Serie•Teil 11 / 64Apostelgeschichte
Generierte Mitschrift
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Ein einfacher Auftakt mit einem großen Thema
Heute ein ganz einfaches Thema. Das Thema heute lautet: „Drei Dinge, die wir 2015 brauchen können“, oder anders ausgedrückt: „Drei Dinge, die ich euch für 2015 wünsche.“
Wir sind ja in der Apostelgeschichte, und wir haben zuletzt Angriffe auf die Gemeinde betrachtet. Wenn ihr euch erinnert, da waren Angriffe von innen: Menschen, die die Gemeinde so benutzt haben wie eine Bühne für die Selbstdarstellung. Und dann waren da Angriffe von außen. Die Apostel waren verhaftet worden, man hatte sie vor den Hohen Rat gestellt, angeklagt, bedroht, und man hatte ihnen verboten, sich im Namen Jesu zu äußern. Ein Rede- und Lehrverbot hat das auch explizit ausgedrückt.
Apostelgeschichte 4,18 heißt es da: Und als sie sie gerufen hatten, geboten sie ihnen, sich überhaupt nicht in dem Namen Jesu zu äußern noch zu lehren.
Und die Reaktion ist einfach legendär: Ja, du darfst das nicht. Okay, dann bete ich. Und wenn ich mit dem Beten fertig bin, mache ich es trotzdem. Ja, und ich bete dafür, dass Gott mir Freimütigkeit schenkt, und ich bete dafür, dass Gott Zeichen und Wunder tut. Das ist legendär. Also wenn du je in so eine Situation kommst, wo jemand sagt, du darfst nicht um Freimut beten, dann bete darum, dass Gott sich dazustellt. Und wenn du Glück hast, erlebst du dann noch mehr Apostelgeschichte 5,12, wie Gott die gesamte Situation packt und zum Nutzen der Apostel verändert.
Ich lese das mal, die Verse 12 bis 16:
Aber durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk. Sie waren alle einmütig in der Säulenhalle Salomos. Sie haben diesen inneren Angriff, dieses Wir zerbrechen innerlich, weil Einzelne sich einfach nicht auf Gemeinschaft einlassen, sondern Gemeinschaft benutzen wollen, abgewandt. Von den übrigen aber wagte keiner, sich ihnen anzuschließen. Ich kann mir vorstellen: Wenn man da gerade zwei Tote im Leichensack rausgetragen hat, dann bist du sehr vorsichtig, ob du dich so mit einem halben Herzen dieser Gemeinschaft anschließen willst. Doch das Volk rühmte sie. Aber umso mehr wurden solche, die an den Herrn glaubten, hinzugetan, Scharen von Männern und auch Frauen, sodass sie die Kranken auf die Straßen hinaustrugen und auf Betten und Lager legten, damit, wenn Petrus käme, auch nur sein Schatten einen von ihnen überschatten möchte. Es kam aber auch die Menge aus den Städten um Jerusalem zusammen, und sie brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte, die alle geheilt wurden.
Herrlich, oder? Eine geeinte Bewegung, verbunden durch die persönliche Liebe, durch die Hingabe an den Herrn Jesus, und über die Stadtgrenzen hinaus breitet sich diese Begeisterung aus. Also diese Bewegung, die ja vorher nur in einer Stadt gefangen war, schlägt jetzt in die Umgebung, und dort werden Leute erreicht. Fantastisch!
Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen, das ist logisch.
Der Widerstand wächst und die Fronten verhärten sich
Vers Der hohe Priester aber trat auf, und alle, die mit ihm waren, nämlich die Sekte der Sadduzäer, und wurden von Eifersucht erfüllt. Und sie legten Hand an die Apostel und setzten sie in öffentlichen Gewahrsam.
Also, jetzt sind die Apostel wieder im Gefängnis. Das kennt man eigentlich schon ein bisschen, nur diesmal waren es nicht nur Johannes und Petrus, diesmal waren es alle zwölf.
Und wenn man die beiden Geschichten, also die erste Befragung vor dem Hohen Rat, mit der zweiten Befragung vergleicht, dann merkt man, dass die Gewalt gegen Christen eskaliert. Waren es bei der ersten Befragung nur Drohungen, so endet das jetzt, wenn wir es zu Ende gelesen haben, mit Schlägen. Und wenn das nächste Mal jemand vor dem Hohen Rat erscheint, dann wird das Stephanus sein, und das endet dann mit seinem Tod.
Bei der ersten Begegnung, wo man die Apostel befragt hatte, ging es um Jesus. Der Hohe Rat war sauer, sauer, dass die Apostel überhaupt lehrten. Ja, was machen diese Laienprediger da im Tempel? Aber auch das, was sie gesagt haben, dass sie die Auferstehung von den Toten verkündet haben, das passte ihnen überhaupt nicht.
Im Zentrum der ersten Anklage steht die Frage: Wie könnt ihr so über diesen Jesus lehren? Und deswegen steht im Zentrum der ersten Anklage, wie wir das auch miteinander gelesen haben, die Verteidigung dieses Anspruchs, den Jesus nun mal hat.
