Ruhe für Gestresste. Viele von Ihnen, die am Ende ihrer Belastungsfähigkeit
sind, unter Druck stehen, permanentem Druck bis zur völligen Überforderung,
die sollen dies Wort Jesu hören Matthäus 11, Vers 25-30. Es ist schön, man
kann dann auch zu Hause schon darin lesen und sich darauf vorbereiten,
Matthäus 11, 25-30.
Zu der Zeit fing Jesus an und sprach zu welcher Zeit? Zu der Zeit, als er
den Wehruf aussprach über Chorazin und Bethsaida, die Städte, in denen
Jesus ganz viele Wunder gewirkt hat, und in denen keine Umkehr und Buße
geschah, keine Bekehrung, zu dieser Zeit fing Jesus an und sprach: Ich
preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen
und Klugen verborgen hast – und hast es den Unmündigen offenbart. Das ist
ein ganz schwieriges Wort. Ja, Vater; denn so hat es dir wohl gefallen.
Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als
nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der
Sohn offenbaren will. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen
seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir;
denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden
für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
Oft erzählen mirs manche von Ihnen, wie ihnen das Kopfzerbrechen bereitet,
oder, Meinungen von Theologen und widersprechende Lehren von Kirchen. Man
kann über theologische Gedanken in der Tat manchmal völlig durcheinander
sein. Bloß jetzt müssen Sie aufpassen. Das Evangelium, das biblische
Evangelium, das ist ganz eindeutig, ganz klipp und klar, das versteht
jeder, ja, gerade die Kinder verstehen das. Da gibt es gar keine Probleme.
Weil das Evangelium eindeutig und klipp und klar redet. Und ich bin froh,
dass Jesus alle Rätsel gelöst hat und in diesem Wort klipp und klar sagt,
was man von Jesus, dem Christus Gottes, zu halten hat. Und wenn Menschen
sagen, das sei ihnen nicht richtig klar, da steht's doch, da steht's doch
schwarz auf weiß. Jesus sagt: Her zu mir, her zu mir. Die wichtigste
Beziehung, die ein Mensch in seinem Leben eingehen kann, ist die
Glaubensbeziehung mit Jesus Christus. Vielleicht haben sie es in Ihrer Nähe
in den letzten Wochen oder Jahren erlebt, wie einer den ersten Schritt tat
und auf einmal merkt, was das ist. Eine glaubende Liebesverbindung mit dem
lebendigen Christus. Ja, lebt der wirklich, ist das nicht nur so ein
Theologengeschwätz? 4:11 Ist Christus wirklich bei mir, auch in der Angst,
der Nacht, den Problemen meines Lebens? Ein beglückendes Erfahren ist das.
Sehen sie, Glauben ist nichts Theoretisches. Und ich wollte nur, dass Sie
heute wieder das erleben, und erfahren und sage: Genauso habe ich's auch
erlebt bei mir. Als eine wunderbare, jetzt kann man bloß solche Worte
gebrauchen, Erquickung, Kräftigung, ein aufatmen ohnegleichen, der Druck
fällt mal von mir ab, die Spannung weicht, die Sorgenlast fällt dahin, ich
kann leben, ja, manche sagen, ich bin plötzlich wie ein Fisch wieder im
Wasser, der aus dem trockenen Land ins Wasser geworfen wird. Für mich fängt
das Leben wieder richtig an, so wie ich es überhaupt noch nie gekannt habe.
Mit einem ungeahnten Frieden, mit einer ganz tiefen Freude, mit einer
Lebenslust. Kommt her zu mir, sagt Jesus, die Beziehung zu ihm ist so
wichtig. Je älter ich werde, ich werde älter, möchte ich es immer noch viel
einfacher sagen, ganz simpel: Ohne Jesus kann ich mir keine Minute meines
Lebens vorstellen. Ohne Jesus ist mein Leben leer. Ich kann ohne Jesus kein
Problem lösen. Ich kann ohne Jesus nicht in den morgigen Tag blicken, ich
weiß nicht, wie ich mit meinen Versäumnissen und Fehlern fertig werden
soll, ich weiß nicht, wie ich mit mir selber fertig werden soll. Sondern
die größte Entdeckung meines Lebens ist, dass das stimmt, was Jesus da
sagt, zu ihm muss man kommen. All die anderen Fragen, die wir noch für
wichtig und bedeutsam halten, die erwähnt Jesus gar nicht. Halten Sie sich
an ihn, er lädt Sie ein, sagt Kommt her zu mir. Jetzt, heute, komm her zu
mir, du machst eine ungeahnte Entdeckung. Du wirst das erfahren, wie ich in
deinem Leben allein den Schlüssel habe zum Lieben, zur Freude, zur
Erquickung, zur Lösung aus den Verkrampfungen und Schwierigkeiten, in denen
du stehst. Das einfach als Vorbemerkung vorangeschickt.
