Generierte Mitschrift
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Einleitung und Hinführung in die Passionszeit
In diesen Passionswochen steht Jesus vor uns in seiner Leidensgestalt. Das ist ja unser Ziel, wenn wir uns hier versammeln: dass wir Jesus nachfolgen. Er sagt uns: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Wir wollen miteinander das Morgenlied singen: Morgenglanz der Ewigkeit, Lied 349, die ersten drei Verse.
Lieber Herr, das ist unsere Bitte, dass der helle Lichtschein von dir in unser Leben hineinleuchtet. Wenn wir uns hier heute Morgen versammeln, dann ist es bei uns oft so dunkel und so finster. Wir sehen unseren Weg nicht, den wir gehen sollen. Wir haben Fragen und Zweifel und Bedenken und Einwände. Manche sind traurig unter uns, verzagt und müde.
Da zeigst du uns deinen Weg, den du uns führen willst. Und wir freuen uns, dass du als der Herr durchs Leiden zur Herrlichkeit gingst und uns auch diese frohe Zuversicht schenkst, dass wir hindurchblicken dürfen durch das, was uns gerade heute bedrängt und Not macht.
Wir bitten dich, Herr: Stärke unseren schwachen Glauben. Rede zu jedem von uns und öffne unsere Ohren, dass wir dein Wort vernehmen, dass wir nicht nur Menschenmeinungen, Menschenwort hören, sondern dir begegnen.
Wir wollen dir jetzt in der Stille all das sagen, was uns bedrückt.
Welche auf dich sehen, die werden erquickt, und ihr Angesicht wird nicht zu Schanden. Amen.
Wir wollen mit den Posaunen den Choral blasen: Mir nach, spricht Christus, unser Held. Es ist Lied 256, wo es dann heißt: So lasst uns nun dem lieben Herrn mit unserem Kreuz nachgehen.
Aus Lukas 12 möchte ich ein paar Verse lesen, da fordert Jesus zum furchtlosen Bekennen auf: Lukas 12,4-9.
Die Ernsthaftigkeit des Glaubens und die Frage nach der Furcht
Wir haben vorhin das Wort gehört, dass Jesus uns auffordert, wenn wir ihm nachfolgen, unser Kreuz auf uns zu nehmen. Das heißt ja auch, um Jesu willen Feindschaft und Schmach zu erdulden. Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten.
Ist es doch furchtbar, wenn jemand uns umbringt, Terroristen oder so. Ich sage: Fürchtet euch nicht vor denen, denn sie können danach nichts mehr. Ich will euch aber zeigen, vor wem ihr euch fürchten sollt. Fürchtet euch vor dem, der, nachdem er getötet hat, auch Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch, vor dem fürchtet euch.
Das Schlimmste, was uns geschehen kann, ist, wenn der Herr selbst uns im Gericht verwirft. Vorneulich in der S-Bahn kam eine Dame auf mich zu und sagte: Sind Sie nicht der Pfarrer Schiffbuch? Ich wollte Sie schon immer fragen: Es werden doch alle Menschen einmal in den Himmel kommen, sagen Sie das nicht auch?
Nach allem, was ich in der Bibel weiß: Nein. Aber ich glaube ... Und dann hat sie so Lehren erzählt. Überall in der Bibel steht der Ernst drin, dass wir heute im Glauben uns festmachen müssen. Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen, dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen. Aber auch die Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht, ihr seid besser als viele Sperlinge.
Wo wir glauben, dass wir mit Jesus verbunden sind, da brauchen wir unbesorgt zu sein. Ich sage euch aber: Wer mich bekennt vor den Menschen, den wird auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.
Nun singen wir: Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehen, 496, Verse 1 und dann 3 bis 6.
Wir lesen aus dem Hebräerbrief, Kapitel 10, es ist ganz am Ende der ausgelegten Bibeln, Seite 248 im Neuen Testament, Hebräer 10,32-39.
Wir haben jetzt auf unserer Freizeit auf dem Michelsberg das Kapitel 11 unseren Bibelgesprächen zugrunde gelegt, die Vorbilder des Glaubens. Das war so praktisch und hilfreich für uns. Und da gehört ja eigentlich dieser Abschnitt, der davor steht, mit dazu.
Der Weg der ersten Christen unter Druck
Gedenkt aber der früheren Tage, an denen ihr, nachdem ihr erleuchtet worden wart, einen großen Kampf des Leidens erduldet habt.
Wissen Sie überhaupt, was es ist, ein Kampf des Leidens? So viele klagen über ihre Leiden, aber sie wissen gar nicht, dass sie in den Kampf des Leidens hineingerissen sind und ihn bestehen müssen. Indem ihr zum Teil selbst durch Schmähungen und Bedrängnisse zum Schauspiel geworden seid, zum Teil Gemeinschaft hattet mit denen, denen es so erging, denn ihr habt mit den Gefangenen gelitten und den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, weil ihr wisst, dass ihr eine bessere und bleibende Habe besitzt.
Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt. Denn nur noch eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und wird nicht lange ausbleiben. Wer ist das? Das ist der wiederkommende Jesus, am Ende der Zeit, der Herr, der den neuen Himmel und die neue Erde schafft. Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben; wenn er aber zurückweicht, hat meine Seele keinen Gefallen an ihm. Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten.
