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Das geistliche Haus

1. Timotheus 3,1-1614.02.2004
SerieTeil 4 / 5Der gute Mitarbeiter
Gemeinde ist kein Gebäude, sondern ein Haus aus lebendigen Steinen. Die eigentliche Frage: Wer trägt Verantwortung, ohne sich selbst zu überschätzen – und wie wird dein Alltag zum glaubwürdigen Zeugnis?

Ein geistliches Haus mit lebendigen Steinen

Zu unserem Thema: Das geistliche Haus
Von einem guten Mitarbeiter erwartet man, dass er sich für die Firma interessiert, in der er angestellt ist, dass er ihre Ordnungen kennt und dass er weiß, wie sie funktioniert. In der Gemeinde ist es auch nicht anders. Timotheus musste wissen, wie man mit Leuten umgeht, die gern Älteste werden wollen, welchen Anforderungen ein Ältester genügen muss und wie es um die anderen Dienste in der Gemeinde steht. Er musste auch wissen, was man mit weiblichen Diakonen macht, kurz: wie man sich in Gottes Haus, genauer gesagt in Gottes Hausgemeinschaft, verhalten soll.
Nun, fast jeder weiß, wie man sich in einer Kirche verhält, obwohl das heutzutage ja auch nicht mehr so ganz selbstverständlich ist. Aber das Wort Kirche bedeutet übrigens Haus des Herrn. Es kommt also von dem Wort Kyriake; Kyrios steckt da drin, der Herr. Oder: dem Herrn gehöre ich. Das ist wahrscheinlich der ursprüngliche Sinn. Aber das Haus, um das es uns heute Abend geht, meint natürlich nicht ein Gebäude mit Glockenturm, sondern etwas ganz anderes: das Haus aus lebendigen Steinen, das geistliche Haus.
Paulus schrieb in Kapitel 3, Vers 15, also im ersten Timotheusbrief, Kapitel 3, Vers 15: „Mein Kommen aber verzögert sich, dann sollst du durch den Brief wissen, wie man sich im Haus Gottes verhalten muss. Damit meine ich die Gemeinde des lebendigen Gottes, den Stützpfeiler und das Bollwerk der Wahrheit.“ Und darum habe ich das dritte Kapitel eben auch „Das geistliche Haus“ genannt, wegen dieses Verses.
Ein erster Vers aus dem Brief an die Philipper ist ja schon von Hartwig erwähnt worden. Da schreibt Paulus, er war damals schon in Untersuchungshaft in Rom, und schreibt zusammen mit Timotheus: „Sklaven von Jesus Christus an alle Gläubigen in Philippi, an alle, die durch Jesus Christus geheiligt sind, samt ihren Ältesten und Diakonen.“ Also sie schreiben an die Gläubigen, an die Menschen, die in Philippi zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind. Und dann werden noch zwei andere Gruppen von diesen Gläubigen sozusagen unterschieden: das sind die Aufseher und die Diener, besser gesagt die Diakone.
So etwas sollte es in jeder Gemeinde geben. Auch in unserem Text ist von ihnen die Rede. Und wir werden das jetzt zunächst lesen: Also zuerst von den Vorstehern im geistlichen Haus, als Zweites dann von den Bediensteten und schließlich von der Bedeutung dieses einzigartigen Hauses für alle Heiligen.

