Serie•Teil 2 / 2E21 Konferenz 2012
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein persönlicher Auftakt und das Gebet um Gottes Gegenwart
Zum Seminar für Frauen: Biblisch Frau sein gegen die Strömung unserer Zeit ein paar Worte zu meiner Person.
Ich bin Stefanie Gödderz, bin 38 Jahre alt und bin verheiratet mit Björn. Das ist der Mann, der jetzt gerade rausgeht, genau. Ich habe vier Söhne im Alter von vier bis vierzehn Jahren. Und ja, was gibt es noch zu mir zu sagen? Ich habe irgendwann mal Lehramt studiert und bin jetzt hier in der Frauenarbeit in der Arche tätig.
Genau, ich möchte, bevor wir beginnen, noch mit uns beten.
Lieber Vater im Himmel, danke dir, dass du hier bist, dass du anwesend bist, und das ist der Grund, warum wir uns hier versammelt haben, Herr. Es geht um deine Ehre, es geht um deine Herrlichkeit und um deinen Namen. Danke, Jesus, dass du auferstanden bist, dass du lebst, Herr, und dass du dich verbirgst für dein Wort.
Und so bitten wir dich an diesem Morgen, dass du zu uns sprichst, Herr, auch an diesem ganzen Tag, Herr, dass du unsere Herzen weit machst für das, was du uns zu sagen hast, Herr. Bitte nimm alles heraus, was menschlich ist und was, ja, nicht von dir ist, Herr. Alles, was wir sagen, ist nicht immer nur von dir inspiriert, sondern es vermischt sich auch viel mit unseren Gedanken. Deshalb bitte ich dich, Heiliger Geist, dass du dich dafür verbirgst, dass du das in die Herzen bringst, was jede Frau hier hören soll.
Ich bitte dich um deinen Segen für diesen Vortrag jetzt und dass du an den Herzen jeder Frau hier arbeitest. Danke, Herr, für deine Gegenwart. Amen.
Ein Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen
Ja, wenn wir einmal in den Norden schauen, zum Beispiel nach Schweden, Finnland oder Norwegen, dann sind das häufig Länder, auf die wir pädagogisch gerne blicken, weil wir sagen, sie seien uns voraus.
In Schweden gibt es einen Kindergarten. Es gibt dort zwar viele Kindergärten, aber dieser eine Kindergarten ist sehr speziell. Wenn man die Schwelle dieser Einrichtung überschreitet, dann ist es nicht mehr wichtig, ob man Junge oder Mädchen ist, ob Mann oder Frau. Das gesamte Personal vermeidet Wörter wie „er“ und „sie“ und spricht nicht mehr über Jungen und Mädchen, sondern über Kinder und über Freunde.
Von der Farbe und Anordnung der Spielsachen bis hin zur Auswahl der Bücher ist alles bis ins Detail darauf ausgerichtet, dass die Kleinen ja nicht in Rollenklischees verfallen. Es gibt also nicht Rosa und nicht Blau, sondern die Bauklötze haben eine neutrale Farbe, nämlich Grau. Sehr nett.
In Egalia, so heißt der Kindergarten, spielen Jungen und Mädchen gemeinsam in einer Spielküche, schwingen die Kochlöffel, und direkt daneben ist eine Baustelle aufgebaut, sodass sich auch überhaupt keine Rollenklischees entwickeln können. Diese Vorschule legt besonderen Wert auf ein Klima der Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen. Im Bücherregal findet man dann auch nur Bücher mit Geschichten, zum Beispiel über zwei männliche Giraffen, die traurig waren, dass sie keine Nachkommen haben, und dann ein einsames Krokodilei finden und es zusammen aufziehen.
In allen Büchern kommen homosexuelle Paare, alleinerziehende Elternteile oder Adoptivkinder vor. Märchenklassiker, wie wir sie vielleicht noch kennen, also Schneewittchen und Dornröschen, gibt es dort nicht, aus dem Grund, weil sie Rollenklischees bedienen.
Die Erzieher unterstützen die Kinder in diesem Gedankengut von Anfang an. Das heißt: Wenn Familie gespielt wird, dann muss es nicht einen Vater und eine Mutter geben, sondern es kann mehrere Mütter geben oder auch mehrere Väter. Wenn die Stelle sozusagen schon als Mutter besetzt ist, dann gibt es eben zwei Mütter, die dann Kinder erziehen.
Wer seine Kinder in dieser Einrichtung anmelden möchte, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen. Es ist nicht so, dass das jetzt eine Ausnahme ist oder dass das beäugt wird, sondern der Kindergarten wird wirklich gefragt.
Die Ausbreitung neuer Rollenbilder
Jetzt ist es so, dass wir nicht mit dem Finger auf Schweden zu zeigen brauchen und denken müssen, dort gehe ja wirklich alles durcheinander. Das ist bei uns genauso. Auch in unseren staatlichen Einrichtungen geht es um Geschlechtergleichheit und um Genderwahn.
Spätestens wenn wir den Fernseher einschalten, sehen wir, dass das kein schwedisches Phänomen ist. Es kommt nicht aus Schweden, sondern ist ein gesamtgesellschaftliches Thema. Zwei Väter werden genauso gut und gesund für Kinder proklamiert wie das konservative Familienbild mit einem Vater und einer Mutter. Frauen sind die starken Machermänner, die zurückgezogen werden und die auch häufig überfordert wirken.
Gerade jemand erzählte mir, dass auf dem Parteitag, wir hatten ja nun gerade Landtagswahlen, eine Partei, das waren die Piraten, das Erste, was die gemacht haben, war, von den Toiletten die Symbole von Mann und Frau abzunehmen. Und sie haben nur gesagt, es sind geschlechtsneutrale Toiletten, mit einem Pissoir und eines ohne. So weit sind wir dann hier auch.
Es hat also nichts mit Schweden zu tun, sondern es ist hier in Deutschland gerade sehr, sehr im Vormarsch, auch diese ganze Genderdebatte. In Kinderfilmen, auch gerade in denen, die kürzlich in die Kinos kommen, und auch in Büchern, die gerade den Markt bestürmen, ist immer häufiger von Mädchen die Rede, die intelligent die Fäden in der Hand halten, die einfach im Vordergrund stehen.
Ich weiß nicht, ob euch das mal aufgefallen ist, dass auch zum Beispiel in Filmen Kommissarinnen mitspielen, dass das früher einfach eine Domäne war, in der vorwiegend Männer vertreten waren. Früher war es der Kommissar, der Alte oder was auch immer, mit der Pistole in der Hand. Heute sind es fast mehr Frauen in solchen Filmen, die mit der Waffe in der Hand durch die Gegend laufen und starke Kommissarinnen sind. Starke Frauen, das sehen wir überall. Und gerade das war eine reine Männerdomäne.
Auch in der Musikwelt, in der Popwelt, werden Frauen aggressiv, fordernd und vor allen Dingen auch ungezügelt dargestellt. Das betrifft nicht nur die äußere Erscheinung, sondern auch ihre Sprache, den Ausdruck, die Körpersprache, eigentlich das gesamte Auftreten. Frauen entscheiden heute ganz allein, was sie wollen, und sie nehmen, was sie wollen.
Wenn man die Entwicklung betrachtet, dann kann man beobachten, dass sich das in den letzten fünfzig Jahren verändert hat. Vor 50 Jahren war das alles noch ganz anders. Die Geschlechterrollen haben sich in dieser Zeit sehr verändert. Vor 50 Jahren war die Rolle der Frau und des Mannes noch ganz klar umrissen. Sie blieb zu Hause, kümmerte sich selbstverständlich um die Kinder und sorgte für das Heim. Der Mann war derjenige, der die Familie leitete, der für den Broterwerb zuständig war und Frau und Kinder versorgte. Beide, Mann und Frau, fühlten sich verantwortlich für die Familie und für das Wohl und das Wohlergehen.
Dabei blieb die individuelle Erfüllung untergeordnet. Das ist das, was wir heute viel haben. Es geht um das eigene Ich: Ich will mich selbst verwirklichen, ich möchte in der Ehe und auch zu Hause einfach noch meine Zeit haben und mein Ding machen. Das war damals nicht so. Obwohl die wenigsten früher aufgrund von biblischer Überzeugung so gelebt haben, gab es ein Rollenverständnis, das nicht in Frage gestellt wurde.
