Ägypten 5: Das Tal der Könige (1/3)
Die Doppeldecker Crew | Hörspiel für Kinder (Hörbuch)
02.09.2026
Serie•Teil 1 / 2Ägypten 5: Das Tal der Könige
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Ein neuer Mitschüler und erste Spannungen
Und ich bin Philipp.
Ich heisse Marie, auch nicht Phil, äh Sammy. Das ist es, mein Internat.
Wow, sieht schön aus, deine Schule.
Ja, meine Eltern zahlen noch eine Menge Geld dafür. Aber deine Schule ist auch sehr schön. Malik hat sie mir kurz gezeigt, als ich in Ägypten war. Ist bestimmt auch so teuer, oder?
Hm, ja, aber das ist nicht so schlimm. Meine Eltern haben viel Geld.
Ach ja, was machen deine Eltern denn beruflich?
Äh, mein Papa ist in der Politik.
Hm, interessant. Das wusste ich auch noch nicht. Du hast echt bisher wenig von dir erzählt. Gibt es dafür eigentlich einen bestimmten Grund?
Ja.
Und der wäre?
Weil dich das nichts angeht.
Ja, schon klar. Kennst du Malik eigentlich?
Ich weiss, wer er ist, aber ich kenne ihn nicht so gut. Er ist in einer anderen Klasse.
Ah, okay, verstehe. Aber hier sind ja noch mehr Austauschschüler. Ist da jemand von deinen Freunden dabei?
Nee, glaub nicht. Ich muss jetzt mal auf Klo gehen.
Wo ist das?
Wenn du reingehst und dann nach links gehst, siehst du es schon.
Okay, danke. Der Unterricht fängt auch schon bald an. Ich warte dann gleich an der Treppe auf dich.
Okay.
Wiedersehen mit den anderen und ein unerwartetes Problem
Hey Sophie, hi Maria, schön, euch wiederzusehen.
Ja, finde ich auch.
Oh Mann, so schade, dass Malek krank geworden ist. Tut mir echt leid, dass du dich jetzt mit Nadja herumschlagen musst.
Wieso herumschlagen, ist sie nicht so nett?
Nee, nicht wirklich. Sie ist erst vor einem Jahr auf unsere Schule gekommen, deswegen spricht sie auch nur so schlecht Deutsch. Die anderen sind ja schon seit der Grundschule da. Na ja, aber ich glaube, sie hat auch einfach nicht so Lust, Deutsch zu lernen. Und Freunde hat sie in der Zeit auch nicht wirklich gefunden. Sie schottet sich immer total ab.
Oh Mann, und ich dachte, das macht sie nur bei uns so.
Hm, voll komisch. Warum ist sie dann überhaupt auf einer deutschen Partnerschule, wenn sie gar kein Deutsch lernen will?
Ja, genau. Und warum macht sie beim Schüleraustausch mit, wenn sie gar keine Lust darauf hat?
Das hat etwas mit ihrem Vater zu tun. Anscheinend soll er demnächst...
Ach du meine Güte, es ist ja schon voll spät. Ich habe gar nicht gemerkt, dass die anderen schon alle reingegangen sind.
Oh Mann, wie peinlich. Gleich am ersten Tag zu spät kommen. Nadja wartet bestimmt auch schon.
Bedeutet die Klingel nicht Pause zu Ende?
Bei den meisten Schulen ja, aber bei uns bedeutet sie, dass der Unterricht anfängt. Wir müssen uns selbst darum bemühen, vor dem Klingeln schon in der Klasse zu sein.
Als die vier etwas außer Atem und peinlich berührt in ihrer Klasse ankommen, ruft der Lehrer sie direkt nach vorne. Phils Herz klopft. Will der Lehrer sie nun vor allem dafür ermahnen, dass sie zu spät waren? Doch der Lehrer lächelt sie freundlich an und bittet Phil und Sophie, der Klasse ihre Austauschschüler vorzustellen.