Ich werde jeden Tag vielmals darauf angesprochen, dass heute in unserer modernen Zeit das so schwierig wäre mit dem christlichen Glauben. Einige fragen, wie sie dann mit ihren Zweifeln und mit ihren Einwänden fertig werden können. Andere sagen, das sei so schrecklich kompliziert in unseren Tagen, wenn man als Christ mitten in der Welt leben wolle.
Und jetzt haben Sie bestimmt auch bei anderen, die so zu Ihnen kommen und Ihnen solche Fragen stellen, schon versucht, den Weg ein wenig zu glätten, zu ebnen, und zu sagen: Komm doch, es ist nicht so schwer. Sie haben vielleicht geholfen, Missverständnisse auszuräumen. Sie haben von Ihren Erfahrungen erzählt. Aber es ist immer so bei diesen Gesprächen, dass man, je länger man redet, oft gar kein Ergebnis sieht. Man kann Argumente bringen, man kann Gründe bringen, und es gibt ja in der Tat unendlich viel, was den Glauben leicht macht. Das sind Beispiele und Vorbilder, Erfahrungen, ja, Zeichen Gottes. Man kann es prüfen und entdecken. Aber merkwürdig: Bei den Gesprächen kommt man oft nicht weiter.
Was machen wir eigentlich falsch?
Der Glaube als Entscheidung und Selbstverleugnung
Ich habe auch so ein Herz. Ich wollte jedem helfen, zum Glauben einen Schubser geben oder ihm den Arm umlegen und sagen: Komm mit, ich führe dich. Ich wollte ihn tragen auf meinen Händen. Ich wollte ihm den Glauben leicht machen, bis ich gemerkt habe: Man kann den Glauben vielleicht gar nicht leicht machen.
Jesus hat ihn uns nicht leicht gemacht. Die Einwände, die wir haben, die hat Jesus eigentlich gar nicht so ernst genommen. Vielleicht sind das von uns auch oft nur vorgeschobene Dinge. Jesus hat gesagt: Das mit dem Glauben ist eine schwere Sache, weil du dich selber aufgeben musst. Das ist der Grund. Weil du sagen musst: Ich zweifle an mir, nicht an Gott. Ich habe Fragen an mich, bin erschrocken über mich. Wer mir nachfolgen will, der verleugnet sich selbst, das heißt, der gebe sich selber auf, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Das ist schwierig.
In diesen Passionstagen blicken wir immer wieder auf den gekreuzigten Jesus, so hauptvoll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn. Und Jesus sagt: Also willst du mit mir auch diesen Weg gehen? Sagen wir Jesus, wir wollen, dass es uns gut geht, wir wollen, dass wir Lust haben, wir wollen Freude haben. Also das mit dem Glauben ist so schwierig, weil es letztlich um den einen Punkt geht, ob ich mich selbst aufgebe, ob ich ihm vertraue, ganz und völlig. Und wenn ich den Schritt gehe, dann sind die anderen Fragen alle beantwortet, alle gelöst. Ich bin auch überzeugt, dass es dann gar keine intellektuellen Fragen und Zweifel mehr gibt.
Wir haben ja in unserer Zeit heute, gerade von der Kirche und von den Christen her, unendlich versucht, den christlichen Glauben den modernen Menschen hoffähig zu machen, salonfähig, ihn anzupassen in unserer modernen Zeit. Was hat man nicht probiert, alle modernen Methoden, aber der Glaube ist nicht leichter geworden. Alle Formen gesprengt, und heute, an diesem Sonntag, gedenken wir derer, die um Jesu willen ins Leiden, in die Verfolgung und in die Bedrängnis geführt sind. Das ist seit langem ein Brauch für diesen Sonntag, den Sonntag, den wir heute begehen.
Und da könnten wir erst wieder lernen, dass der Glaube gerade dort anziehend ist, wo ihn Christen kompromisslos leben, dass dort die Gemeinden wachsen. Dass viele suchende, fragende Menschen, selbst gottlose Menschen, dazutreten, weil sie sagen: Das imponiert uns. Christen sind oft gar keine anziehenden Gestalten, altmodische Leute, weltfern. Aber die Glaubenskraft wird dort bei der verfolgten Gemeinde so eindrücklich und so groß.
Ich will das heute vorne hinstellen, einmal an die Predigt, dass ich meine: In unseren Tagen ist das ein ganz, ganz schwerer Weg.
Keine Verwässerung des Evangeliums
dass wir meinen, wir würden irgendeinem Menschen helfen, wenn wir den Glauben billig verkaufen, wenn wir das Evangelium verharmlosen, abschwächen, zurechtstutzen und modisch frisieren. Natürlich wollen wir Menschen der Zeit sein. Wir wollen flotte, nette Leute sein und nicht rückständig von vorgestern. Aber die Sache des Evangeliums, die Sache Jesu, kann man nicht einfach so verkaufen, wie sie gilt.
Und das ist das, was bei der verfolgten und bedrängten und der eingeschüchterten Gemeinde Jesu in aller Welt so eindrucksvoll ist: Sie lebt ihren Glauben.
