Generierte Mitschrift
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Vorstellung und persönlicher Hintergrund
Okay, schön, dass ihr alle da seid.
Vorweg: Ihr habt ja gelesen, dass ich Andi Mertin bin, einer der Pastoren hier in der Arche. Ich bin nicht nur für die Jugendarbeit zuständig, sondern auch für verschiedene andere Bereiche, zum Beispiel den Glaubensgrundkurs oder, wie es bei manchen heißt, den Alphakurs. Für die Medienarbeit als Moderator bin ich vielleicht dem einen oder anderen bekannt. Einer meinte auch gerade im Foyer: „Hey, so kenne ich dich noch gar nicht.“
Naja, deswegen habe ich mich extra auch für dieses Seminar ein bisschen in meine Dienstkluft begeben. Also so renne ich nicht jeden Samstag herum. Ich wollte damit zeigen: So etwas ist möglich. Das haben wir tatsächlich so als Arche-Jugend mal kreiert, um auch entsprechend ein bisschen jugendlich aufzutreten, auch evangelistisch, mit dem Kreuz hinten drauf. Oder das hier ist so ein Outfit von unserer letzten Freizeit hier vorne. Dann habt ihr gleich ein bisschen Anschauungsunterricht, kleine Litfaßsäule hier.
Verheiratet bin ich, ich habe zwei Kinder. Meine Hobbys, das ist auch immer wichtig, habe ich gehört, sind Wandern, okay, ich weiß nicht, wer auch Lust dazu hat. Wir haben schon gemerkt, es gibt hier so gewisse Diskussionen: Die einen mögen die Berge lieber, die anderen das Wasser. Ja, ich mag ja auch beides, aber am besten sind Steilküsten, wo man da so längslaufen kann, mit gutem Blick. Fußball mag ich ganz gerne. Und jetzt mal gucken, ob ich ein O oder ein O höre: Ich bin ein Fan vom FC Bayern München. Da ist schon mal ein bisschen Stimmung hier.
Seit 1993 gehöre ich zum Pastorenteam der Arche, das ist also schon sehr lange her. Vorher war ich übrigens Finanzbeamter. Ich bin mit 15 Jahren zum Glauben gekommen und mit 17 Jahren in die Jugendarbeit der Arche eingestiegen, also schon sehr lange. Dann bin ich dort vom Jugendteam langsam in die höherwertigen Aufgaben hineingewachsen, bis hin zum Jugendpastor. Und da bin ich immer noch, und das schon sehr lange, wie ihr unschwer erkennen könnt.
Unser Seminar lautet: Viele Gemeinden haben Nöte, weil sie überaltern und kaum noch Jugendliche in ihren Reihen zu finden sind. Denn die Frage ist: Wie kann eine Jugendarbeit aussehen, die junge Menschen anzieht und für ein Leben mit Gott begeistert? Die Antwort war: Wir brauchen christuszentrierte Jugendgruppen, die auf dem Evangelium gegründet sind, die Jugendliche für einen Dienst für Jesus fördern und motivieren. Dann hieß es darin: Am Beispiel der Arche-Jugend soll das näher untersucht werden.
Das ist dann so ein Satz, wo ich ein bisschen vor Erfurt erschaue, weil die Arche-Jugend nicht das Nonplusultra ist. Ich sehe so viele Schwachpunkte in meiner, in unserer Arbeit, dass ich das nicht unbedingt als Aushängeschild geben möchte. Deswegen wisst ihr, und ihr wisst es auch: Wir sind allesamt von der Gnade Gottes abhängig. Also nicht, dass einer denkt, jetzt steht da vorne der Andi Mertin, weil er schon lange Jugendarbeit gemacht hat, und jetzt erzählt er uns was, und dann ist alles perfekt und alles super. Nein, ich weiß sehr wohl, wie abhängig ich von Christus bin, und klammere mich täglich an ihn, wie ihr das, denke ich, auch tut.
Wir haben in Apostelgeschichte 2,47 diesen Satz: „Der Herr aber tat täglich die zur Gemeinde, zur Jugendgruppe hinzu, die gerettet wurden.“ Ah, es tut sich, glaube ich, da hinten was. Das ist ja auch gut. Aber ich mache weiter. Der Herr tut hinzu, nicht irgendwie ein perfektes Programm oder der coole Pastor oder sonst irgendetwas. Das ist ganz wichtig, immer im Hinterkopf zu haben.
Und wenn man Apostelgeschichte 2 schon mal kurz am Wickel hat, dann sieht man eigentlich gerade auch bei der Urgemeinde, den ersten Christen, dass es die Liebe ist, die unwahrscheinlich massiv hineingewirkt hat in die Gesellschaft und die überhaupt maßgeblich war, um Wachstum zu schenken. Die Liebe zu Jesus, die Liebe zum Evangelium oder zur Schrift, die Liebe untereinander in der Gemeinde und natürlich auch die Liebe zu den Verlorenen.
Jetzt gehe ich nicht diese vier Punkte durch. Es wäre natürlich jetzt ganz schön, das zu machen. Ich springe so ein bisschen, weil wir noch gucken müssen, dass wir mit der Zeit hinkommen. Ich hoffe, dass für jeden etwas dabei ist, und möchte auch am Ende noch gerne Gelegenheit geben für manche Frage, die vielleicht im Raum steht, und gucken, was ich dazu sagen kann. Oder hier: Ich habe zwei Leute aus der Arche-Jugend, oder noch mehr haben wir dabei hier, ne? Ihr so aus dem Leitungsbereich, Robin fast auch noch so, ihr könnt auch mithelfen.
Warum Jugendarbeit mehr ist als ein Übergang
Punkt eins: Plädoyer für Jugendarbeit
Also, vierzig Jahre ist es jetzt schon eigentlich her, dass ich meine Arbeit in der Arche begann, beziehungsweise unter den Jugendlichen, muss ich sagen. Und Gott hat in der Zeit wirklich Großes getan. Ich kann sagen, dass die Arbeit über die Jahre enorm gewachsen ist, und wir jetzt um die 230 Jugendliche haben, zumindest auf unserer Jugendliste. In den Jugendgottesdiensten sind es je nach Anlass 100, 150, mal mehr, mal weniger.
Es ist eine Freude, das über die Jahre mitzuerleben. Und was mich besonders immer wieder herausgefordert hat, war die Frage, wie es weitergeht. Ich habe oft gesagt: Jetzt ist Schluss, jetzt übergib den Staffelstab an Jüngere. Du willst nicht irgendwie einen Platz blockieren, sondern setz ihn frei. Geh irgendwo in den Gemeindedienst, werde erster Pastor, und die machen dann weiter.
Aber die Last, die Bürde, war zu groß. Der Weg war irgendwie nicht frei, die Türen blieben zu, Andy blieb an seinem Platz. Dann habe ich gesagt: Okay, wenn spezielle Mitarbeiter nicht mehr da sind – ich weiß nicht, wer unsere Gemeinde kennt, da ist zum Beispiel ein Matthias Meier oder ein Daniel Wolf, die über Jahre an meiner Seite standen und die heute standhafte Älteste in der Arche sind –, wenn die gehen, dann gehst du. Ich blieb.
Dann habe ich gesagt: Aber auch wenn meine Kinder älter werden und in die Jugend kommen, oh Mann, dann ist wirklich Zeit genug, dann musst du gehen. Ich bin immer noch da, meine Kinder sind da, mein Sohn ist sogar an meiner Seite im Jugendteam bei uns, meine Tochter ist auch engagiert in der Jugendarbeit. Es ist sogar eine große Freude, gemeinsam diesen Dienst tun zu dürfen.
So bin ich jedenfalls noch hier und erlebe jetzt mittlerweile mit, wie die Kinder von den Jugendlichen, die ich damals in der Gruppe hatte, jetzt schon in die Jugend kommen. Ihr glaubt gar nicht, was das für ein komisches Gefühl ist, wenn du weißt: Hey, ich weiß doch ganz genau, wie die mir damals das Leben schwer gemacht haben auf Freizeit X oder Y.
Gerade jetzt im Sommer schrieb mir einer. Gut, seine Kinder sind nicht bei mir in der Jugend, aber er hat sich bei mir entschuldigt, weil ich ein Bild auf Facebook von ihm geliked hatte, wo er in Tosla de Mar in Spanien ist. Und sein Sohn maßregelt, der an so einer Steilwand hochgeht. Da habe ich drunter geschrieben: Hey, der ist genau wie du damals.
Dann kam ein längerer Brief zurück: Andy, ich wollte dir endlich mal sagen, wie dankbar ich war, in der Jugendgruppe gewesen sein zu dürfen und dass du so nachlässig mit mir warst beziehungsweise Erbarmen hattest. Es war mal sehr interessant, im Laufe der Zeit so manches zu erleben.
Die Leidenschaft für Jugend ist in meinem Leben ungebrochen, auch wenn ich nach wie vor frage: Herr, was hast du vor? Ist es nach wie vor dran, diesen Dienst zu tun, oder möchtest du, dass ich dir woanders diene? Die Frage gebe ich immer mal in regelmäßigen Abständen weiter. Aber ich muss sagen: Ich bin leidenschaftlich für junge Leute da, voller Hingabe, und freue mich sehr, mit jung und alt – ihr werdet gleich noch hören, wie unsere Jugendarbeit aufgestellt ist – arbeiten zu dürfen.