Puh, noch mal Glück gehabt.
Doch viel kann Phil nicht zu Nadja sagen. Er erklärt es damit, dass sie sich ja noch nicht so gut kennen, da er in Ägypten bei Malik und nicht bei Nadja war. Zum Schluss kündigt der Lehrer noch eine besondere Aufgabe an, nur für sie.
Am Nachmittag gehen die zwei zu Mike in die Scheune, wo sie erstaunt empfangen werden.
Hi Phil, was macht ihr denn hier?
Hi Phil, hi Nadja, schön, euch zu sehen.
Hallo.
Hey Leute, im Internat hatten sie keinen Platz mehr für Nadja. Sie haben ja eigentlich mit einem Jungen gerechnet. Deswegen darf ich in der Zeit, in der sie hier ist, auch bei meinen Eltern wohnen.
Ah, verstehe, damit sie nach der Schule nicht alleine ist.
Ja, genau. Wie war euer erster Schultag nach den Ferien?
Gut, wir haben Mariam wieder getroffen. Die habe ich schon in Ägypten durch Malik kennengelernt.
Ach cool, das war bestimmt auch schön für dich, jemanden zu treffen, den du aus Ägypten kennst, oder Nadja?
Hm, ja, wir sind nicht Freunde.
Oh, okay. Und wie war es sonst so für dich?
War okay. Aber die Aufgabe von Lehrer ist nicht gut.
Welche Aufgabe? Sagt nicht, ihr habt direkt am ersten Tag Hausaufgaben bekommen. Typisch Elite-Schule.
Nee, Hausaufgaben nicht direkt. Wir sollen eine Präsentation erstellen. Ich soll von meinem Aufenthalt in Ägypten berichten und was ich an dem Land mag, und die ägyptischen Austauschüler sollen erzählen, was sie an Deutschland toll finden.
Hört sich doch gut an, das andere Land und die andere Kultur wertzuschätzen.
Aber ich mag es hier nicht.
Aber warum denn nicht? Was ist denn so schlimm an Deutschland?
Ich will nicht reden darüber.
Vielleicht geht es dir ja besser, wenn du eine Geschichte aus deinem Land hörst.
Oh ja, ich könnte jetzt auch eine Geschichte gebrauchen.
Darf ich noch Sammy aus dem Käfig holen?
Ja klar, mach nur.
Nun gut, Nadja, möchtest du diesmal mit dabei sein oder lieber nur zuhören?
Hm, ja, kannst mich mit dabei machen.
Okay, gut. Diesmal geht es mir in den Süden des Landes, in die Stadt Luxor.
Es ist später Nachmittag, aber es ist immer noch sehr heiß. Ihr befindet euch auf einer Straße neben dem Nil. Wegen der hohen Temperaturen machen die meisten Menschen eine lange Mittagspause und bleiben in ihren Häusern. Auch jetzt ist es noch relativ ruhig auf den Straßen, doch so langsam kommen die Menschen wieder raus.
Boah, es ist heiß hier.
Aua, aua, aua.
Oh, Sammy, komm schnell zu mir.
Oh, du Armer. Der Boden ist ja viel zu heiß für deine Pfoten.
Man sieht richtig, wie die Luft über dem Asphalt flimmert.
Ja, Luxor ist eine der heißesten Städte der Welt. Nur gut, dass schon Abend wird. Mittags gehst du hier kaputt.
Du müsstest die Hitze ja schon gewöhnt sein, oder?
Nee, in Kairo ist es auch heiß, aber nicht so heiß wie hier.
Warst du schon mal in Luxor?
Nein, noch nicht.
Aber du kommst doch aus Ägypten. Warst du schon überall in Deutschland, Toni?
Nee.
Leute, könnt ihr mal das Quatschen aufhören? Ich werde hier gleich zu einem Brathörnchen.
Für dich ist es bestimmt noch schlimmer mit dem Fell.
Ja, ganz bestimmt.