Und das ist heute, 50 Jahre später, anders. Es haben sich die Rollen fast aufgelöst, bis hin zu Egalia, bis hin zu diesem Kindergarten, den wir gesehen haben. Es hat sich alles gedreht, und es ist beliebig austauschbar: zwei Männer, zwei Frauen oder wie auch immer man das leben möchte.
Der Einfluss des Zeitgeistes und die Suche nach Orientierung
Die Gesellschaft wird von Menschen gemacht, die in ihr leben, von den Werten und Idealen, die sie vertreten. Und dieses Gedankengut hat auch vor uns Christen keinen Halt gemacht. Wir leben in dieser Welt, und wir werden täglich damit konfrontiert. Wir atmen es ein, und ich habe das Gefühl, dass wir manchmal überhaupt keinen kritischen Standpunkt mehr dazu haben. Wir nehmen das einfach auf, weil es uns so suggeriert wird. Wir sehen so viel und denken, das kann ja nicht alles verkehrt sein, so wie es alle anderen leben.
Ich denke, wir haben uns an viele Bilder gewöhnt, an den Gedanken, dass wir uns von Autorität befreien müssen, von Minderwertigkeit und auch von Männern. Die Bibel warnt uns in 1. Korinther 5,3-12: Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leere Täuschung, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus.
Auf der einen Seite ist es daher wichtig, diese Strömung, die in unserer Gesellschaft da ist, zu reflektieren und sich einmal anzusehen, wie weit wir mehr vom Zeitgeist beeinflusst sind, als es uns lieb ist. Wir sind schwache Geschöpfe, und wir sind nicht frei davon, dass wir das alles aufnehmen und dass unsere Herzen demgegenüber neutral bleiben. Im Gegenteil: Wir stehen in Gefahr, dass uns das beeinflusst. Auch unser christliches Denken und vor allem unser Leben.
Die zweite Sache ist, dass wir Wissen aus Gottes Wort benötigen, mit dem wir dem etwas entgegensetzen können. Das eine ist, zu wissen, was draußen passiert, wie Frauen leben und was vielleicht auch kritisch ist. Das andere ist aber auch, dem etwas entgegensetzen zu können. Wie sieht denn eigentlich Gottes Plan für ein Leben als Frau aus, das ihm gefällt und ihn auch ehrt? Gottes Wort ist da unsere Richtschnur und hilft uns dabei, in unserem Leben ihn zu ehren.
Das lesen wir in Psalm 119: Ich verwehre meinem Fuß alle bösen Wege, damit ich dein Wort halte. Ich weiche nicht von deinen Ordnungen, denn du lehrst mich. Dein Wort ist meinem Mund süßer als Honig. Dein Wort macht mich klug, darum hasse ich alle falschen Wege. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.
Um diese beiden Bereiche wird es heute gehen: also die Strömung der Zeit und das, was die Bibel dazu sagt, was sich nicht geändert hat.
Feminismus als prägende Weltanschauung
Ein grosser Bereich ist der Feminismus. Die meisten Veränderungen für Frauen hat diese Ideologie hervorgerufen. Sie ist keine Religion, sondern eine Weltanschauung. Und doch hat diese Weltanschauung viele Frauen über die ganzen Jahre, Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte beeinflusst.
Was ist der Feminismus? Der Feminismus ist eine Sammelbezeichnung für unterschiedliche Konzepte, die die Rechte und Interessen von Frauen thematisieren. Er geht von einer gesellschaftlichen Ungleichheit zwischen Mann und Frau aus und zielt auf eine verbesserte Lage der Frau und ihre Gleichstellung in der Gesellschaft.
Da gab es mehrere Wellen des Feminismus. Drei Wellen gab es bisher in den letzten Jahrhunderten, zu denen werde ich auch noch etwas sagen. Die erste Welle bahnte sich im späten neunzehnten Jahrhundert an. Warum? Frauen durften nicht wählen, sie bekamen keinen oder nur geringen Lohn für ihre Arbeit, sie durften keinen eigenen Besitz haben, und sie waren von Universitäten und somit komplett von Bildung ausgeschlossen. Ausserhalb einer Ehe galt ihre Unterschrift nichts, und wenn sie verheiratet waren, wurden sämtliche Rechte dem Mann übertragen. Der Mann hatte häufig nicht das Wohlergehen der Frau im Vordergrund. Frauen waren ausserhalb der Ehe die Hände gebunden, und selbst innerhalb der Ehe wurden sie häufig nicht als gleichwertige Geschöpfe behandelt. Die Aufgabe war es, den Männern blind zu gehorchen.
Obwohl der Feminismus für Frauen eine absolute Schieflage über die gesamte Zeit bis heute gebracht hat, war das anfängliche Auseinandersetzen mit diesem Missverhältnis ja nicht verkehrt. Die Ehen waren ja nicht gut, die Struktur innerhalb der Ehe war nicht so, wie Gott sich das vorgestellt hat. Dass Frauen gleichermassen wählen dürfen, dass sie auch die gleiche Bildung erlangen können wie Männer, dass sie genauso für Arbeit entlohnt werden und auch Besitztum behalten dürfen, das sind ja Bestrebungen, die nicht verkehrt waren. Das würden wir heute auch anhand der Bibel so sagen können: Gott schuf Mann und Frau beide gleichwertig.
„Lasst uns Menschen machen“, sprach Gott, „ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer, über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.“ Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bild, zum Bild Gottes schuf er ihn, und er schuf sie als Mann und Frau. Gott schuf beide nach seinem Bild. Beide sollen seine Herrlichkeit gleichermassen widerspiegeln. Beiden gab er auch den Auftrag, über die Erde zu herrschen. Von daher sehen wir, dass Gott diesen Gedanken der Gleichwertigkeit von Anfang an unterstreicht, gleich in Intelligenz und Aufnahmefähigkeit, gleich in Wert und Würde.
Der fatale Fehler der Frauenbewegung war, dass sie als einzigen Ausweg für die Schieflage, die in den Ehen damals vorherrschte, die Verneinung der Ehe gesehen hat. Sie hat nicht gesagt: An der Struktur ist irgendetwas verkehrt, es muss anders gelebt werden. Sondern sie hat gesagt: Die Ehe als Institution ist verkehrt, das müssen wir abschaffen. Wir wollen nicht mehr verheiratet sein, wir wollen uns nicht mehr an einen Mann binden. Und die Folge war, dass die Eheschliessung zurückging, ganz massiv zurückging.
Die zweite Welle und der Bruch mit der Hausfrauenrolle
Dann kam die zweite Welle des Feminismus. Das war ungefähr 1950. Bis 1950 war es im feministischen Lager recht ruhig. Die Mädchen spielten mit Puppen, und der größte Traum eines Mädchens war damals noch, zu heiraten und Kinder zu bekommen.
Die Frauen hatten damals durch den Wirtschaftsaufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg eigentlich alles, was sie brauchten. Sie hatten einen technisierten Haushalt, sie hatten sämtliche Küchengeräte, die die Arbeit erleichterten. Und die aus dem Krieg zurückgekehrten Männer übernahmen wieder die Rolle des Familienernährers und des Versorgers, sodass keine verheiratete Frau arbeiten musste. Das genossen die Frauen damals auch. Endlich mussten sie nicht mehr dafür sorgen, was die Familie zu essen bekam, sondern sie durften sich wieder ausruhen und sagen: Die Männer sind wieder da, wenn sie denn wiedergekommen sind. Wir haben jemanden, der sich um uns kümmert.
Genau, alles war auf die Hausfrau abgestimmt. Der Standard der Mittelklasse und der Wohlstand wuchsen weiter, und alles schien perfekt. Dann kam ein Buch auf den Markt, das alles revolutionierte, und zwar von Betty Friedan. Auf Deutsch übersetzt wurde es als Der Weiblichkeitswahn bekannt. Das Schweigen wurde gebrochen, und das Buch erschien zunächst in Amerika.