Ich kann fast mit Martin Luther sagen: Ich stehe hier, ich kann nicht anders. Jetzt ziehe ich meine Kluft hier aus, es ist doch ein bisschen warm.
Ich möchte euch gerne herausfordern und Mut machen, auch in der Jugendarbeit noch mehr Gas zu geben und voll dabei zu sein, wenn es nicht schon bisher so bei euch gewesen ist. Wenn ich hier so herumgucke, sind es hauptsächlich eher jüngere Leute, die hier sind. Ich bin vielleicht sogar der Älteste in diesem Raum und spreche über Jugendarbeit, okay? Okay, kann sein.
Mir sagte jemand vor dem Seminar: Andi, ich wünsche mir so sehr, dass du etwas zu Beginn oder in deinem Seminar mit hineinsprichst, um Mut zu machen. Und zwar ist es das Thema, dass viele denken: Okay, ich gehe in die Jugendarbeit und mache da so ein bisschen mit, aber suche die nächstbeste Gelegenheit als Sprungbrett, um dann irgendwo Pastor zu werden oder Evangelist oder um ein Werk zu übernehmen oder irgendetwas, um mir einen Namen zu machen.
Da schwingt so ein bisschen mit: Na ja, Jugendarbeit, was ist das schon? Kinderarbeit und so, na ja, das machen dann halt irgendwelche, wenn kein anderer gefunden wird. Und fragt mal herum: Hast du Lust für Jugendarbeit? Keiner. Du? Ach komm, mach doch, versuch doch mal oder so. Alles schon vorgekommen in manchen Gemeinden. Und dann braucht man sich nur nicht zu wundern, wenn es irgendwie nicht funktioniert und natürlich auch auf so eine Weise eine hohe Fluktuation da ist.
Kaum ist ein Jugendleiter da und hat seine Gruppe kennengelernt, und sie freuen sich, also die Gruppe mit ihm, zusammen den Weg mit Jesus zu gehen, da ist er auch schon wieder weg, weil er nach Höherwertigem strebt, so wie er meint. Und klar, es ist natürlich auch der Lauf der Dinge: Man wird älter, entwickelt sich und geht dann auch andere Dienste an.
Aber wie mir eben auch angetragen worden ist, ist es, glaube ich, auch ganz, ganz wichtig, dass man gestandene, auch ältere, reifere Persönlichkeiten in so einem Dienst hat, um auch dort zu prägen, um auch dort etwas längerfristig aufzubauen, sage ich mal so als Ermutigung.
Der Blick Jesu auf die junge Generation
Jesus hat uns natürlich Mut gemacht, uns der Kinder und Jugendlichen anzunehmen. Wenn wir allein an Matthäus 18 denken, Verse 5 bis 7, ist das ganz bekannt: Wer solch ein Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf. Wer aber einen von diesen Geringgeachteten, die an mich glauben, zu Fall bringt, für den wäre es noch besser, wenn man ihm einen Mühlstein um den Hals hängen und ihn damit in die Tiefe des Meeres versenken würde. Wehe der Welt wegen der Dinge, durch die Menschen zu Fall kommen. Es ist zwar unausweichlich, dass solche Dinge geschehen, aber wehe dem Menschen, der daran schuld ist.
Also: Jesus hat seinen Fokus da besonders auf junge Menschen, auch natürlich oft, naturgemäß, auf junge Menschen im Glauben. Man soll sich ihrer annehmen, alles für sie geben, sich aufopfern, für sie da sein und, wie in diesem Text, auch warnen, dass man da nicht nachlässig wird oder junge Menschen zu Fall bringt.
Leider erlebt man immer wieder, wie ich schon sagte, dass man sich lieber als Pastor rufen lässt, aber nicht unbedingt für Jugendarbeit oder Kinderarbeit. Gut, Kinderarbeit vielleicht, ich bleibe jetzt mal bei der Jugendarbeit. Stattdessen strebt man immer wieder nach Höherwertigem, wie ich schon gesagt habe. Seid ihr mit ganzem Herzen dabei in der Jugendarbeit? Fragt euch das. Bin ich bereit, alles zu investieren, oder bin ich nur halbherzig und schiele ich doch nur nach dem nächsten Job, nach einer anderen Stelle, um mich dort besser zu profilieren? Ich habe auch schon gehört: Ja, da kann ich dann besser theologisch arbeiten, da kann ich dann besser auch mich und meine Dienste entfalten. Sag das nicht. Du kannst es auch unter jungen Menschen. Das werden wir gleich noch sehen. Die haben Hunger nach Gottes Wort, die wollen nicht nur beschäftigt werden, sage ich schon mal.
Manchmal hat man den Eindruck: Na ja, da muss ich Tischtennis spielen und ein paar Ausflüge machen, und wir gucken Filme und essen Pizza oder so. So sehen manche Jugendarbeiten aus. Und dann hin und wieder mal eine kleine Andacht von zehn Minuten, das reicht ja bloß nicht, um zu überfordern. Nein, Leute, gebt alles! Was geht auch an Geistlichen, um junge Menschen zu fördern, ihnen zur Seite zu stehen?
Pastor sein, klar, wir wissen: Das heißt Hirte sein. Und ein Jugendgruppenleiter ist ein Hirte für die Kleinsten, für die Schwächsten, für die Geringsten, für die Lämmer. Ich kann mich daran erinnern: Der junge Mann hieß Oliver, kam aus der Drogenszene, ganz kaputter Hintergrund, kam aber zu uns in die Gemeinde, hat Jesus erlebt, war echt ein mächtiges Zeugnis. Da war er auch bei mir in der Jugendgruppe gelandet. Er war Alkoholiker, war auch, aber Gott hat ihn freigemacht, viel Gnade geschenkt. Er war so dankbar, dass man sich um ihn kümmert, dass man immer für ihn da ist. Und dann hat er immer ganz liebevoll gesagt: Du bist der Hirte für die Lämmer oder mein Lämmerweiderich. Er hat dann so einen Ausdruck benutzt. Es war für mich fast: Okay, wow, der Junge freut sich. Also gut. Aber es war wirklich sehr, sehr schön, das zu erleben, dass man ein Hirte, ein Pastor für die Lämmer sein darf.
Ja, wir haben Verantwortung für die nachfolgenden Generationen, für die Menschen, die die Zukunft der Gemeinde ausmachen. Dort, wo wir jetzt Plätze in der Gemeinde belegen als Diakone, als Älteste, als Leiter von verschiedenen Dienstbereichen, da werden irgendwann andere nachrücken. Und unsere Aufgabe ist es, die nachfolgenden Generationen fit zu machen für diesen Dienst, sie heranzuführen.
Und da sehen wir es schon eigentlich zu Beginn der Bibel, wie Gott das auch auf dem Herzen hat. 2. Mose 10,1-2 zum Beispiel: Mose bekommt vom Herrn diese Anordnung: Geh zum Pharao, denn ich habe sein Herz und das Herz seiner Knechte verstockt, damit ich diese meine Zeichen unter ihnen tue. Und damit du vor den Ohren deiner Kinder und Kindeskinder verkündigst, was ich in Ägypten gewirkt und wie ich meine Zeichen unter ihnen vollführt habe. Das weiterzugeben, was man mit Gott erlebt hat, nicht für sich zu behalten oder sich irgendwie mit Randthemen zu beschäftigen, sondern die Größe Gottes den jungen Menschen nahezubringen.
Da gibt es viele Stellen. 5. Mose 4,9: Hüte dich, bewahre deine Seele wohl, dass du die Geschehnisse nicht vergisst, die deine Augen gesehen haben, und dass sie nicht aus deinem Herzen weichen alle Tage deines Lebens, sondern du sollst sie deinen Kindern und Kindeskindern verkündigen.
Psalm 78,5-8: Und er gebot unseren Vätern, es ihren Kindern zu verkündigen, damit das spätere Geschlecht es wisse, die Kinder, die noch geboren werden sollten, damit auch sie aufständen und es ihren Kindern erzählten. Merkt ihr: Eine Generation gibt es weiter an die nächste. Das Evangelium muss laufen und nicht irgendwo festgehalten werden.
Oder Joel 1,1-3: Unter anderem erzählt davon euren Kindern, und eure Kinder ihren Kindern, und deren Kinder dem künftigen Geschlecht. Also einer gibt es an den anderen weiter. Wenn wir dieser Verantwortung, unseren Glauben der jungen Generation weiterzugeben im Gehorsam gegenüber Gott, nicht nachkommen, dann machen wir uns schuldig. Ich will nicht gleich sagen, da wird uns ein Mühlstein um den Hals gehängt, aber wir haben dennoch diese herausfordernden Worte auch im Ohr.
Alles für unsere jungen Menschen geben, sie nicht anderen Kräften überlassen. Denn das passiert, wenn wir nicht reagieren, wenn wir uns nicht der jungen Mannschaft annehmen. Dann werden andere das tun. Und die sparen nicht, die geben alles. Die haben ein Sendungsbewusstsein und wollen ihre unmoralischen, antichristlichen Weisheiten, Wertvorstellungen und Philosophien offensiv weitergeben.
