Serie•Teil 4 / 4Erwählung und Vorherbestimmung
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Rückblick und Fortsetzung des Themas
Wir wollen heute Abend mit dem Thema fortsetzen, mit dem wir gestern begonnen hatten. Das war Römer 9. Wir hatten gestern die ersten achtzehn Verse betrachtet. Wir wollen heute hier weiterfahren.
Es geht um die Frage der Verwerfung Israels und der Erwählung der Heiden. Gott hat das Israel, das den Herrn Jesus verworfen hat, verworfen, jedenfalls zum Teil, wenn auch nicht ganz, aber doch zum Teil.
Es ging dann um die Frage: Darf Gott das tun? Darf Gott einfach den Heiden barmherzig sein? Und wir hatten in Vers 15 gelesen, dass Gott zu Mose sagte: Ich werde barmherzig sein, gegen wen immer ich barmherzig sein werde, und ich werde mich erbarmen, über wen immer ich mich erbarmen werde. Du Mensch hast mir gar nichts vorzuschreiben, wenn ich jemandem barmherzig bin.
Es ist also nicht die Sache des Wollenden noch des Laufenden, sondern des barmherzig seienden Gottes. Denn die Schrift sagt zu Pharao: Eben hierzu stellte ich dich auf oder ließ ich dich am Leben, auf dass ich meine Kraft an dir erzeigte und damit mein Name weithin kundgetan werde auf der ganzen Erde.
Hier haben wir gestern noch gesagt: Gott hat den Pharao verhärtet, weil er sich über die Völker ringsum erbarmt hat. Er hätte eigentlich den Pharao töten können, aber er hat sich entschieden, Pharao am Leben zu lassen. Nachdem der Pharao sich selbst sechsmal verhärtet hat, hat Gott ihn verhärtet. Und Gott hat dem Mose gesagt: Jetzt zeige ich dir, was ich machen werde, wie ich jetzt meinen Namen groß machen werde.
Und dieser Name Gottes wurde dann groß unter allen Völkern, die gehört haben, wie Gott die Israeliten aus Ägypten herausgeführt hat, mit starkem Arm, mit ausgestrecktem Arm, mit großer Kraft. Also, soweit einmal.
Dann haben wir gelesen in Vers 18: Dann ist er also barmherzig, gegen wen er will, und er verhärtet, wen er will. Also: Gott hat das Recht, barmherzig zu sein gegen die Heiden, wenn er das möchte. Und Gott hat auch das Recht, ein ungläubiges Israel zu verhärten, wenn er das möchte.
Gott handelt nicht willkürlich, wie das manchmal in diesen Text hineingelesen wird, als ob Gott sagen würde: Ach, ich tue wahllos, über einige Menschen werde ich mich erbarmen, und über andere Menschen werde ich mich nicht erbarmen. So steht es im Text gar nicht. Und vor allem der Zusammenhang zeigt, dass es hier um die heilsgeschichtliche Verwerfung des Gottesvolkes Israel geht, jedenfalls dieses Teils, der den Messias verworfen hat, und um die Annahme der Völker, die Gott aus den Heiden angenommen hat, die sich zu dem Messias bekehren.
Der Einwand gegen Gottes Freiheit
Und daraufhin, in Vers 19, wirst du zu mir sagen: Warum tadelt er dann noch? Denn wer hat seinem Vorhaben widerstanden?
Jetzt könnte also jemand einwenden und sagen: Aha, also wenn Gott sowieso tut, was er will, dann kann der Mensch ja gar nichts dagegen machen. Oder wenn Gott mit dem Menschen tut, was er will, dann kann er den Menschen auch nicht schuldig sprechen. Dann ist nicht der Mensch verantwortlich, sondern Gott ist verantwortlich.
Darauf antwortet der Apostel Paulus, indem er die Größe Gottes darstellt. Er sagt: So, wer bist du, Mensch, dass du Gott widersprichst, dass du Gott entgegnest? Du bist ein kleiner Mensch, und er ist der große Gott.
Vers 20: Wird etwa das Geformte zu dem, der es formt, sagen: Warum machtest du mich so? Oder hat der Töpfer nicht Vollmacht über den Ton, aus derselben Masse ein Gefäß zur Ehre und ein anderes zur Unehre zu machen?
Gott ist der Schöpfer, und er hat Macht zu formen, wie er will. Hier kommt ein Beispiel über den Ton. Er sagt: Da ist ein Töpfer, und da ist ein Ton. Gott ist der Töpfer, und die Israeliten sind der Ton.
Ich möchte hier eine Parallelstelle lesen, damit wir das Bild verstehen, das der Apostel Paulus verwendet hat. Die Parallelstelle ist in Jeremia 18. Vielleicht könnten wir das aufschlagen, damit wir dieses Bild besser verstehen. Jeremia 18, Vers 3. Gott der Töpfer und Israel der Ton.
Da heißt es in Jeremia 18, Vers 3: Ich ging in das Haus des Töpfers hinab, sagt Jeremia, und siehe, er machte eine Arbeit auf der Scheibe. Und das Töpfergefäß, das er aus dem Ton machte, missriet in der Hand des Töpfers. Und er machte wieder ein anderes Gefäß daraus, wie es in den Augen des Töpfers zu tun richtig ist.
Und das Wort Jachwes geschah zu mir folgendermaßen: Vermag ich euch nicht zu tun wie dieser Töpfer, Haus Israel? Das ist der Ausspruch des Herrn. Siehe, so wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel.
Einmal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es auszureißen, abzubrechen und zu zerstören. Kehrt aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit um, so lasse ich mich des Übels geräuen, das ich ihm zu tun gedachte. Und ein anderes Mal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, um es zu bauen und zu pflanzen. Tut es aber, was böse ist in meinen Augen, so dass es auf meine Stimme nicht hört, so lasse ich mich des Guten geräuen, das ich ihm zu erweisen gesagt hatte.
Also hier haben wir ein sehr wichtiges Bild, auf das Paulus auch natürlich hier anspielt, das er verwendet. Paulus sagt jetzt hier: Schaut, Jeremia, Gott sagt zu Jeremia: Schau, ich bin der Töpfer, und Israel ist der Ton. Und wenn ich zu einem Volk, zum Beispiel zu den Heiden, sage, dass sich ein Königreich zerstören und abbrechen wird, aber die bekehren sich, dann kann ich sagen: Aha, dann ändere ich meinen Plan.
Und wenn ich zu einem anderen Volk, zum Beispiel über das Volk Israel, sage: Ich werde es aufbauen und ich werde es pflanzen, aber wenn dieses andere Volk, das Volk Israel zum Beispiel, tut, was böse ist in meinen Augen, Vers 10, so dass es auf meine Stimme nicht hört, so lasse ich mich des Guten geräuen, das ich zu tun ihm gesagt hatte.
Das heißt, Gott kann dem Volk Israel, wenn er ihnen vorher gesagt hat: Ich werde euch aufbauen, dann kann er gleichzeitig sagen: Aber wenn ihr nicht gehorcht, dann kann ich euch wieder beiseite tun. Das ist wie der Töpfer. Da ist der Töpfer, der hat einen Ton, und der Ton ist Israel. Und er hat vor, ein gutes Gefäß zu machen, oder? Der bemüht sich. Aber dieser Ton ist ein widerstrebender Ton, der will dem Töpfer nicht gehorchen.