Darin schrieb Friedan, dass Frauen sich erst als wahre Menschen entwickeln würden, wenn sie sich bildeten und selbständig arbeiteten. Frauen, die zu Hause blieben, um Kinder und den Mann zu versorgen, könnten, so Friedan, sich nie zu dem entwickeln, wozu sie fähig wären. Sie gäben sich mit unwichtigen Dingen ab, während die Männer die wichtigen Herausforderungen hätten. Friedan glaubte, dass Frauen, die abhängig und im Haushalt gefangen lebten, nie zur vollen weiblichen Identität gelangen könnten. Die Hausfrauen würden sich leer fühlen, unvollständig, gelangweilt und unzufrieden.
In der feministischen Literatur las man, dass Frauen keine menschliche Würde hätten, sondern dass sie durch die Hausarbeit zu Menschen zweiter Klasse gemacht würden und dass sie wie im Sklavenstand gehalten würden. Also kurz: Sie wurden zu Opfern gemacht. Und was machten die Frauen? Sie fingen an, gegen diese Rolle als Hausfrau und Mutter aufzubegehren.
Feministen meinten, das Problem erkannt zu haben: Es sei weibliche Unterdrückung und männliche Vorherrschaft. Und das war der Kern dieser zweiten Welle des Feminismus. Es ging diesmal nicht wie bei der ersten Welle um die Zurückweisung der Ehe, sondern um eine Feindschaft gegen Männer. Ein Geschlechterkampf brach los. Und vielleicht sind hier einige unter euch, die diese Zeit so mitbekommen haben: diese Revolution, 68er-Revolution, 70er, freie Liebe, freie Sexualität. Das ist alles Mitbestandteil dieser zweiten Welle des Feminismus.
Radikalisierung, Protest und neue Forderungen
So kam es dazu, dass in den späten Sechzigerjahren eine Frauenrevolution entstand, die sämtliche westlichen Länder prägte. Die neue Wahrheit, dass Frauen von Männern zu Hause gefangen und unterdrückt ein Dasein zweiter Klasse fristeten, traf auf offene Ohren. Und selbst wer bisher nicht so wirklich unzufrieden war, der war es spätestens jetzt.
Frauen gingen auf die Straße, sie demonstrierten, sie forderten ihre Rechte auf ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben. Jegliche Art von Autorität und Unterordnung wurde abgelehnt und buchstäblich in den Staub getreten. Ich habe mir im Vorfeld auch noch einmal im Internet ein paar Bilder angeschaut, die ja mittlerweile überall archiviert sind, von diesen ganzen Demonstrationen, die dort stattfanden. Es ist kaum zu glauben, wie sehr da gegen die Rolle gekämpft wurde. Es wurden öffentlich BHs verbrannt, und Schimpfparolen auf Männerplakate wurden hochgehalten. Es war sehr aggressiv. Wer sich das einmal angucken möchte, um noch einmal ein Bild davon zu bekommen, was da eigentlich in dieser zweiten Welle des Feminismus gewesen ist, der kann sich das noch einmal angucken, auch im Internet.
Zusätzlich wurde das Recht, ein Kind abzutreiben, eingefordert, mit dem Argument, dass Frauen schließlich selbst bestimmen sollten, wann sie ein Kind austragen möchten und wann eben nicht. Egoistische Slogans wie „Mein Bauch gehört mir“ wurden zu Kampfparolen. Frauen wollten nicht biologisch gebunden sein und sich nicht vorschreiben lassen, auch nicht durch ein Kind, wie sie zu leben haben. Sexuelle Freiheit und die Auslebung, wann, wo und wie, standen im Mittelpunkt. Und es wurde propagiert.
Zwei Hauptziele gingen aus dieser Welle des Feminismus hervor. Erstens: Frauen sollten wie Männer Karriere machen und möglichst nicht zu Hause bleiben. Und zweitens: die Auflösung der traditionellen Ehe und der Kampf gegen die Männer, Kampf gegen Autorität, Kampf gegen männliche Vorherrschaft.
In den Siebzigerjahren waren fast alle Hürden gefallen. Feministische Theorien wurden an Universitäten gelehrt, in Schulen eingeführt, und mit dem Recht legaler Abtreibung konnten Frauen eigentlich alles hinter sich lassen, was zur einstigen Weiblichkeit gezählt wurde.
Leere, Arbeit und die tiefere Sehnsucht des Menschen
Ein sehr großer Stein war ins Rollen gekommen, und man kann sich fragen, wie das so schnell eigentlich passieren konnte. Warum wurde die damalige Frauenrolle eigentlich so schnell und so radikal abgelehnt?
Betty Friedan meinte zu beobachten, dass die Frauen auf der Suche nach einer höheren Aufgabe gewesen seien, nach etwas, das sie ausfüllte und ihnen dauerhaft Zufriedenheit geben würde. Viele der Frauen definierten sich über ihren Mann als Lebensinhalt und über ihre Kinder.
Wenn man sich Werbung aus der Zeit anschaut, dann ging es darum: Ich backe den besseren Kuchen als meine Nachbarin, und mein Haus ist auch sauberer als das meiner Freundin. Es wurde sich über die Rolle definiert, über das Machen, über das Wer schafft es besser, die besseren Kinder hervorzubringen, und über den Mann: Wer dient dem Mann besser, wer kann ihn besser bebacken und bekochen?
Sie waren trotzdem anscheinend innerlich leer, und Friedan meinte, dass bezahlte Arbeit außerhalb des Hauses diese Leere füllen sollte und somit zum Zentrum und zum Lebenselixier für Frauen werden sollte. Das war ihre Idee: Diese Leere, die da ist, die kann nur Arbeit außerhalb des Hauses füllen.
Arbeit ist etwas Tolles. Gottes Gedanke war es, dass wir arbeiten und dass wir produktiv sind. Gott selbst ist unablässig an der Arbeit, jeden Tag unermüdlich. Er ruht nie, er schläft nicht. Und wir sehen das auch in der Bibel, dass nur Gutes über Menschen gesagt wird, die fleißig sind und arbeiten. Ich denke auch, Arbeit kann Zufriedenheit bringen, Wertschätzung und gute Gefühle. Arbeit ist etwas Tolles, was Gott geschaffen hat. Aber sie kann nicht dazu dienen, dass eine komplette Leere im Herzen gefüllt und durch Arbeit ersetzt wird.
Was war es dann, was Frauen damals einen Sinn gegeben hätte, einen Lebenssinn, der diese komplette Leere im Herzen ausfüllt, wenn nicht Arbeit außerhalb des Hauses? Das ist das Gleiche, was heute das Einzige ist, was uns einen Sinn gibt und was unsere Leere im Herzen ausfüllt. Es ist Gott selbst. Gott selbst ist der Einzige, der uns beschenken will mit sich selbst, um die innere Leere auszufüllen.
Wenn sich Frauen innerlich leer fühlten damals, dann war es, weil sie Gott nicht kannten. Und obwohl sie alles an materiellen Gütern hatten, sämtliche Dinge, die im Haushalt da waren, der ganze Standard, der von Jahr zu Jahr wuchs, waren sie doch innerlich leer, weil das eben nicht ausfüllte.
Jeder Mensch ist ein Suchender, und jedem hat Gott diese Leere irgendwo ins Herz gegeben. Gott hat, das steht in Prediger 3,11, die Ewigkeit in ihr Herz gelegt. Das heißt, da ist ein Sehnen nach dem ewigen Gott, nach der ewigen Gemeinschaft mit ihm, nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
Wir sind zu einem Gegenüber mit Gott geschaffen, und unsere Seele sehnt sich danach, diese Gemeinschaft zu haben, die irgendwann im Paradies zerstört wurde. Und daher hört diese Leere erst auf, wenn Gott sich selbst im Herzen breitmacht.
Persönliche Erfahrung und der Wandel des Herzens
Ich kann mich an eine Zeit erinnern, in der ich noch kein Christ gewesen bin. Ich bin nicht in einer christlichen Familie aufgewachsen. Ich bin mit dem Gedanken aufgewachsen, dass Frauen stark sind und dass sie alles genauso können wie Männer. Obwohl meine Eltern eine konservative, gute Rollenverteilung gelebt haben, wollte ich es doch anders leben.
