Zum Inhalt

Die Salbung in Betanien – Teil 3

Jesu Leben und Lehre | Episode 675
Johannes 12,3-802.11.2026
SerieTeil 3 / 3Die Salbung in Betanien
Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 675: Die Salbung in Bethanien, Teil 3

Einführung in die Szene der Salbung

Jesus befindet sich im Haus von Simon dem Aussätzigen. Dort findet ein Abendessen zu seinen Ehren statt. Martha dient, Lazarus liegt zu Tisch, und Maria tut etwas völlig Überraschendes.
In Johannes 12,3 heißt es: Maria nahm ein Pfund Salböl von echter, sehr kostbarer Narde, salbte die Füße Jesu und trocknete sie mit ihren Haaren. Das Haus wurde von dem Geruch des Salböls erfüllt.
Warum tut Maria das? Wir wissen es nicht genau. Es steht nicht ausdrücklich da, sie tut es einfach. Vielleicht ist gerade das ein wichtiger Teil der Antwort. Wer sich so verhält wie Maria, ist nämlich entweder dumm oder begeistert.
Ich tippe auf begeistert. Einfach deshalb, weil Maria an keiner anderen Stelle den Eindruck erweckt, dass sie dumm wäre.

Maria als Ausdruck hingebungsvoller Nachfolge

Maria ist eine hingebungsvolle Jüngerin Jesu, die erlebt hat, wie ihr Meister ihren Bruder auf spektakuläre Weise von den Toten auferweckt hat. Wie sollte sie diesem Rabbi aus Nazaret nicht alles schenken, was sie hat?
Ist das nicht die Haltung, die der Apostel Paulus sich für jeden Christen wünscht? Weil wir die Barmherzigkeit Gottes erfahren haben und Jesus uns aus dem ewigen Tod gerettet hat, beschenken wir ihn mit allem, was wir besitzen.
 Römer 12,1: Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, gottwohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist.
Was Maria hier tut, ist einfach nur ein vernünftiger Gottesdienst. Wer Gottes Erbarmen erfahren hat, kann nicht anders, als sein ganzes Leben aus Dankbarkeit und Liebe Gott zu opfern. Maria macht uns das vor.
Maria handelt ohne Berechnung aus Liebe – ganz anders Judas. Ihm tut es leid um das viele Geld, für das man das Pfund Salböl hätte verkaufen können.
 Johannes 12,4-6: Es sagt aber Judas, der Iskariot, einer von seinen Jüngern, der ihn überliefern sollte: „Warum ist dieses Salböl nicht für dreihundert Denare verkauft und der Erlös den Armen gegeben worden?“ Er sagte dies aber nicht, weil er für die Armen besorgt war, sondern weil er ein Dieb war und die Kasse hatte und beiseite schaffte, was eingelegt wurde.
Judas ärgert sich darüber, dass Maria das Salböl an Jesus verschwendet, statt es in Geld umzuwandeln. Doch er tut das nicht aus Sorge um die Armen, sondern aus eigennützigen Gründen. Er ist ein Dieb. Weil er die Kasse verwaltet, schafft er für sich beiseite.
Sagen wir es ganz deutlich: Judas bestiehlt Jesus und die anderen Jünger. Er veruntreut Spendengelder.
Frage: Wie kann es sein, dass Judas die Kasse hatte? Hätte Jesus als Rabbi und Anführer der Jesustruppe diesen Judas nicht beim ersten Anzeichen von Untreue sofort entlassen müssen? Wie kann Jesus wissen, wer ihn verraten wird, und trotzdem mit Judas keinen kurzen Prozess machen?
Die Antwort steht in 2. Mose 34,6: „Jachwe, Jachwe, Gott barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue.“
Der Gott, mit dem wir es zu tun haben, ist ein Gott, der unser Versagen kennt, aber Raum für Buße schenkt. Jesus entlässt Judas nicht, obwohl er um dessen zukünftigen Verrat weiß, weil sein Weg zum Kreuz nicht durch vorbeugende Kontrolle, sondern durch freiwillige Hingabe geprägt ist.
Gott kennt die Zukunft, aber er benutzt sein Wissen nicht, um Menschen zu manipulieren. Das ist es, was hinter dem Begriff Vorkenntnis Gottes steckt. Jesus begegnet Judas bis zum letzten Moment – nicht mit strafender Entlarvung, sondern mit offener, ungeschützter Liebe.
Dass Judas trotz dieser Offenheit den Verrat vollzieht, verstärkt nur die Tragik seines Verhaltens und betont seine persönliche Verantwortung.