Und wenn der Ton dem Töpfer nicht gehorchen will, was kann der Töpfer tun? Da kann der Töpfer sagen: Mir reicht es, dieser Ton will einfach nicht, weg damit, ich nehme einen anderen Ton. Die Israeliten sind der Ton, und die Israeliten wollten nicht so werden, wie Gott wollte.
Darf dann Gott sie beiseite stellen? Hat Gott die Erlaubnis? Er ist der Töpfer. Darf er einen Ton wegwerfen oder verwerfen, jedenfalls eine Zeit lang? Oder überhaupt ganz? Darf er das tun, wenn die Israeliten widerstreben und einfach nicht gelingen wollen? Natürlich!
Manche Ausleger haben gesagt: Ja, aber der Ton, der Ton, der kann doch gar nichts tun. Doch, der Ton kann schon etwas tun. Im Jeremia haben wir gelesen: Wenn Israel der Ton ist und Israel nicht gehorchen will, dann ist das ein widerstrebender, ungehorsamer Ton. So ist das halt, wenn die Menschen der Ton sind. Die Menschen haben einen eigenen Willen, sie können sich wehren.
Wir sprechen ja auch so, übrigens sprechen wir auch so in unserer Sprache. Wenn wir etwas machen und es will uns nicht gelingen, dann sagen wir, das Material passt nicht, das will nicht. Das Holz: Du willst etwas schnitzen, und dann ist da irgendein Ast dazwischen, und du kommst da nicht hin, wo du hinschnitzen willst. Und dann sagst du: Ach, der will nicht, das Holz will nicht, oder? Das passt nicht, das will einfach nicht.
In dem Sinne ist das Bild gebraucht. Also gehen wir zurück zu Römer 9, Vers 21: Hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse ein Gefäß zur Ehre und ein anderes zur Unehre zu machen?
Wenn das Gefäß nicht gelingen will, darf er es weg tun und darf ein neues Gefäß machen. Oder er darf den ganzen Ton noch einmal zusammenwerfen und noch einmal mit Wasser mischen und noch einmal kneten und noch einmal neu beginnen und ein anderes Gefäß machen. Das ist gemeint.
Wenn Israel missraten ist und sich von Gott abgewandt hat, indem es den Messias verwirft, dann ist es doch Gottes gutes Recht, dass er sich jetzt zu den Heidenvölkern wendet. Wenn du den Messias ablehnst, dann darfst du dich nicht wundern, wenn Gott dich verwirft und die Heiden erwählt, sagt Paulus zu dem Juden.
Damals hast du dich ja auch nicht beschwert beim goldenen Kalb, als der Herr so gnädig war. Und damals, als der Herr den Jakob ausgewählt hat oder den Jakob erwählt hat, das Volk Jakobs erwählt hat, da hast du dich auch nicht gewehrt. Und jetzt brauchst du dich nicht beschweren, wenn der Herr jetzt die Heidenvölker erwählt.
Also was hier gezeigt werden soll, ist, dass Gott sehr wohl ein Recht hat, sich zu den Heiden zu wenden. Es wäre also töricht, wenn der Ton dem Töpfer etwas vorschreiben wollte. Das gibt es nicht.
Geduld mit den Gefäßen des Zorns
Und dann heißt es in Vers 22: Wenn aber Gott, da er seinen Zorn erzeigen und seine Kraft kundtun wollte, in viel Geduld die Gefäße des Zorns ertrug, die für das Verderben fertig geworden waren, was dann?
Dieses „was dann?“ muss man sich ergänzen, oder? Wenn Gott, da er seinen Zorn erzeigen wollte, die Gefäße, die für das Verderben fertig waren oder zugerüstet waren, ertrug, war es dann. Was willst du dann sagen? Was hat Gott mit den Gefäßen des Zorns gemacht? Da waren Gefäße des Zorns, die hießen Israeliten. Was hat Gott mit den Israeliten gemacht? Er hat sie getragen. Und er war geduldig, und sie waren wieder unwiderspenstig. Und was hat Gott gemacht? Er hat sie weiterhin getragen und war weiterhin geduldig, und sie waren wieder widerspenstig. Und das hat er lange Zeit getan. Diese Gefäße, die für das Verderben zubereitet waren oder fertig waren, die hat er getragen und getragen und getragen. Hätte er doch das Recht, diese Gefäße ganz auf die Seite zu setzen.
Also hier steht nur dieser erste Teil des Satzes: Wenn aber Gott, der seinen Zorn erzeigen und seine Kraft kundtun wollte, in viel Geduld die Gefäße des Zorns getragen hat, die fürs Verderben fertig geworden waren, was dann?
Das griechische Wort für fertig geworden oder zugerüstet, hergerichtet, heißt reif gemacht, bereitet. Also die Gefäße des Zorns waren reif. Jetzt liest mancher in den Text hinein, dass Gott die Gefäße des Zorns zum Zorn bereitet hat. Steht das da? Steht da, dass Gott es war, der die Gefäße des Zorns zu Gefäßen des Zorns machte? Schauen wir in den Text. Was sagt der Text? Wie steht es bei Luther? Aber selbst Luther sagt nicht, dass Gott sie zum Verderben bestimmt hat. Das steht nicht da. Sie waren zum Verderben bestimmt, allerdings ist das Wort „bestimmt“ viel zu stark. Er müsste schreiben: die für das Verderben reif waren, dann wäre es richtig.
Wie sagt es denn bei Schlachter? Wer ist bei Schlachter? Hat jemand Schlachter? Zugerüstet, gerichtet, zugerüstet, ja, das ist schon besser: zum Verderben zugerichtet. Da muss nämlich irgendjemand sie zurichten. Jetzt ist die Frage: Wer hat sie denn zugerichtet zum Verderben? Wer hat den Pharao zum Verderben zugerichtet? Wer hat den Pharao zum Verderben zugerichtet? Bitte? Der Pharao hat den Pharao zugerichtet, genau. Der Pharao hat durch sein Handeln sich reif gemacht fürs Verderben. Er hat sich fertig gemacht fürs Verderben.
Und die Israeliten, also die Gefäße des Zorns, haben sich durch ihr langes, langes Widerstreben fertig gemacht fürs Verderben. Nicht Gott hat sie fertig gemacht, nein, Gott wollte sie retten, Gott wollte ihnen das Heil geben, Gott wollte ihnen den Messias bringen, der kam dann auch. Und was haben sie gemacht? Sie haben den Messias verworfen, und jetzt sind sie zu Gefäßen des Verderbens geworden. Gefäße des Zorns sind sie geworden, die fürs Verderben fertig waren oder reif und zugerüstet waren.
Also, wer ist dann verantwortlich? Ja, die Israeliten sind verantwortlich, die Gefäße sind verantwortlich dafür, dass Gott sich von ihnen abgewandt hat. Also durch ihren Unglauben in Bezug auf den Messias haben sie sich fürs Verderben zugerichtet. Also bitte nicht Gott etwas in die Schuhe schieben, was der Text nicht sagt.