Ich habe jetzt drei Dinge aus diesem Abschnitt herausgegriffen. Das Erste: Wir dürfen den Spannungen nicht ausweichen, wir dürfen den Spannungen nicht ausweichen.
Als dieser Brief geschrieben wurde, war ja gerade die Blütezeit der ersten Christenheit. Da sind viele Gemeinden entstanden, und das waren lebendige Gemeinden. Da hat man Sehnsucht, wie sie etwa praktisches Christentum gelebt haben. Die haben sich umeinander gekümmert, die sind füreinander eingetreten. Wenn einer in Not war, haben sie ihre Sachen hergeschleppt und gesagt: Das gehört doch dir, und ich helfe dir doch.
Sie hatten eine Gebetsgemeinschaft. Da kamen sie zusammen und beteten, sie sangen und lobten Gott, und sie sprachen von ihrem Glauben ganz natürlich. Nicht so fromm und bigottisch, sondern ganz natürlich, im Waschsalon oder auf dem Marktplatz, wenn eingekauft wurde. Da sprachen sie darüber, was sie im Glauben erlebt haben.
Das übte eine große Anziehungskraft aus. Aber bald hat sich über diese ersten Christengemeinden die dunkle, kalte Nacht der Verfolgung gelegt. Der Widerstand ging los, und die Feindschaft.
Widerstand, Verfolgung und das Zeugnis der Gemeinde
Was hat denn bloß das mächtige Römerreich bewegt, jene kleinen Christengemeinden so unter Druck zu setzen? Mit so scharfen Kanonen auf die kleinen Spatzen zu schießen, das war doch gar nicht lohnend. Aber offenbar war das Römerreich in seinen Grundfesten herausgefordert, der Kaiser in Rom, der ja ein Imperium beherrscht hat, von Großbritannien bis zum Indus, über Nordafrika hinweg und bis nach Russland hinein.
Vor den Christen hat er sich gefürchtet. Dabei haben die Christen keine Waffen getragen. Die Christen waren Leute, die nur Liebe gelebt haben. Aber das Wort von Jesus schafft Widerstand, das schafft Spannung, und der Spannung können sie nicht ausweichen. Warum haben sie die Schmähungen erduldet? Doch nicht, weil sie sich irgendwo daneben benommen hätten oder Unrecht getan hätten. Sie haben ungerechtfertigt Verleumdung und Schmähung erfahren.
Und das steht auch da, Vers 33: Ihr habt selbst durch Schmähung und Bedrängnisse seid ihr zum Schauspiel geworden. Die anderen haben euch vorgeführt, oder ihr habt euch derer angenommen, die ja durch diese große Not hindurchgegangen sind. Genau das hat ja Jesus gesagt: Wer ihm nachfolgt, wer mit Jesus lebt, der wird die Schmach wieder an seinem Leib verspüren, die Jesus getroffen hat.
Aber doch heute, bei uns, nicht mehr. Wir leben doch in einem freien Staat. Ich bin überzeugt: Wenn sie anfangen, kompromisslos nach dem Wort Jesu zu leben, wird es vielleicht schon im Familienkreis nicht ausbleiben. Schon im engsten Raum fängt Feindschaft und Spott an. Sagt mir ein Mann: Ich darf bei meiner Frau nicht ein Wort sagen von meinem Glauben, sonst läuft sie davon. Sie wissen, wie das ist, wenn sie einmal im Kollegenkreis ein offenes Wort sagen von ihrem Glauben, wie andere sagen: Was, du betest? Voller Gelächter.
Ja, sie können dieser Spannung nicht ausweichen. Sie können der Feindschaft gegen Jesus nicht ausweichen. Gegen die Kirche hat niemand etwas, aber gegen Jesus. Weil dieses Wort von Jesus uns im Innersten verunsichert, das wühlt uns auf. Denn Jesus erinnert immer wieder daran, und das war schon im Römerreich so, dass der Mensch sich nicht mit seinen Fähigkeiten selber erlösen kann, sondern ein Mensch ist, der das Opfer Jesu braucht. Ich bin kein guter Mensch.
Die Römer haben geglaubt, wenn man sich strebend bemüht, kann man sich erlösen. Dann haben die Christen gesagt, das stimmt nicht. Sie haben von ihrem eigenen Leben freimütig erzählt und sagten: Bei mir ist das doch auch so gewesen, ich lebe durch die Vergebung Jesu. Es war die Unruhe.
Ich habe es Ihnen immer wieder erzählt, wie heute in der Sowjetunion der Druck auf die Christen deshalb so stark ist. Ich möchte Sie immer wieder daran erinnern: nicht weil sie etwas gegen die politische Linie des Kommunismus sagen würden. Die mischen sich ja gar nicht in die Politik ein, sondern weil sie immer wieder sagen und schon den Kindern das immer wieder in Erinnerung bringen: Wir können keine neue Welt schaffen, solange wir selbst ungerechte Leute sind. Zuerst muss Jesus unser Innerstes umwandeln, wir müssen veränderte Leute werden, Jesus muss in unserem Herzen Platz finden.