Wir müssen ein kühleres Ort finden. Ab ins Wasser!
Boah, nee, iih, das ist doch total dreckig! Außerdem schwimmen da Schiffe, da darf man bestimmt nicht schwimmen.
Ja, ganz zu schweigen von den Plattwurmlarven, die dort leben und schlimme Krankheiten auslösen können.
Oh, ich kann nicht mehr, ich schmelze gleich.
Was ist das da vorne für ein langes Gebäude? Vielleicht können wir ja da rein.
Hey ja, gute Idee, das müsste das Museum sein. Da gibt es mit Sicherheit eine Klimaanlage. Und spannend ist es auch noch dazu.
Museum? Ich mag nicht Museum, ist langweilig.
Hast du eine bessere Idee, wo wir hingehen könnten?
Nein.
Na also, ich will jetzt einfach aus der Hitze raus.
Dann los, da vorne sehe ich schon den Eingang.
Und so gehen die fünf ins Luxor-Museum. Sammy müssen sie dabei mal wieder in der Tasche durchschmuggeln. Gut fühlen sie sich dabei nicht, aber sie können ihn in der Hitze auch nicht draußen lassen.
Im Museum angekommen, atmen sie alle auf. Hier herrscht eine angenehme Temperatur.
Willst du wieder rauskommen?
Warte noch kurz, bis wir etwas mehr vom Eingang weg sind.
Was ist das eigentlich für ein Museum?
Ein archäologisches. Die stellen hier Sachen aus, die schon Hunderte von Jahren alt sind. Werkzeuge, Schmuck, alles, was die alten Ägypter hinterlassen haben. Es ist sogar eines der besten Museen in Ägypten.
Aber ist nicht besser als Kairo, da ist viel mehr groß.
Ja, das stimmt. Aber das hier ist auch interessant. Guck mal die Statuen da, die sind noch richtig gut erhalten. Und das, obwohl sie schon über dreitausend Jahre alt sind.
Ist das älter als Mike?
Ja, ein bisschen.
Das heißt, sie sind noch von der Zeit vor Jesus.
Ja, genau.
Kann ich jetzt mal rauskommen?
Ja, hier ist gerade keiner. Komm raus!
Endlich!
Wow, schaut euch mal diese Statuen hier an, die kommen aus dem Luxortempel. Und diese Schmuckstücke hier, die stammen aus dem Tal der Könige.
Was ist das Tal der Könige?
Da wurde den Pharaonen nach dem Tod beigesetzt.
Genau, über sechzig Pharaonen und hochrangige Adlige sind dort begraben worden. Zumindest sind das die, die gefunden wurden. Man vermutet, dass es da noch unentdeckte Gräber gibt.
Warte, ich dachte, Pharaonen wurden in Pyramiden begraben.
Wurden sie auch, nur leider waren sie zu auffällig und aufwendig.
Ich habe Sie gar nicht kommen hören.
Aber ehrlich, du schleichst dich an wie ein Eichhörnchen.
Ähm, warum spricht das Tier? Und warum ist hier ein Tier in einem Museum?
Entschuldigen Sie bitte, aber es war einfach so heiß draußen und ...
Schon gut, ich sehe, ihr seid wirklich interessiert an den Ausstellungsstücken und werdet sicherlich gut auf euren kleinen Freund aufpassen.
Ganz sicher, danke.
Klar, und bitte nennt mich Samir.
Alles klar. Wir sind Toni, Phil, Marie, Nadja und Sammy.
Schön, euch kennenzulernen.
Samir, was meinst du damit, dass die Pyramiden zu auffällig waren?
Na ja, sie sind groß und nicht zu übersehen. Jeder wusste, wo der Schatz war, und somit wurden die Gräber regelmäßig von Grabräubern geplündert.
Geplündert? Haben sie etwa die ganzen Nüsse geklaut?
Ich denke nicht, dass da Nüsse in den Gräbern waren, Sammy. Aber er hat Schätze gesagt. Was gibt es Besseres als Nüsse?