Gerade in diesen Tagen erleben wir natürlich, wie Hunderttausende von jungen Menschen, von Jugendlichen, auf die Straße gehen und sich für den Klimawandel stark machen. Wir haben die Bilder vor Augen. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Man kann da jetzt politisch ... Christans hat gestern schon gesagt: Hey, lasst uns das Evangelium verkündigen und nicht irgendwie die oder die politische Position in der Gemeinde kämpferisch austragen, sondern wir wollen den Glauben groß machen.
Hier erlebe ich etwas, wo ich sehe: Da sind junge Menschen mit einer Sehnsucht, die auch nach Leitung, nach Werten suchen. Da ist es doch das Beste von der Welt, ihnen das Evangelium zu bringen, ihrer Suche zu begegnen und gerade dort in dieses Vakuum hineinzustoßen.
Ihr müsst vielleicht mal hinhören, wenn da so Interviews sind, wenn Leute gefragt werden: Warum bist du hier auf dieser Demo oder so? Ihr habt das mal gemacht, so ganz bewusst. Mein Herz hat geblutet, weil ich sah: Mensch, hier sind Leute, hier sind junge Menschen, die haben Ängste, die sind verzweifelt, die wissen nicht, was die Zukunft ihnen bringt. Und wenn nicht wir, wer soll es ihnen bringen?
Natürlich sind da verschiedene Ideologien und irgendwelche Gruppen, auch gerade Extremgruppen. Aber deswegen: Wir wollen unsere junge Generation nicht ihnen überlassen, sondern wollen selber dort alles geben. Denn Ziel ist es doch. Wir erleben das immer wieder: die Zerstörung von Familie, von Ehe und damit auch von Kindern, von Jugendlichen.
Wenn wir an den ganzen Bereich Genderismus, den Genderwahn, denken, was da abläuft in unserer Gesellschaft, oder wenn es schon im Kindergarten oder in der Vorschule anfängt, wo geht das los mit dem Thema Frühsexualisierung, wo wir merken, da wird fast gezielt gesteuert, irgendetwas mit den Herzen der jungen Generation zu machen, um sie umzupolen, um sie irgendwie so hinzukriegen, wie man das möchte.
Also, kurz gesagt: Wir haben einen großen Auftrag. Wir haben es mit unserer Jugend, mit kostbaren Menschen, mit Seelen zu tun, die Jesus ganz besonders im Blick hat.
Markus 10, auch diese Stelle kennt ihr natürlich: Es wurden Kinder zu Jesus gebracht, er sollte sie segnen. Die Jünger haben sie abgewiesen, war barsch, heißt es da im Text. Aber wie reagiert unser Herr? Er wurde ungehalten über das Verhalten der Jünger. Lasst die Kinder zu mir kommen, sagte er, hindert sie nicht daran, denn gerade für solche wie sie ist das Reich Gottes. Ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.
Ihr glaubt gar nicht, wie viel Freude es mir macht, Menschen auch zu segnen, auch im Gebet zu sein. Ich erinnere mich jetzt an unsere letzte Sommerfreizeit zum Beispiel, an einen Abend. Wir hatten ja jeden Abend so einen Jugendgottesdienst im Grunde gehabt. Wir waren da mit rund 130 Leuten in Kroatien. Da war ein Aufruf, und viele Menschen haben allein schon durch ein Handzeichen gezeigt: Ja, wir wollen Jesus folgen, wir wollen ihn haben.
Was mich dann besonders bewegt hat, war, dass dann auch Menschen direkt auf mich zugesteuert sind, also nicht nur auf mich, auf andere auch. Hier, ich glaube, Daniel, du warst auch mal ständig im Beschlag, Joschi bestimmt auch, habe ich ja auch beobachtet. Also es geht nicht um meine Person. Nur das hat mich dann so berührt, den Hunger zu erleben, Jesus zu erfahren, und dann segnen zu dürfen. Die Liebe Gottes weitergeben zu dürfen.
Ein Bild: Ihr würdet vielleicht wissen, jemand kam dann zu mir und sagte: Ja, bitte, ich will mein Leben Jesus geben. Ja, dann dachte ich: Du, dann lass uns doch vielleicht ein bisschen abseits gehen, wo die Leute das nicht so mitbekommen. Dann bin ich so eine Treppe runter an die Seite, und wir haben uns da hingekniet. Er hat sich an meine Brust geschmissen und geweint, und ich wurde pitschnass von seinen Tränen. Und plötzlich schnall ich: Moment mal, über uns, das ist ja die ganze Familie, die können ja hier runter gucken. Okay, es war kein Problem, es war aber ein schönes Bild irgendwie.
Ihr glaubt gar nicht, wenn man dann so etwas erlebt, wie gut es einem tut, wenn man merkt: Mensch, ich konnte einer jungen Seele zu Christus helfen. Ich habe Segen geben können. Und wenn Jesus sagt: Kommt, lasst die Kinder zu mir kommen, wehrt sie nicht, lasst die Teenager kommen, lasst die Jugendlichen kommen, wehrt sie nicht ab, seid nicht barsch in welcher Form das immer ist. Manchmal können wir auch als Gemeinde barsch sein im Umgang, in der Art und Weise, wie wir auf junge Leute eingehen. Sondern wir wollen sie segnen, wollen für sie da sein. Wir sind aufgefordert, das zu tun.
Im Übrigen, was mir immer wieder auffällt in den vielen Jahren: Dass wir manchmal, ob wir wollen oder nicht, so große Vorbilder sind. Gut, Paulus sagt ja selber: Folgt meinem Beispiel. Aber ich glaube, die wenigsten von uns sagen: Hey, ich bin hier Andy, folgt meinem Beispiel, ich bin der große Hero, ich bin der Glaubensheld. Ich bin nicht so gestrickt, weiß nicht, wie ihr so drauf seid, ich bin da eher sehr zurückhaltend, ist noch nicht so. Aber Paulus hat es so gemacht.
Oftmals berührt mich das, wenn ich merke: Oha, die gucken ganz genau, wie du dich verhältst, wie du reagierst. Und so auch da: Hey, wenn du Jugendarbeit machst, du hast so eine wunderbare Aufgabe, eine Verantwortung, wo Menschen auf dich schauen, wo du prägen kannst, wo du etwas hineinlegen kannst in eine junge Generation, die es dann weitergeben wird, wo es sich dann multipliziert.
Und wie ich eingangs sagte: Es ist für mich so spannend, so aufregend, das zu sehen. Wow, die jungen Leute, die damals in der Archejugend waren und manche Kämpfe hatten, die wurden dann Väter und Mütter. Die haben jetzt wunderbare Ehen und Familien, und jetzt sind ihre Kinder hier in der Jugend und wachsen ebenso heran. Und es tut sich etwas Großes.
Ich kann euch da nur Mut machen, euch da auch längerfristig hineinzuinvestieren und nicht nur kurzfristig, und das mitzuerleben. Es ist der schönste Job der Welt, die schönste Berufung. Macht euch Mut.
Gemeinde für alle Generationen
Ein wichtiger Punkt, der natürlich auch nicht falsch verstanden werden soll, wenn ich hier so davon rede: Wir haben in unserer heutigen Zeit manchmal auch so einen Jugendwahn oder eine Vergötterung der jungen Generation. Auch das kommt vor.
Da haben sich bei mir einmal Senioren ausgeweint, wie man ihre ganzen alten Liederbücher verbrannt hat. Ich sage jetzt nicht, in welcher Gemeinde das gewesen ist, aber es ist hier im Norden Deutschlands vorgekommen. Da hat man übertrieben, da hat man die Senioren aus der Gemeinde rausgeekelt. Ja, nach dem Motto: Wenn es dir nicht passt, dann kannst du ja gehen, wir haben jetzt unseren Style, wir haben jetzt hier Takeover gemacht. So funktioniert Gemeinde Jesu nicht.
Es ist so: Wir sollen uns der jungen Generation annehmen, sie im Blick haben und alles für sie geben. Aber Gemeinde Jesu beinhaltet alle Generationen. Ich bin also kein Befürworter für Jugendkirchen oder irgend so etwas, sondern Gemeinde Jesu beinhaltet Singles, Familien, Alt und Jung. Alle gesellschaftlichen Schichten, alle Nationen. Wir haben hier in der Arche über 50 Nationen vertreten. Das ist Gemeinde Jesu. So wird es einmal im Himmel aussehen und nicht irgendwelche separierten Geschichten, da sind die punkigen Christen und da sind die etwas akademischen und da sind, was weiß ich. Es gibt das ja manchmal. Klar, manche Gemeinden finden sich dann so. Aber Gemeinde Jesu ist natürlich vielfältig und umfasst alle Generationen.