Der schmale Weg und die Unbequemlichkeit des Evangeliums
Und dann brach im Römischen Reich der Hass und der Kampf los, und die erste Christenverfolgung begann. Damals waren sicher auch Leute in der Gemeinde, die gesagt haben: Ach, wir müssen versuchen, das Evangelium so überzeugend zu vertreten, dass die anderen uns akzeptieren. Da waren sicher auch Leute dabei, die gesagt haben: Können wir nicht einen Kompromissweg finden? Wir müssen doch auch nicht so provozierend von Jesus reden. Vielleicht schweigen wir und leben nur die gute Tat. Wir lassen nur unsere Diakoniestation arbeiten und halten uns mit der evangelistischen Predigt sehr zurück.
Es gibt ja durch die Christenheit hindurch alle möglichen Versuche, den Weg zu verbreitern. Und in unseren Tagen ist nichts ausgelassen worden, um dem modernen Menschen das Evangelium hoffähig zu machen. In den nächsten Monaten wird in einer kirchlichen Veranstaltung in Stuttgart der Chefdenker der Duoids-Bewegung sprechen. Auf einer kirchlichen Veranstaltung, die die schlimmste endzeitliche Verführung darstellt, spricht auch die Frau, die zuerst Gott für tot erklärt hat, um die Kommunisten zu gewinnen, und dann später gesagt hat, Gott sei tot, um die Atheisten zu gewinnen. Sie sagen: Wir können alles, wir sind Atheisten und Kommunisten. Und ob wir nicht das Evangelium so anbieten können, ob die Menschen uns da nicht zufallen.
Nein, man kann den schmalen Weg nicht verbreitern. Das geht nicht. Das Evangelium von Jesus wird kompromisslos gelebt von denen, die leiden um Jesu willen. Und es ist so typisch, dass Sie bei all den Vortragsreihen alles Mögliche hören: Psychologie und Soziologie und Medizin und Biologie und Physik, und alle Themen unserer Zeit werden aufgegriffen. Sie werden von politischer Opposition hören, Sie werden von Amnesty International hören, von Gruppen, die in Haft sind um ihrer politischen Überzeugung willen. Für die kann man sich begeistern, selbst für Terroristen kann man sich begeistern, aber für die kleine Schar derer, die um Jesu willen Spott und Verfolgung leiden, nicht.
Es sind jetzt zur Zeit allein 25 Christen, die um Jesu willen leiden, allein in Äthiopien 7, in Mosambik 12, und von vielen wissen wir es nicht, die in den Islamländern, in Libyen oder im Iran leiden, nur weil sie sich kompromisslos zu Jesus bekennen. Sie können die Spannungen nicht wegnehmen, und es muss sie unruhig machen, wenn sie keine Feindschaft haben. Das könnte ja sein, dass wir stumme Leute sind.
Standhaftigkeit im Alltag und im Leiden
Und nicht den Mut gehabt haben, an ein paar Punkten zu sagen: Ja, dazu stehe ich. Das sind oft auch Entscheidungen des Gehorsams im praktischen Leben, etwa darin, wie wir unsere Eheauffassung haben, wie wir zu den Geboten Gottes stehen. Ja, dazu stehen wir, weil das der klare Weg Jesu ist.
Wir können den Spannungen nicht ausweichen. Da wird erzählt, Vers 34, wie sie mit den Gefangenen gelitten und den Raub ihrer Güter mit Fassung erduldet haben. So steht es doch da? Ach nein, da steht: mit Freuden. Es wäre doch schon toll, wenn sie den Raub ihrer Güter mit Fassung ertragen hätten. Diese ersten Christen haben gewusst, dass die Botschaft von Jesus, das Evangelium von Jesus, ein Fremdkörper in dieser Welt ist. Das passt nicht hinein, und da gibt es sofort Gegenreaktionen.
Darum ist es gar nicht verwunderlich, wenn unsere Gemeindedienstleute in die Häuser gehen und einladen, dass sie nicht gründen, dass Menschen nicht kommen können, sondern dass sie nicht kommen wollen. Sie sind seit Jahren beschäftigt, das Wort von Jesus zu vergessen und aus ihrem Kopf herauszudrücken: Ich will es nicht mehr hören.
Diese ersten Christen werden hier aufgefordert, die Spannung mutig zu ertragen und den Passionsweg mit Jesus zu gehen, unerschrocken, unbekümmert. Es war meiner Frau Mirch auf unserer Reise in den Tschad so eindrücklich, wie wir bei all den Begegnungen in der Gemeinde nur immer wieder gehört haben. Wenn wir sie fragten, wie sie die Zukunft im Bürgerkrieg und in den politischen Veränderungen sehen, sagten sie: Wir sind ganz sicher, dass die Verfolgungen des Jahres 1973 wiederkommen. Es sind damals 130 Pastoren allein von einer Kirche umgebracht worden, ein ganzes Leitungskomitee. Und einer der Ärzte sagte: Ich habe so große Sorge, ob unsere Gemeinden wirklich feststehen.
Und das müssen wir hören, wir, die wir meinen, es könnte das Evangelium in einer anderen Weise bezeugt werden. Wir haben ja am Anfang der Predigt gesagt: Woher kommt es eigentlich, dass wir im Glauben so viele Probleme haben? Wissen Sie, warum wir so viele haben? Weil wir das Evangelium verwässern wollen, weil wir es verbreitern wollen, weil wir es in die Welt hinein anpassen wollen. Das geht nicht, da kommen lauter Fragen. Eine Entscheidung kann man nicht einatmen: Willst du mit Jesus oder willst du nicht?