Apostelgeschichte 4,12 nur noch mal zur Erinnerung: Da sagt Petrus: Und es ist in keinem anderen das Heil. Das ist jetzt Weihnachten. Weihnachten ist uns ein Retter geboren. Wenn du mitkriegst, dass diese Welt verflucht ist und vor die Hunde geht, und dass etwas ganz grundsätzlich im Menschen nicht stimmt und dass wir Rettung brauchen vor uns selber, dann findet sich diese Rettung genau in einer Person, in einer Zielrichtung, und das ist bei Jesus.
Und es ist in keinem anderen das Heil, die Rettung, denn auch kein anderer Name, gemeint ist keine andere Person, unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden. Und jetzt steht hier nicht können, sondern müssen. So redet Petrus: Was soll ich machen? Ihr sagt, ich darf nicht mehr über Jesus reden, das ist doch Humbug. Ich kann gar nicht anders.
Es wäre völlig absurd. Es wäre in etwa so, als würde die gesamte Welt an der Pest erkranken, und ich habe das Gegenmittel. Ja, ich weiß, es liegt an den Flöhen, an den Rattenflöhen, und wenn man die nur ausmerzt, dann werden alle gesund. Und jemand sagt: Aber sag das keinem. Das ist absurd, das geht nicht. Und so ist es hier.
Man kann sagen, der Ton der ersten Begegnung vor dem Hohen Rat war geprägt einmal von einer gewissen Offenheit und auch so von ein bisschen Überraschung. Ja, man hatte die Jünger da und dachte, jetzt müssen die doch gleich einknicken. Ja, aber die knickten gar nicht ein, die redeten da ganz freimütig weiter.
Und wenn man so will, war die erste Begegnung auch noch von den Fakten geprägt. Also da hat man noch zugegeben, dass da was Gutes passiert, wenn die Jünger so im Volk unterwegs sind. In Apostelgeschichte 5, wenn die Jünger jetzt vor dem Hohen Rat stehen, ist dieser Ton ein ganz anderer. Er wird deutlich schärfer.
Die Anklage wird persönlicher und bedrohlicher
Lesen wir mal Apostelgeschichte 5,27-28: Sie führten sie aber herbei und stellten sie vor den Hohen Rat. Und der Hohepriester befragte sie und sprach: Wir haben euch streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren. Und siehe, ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen.
Ihr müsst verstehen, dass der Hohepriester langsam ein wenig Angst bekommt. Und deswegen reicht es ihm nicht, einfach nur zu sagen: Freunde, wie könnt ihr es euch eigentlich wagen? Nachdem wir euch geboten hatten, nichts zu sagen, wie könnt ihr es euch wagen, überhaupt noch den Mund aufzumachen? Das ist das eine, was er sagt.
Aber er geht weiter und sagt: Und auf uns ... Wie heißt das hier? Ihr wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen. Und vielleicht könnt ihr so ein Stückchen die Angst spüren, die in dieser Formulierung mitschwingt. Der Hohepriester sagt, ihr wollt uns hinstellen als die Verantwortlichen für den Tod an Jesus von Nazareth.
Und es ist natürlich ein Stückchen verrückt, weil hier mit dem Hohepriester wirklich der Rädelsführer genau dieses Komplotts gegen Jesus steht. Da steht ja genau der, der diesen Scheinprozess angezettelt hatte, mit den falschen Zeugen, um diesen missliebigen Rabbi da irgendwie aus Galiläa endlich loszuwerden. Sie waren schuldig, aber sie wollen es bloß nicht hören.
Und das ist, glaube ich, oft so, wenn Menschen Schuld auf sich geladen haben, wenn sie etwas Böses getan haben und sie wissen das in ihrem Herzen, aber sie wollen es nicht bekennen, sie wollen nicht Buße tun. Und dann kommt jemand und spricht sie direkt darauf an. Das ist wahrscheinlich so das Kritischste, was du dir überhaupt vorstellen kannst. Das wollen Menschen überhaupt nicht.
Was soll denn Petrus jetzt an der Stelle sagen?
Der Auftrag bleibt bestehen, auch wenn man ihn verbieten will
Vers 29: Petrus und die Apostel aber antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen.
Der erste Vorwurf war: Ihr habt gepredigt, obwohl ihr das nicht solltet. Wir hatten euch das doch verboten. Das ist übrigens ein guter Lernbibelvers: Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen. In dem Moment, wo jemand kommt und sagt: Ich verbiete dir, das Evangelium zu predigen, da darf es Klick machen. Dann darfst du dich daran erinnern, dass der Herr Jesus uns in Markus 16 sehr klar einen Auftrag gibt. Und den gibt es auch an anderer Stelle, aber ich möchte jetzt einmal den vorlesen: Markus 16,15-16.
Da sagt Gott, oder in dem Fall Jesus, und er sprach zu ihnen, zu den Jüngern: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. Das ist unser Job. Relativ einfach. Gott sagt: Ich habe da einen Auftrag für dich. Der Auftrag ist überschaubar. Geh los! Wohin? Na ja, überall hin, in die ganze Welt. Jetzt muss nicht jeder überall hingehen, aber wo du bist, ist es richtig. Solange du auf diesem Planeten bleibst, ist es irgendwie okay.