Der Zusammenhang macht klar, dass diese Gefäße, die Gott so lange getragen hat, nicht von Gott zuerst in Geduld getragen wurden, damit er sie dann zum Verderben bestimmt. Nein, er hat sie so lange getragen, um sie zu retten, aber sie haben sich fürs Verderben zugerichtet. Das heißt ja nur passiv, sie waren fürs Verderben fertig gemacht. Ja, dass übrigens Paulus so denkt, Paulus widerspricht sich nicht. Paulus hat ja im Kapitel zwei geschrieben: Gott wird einem jeden vergelten nach seinen Werken. Genau das ist es ja: Gott vergilt den Israeliten nach ihren Werken, sie selbst haben sich so gemacht.
Gott hat sie getragen, er hat sie nicht gleich verderben lassen, bis er schließlich mit Gericht eingreift. Im Jahre siebzig nach Christus kam ein schreckliches Gericht über das Judentum, ein ganz, ganz schreckliches Gericht. Die Stadt Jerusalem wurde zerstört, der Tempel wurde zerstört, eine Million Menschen wurden getötet, und die ganzen Juden im Reich litten Schaden. Der ganze jüdische Gottesdienst hat aufgehört. Seither bis zum heutigen Tag gibt es keinen Tempel, keine Opfer, keinen Gottesdienst. Das war ein schreckliches Gericht über das Judentum, das gekommen ist. Aber sie haben sich fürs Verderben zubereitet, und Gott hat sich den Heiden zugewandt, den Heidenvölkern. Paulus hat auch immer gesagt: Wenn ihr es verwerft, dann wenden wir uns zu den Heiden.
Gott hat sie in Langmut getragen. Der Text sagt bitte nicht, dass Gott gewisse Menschen dazu vorherbestimmt hätte, dass sie in die Hölle gehen. Schrecklicher Gedanke, welch ein Gott und welch ein Gottesbild, dass Gott Menschen von vornherein bestimmt, dass sie in die Hölle gehen. Furchtbarer Gedanke. Das lehrt die Schrift nicht. Die Schrift spricht von einem barmherzigen Gott, der blutet, der barmherzig ist, der mitleidig ist, der sich erbarmt, und die Gefäße des Zorns trägt er in Geduld, bis er endlich nicht mehr kann, bis er das Gericht schicken muss.
Also gerade das Gegenteil sagt diese Textstelle und sagt die ganze Bibel.
Die Gefäße der Barmherzigkeit und die Berufung der Völker
Dann heißt es in Vers 23, dass Gott an den Gefäßen der Barmherzigkeit den Reichtum seiner Herrlichkeit kundtun darf. Vers 23: Und wenn er dieses tat, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit kundtue, die er im Voraus zu Herrlichkeit bereitete.
Die Gefäße der Barmherzigkeit bereitete Gott im Voraus für Herrlichkeit, nicht zur Herrlichkeit, sondern zu Herrlichkeit, ohne Artikel. Das heißt: Er gibt denen, die sich bekehren, nicht nur das Heil, sondern auch Herrlichkeit. Das hat er gewollt. Er wollte den Reichtum seiner Herrlichkeit kundtun, er wollte den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit offenbaren. Und er gibt denen, die sich bekehren, Herrlichkeit. Er bereitet sie vor für Herrlichkeit. Hier geht es um die zukünftige Herrlichkeit.
Der Text sagt bitte nicht, dass Gott sich irgendeine bestimmte Anzahl von Menschen ausgesucht hat, über die er sich erbarmen möchte. Nein, vergessen wir den Zusammenhang nicht. Es geht um die Verwerfung Israels und die Erwählung der Heiden. Und hier sind jetzt die Gefäße der Barmherzigkeit, das sind jetzt die Heiden. Das wird Paulus gerade im nächsten Vers dann sagen: uns, die er auch gerufen hat, nicht nur von den Juden, sondern auch von den Heiden, von allen Völkern, die sich ihm zuwenden und die sich nicht verhärten.
Und es steht hier nicht, dass es hier um eine Bestimmung zur Bekehrung geht, gar nicht, gar nicht. Der Text sagt nicht, dass Gott unbekehrte Menschen im Voraus bestimmt, dass sie sich bekehren sollen. Nein, das sagt der Text nicht. Der Text sagt, was Gott denen bereitete, die sich retten lassen werden: das ist Herrlichkeit. Also wenn man Buße tut und zum Messias Ja gesagt hat, dann ist man ein Gefäß der Barmherzigkeit geworden, ein Gefäß, das Gott zubereitet hat zu Herrlichkeit. Hier ist es wirklich Gott, der es zubereitet.
Ja, also bitte, man darf hier nicht in den Vers eine Vorherbestimmung zur Bekehrung oder zum Gläubigwerden hineinlesen. Würde man das tun, dann würde Paulus sich selbst widersprechen. Denn in Kapitel drei bis fünf hat er so deutlich gesagt, dass der Mensch verantwortlich ist für seine Sünden, dass der Mensch sich bekehren muss und dass die Rettung nur aus Gnade und durch Glauben ist. Aber man muss glauben, es geht nicht ohne.
Und auch ein Kapitel später, in Kapitel zehn, wird er noch einmal sagen, dass Gottes Hand ausgestreckt ist und dass man diese Hand ergreifen soll. Und jeder, der den Namen des Herrn anruft, der wird gerettet werden. Jeder, nicht eine bestimmte Anzahl, die Gott vorherbestimmt hat. Paulus widerspricht sich nicht zwischen Kapitel neun und Kapitel zehn. Und das sagt er auch nicht in Kapitel neun, dass Gott vorherbestimmt hätte, wer sich bekehren darf und wer nicht.
Also die Gefäße des Zorns, das sind die Verworfenen, hier in diesem Falle die Israeliten, weil sie den Messias verworfen haben und sich so zum Verderben zubereitet haben. Das Verderben kam erst vierzig Jahre später. Vierzig Jahre hat Gott gewartet, vierzig Jahre, dann kam das Verderben im Jahre siebzig nach Christus.
Und hier in unserem Fall also ein Israel, das den Messias verworfen hat, ein widersprechendes Volk. Das sind die Gefäße des Zorns. Und die Gefäße der Barmherzigkeit, das sind die, die sich jetzt dem Messias zugewandt haben, nicht nur aus den Juden, auch aus den Heiden. Das ist die besondere Botschaft des Paulus an dieser Stelle.
Also die einen wurden aus dem Ölbaum ausgebrochen durch den Unglauben, und die anderen wurden eingepfropft durch den Glauben, nicht durch Vorherbestimmung. Durch den Glauben wurden sie eingepfropft, das wird Paulus in Kapitel 11 dann noch sagen. Also die Gefäße der Barmherzigkeit sind die Angenommenen in Jesus Christus, die, die sich dem Messias zugewandt haben.
Der Ruf Gottes an Juden und Heiden
Vers 24: Nämlich an uns, die er auch rief.
Hier sehen wir es. In Vers 23 lasen wir von den Gefäßen der Barmherzigkeit, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat. Wer sind diese? Uns. Also: An uns hat er diesen Reichtum seiner Herrlichkeit kundgetan, an uns, die er auch rief, nicht nur von den Juden, sondern auch von den Heidenvölkern.
Wie er auch in Hosea sagt: Ich werde ein Nichtvolk mein Volk nennen, und die Nichtgeliebte werde ich Geliebte nennen. Und es wird geschehen: An dem Ort, an dem zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, dort werden sie Söhne des lebendigen Gottes genannt werden.
