektivste.
Ich habe also in persönlichen Situationen, wo es nichts zu danken gab, angefangen zu danken, einfach nur aus purem Gehorsam gegenüber Epheser 5,20, 1. Thessalonicher 5,18 und Epheser 5,20. Und es hat alles in der Situation geändert. Und ich muss euch nicht erklären, warum, weil es reicht, dass ihr wisst, dass es funktioniert. Also Dank nicht vergessen.
Und wenn wir dabei sind: Sagt in allem Dank, denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. Genauso wie Heiligung der Wille Gottes ist, ist auch Dankbarkeit der Wille Gottes.
Dann heißt es hier: Den Geist löscht nicht aus. Der Geist Gottes möchte in der Gemeinde Gottes wirken, und die Gefahr besteht darin, dass wir, wenn er anfängt, unter uns zu wirken mit seinen Gaben – hier geht es konkret um Weissagungen im nächsten Vers –, Weissagungen verachten. Dass Gott durch Menschen in eine Situation hineinspricht und die Gemeinde auf etwas hinweist, dann gilt es, das ernst zu nehmen.
Wir sollen dabei nicht naiv sein. Prüft aber alles, das Gute haltet fest. Wir sollen nicht naiv sein. Da, wo ein Mensch sich hinstellt und sagt: Gott hat mir etwas gezeigt, müssen wir ihn prüfen. 1. Johannes 4 spricht in Vers 1 von falschen Propheten, 1. Korinther 12 spricht davon, dass bestimmte Inhalte überhaupt nicht vom Geist Gottes kommen können. Wir dürfen mit der Bibel in der Hand prüfen: Ist das, was da gesagt wird, richtig? Hat das überhaupt Substanz?
Aber was wir nicht dürfen, ist den Geist dämpfen, sagen: Der macht nichts mehr, ihm verbieten, in der Gemeinde zu wirken. Prüft aber alles, das Gute haltet fest. Von aller Art des Bösen haltet euch fern. Und das wären in dem Fall dann falsche Weissagungen.
Der Umgang mit dem Geist Gottes in der Gemeinde: Wir merken, nüchtern, nüchtern, damit Gott unter uns wirken kann. Und da, wo der Teufel versucht, diese Wirkungen zu imitieren und uns in die Irre zu führen, er keinen Erfolg hat – das ist die Spannung, in die Paulus diese jungen Christen hineinstellt.

Ermutigung, Segen und der Schluss des Briefes

Und wenn wir so leben, wenn wir sagen: Okay, das ist eine echte Herausforderung, wir wollen also jetzt in Liebe an den Ältesten hängen. Ich hoffe, dass jeder von euch in dieser Woche seiner Leitungsmannschaft noch eine Postkarte schreibt, okay? Also, die dürft ihr jetzt mal fluten, das wäre jetzt mal ganz schön. Einfach nur als Anwendung dieses Verses ganz besonders in Liebe achten. Ihr könnt ihm auch ein Blümchen mitbringen oder ihm am Sonntag einen Kuss geben oder, keine Ahnung, ja, lasst euch irgendwas Schönes einfallen, damit die Ältesten verstehen: Die haben mich wirklich richtig doll lieb. Das brauchen Älteste.
Ich sage das aus eigener Erfahrung, weil im Allgemeinen kriegen Älteste dann E-Mails, wenn irgendjemandem was nicht passt. Und ihr wisst hoffentlich, wie das ist mit Lob und Kritik. Wisst ihr, in welchem Verhältnis das stehen muss, damit man das emotional gleich empfindet? Achtmal Lob zu einmal Kritik. Also, wenn du einmal richtig deine Ältesten kritisieren willst, dann pflanzt vorher achtmal Lob davor. Dann kommt das auf der anderen Seite emotional gleich an.
Aus persönlicher Erfahrung würde ich sagen, das Verhältnis ist eher umgekehrt, ja: Auf achtmal Kritik kommt einmal Lob. Und das ist nicht richtig von der Bibel her. Wenn man das macht, ehrt man denjenigen, der sich müht, nicht. Man liebt ihn nicht. Und deswegen: Liebesflash für die Ältesten diese Woche, ja, das ist jetzt Pflicht für alle, die hier sind.
Ich habe das verstanden: Ich soll meine Ältesten lieben, und dann soll ich mich um meine Geschwister kümmern. Ich soll nicht desinteressiert so mit Scheuklappen durch die Gemeinde gehen, sondern ich soll mir anschauen: Wie geht es dem anderen? Oh, der hat ein Problem. Na gut, dann spreche ich das mal an, vielleicht kann ich ihm helfen. Oh, der ist entmutigt, den tröste ich mal. Ah, der braucht meine Hilfe. Vielleicht braucht er nur mein Auto, damit man von A nach B kommen kann. Zack, zack. Ich gehe mit einem Blick durch die Gemeinde, sodass mich die anderen interessieren.
Das betrifft die Jugend, die ja nicht immer nur sagt: Ich und mein kleiner Jugendzirkel. Das betrifft aber auch die anderen. Jeder von euch, ich habe euch ja am Sonntag gebeten, glaube ich jedenfalls hatte ich das gesagt, jemand anders anzusprechen. War das diesen Sonntag? Also, ich habe mal herumgeschaut, wer da mit anderen Leuten gesprochen hat. Ich hatte den Eindruck, ihr habt euch am Sonntag genauso verhalten wie an den anderen Sonntagen auch. Es war nicht jeder, es gab da bestimmt zehn Ausnahmen, aber mein Eindruck war: Jeder hat sich erst mal doch wieder mit denen unterhalten, wo ich sonst auch so sehe, dass man zusammensteht.