Ich wollte gerne heiraten, sofern es an mir liegt, und Kinder, und arbeiten, und Wohlstand, und gesellschaftliche Anerkennung, und Arbeit. Ich wollte eigentlich alles und wollte auf nichts verzichten. Und obwohl ich nicht feministisch in dem Sinne erzogen wurde, habe ich all das, was die Gesellschaft so anbietet, für mich übernommen und habe gesagt: Das möchte ich alles auch. Das ist ja nicht schlecht, ich kann das doch alles gleichzeitig machen, warum nicht?
Erst als Gott mich als junge Frau dann zu sich zog und ich Christ wurde, da konnte ich diese ganzen Vorstellungen, wie ich mein Leben gestalten wollte, an Gott abgeben. Denn letztendlich ging es da um mich. Ich wollte dies, ich wollte das, ich wollte Kinder, ich wollte Arbeit, ich wollte alles gleichzeitig. Es ging um meine Lebensplanung.
Gott hat langsam mein Herz verändert, und ich habe gelernt, dass Unterordnung unter einem liebenden Vater etwas Wunderbares ist. Ich habe verstanden, dass Gottes Sohn für meine Verfehlung und für meine Sünde hingerichtet wurde, um mich von meiner sündigen Natur zu retten, von meinem eigentlichen Ich. Von dem, was das eigentliche Zentrum bei mir war: ich, ich, ich. Meine Selbstsucht, die Leere im Herzen, die wir mit allen möglichen Dingen stopfen wollten, die verschwand langsam, weil Gott da war und weil er mich neu gemacht hat.
Ich lebe doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben hat. Gott selbst lebt in uns, in jedem Christen, und wir leben nicht mehr uns selbst, sondern wir leben einem anderen zur Ehre, nämlich Gott.
Bevor ein Mensch Gott kennenlernt, lebt er automatisch egoistisch und dreht sich um sich selbst. Er stellt das Ich ins Zentrum. Dass jemand so lebt und das Ich ins Zentrum stellt, das ist das angeborene Wesen, das ist das menschliche Wesen. Und es gibt keinen Grund, jetzt auf andere herabzusehen oder auf Feministen oder auf Menschen mit einem anderen Lebenskonzept herabzusehen und zu denken: Das ist ja fürchterlich, also wie die leben, das geht gar nicht. Wir müssen im Auge und im Blick behalten, dass wir jeder einzelne auch so leben würde, ganz automatisch, wenn Gott sich nicht erbarmt hätte. Automatisch würde es um unsere Ziele und unsere Einstellung und um das gehen, was mich selbst befriedigt und was mein Herz sich wünscht, und nicht um Gottes Ehre.
Und deshalb ist es ein großes Geschenk, was uns Gott macht, wenn er in unser Herz einzieht und ein wirklicher Herrschaftswechsel stattfindet. Es ist so, als wenn man ein Spielfeld verlässt und in ein anderes hineinkommt. Man hat vorher Fußball gespielt, und da gibt es bestimmte Regeln, und auf einmal wechselt man das komplette Spielfeld und steht bei Handball und muss Regeln auch neu erlernen. Und man kann nicht jemandem, der noch auf dem alten Spielfeld steht, die neuen Regeln geben und sagen, der muss so und so lernen. Der muss erst das Spielfeld wechseln, der muss erst von einem Spiel zum anderen kommen, der muss erst von dem Ich zu seiner Herrlichkeit kommen und zu Jesus Christus.
Deshalb ist auch der Feminismus nicht das eigentliche Problem, auch wenn sich das jetzt so anhört, dass diese Strömung an allem schuld sei. Schuld sind wir selbst, es ist die Sünde, die in uns wohnt und die sich breit macht und die das Zentrum immer auf uns lenkt. Nicht der Feminismus, sondern der alte Mensch dreht sich in seinem Wesen um seine Bedürfnisse. Der neue Mensch, in dem Gott lebt, der lebt im Glauben für Jesus, wie wir gehört haben, und der lebt für ihn.
Gott sagt in seinem Wort, dass wir gegen die Sünde in uns kämpfen. In Hebräer 12,3-4 steht: Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde. Und wir wissen, wo die Sünde herkommt. Sie ist in unserem Herzen, sie wird da geboren. Und auch als Christen ist es so, dass wir diese alte Natur noch haben, die ja leider nicht verschwunden ist, sondern wir kämpfen immer noch mit Sünde, die aus unserem eigenen Herzen hervorquillt.
Wir lassen uns lieber noch dienen, als anderen zu dienen. Das geht so schnell, dass wir unsere Ehre suchen und nicht Gottes Ehre, weil es in unserem bösen Herz noch drin ist. Und wenn sich das verändert, dann ist das nicht mein Verdienst, sondern das ist allein das Werk und das Wesen des Heiligen Geistes, der das in mir schafft.
Und deshalb fängt der Wunsch, als Frau zu Gottes Ehre zu leben, bei ihm an, nicht bei mir, nicht in meinem Herzen und nicht in einem Regelwerk, wo ich denke, das mache ich jetzt alles ab morgen einfach anders. Sondern es fängt dabei an, dass ich verstehe: In mir wohnt nicht mehr ich selbst, sondern Gott wohnt in uns, und ihm zur Ehre möchte ich leben. Darum geht es.
Und das ist eben nur möglich, wenn wir Gott persönlich kennen und wenn wir ihm ähnlicher werden wollen und wenn die Richtschnur die Bibel ist, wenn wir uns darauf gründen. Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis, steht in Sprüche 1,7. Das ist der Anfang, wo Gott sagt: Das ist die Weisheit, die wir brauchen. Wenn wir Gott aus diesem Bild herausnehmen, dann bleibt da nichts von Erkenntnis und nichts von Weisheit. Und das ist das, was wir in unserer Gesellschaft sehen. Gott wurde aus diesem Bild rausgenommen, und da bleibt nichts als Verwirrung, keine Weisheit, keine Erkenntnis.
Gottes Plan für die Frau im Licht von Sprüche 31
Jetzt komme ich zu dem Aufgabengebiet für die Frau und ihre Rolle.
Der erste Punkt war: Frauen sollten nach der Siebzigerrevolte in der zweiten Welle des Feminismus wie Männer Karriere machen und möglichst nicht zu Hause bleiben. Darauf möchte ich jetzt ein bisschen näher eingehen. Ich möchte lesen, wer die Bibel hat. Das ist jetzt ein kleiner, etwas längerer Abschnitt. Das ist Sprüche 31. Behaltet das im Kopf: Frauen sollen wie Männer Karriere machen und möglichst nicht zu Hause bleiben. Das war das erste Ziel. Jetzt hören wir mal, was Gott dazu sagt in seiner Bibel, in seinem Wort.
In Sprüche 31, ab Vers 10 bis Vers 31, da steht, ich lese das mal vor:
Eine tugendhafte Frau, wer findet sie? Sie ist weit mehr wert als die kostbarsten Perlen. Auf sie verlässt sich das Herz ihres Mannes, und an Gewinn mangelt es ihm nicht. Sie erweist ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens. Sie kümmert sich um Wolle und Flachs und verarbeitet es mit willigen Händen. Sie gleicht den Handelsschiffen, aus der Ferne bringt sie ihr Brot herbei. Bevor der Morgengrauen ist, ist sie schon auf. Sie gibt Speise aus für ihr Haus und bestimmt das Tagwerk für ihre Mägde. Sie trachtet nach einem Acker und erwirbt ihn auch. Vom Ertrag ihrer Hände pflanzt sie einen Weinberg an. Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und stärkt ihre Arme. Sie sieht, dass ihr Erwerb gedeiht; ihr Licht geht auch bei Nacht nicht aus. Sie greift nach dem Spinnrocken, und ihre Hände fassen die Spindel. Sie tut ihre Hand dem Unglücklichen auf und reicht ihre Hände dem Armen. Vor dem Schnee ist ihr nicht bange für ihr Haus, denn ihr ganzes Haus ist in Scharlach gekleidet. Sie macht sich selbst Decken; Leinen und Purpur ist ihr Gewand. Ihr Mann ist wohl bekannt in den Toren, wenn er unter den Ältesten des Landes sitzt. Sie fertigt Hemden und verkauft sie und liefert dem Händler Gürtel. Kraft und Würde sind ihr Gewand, und sie lacht angesichts des kommenden Tages. Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit, und freundliche Unterweisung ist auf ihrer Zunge. Sie behält die Vorgänge in ihrem Haus im Auge und isst nie das Brot der Faulheit. Ihre Söhne wachsen heran und preisen sie glücklich, ihr Mann rühmt sie ebenfalls. Viele Töchter haben sich als tugendhaft erwiesen, du aber übertriffst sie alle. Anmut ist trügerisch, und Schönheit vergeht; aber eine Frau, die den Herrn fürchtet, die wird gelobt werden. Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke werden sie rühmen in den Toren.
