Generierte Mitschrift
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Gebet und Dank am Beginn
Wir wollen noch einmal aufstehen zum Gebet.
Lieber Vater, wir danken dir, dass wir Menschen sein dürfen, die in Abhängigkeit leben, dass wir Wesen sind, die ständig einen Gott brauchen. Und nicht nur irgendeinen Gott, sondern den einzigen wahren Gott in Jesus Christus. Wir danken dir, dass wir von Herzen singen dürfen und es auch von Herzen meinen können: Ich brauche dich jede Sekunde. Dann kommt es gut heraus, wenn wir in dieser Abhängigkeit stehen. Wir danken dir, dass wir so geschaffen sind, als Wesen, die jede Sekunde des Lebens den Heiland und Herrn brauchen. Wir danken dir, dass wir ihn haben dürfen.
Segne diese Stunde jetzt auch, wenn wir lesen und nachdenken über dein Wort. Amen.
Wir wollen uns setzen.
Unsere Rahel hat mich schon die ganze Zeit gefragt, worüber ich denn heute predige. Aber ich habe es ihr nicht gesagt. Es soll ja gleiches Recht für alle sein. Ihr wisst auch noch nicht, worüber ich predige. Es wird gemischten Salat geben. Gemischten Salat.
Zuerst 1. Petrus 1,15. Ihr werdet gleich merken, worum es geht. Und ihr könnt dann schon einen Finger in Lukas 9 auch noch reinhalten, das haben wir ja heute schon mehrmals angeschaut. 1. Petrus 1,15 und Lukas 9.
Zuerst 1. Petrus 1. Ich lese schon von Vers 13 weg, damit wir ein bisschen den Zusammenhang haben:
Deshalb umgürtet die Lenden eures Denkens, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung vollkommen auf die Gnade, die euch gebracht wird in der Offenbarung Jesu Christi. Und als Kinder des Gehorsams formt euch nicht nach dem Schema der früheren Lüste, in denen ihr in eurer Unkenntnis dientet, sondern wie der, der euch rief, heilig ist, werdet auch selbst heilig in aller Lebensführung. Denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin.
Das ist der erste Text.
Der zweite Text ist Lukas 9,23. Lukas 9,23:
Er richtete sich an sie alle und sagte: Will jemand mir nachkommen, verleugne er sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf und folge mir. Denn wer seine Seele retten will, wird sie verlieren; wer aber seine Seele meinetwegen verliert, der wird sie retten. Denn was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, sich selbst aber verliert oder Schaden nimmt?
Mal bis dahin.
Ich habe mir mal überlegt: Was ist denn eigentlich der große Unterschied zwischen dem Christentum und irgendeiner anderen Religion? In den Religionen gibt es Regeln, oder? Man soll versuchen, sich daran zu halten. Und dann gibt es ein heiliges Buch, an das man sich halten soll, alles, was darin geschrieben steht. Und man soll sich recht zusammenreißen, denn es ist eine wichtige Sache, es ist eine ernste Sache. Eigentlich sind alle Religionen gleich, und das Christentum auch, könnte man meinen, oder?
Und dann merke ich, dass der Schlüssel im Christentum das Kreuz ist, das Kreuz. Wir haben vorher gelesen: Werdet heilig. Das könnte man einem Moslem auch sagen. Das könnte man irgendeinem Shintoisten auch sagen: Werde heilig. Das könnte man jedem Katholiken sagen. Werde heilig. Das könnte man jedem Menschen sagen, der ein bisschen weiß, was Heiligkeit heißt. Aber dann kann man das ja erklären: Werde heilig. Einfach ein Befehl.
Das Ganze ist nur möglich, wenn wir vom Kreuz her leben. Alles andere kann man vergessen.
Der Weg der Heiligung als Rückverwandlung
Wachstum in der Heiligung ist eigentlich eine Rückverwandlung in das Bild Christi. Wir sind ja verzerrt, wie ich heute schon gesagt habe. Wir sind verzerrt, wir sind kaputt gemacht durch die Sünde. Durch den Sündenfall sind wir von klein auf, schon als Baby, in eine Richtung gezogen. Wie soll ich sagen? Wir ziehen schon in eine Richtung, und diese Richtung heißt Sünde.
Man wird älter und älter, und wir sündigen dann tatsächlich. Wir leben anders, als Gott sich das vorgestellt hat. Und Heiligung ist jetzt Rückverwandlung in Christi Bild. Das ist schwierig, weil das alte Wesen in uns überall drinnen ist. Als wir den Herrn Jesus Christus angenommen haben, ich rede jetzt zu Christen, also das muss klar sein, ich rede jetzt zu wiedergeborenen Christen. Wer nicht wiedergeboren ist, der braucht sich nicht angesprochen zu fühlen, das ist nicht für ihn, was ich jetzt sage. Und dann haben wir den Herrn Jesus Christus angenommen, also unseren Herrn und Heiland und Retter. Dann hat er uns erlöst, hat uns die Sünden vergeben, und das ist wunderbar.
Aber dann stellen wir fest, dass wir immer wieder Probleme haben mit unserer Persönlichkeit, mit gewissen Macken in unserer Persönlichkeit. Und jetzt kommt die Rückverwandlung in das Bild Christi. Das ist so schwierig, weil das alte Wesen immer und überall drinnen ist. Und wir stellen immer wieder fest: Es ist mir wieder nicht gelungen, und ich bin wieder zänkig geworden, und ich habe jetzt wieder kritisiert, und ich habe mich wieder nicht in der richtigen Art und Weise benommen. Aber der Herr möchte uns rückverwandeln in Christi Bild, und die Bibel nennt das Heiligung, Wachstum in der Heiligung.