Aber über Israel ruft Jesaja aus: Wenn auch die Zahl der Söhne Israels wie der Sand des Meeres wäre, nur der Überrest wird gerettet werden; denn er ist einer, der ein Wort ganz zu Ende führt usw.
Also, jetzt gehen wir dem Text entlang. Vers 24: Uns, die er rief. Wir sind die Gefäße der Barmherzigkeit, sagt er. Wir, die Gott gerufen hat und die auf den Ruf natürlich geantwortet haben. Das Antworten heißt in der Bibel glauben. Wenn Gott ruft, so ist der Mensch eingeladen zu glauben und sogar aufgefordert zu glauben. Der Mensch kann nur dann zu Gott kommen, wenn Gott ihn ruft. Die Heiden dürfen nur dann zu Gott kommen, wenn Gott sie ruft.
Und wann ruft er sie? Wenn Paulus kommt und wenn Petrus kommt und, ich weiß nicht wer noch kommt, wenn der Mensch kommt und das Evangelium verkündigt, dann ruft Gott. Und wenn heute ein Mensch die Bibel liest, dann ruft Gott, liebe Geschwister, das ist Gottes Rufen. Oder wenn die Bibel erklärt wird, ein Prediger liest es vor und dann wird gezeigt, wie man zum Glauben kommt, dann ruft Gott.
Manche meinen, das seien bestimmte heilige Stunden im Leben, wo man irgendwie ein Gefühl im Magen hat, ein prickelndes Gefühl, und dann ruft Gott. Nein. Gott ruft die ganze Zeit, und sein Ruf ergeht in alle Welt: Lasst euch retten von diesem verkehrten Geschlecht! Das ist Gottes Ruf. Das Evangelium ist Gottes Ruf.
Und wenn wir einem Freund das Evangelium sagen, dann ruft Gott. Wenn du deinem Freund das Evangelium sagst, dann ruft Gott durch dich deinen Freund. Dann ist das der Ruf Gottes. Und wie oft hat Gott uns gerufen, wie oft haben wir die Botschaft gehört.
Die Tatsache, dass Gott uns Menschen ruft, das ist Gnade. Und wer bekommt diese Gnade? Die ganze Welt. So sehr hat Gott die Welt geliebt, die ganze Welt hat Gott geliebt, dass er den Ruf ergehen lässt, dass Jesus für alle starb und dass dieses Evangelium an alle Menschen verkündigt wird. Der Herr Jesus hat gesagt: Geht hin und verkündigt das Evangelium jeder Kreatur. Also, wer ist gerufen? Jede Kreatur.
Es ist nicht so, dass Gott nur eine gewisse ausgewählte Schar von Menschen ruft. Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden. Gott möchte, dass alle Menschen eines Tages bei ihm sind. Und wenn Gott das möchte, dann ist das Gnade, das ist ein Geschenk.
Gott könnte auch sagen: Nein, ich lasse die Menschen laufen. Ich schicke keinen Paulus und ich schicke keinen Petrus und ich schicke den Herrn Jesus gar nicht, damit er für sie sterben sollte. Es ist Gnade, dass der Herr Jesus für uns starb, und es ist Gnade, dass das Evangelium verkündigt wurde, und es ist Gnade, dass wir eine Bibel bekommen haben, dass das alles niedergeschrieben wurde und dass wir heute diese herrliche Botschaft haben und dass wir sie annehmen dürfen. Das ist alles Gnade, dass Gott uns überhaupt bei sich haben möchte.
Gott hätte uns laufen lassen können. Er hätte das Recht gehabt und hätte gesagt: Wenn die nicht wollen, dann sollen sie laufen. Aber das will er nicht. Er möchte die Menschen retten.
Also: an uns, die er auch rief, nicht nur von den Juden, sondern auch von den Heidenvölkern. Wen rief Gott? Alle. Nicht nur die leiblichen Nachkommen Abrahams, sondern alle Menschen aus allen Völkern. Die Tür ist offen. Gott hat auch den Heiden die Tür des Glaubens aufgetan, heißt es in der Apostelgeschichte, und sie freuten sich, dass Gott auch den Heiden die Tür des Glaubens aufgetan hatte.
Und jetzt wird jeder Mensch, der dieses Evangelium annimmt, ein schönes Gefäß, und Gott hat ihn für die Herrlichkeit zubereitet. Das heißt: Jeder Mensch, der den Herrn Jesus annimmt, auf den wartet Herrlichkeit, nicht Zorn, sondern Herrlichkeit.
Den ganzen Tag streckte ich meine Hände aus zu einem ungläubigen Volk, heißt es in Kapitel 10, Vers 21. Das sagt Gott zu Israel. Also auch die Israeliten möchte er rufen, aber sie wollen nicht. Und wer den Ruf annehmen will, dem wird Gott Barmherzigkeit erweisen, jedem.
Hosea, Jesaja und der Überrest Israels
Vers 25, wie er auch in Hosea sagt: Ich werde nicht mein Volk mein Volk nennen.
Also wird hier klar, dass das Angebot allen Außenstehenden gilt, allen, zu denen früher gesagt wurde: die Nichtgeliebte.
Hier zitiert der Apostel Paulus einen Vers aus Hosea, Kapitel 2, Vers 25, und dann Kapitel 2, Vers 1. Dort bezieht sich Hosea auf das Israel, das abtrünnig geworden war. Wenn wir uns vielleicht ein wenig erinnern, wenn Sie Hosea gelesen haben: Dort ist ein abtrünniges Israel, und Gott ist sehr traurig über Israel. Er fühlt sich wie ein Ehemann, der von seiner Ehefrau betrogen wurde, dessen Frau Unzucht trieb. So fühlt sich Gott.
Und Gott zeigt auf: Es gibt zwei Arten von Israel im Alten Testament. Es gibt echte Israeliten, und es gibt nur äußerliche Israeliten. Es war zeitweise sogar so schlimm, dass nur ein ganz kleiner Teil des Volkes treu blieb, und der Großteil des Volkes abtrünnig geworden war, götzendienerisch und von Gott weggegangen ist.
Einmal hat Elia gedacht, er sei der Einzige, der übrig geblieben ist. Gott hatte gesagt: Nein, ich habe noch siebentausend Mann, die ihre Knie nicht gebeugt haben vor dem Baal. Dieser Überrest war das echte Israel, die anderen waren nur noch Israel nach dem Namen.
Das abtrünnige Israel, zu denen sagt Gott: Ihr seid nicht Geliebte, und ihr seid nicht mein Volk. Gott lässt sich scheiden, sozusagen. Die anderen waren die Treuen.
Paulus argumentiert jetzt folgendermaßen. Er sagt: Schau da, mein Herr, liebe Juden, im Alten Testament steht geschrieben, dass die Israeliten durch ihren Unglauben die Teilhabe am Volk Gottes verwirkt haben. Und der Prophet Hosea spricht jetzt diese Juden dort in Hosea an, die Juden, die abtrünnig geworden waren, und sagt: Solche, die mein Volk waren, sind nicht mehr mein Volk.
Aber dann liest man in Hosea weiter. Und wie steht es in Hosea weiter? Dann ist Gott gnädig und barmherzig. Und was macht er? Er ruft sie zurück, und er sagt: Und ich werde die Nichtgeliebte wieder zur Geliebten machen.