Ein längerer Abschnitt. Was für eine Frau, was für eine Beschreibung, eine reine Powerfrau. Wir lesen hier eine detaillierte Beschreibung einer Frau, die wirklich Vorbildfunktion hat. Und auf den ersten Blick möchte man denken, dass das doch eigentlich ganz gut ins Bild der emanzipierten Frau passt. Sie ging regelmäßig zum Markt, sie managte ihren eigenen Handel und auch den Vertrieb ihrer ganzen Waren. Sie blieb nicht zu Hause, das ist der erste Blick.
Auf den zweiten Blick, bei genauerem Hinsehen, sehen wir aber andere Sachen, die dort nicht genannt werden. Eigenschaften, von denen wir vielleicht denken, dass sie wichtig wären, lesen wir da nicht. Zum Beispiel ist in dem ganzen Text keine Rede von Selbstbestimmungsrechten. Die so gelobte Frau verfolgt keine Eigeninteressen und auch keine eigenen Ziele, um sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. In Vers 20 heißt es: Sie tut ihre Hand dem Unglücklichen auf und reicht ihre Hände dem Armen. Die Frau war involviert in Arbeiten im Reich Gottes, sie diente den Armen. Es war eine Frau, die sich in andere investierte und nicht nur an sich selbst dachte. Sie bot den Armen Hilfe an.
Ihr Fokus war auch auf das Wohl der Familie gerichtet, auf das Wohl ihres Mannes. In Vers 11 und 12 steht: Auf sie verlässt sich das Herz ihres Mannes, und an Gewinn mangelt es ihm nicht. Sie erweist ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens. Wenn wir das alle von uns sagen könnten, die wir verheiratet sind. Sie gibt Speise ihrem Haus, und dann kommt eine detaillierte Beschreibung von sämtlichen Aufgaben, mit denen sie beschäftigt ist, bis zu Vers 27, dass sie die ganzen Vorgänge in ihrem Haus im Auge behält. Alle Aufgaben, die diese Frau tut, kamen ihrer eigenen Familie zugute. Alles, was sie tat, war auf ihre Familie ausgerichtet: die Ernährung, die Kleidung, der Handel.
Sie geht nicht und treibt Handel, weil sie das ja irgendwann mal studiert hat und weil sie jetzt aber auch langsam genug hat von der Hausarbeit und das Zuhause nicht mehr so spannend ist, sondern sie geht, um für die Familie zu sorgen. Sie flieht nicht von zu Hause, um eine anständige Arbeit zu machen, um herausgefordert zu werden. Und dabei öffnet sie ihren Mund auch noch mit Weisheit, und freundliche Unterweisung ist auf ihrer Zunge. Das ist wirklich vorbildhaft.
Wir sehen also, dass es nicht unbedingt damit zu tun hat, ob die Frau jetzt immer in der Küche steht und wie weit sie sich vom Haus entfernt. Es herrschen ja manchmal so sonderbare Überzeugungen, was bedeutet, für die Familie da zu sein. Und es sind so Bilder, die wir im Kopf haben: Angekettet an den Herd darf eine Frau sich nicht weiter irgendwie vom Haus entfernen, leider. Es geht um eine Herzenseinstellung. Welche Herzenseinstellung haben wir als Frauen zum Haushalt und zu unserem Mann und zu der Kindererziehung? Wie steht es in unserem Heim, wie sieht es bei uns aus?
Auf der anderen Seite kann ich den ganzen Tag zu Hause verbringen, ohne dass eine von Gott motivierte Einstellung dahinter steht. Ich kann lange schlafen, ich kann mich ständig über mein fürchterliches Aufgabengebiet irgendwie beschweren, über Putzen, Bügeln, Kochen und auch noch über die nervigen Kinder. So kann ich auch zu Hause sein. Es ist also wichtig, mit welcher Herzenseinstellung wir zu Hause sind und wie ich durch den Tag gehe.
Diese Frau ermuntert und erbaut. Sie arbeitet unermüdlich ohne Faulheit, und wenn der Tag zu Ende geht, dann freut sie sich auch gleich schon auf den nächsten, denn sie lacht angesichts des kommenden Tages. So eine Frau ist vor Gott mehr wert als die kostbarsten Perlen. Vers 10.
In Psalm 113 steht, der oben thront in der Höhe und herniederschaut in die Tiefe, der die Armen erhöht aus dem Schmutz, der die Fürsten erhebt usw. Lass ich ein bisschen was aus, der die Unfruchtbare im Haus zu Ehren bringt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja, steht dahinter noch. Der die Unfruchtbare im Haus zu Ehren bringt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird.
Frauen können auch Segen dadurch geben, dass sie ein Haus zu einem Hafen machen. Das haben wir heute Morgen schon gehört. Auch einen Ort, in dem Ruhe zu finden ist, in dem Beziehung gelebt werden können und in dem Frucht aufgeht. Eine Frau, die Kinder bekommt und die sich entscheidet, zu Hause zu bleiben, ist eben kein bemitleidenswertes Geschöpf und kein zu bedauerndes Geschöpf, so wie wir das in der Gesellschaft häufig sehen.
Es wird jetzt gerade über die Herdprämie diskutiert. Das hört sich wirklich sehr nach mir an, wenn man hört: Herdprämie. Wer möchte da wirklich noch freudig zu Hause bleiben, wenn es um eine Herdprämie geht? Aber vor Gott ist diese Arbeit eine hohe Berufung und ist kostbar und ist ein Segen aus seiner Hand.
Zu Hause zu arbeiten ist laut Bibel auf der Top-Ten-Liste der Aufgaben, die ältere Frauen den jüngeren schmackhaft machen sollen. In Titus 2 steht, die älteren Frauen sollen die jüngeren anleiten, ihre Männer zu lieben, besonnen, keusch, häuslich zu sein. Und in 1. Timotheus steht, dass die jüngeren Frauen Familien gründen sollen und den Haushalt führen sollen. Also zusammenfassend können wir sagen, dass das eine besondere Aufgabe ist, die Gott uns gibt, und ein besonderer Segen, den er für uns bereithält. Und dabei geht es besonders um die Herzenseinstellung, die wir dabei haben.
Die Beziehung, die wir in unserem Zuhause leben, die Beziehung zu den Eltern oder zu den Geschwistern, die haben einen weit größeren Einfluss, als wir vielleicht denken oder meinen, auf das gesamte Leben. Unser Heim soll ein Vorgeschmack sein auf unsere himmlische Heimat. Unser echtes Zuhause ist im Himmel, wo jeder, der mit Jesus gelebt hat, einen sicheren Ort finden wird und mit ihm in Ewigkeit zusammenleben darf. Und unser Haus, unser Heim, soll ein Vorgeschmack auf das sein, ein Hafen in einer Zeit, die nicht sicher ist, wo es drunter und drüber geht, und da einen Ort zu haben, wo Familie gelebt wird, wo in Beziehung investiert wird, auch in Stabilität von Beziehungen.
Die Weisheit der Frauen baut ihr Haus, aber die Torheit reißt es nieder mit eigenen Händen. Und ich denke, wir haben als Frauen viele Möglichkeiten, das Zuhause zu leben, egal ob wir verheiratet sind oder nicht. Wir können unsere Häuser öffnen und zu einem Ort machen, wo Beziehungen gelebt werden können, wo wir Gäste einladen, wo Freundschaften entstehen können und auch weiter gepflegt werden können. Ein Ort, wo Großeltern eingeladen werden, wo Kinder erzogen werden, wo Regeln eingeübt werden und wo Grenzen gesetzt werden. All das bedeutet Heim.