So diese Idee: Ich spreche mal jemanden an, den ich nicht kenne, ich übe mal diese Bruderliebe, ich versuche mal. Merkt ihr, wie schwer das ist, wie wir so in eingefahrenen Gleisen sind? Und jetzt kommt so ein Text und sagt: Mach mal die Scheuklappen weg, schau dir doch mal an, wer da noch in der Gemeinde ist, lern den doch mal kennen mit seinen Problemen und hilf ihm doch mal.
Und wenn du dabei bist, dann freust du dich, dann bist du dankbar, dann betest du eine ganze Menge. Und wenn der Geist Gottes hier in der Gemeinde wirkt, dann freut man sich, schaut, dass der Geist Gottes sich entfalten kann. Und wenn das alles läuft, dann verspricht uns Paulus Folgendes:
Er selbst aber, Vers 23: Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig und vollständig; möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Schön! Wer sorgt dafür, dass ich am Ende ankomme? Haha, ich in meiner Heiligung strenge mich dafür richtig an! Ja, irgendwie ist das nicht falsch. Aber du kannst dich nur anstrengen, du kannst überhaupt nur in der Heiligung irgendwo ankommen, weil Gott derjenige ist, der in dir wirkt.
Das ist dieses symbiotische Element des Christseins. Auf der einen Seite sagt Paulus: Ich lebe, und auf der anderen Seite sagt er: Und nicht mehr lebe ich. Und erst, wenn man diese zwei Seiten zusammenbringt: Ich lebe nicht mehr, weil Gottes Geist in mir lebt. Aber er befreit mich zu einem Leben, das ganz neu ist. Also, ich lebe quasi neu in der Kraft Gottes das Leben, das er für mich immer vorgesehen hatte.
Und wenn ich am Ende ankomme, also wenn ich erlebe, was Paulus hier schreibt, dass ich untadelig bin nach Körper, Seele und Geist, das heißt, wenn der Herr Jesus wiederkommt und ich stehe da und sage: Hey, bin ich nicht cool, weil ich mich einfach freue über das, was alles geklappt hat und was alles daraus geworden ist, dann kann ich mich freuen und ich kann gleichzeitig wissen, dass Gott selber, der Gott des Friedens, der ist, der mich völlig und vollständig geheiligt hat.
Also Gott wirkt in mir, nicht an mir vorbei, ohne mein Zutun, aber er wirkt in mir und sorgt dafür, dass ich der werde, den er in mir sieht. Und dass ich dann untadelig vor ihm stehen kann und sagen kann: Herr, ich freue mich, dass du wiederkommst. Es war irgendwie ein gutes Leben, vielen Dank. War ein Leben mit viel Veränderung, war ein Leben, wo ich dir ähnlicher geworden bin. Ich freue mich darauf, dir zu begegnen.
Und woher weiß ich, dass Gott das tun wird, dass dieser Wunsch des Paulus, den wir übrigens auch füreinander beten können, in Erfüllung geht? Vers 24: Treu ist der euch beruft, er wird es auch tun. Es ist Gottes Treue, die uns ans Ziel bringt. Und Gottes Treue ist immer da. Und deswegen kannst du so entspannt auf deine Vergangenheit schauen, auf all das, was da nicht geklappt hat, und wissen, dass deine Vergangenheit deine Zukunft nicht bestimmt, sondern deine Zukunft wird bestimmt von der Treue Gottes und von seinem Handeln in deinem Leben.
Und egal, was du noch an Schwierigkeiten vor dir siehst, egal, wo du denkst: Boah, das wird doch nie was, da bin ich jetzt schon so lange am Machen dran – hier ist die Verheißung, zu sagen: Es wird werden.
Schließen wir den ersten Thessalonicherbrief ab: Brüder, betet für uns. Das ist das, was immer wieder sein muss. Gebet füreinander, Gebet für Missionare. Ich hoffe, ihr habt wenigstens einen Missionar, für den ihr halbwegs regelmäßig betet.
Grüßt alle Brüder mit heiligem Kuss. Man muss sich nicht küssen, also nur für die, die jetzt: Es geht darum, dass es eine herzliche Begrüßungsform ist, okay? Ihr könnt euch küssen, das ist jetzt nicht der Punkt, aber ich glaube, es ist jetzt nicht unsere Kultur. Und doch macht es einen Unterschied. Wie begrüße ich Geschwister? Wenn hier steht: Grüßt alle Brüder mit heiligem Kuss. Also, wie mache ich das, einem anderen in dem Moment, wo ich ihm begegne, deutlich zu machen: Du bedeutest mir mehr als die anderen? Finde ich eine spannende Frage.
Wird man vielleicht nicht am Sonntagmorgen mit jedem schaffen. Aber genau das, ja, so dieses: Ich mag es auch, wenn man sich in den Arm nimmt, wenn man sich einfach auch äußerlich herzlich freut an dem anderen, wenn man es schafft, die normalen gesellschaftlichen Konventionen, die für ein Familienfest gelten, auch in die Gemeinde zu übertragen, wo man einfach merkt: Hier ist eine Herzlichkeit und Wärme und Freude da.
Ich beschwöre euch bei dem Herrn, dass der Brief allen Brüdern vorgelesen werde. Soll also jeder mitbekommen, was hier drinsteht.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch! Bis dahin. Punkt.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.