Also, das ist die Gnade Gottes. Ich will gerade die, die nicht mein Volk geworden sind, die will ich zu meinem Volk machen.
Und jetzt sagt Paulus: Jetzt schau dir mal her. Wenn Gott zu den ungläubigen Israeliten so gnädig war, dass er die, die nicht sein Volk waren, also die Israeliten, zu denen er zuerst gesagt hat: Ich lasse mich scheiden von euch, ihr seid nicht die Geliebten, ihr seid nicht mein Volk, wenn er genau zu diesen Juden gesagt hat: Ich werde euch wieder annehmen, wie viel mehr wird Gott die Heiden, die auch genauso Nichtgeliebte sind und genauso ein Nichtvolk sind, wie viel mehr ist es erlaubt, dass er auch ihnen gnädig ist?
Also wenn er die abtrünnigen Juden wieder annimmt aus Gnade, warum ist es dann außergewöhnlich, dass Gott heute die abtrünnigen Heiden annimmt? Wenn er abtrünnige Juden annimmt, dann sagt er: Okay, das ist erlaubt. Und wenn er abtrünnige Heiden annimmt, dann sagt er: Das darf er nicht. Das geht nicht, sagt Paulus. Es ist, wie ihr denkt.
Also wenn Juden, die durch ihre Abtrünnigkeit praktisch Heiden geworden sind, und Gott hat sie wieder angenommen, dann darf doch Gott heute die Heiden annehmen, die Heiden auch wieder annehmen, wenn sie sich bekehren zum Messias. Dann darf das Heil zu den Heiden gehen. Und das ist die ganze Argumentation in dem ganzen Kapitel.
Paulus argumentiert und argumentiert und will diesen Juden zeigen: Ihr denkt falsch. Gott ist so gnädig und barmherzig.
Und was sagt er über Israel? Vers 27: Aber über Israel ruft Jesaja aus: Wäre die Zahl der Söhne Israels wie der Sand des Meeres, nur der Überrest wird gerettet werden.
Also wenn die Israeliten sich noch und noch so vermehren würden und ein Riesenvolk würden, dass sie so viele sind wie der Sand am Ufer des Meeres, das wird ihnen nicht helfen. Nur der Überrest wird errettet werden.
Wer ist der Überrest? Das sind die Treuen. Wie wird man treu? Man wird dann treu, wenn der Messias kommt, wenn man den Messias annimmt und nicht verwirft. Nur der Überrest, das heißt nur die, die den Messias annehmen, nur die werden gerettet werden.
Denn Gott ist einer, der ein Wort ganz zu Ende führt. Also Gott wird einmal ganze Sache machen. Der eine Sache rasch erledigt in Gerechtigkeit, weil der Herr wird eine rasch erledigte Sache auf der Erde tun, eine ganze Sache. Das Gericht wird kommen.
Gerechtigkeit aus Glauben statt aus Werken
Ja, und wie geht es jetzt weiter?
Vers 30: Was werden wir also sagen? Jetzt wird der Sack zusammengebunden, jetzt kommt der Schlussstrich. Und jetzt ist es gut, wenn wir verstehen, wie Paulus argumentiert. Dann wird alles klar.
Also, was werden wir sagen? Die von den Völkern, von den Heidenvölkern, die nicht nach Gerechtigkeit strebten, die erlangten Gerechtigkeit, eine Gerechtigkeit aber, die aus Glauben ist. Die Israeliten wollten gerecht werden, gute Werke tun, das Gesetz erfüllen. Und dann hat Gott ihnen das Gesetz gegeben. Und was haben sie gemacht? Doch bevor sie es schriftlich hatten, haben sie es schon gebrochen. Das goldene Kalb war schon da, bevor sie es schriftlich in der Hand hatten.
Aber die Heiden, die nicht nach Gerechtigkeit strebten, diese Heidenvölker rundherum, denen wurde das Evangelium verkündigt. Und was geschah? Cornelius und viele andere kamen zum Glauben, sie nahmen die Gnade Gottes an, und sie haben die Gerechtigkeit bekommen. Aber aus Glauben, aus Gnade, nicht aus Werken.
Vers 31: Aber Israel, das einem Gesetz der Gerechtigkeit nachstrebte, gelangte nicht zum Gesetz der Gerechtigkeit. Das heißt, es gelangte nicht zu dieser Gerechtigkeit, die das Gesetz verlangte. Israel strebte danach aus eigener Kraft, kam dort aber nicht an. Und als der Messias kam, dann wollten sie den Messias nicht haben. Warum? Ja, weil man sagte: Wir wollen das Gnadengerecht nicht, wir wollen aber nicht das Gnadengerecht werden, wir wollen Werke tun. Sagt Paulus: Das geht nicht so. Ja, aber wir sind, wir stammen von Abraham ab. Das hilft euch nichts. Ja, aber wir haben das Gebot gehalten und die Gesetze, und die Heiden haben keine Gesetze. Das hilft euch auch nichts. In Wirklichkeit habt ihr nämlich das Gebot gar nicht gehalten. Jeder Mensch ist Sünder.
Vers 31: Israel, das einem Gesetz der Gerechtigkeit nachstrebte, gelangte nicht zum Gesetz der Gerechtigkeit. Weshalb nicht? Weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Gesetzeswerken. Hier haben wir es. Die wollten unbedingt Gesetzeswerke tun. Und da sagt der Herr, da sagt der Apostel Paulus: So geht es aber nicht, so wird man nicht gerecht.
Sie wollten nicht den Weg des Glaubens gehen, denn sie stießen sich an dem Stein des Stolperns. Der Stein des Stolperns, der hieß Jesus Christus. So wie hier geschrieben steht: Ich lege in Zion einen Stein des Stolperns und einen Felsen des Ärgernisses und des Anstoßens, und jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.
Also, Jesus Christus ist dieser Stein, und sie wollten nicht an ihn glauben. Damit ist der Sack zusammengebunden, damit ist alles klar.
Fragen, Einwände und die Verhärtung des Pharao
Vielleicht haben einige noch Fragen und sagen, das ist nicht klar. Also ist jetzt etwas nicht klar aus Römer 9. Wir wollen uns noch ein bisschen Zeit nehmen, wenn Fragen sind. Wir wollen wirklich den Text sprechen lassen, aus dem Text heraus lehren und nicht irgendetwas auf den Text hineinlegen.
Also: Sind dazu jetzt Fragen oder sind vielleicht Einwände da, dass man sagt: Ja, aber das verstehe ich nicht, oder das kann nicht so und so sein?
Ja, das ist ein Stein, oder da stießen sie dran. Und wenn man mit dem Fuß an den Stein stößt, dann fällt man hin. Und den Israeliten war dieser Stein ein Ärgernis, und sie haben sich daran gestoßen. Sie sagen: Das kann nicht sein, das kann nicht sein, dass man einfach durch Gnade gerettet wird. Wir wollen durch Werke gerechtfertigt werden, wir wollen die Gesetzeswerke tun, und wenn man die Gesetzeswerke tut, dann wird man gerecht.
Keiner hat es geschafft, keiner tut das Gesetz, sagte der Herr Jesus zu den Juden in Johannes 7. Keiner von euch tut das Gesetz, zu den besten Pharisäern und Schriftgelehrten hat er damals gesprochen. So wurde Jesus der Stein des Anstoßes, also der Stolperstein.