Jetzt möchte ich zuerst einmal einen Hauptteil machen, es beginnt aber mit
einer schmerzlichen Erfahrung. Wir können das alles stehen lassen, was ich
gerade gesagt habe. Wenn Sie nicht alle in Ihrer nächsten Nähe liebe
Verwandte hätten, Freunde, und Menschen, die Ihnen viel bedeuten, die das
nicht erfahren, die Christus nicht entdecken. Die haben vielleicht Vorträge
im Bildungswerk besucht, im Fernsehen einer Streitdiskussion beigewohnt,
haben theologische Bücher gelesen, und nichts entdeckt. Sagen: Das lässt
mich kalt. Warum eigentlich bloß, warum? Was ist denn da los, da ist doch
irgendwas, was das hindert, was ist das Problem? Warum entdecken viele
Christus nicht? Ist also die Frage. Eine schmerzliche Erfahrung. Viele
entdecken Christus nicht. Die Israel-Touris, die gehen ja an dem Tag, wenn
sie rund um den See Genezareth die Besichtigung machen über die großen
Stätten von der Brotvermehrungskirche, und Berg der Seligpreisungen, am
liebsten dort hinauf in diesen neuen Ausgrabungshügel, wo Chorazin
ausgegraben ist, die Stadt, die seitdem nicht mehr aufgebaut wurde, ganz
ähnlich, wie Kapernaum. Es ist ja merkwürdig, die meisten Städte der Welt
wurden einfach wieder aufgebaut. Und zwar vielmals. Jerusalem wurde immer
wieder zerstört, und Rom, und wie sie alle heißen, auch Stuttgart wieder
aufgebaut nach der Zerstörung. Chorazin eine zerfallene Trümmerstadt. Und
man sieht: Das waren Bauten, das waren reiche und wohlhabende Leute. Schöne
Steine, man sieht die Kunstwerke, die Ornamente, eine mächtige Synagoge.
Und das war ja die Zeit, als Jesus diesen Jubelruf aussprach. Als er
gleichzeitig diesen Weheruf über Bethsaida ausstieß, und das ist
erschütternd. Es gibt über dieser Welt ein Gericht Gottes. Und ich habe
eine große Sorge, dass wir nicht unters Gericht Gottes fallen. Unser Volk,
und wir mit unserer so oft verbreiteten Gleichgültigkeit. Es gibt ein
furchtbares Wehe aus dem Mund Jesu. Es ist nicht bloß die ewigwährende
Barmherzigkeit und Fröhlichkeit und es ist immer schön und kommt her und
so, sondern es gibt ein Zuspät und es gibt ein Verstoßenwerden. Und zur
gleichen Zeit haben viele den Ruf Jesu begriffen. Was ist denn da gewesen?
Was ist denn da jetzt der Unterschied? 9:16 gewesen, warum? Überraschend
ist, dass Jesus dem himmlischen Vater dankt. Lieber himmlischer Vater,
vielen Dank, dass du's denen zugesperrt hast. Dass du denen einen Riegel
vorgeschoben hast. Können sie sich vorstellen, was das heißt? Jesus dankt
dem Vater, dass das Geheimnis des Glaubens vielen Menschen versperrt ist.