Es gibt ja eine punktuelle Heiligung. In dem Moment, wo man Christ wird, wird man heilig. Jetzt bin ich ein Heiliger, jetzt bin ich Gott zugeordnet, und jetzt gehöre ich Gott. Heilig heißt: für Gott zugeordnet. In unserer Familie gibt es ein Geschirr, das ist heilig. Das ist das Geschirr für die Gäste, das ist zugeordnet für die Gäste. Und wenn dann irgendwelche Gäste da sind, gibt es Gästegeschirr, und dann haben wir heiliges Geschirr. Und wir als Christen sind heilig. Das heißt: zugeordnet für Gott, um für ihn da zu sein. Rein, gereinigt, reingemacht und jetzt zugesondert, zugeordnet, abgesondert für ihn.
Aber jetzt gibt es ja diese wachstümliche Heiligung, von der Petrus sagt: Werdet heilig, 1. Petrus 1,15, werdet heilig, denn ich bin heilig. Das heißt, werdet – das zeigt uns schon, es geht um einen Prozess, wir müssen wachsen. Und jetzt hat uns Gott ein Messer gegeben, so wie die Indianer ein Skalpell, um die Haut runterzuziehen sozusagen, zu skalpieren. Gott hat uns ein Skalpell in die Hand gegeben, das wir jetzt selber verwenden müssen, und ich muss jetzt sozusagen selber auch rangehen. Ich kann nicht sagen: Ja, der Herr Jesus macht jetzt alles für mich, der verwandelt mich jetzt in sein Bild. Jetzt bin ich Christ geworden, jetzt lege ich mich in den Liegestuhl und warte, dass der Herr Jesus mich verwandelt in sein Bild. Nein, das sagt uns die Bibel nicht.
Wir haben jetzt gelesen: Will jemand mir nachkommen, der verleugne sich selbst und hebe täglich sein Kreuz auf und folge mir nach. Also, eins ist klar, und das muss man sich von Anfang an klar machen: Wir müssen uns selber den Kampf ansagen, wir müssen unserer eigenen Natur den Kampf ansagen. Und wenn wir das nicht tun, dann werden wir keinen Erfolg haben. Wenn wir sagen: So schlimm ist es ja auch nicht, und schau die anderen an, die anderen sind ja auch nicht so heilig wie Gott. Das kann man sowieso nicht werden, also bin ich eigentlich mit dem Status quo recht zufrieden. Bleiben wir dabei, machen wir einfach so weiter. Nein, so kann es nicht sein, so kann es keine Heiligung geben, und so wird es auch keinen Fortschritt in der Nachfolge Jesu geben.
Das tägliche Nein zum alten Ich
Will jemand mir nachkommen, verleugne er sich selbst und hebe täglich sein Kreuz auf. Das heißt, er nehme es auf die Schulter, schultere sein Kreuz und folge mir. Also, ich muss an die Hinrichtungsstätte gehen. Das ist genau das, was wir müssen. Wir würden heute mit moderner Sprache sagen: Nimm den Galgen mit und geh an die Galgenstätte, geh an die Hinrichtungsstätte, nimm einen elektrischen Stuhl und geh an die Hinrichtungsstätte. Genau das ist gemeint. Nichts anderes hat Jesus gemeint, wenn er das gesagt hat: Der soll sein Kreuz aufschultern. Er soll sein Kreuz aufnehmen und mir nachfolgen. Ich gehe nämlich auch dorthin.
Also Konkurs anmelden heißt das. Konkurs anmelden: Vom Fleisch her bin ich bankrott, vom Fleisch her bin ich nicht in der Lage, so zu leben, wie Gott sich ein Menschenleben vorgestellt hat, wie Gott sich vorgestellt hat, dass wir als Menschen leben sollen. Und Wachstum in der Heiligung beginnt dort, wo ich aufhöre, mich um mich selber zu bemühen.
Ich habe ein Lied gesucht und habe es jetzt auch gefunden. Das haben wir drinnen, das heißt in 172: Herr, wenn es stimmt, dass der Sünder ich abgestorben, dann brauche ich nicht, selbst zu kämpfen, das heißt, aus der fleischlichen Kraft, aus der Eigenkraft heraus zu kämpfen und zu versagen. 172: Herr, wenn es stimmt, dass der Sünder ich abgestorben, brauche ich nicht selbst zu kämpfen und zu versagen. Herr, wenn es stimmt, dass ich mit dir auferstanden, dann bist du jetzt selbst mein Leben, meine Kraft. Herr, wenn es stimmt, dass du nichts von mir erwartest, von meinem Fleisch, weil du weißt, dass ich ohne dich nichts bin, nichts tun kann. Herr, wenn es stimmt, dass du nur darauf gewartet hast, dass ich alles das erkenne, dann fang an! Herr, wenn es stimmt, dass du alles schon getan hast, möchte ich dich nun erleben, jeden Tag. Herr, auch wenn es wehtut, brich meinen Stolz, meine Ehre, dass ich immer erkenne, was ich ohne dich bin.
Die alte Version heißt, dass ich ohne dich nichts bin. Dass ich ohne dich nichts bin. Lass mich das erkennen. Sehr, sehr gut ausgedrückt, genau das, worüber ich heute predige. Das ist eigentlich meine Predigtwissenschaft. Wachstum beginnt dort, wo alles eigene religiöse, fleischliche Bemühen endet.