So wie Maria zum Inbegriff der Hingabe und Anbetung wird – seinem Vorbild in puncto Liebe, die sich verschenkt, weil sie sich beschenkt weiß –, wird Judas zum Inbegriff der Treulosigkeit. Er wird zum Vorbild für all jene, die sich von Jesus täglich mit Gutem beschenken und die Füße waschen lassen, nur um dieser Liebe mit schnödem Verrat zu begegnen.
 Johannes 12,7: Da sprach Jesus: „Lass sie. Möge sie es aufbewahrt haben für den Tag meines Begräbnisses. Lass sie!“
Judas formuliert ganz allgemein, aber Jesus merkt genau, worauf er abzielt. Hier wird Maria schlechtgemacht, und Jesus schreitet ein: „Lass sie! Für deine Kritik gibt es keinen Grund. Möge sie es aufbewahrt haben für den Tag meines Begräbnisses.“
Der Satz ist nicht sofort verständlich. Hier scheint etwas zu fehlen. Man spricht in solchen Fällen in der Rhetorik von einer Ellipse. Der Satz muss wahrscheinlich so verstanden werden: „Lass sie, sie hat das Öl nicht verkauft, weil sie es für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt hat.“
Der Sachverhalt wird in der Parallele im Markus-Evangelium noch deutlicher:
 Markus 14,8: „Sie hat getan, was sie konnte. Sie hat im Voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt.“
Darum geht es: In den Augen Jesu hat Maria ihn nicht einfach nur gesalbt, sondern damit die Salbung, die üblich für ein Begräbnis war, vorweggenommen.
Das wiederum war nötig, weil das, was Nikodemus und Joseph von Arimathäa tun werden, keine Salbung ist. Die von ihnen verwendete Mischung aus Myrrhe und Aloe lag in trockener Form vor und diente primär dazu, den Leichnam bis nach dem Sabbat zu konservieren, damit er dann versorgt und ordentlich gesalbt werden konnte.
 Johannes 12,8: „Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.“
Merkt ihr? Hier gibt Jesus Judas ein klein wenig Recht. Unter normalen Umständen wäre das mit dem Salböl mehr als fragwürdig. Unter normalen Umständen hätte das Pfund Narde verkauft werden müssen, und der Erlös hätte viele Arme satt gemacht.
Doch hier liegen keine normalen Umstände vor. Deshalb rechtfertigt Jesus das Verhalten Marias als angemessen, wenn nicht sogar als prophetisch.
„Die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.“
Jesus steht kurz davor zu sterben und seine Jünger zu verlassen. Wenn, dann ist nur jetzt noch Zeit, Jesus für sein Begräbnis zu salben.
Wie auch immer Maria dazu kommt, das zu tun – ob sie ein Gespür für den Ernst der Lage hatte oder einfach aus einer Laune heraus Jesus beschenken wollte – wissen wir nicht.
Klar ist jedoch: Was sie tat, wird uns für alle Zeit herausfordern und mit der Frage konfrontieren, inwieweit wir bereit sind, Jesus auch mit unseren Schätzen zu beschenken.
Das war’s für heute. Plane Ruhezeiten in deinem Leben ein, damit dein innerer Mensch nicht von den Sorgen der Zeit aufgefressen wird und den Kontakt zu Gott verliert.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Die Frage nach Judas’ Rolle und Jesu Umgang mit Verrat

Wie kann es sein, dass Judas die Kasse hatte? Hätte Jesus als Rabbi und zugleich Anführer der Gruppe von Jüngern diesen Judas nicht beim ersten Anzeichen von Untreue sofort entlassen müssen?
Wie kann Jesus wissen, wer ihn verraten wird, und trotzdem mit diesem Judas nicht kurzen Prozess machen?
Die Antwort findet sich in 2. Mose 34,6, wo Gott sich mit den Worten vorstellt: „Jahwe, Jahwe, Gott barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue.“
Der Gott, mit dem wir es zu tun haben, ist ein Gott, der unser Versagen kennt, aber Raum für Buße schenkt. Jesus entlässt Judas nicht, obwohl er um dessen zukünftigen Verrat weiß, weil sein Weg zum Kreuz nicht durch vorbeugende Kontrolle, sondern durch freiwillige Hingabe geprägt ist.