Wir haben eine bessere Habe, sagten diese Christen. Was haben sie denn von der Habe? Ein besseres Sparbuch, als ihr Geld verloren war, ihr Besitz. Es war die Gemeinschaft mit Jesus im Glauben, und die hat sie dazu bewogen, alles andere dranzugeben.
Die Zuversicht nicht verlieren
Das Zweite, was ich herausgreifen will: Wir dürfen die Zuversicht nicht wegwerfen.
Das Erste war: Wir dürfen den Spannungen nicht ausweichen. Das Zweite ist: Wir dürfen die Zuversicht nicht wegwerfen.
Ja, das hört man immer wieder, dass jemand erzählt und sagt: Ich habe meinen Glauben verloren. Ja, was hat er denn da verloren? Was ist denn da zusammengebrochen? Immer wieder das, was zusammenbrechen kann. Das kann ja kein echter Glaube gewesen sein. Ich will ihm damit nicht wehtun, ich will ihm nur helfen. Denn wir könnten das ja alle von uns auch erzählen, dass bei uns immer wieder etwas zerbrochen ist. Aber später haben wir gemerkt: Das war ja gar nicht Glaube, das waren falsche Stützen, die wir gehabt haben.
Wir leben heute in einer Zeit, in der man alles Mögliche und Unmögliche wegwirft. Quillt bei Ihnen auch die Mülltonne über, was man alles reinstopft? Verpackungen, Kruscht und Sachen, man kann ja nicht mehr alles aufbewahren. Da gibt es viele, die auch ihren Glauben weggeworfen haben. Sie sagen: Früher habe ich geglaubt. In diesen Tagen hat mir eine Frau gesagt: Wissen Sie, die Bibel habe ich nur gelesen, als ich ein Kind war. Das liegt irgendwo weit zurück, das habe ich weggeworfen.
Nun können Sie manches wegwerfen, auch von Ihren frommen Übungen und Gewohnheiten. Sie dürfen auch manches von Ihren Sitten und Bräuchen wegwerfen. Aber der Hebräerbrief sagt: Passt auf, an einer Stelle dürft ihr nichts wegwerfen, das Vertrauen zu Jesus. Die Bibel sagt ja nie, es sei Hauptsache wichtig, dass man glaubt, sondern sagt immer, an wen man glauben soll. Das Vertrauen auf Jesus nicht wegwerfen, werft das nicht weg!
Könnt eure Habe wegwerfen, ihr könnt Menschen verlieren, die sterben und die euch Wunden hinterlassen. Es kann viel in eurem Leben geschehen. Aber eines dürft ihr nicht wegwerfen: Euer Vertrauen auf Jesus. Da müsst ihr ganz, ganz fest dabeibleiben. Denn das war für diese ersten Christen ja etwas anders als bei uns, und da kann man nur lernen. Sie hatten eine ganz große Erwartung: Wenn ich den Weg meines Lebens mit Jesus gehe, dann wird es mit jedem Tag nur herrlicher, größer, ich werde neue Entdeckungen machen.
Haben Sie auch noch diese große Erwartung? Manche von Ihnen leben voller Angst: Was kommt in den nächsten Monaten? Und selbst wenn Sie schlimme Dinge vor Augen haben, wie Krankheit oder Not mit Menschen, darf ich Ihnen sagen: Wenn Sie den Weg Jesu gehen, können Sie zuversichtlich in den morgigen Tag hineingehen, weil Jesus mit Ihnen geht. Und er enttäuscht Sie nicht, er lässt Sie nicht stehen. Und Sie können ganz gewiss sein, dass er zu Ihnen tritt und sich Ihnen offenbar macht. Er wird zu Ihnen reden, er wird seine Macht Ihnen erweisen. Und Sie dürfen sogar ganz unbesorgt sein.
Vertrauen bis in Sterben und Pflegebedürftigkeit
Ein paar haben mich neulich wieder gefragt: Wie ist denn das? Ich habe so Angst vor meinem Sterben.
Ich darf wissen: Dort ist Jesus auch in meiner Sterbestunde, und er wird die Umstände meines Sterbens ordnen. Und wenn ich ins Pflegeheim muss, dann darf ich mich auch hier in die Hände Jesu fallen lassen.
Werft euer Vertrauen auf Jesus nicht weg. Ihr könnt alles wegwerfen, aber das dürft ihr nicht wegwerfen. Denn das ist das, was Christen durch die Zeit hindurch haben. Das macht sie fest und stark und mutig. Werft euer Vertrauen nicht weg, das hat eine große Belohnung. Und ihr werdet viele reiche und mutmachende Entdeckungen machen, wenn ihr auf Jesus traut.