Jugendleiter sind keine Einzelkämpfer. Das ist mir auch ein wichtiger Punkt, weil ich immer wieder erleben durfte, dass Leute gedacht haben: Okay, jetzt bin ich hier der Jugendleiter, der Boss. Jetzt sage ich, wo es langgeht. Jetzt hängt alles an mir. Und dann macht er alles und bestimmt und macht klar, er delegiert auch schon, aber reißt das alles an sich. Es ist eigentlich genau wie in der Gemeinde auch, dass wir sehen: Da ist der Pastor, aber der hat auch eine Ältestenschaft um sich. Der hat auch Diakone. Dass man da auch schaut, dass man sich ein Leitungsteam zum Beispiel bildet.
Klar, wenn man eine Jugendarbeit frisch anfängt, weiß ich nicht, hat es ein paar Teenager um dich herum, da bist du erst mal alleine und dann beginnst du deinen Dienst. Das ist klar. Aber es ist gut, dann auch sehr schnell junge Leute mit zu fördern und mit hineinzunehmen, je nach ihrem Reifegrad, in welchen Dienst sie dann auch hineingehen können.
Ich bin sehr dankbar für mein Leitungsteam. Hier der Joschi gehört dazu. Es ist also so wichtig zu erleben, wie man auch Ergänzung erfährt, wie man dann gemeinsam diesen Dienst tun kann. Wir haben also ein Jugendteam hier in der Arche und haben dann auch verschiedene Aufgaben aufgeteilt oder auch verschiedene andere Dienste. Wir kommen da gleich noch darauf zu sprechen.
Auf jeden Fall ist es unabdingbar, dass sich auch eine Jugendarbeit auf viele Schultern verteilt und man die jungen Menschen einbezieht. So wichtig, um sie zu fördern, um ihre Gaben auch hervorbringen zu lassen und sie dann einfach auch einzusetzen. Es kann vielleicht zunächst einmal für Aufgaben in der Technik oder fürs Essen sein oder so, aber dann auch später, wie wir das bei uns auch haben, im Predigtdienst. Glaubt man ja nicht, dass ich jeden Jugendgottesdienst hier als Prediger da bin, sondern wir haben das gleichmäßig verteilt. Da habe ich ganz bewusst auch die Jungs aus dem Jugendteam oder auch andere. Ihr beide seid mit dabei. Es ist auch ein großer Segen, das zu erleben, mit der Vielfalt.
Auch der beste und coolste und begabteste Jugendleiter, der scheinbar alles kann, braucht Ergänzung und Unterstützung. So, schon im Vergleich Jugendteam und Ältestenschaft, klar, das hinkt ein bisschen, ist mir klar. Aber dass man das auch im Blick hat: Er braucht auf jeden Fall Unterstützung.
Wie man dafür auswählt, vielleicht ganz kurz: Eigentlich denke ich, ist uns das klar. Das müssen loyale Menschen sein, die für Jesus brennen. Ich habe in der Vergangenheit schon den Fehler gemacht und nach peppigen Leuten Ausschau gehalten, wo ich gedacht habe: Hey, die bringen den Laden mal so ein bisschen in Schwung. Aber dann doch nicht so geschaut habe: Mensch, geistlich hätten sie schon ein bisschen weiter sein sollen. Da denke ich, habe ich auch Fehler gemacht in der Vergangenheit. Sondern dass man schaut: Wo sind die Leute, die wirklich für Jesus brennen, die von Jesus schon eine Qualifikation haben? Und nicht nur irgendwie nach Alphatieren oder Allround-Talenten, den Machern, Ausschau hält, sondern da auch genau hinguckt.
Wir haben jetzt gerade im letzten Jahr einige Leute verloren, die wichtige Positionen hatten, und das ist auch so ein Bereich für die Jugendarbeit. Es gibt natürlich logischerweise eine Fluktuation, weil dann jemand irgendwo studiert oder dann heiraten sie und dann geht das Leben weiter. Aber ich erlebe auch: Manches Mal war ich dann nicht nur, dass ich gedacht habe, wenn die gehen, dann gehe ich auch, und ich blieb dann doch. Aber ich habe dann gedacht: Gott, wie soll das weitergehen, wenn der jetzt geht? Und war manchmal auch mutlos. Aber dann auch zu vertrauen: Gott, du schenkst neue Leute, du wirst diese Lücken schließen.
Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich da beschämt worden bin, auch jetzt gerade aktuell, wo ich dann auch schon dachte: Wow, jetzt verlassen uns so Säulen. Dann ist da so ein Leipzig-Projekt, wo dann einige, wo dann eine ganze Menge hingegangen sind. Oder dann ist hier jetzt ein ganz lieber, guter hingegangener Hannover, hier unser Johann, wo man denkt: Oh Mann, den könnte es natürlich auch gut gebrauchen. Aber Gott gibt nach, Gott segnet, wenn wir freisetzen und sagen: Komm, die Arbeit hat das nötiger, du hast so viele Leute. Es hat mich oft dann auch beschämt, wie Gott uns dann auch immer wieder neu beschenkt.
Wir haben übrigens für unser Jugendteam, falls das auch von Interesse ist, elf Leute drin: sieben Jungs und vier Mädels, sodass wir natürlich auch Jungs und Mädchen entsprechend seelsorgerlich betreuen können. Es geht sehr viel um Seelsorge, aber auch um Organisation der Jugendarbeit, um Planung, wobei das dann auch wiederum weitergegeben wird, sodass nicht nur dieses Jugendteam, diese elf Leute, die gesamte Arbeit machen, sondern dass man das auch entsprechend weitergibt an kleine Gruppen, die dann auch Projekte durchführen. Zum Beispiel ein kompletter Jugendhauskreis, das haben wir auch, kommen wir gleich noch zu, der etwas übernimmt und durchführt. Vielleicht ein Jugendsommerfest, eine Jugendweihnachtsfeier, irgendwie so etwas, dass man das dann auch an andere Kräfte weitergibt und nicht nur das Jugendteam alles machen muss.
Struktur, Teams und geistliche Tiefe
Wenn ich schon dabei bin, wir haben in der Arche Jugend einfach, dass ihr so ein paar Zahlen mal hört, um auch einen Eindruck zu haben: Wir haben zehn Jugendhauskreise. Davon haben wir zwei reine Jungskreise, zwei Mädchenkreise und sechs gemischte Kreise.
Das hat sich übrigens auch über die Zeit bewährt, so dass du ein bisschen gucken kannst, was der betreffende junge Mensch braucht. Wenn er sagt: Mensch, ich brauche noch viel Betreuung und ich habe viele Baustellen, dann steckt er vielleicht eher in einer Jungsgruppe als in einem gemischten Kreis. Die Jungs untereinander, die Männer untereinander – wie heißt das in der Bibel? In den Sprüchen: Eisen schärft Eisen. Das ist also oft als Segen zu erleben. Oder die Mädels untereinander. Aber natürlich auch die gemischten Hauskreise. Jeder hat so seinen Platz, und es ist eine gute Sache, das so gemeinsam zu erleben.
In unserem Jugendteam treffen wir uns 14-tägig. Und es ist eigentlich nicht nur so eine Sache, wo wir dann so dienstlich zusammenhängen, sondern ich freue mich auch über Freundschaft über viele Jahre. Gell, Yoshi, wir hängen schon ewig zusammen. Also es ist eigentlich auch schön zu erleben, dass man auch Freundschaft hat. Oder Jüngerschaft: Im Leben mit Jesus dient, hilft.
Wir hatten gerade vor gar nicht langer Zeit eine Klettertour zusammen. Die Preacher aus der Arche sind dann mal in die Berge gegangen zum Klettern, und dabei Gemeinschaft und Freundschaft zu haben. Also solche Sachen sind auch ganz wichtig, nicht nur jetzt so dienstlich auszutauschen, sondern auch so Freundschaft zu haben.
Stichwort Coaching, Mentoring, dass man das auch runterbricht, auch in die Jugend. Auch das schauen wir, wenn zum Beispiel Teenager neu kommen in unsere Jugend, dass wir ihnen dann Leute an die Hand geben, die dann so ein bisschen Patenschaft übernehmen, um mal so etwas hineinzubringen hier.
Oft wurde ja auch gefragt: Ja, wie kommunizierst du eigentlich mit so vielen Leuten? Ich habe vorhin gesagt, da sind insgesamt 230 Jugendliche auf der Jugendliste. Das ist für viele schon die größere Gemeinde, so wo man sagt: Mann, wie geht das alles? Ja, es ist eigentlich wichtig, auch da eine Struktur zu haben, wie in einer entsprechend größeren Gemeinde.
Jetzt habe ich die Hauskreise erwähnt, zehn Jugendhauskreise oder eben auch die verschiedenen Dienstbereiche, wie sie auch in der Gemeinde sind. So zu schauen, dass auch alle versorgt sind. Sonst ist das, was du vorne aufbaust, hinten wieder runterfällt, wenn keine Betreuung da ist oder wenn Leute nicht integriert werden. Also Seelsorge ist unabdingbar, auch durch die Hauskreisleiter oder anderen Gruppenleiter, dass die da also für die jüngere Mannschaft da sind.