Geht in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. Ganz simpel. Da steht einer vor dir mit zwei Beinen, und du denkst dir: Mensch, ich habe gestern so einen lustigen Alien-Film gesehen, da war es dann schwieriger zu entscheiden. Aber hier auf diesem Planeten ist es so: Mensch, wenn Mensch, dann Predigt. Ganz einfach. Du bist Mensch, du kriegst das Evangelium. Das ist mein Job. Es ist nicht kompliziert, wirklich ein ganz einfacher Auftrag.
Warum? Na ja, wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden. Da ist es. Leute sollen gläubig werden, sollen getauft werden, sollen Rettung finden. Lasst uns bitte das Christsein so einfach machen wie möglich. Wir haben einen Auftrag. Und der gute Petrus sagt: Na ja, du sagst, ich darf das nicht, aber ich habe einen Job. Und in meiner Jobbeschreibung steht da: Predige das Evangelium. Und ich kann doch Gott nicht ungehorsam sein. Ja, geht doch nicht! Man muss Gott doch mehr gehorchen als den Menschen.
Und der zweite Punkt zu diesem Vorwurf: Wir würden das Blut Jesu über euch bringen. Apostelgeschichte 5,30: Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ermordet habt, indem ihr ihn ans Holz hängtet.
An der Stelle kann ich die Geschichte jetzt auch nicht umdrehen: Ihr seid schuld, ihr habt es gemacht. Und übrigens war Gott dagegen. Das ist ein Problem, das ihr habt. Das Problem schaffen nicht wir mit unserer Predigt, das Problem habt ihr geschaffen, damit in dem Moment, wo ihr Jesus ans Kreuz geschlagen habt, da habt ihr das Problem geschaffen.
Und jetzt, damit wir uns nicht falsch verstehen: Petrus ist kein Antisemit. Man hat diesen Vers und ähnliche Verse über Jahrhunderte hinweg genommen, um zu sagen: Die Juden sind die Christenmörder. Und es ist furchtbar, was man mit diesem Gedanken in der Geschichte angestellt hat. Es war falsch, den Juden als Volk, als Ganzes, den Mord an Christus unterzuschieben. Die Juden sind keine Christusmörder, aber die Mitglieder des Hohen Rates, mit denen wir es hier zu tun haben, die schon!
Wisst ihr, wer das Recht beugt, um einen unliebsamen Konkurrenten, in dem Fall Jesus, loszuwerden und ihn zu töten? Der ist ein Mörder, und das darf man sagen. Und man darf, wenn man das gesagt hat, dann auch anfügen, dass die Sache furchtbar schiefgegangen ist. Hier in Apostelgeschichte 5,31: Ihr habt ihn ans Holz gehängt.
Und ich ahne, wie begeistert die Hohen Priester waren, als endlich das durch war. Ich ahne, wie sie nach Hause gingen und dachten: Boah, geschafft. Und ich ahne, wie durcheinander die Ereignisse dann rund ums Kreuz waren: die Finsternis, das Erdbeben, dass dann plötzlich Tote lebendig werden. Schlimmer noch: dass zwei Tage später der Tote, den sie hatten loswerden wollen, wieder lebendig wurde. Und noch schlimmer: dass der weiter mit seinen Jüngern zusammentraf, predigte, dass aus dieser kleinen, verschreckten Gruppe von Möchtegern-Rabbis plötzlich eine Gruppe von Predigern wurde, die sich dann noch einmal ein paar Wochen später an Pfingsten hinstellen.
Und wo eine Predigt gehalten wird, auf die hin sich nicht nur zwei oder drei bekehren, sondern Tausende das Wort hören und sagen: So wie du das jetzt predigst, Petrus, habe ich es verstanden. Aha, dann ist Jesus ja wirklich der Messias, dann muss ich da ja an ihn glauben.
Und Petrus weist darauf hin. Er sagt: Diesen hat Gott durch seine Rechte, also durch seine Macht – die rechte Hand steht immer für die Macht eines Menschen – durch seine Rechte zum Führer und Heiland erhöht. Gott hat dafür gesorgt, dass der, den ihr loswerden wollt, der euch in euren Augen überhaupt nichts galt, dass er die Nummer eins wurde. Das steht da: Führer, Herr, Nummer eins im Universum. Die Frage, wer ist die Nummer eins, ist geklärt. Wodurch? Dadurch, dass Gott einen Toten vom Tod zum Leben bringt und sagt: Ich habe dich auferweckt, damit auch der letzte Dödel auf dieser Welt erkennt, wer du bist.
Und dann habe ich dich zu meiner Rechten erhöht. Ich habe dich quasi in den Himmel gesetzt, und ich habe dir das Recht gegeben, den Heiligen Geist zu senden, damit auf dieser Welt dein Tod und deine Auferstehung zu einer Initialzündung wird für etwas ganz Neues, für die Entstehung von Gemeinde, dafür, dass geistliches Auferstehungsleben sich in Milliarden von Menschen breit macht und es so einen Flächenbrand gibt und wir diese Welt umkrempeln.
Diesen hat Gott durch seine Rechte zum Führer und Heiland erhöht, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben. Plötzlich gibt es diese Chance im Raum. Da wird einer lebendig, da wird einer in den Himmel aufgenommen, und mit einem Mal gibt es für das Volk Israel und für die ganze Welt die Chance auf Buße. Jeder Mensch kann auf die Knie gehen und sagen: Ich möchte Vergebung meiner Sünden, ich möchte sie loswerden. Vater im Himmel, zeigt mir bitte, wie das geht. Und Jesus ist der, der diesen Weg bereitet hat. Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er ist der, der es uns möglich macht.