Gold, Sammy, wertvolle Sachen, nicht Essen.
Aber Sammy nicht ganz falsch. Essen wurde auch gegeben.
Als Grabbeigabe?
Ja, das ist richtig.
Warum? Und auch die anderen Sachen, Schmuck und so, warum wurden die ins Grab gelegt?
Die alten Ägypter haben geglaubt, dass sie nach dem Tod in eine andere Welt kommen und auch Sachen von der Erde brauchen.
Hä, was für Sachen?
Essen, Trinken, Kleidung, Schmuck, Möbel, Werkzeug, alles. Das Gold und der Schmuck zum Beispiel waren dafür, dass sie auch im nächsten Leben reich ankommen.
Verrückt, in der Bibel steht genau das Gegenteil. Da steht, dass wir nichts in die Welt hineingebracht haben, also bei unserer Geburt, und dass wir auch nichts von hier wieder mitnehmen können.
Ja, stimmt.
Ach, bist du Christ?
Nee, aber mein Sohn. Er erzählt mir viel von Jesus, und vor kurzem habe ich angefangen, die Bibel zu lesen. Ich weiß noch nicht, ob ich das alles so glauben kann, aber es ist wirklich interessant.
Einmal sagt Jesus, dass wir keine Schätze auf der Erde sammeln sollen, wo Motten und Rost sie fressen und Diebe sie stehlen können. Und genau das ist ja dann auch bei den Gräbern passiert, oder?
Und deswegen wurden andere Gräber für die Pharaonen gebaut und nicht mehr die Pyramiden?
Ja, und weil es viel zu teuer war und lange gedauert hat, die Pyramiden zu bauen, haben sie dann andere Gräber gebaut, zum Beispiel auch das sogenannte Tal der Könige. Es ist sozusagen ein heimlicher königlicher Friedhof unter der Erde. Aber nicht so unter der Erde wie bei unseren Friedhöfen heute, sondern sie sind in einen Berg eingehauen. Und da sind richtige Grabkammern, also kleine Räume, wo neben vielen Schätzen auch der Sarkophag drin war.
Ja, richtig, nur leider haben die Grabräuber auch vor diesen Gräbern keinen Halt gemacht. Es waren ja sogar oft die Bauarbeiter, die die Gräber gebaut hatten, die die Sachen gestohlen haben. Sie wussten ja, wo sie sie suchen mussten.
Deswegen gibt es so wenig zu gucken.
Ja, das stimmt leider. Einige Grabbeigaben, die gefunden wurden, sind auch in Kairo im Museum. Aber wir haben zwei Mumien aus den Gräbern.
Was ist so besonders an Murmeln?
Mumien, Sammy. Dreitausend Jahre alte Körper von Pharaonen, die so behandelt wurden, dass sie nicht kaputt gegangen sind. Wenn ich mich nicht täusche, von Achmose dem Ersten und Ramses dem Ersten, richtig?
Ja, richtig. Da vorne im Raum sind sie.
Der ist ja echt super dunkel, der Raum. Gruselig.
Das Licht würde die Mumien beschädigen.
Wow, das sieht echt krass aus. So verrückt, dass sie vor so langer Zeit gelebt haben und ihre Körper noch so gut erhalten sind. Aber sie sehen auch ein bisschen unecht aus. Irgendwie wie aus Stein.
Ich will hier nicht mehr gucken.
Ja, wegen mir können wir auch wieder zurück.
Okay. Danke, Samir, dass du uns das hier gezeigt und erklärt hast.
Ja, danke.
Jetzt würde ich es mir aber auch total gerne vor Ort ansehen. Was meint ihr, wollen wir zum Tal der Könige gehen?
Mein Sohn arbeitet dort als Restaurator.
Arbeitet in einem Restaurant?
Nein, Restauratoren sind Menschen, die alte Kunstwerke und Gegenstände reparieren und pflegen.