Die Verantwortung der Leitung im Haus Gottes

Erstens die Vorsteher. Ich lese 1. Timotheus 3, ab Vers 1:
Es ist ein wahres Wort: Wenn sich jemand um einen Aufseherdienst in der Gemeinde bemüht, dann sucht er eine schöne Aufgabe. Doch ein Aufseher muss ein Mann ohne Tadel sein, der seiner Frau treu ist. Er muss sich besonnen und verantwortungsbewusst verhalten, darf keinen Anstoß erregen, muss gastfreundlich und zum Lehren befähigt sein. Er soll kein Trinker und gewalttätiger Mensch sein, sondern ein freundlicher und rücksichtsvoller Mann. Er darf auch nicht am Geld hängen. Er muss sich in vorbildlicher Weise um seine Familie kümmern und seine Kinder mit aller Ehrbarkeit zum Gehorsam erziehen. Denn wenn jemand seiner eigenen Familie nicht vorstehen kann, wie soll der für die Gemeinde Gottes sorgen können? Er darf nicht erst vor kurzem zum Glauben gekommen sein, sonst könnte er sich schnell etwas einbilden und zu Recht vom Teufel angeklagt werden. Auch außerhalb der Gemeinde muss er einen guten Ruf haben, damit er nicht in übles Gerede kommt und der Teufel ihm daraus einen Strick drehen kann.
Die Vorsteher der Gemeinde werden hier in diesem Text Aufseher genannt. Der Ausdruck ist gleichbedeutend mit Ältester, Führer oder Hirte. Leider sind ja all diese Begriffe heute ziemlich in Misskredit geraten, weil ihre Vertreter heutzutage alles Mögliche darstellen, nur nicht das, was die Bibel fordert.
Hirte heißt auf Lateinisch Pastor. Aber ein heutiger Pastor hat meist nichts mehr mit dem zu tun, nur sehr selten noch, aber meistens nichts mehr mit dem, was das Neue Testament vom Hirtendienst sagt. Ältester heißt auf Griechisch Presbyteros. Daraus wurde im Deutschen der Priester. Ja, welch merkwürdige Vorstellung: Priester der katholischen Kirche, ein Ältester. Aufseher heißt auf Griechisch Episkopos, und daraus wurde im Deutschen der Begriff Bischof.
Aber der neutestamentliche Dienst des Ältesten hat natürlich nichts, wirklich nichts, zu tun mit Bischof samt Dienstwagen und Chauffeur. Der heutige Bischof hat in ganz unbiblischer Weise die Gemeinden eines ganzen Gebietes unter sich. In der Bibel war es so, wenn wir es mal so ausdrücken wollen, mit dem gleichen Wort, dass eine Gemeinde mehrere Bischöfe hatte. Heute hat ein Bischof mehrere Gemeinden, oft Hunderte von Gemeinden. Das ist natürlich nicht in Ordnung.
Es geht um den Dienst des Ältesten. Diese Begriffe sagen zwar alle etwas aus, aber letztlich bezeichnen sie denselben Dienst mit bestimmten Akzentverschiebungen. Es meint letztlich den Dienst der sogenannten Ältesten, und wir sollten auch dabei bleiben. Das ist das Vernünftigste. Also eigentlich Ältester, Pastor, Presbyter und all das: Ja, es ist eigentlich dasselbe, derselbe Dienst von verschiedenen Seiten aus gesehen. Es muss mindestens zwei Älteste geben in einer Gemeinde, besser, je nach Größe der Gemeinde, sollten es noch mehr sein, aber immer eine Mehrzahl.
Und es ist schon sehr interessant, die Kriterien zu untersuchen, die für diesen Dienst gelten. Nun, damit die meisten von euch sich jetzt nicht langweilen und abwinken und denken, das geht mich ja sowieso nichts an, ich werde sowieso nicht Ältester oder wenigstens Mitältester oder irgend so etwas, folgendes sollte uns klar sein: Die Maßstäbe, die der Apostel Paulus hier aufzählt, sind keinesfalls nur Maßstäbe für die Ältesten, sondern es sind Maßstäbe für dich und für mich, für jeden Einzelnen von uns unbedingt. Das sind die Kennzeichen des normalen Lebens, des normalen Christen. Bloß wenn jetzt einer zum Ältestendienst berufen werden soll, wenn er herausgesucht werden soll aus einer größeren Anzahl von anderen Menschen, dann müssen sie natürlich da sein. Ja, viele sind noch sozusagen im Wachstum. Und da muss ich dieses und jenes noch abschleifen. Aber bei den Ältesten sollte man natürlich besonders auf diese Kriterien achten.