Die Grundlage des Kreuzes und die juristische Wirklichkeit
Das Kreuz gehört auch zu unserem täglichen, jetzigen christlichen Leben. Das ist der große Unterschied zur Religion. Der Christ lebt vom Kreuz her. Was heißt das? Was heißt es, dass der Christ vom Kreuz her lebt? Das kann man nur verstehen, wenn man Römer 6 verstanden hat. Sonst kann man es nicht verstehen.
Es muss eine Basis geben. Ich kann nicht sagen: Also gut, jetzt reiß dich einfach zusammen, sei einfach selbstverleugnend, geh hart mit dir ins Gericht, und fertig. Das ist Eigenkraft, das ist fleischliches Ringen, und nach ein paar Stunden ist es wieder vorbei. Es geht um etwas anderes. Ich muss eine Basis haben für diesen Kreuzesweg.
Und diese Basis haben wir auch im Lied gelesen. Das lesen wir in Römer 6, dort steht es genau wörtlich. Römer 6,6: Von diesem in Kenntnis nehmend, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt wurde. Nur so wenig. Von diesem in Kenntnis nehmend, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt wurde.
Der Christ lebt vom Kreuz her. Das ist der riesige Unterschied zwischen Religion jeglicher Art und Christentum. Der Christ lebt vom Kreuz her. Ich bin damals gestorben. Wie geht denn das, dass ich vor zweitausend Jahren gestorben bin? Wie kann ich vor zweitausend Jahren gestorben sein?
Nun, es geht natürlich um Juristisches. Juristisch bin ich gestorben. Ich habe damals nicht existiert, aber juristisch bin ich gestorben. Ich bin tot, weil Jesus Christus an meiner Stelle gestorben ist. Und wenn er an meiner Stelle gestorben ist, dann bin ich gestorben.
Und dann brauche ich jetzt nicht mehr der Sünde zu dienen. Da brauche ich jetzt nicht mehr dem fleischlichen Wesen Schuldner zu bleiben. Da brauche ich jetzt nicht mehr nach meiner Bequemlichkeit zu leben. Dann brauche ich nicht mehr nach meiner Lust zu leben. Da brauche ich nicht mehr natürliche Regungen wie beleidigt sein, schmollen, mich ärgern und zornig werden. Das brauche ich nicht mehr. Und unfreundlich sein, weil ich heute einfach unfreundlich bin, brauche ich auch nicht mehr.
Das muss ich aber wissen. Ich brauche zuerst eine juristische Basis, sonst geht gar nichts. Ich muss zuerst wissen, und deshalb beginnt Paulus mit Römer 6, bevor er bei Römer 8 ankommt. Ich kann nicht Römer 8 leben, wenn ich Römer 6 nicht habe. Ich muss Römer 6 wirklich verstanden haben. Und es geht um Juristisches, das heißt rechtsmäßig: Ich bin mit Christus gestorben, weil der Herr Jesus Christus für mich gestorben ist. Ohne das geht es nicht.
Der Christ lebt vom Kreuz her. Und wenn der Herr Jesus später dann sagt: Wer mir nachkommen will, der nehme sein Kreuz auf sich, dann muss man wissen: Das geht nur. Ich kann nur dieses Kreuz auf mich nehmen im praktischen Leben, wenn die rechtliche Situation geklärt ist. Das heißt, wenn ich weiß: Jesus Christus ist für mich gestorben, und deshalb brauche ich nicht mehr meinen natürlichen Regungen immer nachzugeben.
Ich brauche ihnen eigentlich gar nie nachzugeben. Aber wir fangen einmal mit immer an: Ich brauche ihnen nicht immer nachzugeben. Von mir, von meiner eigenen Kraft aus, von meinem eigenen Fleisch aus werde ich den Kampf verlieren. Ich muss Konkurs anmelden. Ich muss mit allem eigenen Bemühen aufhören. Dann gehört das Kreuz zu meinem täglichen Christenleben.
Der Ruf zur Selbstverleugnung im Alltag
Lukas 9,23. Der Herr sprach zu wem? Zu wem sprach er? Lukas 9,23. Er richtete sich an sie alle, keiner ausgenommen. Er richtet sich an Sie alle. Jeder Christ ist angesprochen, auch hier. Und Lukas hat das niedergeschrieben, weil er weiß, es werden Christen lesen.
Will mir jemand nachkommen, verleugne er sich selbst. Da ist das große Problem, oder? Ich will jetzt nicht, ich habe jetzt keine Lust. Siehst du, da greift die Selbstverleugnung. Da greift genau dieser Vers.
Wenn du Jesus nachfolgen willst, dann verleugnest du dich selbst. Und das heißt nichts anderes als Nein sagen. Sich selbst verleugnen heißt Nein sagen. Nein zu mir selbst. Und das muss ich vielleicht hundertmal am Tag. Nein, und jetzt gibt es keine Antwort. Denn wenn du jetzt eine Antwort gibst, da kommt ein Streit. Oder du sagst einfach Entschuldigung und beendest den Streit, der jetzt käme. Da muss ich mich demütigen, das will ich nicht. Dann sagt man Nein zum Stolz. Es geht letztlich um einen Zerbruch, wir werden gleich noch darauf hinkommen.
Und dann steht da täglich. Letztendlich habe ich das gut gelesen: Will jemand mir nachkommen, verleugne er sich selbst und hebe sein Kreuz auf täglich. Aha, also nicht einmal, ein für allemal. Ja, nur vor zwei Monaten habe ich mich entschieden, ich sage Nein zu mir selber. Das zieht nicht, das hält nicht an. Ich muss jeden Tag sagen: Herr Jesus Christus, also gut, ich melde wieder Bankrott an, ich melde wieder mein Ende an.