Oh, schade! Wenn ihr wollt, kann er euch gleich direkt mitnehmen. Er wollte sowieso kurz vorbeikommen. Er kann euch bestimmt einiges zeigen, was für normale Touristen nicht zugänglich ist.
Das wäre mega!
Das wäre echt super lieb.
Hm, ich weiß nicht.
Warum nicht? Das ist ein Muss, wenn man in Luxor ist. Und dann auch mit jemandem, der sich da auskennt. Wir sind definitiv dabei.
Okay, ich rufe ihn kurz an und sage Bescheid, dass er euch dann mitnimmt.
Die Freunde schauen sich noch den Rest des Museums an, bis Samirs Sohn kommt. Er stellt sich als Tarek vor. Die Freunde verabschieden sich von Samir und steigen zu Tarek ins Boot. Das Tal der Könige liegt nämlich auf der anderen Nilseite.
Als sie ankommen, stehen sie zunächst einmal vor einem Zaun.
Krass, hier ist ja sogar ein richtiger Sicherheitscheck.
Ja klar, das ist hier ein Weltkulturerbe. Die müssen aufpassen, dass nichts eingebracht wird, mit dem man etwas kaputt machen könnte.
Ja, ganz genau. Stellt euch vor, jemand würde eine Sprühdose mitnehmen und über die Malereien etwas hinkrakeln oder sie mit einem spitzen Gegenstand zerstören.
Ach, das wäre schrecklich.
Stimmt, das wäre super schlimm.
Oh, aber er hat schon zu. Wir könnten doch einfach durch den Zaun durchschlüpfen.
Ja, Sammy, du vielleicht, aber wir sind dafür dann doch etwas zu groß.
Keine Sorge, für Touristen ist es schon zu, aber nicht für mich. Kommt hierher rüber zum Mitarbeitereingang. So langsam meldet sich mein Magen.
Er meldet sich, wie in der Schule mit Finger hoch machen?
Ja, so in etwa. Das sagt man so, wenn man Hunger bekommt.
Ach so, ihr habt lustige, wie sagt man, Sprechenwörter?
Sprichwörter, ach, das ist noch gar nichts. Wenn man zum Beispiel von etwas überrascht ist, kann man sagen: Ich glaube, mein Schwein pfeift.
Und was soll daran so lustig sein? Ich kann doch auch pfeifen, guck so.
Da wären wir jetzt. Nur meinen Chip dranhalten.
So, jetzt aber.
Darfst du uns denn dann einfach so mit reinnehmen?
Ja, das passt schon. Ich melde es gleich dem Sicherheitsdienst, dass ihr zu mir gehört.
Sicherheitsmänner gibt es auch noch?
Ja, so hoch ist der Zaun ja nicht. Deshalb gehen sie hier regelmäßig alles ab.
So, das sind wir. Besonders spektakulär sieht es hier nicht aus, wenn ich ehrlich bin.
Hm, die Pyramiden waren da schon cooler.
Das Sehenswerte ist ja auch unter der Erde.
Ja, das stimmt. Von außen sollte es ja unauffällig sein.
Ja, stimmt, hat Samir ja gesagt. Ich finde es hier aber auch cool, wie hier mitten im Nirgendwo einfach diese Schächte in den Felsen sind.
Ich finde es gruselig. Ich habe Angst vor da reinwehen.
Das brauchst du nicht, Nadja, dir kann ja nichts passieren, glaub mir, es ist echt schön da.
Oh Tarek, alles gut?
Ja, alles gut. Ich bin nur gestolpert.
Dabei gehst du hier doch jeden Tag lang.
Ja, vier Beine müsstet ihr haben, dann passiert sowas nicht.
Ja, das stimmt, Sammy. Mir passiert sowas leider ständig.
Musst du nicht aber ganz vorsichtig sein bei deiner Arbeit?
Ja, das stimmt. Als Restaurator muss ich besonders geschickt sein und ganz feines Fingerspitzengefühl haben.