Vers 32: Und wir sind Zeugen von diesen Dingen. Da stellen sich die Apostel hin: Wir sind Zeugen. Und jeder, der den Heiligen Geist hat, tritt in diese Zeugenschaft mit ein. Und wir sind Zeugen von diesen Dingen, und der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen. Da haben wir das.
Und ihr merkt, der Ton der Auseinandersetzung wird langsam schärfer, und die Reaktionen auf der Gegenseite werden es auch. Vers 33: Sie aber ergrimmten, als sie es hörten, und ratschlagten, sie umzubringen.
Es ist die Menge der Lehre, dass sie einfach nicht aufhören zu predigen. Es ist aber auch die Popularität der Apostel, die Effektivität ihres Dienstes, dass ständig Leute zum Glauben kommen und gesund werden. Ich glaube aber vor allem die Tatsache, dass der Hohe Rat dabei ist, sein Ansehen zu verlieren. Dass man in der Stadt über diesen Schauprozess gegen Jesus redete, das war alles schwierig.
Und ich verstehe das, wenn junge Gläubige da zum Glauben kommen und sich dann die Frage stellen: Na ja, wie ist das eigentlich, kann man einem Hohen Priester noch vertrauen, der nicht einmal den Messias erkannt hat? Das ist doch schon mal so eine Frage, oder? Kann ich dem noch vertrauen? Und schlimmer noch: Er hat ihn nicht nur nicht erkannt, sondern er hat ihn unter fadenscheinigen Gründen umbringen lassen. Kann man so einem Hohen Priester eigentlich vertrauen? Sollte der eigentlich im Amt bleiben?
Und die typische Reaktion von Machtmenschen, von ungläubigen Machtmenschen, die sich bedroht fühlen, ist: Sie denken darüber nach, Menschen, die ihnen zur Gefahr werden, umzubringen. Die tun es dann doch nicht, aber es gibt Schläge. Deswegen die Verse 40 bis 42: Und als sie die Apostel herbeigerufen hatten, schlugen sie sie und geboten ihnen, nicht im Namen Jesu zu reden, und entließen sie.
Also beim ersten Mal Drohungen, jetzt Schläge. Was machen die Apostel? Und ich finde das so herrlich, also entschuldigt mich, wenn ich das so sage, aber es ist einfach aus so einer modernen, verzerrten Perspektive wie unserer, wo man schon merkt: ein bisschen kalt, die Typen haben gerade Schläge kassiert. Und wie reagieren die darauf? Sie nun gingen aus dem Hohen Rat fort voller Freude. Du erwartest, dass sie irgendwie so gesenkten Hauptes, so ein bisschen bedröppelt, so: schade, was macht man jetzt, irgendwie tut alles noch so weh. Die gehen raus und freuen sich. Sie freuen sich, voller Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden.
Herr Jesus, du hast gesagt: Glückselig seid ihr, wenn sie euch, und da gibt es dann eine dieser Seligpreisungen, da steht: wenn sie euch um meines Namens willen verfolgen, wenn sie Böses gegen euch reden. Was passiert? Und die gehen raus und sagen: Hey, super, Klatsche, ja, wir haben einen hinten drauf gekriegt für den Herrn, Halleluja. Ist doch irre.
Und dann: Sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren. Die sagen nicht: Boah, jetzt haben wir ein paar Schläge kassiert, das müssen wir erst einmal drei Tage krank machen, komm, wir reichen alle zwölf so einen gelben Zettel ein beim Chef, und dann in vier Tagen geht das mit dem Predigen weiter. Nein, ich ahne, dass die gleich wieder in den Tempel zurückgegangen sind und weitergemacht haben, da angeknüpft haben, wo sie vorher aufgehört haben. Und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren und Jesus als den Christus zu verkünden. Warum? Weil es ihr Job ist.
Drei Wünsche für das neue Jahr
So, drei Dinge, die wir brauchen.
Erster Punkt: Mut.
Wir brauchen Mut. Sei mutig, genau wie die Apostel. Lass dich in 2015 bitte nicht bremsen. Es ist hier eine Spirale der Gewalt, die sich dreht: Drohungen, Schläge, wie gesagt, zwei Seiten später Mord. Aber die Apostel hören nicht auf zu reden. Das Thema, das sich durchzieht, ist: Sie predigen das Evangelium. Sie lehren, dass Jesus der Christus ist.
Und deswegen gibt es einen Satz von Franz von Assisi: Predige das Evangelium zu jeder Zeit, und wenn nötig, benutze Worte. Ich halte den Satz für falsch, mindestens für missverständlich. Ein zeugnishaftes Leben ist wichtig, aber es ist keine Predigt. Es gibt Dinge in meinem Leben, oder es gibt Dinge, über die ich als Christ reden muss, die ich durch ein zeugnishaftes Leben nicht zum Ausdruck bringen kann.