Ein Haus zu bauen und zu einem segenspendenden Ort zu machen, das ist etwas, was Frauen mehr im Blick haben als Männer. Und dabei geht es nicht nur so um die Dekoration, um die Äußerlichkeiten, um die Einrichtung und um die Wandfarbe und die Gardinen, sondern um noch viel mehr.
In meinem Haushalt ist es so, dass bei so einer reinen Männerwirtschaft, in der ich ja lebe, doch relativ viel fallengelassen wird und relativ viel rumliegt. Die meisten Männer haben es wohl, oder Jungs, an sich, dass sie nicht so gerne aufräumen und dass sie das einfach liegen lassen. Häufig bin ich dann diejenige, die das dann alles auf die Treppe legt. Das ist bei uns so ein Ort, wo das alles abgelegt wird, damit es dann nach oben genommen wird. Aber selbst da haben die Jungs das gut drauf, einfach einen Riesenschritt zu machen über zwei Treppenstufen hinweg, über die Dinge, die dort liegen, und sie nehmen es nicht mal wahr. Und wenn ich dann sage, da liegen Sachen schon auch seit zwei Tagen, nehmt ihr die bitte nach oben? Oh ja, doch, nee, machen wir, haben wir gar nicht gesehen. Ich nehme es ihnen auch wirklich ab, dass sie es wirklich nicht sehen.
Ich glaube, dass Gott uns Frauen da einfach auch anders geschaffen hat. Nicht nur, was eben die Äußerlichkeiten angeht, sondern auch wenn man das überträgt auf das Beziehungsgeflecht ebenso. Wir sehen, wenn Dinge aus dem Ruder sind, wenn Beziehungen einen Knick haben, wenn Stress ist, zwischenmenschlich oder wenn irgendwo Not und Ärger, auch bei den Kindern. Da haben Frauen eher Antennen dafür, mehr als Männer. Und ja, das hat Gott ebenso gemacht, damit wir Beziehungen leben können und schaffen können und ein Heim bauen können.
Ehe, Ordnung und Gottes Ehre
Jetzt kam der zweite Punkt im Feminismus: die Auflösung der traditionellen Ehe und der Kampf gegen Männer. Wie ist Gottes Sicht auf die Frau in der Ehe und im Verhältnis zu den Männern?
Auch hier haben die Auswirkungen des Feminismus vieles verändert, nur mal ein paar Fakten: Mittlerweile wird jede zweite Ehe geschieden, die Scheidungsrate liegt bei über fünfzig Prozent, auch wenn sie in den letzten zwei, drei Jahren etwas rückläufig ist. Schwierige Zeiten steht man nicht mehr zusammen durch, sondern man trennt sich ganz einfach. 1950 wurden 14 der Ehen geschieden. Bis 1977 gab es noch das Schuldprinzip, das heißt, es wurde richterlich festgelegt, wer an dem Scheitern der Ehe schuld hatte, und derjenige hatte dann auch die Aufgabe, zu zahlen. Heute reicht ein Trennungsjahr, und dann ist man damit durch. Dann darf die Ehe geschieden werden. Viele Ehen, die geschlossen werden, überdauern keine zwei Jahre. Insgesamt kann man sagen, dass die Eheschließung von 1950 bis jetzt stark zurückging. Ehe scheint heute überhaupt nicht mehr zeitgemäß.
Es ist heute auch so, dass Männer und Frauen Sexualkontakte haben können, obwohl sie nicht verheiratet sind. Das war früher einfach verpönt, das gab es nicht. Das ist heute überhaupt kein Thema mehr. Man darf zusammenleben, ohne zu heiraten. Das ging auch früher nicht. Es war überhaupt nicht akzeptiert. Männer und Frauen können heiraten, auch wenn sie keine Kinder haben wollen, und umgekehrt können sie Kinder haben, auch wenn sie nicht verheiratet sind. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften, das habe ich auch schon gesagt, sind rechtlich nahezu ähnlich gestellt wie sie.
Ist Ehe ein Auslaufmodell? Das sehen wir leider so in der Gesellschaft. Wir hören immer mehr Fragen: Was ist eigentlich noch der Wert von Familie? Müssen wir das eigentlich noch haben? Familie, traditionelles Rollenbild. Der Feminismus füttert auch dort unser Ich. Über sechzig Prozent der Scheidungen werden von Frauen eingereicht. Wenn es mir nicht mehr gefällt, wenn es mir zu bunt wird, wenn ich diesen Mann nicht mehr mag, dann gehe ich einfach oder ich suche mir einen neuen.
Die Auflösung der Ehe bedeutet aber, gegen das zu rebellieren, was Gott sich ausgedacht hat. Denn die Idee der Ehe kommt von Gott. Das war seine Idee und sein Gedanke. Er hat die Ehe zu einem bestimmten Zweck geschaffen. Er hätte ja auch Menschen schaffen können, die nicht so eng zusammenleben, zwei Freunde, die nicht in so einem Bündnis zusammenleben und die sich nicht voneinander unterscheiden. Warum hat Gott sich entschieden, zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts in ein lebenslanges Bündnis miteinander zu stellen? Gott schuf das alles so, um zu zeigen, wie er ist, wie sein Wesen ist und wie sein Charakter ist. Anhand einer Ehe können wir sehen, wie Gott ist. Er wollte sich verherrlichen durch Menschen, die Ehe leben.
Paulus schreibt im Römerbrief: Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit. Und da dürfen wir nicht nur an die Schöpfung denken. Das ist so häufig, dass wir daran denken, an die Bäume, an die Berge, an das Universum. Das alles hat er geschaffen, und alles zu seiner Ehre. Aber wir Menschen sind auch ein Werk aus seiner Hand. Und wenn andere Menschen uns ansehen, dann sollen sie Gottes Ehre sehen. An Menschen, die in weiblichen Körpern stecken, an Frauen und an Männern, die in Männerkörpern stecken, soll Gottes Ehre gesehen werden. Und genau das Gleiche gilt auch für eine Ehe. Wenn Menschen eine Ehe betrachten, dann sollen sie Gott darin sehen.
Er hat zum Ersten das Ehebündnis geschaffen, weil wir mit unserem begrenzten kleinen Verstand sonst Schwierigkeiten hätten und nicht sehen könnten, wie überhaupt so ein Bündnis funktioniert. Woher sollten wir wissen, wie das ewige Bündnis, das Gott mit seinen Kindern geschaffen hat, aussieht, wenn wir es nicht praktisch vor Augen gemalt bekommen anhand einer Ehe, anhand dieses Bündnisses? Wenn es keine Ehen gäbe, dann könnten wir uns schlecht vorstellen, wie so eine verbindliche Beziehung aussehen kann.
Und so unterschiedlich Mann und Frau sind, hat Gott sie zusammengestellt. So unterschiedlich, wie Gott und wir Menschen sind, hat er doch ein Bündnis geschaffen. Und beide Bündnisse funktionieren nur, wenn er der Fels ist und wenn er der Mittelpunkt ist in beiden. Eine christliche Ehe zeugt also von Gott, und das nicht, weil sie perfekt ist und weil die beiden Ehepartner sich immer tadellos benehmen und immer nett zueinander sind und es nie Schwierigkeiten gibt, sondern auch an Schwierigkeiten, an Herausforderungen, an Leid und auch an finanzieller Not. An all den Dingen, die wir haben, möchte Gott sich verherrlichen, indem andere auch sehen: Wir gehen damit anders um, wir haben jemanden, zu dem wir gehen können, wir können lachen, auch wenn die Situation und die Umstände nicht gut sind.
Gott will uns durch eine Ehe schleifen und unser Herz verändern und in der Heiligung wachsen lassen. Er will seine Ehre groß machen, indem er zwei unterschiedliche Menschen in diesen engen Bund stellt. Zum Zweiten verdeutlicht eine Ehe aber auch eine Liebesgeschichte von einem Mann und einer Frau. Damit fing nämlich alles an. Es fing alles an mit einem Mann und einer Frau, die Gott geschaffen hat: Adam und Eva, eine wunderbare Liebesgeschichte. Und es wird auch alles mit einem Mann und einer Frau aufhören, nämlich mit Jesus Christus, dem Mann, und mit der Gemeinde, der Frau, ganz am Ende der Zeit.
Wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so steht es in Epheser 5,24: Wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen. Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie dahingegeben hat. Mit einem Mann und einer Frau fing alles an, mit einem Mann und einer Frau wird alles zu Ende gehen. Eine Ehe soll diese wunderbare Liebesgeschichte, die Gott durch seinen Sohn Jesus Christus uns gebracht hat, verdeutlichen. Eine Ehe soll diesen Gedanken groß machen: ein Mann, der seine Frau liebt, so wie Jesus die Gemeinde geliebt hat; ein Mann, der seiner Frau dient, so wie Jesus uns gedient hat bis zum Tod am Kreuz; und eine Frau, die sich diesem Ganzen unterordnet, so wie die Gemeinde das heute tut.
Daran soll Gottes Größe werden. Und das ist eine Art, die Gott wollte, damit sein Evangelium, das kostbare Evangelium, transportiert wird, wenn Menschen Ehe sehen. Sie sollen sehen: Das ist die Geschichte meines Sohnes, des Sohnes Gottes, der auf die Erde kam, um zu sterben, für seine Gemeinde, für die, die er erkauft hat. Es ist also nicht nur der Ehegedanke von Gott zu seiner Ehre geschaffen, sondern auch die Ordnung innerhalb der Ehe. Die hat Gott auch geplant. Auch die Ordnung von Mann und Frau, die Führung und Leitung und auch die Unterordnung, all das ist aus seiner Hand und spiegelt das wider, was er geplant hat: sein Evangelium.
Gott sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Wir Frauen sind als Helfer geschaffen, wir sind Gehilfinnen für den Mann. Fragt man sich jetzt heutzutage, wo alle so emanzipiert sind, wofür müssen wir denn helfen? Was sollen wir denn tun? Geht es um die Schmutzwäsche, um die dreckigen Socken oder worum geht es denn? Wofür müssen wir helfen? Sind es die Aufgaben, die der Mann keine Lust hat zu tun, die dann überbleiben? Das ist nicht so.
Wir Frauen sind gleichwertige Helfer, die an dem einen Ziel mitarbeiten: Gottes Ehre durch die Ehe zu transportieren. Und das bedeutet, dem Mann, wenn wir verheiratet sind, eine Hilfe zu sein, in den guten Dingen, für ihn zu beten, ihn zu ermutigen, aber auch ihn auf Dinge aufmerksam zu machen, die nicht gut sind, die nicht gut laufen. Und wer könnte das besser als wir, die wir unsere Männer so gut kennen? Wer kennt denn den Mann so gut wie die Frau, die mit ihm verheiratet ist?
Denken wir mal zurück an die Frau in Sprüche 31. Was wird über sie in Bezug auf ihren Mann gesagt? Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln. Sie tut ihm Liebes und kein Leid ein Leben lang. Wegen ihres Charakters, weil sie von Gott geprägt ist, kann sich der Mann auf die Frau verlassen. Sie kämpft nicht gegen ihn, sie spielt ihn nicht aus, sondern sie steht hinter ihm und unterstützt ihn bei allem, was er tut. Sie achtet darauf, dass ihm keine Steine in den Weg gelegt werden.
Bevor einige jetzt niedergeschlagen sind und vielleicht sagen: Meine Ehe sieht nicht so aus, meine Ehe ist komplett anders, dann möchte ich euch sagen, dass es hier nicht um Perfektion geht. Es geht nicht darum, das alles in Perfektion so auszuführen, sondern es geht um die Herzenshaltung, die dahintersteht. Sind wir bereit, diese Rolle als Helferin anzunehmen? Sind wir bereit, unsere Männer zu stützen? Sind wir bereit, da zu sein? Und das auch über eine Ehe hinaus: Auch wer nicht verheiratet ist, hat dieses Design von Gott bekommen. Jede Frau ist geschaffen als Gehilfin, als Gehilfin in der Gemeinde, als Gehilfin für die Kindererziehung, für andere, um ein offenes Haus zu haben, um in der Gemeinde zu dienen. Das ist das Design der Frauen: Helferinnen zu sein.
In Epheser 5,33 steht: Jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst, die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht. Das ist interessant: Männer werden aufgerufen, die Frauen zu lieben, die Frauen werden hingegen dazu aufgerufen, die Männer zu ehren. Und das steht ganz bewusst so in der Bibel und nicht nur an einer Stelle. Ich denke, weil Gott weiß, dass wir dazu neigen, dass unser sündiges Herz schnell dazu neigt, diese Ehre zu vernachlässigen, die Männer nicht mehr zu ehren. Da kommt ein Streit oder irgendetwas, worüber wir uns nicht einig sind, und schon ist im Herzen so etwas wie: Muss das jetzt sein? Oder wir rollen mit den Augen oder beschweren uns über bestimmte Dinge, stehen nicht mehr hinter dem Mann, stützen ihn nicht mehr und denken: Das kann er jetzt alleine machen, oder das sehe ich so nicht, jetzt habe ich keine Lust mehr dazu. Und schon weisen wir diese Rolle zurück und sagen: Nein, danke, da bin ich jetzt nicht mehr Gehilfin.
Gott weiß, dass wir damit Probleme haben, unsere Männer immer zu ehren. Es geht schnell, dass uns das zu viel wird. Das steht in Epheser 5,33: Männer ehren? Nein, danke, wir verabschieden uns von Männern in jeder Form. Das wird uns so vorgelebt, das sehen wir so. Und jede Frau, die Gott lieb hat und die über ihr sündiges Herz und die Natur weiß, wird darum kämpfen und wird dafür einstehen und dafür beten, dass sich so eine bittere Wurzel im Herzen nicht entwickelt. Denn wenn das über eine Zeit so ist, dass wir sagen, wir weisen das zurück, wir wollen damit nichts mehr zu tun haben, ich weigere mich, für meinen Mann zu beten, dann entsteht eine bittere Wurzel. Je länger diese Zeit ist, desto schwieriger wird es, diese Wurzel zu entfernen.
Kämpfen wir darum, dass wir unsere Männer ehren und dass wir das sofort zerbrechen und sagen: Wir beten für ihn, auch wenn er Entscheidungen trifft, wo wir sagen, das sehe ich eigentlich nicht ganz so. Wir beten dafür und reden mit unseren Männern. Oh, 5,33 Epheser 5 habe ich mich verschrieben, hier vertippt. Ich höre gerade, das ist Epheser 5,33 und nicht 4,33, es mag sein, dass ich mich da vertippt habe, Entschuldigung, genau.
Sehen wir das Gute in unseren Männern, sehen wir die Segnung, die Gott uns gibt und womit er uns beschenkt mit unseren Männern, oder haben wir den Fokus ganz schnell darauf, was nicht läuft und wo er noch Wachstum braucht und wo er noch dies braucht und noch das braucht? Lasst uns da einfach das vor Augen halten, was gut ist und wo Gott schon so viel getan hat, und unsere Männer da auch ermutigen, weiter den Weg zu gehen.
Eine Ehe soll Gott groß machen. Schenken wir der Welt kein Glauben, dass Ehe überholt ist und dass die besten Gespräche und die beste Kommunikation sowieso außerhalb der Ehe stattfindet und nicht mit dem eigenen Mann. Sehen wir, dass das alles, was uns so über die Ehe erzählt wird, ein direkter Angriff auf Gottes Schöpfung ist und eigentlich auf Gottes Ehre? All das, was wir so hören, verdreht und raubt Gott die Ehre.
Wenn wir davon ausgehen, dass Gott Ehe geschaffen hat, um sich selbst zu ehren, um das Evangelium zu transportieren, dann ist das, was wir inhalieren und was wir sehen in der Welt, ein Angriff auf seine Ehre. Fangen wir lieber an, daran zu arbeiten, mit Gottes Hilfe durch unsere Ehe ein Licht zu sein für seine Herrlichkeit.
Die dritte Welle und der Druck auf das äußere Erscheinungsbild
Es kommt die heutige Zeit und ein kurzer Ausblick
Wir befinden uns gerade in der dritten Welle des Feminismus. Nachdem ich jetzt kurz zur ersten Welle etwas gesagt habe, also zum 19. Jahrhundert, und zur zweiten Welle, den 60er- und 70er-Jahren, möchte ich noch kurz etwas zur dritten Welle sagen.