Gottes Vorkenntnis und Jesu Liebe bis zum Ende

Gott kennt die Zukunft, doch er nutzt dieses Wissen nicht, um Menschen zu manipulieren. Das ist die Bedeutung des Begriffs Vorkenntnis Gottes.
Jesus begegnet Judas bis zum letzten Moment. Nicht mit strafender Entlarvung, sondern mit offener, ungeschützter Liebe. Dass Judas trotz dieser Offenheit den Verrat vollzieht, verstärkt die Tragik seines Handelns und unterstreicht seine persönliche Verantwortung.
So wie Maria zum Inbegriff der Hingabe und Anbetung wird – ein Vorbild in puncto Liebe, die sich verschenkt, weil sie sich beschenkt weiß – wird Judas zum Symbol der Treulosigkeit. Er steht für all jene Menschen, die sich von Jesus einladen lassen, täglich mit Gutem beschenkt werden und sich die Füße waschen lassen, nur um dieser Liebe mit schnödem Verrat zu begegnen.

Jesu Verteidigung von Marias Handlung

 Johannes 12,7: Da sprach Jesus: „Lass sie! Möge sie es aufbewahrt haben für den Tag meines Begräbnisses.“ Lass sie!
Judas äußert sich ganz allgemein, doch Jesus erkennt genau, worauf er abzielt. Maria wird hier schlecht gemacht, und Jesus greift ein: „Lass sie!“ Für deine Kritik gibt es keinen Grund. „Möge sie es aufbewahrt haben für den Tag meines Begräbnisses.“
Der Satz ist nicht sofort verständlich. Hier scheint etwas zu fehlen. In der Rhetorik spricht man in solchen Fällen von einer Ellipse. Der Satz muss wahrscheinlich so verstanden werden: „Lass sie! Sie hat das Öl nicht verkauft, weil sie es aufbewahrt hat für den Tag meines Begräbnisses.“
Der Sachverhalt wird in der Parallele im Markus-Evangelium noch deutlicher, wenn es heißt: Markus 14,8: „Sie hat getan, was sie konnte. Sie hat im Voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt.“

Die prophetische Bedeutung der Salbung

Darum geht es
In den Augen Jesu hat Maria ihn nicht einfach nur gesalbt, sondern damit die Salbung vorgenommen, die sonst für ein Begräbnis üblich war. Diese Salbung hat sie vorweggenommen. Das war notwendig, weil das, was Nikodemus und Joseph von Arimathäa tun werden, keine richtige Salbung ist.
Die von ihnen verwendete Mischung aus Myrrhe und Aloe lag in trockener Form vor. Sie diente vor allem dazu, den Leichnam bis nach dem Sabbat zu konservieren. Danach konnte er dann versorgt und ordnungsgemäß gesalbt werden.
 Johannes 12,8: „Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.“
Hier gibt Jesus dem Judas ein kleines Stück Recht. Unter normalen Umständen wäre der Gebrauch des Salböls mehr als fragwürdig gewesen. Unter normalen Umständen hätte das Pfund Narde verkauft werden müssen, und der Erlös hätte viele Arme satt gemacht.
Nur dass hier keine normalen Umstände vorliegen. Und...

Die Dringlichkeit der Situation und die Herausforderung an die Nachfolge

Deshalb rechtfertigt Jesus das Verhalten der Maria als angemessen, wenn nicht sogar als prophetisch. Er sagt: „Die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit bei euch.“
Jesus steht kurz davor zu sterben und seine Jünger zu verlassen. Nur jetzt ist noch Zeit, ihn für sein Begräbnis zu salben.
Wie Maria dazu kam, das zu tun, wissen wir nicht. Ob sie ein Gespür für den Ernst der Lage hatte oder einfach nur aus einer Laune heraus Jesus beschenken wollte, bleibt unklar.
Klar ist jedoch, dass das, was sie tat, uns für alle Zeit herausfordern wird. Es stellt uns vor die Frage, inwieweit wir bereit sind, Jesus auch mit unseren Schätzen zu beschenken. Was könnte jetzt getan werden?

Abschluss und persönliche Reflexion

Denke über Maria und ihr Verhalten nach. Mit welchen Schätzen an Besitz, Zeit und Gaben könntest du Jesus beschenken?
Das war es für heute. Plane Ruhezeiten in deinem Leben ein, damit dein innerer Mensch nicht von den Sorgen der Zeit aufgefressen wird und den Kontakt zu Gott verliert.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.