In 2. Timotheus 2,24 spricht Paulus davon, dass wir, wenn wir mündige Christen sind, lehrfähig sind. Das heißt nicht, du musst auf jede Frage der Bibel eine Antwort haben. Aber das heißt: Ich muss erklären können, dass Jesus auferstanden ist. Ich muss erklären können, dass er die Nummer eins im Universum ist, dass er der Retter der Welt ist, dass er der Gesalbte Gottes ist. Ich muss davon reden. Das ist mein Auftrag.
Wir sind Zeugen. Wir müssen davon reden, dass es bei Gott um Buße geht, um Umkehr zu Gott, um Vergebung von Sünden, um Gemeinschaft mit dem Gott, der sich in der Bibel offenbart hat, der sich im Gewissen der Menschen offenbart, in der Geschichte und durch seinen Geist auch in den Gläubigen. Ich muss davon reden, dass es ein Gericht geben wird. Ich muss davon reden, dass Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit, Boshaftigkeit und Ignoranz nicht das letzte Wort haben.
Und für dieses Reden brauchen wir Mut. Mut, weil ich glaube, dass die Spirale der Gewalt sich auch in Deutschland weiter dreht. Weil der Gegenwind gegen alles Christliche zunehmen wird. Weil man manchmal den Eindruck hat, dass die Herzen unserer Freunde imprägniert sind und sie fast überhaupt kein Interesse haben, groß zuzuhören.
Wir brauchen Mut, um Zeugen zu sein, weil wir eine Botschaft haben, die tatsächlich gehört werden muss. Wir brauchen Mut, und da hilft uns ein Blick auf die Apostel. Da hilft es mir zu sehen, wie sie sich von diesem Auftrag, den sie hatten, von diesem einfachen Auftrag nicht haben abbringen lassen: Drohungen, Schläge, Mord, Gefängnis, Vertreibung.
Und sie sind wie so ein ... Kennt ihr diese kleinen? Mein Spitzname ist der Frosch. Ich habe so einen Aufziehfrosch zu Hause. Den dreht man auf, dann stellt man ihn hin, und dann macht er pff, pff, pff, pff, flopp, flopp, flopp, flopp, flopp, flopp. So sind die irgendwie. Die sind wie so aufgedreht: hopp, hopp, hopp, hopp, hopp. Und egal, was da kommt: hopp, hopp, hopp, hopp, hopp, hopp, hopp, hopp. Sie machen einfach weiter. Es interessiert sie gar nicht, was da links und rechts ist. Aha, heute sind es Drohungen, Schläge, Vertreibung. Es geht einfach immer weiter.
Es ist so, als würden sie sagen: Ja, gehört dazu. Tut mir jetzt auch leid, und es ist auch irgendwie nicht schön, und ich werde auch mal dafür beten, dass das jetzt nicht schlimmer wird. Aber hart auf hart gesprochen: Ich möchte predigen. Ich möchte den Mund aufmachen und Jesus bezeugen. Ich möchte mich nicht bremsen lassen.
Sie sind in ihrer Beharrlichkeit der Apostel ein Vorbild für andere Gläubige. Lest die Apostelgeschichte, ihr werdet merken: Es sind eben nicht nur die Apostel im Sinne von: Ja, da gibt es zwei oder drei, die machen das halt immer so. Sondern es sind irgendwie alle Gläubigen. Und ich habe das mal in einem Buch gelesen über die Art, wie die ersten Christen evangelisiert haben. Da hat man den ersten Christen vorgeworfen, dass bei denen jeder über diesen Jesus redet. Und ich fand das so herrlich: Es sind eben nicht nur die Pfarrer und die Pastoren und die Angestellten, die den Job machen, sondern jeder redet über diesen Jesus.
Und deswegen glaube ich: Wir brauchen Mut. Mut auch im Angesicht von schwierigen Situationen, vielleicht sogar von Situationen, wo du sagst, das grenzt für mich an Verfolgung.
Zuversicht, dass Gott Menschen erreichen will
Zweiter Punkt, also der erste Wunsch, zweiter Wunsch: Wir brauchen Zuversicht, oder anders ausgedrückt: Lass dich nicht frustrieren! Gott hat mehr Interesse daran, deine Feinde zu gewinnen, als du dir vorstellen kannst. Und deine Freunde natürlich auch.
Wo nehme ich diesen Gedanken her? Schaut noch einmal in Apostelgeschichte 5,17. Der Hohe Priester aber trat auf, und alle, die mit ihm waren, nämlich die Sekte der Sadduzäer, und wurden von Eifersucht erfüllt.
Wer waren die Sadduzäer? Das ist eine Strömung im Judentum, und wir würden sie heute bezeichnen als die Liberalen, die Realos. Das sind Juden, die sich mit den Römern und auch mit dem Zeitgeist arrangiert hatten. Der Zeitgeist damals, das, was so im Trend war, nannte man Hellenismus: griechische Kultur, griechische Philosophie.
Und wenn man es das erste Mal hört, verblüfft es, weil wir es hier mit dem Hohenpriester zu tun haben, dem höchsten religiösen Amt im Judentum. Der war ein Sadduzäer. Und das heißt: Der Hohe Priester glaubt nicht an Auferstehung, er glaubt nicht an Engel, und er glaubt überhaupt nicht an dieses ganze übernatürliche Zeugs. Er ist sehr materialistisch.