Sie begann in den Neunzigerjahren, und diese dritte Welle wird als Pornokultur bezeichnet. Das wird besonders deutlich, wenn man die Popmusikszene ansieht, Shows, in denen Frauen dargestellt werden, oder auch das, was ganz selbstverständlich im Fernsehen zu sehen ist: Frauen, die kaum noch etwas anhaben und aussehen, als würden sie aus dem Rotlichtviertel kommen.
Was Frauen in der zweiten Welle des Feminismus nicht wollten, nämlich von Männern zu Objekten gemacht zu werden, wurde sozusagen in der dritten Welle von den Töchtern einfach umgekehrt. Der Gedanke dahinter ist: Wir lassen uns nicht von Männern zu Objekten machen, wir machen uns selbst zu Objekten der Begierde und entscheiden selbst, wann, wie und mit wem. Wenn Männer laut, ungezügelt und vulgär auftreten können, dann können das Frauen umso mehr.
Vor einigen Jahren kamen diese Aufkleber auf, Zicke – ich weiß nicht, ob ihr das kennt –, oder T-Shirts für Mädchen mit der Aufschrift Zicke. Das wurde stolz vor sich hergetragen: Ich bin eine Zicke, ich will mich nicht unterordnen, ich bin aufmüpfig, ich bin laut, ich bin nicht lieb und nett. Das Liebe-Nette ist vorbei.
Wer Kinder im Teenageralter hat, der weiß, womit sich unsere Jugendlichen auseinandersetzen müssen, gerade in dieser Pop- und Musikwelt. In Musikvideos – ich gucke mir nicht viel davon an, hin und wieder schaue ich da mal rein, um zu sehen, was eigentlich läuft – werden Frauen wirklich sexuell aggressiv dargestellt, nicht nur ungezügelt, sondern aggressiv.
Beim Shoppingbummel bemerken wir etwas von den Auswirkungen, also bei der Kleidung, die man gerade im Teenageralter findet und die keine begehrlichen Blicke bei Männern wecken soll. Das heißt: keine hautengen T-Shirts, keine breiten Gürtel, die nur bis hier gehen, keine Ausschnitte, die eigentlich alles freilegen. Das ist schon seltener geworden. Da muss man schon genauer gucken.
In 1. Petrus 3,3-4 steht: Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein, wie Haarflechten, goldene Ketten oder prächtige Kleider, sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes. Das ist kostbar vor Gott.
Wenn wir als Frauen, ob jung oder alt, zu Gottes Ehre leben wollen, dann geht es nicht darum, uns selbst in Szene zu setzen, unseren Körper zu präsentieren und das Augenmerk auf uns selbst zu lenken. Die Welt macht das. Sie kennt nur die äußere Fassade, und es geht darum, wer sich am besten präsentiert, der ist wer. Wer am besten aussieht, das eigene Ich wird groß gemacht. Aber als Christen wollen wir Gottes Ehre groß machen. Wir wollen zu seiner Ehre leben und ihn sichtbar machen. Wir wollen, dass Menschen, wenn sie uns anschauen, seine Herrlichkeit sehen und nicht uns, nicht unseren Körper und nicht das, was wir alles Tolles können.
Und das tun wir, wenn wir einen sanften, stillen Geist haben. Das ist ein Geist, der sich unter Gott unterordnet, der sich auch Autoritäten gerne unterordnet, der nicht aufbegehrt, der nicht gegen Männer kämpft und der sich selbst einfach zurücknehmen kann.
Ich glaube, dass diese dritte Welle des Feminismus besonders uns trifft, wenn wir Kinder haben, die wir erziehen, und dass wir gerade in unserer Erziehung viel, viel im Gespräch mit unseren Kindern sein müssen. Denn sie werden von außen noch viel mehr, noch viel stärker und noch viel aggressiver beeinflusst als wir.
Wir haben gesehen, dass diese Feminismuswellen die Gesellschaft beeinflusst und verändert haben. Gesellschaft ist etwas, das dauerhaft im Wandel ist, und auch das Frauenbild verändert sich immer weiter. Das Einzige, was sich nicht wandelt, ist Gott selbst. Er bleibt derselbe von Ewigkeit zu Ewigkeit. Sein Wort, die Bibel, bleibt und ist der Fels, auf dem wir das gesamte Leben bauen können. Und seine Wahrheit über biblisches Frausein unterliegt nicht dem Zeitgeist, sondern ist immer gleich aktuell.
Gott hat uns geschaffen als Mann und Frau, und das ganz unterschiedlich und eben mit Absicht. Aufzustehen und Farbe zu bekennen und zu sagen: Ich möchte so leben, wie Gott mich als Frau geplant hat, und seine Definition ist perfekt und bedarf keiner Anpassung, das ist eine große Herausforderung in unserer Gesellschaft.
Dabei geht es bei diesem Wunsch, eine Frau nach Gottes Herzen zu sein, eben nicht um ein Regelwerk, nicht um Dinge, die wir einhalten müssen, nicht um Äußerlichkeiten, nicht um Entscheidungen wie: Wie dekoriere ich mein Haus? Soll ich als Frau jetzt doch lieber mehr Röcke tragen oder mehr Hosen? Darf ich mich schminken oder nicht? Nagellack oder keiner? Das sind alles Äußerlichkeiten, auf die Gott überhaupt gar nicht schaut, die in dem Sinne erst einmal nicht wichtig sind.
Es geht um weit mehr. Wenn wir verstehen, dass wir Töchter des Allerhöchsten sind und geschaffen in seinem Bild, um durch unsere Weiblichkeit einen Teil seines Wesens zu zeigen, dann ist das eine gewaltige Aufgabe. Und wenn wir aufgerufen sind, als gleichwertige Erben der Herrlichkeit Jesu in unserer Ehe widerzuspiegeln, entgegen unserer sündigen Natur für den anderen zu leben, dann scheint das so, als wäre das gar nicht zu erreichen.
Dabei dürfen wir uns auf den verlassen, der die ganze Zeit bei uns ist. Wir haben einen starken Gott an unserer Seite, der hinter uns steht und der sich für diesen Weg verbirgt. Er segnet den Weg auch gegen die Strömung dieser Zeit.
In Epheser 5,15-17 steht: So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise. Kauft die Zeit aus, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständlich, sondern versteht, was des Herrn Wille ist.
Wir müssen verstehen, was es bedeutet, biblisch Frau sein zu leben, zu seiner Ehre. Wir sollen uns nicht der Welt gleichstellen. Und dieser Weg, sich nicht der Welt gleichzustellen, birgt nicht nur Segen für uns und für unsere Familien, sondern auch andere werden darauf aufmerksam. Wenn wir so leben, wie Gott es möchte, dann erregt das Aufmerksamkeit in unserer Zeit. Es macht andere neugierig, die sehen, dass Christen anders ticken, dass Frauen ihre Männer ehren und sich ihnen gerne unterordnen, dass wir Kinder gerne erziehen und es nicht als Belastung sehen und nicht als Bürde auf unseren Schultern, dass wir, wenn wir älter werden als Frauen, nicht panisch werden, weil wir die ersten Falten bekommen, und nicht frustriert sind.
All das sind Chancen für das Evangelium, sodass Menschen in einer verkehrten Welt sehen können, dass Jesus lebt und regiert.
Die letzte Hoffnung liegt allein in Christus
Und noch ein Gedanke zum Schluss: Jedes auch noch so hingebungsvolle Leben für Jesus als Frau bleibt ein Leben, das Gottes Ansprüchen einfach nicht genügen kann, wie sehr wir uns auch anstrengen. Denn wir bleiben Sünder. Wir sind Sünder, und wir bleiben Sünder.
Unsere Hoffnung liegt deshalb nicht im biblischen Frausein. Nicht dadurch werden wir gerecht, und nicht dadurch werden wir wohlgefällig vor Gott. Nicht dadurch können wir vor ihm anerkannt sein. Unsere Hoffnung liegt allein in einer Person, und das ist Jesus Christus. Er hat das perfekte, sündlose Leben für uns gelebt, zu dem wir nicht fähig waren. Und er hat für all unsere Unvollkommenheit am Kreuz bezahlt. Amen.