Ich will mich nicht selbst bemühen, aber ich sage Nein zu meinem eigenen Rechtfertigen. Ich sage Nein zu meinem eigenen Beleidigtsein. Ich sage Nein zu meinem eigenen Verletztspielen. Ich sage Nein zu meinem eigenen Wunsch, dass alle die Aufmerksamkeit auf mich richten. Nein, ich möchte gerne so leben, wie du es möchtest. Und das heißt auch, dass die anderen mich einfach nicht merken, nicht beachten. Wenn sie mich nicht beachten, will ich nicht beleidigt sein. Ich sage Nein zu Unbelehrbarkeit, ich möchte mich belehren lassen.
Manchmal ist uns unsere Sturheit im Wege, eine ganz gewaltige Sturheit im Denken. Wir sagen immer, der ist stur und der ist nicht stur, oder? Und ich merke: Jeder ist stur. Das liegt uns, das liegt in unserer Natur. Fleisch sein heißt stur. Ich will meinen Kopf durchsetzen, nörgeln, ich suche die Fehler bei den anderen, und ich finde so viele Fehler, natürlich in der Familie am meisten, und in der Ehe, dort wo man am engsten zusammenlebt, finde ich noch mehr als bei den Kindern.
So kann man sich das Leben furchtbar schwer machen. Aber es geht nicht darum, sich das Leben leicht zu machen. Es geht darum, dass wir gegen Gott sündigen. Und ich frage meine Frau: Ich bin hart dran, und ich mache immer wieder Fehler. Aber der Herr Jesus sagt, wir müssen Bankrott anmelden. Das heißt, wir stellen uns jetzt alle unter diese Botschaft, Redner eingeschlossen.
Das Kreuz als Ende des Eigenwillens
Also, wenn jemand das Kreuz aus der Stadt hinausgetragen hat, dann war klar: Dieser Mensch wird nie mehr zurückkommen. Das war den Leuten klar. Da geht jemand raus und trägt sein Kreuz außerhalb der Stadt zur Hinrichtung. Die Leute haben gewusst: Er wird nie mehr zurückkommen, jedenfalls nicht lebendig. Im Sarg vielleicht.
Und bei uns gilt: Wenn der Herr Jesus sagt: Nimm das Kreuz auf dich, dann heißt das: niemals zurück, niemals zurück. Die Welt liegt hinter mir, das Kreuz steht vor mir, und dort gehe ich hin, niemals zurück.
Das Kreuz, das den Herrn Jesus Christus tötet, will auch in unserem Leben alles Eigene töten. Alles Eigene, alles Fleischerne. Und fleischlich heißt nichts anderes als eigen. Wir meinen immer, fleischlich heiße nur die Fleischeslust, also sexuelle Sünden und so weiter. Dazu gehört aber auch der Stolz. Überhaupt alles Eigene, alle Sturheit und alle Bitterkeit, alle Respektlosigkeit, alles das in meinem Leben will der Herr Jesus eliminieren.
Entweder regiere ich oder er. Nicht er plus ich, sondern er minus ich. Erich heißt niemand Erich, aber das ist doch ein schöner Name, oder? Er minus ich. Nicht er plus ich.
Die Menschen sind Thronräuber, sagt er. Seit Offenbarung 6. Als wir Offenbarung studiert haben, haben wir gelesen, dass die Menschen Thronräuber Gottes sind. Da sitzt Gott auf dem Thron, und dann kommen die Menschen und berauben Gott seines Thrones. Siegreich und um zu siegen, Offenbarung 6. Wer will denn Gott den Thron wegnehmen? Thronräuber.
Auch als Christ bin ich oft Thronräuber. Wem gehört eigentlich der Thron meines Lebens? Ja, ich habe mich bekehrt, ich habe den Herrn Jesus auf den Thron meines Lebens gesetzt. Aber mittlerweile bin ich Thronräuber geworden. Ich will selber regieren.
In Lukas 19 lesen wir eine ganz tragische Geschichte. Da sagen die Leute: Jesus kommt als König und möchte regieren, und die Leute sagen: Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrscht. Lukas 19, könnt ihr nachlesen. Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrscht.
Und als Christ denke ich manchmal auch so. Nein, Herr, in diesem Gebiet will ich nicht, dass du über mich herrschst. In diesem Gebiet will ich meinen Schädel durchsetzen, und ich bleibe dabei. Du kannst machen, was du willst.
Dann wundern wir uns nie, warum wir nicht weiterkommen im Christenleben, warum es so schwierig ist. Und ich möchte gerne sagen: Herr Jesus, ich danke dir, dass ich dem Fleisch nichts mehr schuldig bin, Römer 6,6. Ich bin gestorben. Und dann kommt Römer 8. Römer 6,6, was haben wir gelesen? Das war der Vers, wo die Basis gelegt wird: Römer 6,6, kennend, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt wurde. Und jetzt kommt Römer 8,12, glaube ich, ist es: Römer 8,12. Dann sind wir also, Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, um nach dem Fleisch zu leben.
Herr Jesus, ich danke dir, dass ich meinem fleischlichen, eigensinnigen Wesen nichts mehr schuldig bin, weil du für mich gestorben bist. Jemand hat mir gesagt: Als er in eine Situation gekommen ist, wo er gemerkt hat, jetzt entweder ich oder Jesus, da hat er gesagt: Herr, lass die Nägel halten, dass der alte Mensch da droben bleibt. Herr, lass die Nägel halten. Das Natürliche muss im Tod gehalten werden, nur das Geistliche darf bleiben.