So, und jetzt schauen wir, was Gott tut. Wie geht Gott mit jemandem um? Wie erschüttert Gott das Leben eines Menschen, der so mit beiden Beinen da steht und sagt: Ich habe hier Macht, ich bin der Hohe Priester, ich bin gut vernetzt, ich habe gute Kontakte auch in der politischen Szene zu den Römern, ich habe ein gutes Auskommen, ich bin angesehen. Wie erschüttert Gott so jemanden, wo man eigentlich sagen würde: Den kannst du nicht erreichen?
Ich denke mir das immer. Ich bete regelmäßig für den Dalai Lama. Ich denke mir: Wenn der sich bekehren würde, das wäre irgendwie total schön. Aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich keinen blassen Schimmer habe, wie das gehen soll. Manchmal überlege ich schon, ob ich ihn wieder von meiner Gebetsliste runterschmeiße, einfach nur, weil ich mir sage: Ich kann es mir gar nicht vorstellen.
So ähnlich muss es hier auch sein. Du hast so jemanden, der quasi im Zentrum eines Systems steht, der Träger dieses Systems ist. Und ich hätte volles Verständnis, wenn Gott sagt: Ey, komm, für den brauchst du nicht beten, den kannst du links liegen lassen, der hat keine Chance.
Und jetzt erlebe ich Gott, was er tut, um das Weltbild dieses Mannes und seiner Sadduzäerfreunde zu erschüttern. Wir lesen das mal ab Vers 18:
Und sie legten Hand an die Apostel und setzten sie in öffentlichen Gewahrsam. Ein Engel des Herrn aber öffnete während der Nacht die Türen des Gefängnisses und führte sie hinaus und sprach: Geht und stellt euch hin und redet im Tempel zu dem Volk alle Worte dieses Lebens! Als sie es aber gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten.
Das hatte keiner mitgekriegt. Der Hohe Priester aber kam, und die, die mit ihm waren, und sie beriefen den Hohen Rat und die ganze Ältestenschaft der Söhne Israels zusammen und sandten ins Gefängnis, dass sie vorgeführt würden. Jetzt: palim, palim. Als aber die Diener hinkamen, fanden sie sie nicht im Gefängnis, und sie kehrten zurück und berichteten und sagten: Wir fanden das Gefängnis mit aller Sorgfalt verschlossen, und die Wachen an den Türen stehen. Als wir aber geöffnet hatten, fanden wir niemanden darin.
Als aber der Hauptmann des Tempels, wie auch die Hohenpriester, diese Worte hörten, waren sie ihretwegen in Verlegenheit. Was dies doch werden möchte, merken wir ja: Da fängt etwas an. Es kam aber einer und berichtete ihnen: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis gesetzt habt, stehen im Tempel und lehren das Volk. Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und führte sie herbei, nicht mit Gewalt, denn sie fürchteten das Volk, sie könnten gesteinigt werden.
Also befreit Gott seine Apostel. Und ist das nicht humorvoll? Vergebt mir, ich weiß nicht, ob ihr Humor in der Bibel mögt, ich mag das. Ich nehme jemanden, der nicht an Engel glaubt. Und wie befreit er sie? Genau: durch einen Engel.
Da könnte man ja denken: Gott, warum tust du das? Übrigens, es wäre für den Fortgang der Ereignisse nicht nötig gewesen, dass ein Engel kommt und die Apostel befreit. Wenn ihr weiterlest, sie kommen ja trotzdem vor den Hohen Rat. Es ist ja wie so ein Einschub, und du fragst dich: Warum macht der das überhaupt?
Später, in Apostelgeschichte 12, ist der Engel von größter Bedeutung, weil da wird Petrus befreit, und wenn er nicht befreit worden wäre, wäre er umgebracht worden. Aber hier, ja, der Engel holt sie quasi einmal zu Hause schlafen, möchte ja, und das war es dann aber auch. Also fragst du dich: Was soll das?
Und die Antwort kommt daher: Es geht gar nicht um die Apostel. Es geht um den Hohepriester und es geht um seine Freunde. Dieser Satz ist wichtig, dass die Hohenpriester ihretwegen in Verlegenheit waren, 5,24, Verlegenheit.
Die Dinge, sie hatten das so schön geplant: Wir holen die noch einmal, und beim ersten Mal waren wir so ein Stückchen zu locker. Jetzt kriegen sie so richtig eine Breitseite, und vielleicht machen wir die gleich ganz kalt. Und jetzt laufen die Dinge einfach nicht, wie sie sich das denken. Sie werden mit dem Übernatürlichen konfrontiert.
Du glaubst nicht an das Übernatürliche, und Gott klopft an dein Herz und sagt: Ich bin da. Ich bin da, um deinen Denkrahmen zu sprengen. Ich werde dich mit Erfahrungen konfrontieren, die du nicht einordnen kannst, solange du dich nicht auf Übernatürliches einlässt und auf den Inhalt der apostolischen Predigt.
Und dann kommt noch etwas déjà vu: ein paar Monate vorher, wir wissen nicht genau wie lange, sagen wir zweieinhalb Monate vorher, da standen Soldaten nicht vor einer Zelle, sondern vor einem Grab. Und da kam auch ein Engel, und das Grab war leer. Und die Hohenpriester hatten Riesennot, das zu erklären, wo denn bitteschön der Leichnam hin sei und wie das denn alles ging.