Also, wie gesagt, eigentlich sollte jeder Gläubige so leben. Oder überleg doch mal: Wenn hier steht, dass ein Ältester kein Trinker sein darf, heißt das dann, dass du vielleicht einer sein darfst? Das wäre ja ein bisschen absurd, an solche Sachen zu denken. Natürlich also nicht.
Schauen wir uns die interessanten Voraussetzungen für den Ältestendienst ruhig ein wenig genauer an, denn die sind wesentlich anders als die Voraussetzungen für einen Pastor. Wenn jemand Pastor werden will in der Kirche, dann sind das also völlig andere Voraussetzungen, und da wird von denen hier so gut wie keines gefragt. Du kannst gegen all diese Dinge sündigen, aber du musst vor allen Dingen ein Theologiestudium hinter dich gebracht haben und etliche andere Sachen. Aber das hier wird kaum gefragt. Kein Wunder, wenn wir uns den Zustand mancher Kirchen ansehen, das hängt natürlich damit zusammen.
Also kein zweites Examen, auch kein erstes und kein Theologiestudium und auch nichts von Religionspädagogik, sondern es sind völlig andere Dinge, die bei den meisten Pastoren heute fehlen dürften.

Charakter, Familie und geistliche Reife als Maßstab

Zunächst Vers: Es ist ein wahres Wort: Wenn sich jemand um einen Aufseherdienst in der Gemeinde bemüht, dann sucht er eine schöne Aufgabe. Das ist erst einmal richtig und wichtig. Eine große und schöne Aufgabe ist es, Ältester in einer Gemeinde sein zu dürfen. Man darf durchaus danach trachten, also überlegen: Könnte ich so etwas werden? Aber man muss die Kriterien erfüllen. Und das ist ja gut, wenn man etwas werden will. Dann muss man sich also darin üben, möglichst schon bei Zeiten.
Und wer das schon anfängt, meint, haben, seitdem er aus der Sonntagsschule raus ist oder aus dem Kindergottesdienst und selber mitmacht. So war das jedenfalls bei mir. Nachdem ich vierzehn war, ja gut, dann habe ich also mitgeholfen in der Sonntagsschule. Und dann kamen Freizeiten dazu, und dann haben wir mit einer Jugendarbeit in unserer kleinen Gemeinde angefangen, und dann kamen Jugendfreizeiten dazu. Es ging einfach automatisch. Da hat man gar nicht groß darüber nachgedacht, es kam eins zum anderen dazu. Und wenn man Ältester werden will, kann man schon mal überlegen, was käme dann auf mich zu. Und man kann das üben, sowohl in der Kinderarbeit schon als auch in der Jugendarbeit.
Aber nun, bei der Auswahl für die Gemeinde, also für eine ganze Gemeinde, dann sind natürlich diese folgenden Maßstäbe wichtig.
Vers 2: Doch ein Aufseher muss ein Mann ohne Tadel sein, der seiner Frau treu ist. Er muss sich besonnen und verantwortungsbewusst verhalten, darf keinen Anstoß erregen, muss gastfreundlich und zum Lehren befähigt sein.
Wenn man die Kriterien für Älteste mal durchguckt, beziehen sich die meisten auf sein Leben und auf seinen Charakter, und beziehungsweise auch seine Familie. Und wenn wir uns sie jetzt ein bisschen anschauen, müssen wir noch eines bedenken: Das sind jetzt keine Kriterien zur Absetzung von Ältesten, sondern zur Einsetzung von Ältesten. Das ist ein ziemlicher Unterschied. Und manche, die irgendwie mit irgendwas nicht zufrieden sind, die gucken dann ganz besonders scharf auf dieses oder jenes. Es geht einfach darum, wer ist wohl unter einer Masse von Leuten der geeignetste für solch einen Dienst, und den soll man suchen, und dafür sind diese Kriterien gedacht.