Das klingt ja fast zynisch! Warum? Warum? Nachfragen, nachbohren! Du hast
es den Weisen und Klugen zugesperrt. Ist Jesus gegen Intelligenz? Nein,
bestimmt nicht, Gott hat uns mit unserem Verstand geschaffen und wir sollen
ihn benützen und uns die Erde untertan machen. Es ist schön, wenn sie Ihren
Verstand betätigen. Nur, in Glaubensdingen kommen sie auf dem Weg Ihres
Verstandes nie zum Erkennen Gottes. Es hat noch nie einen Menschen gegeben,
der auf Grund seines Verstandes, seiner Weisheit auch nur ein Stückchen von
Gott hätte erkennen können. Und es war der große Mathematiker, Philosoph
Blaise Pascal, ein Genie, was der alles gemacht hat, mit seinen
Entdeckungen und Forschungen, der sagt, nur auf den Wegen, die das
Evangelium lehrt, kann man Gott finden. Und eine ganze Welt läuft Sturm,
Millionen und abermillionen Menschen ballen die Faust gegen Gott und sagen:
Warum, dann gibt's dich eben nicht, weil ich dich eben nicht ergründen
kann. Und der im Himmel sitzt, spottet ihrer und sagt: Gut, Vater, sagt
Jesus, zieh den Vorhang drüber. Sie sollen's nicht erkennen können. Dieser
Jesus, der so herzlich einlädt, kann gleichzeitig so hart zusperren. Warum
denn? Es ist ein ganz tiefer Gegensatz zwischen dieser Welt, in der Wir
leben und dem, was wir sind, und der Welt Gottes. Unser irdisches Leben ist
vom Egoismus bestimmt und vom Eigennutz und vom Tod. Und wir können über
Gott nicht verfügen. Wir können über Gott nicht nach unserem Gutdünken den
Zugang erzwingen. Wir haben ja in Deutschland in unserer Geschichte einen
großen Literaten und Kulturmenschen, den Matthias Claudius, ein ganz tief
gelehrter Mann. Und der hat das immer wieder in so einfache Verse bringen
können, die man dann nicht vergisst. Er, der der Freund der großen Geister
der damaligen Zeit war, hat es so sagen können, dass es Hinz und Kunz
verstanden hat: Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und
wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste
und kommen weiter von dem Ziel." Vater, ich danke dir, dass du es den
Weisen und Klugen zugesperrt hast. Jetzt will ich noch etwas dazu sagen.
Das ist der selbstsichre Mensch, der sich immer umgibt mit seiner großen
Weisheit. Sie kennen sich ja selber, Sie müssen sich selber wieder sehen.
So sehe ich mich. Der vor Gott meint, mit seinem kritischen Verstand immer
alles in Zweifel ziehen zu können. Der sich panzert gegen den Ruf des
Evangeliums, bleibt blind. Auch wenn er sein ganzes Leben lang nur
religiöse Bücher liest, er bleibt blind. Und Gott hat das zugesperrt. Wir
bleiben Unwissende, Blinde, und sehen nichts. Vater, ich danke dir, dass
das so ist. Ich will es einfach stehen lassen. So fängt der herrliche
Jubelruf an. In einer Welt, in der eine Scheidung hindurchgeht, wo stehen
Sie?
Wir kommen zum zweiten Punkt. Jesus breitet die Arme ganz weit aus. Man
kann sie gar nicht mehr weiter ausbreiten. Ich habe ein bisschen Sorge
gehabt, ob heute die Gewichte stimmen, irgendwo, das sind ja zwei solche
Gegensätze, die man gar nicht verbinden kann. Sie müssen bloß wissen, was
für Sie gilt. 13:26 Dieser Jesus, der dem letzten verlorenen Schaff
nachläuft als der gute Hirte, kann so hart sagen: Jawohl, man kann sich an
ihm stoßen und ewig verloren gehen. Dieser Jesus, der die Arme soweit
ausbreitet und sagt: Kommt her zu mir alle, alle, alle. Aber er sagt
gleich: Die ihr mühselig und beladen seid. Jesus hat hier einen Blick getan