Aber wir haben doch am Anfang der Predigt gesagt: Ich habe so Schwierigkeiten, denken manche, mit meinem Glauben. Ich kann so Jesus nicht vertrauen. Da muss ich sie jetzt einfach fragen: Wie ist das? Sehen sie Jesus nicht vor sich, wie er für sie gehorsam ans Kreuz geht und die Schläge trägt, die Verhöhnungen und den Spott? Und sagt: Ich stehe zu dir, und deine Schuld ist der Grund, warum ich bei dir bin. Ich stelle mich unter dein verpfuschtes Leben, ich bleibe bei dir.
Und wir sagen: Herr, ich kann dir nicht trauen. Was können sie eigentlich nicht trauen? Es geht doch bloß um die Frage, ob sie ihm trauen oder nicht. Sie trauen ja sonst jedem anderen auch. Aber sie sollen wissen, dass sie ihr Vertrauen auf Jesus nicht wegwerfen können, sondern ihm fest vertrauen.
Es gab in dieser ersten Christenheit einen Satz, der ja oft zitiert wird von Tertullian, dem Kirchenvater: Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Kirche. Also, den sagt man so munter. Aber konkret ist das natürlich schlimm, wenn ich so daran denke. Irgendwo in der Dritten Welt wird eine Führungsklicke einer Kirche, so eine Führungsschicht, einfach im Martyrium an die Wand gestellt.
Gestern erzählte mir das Willi Stegmayr, der aus Uganda zurückkam. Er erzählte mir, dass da ein englischer Missionsarzt einfach wieder von den Guerillas umgelegt wurde. Er sagt: Herr, diese Leute werden doch benötigt. Da sind doch Tausende von Menschen wieder unversorgt. Du kannst doch deine besten Leute nicht einfach hinmorden lassen.
Doch ist das wahr: Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche. Das macht Jesus selbst da, wo die besten Leute weggerissen werden, dass am Ende die Gemeinde wächst, viel mehr, als wenn seine kühnsten Evangelisten am Wirken sind. Denn er baut seine Gemeinde.
Und wenn etwas in unseren Zeiten fehlt, hier in Deutschland und hier in Stuttgart, dann sind das Christen, die so kompromisslos leben und ihr eigenes Privatleben nicht lieben bis in den Tod. Die sagen: Für Jesus gebe ich alles her, und für mich will ich nichts.
Der Ruf zur Unbeugsamkeit
Und das Dritte: Wir wollen keinen Millimeter weichen. Wir wollen keinen Millimeter weichen. Das gefällt mir in diesem letzten Vers. Wir sind aber nicht von denen, die zurückweichen.
Ich habe vorhin beim Lesen gestockt und gedacht: Das stimmt ja einfach nicht. Wir sind ja alle Leute, die sehr zurückweichen. Wenn uns einer in die Parade fährt, wenn uns einer laut entgegentritt und unseren Glauben in den Dreck tritt, dann werden wir ganz erschrocken und weichen zurück. Dann machen wir den Mund nicht mehr auf. Dann machen wir einen Bogen um ihn herum, weil wir feige sind.
Diese ersten Christen lernen: Wir sind nicht von denen, die weichen, keinen Millimeter. Und wenn die alle uns auf dem Kopf herumtrampeln, wir gehen unseren Weg. Und dann wissen Sie, wie diese ersten Christen in die Arenen gegangen sind, nur mit ihren Liedern auf den Lippen und von Jesus gesungen haben.
Ich finde es schade, wenn heute die Christen in Deutschland gar nichts mehr wissen von den Märtyrern. Denn das wäre für uns die beste Hilfe in unseren Glaubenskrisen. Leute, die keinen Millimeter weichen. Unsere Glaubensfragen kommen ja nur davon her, dass wir zurückgewichen sind.
Das Ganze steht ja in einem Abschnitt, wo vom Gericht Gottes die Rede ist. Wenn Sie einmal vor unsere Verse schauen, Vers 30 und 31, da stehen ganz harte Worte, dass es schrecklich sei, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Gott wird unser Leben prüfen. Und wenn wir vor Gott nicht bestehen können, weil wir untreu waren, weil wir nicht gehorsam waren, muss uns Gott verwerfen, steht wieder da: Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.
Jetzt ist das für uns nicht eine Frage, wie wir den Glauben immer einfacher machen können, sondern wie wir an der einen Stelle eine Entscheidung fällen. Ich möchte mich heute mit Haut und Haar Jesus verschreiben.
Zeugnisse aus Gefängnis und Verfolgung
Lass in einer Veröffentlichung von Georg Wiens, der lange Jahre in Russland im Gefängnis war, wie 1982 in einem russischen Straflager Nikolai Kaprow gestorben ist, in seinem 28. Jahr der Gefangenschaft, wie Boris Artischenko 1984 gestorben ist, nachdem er zehn Jahre im Gefangenenlager war, wie 1985 Jakob Dirksen im Gefangenenlager gestorben ist, im zwölften Jahr seiner Haft.
Und bei Ihnen ist das eine Frage: Wie kompromissfähig ist der christliche Glaube? Er ist es gar nicht. Jesus hat sich ihnen gegeben in seinem Leiden und Sterben, und er fragt sie, ob sie ihr Leben für ihn geben. Er sagt, das hat eine große Belohnung. Das Christenleben trägt nur so Frucht, wenn sie sich ganz ihm hingeben. Dann hat er versprochen, dass er alles für sie gibt.