Es heißt natürlich nicht, dass ein Ältester dann all diese Dinge gegen diese verstossen kann, das selbstverständlich nicht. Aber es meint zunächst Einsetzungskriterien, und es geht nicht darum, dass man da einen Wahlkampf macht und im nächsten Jahr wählen wir halt einen anderen Ältesten. Keine Wahl kann einem Menschen das Herz eines Ältesten geben, das geht nicht. Und ich denke eher, dass es so ist, dass Gottes Geist Älteste bestimmt, und wir erkennen müssen, wer das ist, und dann sind sie das auch.
So, was steht hier? Einzelne Dinge greife ich heraus.
Untadelig! Ein Ältester soll einfach ein Mann sein, an dem es nichts auszusetzen gibt. Er ist natürlich nicht sündlos, aber es darf ihm nichts nachgesagt werden können. Wenn sozusagen eine öffentliche Anklage gegen so einen Mann erhoben und bewiesen werden kann, dann sollte er nicht die Aufgabe eines Aufsehers wahrnehmen.
Damit wir keine Angst bekommen, ich lote mal den Maßstab nach unten aus, dann heißt das so: Eure Kinder sind praktisch untadelig, wenn sie keinen Tadel von der Schule mit nach Hause bringen. Die sind nach eurem Geschmack dann immer noch nicht untadelig, weiß ich schon. Aber versteht ihr, wir wollen das auch nicht übertreiben in irgendeiner Weise, dann kommen wir überhaupt nicht mehr klar.
Mann einer Frau steht hier als Nächstes. Älteste sollen treue und entschiedene Ehemänner sein. Sie wissen, dass die Sexualität nur in die Ehe gehört. Mann einer Frau bedeutet wahrscheinlich, dass einer, der als Christ geschieden wurde und sich dann wieder verheiratet hat, auch kein Ältester sein kann. Auf jeden Fall: Wenn ein Ältester mit einer Frau lebt, dann muss er mit ihr verheiratet sein, und wenn er verheiratet ist, dann mit einer Frau. Das ist also ganz eindeutig, und hier wird indirekt auch deutlich: Es ist nicht möglich, dass eine Frau Ältester einer Gemeinde sein kann, denn das geht aus dem Zusammenhang also deutlich hervor.
Wir müssen auch Folgendes noch wissen: In der Antike waren die sittlichen Zustände ähnlich chaotisch wie heute. Bis in die höchsten Spitzen der Gesellschaft herrschte eine Sittenlosigkeit, die jeder Beschreibung spottete. In dieser Welt muss die christliche Gemeinde Hüterin der Keuschheit von Ehe und Familie sein, das ist sehr wichtig.
Dann nüchtern: Ein Ältester oder auch wir alle ja. Das Christsein ist uns nicht ein netter Zeitvertreib, sondern man hat Fragen zu behandeln von Leben und Tod, von geistlichem Leben und Tod. Deswegen muss ein Ältester nüchtern sein, in allen Situationen einen klaren Kopf bewahren, nüchtern sein in Bezug auf Schwärmerei, aber auch auf sein ganzes Denken, Fühlen und Handeln. Wenn einer also immer gleich mit jeder neuen Sache fortschießen wie eine Rakete und die Gemeinde weiß nicht wohin, da muss also schon eine nüchterne und auch eine besonnene Haltung sein, das ist das Nächste. Er darf sich also nicht gehen lassen, sondern muss sich selbst in der Hand haben.
Es gibt manche Leute, die finden es einfach schwierig, sich zu mäßigen. Die neigen immer zu Extremen, von Natur aus sozusagen. Mal dieses Extrem, mal jenes, mal ganz wilder Charismatiker und dann mal ganz absolut dagegen. Manche neigen einfach dazu. Und mal machen wir das ganz toll und dann wieder jenes, das ist nicht gut für einen Ältesten. Er muss schon so ausgleichend wirken, denn in seiner Gemeinde gibt es manchmal solche Leute, die durchaus extrem sind. Dann muss er ausgleichend wirken können, oder die Ältesten.