Ja, wir haben ja diese, ah ja, das ist auch noch ein guter Punkt. Wurde auch gefragt: Wie kommst du? Was ich einmal die Woche mache, ist eine E-Mail schreiben. Ich weiß zwar nicht, es gibt manche, die sagen: Ach, Andi wieder. Aber ich kriege auch schon mit, dass sie auch das vermissen. Mensch, wann kommt das mit den neuesten Infos?
Also so wie so ein kleiner Hirtenbrief einmal pro Woche, dass man sagt, was wichtig ist, worauf es ankommt, um auch so in Kontakt zu sein mit allen, um auch dort auch etwas weiterzugeben und wichtige Informationen weiterzubringen.
Und natürlich läuft auch heutzutage sehr viel, auch seelsorgerlich natürlich das Gespräch vier Augen, ganz klar, aber auch WhatsApp, E-Mail. Aber das denke ich, macht ihr auch, kennt ihr auch, dass man da ganz eng beieinander ist.
Wenn wir Jesus sehen, der hat mit seinen zwölf Jüngern auch ganz enge Gemeinschaft gehabt. Er ist unser Vorbild. Er ist der, der uns natürlich das vorgemacht hat, wie es geht. Er hat sie Anteil haben lassen an seinem Leben, an all dem, was er dort gewirkt hat. Sie haben lernen können. So wollen wir natürlich auch Jüngerschaft betreiben und Anschauungsunterricht der nachfolgenden Generationen geben, beziehungsweise anderen Mitarbeitern, die um uns herum sind.
Inhalte, Formate und die Frage nach der Tiefe
Ich habe hier an dieser Stelle einmal aufgeführt, wie bei uns ein Jugendprogramm aussieht, damit ihr einfach einen Eindruck davon bekommt, wie viel Party gemacht wird und wie viel auch geistlich gearbeitet wird.
Wir haben jetzt natürlich die Konferenz. Und dann fangen wir eine neue Reihe an und gehen den Römerbrief durch. Das ist auch so ein Stichwort, bei dem dann Leute sagen: Wie, du gehst mit der Jugendgruppe den Römerbrief durch? Okay, und was machst du da? Na ja, genauso wie das im Hauptgottesdienst in der Arche gemacht wird. Wie, bist du verrückt? Die schalten ab, du überforderst die.
Das sind so Fragen, vielleicht auch eure Fragen. Die haben gesagt: Na ja, die schlafen doch ein oder irgendwie. Oder wir müssen das nur ganz ein bisschen machen, wie vorhin schon mal gesagt: eine kleine Andacht, das reicht. Ansonsten haben wir dann unser Kickerturnier und Tischtennis und machen eine Schnitzeljagd. Das hat auch so seinen Platz hier und da.
Wobei ich jetzt natürlich bei Jugendarbeit auch vielleicht eine Altersgruppe im Blick habe, die nicht nur junge Teenager sind, sondern es geht dann um die Arbeit, die vom Staat übrigens gefordert, gefördert wird. Das geht von Kindern schon an, aber bis 27 Jahren wird das gefördert. Und manche kommen überhaupt nicht auf die Idee zu sagen: Mit 27 ist man noch Jugend? Moment, da stimmt doch was nicht. Mit 27 ist man vielleicht im jungen Erwachsenenkreis oder so. Ich vermute, ich habe es irgendwann später.
Aber das ist für uns eine Riesensache gewesen, über all die Jahre, in denen ich hier als Jugendpastor dienen darf, dass wir 14-, vielleicht aber 15-Jährige da haben und Ende-20-Jährige in einer Gruppe. Ihr glaubt nicht, was das für ein Segen ist, Robinik. Das war für mich auch bei der letzten Jugendfreizeit ganz heiß.
Es ist immer so eine figgelinsche Sache, die Zimmer einzuteilen. Da hängt eine ganze Menge dran, übrigens für eine Freizeit: Die Zimmer müssen passen. Früher habe ich das so gemacht: kaputt aus dem Bus gestiegen, 40 Grad, ja, und jetzt? Ja, wer geht denn da? Hey, kannst dir die Kugel geben, du kannst ja die nächste Palme anhängen. Das geht nicht, du musst das vorher alles gut und genau geplant haben. Aber das wollte ich nicht erzählen.
Ich fand das so genial, dass unser 30-jähriger Cheftechniker mit dem, oh Mann, wie ist er, 18 ungefähr, 17 sogar, nein, ich habe gedacht, du gehst dann mit den Älteren. Also ich gucke schon, dass natürlich auch in dieser Jugendgruppe, in den Hauskreisen oder wir gemeinsam, dass es schon stimmig ist: jüngere Jugendliche, ältere Jugendliche, dass das da schon berücksichtigt wird. Aber glaubt man ja nicht, dass nur die Älteren und die Jüngeren abhängen, sondern dass da auch ein Miteinander ist. Und das fand ich halt toll, das jetzt zu erleben.
Der Dreißigjährige hat gesagt: Nein, ich will unbedingt mit ihm ein Zimmer. Okay, gut. Und dann war halt der Ältere mit dem Jüngeren, und die beiden harmonieren sehr gut, haben ganz große Freundschaft. Das gilt für eine ganze Menge, die das so auch erleben in der Jugend.
Aber natürlich haben auch die Jüngeren ihren Platz für sich und sind zusammen, und auch die Älteren. Aber da kann ich Mut zu machen, weil ich erlebe, dass so etwas kaum gemacht wird, sondern dass man immer wieder separiert: Okay, Jugendarbeit heißt von 15 bis 18 oder irgendwie so etwas, und dann ist es die junge Erwachsenenarbeit, junger Erwachsenenkreis, und das sind dann zwei verschiedene Gruppen. Das ist natürlich oft mehr Arbeit: zwei Freizeiten, alles musst du doppelt machen.
Aber nicht, weil ich hier faul sein möchte, um Synergieeffekte zu schaffen, sondern es funktioniert. Ich will es nicht missen, und ich will es nicht anders machen. Für uns ist es ein riesengroßer Segen gewesen, über all die Jahre die Jüngeren und die Älteren zusammen zu haben. Die Jüngeren geben den Älteren mal ein bisschen Pepp, Frische, und die Älteren prägen. Das sind die Vorbilder für die Jüngeren, so wie man es auch manchmal in Großfamilien hat: Die älteren Kinder sorgen dafür, dass die Kleineren zurechtkommen, und so.
Also ich kann da nur sehr Mut machen, die Jugendarbeit breiter aufgestellt zu haben, als so zu separieren und so kleine Grüppchen zu haben.
Zurück noch mal zum Römerbrief: Wir gehen tatsächlich in unseren Predigt rein, wir machen Predigt rein, haben auch mal so Themen, auch über Sexualität oder die Liebe Christi. Solche Themen gibt es auch. Aber in der Regel gehen wir Bücher durch, Auslegungspredigten haben wir dann, wie es auch im Hauptgottesdienst ist.
Und jetzt beim Römerbrief: Dann habe ich hier so ein Thema. Joshi, du fängst übrigens an, sehe ich hier. So ist das. Was will Paulus in Rom? Geht das los? Hast du schon angefangen, dich vorzubereiten? Ja. Gut. Römer 1,1-15 hat er. Dann kommt Leon: Der Glaube allein rettet, Römer 1,16-17. Dann haben wir eine Worship Night mit Joelle und Eleonore, die dabei auch von ihrem Auslandsjahr berichten wird. Dann haben wir eine Leitneid, also übrigens unser Jugendgottesdienst heißt Leitneid, mit Andi: Gottesgerechter Zorn, oh, siehst du, Römer 1,18-32. Und so gehen wir tatsächlich abschnittsweise, eigentlich Vers für Vers, auch den Römerbrief durch.
Wo andere den Kopf schütteln und sagen: Was machst du? Eigentlich schläft hier keiner ein. Und wir müssen uns auch befleißigen, immer mal wieder kürzer zu werden. Das ist schon mitunter so, wenn wir dann sagen, wir wollen eher Richtung halbe Stunde, aber wir sind bei 45 Minuten und gehen dann oft eher später. Da muss man schon gucken, jetzt nicht einfach sagen, wir ziehen das gnadenlos durch und hauen jetzt hier raus: Ja, das ist eine bibeltreue Jugendgruppe. Aber dennoch erlebe ich über die Jahre, dass die Jugendlichen sich freuen, am Wort Gottes eng dran zu sein, das zu erleben, in die Tiefe gebracht zu werden und auch solche Bibelarbeiten oder Auslegungspredigten zu erleben, wie das auch die Erwachsenen im Hauptgottesdienst haben.
Dann haben wir hier eine Ladies Night, einen Gens Club. Das ist bei uns dann auch noch mal so eine Veranstaltung im Quartal oder halbjährlich, wo dann nur die Mädels zusammenkommen, nur die Jungs, die unter sich dann auch etwas machen. Dann haben wir hier auch in diesem Quartal einen Amateurabend. Das ist so ein Kreativabend, ein Talentwettbewerb, um auch so ein bisschen die Gaben zu fördern, wo aber auch viele andere Gemeinden kommen, um auch da Kontakte zu anderen Jugendgruppen, anderen Gemeinden zu haben. Jugendweihnachtsfeier und zum Schluss eine Silvesterfreizeit mit dem Thema Powered by the Holy Spirit.