Ja, es ist mein Recht, ich darf mich doch verteidigen. Willst du nach Recht? Bist du sicher, dass Gott dich nach dem Recht behandelt? Was ist mein Recht? Mein Recht ist die Hölle. Wenn Gott uns nach Recht behandelt und nicht nach Unrecht, dann verdiene ich die Hölle. Also bitte: Wollen wir unser Recht oder wollen wir Gnade?
Galater 2,19. Für dieses Thema ein Paradevers, ein entscheidender Vers überhaupt, oder? Galater 2,19 und 20. Für dieses Thema genau der Vers. Durch das Gesetz bin ich dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Mit Christus zusammen bin ich gekreuzigt worden. Aber ich lebe, also ich bin mit Christus gekreuzigt worden, wie Römer 6, oder? Ich bin gekreuzigt worden, wunderbar. Aber ich lebe, Vers 20: nicht mehr ich, Christus lebt in mir. Und was ich nun im Fleisch lebe, das heißt im Leibe, hier in diesem Sinne, was ich nun im Fleisch, im Leibe lebe, lebe ich im Glauben, im Vertrauen auf den Sohn Gottes, der mich liebte und sich selbst für mich hingab.
Also nicht ich, sondern Christus in mir, sagt Paulus. Ich lebe, ich bin gestorben, rechtsmäßig. Ich bin tot. Jesus ist an meiner Stelle gestorben, deshalb bin ich gestorben. Ich brauche nicht mehr nach den Lüsten meines Lebens und nach der Sturheit meines eigenen Ich zu leben. Ich brauche nicht mehr.
Aber was ich jetzt noch lebe, das lebe ich im Vertrauen auf diesen Herrn Jesus. Das heißt, ich sage einerseits hundertmal Nein, aber ich sage auch gleichzeitig hundertmal Ja zu Jesus und sage: Herr, jetzt vertraue ich dir. Jetzt vertraue ich dir, dass du mir die Kraft gibst. Dann bist du jetzt selbst mein Leben, meine Kraft.
Herr, wenn es stimmt, dass das Sündliche abgestorben ist, Herr, wenn es stimmt, dass ich mit dir auferstanden bin, dann bist du jetzt selbst mein Leben, meine Kraft. Da heißt es in dem Lied: Nicht mehr ich, sondern Christus in mir. Nicht mehr ich, das ist das Nein, sondern Christus in mir. Und jetzt verlebe ich im Vertrauen auf diesen Christus in mir. Da ist die Kraft. Und das ist der riesengroße Unterschied zur Religion.
Das verstehen manche junge Leute, die christlich aufgewachsen sind, oft nicht. Sie haben oft Schwierigkeiten, das zu verstehen, weil für sie das Christenleben einfach reine Religion ist. Das ist die Religion der Eltern. Und man hat noch nicht verstanden, dass man vom Kreuz her lebt. Man hat noch nicht verstanden, dass Jesus Christus am Kreuz etwas getan hat, das nicht nur etwas ist, was einmal in der Geschichte vor zweitausend Jahren passiert ist, sondern das heute mit meinem Leben so viel zu tun hat. Denn es ist die Basis für mein Heiligungsleben heute.
Und Jesus will mich an den Galgen führen, jeden Tag. Gehen wir an den Galgen oder zum elektrischen Stuhl, nehmen wir das auch nur auf uns und gehen dorthin und sagen: Tod dem Ich, Tod dem fleischlichen Wesen, Tod diesem unheilvollen Ungeheuer, hat jemand gesagt, das sich da überall zeigen möchte. Ich. Ich muss so handeln, als ob ich nicht mehr da sei, wenn es um Sündigen geht. Ich bin nicht mehr da.
Also das eigentliche Problem ist nicht meine Ehe. Das eigentliche Problem ist nicht mein Ehemann oder meine Ehefrau und meine Kinder, die so ungehorsam sind. Das eigentliche Problem ist woanders. Und das eigentliche Problem ist nicht der andere Mensch, der mich so stört, und der schlechte Arbeitskollege. Das Problem liegt woanders. Das Problem liegt bei mir selber.
Dass die anderen Fehler machen, das hat Gott eingerechnet. Das hat Gott mir geschenkt, damit ich in meiner Heiligung wachsen kann. Dass ich schwierige Leute in meiner Umgebung habe, das gehört zum Leben, das wird nie anders sein. Und das hat Gott mir geschenkt, damit ich wachse in der Heiligung.
Also Gott hat für das Fleisch, für die natürliche, eigensinnige, eigene Kraft und eigene Weise, nur einen Platz: Kreuz. Tod am Kreuz. Dort, christlich. Alle Teile unseres Wesens sind von Sünden befallen, von Sünde befallen. Das hören wir nicht gerne, ich weiß. Aber es ist die einzige Möglichkeit, dass Jesus Christus etwas tun kann in unserem Leben.
Ian Thomas, Ian Thomas ist der Gründer der Fackelträger in England, der hat ein Buch geschrieben: Christ in euch, Dynamik des Lebens. Ich war damals neunzehn Jahre alt, habe das Buch gelesen. Und ich war damals schon zwei Jahre lang Christ, und es war für mich, als hätte ich überhaupt noch nie Christsein gekannt, als ich das gelesen habe. Der hat mir die Augen geöffnet: Du hast in dir eine Kraft, Christus in dir, das ist die Dynamik, die Kraft deines Lebens. Was ich lebe, das lebe ich im Glauben an diesen Christus in mir. Ich lebe, nicht mehr ich, Christus lebt in mir. Was ich nun lebe, hier im Fleisch, im Leib, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich liebte und sich selbst für mich hingab.