Dann sittsam: Das Wort bezeichnet einen Menschen, der so insgesamt eine recht erfreuliche Erscheinung ist, dessen Lebensführung und Charakter übereinstimmen, also keine Schlampigkeit und zwielichtige Methoden. Das geht nicht in einem Haus Gottes, wo Ordnung herrschen soll.
Gastfrei steht er noch da. Interessanterweise wird das hier vom Mann gesagt, der Älteste soll gastfrei sein. Von einer Frau steht es auch da im Neuen Testament, aber an anderer Stelle. Denn es ist nämlich so: Ich habe mir das doch überlegt, wenn die Frau schon gastfrei ist und gerne Gäste hat, der Mann aber nicht, dann geht es auch nicht. Ja, deswegen: Der Mann muss auch gastfrei sein, der muss sich ja auch um die Gäste kümmern, wenn da welche da sind. Er kann das nicht alles seiner Frau überlassen oder sich nicht in der Zeit vor den Fernseher setzen. Das Haus eines Ältesten soll für die Kinder Gottes immer offenstehen. Dein Haus, ich möchte sagen, das gilt doch für jeden von uns, oder? Sollst du Mann nicht gastfrei sein oder du Frau?
Der Älteste muss lehrfähig sein. Es ist nicht unbedingt wichtig, dass er die Gabe der Lehre hat, aber er muss genügend Festigkeit haben im Umgang mit der Schrift, um zu überführen, um ermahnen zu können und solche Dinge natürlich.
 1. Timotheus 3,3: Er soll kein Trinker und gewalttätiger Mensch sein, sondern ein freundlicher und rücksichtsvoller Mann. Er darf auch nicht am Geld hängen. Jemand, der nicht einmal den eigenen Appetit unter Kontrolle hat, kein Trinker, der hat sicher keine Vertrauensstellung verdient in der Gemeinde. Dann kein Schläger: Er darf nicht Gewalt ausüben gegen andere. Einen Sklaven zu schlagen, damals gab es ja noch die Sklaverei, oder einen Diener zu schlagen, das wäre unvereinbar mit Ältestenschaft. Auch ein jähzorniger Mensch eignet sich nicht zum Ältestendienst.
Es gibt eine Vorschrift, die habe ich mal irgendwo gefunden aus der alten Kirche, die lautet: Bischöfe, Diener, Priester und Diakone, die Gläubige schlagen, wenn sie irren, oder Ungläubige, wenn sie ein Unrecht begehen und ihnen so Schrecken einzujagen versuchen, sollen abgesetzt werden. Denn an keiner Stelle hat der Herr uns dies gelehrt. Kein Schläger, milde und gütig soll er sein, das heißt freundlich, entgegenkommend, bereitwillig. Unfreundliche Männer von unbeugsamer Härte, sie fordern nur noch zu mehr Streite aus. Leider habe ich das in manchen Gemeinden schon erleben müssen, wie das ist.
Nicht streitsüchtig: Manche beginnen bei der geringsten Ursache zu streiten und zanken sich wegen belangloser Kleinigkeiten. Ein Aufseher darf so etwas nicht.
Nicht geldliebend, also er darf nicht schändlichem Gewinn nachgehen, wie die Schrift sagt, ich habe es einfach übersetzt, er darf nicht am Geld hängen. Der wahre Aufseher weiß, dass das Geld letztlich dem Herrn gehört, und es gibt schon Menschen, die sind besessen vom Geld. Und irgendwo in einem Interview oder so habe ich das gelesen, auch gerade bei diesem Prozess gegen da diese großen Manager, die sich dann selbst so einige Millionen Euros noch zugeschrieben haben, das sagt also: Diese Geldgier zerfrisst regelrecht das Gehirn. Die Leute sind schon noch intelligent, aber die können sich einfach nicht mehr beherrschen an dieser Stelle. Was willst du überhaupt damit anfangen? Was willst du mit zwanzig Millionen Euro anfangen? Das ist also kein vernünftiges Maß mehr, und da geht auch etwas kaputt. Und auch als Christen können wir so etwas in keiner Weise akzeptieren oder fördern. Ein habgieriger oder geiziger Ältester andererseits ist eine Absurdität.