Wie ist er das geworden? Dadurch, dass er für die Israeliten starb und dann die Botschaft verkündigte, dass man nur durch Gnade gerettet wird. Diese Botschaft vom Kreuz war für die Juden ein Ärgernis. Das Wort vom Kreuz ist für Griechen eine Torheit und für die Juden ein Ärgernis. Nein, das kann nicht sein, da stießen sie sich daran. Es ist die Tatsache, dass Jesus für die Sünden stirbt und dass man aus Gnade allein gerettet wird.
Ich weiß es, weil ich auch so gedacht habe als Katholik. Das konnte ich mir nicht vorstellen, dass Jesus Christus mir einfach so meine Sünden vergibt, einfach so, ohne dass ich irgendetwas tun muss. Und als ich dann die Gnade erkannte, das war so etwas Schönes. Ich las die Worte aus Römer 3, Vers 23: Alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes. Und dann Vers 24: Und ich wollte heulen, als ich das sah, als ich das gelesen habe. Und sie werden umsonst gerechtfertigt, geschenkweise gerechtfertigt, durch die Gnade, die durch die Erlösung in Christus Jesus kostenlos die Gnade anzunehmen. Das kostet Demut. Und das wollten die Juden nicht.
Und dass sie dann erfuhren, dass die Heiden noch dazu, die Heiden aus Gnade das Evangelium und die Gotteskindschaft bekommen und alle israelitischen Verheißungen bekommen, aus Gnade – das war ein Riesenanstoss. Das kann nicht sein, sagten sie, das darf nicht sein.
Paulus argumentiert und zeigt doch: Wenn Gott sich entscheidet, barmherzig zu sein, dann darf er das tun.
Ich weiß nicht, ob das noch klar ist wegen Pharao, der Verhärtung des Pharao. Manche meinen, ich habe schon Leute gehört, die haben mir gesagt: Aber das stimmt doch gar nicht, denn im zweiten Buch Mose steht doch schon vorher, dass Gott gesagt hat, ich werde den Pharao verhärten. Also in 2. Mose 3,19 hat Gott schon vorausgesagt, dass Pharao nicht hören wird. Da spricht Gott zu Mose in 2. Mose 3,19: Aber ich weiß wohl, dass der König von Ägypten euch nicht ziehen lassen wird und auch nicht durch eine starke Hand. Gott weiß es wohl.
Aber bitte, wenn Gott es weiß, dann heißt es nicht, dass Gott es vorausbestimmt hat. Also Gott wusste, Kapitel 3, Vers 19: Schon bevor alles anfing, hat Gott dem Mose gesagt: Mose, ich weiß es, ich weiß, dass der Pharao euch nicht ziehen lassen wird.
2. Mose 7,13 lesen wir: Und das Herz des Pharaos war hart, und er hörte nicht auf sie, auf Mose und Aaron, so wie der Herr geredet hatte. Der Herr hat es schon vorausgewusst, der Pharao war hart, und der Herr sagte zu Mose: Das Herz des Pharaos ist verstockt, er weigert sich, das Volk ziehen zu lassen.
Jetzt ist die Frage: Hat Gott ihn schon vorher verstockt, bei der ersten Verhärtung, bei der ersten Ungehorsam? War das Gott oder war das der Pharao, der sich verstockt hat?
Nun, da müssen wir weiterlesen, und wenn wir weiterlesen, merken wir, dass bis zur sechsten Plage Pharao verantwortlich gemacht wird dafür, dass er die Israeliten nicht ziehen lässt, und Gott straft ihn. Ab der sechsten Plage, also vor Beginn der siebten Plage, sagt Gott zu Pharao: Jetzt hätte ich dich töten können, jetzt reicht es. Und ab jetzt verstockte der Herr das Herz des Pharao. Also sechsmal durch Pharao und die restliche Zeit durch Gott.
Und wenn Gott das schon vorher gewusst hat, dann hat er es vorher gewusst, aber er hat es nicht vorher so bestimmt. Das ist ein Riesenunterschied. Dass er es vorher gewusst hat.
Wie war das mit Judas? Bei Judas hat Gott auch vorher gewusst, wie es kommen wird. Genau, der Herr Jesus hat es vorher gewusst, und Gott hat es vorher gewusst. Aber genau dasselbe wie bei Pharao. Der Judas war nicht vorherbestimmt.
Wenn Gott etwas vorher weiß, dann darf er sich das notieren, oder? Darf er sich das notieren? Ich darf mir auch etwas notieren, wenn ich etwas vorher weiß. Und Gott hat sich das notiert. Und als es dann eingetroffen ist, zeigt Gott: Schau, ich habe es vorher gewusst, du kannst nachlesen. Aber es ist nicht so, dass Gott von vornherein bestimmt hat: Der arme Judas ist nicht selber schuld. Im Gegenteil, der Herr ist dem Judas nachgegangen. Der Judas wurde vom Herrn freundlich behandelt, bis zum Schluss: Verrätst du den Menschen so mit einem Kuss? Willst du das wirklich tun, was du vorhast?
Vorher hat er noch gesagt, da Jesus zu ihm gesagt hat, hat der Jesus noch zu ihm gesagt: Was du tun willst, das tue schnell. Wenn du es dann tust. Und dann heißt es: Und der Satan fuhr in sein Herz. Jetzt gehorchte er dem Befehl des Satan. Aber nicht, dass es vorherbestimmt ist. Wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn überliefert wird, aber es steht nicht im Text: Wehe dem, dem es vorherbestimmt ist. Das steht nicht.
Also, der Herr warnt sogar, eben gerade an dieser Stelle warnt der Herr Jesus, dass der eine schlimme Strafe bekommen wird. Aber der Judas hat sich das ganz bewusst, ganz bewusst hat sich Judas entschieden, das zu tun.
Johannes 6,70: Jesus antwortete zu den Aposteln, zu den Jüngern: Erwählte ich nicht euch die Zwölf, und einer von euch ist ein Teufel? Er sprach aber von Judas, dem Sohn des Simon, dem Iskariot; denn dieser sollte ihn ausliefern, er war einer von den Zwölfen.
Gott hat sich zwölf Jünger erwählt, und einer von den zwölf Jüngern, die der Herr sich erwählt hat, nämlich erwählt für einen Dienst, einer von diesen zwölf war zu dem Zeitpunkt, als Jesus hier redete – das war im dritten Jahr seiner Wirksamkeit – einer von ihnen, von dem musste der Herr Jesus sagen: Einer von euch ist ein Teufel. Das war Judas. Und von diesem wusste Gott es voraus, der sollte ihn ausliefern.
Aber wir dürfen nicht etwas hineinlesen, was im Text nicht steht. Im Text steht nicht, dieser war vorherbestimmt, dass er Jesus ausliefern sollte. Da steht nicht so da, sondern dieser war es, von dem Gott es vorher wusste, dass er Jesus ausliefern sollte, ausliefern würde, in dem Sinne.
Lukas 22,20, Lukas 22,21, beim Abendmahl, da waren sie zusammen. Lukas 22,21: Siehe, die Hand dessen, der mich verrät, ist mit mir auf dem Tisch, und in der Tat, der Sohn des Menschen geht hin, demgemäß, da es bestimmt ist.