Ich weiß auch nicht, irgendwie scheint mir Gott da immer zu helfen, so dass mir beim Arbeiten solche Missgeschicke nicht passieren. Ich bete vor der Arbeit auch immer dafür.
Und nach der Arbeit fällt sein Schutz dann wieder ab.
Oh nein, glaub mir, so tollpatschig wie ich bin, hätte ich mich schon oft schlimm verletzen können. Aber Gott hat mich bis jetzt immer voll bewahrt.
Können wir denn mal in eine Grabkammer rein?
Ja klar, dafür seid ihr ja hier. Kommt mit, wir können direkt in diesen Schacht hier gehen.
Oh ja, super.
Hm, okay.
Das Grab hier wurde schon 1817 entdeckt. Aber Achtung, es geht ziemlich weit hinein und der Weg ist sehr steil.
Sollen wir dich festhalten, Tarek?
Danke, geht schon.
Oh, hier geht's ja runter wie bei einer Rutsche. Wenn ich mich einkugel, kann ich bestimmt ... Ui!
Das gibt's doch nicht, der rollte einfach runter.
Sammy!
Zwerg!
Echt lustig, der kleine Sammy.
Oh Mann, wir müssen schnell hinterher, bevor er dann noch etwas anstellt.
Also geht ihr schon mal vor, ich gehe lieber hier vorsichtig runter.
Alles klar, dann los.
Oh, es wird immer mehr dunkel.
Daran haben wir gar nicht gedacht. Hat jemand eine Taschenlampe dabei?
Ah ja, warte, auf meinem Handy, so.
Ah, gut. Leute, wo seid ihr? Ich seh nichts.
Willkommen, Sammy.
So, Zwerg, da sind wir.
Wow, wie schön.
Echter Hammer. So was habe ich auch noch nie gesehen.
Hm, was denn? Ich sehe doch aus wie immer, na ja, mit bisschen mehr Staub auf meinem Fell.
Doch nicht du, Sammy, guck dich doch mal um.
Ah, gut, ihr habt eine Taschenlampe. Ich hatte schon Sorge, dass ihr hier im Dunkeln umherirrt. Ich habe voll vergessen, das Licht am Eingang anzumachen. Und, wie gefällt es euch?
Es ist super schön. Kaum vorzustellen, dass das hier vor dreitausend Jahren gemalt wurde und bis heute so gut aussieht!
Ja, und es macht mich auch ein bisschen stolz, dass ich dazu beitragen darf, dass es so gut erhalten bleibt.
Hm, da sind ja ganz viele Männchen auf der Wand drauf, und die tragen Röcke und so komische Dinge auf dem Kopf.
So haben sich die Ägypter früher halt angezogen.
Wow, der da hat aber einen Tierkopf!
Wow! Die ganzen Hieroglyphen hier, kannst du das lesen, Tarek?
Ja, ein bisschen schon. Die Hieroglyphen bestehen aus über siebenhundert verschiedenen Zeichen und Bildern, die einen Buchstaben oder auch ein ganzes Wort darstellen. Es ist also nicht ganz so einfach wie unser Alphabet. Die Figuren mit dem Tierkopf hier sollen Götter darstellen, und auch diese ganzen Hieroglyphen handeln von der Reise des Pharaos durch das Totenreich und seiner Wiedergeburt als Gott.
Sie dachten, dass der Pharaon nach seinem Tod zum Gott wird?
Ja, beziehungsweise eigentlich wurden die Pharaonen schon, als sie noch am Leben waren, als Götter angesehen oder als Halbgott, Halbmensch, Halbgott. Sie dachten, die Pharaonen sind hier auf der Erde als Vermittler zwischen den Menschen und den Göttern, und nach dem Tod wurden sie dann ganz zu einem Gott.
Ist ja schräg.
Sollen wir vielleicht langsam wieder hoch?
Ja, für mich reicht es hier.
Oh, aber es ist hier viel angenehmer, nicht so heiß.