Okay, das kam auch gerade mal wieder hoch, so die Thematik: Wie ist das so mit dem Heiligen Geist und Dreieinigkeit und mit Gaben, Geistesgaben und all diesen Fragen? Da wollen wir uns dann auch stellen und mal wieder ein bisschen tiefer besprechen.
Okay, ich höre immer wieder: Die Jugendlichen dürfen nicht überfordert werden, und sie wollen doch bestimmt eher das Low Level haben und freuen sich dann mehr über Ausflüge oder irgendetwas. Gut, mit 230 Leuten oder 100 Leuten ist das schwierig, so etwas zu machen. Mit einer kleineren Gruppe machst du auch andere Aktionen.
Ein offener Brief als Korrektiv
Ich habe euch mal einen Brief hier mitgebracht, der im Crossway Verlag in den USA vor Kurzem erschienen ist. Eine Jugendliche hat sich darin mit einem offenen Brief an Pastoren gewandt, um etwas loszuwerden. Ich habe ihn so übersetzt, ein wenig gekürzt, und springe vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle aus Zeitgründen.
Liebe Pastoren,
sie bedankt sich zunächst für euer Engagement und dafür, dass ihr euch einbringt. Dann sagt sie: Als Teenager brauchen wir die Kirche, insbesondere brauchen wir die örtliche Gemeinde. Die Beziehung, das Predigen, die Lehre und die Ermahnung sind für uns genauso wichtig wie für jeden anderen Gläubigen.
Ich weiß, manchmal scheinen wir eine herausfordernde Altersgruppe zu sein, aber wir sind Christusnachfolger, genau wie ihr. Wir haben viele der gleichen Kämpfe wie ihr.
Und dann sagt sie: Hier sind ein paar Dinge, die ihr über eure Jugendlichen in der Kirche wissen solltet.
Teenagerjahre sind die Zeit, in der man sich mit dem auseinandersetzt, woran man glaubt. Man ringt mit Zweifeln und stellt tiefe Fragen über sich selbst, über Gott und über die Welt. Die einfachen Antworten, die uns in ganz jungen Jahren gereicht haben, reichen jetzt nicht mehr aus.
Wir brauchen solide Theologie, hört mal, wir brauchen solide Theologie! Fundierte Lehre, eine Lehre, die echte Schwierigkeiten anerkennt und biblische Antworten darauf gibt. Wir brauchen eine Verteidigung unseres Glaubens, die sowohl das Herz als auch den Verstand einbezieht. Und wir müssen wissen, dass es nicht nur in Ordnung ist, diese Fragen zu stellen, sondern dass sie uns auch helfen können, einen tieferen Glauben zu entwickeln.
In der heutigen Kultur ist vielleicht die größte Frage die der Sexualität. Zu oft lautet die einzige Antwort: Vor der Heirat soll man keinen Sex haben. Punkt. Basta. Obwohl das wahr ist, kann diese Ermahnung für sich genommen entweder zu Gesetzlichkeit verdreht oder einfach ignoriert werden.
Wir brauchen nicht nur eine negative, sondern auch eine positive Ermahnung. Lehrt uns die Schönheit von Gottes Design für unsere Sexualität. Erklärt uns, wie die Ehe die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde widerspiegelt. Und lehrt uns, für Christus zu leben und ihn zu ehren, ob verheiratet oder alleinstehend.
Er kennt auch unsere Zerbrochenheit an. Es besteht nämlich die Möglichkeit, dass viele der Teenager in der Gemeinde mit gleichgeschlechtlicher Anziehungskraft zu kämpfen haben oder mit anderen Störungen. Ich will es nicht zu lange machen; sie schreibt noch eine ganze Reihe weiterer Dinge. Auch mit Depressionen haben viele zu kämpfen, mit vielen seelischen Schwierigkeiten. Das darf man nicht einfach abtun, sondern muss sich seelsorgerlich darum kümmern.
Es ist schwer, heute ein Teenager zu sein. Wir kämpfen gegen unzählige Versuchungen, sowohl unseres eigenen Fleisches als auch einer Welt, die uns rund um die Uhr über unsere Screens quält. Wir müssen immer wieder das Evangelium hören. Wir müssen an Gottes unveränderliche Gebote sowie an seine unerschütterliche Güte erinnert werden. Wir müssen lernen, dass wir Gottes Gunst nicht verdienen müssen, sondern dass die unverdiente Gnade des Evangeliums es uns ermöglicht, unserem Vater zu gehorchen.
Lehrt uns das Wort! Ihr müsst es uns nicht einfacher oder ansprechender machen. Gebt uns die gleiche Wahrheit, die seit Generationen gelehrt wird, die wunderbar einfache, wunderbar komplexe Wahrheit, die die Welt verändert hat. Wir brauchen Gottes Wort.
Und dann schreibt sie noch: Okay, ich weiß, wenn wir da so zuhören, wir sind nicht perfekt, wir gucken manchmal auf unsere Handys, aber sei getrost, Pastor, wir hören auch zu.
Also ja, und irgendwo war das auch noch: Ach so, bitte habt nicht das Gefühl, dass ihr uns ständig unterhalten müsst. Sicher, wir genießen die Spiele und die Pizza, aber deshalb kommen wir nicht. Wir kommen für das Wichtige. Wir kommen, um die Wahrheit zu hören.
Und das hat mich auch wachgerüttelt. Ich meine, gut, wir machen das jetzt hier nicht so, weil ich auch die Arbeiten hier und da im Land kenne, wo man tatsächlich meint, Jugendarbeit aufbauen zu müssen, indem man nur noch spielt und Party macht. Wo man sagt: Ich will die Leute nicht überfordern. Wir haben so einen tollen Lobpreis, wir haben so eine tolle Band, und klar, da werden auch gute Texte transportiert. Aber der Jugendgottesdienst besteht dann eigentlich nur noch aus einer frommen Disco.
Versteht mich nicht falsch, ich bin auch gerne im Lobpreis. Ich liebe es auch, unseren Herrn zu preisen. Aber dass da plötzlich die Hauptsache zur Nebensache wird, dass man nicht mehr das Evangelium im Zentrum hat, nicht mehr die Predigt, sondern mehr die Emotion, man geht ab und denkt dann, das ist so das Ding, was die junge Generation braucht. Und es stimmt, man kann damit auch viele Leute mitziehen. Worship Night und noch mal sowas, okay, ihr habt davon vorgelesen, wir machen dann auch mal sowas.
Aber dass man Jugendarbeit nur so aufbaut, das kann es nicht sein. Dieser offene Brief von dieser jungen Schwester hat auch zu mir gesprochen, und ich hoffe auch zu euch, dass sie eine Sehnsucht haben nach dem Wort Gottes, nach der Wahrheit, um Antworten für ihr Leben zu bekommen und um fit zu werden, selbst in einer rauen Welt bestehen zu können.
Was bieten wir ihnen? Sind wir da, um diesen Hunger zu stillen und diese Defizite abzustellen? Wir sollen Jugendliche ernst nehmen und sie wirklich in unsere Gemeinden integrieren, nicht nur irgendwo vielleicht beschäftigen, wie das bei ihr so ein bisschen durchklang mit Pizza und so und alles low level, sondern eine breit aufgestellte Jugendarbeit zu haben. Davon habe ich schon gesprochen. Für sie da zu sein. Jugendarbeit ist kein Kurzstreckenlauf, habe ich mir aufgeschrieben, sondern ein Marathonlauf. Genau genommen auch ein Staffellauf mit jeder Menge Hindernissen.
Ja, also dranbleiben, nicht müde werden, nicht denken: Okay, jetzt habe ich das schon geschafft, und jetzt laufen sie von alleine. Sondern wirklich immer alles geben und für sie da zu sein.
Die Förderung und Entdeckung der Gaben des Einzelnen ist ein ganz wichtiger Punkt. Oder warte mal, ganz kurz vielleicht auch noch das: dass man den Eindruck hat, die Archijugend ist jetzt hier so eine Bibelschule oder sowas. Natürlich haben wir auch unser Jugendcafé da unten, und da gibt es auch einen Billardtisch, da gibt es auch Kicker, und da gibt es auch Zeit zum Abhängen. Das machen wir auch.
Also wir haben dann hier oben: Der Jugendgottesdienst geht um 19 Uhr los und ungefähr bis kurz vor 21 Uhr, round about. Und dann geht man runter ins Jugendcafé und hat dort auch Zeiten, um abzuhängen, um Klönschnack zu halten, wie man hier im Norden sagt, und auch zu spielen, einfach locker sich das gutgehen zu lassen. Auch die Zeiten müssen natürlich sein.
Mitarbeit, Leitbild und geistliche Ausrichtung
Was ein wichtiger Punkt auch ist, aber ich habe es eigentlich auch schon erwähnt, ist, dass man die ganzen Jugendlichen, die einem anvertraut sind, auch integriert bekommt. Dass man schaut: Ich habe mal hier so ein Organigramm mitgebracht. Das ist tatsächlich so wie in einer Gemeinde, wo man die Jugendhauskreise hat, Musikteams, Kreativbereich. Wir haben auch ein Missionsteam. Wir gehen in regelmäßigen Abständen auf die Straße, hier nach Hamburg-Altona. Da ist Daniel Rosenberg übrigens einer der Leiter. Zu zweit macht ihr das nach wie vor.