und wir können das gar nicht, er sah in die Herzen der Menschen, in die
Seele, in das Innerste. Und er sah die Menschen, wenn da der Pilatus auf
seinem Richterthron saß, und Jesus ihm vorgeführt wurde mit der
Dornenkrone, sah Jesus diesen armen Politiker, der sich auf seinem Stuhl
nicht halten konnte, der bangt, wie lange er das noch durchsteht, von der
Gunst des römischen Kaisers abhängig zu sein. Und Jesus sah die verlogene
Heuchelei dieser theologischen Führer des Volkes, und er sah immer
dahinter, wenn er die Menschen sah, und deshalb blieb er plötzlich stehen
bei einem Bettler am Straßengraben, weil er auf's Herz sah. Und das hat
Jesus entdeckt: Hinter dieser äußeren Fassade des selbstsicheren Menschen,
was wohl dieser sagt am Ende des zweiten Jahrtausends? Die Menschen sind ja
immer die gleichen geblieben. Es ändert sich überhaupt nicht so arg viel in
unserer Welt, in unserer Technik und in ein paar Abläufen und
Verkehrsmitteln und so, Forschung, Computer, und die Menschen werden
geboren wie bei Adam und Eva. Und der Mensch bleibt dem Tod unterworfen,
und Jesus sieht im Innersten: Jeder einzelne Mensch kämpft einen
verzweifelten Kampf, jeder, jeder will es Gott recht machen, jeder will
Gott wohlgefällig sein, jeder will das Böse in seinem Leben unter die Füße
kriegen. Jeder hat seine Ziele. 15:31 Und ist tief – jetzt sagen wir es mit
einem modernen Wort, frustriert, frustriert. Bis ins Innerste. Hier sitzen
heute Morgen Leute, die sind vom Beruf frustriert, von ihrer Familie, von
ihrer Ehe, die sind enttäuscht. Unsere jungen Leute sind oft schon seelisch
krank, weil sie mit diesen schweren Enttäuschungen unseres Lebens nicht
mehr fertig werden. Das muss ja verkraftet sein. Die Berufsanforderungen
werden immer höher, die Durchfallrate in den Examina wird immer schlimmer.
Und die anderen sagen: Ja, das haben wir früher alles locker gemacht. Ihr
seid eben eine verweichlichte Generation, und so, Und dann kämpft man mit
der letzten Verbissenheit und kann nicht mehr. Jesu versteht dich mit
deinen Enttäuschungen. Wir, die wir uns so große Ziele vornehmen, sind ja
alle sehr zerbrechlich, nicht bloß in unserer Körperkraft, sondern noch
viel mehr in unserer Seelenkraft, in dem was wir aushalten, in der
Verwundbarkeit. Und darum spricht uns Jesus an: Ihr seid abgearbeitet,
geschafft, ihr könnt nicht mehr, ihr habt keinen Mut mehr, ihr könnt nicht
mehr weiter. Und er deckt das einfach ganz schonungslos auf und sagt: Kommt
doch alle her! Am meisten viele von denen, die so hochtrabend herkommen mit
der schweren Last ihres Verstandes. Willst du dich nicht einmal ganz
schlicht darunter stellen, dass wir nicht viel wissen? Es hat ja noch nie
einen Menschen auf der Welt gegeben, der gemeint hat, er hätte zu wenig
Weisheit. Wissen Sie? Es hat jeder gemeint, er hätte zu viel. Es hat noch
nie einen gegeben, der geglaubt hat, dass er zu dumm ist. Jeder glaubt,
dass er zu gescheit ist auf dieser Welt. Er würde viel mehr verstehen. Und
es ist so befreiend, wenn man sich einmal beugt und sagt: Nein, nein, nein,
nein! 17:26 Übrigens, das war ein Satz von Descartes, von einem großen
Philosophen, sonst kommt man da gar nicht drauf, dass es keinen Menschen
gibt, der sich seiner Dummheit stellt, seiner Torheit und Tölpelhaftigkeit.
Das ist so wichtig, dass man das erkennt, und vor dem Herrn ausspricht.