Und er gibt sich heute noch hin. Er ist da für mich, die ganze Zeit ist er da für mich, und nur von daher kann ich leben, nur von daher habe ich Kraft. Ich bin frei von dem Zwang des bösen Reagierens, von dem Zwang, jetzt zänkisch zu werden, von dem Zwang, beleidigt zu sein. Ich bin frei von dem Zwang, genauso zurückzuschlagen, wie der andere mich mit Worten schlägt. Ich bin frei. Ich brauche nicht mehr.
Wenn der Sohn frei macht, der ist wirklich frei, Johannes 8, wenn der Sohn frei macht, der ist wirklich frei, in Wahrheit frei, Johannes 8, etwa Vers 30 und so. Der Mensch wird immer von etwas abhängig sein. Jeder Mensch wurde so geschaffen, dass er abhängig ist. Der Mensch wurde zur Abhängigkeit geschaffen. Und entweder bin ich abhängig von meiner eigenen Sturheit, von meinem eigenen Ich, von meinen eigenen Lüsten, oder ich bin abhängig von Jesus Christus.
Ich lese gerade mit Aline das Buch Die Pilgerreise. Da gibt es ja zwei Ausgaben, eine für Kinder und eine für Erwachsene. Ich lese das für Kinder. Da heißt der Mann, er ist Jungchrist, er ist unterwegs in die himmlische Stadt. Und dort unterwegs trifft er einen Mann an, der kommt ihm in einer Rüstung entgegen, mit Pfeil und Bogen usw. Das heißt der dicke Ich, so heißt er.
Der ist zuerst recht freundlich und so. Aber er merkt, als der Jungchrist merkt: Jetzt muss ich schauen, was mache ich jetzt? Ich gehe einfach so vorbei und tue so, als ob er nicht da wäre. Und er geht wieder vorbeigehen, und leider spricht er ihn schon an: Wohin gehst du? Ich gehe in die himmlische Stadt zum König.
Weißt du nicht, dass die Stadtverderben, wo du weggezogen bist, und meine Stadt ist? Und du gehörst zu mir, du kommst jetzt mit mir zurück. Wenn du jetzt nicht so ein kleiner Junge wärst, dann hätte ich jetzt gegen dich gekämpft. Aber jetzt nehme ich dich einfach so mit und zwinge dich. Du gehst jetzt mit mir zurück in die Stadtverderben.
Und dann sagt der Jungchrist: Nein, ich gehe zum König, denn der König liebt mich. Der liebt mich viel mehr als du. Ich weiß, dass dir das Stadtverderben gehört, aber der König liebt mich mehr, und er ist ein guter König, und zu dem bin ich unterwegs.
Dann gibt es so ein bisschen Gespräch, und dann merkt das dicke Ich, dass er mit Freundlichkeit nichts machen kann. Und dann gibt es Kampf. Dann fliegen die Pfeile, dann schießt er die Pfeile, und der junge Christ merkt: Er hat eine Waffenrüstung bekommen. Dann nimmt er noch schnell die Waffenrüstung auf, das ist der Schild des Glaubens, und hält ihn hoch und kann die Pfeile des Bösen auf diese Weise auslöschen, also abwehren.
Und dann erinnert er sich daran, dass er noch ein Schwert bekommen hat. Aber das hat er gerade verloren, das Schwert. Und dann sucht er das im Wind, aber der andere bekämpft ihn so stark, und er fällt dann zu Boden. Und wo ist mein Schwert? Ja, und dann sieht er: Gerade noch irgendwo liegt es am Boden. Er kann es gerade noch erreichen. Und in dem Moment, wo er es erreicht hat und zuschlägt, trifft er das dicke Ich mit einem ganz tiefen Wunder und ist ziemlich geschlagen und muss sich zurückziehen.
Und das hat mir richtig gefallen. Das ist ja genau der Kampf, den wir haben. Das dicke Ich, da ist der Kampf. Nicht der böse Teufel, das dicke Ich, da ist der Kampf. Natürlich, letztlich steckt der Teufel hinter allem, aber hier ist der eigentliche Kampf: das dicke Ich.
Und was brauche ich? Den Schild des Glaubens und das Schwert des Geistes, das Wort Gottes. Herr Jesus, du hast gesagt, und ich vertraue dir. Und ich darf Nein sagen, Nein sagen zu diesem dicken Ich. Ich gehe sie hin, und das wieder soll über mich herrschen.
Bleiben in Christus und die Kraft des Geistes
Die innige Gemeinschaft mit Jesus Christus soll uns zur zweiten Natur werden. In Johannes 15,4 steht:
„Bleibt in mir, und ich in euch. Wie die Rebe aus sich selbst keine Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.“
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer an mir bleibt und in wem ich bleibe, der trägt viel Frucht. Warum? Weil ihr ohne mich nichts tun könnt. Warum trägt nur der, der an Jesus bleibt, viel Frucht? Weil er ohne ihn nichts tun könnte.
Der Herr Jesus Christus braucht unsere religiösen Anstrengungen nicht. Ich meine, wir haben in dem Lied gesungen: allein deine Gnade genügt. Und ich brauche mich nicht aus eigener Anstrengung um Liebe zu bemühen, das ist gemeint. Aber sehr wohl soll ich mich bemühen, dass der Herr Jesus in mir Liebe bewirken kann. Dazu brauche ich enge Gemeinschaft mit Jesus Christus.
Ohne mich könnt ihr nichts tun. Also: Wer an mir bleibt und in dem ich bleibe, der bringt viel Frucht, weil ihr ohne mich nichts tun könnt, getrennt von mir nichts tun könnt.