Merkt ihr das? Diesmal ist es kein Grab, das leer ist, diesmal ist es eine Zelle. Aber es ist wieder die gleiche Geschichte. Mich fasziniert das, weil ich merke: Gott ist ein Gott, der nicht einmal den Hohen Priester mit seinen Sadduzäer-Kollegen einfach aufgibt und sagt: Es ist mir doch egal, ob ihr es fresst und ob ihr umkommt, sondern der einen Weg findet, sie an einen Punkt zu bringen, wo sie sagen müssen: Das geht nicht mehr, das stimmt nicht mehr, hier ist etwas faul, wir müssten eigentlich jetzt zugeben, hier ist Gott im Spiel.
Aber sie tun es nicht. Mich fasziniert das deshalb, weil es mir zeigt: Wir brauchen für 2015 Mut, um rauszugehen. Aber ich brauche Zuversicht. Mir hilft es zu sehen, dass wenn Gott solche Typen wie den Hohen Priester und seine Kollegen aus dem Hohen Rat gewinnen will, wenn Gott an der Stelle kreativ ist und Buße provoziert und wenn wir gleich noch sehen, wie er auch warnt, wenn Gott sich so um diese Leute kümmert, dann muss ich in meinem Herzen niemanden abschreiben.
Und es gibt Leute, da kann ich es mir fast nicht vorstellen, wie man sie noch erreichen soll. Aber ich denke, wir dürfen zuversichtlich sein. Und mir tut es gut, wenn ich das sehe, wie Gott einen Engel einsetzt, um Feinde in Verlegenheit zu bringen und ihnen an der Stelle eine Chance eröffnet, doch noch einmal nachzudenken. Mir hilft das.
Und deswegen: Der erste Punkt war Mut, der zweite war Zuversicht, der dritte...
Weisheit, die zwischen kluger Einsicht und törichtem Widerstand unterscheidet
Wie kommt es denn jetzt dazu, dass die Apostel nicht umgebracht werden? Es hieß ja hier irgendwo, dass die Sadduzäer darüber überlegten, sie umzubringen. Der Grund dafür hat einen Namen, und der Name heißt Gamaliel.
Gamaliel, Apostelgeschichte 5 ab Vers 34, ist ein Pharisäer. Also: Es gibt die Realos, die Liberalen, die Sadduzäer. Es gibt auch einen konservativen Zweig im Hohen Rat, das sind die Pharisäer. Und unter den Pharisäern gibt es eine Person, die über das Neue Testament hinaus bekannt geworden ist für seine Klugheit. Dieser Gamaliel merkt: Boah, wir müssen aufpassen, dass jetzt an dieser Stelle die Sache nicht eskaliert. Und er macht den Mund auf.
Ab Vers 34 bis 39:
Es stand aber im Hohen Rat ein Pharisäer mit Namen Gamaliel auf, ein Gesetzesgelehrter, angesehen bei dem ganzen Volk, und befahl, die Leute für kurze Zeit hinauszutun. Und er sprach zu ihnen: Männer von Israel, seht euch bei diesen Menschen vor, was ihr tun wollt.
Und jetzt zwei Beispiele aus der Geschichte: Denn vor diesen Tagen stand Theudas auf und sagte, dass er selbst etwas sei, dem eine Anzahl von etwa vierhundert Männern anhing. Er ist getötet worden, und alle, die ihm Gehör gaben, sind zerstreut und zunichte geworden. Nach diesem stand Judas der Galiläer auf in den Tagen der Einschreibung und machte eine Menge Volk abtrünnig und brachte sie hinter sich. Auch der kam um, und alle, die ihm Gehör gaben, wurden zerstreut.
Also zwei Beispiele aus der Geschichte, wie Leute quasi so eine Messiaserwartung aufgegriffen, sich selbst in so eine Messiasposition gehievt und so ein bisschen Revolution versucht haben. Beides ist mal völlig schiefgegangen. Und jetzt sage ich euch: Steht ab von diesen Menschen und lasst sie! Denn wenn dieser Rat oder dieses Werk aus Menschen ist, so wird es zugrunde gehen. Wenn es aber aus Gott ist, so werdet ihr sie nicht zugrunde richten können, damit ihr nicht gar als solche befunden werdet, die gegen Gott streiten. Und sie gaben ihm Gehör.
Herrlich! Warum herrlich? Weil es ein super Beispiel dafür ist, dass jemand Weisheit hat, dass jemand klug ist. Hört euch mal diesen Spruch an. Da heißt es in Sprüche 15,23:
An so etwas muss ich instinktiv denken, wenn ich so etwas lese hier von Gamaliel. Sprüche 15,23:
Ein Mann hat Freude an der treffenden Antwort seines Mundes, und ein Wort zu seiner Zeit, wie gut!
Ja, das ist ein Wort zu seiner Zeit. Hier ist eine Situation dabei zu kippen, es kann gleich Mord und Totschlag geben, und einer sagt kurz was, und alle denken: Eigentlich hat er recht.
An anderer Stelle, Sprüche 25,11:
Goldene Äpfel in silbernen Prunkschalen.