Sehen sie, unsere gottesdienstlichen Versammlungen sind nichts weiter, als
dass man einfach vor Jesus sagen darf, unserm Vater Himmels und der Erde
Herr, ich schaff's nimmer, ich bin am Ende mit meinen Möglichkeiten, aber
ich vertraue dir. Ich will zu dir, und ich brauche dich. Ich schaffe es mit
meiner Seelenkraft nicht mehr, ich kann über die Dunkelheit meines Lebens
nicht mehr verfügen, ich sehe den Weg meiner Zukunft nicht mehr, aber ich
vertraue dir absolut. Ungebrochen. Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig
und beladen seid, ich will euch erquicken. Erquicken, ja, das gibt's sonst
so gar nicht. Da kehrt bei Ihnen Frieden ein. Wenn Sie sagen: Herr, wenn du
mich scheitern lässt in meiner Berufsexistenz, ich will es aus deiner Hand
nehmen, will offen sein für deinen Ruf. Herr, wenn du mir dieses
durchstreichst, ich nehme mein Leben jetzt einfach aus deiner Hand, ich
will dir folgen. Und wissen Sie, wenn man dann im Weg des Glaubens
weitergeht, dann kommt die schlimmste Frustration. Die kennt man
eigentlich, bevor man zum Glauben kommt, gar nicht. Der Kampf mit der Sünde
wird immer schlimmer, je länger man im Glauben steht. Da sieht man erst,
wie es ist mit der Versuchung, mit dem bösen Herzen, mit den hochmütigen
Gedanken und mit dem Neid, und mit der Missgunst und mit der Bitterkeit des
Herzens. Ach, Herr, du musst doch in meinem Leben den Sieg davontragen. Und
da kann man jeden Tag bloß kapitulieren, und sagen: Herr, ich bin kein
Heiliger, ich bin ein sündiger Mensch, der durch deine Gnade gerettet wird,
und ich brauche Dich. Danke, dass du die Arme so weit ausbreitest. Wissen
Sie, warum Gott Weisen und Klugen das so absolut zugesperrt hat? Weil es
nur einen Weg des Evangeliums gibt, auf dem man selig werden kann. Als
Unmündiger, und sagen: Herr, du musst meine Hand nehmen und mich führen.
Unmündig – das ist in einer Zeit der Emanzipation, in der wir heute leben,
der Selbstwirklichung, das wirklich absolut entgegengesetzte. Ich verstehe
das Evangelium – es ist für unsere Zeit also etwas, über das man bloß
spotten kann. Nur unmündige Leute, die wissen, dass sie mit ihrem ganzen
Können und Vermögen Unmündige vor Gott sind, erfassen das Geheimnis des
Evangeliums. Denen offenbart's der Vater im Himmel und sein Sohn Jesus. Und
er hat's Ihnen zugesagt, dass Sie's erfahren und erleben in dem Scheitern
Ihrer Lebensführung. In den schweren Nöten und Enttäuschungen und
Problemzonen, durch die Sie hindurchgehen, da werden Sie es erfahren: Kommt
her zu mir. Die Arme weit ausgebreitet.
Und noch ein letztes: Jesus gebraucht ganz harte Worte. Aber er nimmt die
harten Worte, und ich habe es so überschrieben: Ganz fest zusammengespannt.
Also, was ist das: Glauben? Wenn wir so Leute einladen zum Glauben, würden
wir nie davon reden, dass da ein Joch benützt wird, weil Sie sagen, das
Joch, das kennen wir vom Ochsenkarren oder so, das einem Tier da vor die
Stirn gebunden wird, da wird doch gerade die Freiheit eingeengt, man wird
in die Seile eingespannt. Und Jesus will gar keinen Zweifel daran lassen,
um was es geht. Und genau wir verschweigen das dann und dann bringen wir
uns um's Glück. Ich sage ja gerne dann, wir sitzen zwischen allen Stühlen.
Das ist unbequem. Darum sagt Jesus: es geht um Kommandos, um Befehl: Komm
her zu mir, mach einen Schritt! Ich weiß nicht, warum in unserer Kirche das
so stiefmütterlich behandelt wird. Das mit dem Entscheidungsschritt zu
Jesus hin, das muss eine klare Entscheidung sein, ja, was denn sonst? Ein
Schritt: Ich will mit Jesus. Ich bin lange Jahre ohne Jesus. Ich will mit
Jesus. 22:00 Ich kann vielleicht in einer Tradition stehen, so
Namenschristentum, ich will jetzt mit Jesus leben. Ich will mein wirres
Leben mit vielem gottlosem Tun einfach jetzt unter Jesus stellen. Nämlich
bitten zu gehören mit Haut und Haaren ihm. Und dann: Lass dich einspannen
in sein Joch. Das heißt: So ein Zugtier darf nicht einfach dahinlaufen, wo
man's will. Das ist ja heute so die Frage, ich lebe nach meiner Lust. Nein,
das ist der Fehler. Ich lebe nach den Weisungen meines Herrn. (26:35) Auch
das: Ich bin nicht mein eigener Herr. Ich will dem Herrn gehorchen, der
mich führt. Ich will mich einspannen lassen. Also herrlich. Der zieht
meinen Karren aus dem Dreck! Und ich darf jetzt einfach sagen: Herr Jesus,
meine Berufsnöte sind deine Probleme. Ich will das mit dir durchstehen. Ich
gehe das mit dir deine Wege, aber dann musst du die Sachen zu Ende bringen.