Der Herr Jesus möchte durch mich reden, denken, handeln und wollen. Er möchte sein Leben verwirklichen, nicht Selbstverwirklichung, sondern Jesus verwirklichen. Er will, er soll sich in uns verwirklichen.
Was ich lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben, im Vertrauen auf den Sohn Gottes. Der Auferstandene hat alle Macht, und er lebt in mir. Dieser Auferstandene hat alle Macht, und er lebt in mir.
Habt ihr gemerkt: In Galater 2,20 steht nicht Jesus. Schau einmal, was in Galater 2,20 steht. Da steht Christus. Es steht nicht Jesus. So hat Jesus Kambioch nicht vor. Was steht in Galater 2,20? Christus. Es steht nicht Jesus.
Wir denken jetzt nicht an den erniedrigten Sohn, an den Menschensohn als Mensch. Wir denken an den gesalbten Christus, der sein Leben gegeben hat und der auferstanden ist. Der Auferstandene hat alle Macht. Gott hat ihn zum Herrn und Christus gemacht durch die Auferstehung und Himmelfahrt. Zum Herrn und Christus hat er diesen Jesus gemacht.
Christus steht hier. Christus lebt in mir, nicht nur Jesus lebt in mir. Ich glaube, es gibt keine Stelle in der Bibel, wo steht, dass Jesus in mir wohnt. Das ist falsche Theologie. Nicht Jesus wohnt in mir, Christus wohnt in mir. Das ist das Gleiche. Natürlich ist es dieselbe Person, aber es wird etwas ausgedrückt, indem man diesen Namen Christus verwendet.
Christus ist der Auferstandene, der Gesalbte. Gott hat ihn nach der Auferstehung zum König gemacht. Der wohnt in mir, der Mächtige, der alle Macht hat. Und wenn der Herr Jesus alle Macht hat, wenn Christus alle Macht hat, dann hatte er doch auch alle Macht, meine Sturheit zu besiegen, meine Fleischlichkeit zu besiegen.
Wachstum in Christusähnlichkeit kann nur Wachstum in der Gnade bedeuten, nämlich in dem, was er uns schenkt, was er durch uns und durch mich und in mir tut. Das, was das Gesetz niemals zu tun vermag, das tat Gott. Das Gesetz kann mir hundertmal die Zehn Gebote sagen: Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen. Die Zehn Gebote können mir hundertmal sagen: Du sollst nicht begehren.
Das, was das Gesetz nicht vermag, das tat Gott. Römer 8,3 habe ich zitiert: dem, was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch schwach war. Das Gesetz hat keine Chance. Warum hat das Gesetz keine Chance? Weil mein Fleisch das nicht fertigbringt. Das Gesetz sagt mir: Jetzt lebe heilig, lebe anständig und benimm dich richtig. Das Fleisch hat keine Kraft. Das tat Gott, das tat Gott.
Er sandte seinen eigenen Sohn in der Ähnlichkeit des Fleisches der Sünde und als Opfer für Sünde und verurteilte die Sünde im Fleisch, damit die Rechtsforderung des Gesetzes in uns erfüllt würde, die wir nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Hier steht schwarz auf weiß: Zerbruch ist nötig. Nicht das Gesetz schafft es, Jesus Christus schafft es.
Der Tod Jesu Christi hat die Grundlage geschaffen für ein heiliges Leben. Der Mensch kann nicht fliegen, aber er kann es, wenn er sich in ein Flugzeug setzt. Dann werden die Kräfte der Schwerkraft überwunden, und man fliegt. Das ist aber eine höhere Kraft als die Schwerkraft. Und ich kann nicht so leben, wie Gott sagt. Aber es gibt jetzt eine neue Kraft in meinem Leben: die Kraft des Auferstandenen.
Zerbruch, Gemeinschaft und die tägliche Nachfolge
Was wir brauchen, was das eigene Ich betrifft, ist Zerbruch. Zerbrochene Krüge, und es gibt Licht, wie bei Gideon. Krüge zerbrechen, und Licht ist da. Zerbrochene Alabastergefäße, und es gibt Wohlduft, der das ganze Haus erfüllt, wie bei Maria Magdalena.
Wir brauchen den Zerbruch des Egos, des dicken Ichs. In der Ehe brauche ich ihn, in der Familie brauche ich ihn. Und im Zusammenleben mit allen anderen Menschen, in der Firma, in der Familie, in der Gemeinde, genau das brauche ich.
Wenn ich meine Frau bedingungslos lieben will, das ist die Frage: Will ich meine Frau bedingungslos lieben? Und will ich meinen Mann bedingungslos lieben, als Ehefrau? Wenn ja, dann unabhängig von ihrer Reaktion, oder? Bedingungslos heißt: unabhängig von deiner Reaktion. Unabhängig davon, wie du zu mir redest und wie du zu mir bist, ich werde dich bedingungslos lieben.
Darf der Herr Jesus wirklich in meinem Leben herrschen? Darf er das wirklich? Oder sagen sich da einige: Nein, also wenn das so ist, dann will ich den Herrn Jesus lieber nicht Herr sein lassen. Aber gut, man kann sagen: Dann geht hinaus in die Welt, holt euch ein paar schöne Erfahrungen, wie die Welt nichts geben kann und nichts bringen kann. Stellt selbst fest, was die Welt euch wirklich zu bieten hat, und dann kommt wieder zurück, wie der verlorene Sohn, und sagt: Es war nichts, es hat auch nichts geholfen.