Also für Jesus war es bestimmt, klar, Jesus war bestimmt, dass er hingehen sollte und sterben sollte. Doch wehe jenem Menschen, durch den er ausgeliefert wird. Hier wird ein Wehe ausgesprochen über den Verräter. Aber vom Verräter steht nicht, dass es ihm bestimmt ist, dass er den Herrn Jesus verraten muss.
Dem Herrn Jesus war es bestimmt, dass er sterben wird, das war wirklich ihm bestimmt. Gott hat das so gewollt, und das war der Plan, und der Herr Jesus kam auf die Erde genau mit diesem Plan. Aber der Judas wurde nicht in der Welt geboren mit diesem Plan, dass er jetzt den Herrn Jesus ausliefern sollte. Das geschah in den Herzen des Judas, dass es so weit kommen sollte.
Und der Herr Jesus behandelte den Judas wie die anderen Jünger, und es war kein Unterschied. Der Herr liebt ihn bis zuletzt. Da waren sie beim Abendmahl. Johannes 13 berichtet, dann taucht der Herr den Bissen in das Brot bei diesem Abendmahl, wie der Gastgeber das machte. Dem Ehrengast gibt man den ersten Bissen, und da taucht Jesus den Bissen in die Sauce, Bissen Brot in die Sauce, und er gibt ihn dem Judas. Judas, du bist mein Ehrengast, willst du nicht mein Freund werden? Willst du dir das nicht nochmals überlegen? Das war die Geste.
Und was war dann? Der, der mit mir das Brot isst, der tritt mich mit Füßen. Der, der mit mir das Brot isst, der, mit dem ich herzliche Gemeinschaft habe, der tritt mich mit Füßen. Mit Füßen treten kann man so oder so, mit dem Spitz nach oben oder mit der Ferse nach oben. Aber dann hieß es: Der, der hat seine Ferse gegen mich aufgehoben. Und wenn man die Ferse aufhebt – probieren Sie das mal. Gehen Sie und heben Sie die Ferse auf und treten Sie jemanden. In welche Richtung schauen Sie, wenn ich die Ferse aufhebe? Von hinten. Von hinten, das heißt hinterrücks, heuchlerisch.
Judas war nicht bestimmt, dass er den Herrn Jesus ausliefert. Judas war genauso ein Schaf, wie die anderen Jünger ein Schaf waren. „Ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe.“ Die Schafe waren die Apostel, die werden in Matthäus 10 aufgeführt, und der Judas, sein Name steht auch dabei, alle zwölf werden dort aufgeführt. Da sagt der Herr Jesus: Ich sende euch, alle zwölf, die er da aufführt mit Namen, Matthäus 10,4: Ich sende euch mitten unter die Wölfe. Sie sind die Schafe.
Der Judas war kein Wolf von Anfang an, der war ein Schaf. Aber dann, mittlerweile, mit der Zeit, wurde er ein Wolf, ein Gegner, ein Verräter.
Freiheit, Entscheidung und die Kraft des Glaubens
Sie haben noch Fragen? Wenn ich so ein Ja gesagt habe, habe ich so ein Nein.
Ich glaube sehr viel Christlich, also wie mehr Gemeinde, aber ich bin jetzt Christ und wenn ich die Fühligst auch noch etwas sehen. Mir ist das Herr nicht moral und richtig, was jetzt endlich passiert ist in Ihrem Leben, oder ehrlich zu sein. Zu sagen, ich bin Herrschaft für die Menschen, und Gott verkippt, wenn ich sage, und so weiter, so weiss ich nicht. Und manchmal habe ich trotzdem in Gedanken, wenn Sie sich diesen Vorgang fassen, mit diesem, das eine, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere, das andere.
Ja. Ja. Es ist tatsächlich so: Wir haben entweder Ja zu Jesus Christus oder wir sagen Ja zu dem Feind. Und wenn wir Christen geworden sind, Kolosser 1,13, dann hat uns der Herr befreit aus der Obrigkeit der Finsternis und versetzt in das Königreich des Sohnes seiner Liebe. Der Herr befreit uns aus der Macht der Finsternis. Und auch Paulus sprach davon, in Apostelgeschichte 26,18, ihre Augen zu öffnen, damit sie umkehren von der Finsternis zum Licht und aus der Obrigkeit des Satans zu Gott. Also auch hier, Apostelgeschichte 26,18.
Der Mensch, der nicht gerettet ist, ist in der Macht Satans. Sobald er sich zu Christus wendet, kommt eine höhere Macht und nimmt uns heraus aus der Obrigkeit der Finsternis, aus der Obrigkeit Satans. Und dann ist es wichtig, dass wir unser Vertrauen weiterhin auf Christus setzen und dass wir ein Ja haben, weiterhin zu den Wegen Christi, und dass wir das ernst nehmen. Das ist ganz klar. Dann erleben wir auch die Kraft dieses Christus. Würden wir einfach sagen, es ist ja eh alles egal und ich kann jetzt leben, wie ich will, dann begebe ich mich wieder zurück. Dann wird das Fleisch, das Fleischliche, die Oberhand gewinnen, und mehr und mehr werde ich dann auf die andere Seite gezogen. Aber wenn ich mein Vertrauen auf Jesus Christus setze, dann werde ich seine Kraft erleben.
Da ist ja immer die Frage mit dem freien Willen. Wir haben von Gott die Entscheidung. Der Mensch ist ein Entscheidungswesen, das heißt, Gott gibt den Menschen die Entscheidungsnotwendigkeit. Das heißt, jeder Mensch, der auf dieser Welt lebt, hat die Notwendigkeit, sich zu entscheiden. Das geschah schon heute. Heute haben sie schon mindestens hundert Entscheidungen getroffen. Die erste Entscheidung war wahrscheinlich die: Sollte ich jetzt aus dem Bett aufstehen oder sollte ich liegen bleiben? Sie waren gezwungen, sich entscheiden zu müssen. Also sie waren gezwungen, sich zu entscheiden. Es gab keine dritte Möglichkeit. Stellen Sie sich das mal vor: keine Möglichkeit, dieser Entscheidung davonzulaufen. Jeder musste sich entscheiden: Bleibe ich liegen oder stehe ich auf? Keine dritte Möglichkeit.
Und ich weiß, dass sich alle entschieden haben, aufzustehen, denn sonst würden sie heute nicht hier sitzen. Oder jetzt in diesem Moment nicht hier sitzen. Aber das war eine Entscheidung. Und sie mussten sich entscheiden. Und als sie sich zum Frühstückstisch setzten, dann mussten sie sich entscheiden: Esse ich oder esse ich nicht? Es gab keine dritte Möglichkeit. Der Mensch ist ein Entscheidungswesen. Er ist viele, viele Male am Tag gezwungen, sich zu entscheiden. Und im Geistlichen ist es genauso. Der Mensch ist gezwungen, sich zu entscheiden: Lebe ich mit Gott oder nicht? Gehorche ich oder gehorche ich nicht?
Adam steht vor dem Baum der Erkenntnis, Eva lädt ihn ein, er soll auch essen. Jetzt war für Adam die Frage: Esse ich oder esse ich nicht? Der konnte nicht zu Gott gehen und sagen: Ach Herr, könntest du nicht für mich entscheiden, mach du das für mich. Gott sagt: Nein, da kann ich dir nicht helfen. Ob du mir gehorchst oder nicht, das musst du entscheiden. Die Entscheidung kann ich dir nicht abnehmen. Und Adam entschied sich. Er entschied sich für Ungehorsam.