Wir können ja noch andere Grabkammern besichtigen. Und die Sonne müsste mittlerweile auch untergehen.
Die Sonne geht tatsächlich gerade unter, als die Freunde mit Tarek aus der Grabkammer rauskommen. Aber warm bleibt es trotzdem. Marie möchte direkt in die nächste Grabkammer.
Phil möchte gerade einwenden, dass er gerne etwas essen würde, da hören sie etwas in der Ferne. Geräusche wie von einer Baustelle.
Was ist das, wird hier etwa jetzt noch gearbeitet?
Ja, wir arbeiten oft abends, dann sind hier keine Touristen mehr und es ist nicht mehr ganz so heiß.
Macht Sinn, woran arbeiten die denn da, sind das auch so Restauratoren wie du?
Nee, das sind Archäologen.
Das habe ich schon mal gehört. Die buddeln oft in der Erde herum, wie ein Hund, stimmt's?
Ja, unter anderem buddeln die auch in der Erde herum, aber viel vorsichtiger als ein Hund, oft sogar mit Pinseln.
Das hört sich aber nicht an wie Pinseln, mehr wie Hammer.
Ja, habe ich euch das noch gar nicht erzählt?
Was denn, die haben vielleicht ein neues Grab gefunden, also ich meine ein, ein altes, also nein. Ein neues altes, also ein altes Grab, das jetzt neu entdeckt wird.
Oh, was, echt jetzt? Das ist ja mega spannend!
Oh, können wir mal da hingucken gehen?
Ach, das dauert bestimmt noch ewig, bis die da weiterkommen. Und außerdem ist es ja nur eine Vermutung. Vielleicht stimmt es ja auch gar nicht und es ist einfach nur ein normaler Felsen. Und ihr meintet doch, dass ihr Hunger habt, oder nicht?
Also mir ist der Hunger vergangen.
Ich will lieber da mal gucken.
Also mir ist der Hunger nicht vergangen. Warm und schokoladig.
Wie, was?
Ach, du bist das, Kontron.
Ja, hattet ihr jemand anderes erwartet?
Wir hatten niemanden erwartet, zumindest nicht in der Scheune. Gerade waren wir nämlich noch im Tal der Könige.
Hört, hört, erzählst du wieder eine deiner phantastischen Geschichten, Mike?
Ja, und du hast unterbrochen.
Oh, Entschuldigung, dann gehe ich wohl lieber und esse die Cookies alle alleine auf.
Nein, warte, du darfst natürlich bleiben. Ich mache doch nur Spaß.
Hier, guten Appetit, ich muss mich jetzt um die Wäsche kümmern.
Danke, Gudrun.
Ja, danke.
Gern geschehen.
Ich habe Durst.
Oh, ja klar, ich habe hier Wasser, wenn du willst.
Kann ich auch Orangensaft haben?
Ja, nur den müsstest du dir aus der Küche holen.
Okay, will noch jemand?
Nein, danke.
Leute, Mariam hat erzählt, dass es etwas mit Nadjas Vater zu tun hat, dass sie jetzt hier ist.
Und was?
Ja, das konnte sie mir nicht erklären. Der Unterricht hatte angefangen und danach war Nadja die ganze Zeit neben uns.
Sollen wir sie einfach mal fragen?
Nein, ich würde es lieber nicht überstürzen. Sie fängt ja gerade erst an, sich ein wenig zu öffnen. Lasst ihr noch ein bisschen Zeit.
Okay, aber komisch ist das alles schon.
Was die Archäologen da entdeckt haben und ob Nadja sich vielleicht langsam öffnet, das erfährt die Crew im zweiten Teil von Das Tal der Könige. Schau bis dahin auf www.doppeldecker-crew.de vorbei und sag uns, wie dir das Hörspiel gefällt. Dort gibt's auch bald dein Magazin zum Hörspiel und das Staffelposter. Die Crew freut sich auf dich!