Ich habe eine Geschichte gelesen, die mich tief beeindruckt hat, von einer russischen Aussiedlerin hier im Schwäbischen. Sie erzählte aus jenen schlimmen Tagen 1945, als man die Männer geholt hat, und sie in den Arbeitslagern war. Nachts, irgendwann zwischen drei und vier, klopfte es an ihr Fenster. Sie dachte: Kommen jetzt die Miliz oder was ist los? Und dann stand ihr Bruder draußen, augenweit aufgerissen, voller Schrecken.
Ich bin ausgebrochen aus dem Straflager, ich wollte noch mal heim. Er setzt sich auf die Ofenbank an diesen großen Ofen, dann sagt er schnell: Sie kommen, die Miliz ist mir hinterher, ich bin gerannt. Und dann singt er noch, so erzählt jene Aussiedlerin, singt er noch das Lied, das so manche von Ihnen kennen:
Ist's auch eine Freude, Mensch geboren sein, darf ich mich auch heute meines Lebens freuen, wo so viele Tränen, so viel Sünd' und Not, so viel bange Sehnen, Schmerz und endlich Tod, ja, es wär zum Weinen, wenn kein Heiland wär. Aber sein Erscheinen brach den Himmel her.
Und dann geht es vom Christen weitergesungen: Aber auch im Leide blickt er himmelwärts, dass er fröhlich weiter pilgern kann. Und dann hört man schon, die Hunde, die Miliz drängt ein und nimmt ihn dann mit. Wenn der noch weiter singt: Endlich kommt er leise, nimmt uns an der Hand, führt uns nach der Reise heim ins Vaterland, dann ist ausgerungen, ach, dann sind wir da, wo ihm wird gesungen ein Viktoria.
Wollen Sie Ihren Glauben bequemer leben? Die Aussiedlerin sagt noch, man hat nie mehr etwas von ihm gehört. Aber das sind die Reichen, das sind die Großen, die etwas empfangen, die leben und Belohnung mit sich tragen.
Wir sagen: Ich kann nicht glauben oder ich will nicht glauben. Wir sind nicht von denen, die da weichen, sondern die glauben und ihre Seele erretten. Dazu ruft uns Jesus auf, dass wir nicht nur ihm Lieder singen, o Haupt voll Blut und Wunden, sondern dass wir sagen: Herr, wenn du so viel für mich getan hast, dann möchte ich alles, was ich bin, für dich wieder hergeben.
Wollen Sie? Amen!
Fürbitte, Gemeindehinweise und Segen
Nun singen wir das Lied, das Philipp Friedrich Hiller gedichtet hat, im Gedenken an die um Jesu willen Leidenden. Wir singen alle fünf Verse auch in der Fürbitte für sie und beten:
Lieber Herr, wir sind so bequem und leidensscheu, und das in dieser unendlichen Freiheit, die wir seit Jahren als unverdientes Geschenk haben. Und in dem Wohlstand haben wir ganz vergessen, dass wir deine Schmach tragen sollen und um deinetwillen auch leiden sollten.
Wir möchten heute teilhaben an dem, was andere irgendwo in der Welt um deines Namens willen leiden. Wir wollen für sie bitten, für die Gemeinden in den Islamländern, auch in den hinduistischen Ländern, auch dort, wo der Kommunismus die Predigt des Evangeliums nicht ertragen kann. Du weißt auch von dort, wo andere Mächte und Gewalten deinem Wort widersprechen.
Wir bitten jetzt für alle die, die um deines Namens willen inhaftiert sind oder Nachteile erleiden müssen, denen Wege der Bildung verwehrt sind. Erbarm dich ihrer und stärke sie, und lass sie nicht bitter werden, sondern in der Liebe bezeugen, dass du größer bist als alles. Die Habe, die du gibst, ist mehr, und der Schatz im Himmel stellt alles andere weit in den Schatten.
Wir möchten dich bitten, dass du gerade der verfolgten und leidenden Gemeinde das mutige Wort schenkst, dass sie dich bekennt, unerschrocken vor den Menschen. Und Herr, dann gib es doch auch, dass unser Wort hier wieder so verstanden wird, als dass das Leben verändert und erneuert wird, dass durch alles Morsche und Faule hindurchbricht, und gib deiner Christenheit wieder dieses Bekenntnis zu dir, das die Welt überwindet.
Lasst uns gemeinsam beten:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Wenn Sie bitte noch einmal Platz nehmen. Jetzt darf ich Sie einladen. Der zweite Teil kommt jetzt drüben im großen Saal. Meine Frau erzählt vom Tschad, jenem Wüstenstaat, wo es so mutig bekennende Christengemeinden gibt. Ich bin überzeugt, dass das für Sie eine ganz große Hilfe sein wird. Wir laden Sie ein, doch noch jetzt mitzukommen. Es gibt wahrscheinlich keinen wichtigen Termin, der Sie abhalten kann. Gerade nach dem Gottesdienst ist das so schön.
Jeder ist willkommen und eingeladen. Um 12.15 Uhr essen wir miteinander auch noch zu Mittag. Es ist ein gutes Essen, aber es ist ein Essen, bei dem wir jeden einladen und auch gleichzeitig sagen wollen: Es ist so, dass wir vielleicht zu Hause manches Mal auf etwas verzichten zugunsten derer, die da in der Welt solche Not leiden. Obwohl ich überzeugt bin, es war immer bestens und exquisit, aber es war nicht gerade eine Ente oder ein Fasan.