Wir haben ein Begrüßungsteam, das nennt sich Welcome Home, ein Medienteam, das sich um Social Media kümmert, aber auch um Werbung und so etwas. Wir haben sechs verschiedene Küchenteams, ein Cocktailteam, ein Dekoteam, Finanzen, Volleyball, Fußball. Ja, also wir haben verschiedene Teams, um die Leute dort zu integrieren, sodass jeder auch seinen Bereich findet, wo er sich einbringen kann.
Was ist für die Jugendarbeit wichtig? Ich weiß nicht, kennt ihr Doug Fields? Das ist Jugendpastor von Saddleback oder gewesen. Ist er noch da? Ich weiß gar nicht. Ich habe sein Buch übrigens gelesen. Es war interessant. Ich habe immer so ein Déjà-vu gehabt, aber ich habe gesagt: Ja, genau so hast du es auch erlebt, genau so hast du es auch erlebt. Du musst dir mal den Namen merken: Doug Fields von Saddleback.
Was ist für Jugendarbeit wichtig? Ich habe eingangs gesagt, wir brauchen christuszentrierte Jugendarbeiten, um den Jugendlichen heutzutage Antworten zu geben, das Evangelium zu geben. Immer wieder sind fünf Kernpunkte wichtig. Das ist Jüngerschaft, das ist Anbetung, das ist Evangelisation, Gemeinschaft und Dienst. Da könnte man jetzt separat über jeden Bereich sprechen. Also, so ein Thema hier über Jugendarbeit zu sprechen, ich wusste gar nicht, wo fängst du an, wo hörst du auf. Also, ich haue hier im Markt schon ein bisschen hier, ein bisschen da was raus.
Wir haben uns dann halt so Gedanken gemacht, wie können wir diese fünf Säulen auch in Worte kleiden. Da wird zum Beispiel vorgeschlagen: Oh ja, gerne. Eine Frage? Ja, das war jetzt ganz schnell. Alles ist sowieso sehr schnell hier. Jüngerschaft, Anbetung, Evangelisation, Gemeinschaft und Dienst, das ist das, was man häufiger finden wird, auch von anderen Jugendarbeiten, die das so herausstellen, diese fünf Kernpunkte, auch für Gemeindearbeit sicherlich.
Wir haben dann mal angefangen, was auch manchmal so vorgestellt wird: Nimm doch mal irgendwie den Namen deiner Arbeit. Unser Café da unten heißt zum Beispiel Leithaus. Ist übrigens durch eine Vision entstanden, die wir hatten, dass Gott aus der Dunkelheit viele junge Leute führen wird. Das war noch eine Zeit, wo wir, was hatten wir, vierzig Leute oder so. Da hatten wir so die Idee: Mensch, Gott, es wäre doch toll, wenn wir so ein Leuchtturm sein könnten. Das Licht zieht, die Menschen kommen ins Licht. Und es ist schön, das zu erleben, wie sich das mehr und mehr so gestaltet.
Da haben wir gesagt: Für jeden Buchstaben von Lighthouse nehmen wir eine Aktion oder etwas, was uns wichtig ist. Ich kann euch auch geben, ich habe ein paar Skripts, ich habe jetzt nicht für alle was dabei, aber wegen Mitschreiben hier: L für Lob, Preis, Gebet, I für intensive Gemeinschaft, jetzt so Leithaus, G Gaben entdecken und fördern, H helfen und dienen, T Theater und Kreativarbeit, H Hauskreise und Aktivgruppen, O offen für andere sein, U Unternehmung, Freizeiten, S Stabilität im Glauben, E Evangelisation, Mission. Ist es mal eine Möglichkeit, gemeinsam mit der Gruppe sich so mal verschiedenen Dingen zu nähern, die einem wichtig sind, um das umzusetzen, um das jungen Leuten nahezubringen?
Oder wir haben das Ganze dann in einen Leitsatz gegossen, ein paar Jahre später. Also, ich lasse euch da tatsächlich hier so ein bisschen an der Entwicklung der Archejugend teilhaben. Dann haben wir gesagt: Wir schreiben das ein bisschen um. Da haben wir gesagt: Als Archejugend wollen wir täglich nach dem Maßstab der Bibel leben, die persönliche Beziehung zu Jesus vertiefen und ihn mit unserem Leben ehren. Wir möchten Jugendlichen den Weg zu Jesus zeigen und sie dort abholen, wo sie stehen, während wir echte Freundschaften leben und Jesus in Einheit und mit Hingabe dienen.
Klar, wenn man den einfach mal so losballert, bringt das nichts. Aber zu sagen: Komm, wir drucken so Kärtchen, nehmt euch das mit, hängt euch das irgendwo hin und lasst uns daran auch wirklich vorangehen. Da haben wir jetzt gerade einen neuen Start gemacht. In diesem Jahr haben wir auch so ein Teamwochenende, das machen wir auch am Anfang des Jahres immer. Das gesamte Jugendleitungsteam kommt zusammen, nimmt sich Zeit, um über die Jugendarbeit nachzudenken, und da haben wir uns vier Leitsätze neu schenken lassen.
Was ist uns für die Arche-Jugend wichtig? Unter dem Logo See for you oder man könnte auch sagen Christus für dich. Erster Leitsatz: Christus erleben, zweiter: Christus nachfolgen, Christus anbeten, Christus weitergeben. Vorhin habe ich von fünf gesprochen, jetzt sind es hier nur vier Leitsätze, aber so, um euch etwas deutlich zu machen, wie wir uns auch Visionen schenken lassen oder auch Werte schenken lassen, die uns wichtig sind, um sie zu verfolgen, um dort auch an die junge Mannschaft heranzugehen, um sie damit zu prägen und ihnen das sehr nahe zu bringen.
Diese vier, Christus erleben, Johannes 3,16, 2. Timotheus 3,16, wir haben das immer entsprechend mit Bibelstellen garniert und haben das auch so der jungen Mannschaft nahegebracht. Also Christus erleben, einmal ihn persönlich erleben heißt es, dass wir von neuem geboren werden. 2. Timotheus 3,16 ist die Stelle, im Wort natürlich ihn erleben. Das zweite: Christus nachfolgen, Lukas 9,23, Kreuz auf sich nehmen ist das die Stelle, Johannes 12,26 die andere Stelle. Christus anbeten, der nächste Leitsatz im Lobpreis, Anbetung haben wir auch so Bibelstellen. So kann ich auch sagen: Johannes 4,24 in Geist und Wahrheit anbeten und Psalm 103, Vers 2, das hatten wir als Bibelstellen da gegeben. Und Christus weitergeben, Matthäus 5,13-16, Salz, Licht sein. Und natürlich der Missionsbefehl 28,19-20.
Wir haben da zum Beispiel solche Kärtchen gedruckt, und da steht das alles noch mal so drauf. Und das gibt man dann entsprechend weiter und findet ihr vielleicht auch Webseite oder so, um auch so etwas entsprechend in die Gruppe reinzubringen. Oder hier habe ich mal so einen Flyer mitgebracht, unser Jugendgottesdienst Light Night, dass man da auch so ein bisschen Materialien entsprechend hat.
Gottesdienst, Lobpreis und Auslegung
Wie laufen die Jugendgottesdienste ab? Wir haben schon davon gesprochen, dass wir durch einzelne Bibelbücher durchgehen.
19.00 Uhr: Das Welcome-Home-Team steht bereit an der Tür und begrüßt die Besucher. Dann steht die Predigt im Mittelpunkt des Jugendgottesdienstes. Es geht uns nicht um Party und Happening, wie sich das manche Jugendkirchen auf ihre Fahnen geschrieben haben, sondern darum, Gott in seinem Wort zu begegnen.
Aber Lobpreis ist schon auch wichtig. Ich weiß nicht, welchen Hintergrund ihr habt, aber es gibt natürlich Gemeinden, die sagen: Nein, wir haben mit manchen Musikinstrumenten unsere Schwierigkeiten oder so. Ich plädiere für einen frischen Lobpreis. Wir leben im 21. Jahrhundert und nicht dafür, dass man in seiner Jugendgruppe meint, man müsse jetzt Lieder von vor 400 Jahren singen, weil die vielleicht besonders gesalbt und gesegnet sind.
Auch die Liederschreiber aus der heutigen Zeit haben den Heiligen Geist, und das ist super gut und schön. Lasst uns die Bandbreite haben und frisch, fröhlich und dynamisch Lobpreis machen. Gut, wir können da gerne auch später noch ins Gespräch kommen. Ich weiß, dass manch einer das anders sieht, aber wir wollen einen lebendigen, einen dynamischen Lobpreis haben, musikalisch schon auch anspruchsvoll, aber mit christuszentrierten Texten. Das ist uns also absolut wichtig.