Also nicht aus eigenem Willen und nicht aus eigener Kraft. Und dann gibt es einige, die sind besonders hingegeben und sagen: Also ich möchte dem Herrn Jesus dienen, aber Herr Jesus, so wie ich möchte, so möchte ich dir dienen. Ich möchte schon dienen, aber so, wie ich will. Da sagt der Herr Jesus: So geht es nicht. Hör auf, mir zu dienen. Lass das, vergiss es, mir zu dienen, wenn du so dienen willst, wie du willst. Ich möchte Herr sein in deiner Liebe.
Deshalb: Was brauche ich? Fünf Mittel brauche ich, die fünf G: Gottes Wort, Gebet, Gemeinschaft, Gehorsam und Glaube. Das brauche ich. Gottes Wort, Gebet, Gemeinschaft, Gehorsam und Glauben. Und wenn das abgeflacht ist, dann muss ich es wieder neu anzünden. Wie heißt das Lied? Zünde an dein Feuer, Herr, im Herzen mir, hell möge es brennen, lieber Heiland, dir.
Gerade schwierige Zeiten schenkt der Herr mir, damit ich merke, dass ich zerbrochen gehöre. Und dann fallen wir auf die Nase, und dann merken wir: Ich bin ein schlechter Kerl, ich bin ein schlechter Christ. Aber dann stellen wir fest: Römer 7,18 stimmt! Römer 7,18 stimmt! Da steht in Römer 7,18: Ich weiß, dass in mir, in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Ich weiß, dass in mir, in meinem Fleisch, Gutes nicht wohnt.
Und dann kommen die Schleifsteine, die der Herr mir schickt: die Schleifsteine, vielleicht gewisse Brüder oder falsche Brüder oder richtige Brüder oder Schwestern oder andere Menschen, Arbeitskollegen. Und dann heißt es: Rechtfertige dich oder rechtfertige dich nicht. Soll ich oder soll ich nicht? Bleib, bleib in Jesus. Bleiben wir in Jesus.
Die Gemeinde ist eine Baustelle, und jeder ist dazu da, um mir zur Christusähnlichkeit zu verhelfen. Jeder. Die Familie ist eine Baustelle. Klar, das wissen wir sowieso, dass die Familie eine Baustelle ist. Die Ehe ist auch eine Baustelle. Und jeder ist dazu da, um mir zur Christusähnlichkeit zu verhelfen, damit ich bankrott bin, was mich selbst betrifft.
Und wenn der Herr Jesus ruft, sollen wir uns mit ihm beschäftigen, nicht mit dem Netz. Da waren die Fischer, die waren mit dem Netz beschäftigt, so sehr mit dem Netz beschäftigt. Und da kommt der Ruf. Das ist die Frage: Will ich beim Netz bleiben oder will ich Jesus dienen? Heute gibt es auch ein Netz, ein Internet. Ich bin so sehr beschäftigt mit dem Internet, ich habe keine Zeit für den Ruf Jesu.
Die haben gehört, die haben gehorcht, und dann hat der Jesus den Ruf. Und so kommt dieser Ruf, und damit schließlich Lukas 9,23: Will jemand mir nachkommen, verleugne er sich selbst und hebe täglich sein Kreuz auf und folge mir nach.
Wenn jemand seine Seele, das heißt sein Seelenleben, sein Egoleben, retten will, bewahren will, der wird es verlieren. Oder: Egoleben ist falsch gesagt, sein natürliches Leben, das, was er vom Natürlichen her hat und ist. Man will alles Mögliche nur bewahren: Ich möchte es ja schön haben. Wenn jemand seine Seele retten will, der wird sie verlieren. Wer seine Seele meinetwegen verliert, nein sagt, aufgibt, der wird sie retten und bewahren, der wird sie zum ewigen Leben hin bewahren. Der wird Segen bekommen.
Denn was für einen Nutzen hat der Mensch, wenn er die ganze Welt gewonnen hat, sich selbst aber verloren hat? Das gilt für Nichtchristen, aber auch für Christen. Man kann ja auch als Christ sehr viel gewinnen versuchen für sich selber, und letztlich merkt man: Es ist nur Schaden für die Seele. Und nur so, und nur das, ist ein glückliches Christenleben.
Vielleicht denkt man sich mancher: Also das war jetzt eine Predigt, nicht so schön, nicht so glücklich und fröhlich, das Christenleben. Gerade da ist die Freude, wenn Jesus Christus zum Ausdruck kommen kann und wenn ich lerne, von Christus her zu leben, gerade da. Möge der Herr uns und mir allen helfen. Stehen wir auch zum Gebet.
Abschlussgebet und Segen
Herr Jesus Christus, du bist der Christus, der Auferstandene, der Gesalbte, der König der Könige und Herr der Herren. Als dieser König, dem alle Mächte unterworfen sind, im Himmel und auf Erden, wohnst du in uns. Die Dynamik des Lebens: Christus in uns.
Ich lebe, aber nicht ich, sondern Christus in mir. Und ich danke dir, Herr Jesus, das ist die Lösung für ein Versagerleben. Das ist die Lösung, wenn man auf die Nase fällt. Das ist die Lösung, Herr.
Und ich danke dir, dass du uns lehrst und dass du uns nahe zu dir ziehst. Du sagst, du wohnst dort, wo ein zerbrochenes Herz ist. Einen zerbrochenen Geist wirst du nicht verachten. Und ich danke dir, Herr Jesus, dass du uns Freude gibst. Du selbst bist der Inhalt unseres Lebens.
Bitte segne auch diesen Tag und die Woche weiterhin. Amen.