Ich lade Sie ein, mit dabei zu sein. Um der Gemeinschaft willen muss man sich nicht anmelden, einfach kommen und dabei sein. Wir haben den neuen Notizzettel, der ist ab Ende März gültig, damit Sie informiert sind. Und der alte, das ist der gelbliche, der liegt noch hinten, falls jemand den noch nicht hat. Da sind alle unsere Veranstaltungen drauf, Sie können sich informieren.
Darf ich die Helfer vom Gemeindedienst bitten, ihre Mappen drüben im Clubzimmer mitzunehmen und das in der nächsten Woche doch in den Häusern vorbeizubringen und gleichzeitig in unsere Versammlungen einzuladen.
Ich möchte noch darauf hinweisen, dass wir einen gelben Zettel haben. Im Kleinformat auf vier Seiten sind alle unsere Gruppen und Kreise aufgeführt. Das gilt besonders für die, die sich noch nicht hier auskennen. Der liegt auch hinten oder drüben im Clubzimmer.
Unser Opfer heute ist für die Christengemeinden im Tschad bestimmt. Es ist auf jedem Gebiet ein unwahrscheinlicher Mangel. Es kommt im Augenblick keine Sendung an, die auf dem Seeweg abgeschickt wird, und da hat diese Tschad-Mission einen Weg gefunden, dass sie hier alte Lkw aufkauft und die dann zuschweißt, die voll mit Medikamenten und allem, was nötig ist, sowie Büchern belädt und sie dann aus dem Hafen Douala rausbringt.
Mit den alten Lastwagen ist das eine Sache. Den, den wir miterlebt hatten, der hat auf der Fahrt nach Amsterdam im Anhänger ein Rad verloren. Er ist auf der Autobahn heruntergebrochen, weil er so schwer beladen war, und dann mussten sie auf der Autobahn eine neue Achse einbauen. Also, was da an Wagemut von den Missionaren heute geleistet wird, ist groß.
Wenn Sie durch Ihr Opfer ermöglichen können, dass der nächste Transport schon ein Stück weit finanziert werden kann: Jedes Medikament für die große Klinik in Coiom muss dort hinunter transportiert werden, alles, was benötigt wird, alle Bibeln und Bibelbücher und Auslegungen, alles muss auf diesem Wege hinunter. Das ist ein ganz großer Dienst.
Die Lastwagen werden dann im Lande verkauft, die werden verzollt, und das deckt dann wieder mit dem Erlös etwas ab. Aber es ist doch sehr viel. Unkosten sind da nötig für diese Gemeinden im Tschad.
Wir haben eine Freude: Da feiert das Fest der Diamantenen Hochzeit das Ehepaar Gottlob und Maria Kuhn, Wernhaldenstraße 45. Sie haben das ganz heimlich getan in der vergangenen Woche, niemand hat etwas geschnauft. Aber da wollen wir hier im Gottesdienst daran denken.
Sie saßen immer ganz hinten auf der Bank. Ach, da sitzen Sie ja. Jetzt ist aber schön, da gratulieren wir. Das möchte ich von Ihnen sehen, wenn man mit neunzig noch so daherkommt. Aber das Ehepaar Kuhn preist die Güte Gottes und die Wunder Gottes im Leben. Das sind Sie voll davon! Wir freuen uns sehr mit Ihnen, die auch so treu in der Gemeinde mitgeholfen und mitgedient haben an so vielen Stellen.
Und dann ist heute noch einmal ein Fest: Herr Kuhn, da sind Sie und Frau Kuhn einen weißen Knabe dagegen. Als Fest der Eisernen Hochzeit, da muss ich immer nachrechnen, was das ist: 65 Jahre verheiratet. Ludwig und Gertrud Lillich, Fischbachweg 5, die können nicht mehr unter uns sein, die saßen immer da drüben, ließen keinen Gottesdienst aus. Und ich werde heute Mittag dort sein und im Familienkreis eine kleine Feier machen. Wir wollen auch in Dankbarkeit an sie denken.
Und es ist groß, dass uns Gott Verheißungen gibt: Ich will euch tragen bis ins Alter und bis ihr grau werdet. Und für die jungen Leute ist das eine Sache. Ehe ist schön, wenn er die Fragen würde, die sagen: Nur noch mal miteinander, das ist das Schönste. Ihr hört immer anderes über die Ehe, aber es gibt auch Ehen, die Gott segnet.
Bestattet wurde in der vergangenen Woche Frau Emma Jahn, geborene Cherible, 79 Jahre, Bönigheimer Straße 76 in Stuttgart-Zuffenhausen, Eberhard Lindner, 56 Jahre, Hohenheimer Straße 50 A, Lina Schmidt, früher Danniger Straße 12, 90 Jahre. Bei einer dieser Beerdigungen hörten wir das Wort Jesu: Der Meister ist da und ruft dich.
Und nun will der Herr seinen Segen auf uns legen:
Der Herr segne uns und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns seinen Frieden.