Ja, ja, es ist ähnlich, nur halt etwas lauter, etwas schriller vielleicht und mehr auf Englisch. Das stimmt, wir singen mehr englische Songs und wir haben auch mehr eigene Lieder, die Jugendliche selber schreiben. Aber der Hauptpunkt bleibt: Christuszentriert, evangeliumszentriert, nicht irgendwie das, was dann manchmal negativ gesagt wird von der Lobpreisbewegung, dass da kein Inhalt rüberkommt oder es nur um den Rhythmus geht oder so etwas.
Mir ist es ganz wichtig, auch zu betonen: Der Lobpreis ist schon ein wichtiger Punkt, auch für junge Menschen, um sich vor Gott auszudrücken, um ihm zuzusingen und auch die Texte zu verinnerlichen, damit sie sie im Alltag immer wieder für sich haben. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, da könnte man lange darüber sprechen.
Auslegungspredigten: Ich habe hier, darüber könnte ich auch eine Menge sprechen. Auslegende Predigten bringen einem die ganze Bibel näher. Auslegende Predigten stellen sicher, dass selten betrachtete Stellen der Bibel bearbeitet werden. Auslegende Predigten bewahren den Prediger davor, unbeabsichtigt die Art und Weise zu bestimmen, wie die Zuhörer die Bibel lesen sollen. Auslegende Predigt ist die einzige Predigtmethode, die einer Jugendgruppe die ganze Palette der Interessen und Anliegen der Heiligen Schrift darlegt. Auslegende Predigt bietet Abwechslung und erhält das Interesse der Jugendlichen. Auslegende Predigt hilft vorauszudenken und vorzubereiten.
Das habe ich jetzt einfach so mal rausgehauen. Ich habe ein paar Skripte da. Ich denke, es wird auch aufgenommen. Aber ich lade auch ein, darüber nachzudenken, nicht nur Themenpredigten zu machen, sondern bewusst auch mal durch die Bibel, durch ein Buch, mit den Jugendlichen durchzupredigen, in die Tiefe zu gehen und dort entsprechend Dinge hervorzuholen.
Wir sind eine reformierte Kirche. Die reformierten Wahrheiten liegen uns auch sehr am Herzen und wären auch entsprechend an die junge Generation weiterzugeben. Das ist uns auch ein ganz wichtiger Punkt.
Heiligkeit, Klarheit und der Kampf um Integrität
Und dann, das ist mir auch sehr, sehr wichtig, was jetzt noch kommt. Ich habe immer wieder erleben dürfen, aber auch erleben müssen, dass junge Leute von uns gegangen sind. Sie haben gesagt: Ihr als Arche Jugend, ihr seid gesetzlich, wir gehen lieber in die Gemeinde X oder Y, die sehen das entspannter. Und dann sind sie von uns gegangen.
Der Hintergrund war, dass sie in moralischen Fragen sehr locker waren, bis hin dazu, dass dann jemand mit jemandem zusammengelebt hat, der gar kein Christ ist. Oder dass überhaupt schon vor der Ehe zusammengelebt wurde. Also solche Fragen.
Ich wundere mich manchmal, wie der Zeitgeist schon Einzug gehalten hat, auch in den Freikirchen. Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber ich dachte, dass mir dieses Thema heute noch einmal ganz wichtig ist: wachsende Jugendarbeit, das Evangelium den Leuten bringen, eine gute Struktur haben, nah dran zu sein, Hirte zu sein, alles für sie zu geben, Herzblut, Leidenschaft.
Aber ihr glaubt gar nicht, wie wichtig es auch ist, zu schauen, dass wir als gemeinsame Jugend Jesus Ehre machen, dass wir rein und heilig leben, dass wir das Wort nicht mit Füßen treten. Sonst ist das alles Blabla, dann kannst du es echt vergessen.
Das ist mir wirklich eine große Not, weil ich es en masse erlebe. Ich könnte euch jetzt fast eine Predigt hier halten, zum Thema Partnerschaft auch, wo sich Leute ohne Probleme einen ungläubigen Partner nehmen. Geht dagegen vor, predigt dagegen, macht den Leuten deutlich, da ist 2. Korinther 6, zieht nicht am fremden Joch, was haben Licht und Finsternis miteinander zu schaffen, als Beispiel. Oder 1. Korinther 6, ihr seid ein Tempel des Heiligen Geistes. Gut, da geht es dann nicht nur um einen ungläubigen Partner, sondern auch um vorehelichen Sex oder solche Sachen. Sprecht die Sachen deutlich an.
Sonst habt ihr ein wenig Sauerteig, der alles kaputt macht, der alles zerstört. Ich bin echt schockiert teilweise, wie Leute meinen, missionarisch total aktiv zu sein und überall richtig fit zu sein, aber in der Heiligung ist es ein Saustall, entschuldigt dieses deutliche Wort. Das erschüttert mich, und es kann nicht angehen, dass die Gemeinde Jesu sich so auf den Zeitgeist einlässt, wie es bisweilen auch in den Freikirchen mittlerweile mehr und mehr passiert.
Deswegen, Leute, helft, dass in euren Gruppen darauf geachtet wird, dass straight gepredigt wird, dass man das noch nicht durchgehen lässt, dass man das Gespräch sucht, Seelsorge betreibt und man notfalls auch Leute, und wir haben das auch bei uns in der Jugend, dass man sagt: Du, dann haben wir hier keinen Platz mehr für dich. Wenn Leute partout nicht wollen.
Wir haben eine offene Jugendarbeit, in Jugendgarten ist jeder eingeladen. Aber in unseren Jugendhauskreisen zum Beispiel wollen wir schon, dass es auch Menschen sind, die wirklich mit Christus leben und auch ernst machen. Und es kann nicht sein, dass dann Leute sich darunter bewegen, die einfach meinen: Ach, ist doch alles egal, ich lebe einfach mein Leben, und ich lasse mich vom Geist leiten. Solche Sprüche kennt ihr bestimmt auch. Das dreht mir manchmal den Magen um, wenn ich diese Dinge höre, was sie unter Geistleitung verstehen, und dann der Sünde frönen.
Also Leute, sprecht die Sünde klar an, bekämpft sie bis aufs Blut. Die Bibel ist doch voll davon. Paulus ermahnt doch ständig: lebt im Geist und macht und tut. Und heutzutage ist plötzlich alles: Macht, wie ihr wollt, wir dürfen nicht hineinsprechen, jeder muss seinen eigenen Glauben leben.
Also ist es etwas, was mir sehr, sehr viel Not bereitet, auch gerade, wenn ich erlebe, wie viele Jugendliche vom Glauben wegkommen. Die waren mal so brennend dabei, und dann lernen sie einen ungläubigen Partner kennen, und es geht steil bergab. Und so viele, wo ich selber mein Herz gut reingegeben habe. Und du siehst, wie es wieder gelungen ist, dem Feind jemanden abzuschießen oder abzuhalten oder so.
Deswegen ist mir rein und heilig leben und dieses ganze Thema wirklich zu verfolgen, und nicht nur irgendwie so mal am Rand anzusprechen, ein ganz, ganz wichtiger Punkt.
Freizeit, Praxis und abschließende Ermutigung
Ja, ich habe hier noch manches an praktischen Sachen.
Ich weiß, manche fragen auch immer wieder: Wie machst du das, wie führst du Freizeiten durch? Allein eine Jugendfreizeit ist manchmal ja eine Wissenschaft für sich. Erst einmal das Thema finden. Vielleicht mal eine Kostprobe von euch:
Wir hatten dann hier so Themen wie Der Patriarch, also das Leben von Abraham, in einer Freizeit. Oder Geschichte der Urgemeinde, da sind wir durch die Apostelgeschichte durchgegangen. Oder Befreit, da sind wir verschiedene Themen durchgegangen, wovon Gott uns befreit hat. Oder über König David. Oder hier, das haben wir gerade ja auch auf der Konferenz: Philipperbrief-Auslegung. Dann Christus allein, Auslegung des Epheserbriefs. Oder jetzt hier nochmal Anschauungsunterricht in diesem Jahr: Hope, Hold On, Pain Ends, Auslegung des ersten und zweiten Petrusbriefs.
Aber es kostet oft viel Zeit, das Thema zu finden, und dann geht es los mit der Umsetzung. Wir haben morgens immer bei den Freizeiten Kleingruppen, und am Abend einen richtig fetten Jugendgottesdienst. Tagsüber ist dann Freizeit, aber auch mit Ausflügen oder Angeboten für Sport und irgendwelchen Sachen, die man gemeinsam machen kann.
Ich kann da viele Tipps geben. Wir machen jedes Jahr drei Freizeiten: Frühjahrsfreizeit, Sommerfreizeit, Silvesterfreizeit. Und es ist ein Segen für die Jugend, die ihre ungläubigen Leute mitbringen. Gerade über das Instrument Freizeit können sie auch sehr geprägt werden. Man kann viel hineinlegen, wenn man so intensiv zusammen ist.
Also auch will ich euch das sehr ans Herz legen, da vielleicht noch mehr Gas zu geben. Ja, hey, Mann, jetzt habe ich ganz viel einfach so hin und her alles reingeschmissen. Ich weiß nicht, ob ich euch jetzt damit einfach erschlagen habe, aber vielleicht war hier und da eine Anregung dabei oder hat auch etwas geholfen.