Und jetzt, seitdem Adam gesündigt hat, haben wir in uns eine Kraft, die uns zum Sündigen zieht. Die Bibel nennt diese Kraft Sünde, nicht Sünden, sondern Sünde in Römer Kapitel. Wir haben in uns eine Sünde, in unserem Fleisch, in unserem diesseitigen Wesen haben wir eine Kraft. Das ist wie ein Kraftgesetz. Hier habe ich so einen Stick. Wenn ich den loslasse, dann fällt er auf den Tisch. Das kann ich immer wieder wiederholen, das wird immer wieder passieren. Die Wissenschaftler haben gesagt, das ist ein Gesetz. Man nennt dieses Gesetz das Schwerkraftgesetz. Also diese Kraft zieht es nach unten. Dieses Schwerkraftgesetz zieht dieses schwere Ding nach unten, so weit, bis es aufgehalten wird.
Und ein Kraftgesetz, so wie das Schwerkraftgesetz ein Kraftgesetz ist, so ist die Sünde ein Kraftgesetz. Das heißt, wir haben ein Wesen, das ein Kraftgesetz in sich hat. Das heißt, uns zieht es zum Sündigen. Aber ob wir jetzt wirklich sündigen, das müssen wir entscheiden. Das heißt, Gott überlässt auch nach dem Sündenfall den Menschen immer noch die Entscheidung: Willst du deinem Kraftgesetz gehorchen, also willst du nachgeben, oder willst du sagen: Nein?
Und der Mensch wird jetzt gefragt: Möchtest du eine neue Kraft haben? Der Mensch stellt fest, dass diese Kraft so stark ist, und es zieht ihn immer wieder zum Sündigen. Und jetzt sagt Gott: Ich habe einen Vorschlag, ich gebe dir eine andere Kraft. Diese Kraft heißt Hebekraft. Hebekraft heißt, das ist eine andere Kraft. Hier zum Beispiel haben wir zwei Kräfte: Der Stick will nach unten, aber da gibt es eine andere Kraft, die hebt ihn nach oben, und er kann nicht runter. Der will zwar, das Gesetz der Schwerkraft möchte unbedingt nach unten, aber es gibt ein stärkeres Kraftgesetz. Das ist die Hebekraft meiner Hand. Die ist stärker, und er kann nicht nach unten.
Und wenn ein Mensch Christ wird, also Gott bietet den Menschen es an und sagt: Ich gebe dir die Kraft, willst du sie haben? Jetzt muss ich wieder entscheiden. Will ich die Kraft von dem Herrn Jesus? Wenn ich zu Jesus Christus Ja sage, dann kommt der Herr Jesus Christus in mein Leben. Dann gibt es in meinem Leben zwei Kräfte: das Schwerkraftgesetz der Sünde, das Kraftgesetz der Sünde, das mich nach unten zieht, und das Hebekraftgesetz des Heiligen Geistes, das mich nach oben hält. Und jetzt ist die Frage: Will ich das? Und wenn ich Jesus annehme, kommt die zweite Kraft in mein Leben.
Jetzt habe ich zwei Kräfte. Seit ich den Herrn Jesus angenommen habe, habe ich eine Kraft in mir. Das ist die Kraft des Herrn Jesus. Und ich darf jetzt vertrauen: Herr Jesus, ich brauche dich, ich möchte nicht sündigen, und ich sage Ja zu dir und ich sage Nein zum Sündigen. Und dann werde ich erleben, dass die Kraft da ist, weil der Herr Jesus in mir wohnt. Und so muss ich also jetzt nicht sündigen, ich muss nicht dem nachgeben. Und jedem Menschen auf der Welt wird das angeboten. Das Evangelium ist gerade dazu da, um uns diese Kraft zu vermitteln. Und da muss ich nicht mehr sündigen.
Aber wir sehen aus dem Ganzen: Der Mensch ist sein ganzes Leben ein Entscheidungswesen, und er muss immer wieder entscheiden, auch der Christ. Nachdem er den Herrn Jesus angenommen hat, muss er wieder entscheiden: Werde ich heute trotzdem sündigen, obwohl der Herr Jesus in mir wohnt? Oder werde ich auf den Herrn Jesus vertrauen, werde ich mit ihm leben? Jeden Tag. Und der Herr wird uns auch weiterführen und wird uns halten und wird uns stärken. Aber ich will nur zeigen: Der Mensch ist ein Entscheidungswesen, und das sagt die Schrift. An vielen Stellen zeigt das die Schrift. Und die wichtigste Entscheidung, die der Mensch tun muss, ist die Entscheidung, dass er den Herrn Jesus Christus annimmt, dass er seinen persönlichen Erlöser annimmt, dass der Herr in sein Leben kommt.
Vorwissen Gottes und das Beispiel von Judas
Ja, jetzt sind da noch Fragen. Noch eine Frage dazu: Die Voraussage war jetzt aber nicht namentlich genannt, wie vielleicht bei Jesaja, wo es heißt: Kyrus, mein Knecht. Kyrus gab es nämlich erst später, etwa 920 Jahre danach.
Bei Jesaja ist es also diese Voraussage mit Namensnennung. Das stimmt ja, danke für diesen Hinweis. Also Kyros wurde namentlich vorausgesagt, dass er kommen wird. Bei Judas steht das nicht; sein Name steht nicht da. In diesem Sinn hat Gott es zwar vorher gewusst, wie es kommen wird, aber er hat es uns verschwiegen, wer das sein wird.
Und es ist nicht vorherbestimmt, das ist auch ganz wichtig. Es ist vorher gewusst, und da hat er nicht einmal den Namen gesagt, wer es sein wird. Aber das Wichtigste ist, dass es nicht vorherbestimmt ist. Was Gott vorherweiß, ist nicht notwendigerweise vorherbestimmt.
Wenn ein Mann von der Wettervorhersage uns sagt: Morgen wird die Sonne wieder nicht scheinen, dann hat er das vorhergesagt, aber er hat es nicht vorherbestimmt. Er hat nämlich gar nicht die Macht, die Wolken zu schieben. Also: Vorhersagen heißt nicht vorherbestimmen.
Abschluss und Ausblick
Dann wollen wir hier heute Abend schließen.
Morgen möchte ich gerne mit uns ein Kapitel betrachten, Johannes 6. Dort geht es um die Frage. In Johannes 6 haben wir einige Verse, die oft Kopfzerbrechen bereiten. Zum Beispiel Vers 44: Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass der Vater, der mich sandte, ihn ziehe.
Es gibt noch zwei oder drei andere Verse, auf die ich hier eingehen möchte. Wir werden auch noch schauen, welche Fragen dann noch vorhanden sind, damit wir dieses Thema vielleicht abrunden können. Morgen werden wir schauen, je nachdem, wie viele Fragen noch vorhanden sind.
Also, wenn Sie Fragen haben, kommen Sie auch gerne noch, wenn Sie möchten, dass wir zu einem gewissen Bibelfers noch etwas sagen. Ich hätte auch gerne noch etwas zu 1. Petrus 1,1 gesagt. Vielleicht können wir das auch morgen dann machen.
Dann schließen wir hier mit Gebet ab. Bitte stehen Sie dazu auf.