Meine aufgaben. Also in ein paar kritischen Punkten. Damals im Frankfurter
Flughafen, da sagte ich, das geht nicht. Als die Honeckers ausgereist sind.
Waren die ersten Einübungen, blickte auf mich. Leg das alles in deine Hand.
Was haben wir um euch Angst gehabt, bei dieser schrecklichen Kriminalität,
und oft ist euch schon alles weggestohlen worden aus eurem Haus in Nairobi.
Blickt auf mich. Da waren keine Finanzen da, und dann waren die politischen
Unruhen groß. Blickt auf mich! Ich bin am Freitagmorgen aus Malawi
zurückgekommen, und habe am letzten Sonntag eine Tour gemacht mit der
Evangelical Church of Malawi. Die haben schon früh, vor acht Uhr begonnen,
Gemeinden zu besuchen, und es war schon dunkel am Abend, und wir haben dann
noch die letzte aufgesucht. Sie sind von morgens an dagesessen und haben
gewartet, bis man gekommen ist. Und immer Botschaft bringen, immer
predigen, immer persönlich. Und dann interessiert man sich, wie ist so eine
Kirche entstanden mit 500 Gemeinden? Da war um die Jahrhundertwende ein
Sonderling, Joseph Booth aus Australien, der hat sechs Kirchen da unten im
Njassaland gegründet. Jede von diesen Kirchen hat heute hunderte von
Gemeinden. Ganz allein. Ohne ein Missionswerk in Australien oder in Europa
hinter sich. So war es. Da war ein Mann da, der hat auch Jesus geblickt und
hat die Challenge ergriffen, seines Lebens. Hat dem Ruf gefolgt und ist
gegangen. Das klingt Ihnen vielleicht viel zu groß und zu mächtig, das
können sie erfahren in Ihren eigenen Lebensumständen, in denen Sie sind,
dass Jesus Ihnen ganz konkret vorangeht, dass Sie immer besser erkennen,
nun sagt Jesus: lernt von mir, nun lernt man ja nimmer gern, besonders,
wenn man älter wird. Aber das Lernen ist ganz wichtig, und Jesus stellt am
Lernen bei Jesus heraus: Lernt von mir, ich bin sanftmütig und von Herzen
demütig. Wir wollen ja immer mit dem Vorschlaghammer durch die
verschlossenen Türen durch, und wir wollen dann rütteln, wo dann
irgendetwas verschlossen ist. Lernt das von mir. Leg dein Schicksal in die
Hand Jesu. Die Krankheit, die Dir Sorgen macht, leg sie einfach in die
Hände Jesu. Und du wirst Ruhe finden für deine Seele. Und das Joch, das
Jesus dir auferlegt, ist nicht groß. Es ist nicht zu wenig gesprochen, wenn
von Ihrem Leben große Segensspuren ausgehen. Aus Ihrem sanftmütigen und
demütigen Nachfolgen Jesu. Weil es Jesus einfach versprochen hat, dass er
mächtig wirkt. Sehen Sie, das ist kein trockenes Lehren und kein trockenes
Kopfwissen, wie es manchmal so ist in manchen schwierigen theologischen
Lehren. Sondern das ist ein im praktischen Leben bewährtes Erkennen Jesu.
Seiner Macht und seiner Größe. Wo sie tagtäglich den Atem anhalten und
sagen: Es ist gewaltig. Gewaltig, was der Herr tut, da kann man nur noch
staunen. Und wie man seine Wunder und seine Durchhilfe, wie er uns manchmal
warten lässt, Und wie man durch sein Wort aufgerichtet und gestärkt wird.
Dieser Herr Himmels und der Erden will, dass Sie ihn entdecken, er will
sich Ihnen offenbaren in dieser innigen Lebensgemeinschaft mit Jesus. Amen.