Stellt euch das vor, und das ist nicht diese Weihnachtsimitate, so mit Goldspray, sondern richtig goldene Äpfel in richtig silbernen Prunkschalen. So ist ein Wort geredet zu seiner Zeit. Ein Wort, das einfach passt, wo du sagst: Punkt, super.
Und so etwas haben wir hier bei Gamaliel.
Weisheit ist die Fähigkeit, das Bestziel mit den besten Mitteln zu erreichen. Und als Pharisäer sieht Gamaliel hinter der Geschichte einen autonomen Gott. Er sieht die zielgerichtete Herrschaft Gottes, und er sieht die Verantwortung des Menschen. Beides zusammen bildet für ihn eine Einheit. Gott lässt in seiner Souveränität dem Menschen einen freien Willen, aber er überlässt dem Menschen nicht die Geschichte. Jeder Schritt, den wir durch die Geschichte hindurch tun, ist ein Weg durch Gottes Geschichte. Und doch ist es ein Schritt, den wir bewusst tun, der real ist, der wichtig ist.
Ich habe nämlich nur ein Leben. Es gibt keine Reinkarnation, es gibt keinen zweiten Durchgang, es gibt keine Chance nach diesem Leben, sich noch einmal für Jesus zu entscheiden. Und deswegen ist es so wichtig, dass ich in diesem Leben kluge Entscheidungen fälle.
Also: Weisheit ist die Fähigkeit, das beste Ziel mit den besten Mitteln oder auf dem bestmöglichen Weg zu erreichen. Aber, und jetzt sehen wir bei Gamaliel: Weisheit ist auch die Fähigkeit, Blödsinn zu erkennen. Weisheit ist die Fähigkeit, zu wissen, dass man bestimmte Fehler definitiv nie im Leben machen darf. Und ein Fehler, den Gamaliel nennt, ist: gegen Gott streiten. Das machst du bitte nie. Sich gegen Gott stellen. Das klingt schon verrückt, und das ist das, was Gamaliel sagt: Das ist einfach nur dumm.
Und es gibt natürlich noch ganz andere Verrücktheiten, die man begehen kann. Es lohnt sich immer wieder, wenn wir uns die Frage stellen: Wo gibt es in meinem Leben Dinge, die einfach nur verrückt sind? Und ich weiß nicht, ob du in der Gefahr stehst, gegen Gott zu streiten. Also, das fängt ja da an, wo Gott mir etwas klarmacht, etwas sagt, und ich sage dann: Nee, mache ich nicht. Da fängt das an.
Ich weiß nicht, wo du stehst, und das ist jetzt auch nicht mein Thema für heute. Wichtig ist, dass wir begreifen, und das ist der dritte Punkt, den ich euch mitgeben möchte: der Wunsch, nicht nur mutig zu sein als Zeugen, euch zu freuen, darüber zuversichtlich zu sein, dass Gott die Menschen erreichen möchte, die auch ihr erreichen wollt, sondern ein dritter Punkt: klug zu sein. Die Fehler zu erkennen, die man einfach nicht tun sollte.
Und wir haben das hier in der Gemeinde vor ein paar Jahren. Da hatten wir eine Bibelwoche, vielleicht erinnert ihr euch an Sprüche 1 bis 9. Ich gebe euch einfach den Tipp mit: Hört euch die Vorträge noch mal an. Ich habe auf meiner Homepage für die ersten neun Kapitel der Sprüche Vers für Vers eine Auslegung. Studiert sie. Salomo sagt: Der kluge Mann, die kluge Frau, das ist eine, die wie ein Schatzsucher sich daran macht, Gottes Weisheit zu finden. Der Kluge hat einen Plan, der Kluge ist einer, der Zeit investiert, der unbedingt Weisheit finden will, weil er merkt: Ich habe nur diesen einen Durchgang. Ich kann nicht erst mal ausprobieren, wo die anderen Wege alle hinführen. Sondern je früher ich weiß, hier gibt es Dinge, die machen mich kaputt, desto besser.
Gamaliel ist das Beispiel eines Ungläubigen, der aus dem Alten Testament heraus gelernt hat und der gemerkt hat: Wenn du eine Sache bitte nicht falsch machst, und es gibt mehr, die man nicht falsch machen soll, dann fang nicht an, dass du gegen Gott kämpfst. Das geht definitiv schief.
Also, wenn ihr euch nur einen Spruch am Tag vornehmt, da habt ihr drei Jahre zu tun, aber es lohnt sich. Ich würde euch so gerne dafür gewinnen. Und wenn ihr noch ein bisschen wartet: Ab übernächste Woche findet ihr dann auch Kapitel 10 bis 16 auf Frogwords, und dann könnt ihr da auch weitermachen.
Drei Dinge: Was wünsche ich euch? Drei Dinge, die wir in 2015 gut brauchen können und die wir von Gott erbitten sollten.
Erstens: Mut. Mut, Zeugen zu sein, wenn der Widerstand oder die Gleichgültigkeit wächst.
Zweitens: Zuversicht. Dass es sich lohnt, Zeugen zu sein, weil Gott ein Herz für die Verlorenen hat und ihnen nachgeht.
Und drittens: Weisheit. Um die Fehler zu erkennen, die man einfach nicht machen soll.
Also: Sei mutig, sei zuversichtlich, sei klug. Meine Wünsche für uns, für dieses Jahr. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
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