Vers 4 und 5, 1. Timotheus 3: Er muss sich in vorbildlicher Weise um seine Familie kümmern und seine Kinder mit aller Ehrbarkeit zum Gehorsam erziehen. Denn wenn jemand seiner eigenen Familie nicht vorstehen kann, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen können? Also dem eigenen Haus, der eigenen Familie gut vorstehen. Er ist verantwortlich für seine Familie, und er muss gelernt haben, für die Familie gerade zu stehen.
Es gibt ja manche Männer, die schieben in solchen Zweifelsfällen immer die Frau vor, wenn es um Behörden geht oder irgendwelche unangenehmen Dinge, für die der Mann eigentlich gerade stehen soll, das ist aber nicht in Ordnung. Er muss also das Haupt sein und sich als solches auch bewährt haben, nicht als Diktator, sondern als einer, der der Familie Wärme und Liebe und Ordnung und Geborgenheit gibt.
Interessant ist auch der nächste Satz: Er muss seine eigenen Kinder mit aller Ehrbarkeit in Unterordnung halten. Ich habe so gesetzt: seine Kinder mit aller Ehrbarkeit zum Gehorsam erziehen. Das ist also die Aufgabe des Mannes. Bitte, liebe Männer, das können wir nicht einfach den Frauen überlassen. Denn die Kinder neigen dazu, oft frech zu sein, gerade gegen die Mutter, weil sie denken, da kommen sie eher durch. Hier muss der Mann eingreifen, er hat die Ehre, das Wort seiner Frau auch gegen die Kinder zu schützen.
Wie schlimm ist das, wenn der Mann etwas anderes sagt, als die Mutter vorher die Kinder angewiesen hat? Dumm ist, wenn er es nicht gemerkt hat, ja, und wenn die Kinder natürlich, die bohren immer an der dünnsten Stelle, das ist ganz klar. Aber also bewusst darf ein Mann sowas niemals tun. Und wenn er schlau genug ist, wird er immer fragen: Und was hat die Mutti gesagt? Und okay, und dann macht das. Punkt. Ja, das ist wichtig. Ja, der Mann hat ein gutes Stück Verantwortung an dieser Stelle.
Und wenn er die Kinder erzieht, muss das natürlich auch ehrbar sein. Er darf nicht ausrasten, auch der Mann nicht bei den Kindern. Auch eine Erziehung darf nicht im Zorn geschehen, das ist schlimm. Kinder dürfen nicht gequält werden, man darf ihnen auch keine entehrenden Strafen austeilen in irgendeiner Weise. Ehrbar, das ist schon sehr zu beachten.
Es gibt ja viele Leute, die sagen: Ja, die Bibel von Kindererziehung, die redet immer bloß von Schlägen, also Prügelstrafe. Ja, also die Leute, die suchen sich immer irgend so etwas ganz Extremes raus, was sie mal von jemand gehört haben, der das irgendwo mal gemacht hat oder so, und dann wenden sie das sozusagen auf die Bibel an. Und wir sehen schon, die Bibel ist ganz differenziert hier und sehr, das ist Gottes Wort, sehr weise. Das ist das Beste, was wir tun können.
Und wem das zu Hause nicht gelingt, der kann kein Ältester sein. Bei so einem sollte eine Gemeinde niemals auf die Idee kommen, so einen Menschen zum Ältesten zu wählen, wo die Kinder zu Hause über Tisch und Bänke gehen. Ich habe das mal erlebt, wenn man sich als Besucher sozusagen wehren muss, dann halb im Spaß und halb im Ernst. Mir ist das schon mal passiert, und der Bruder wollte da irgendwo Gemeinde bauen. Na ja, da habe ich mich schon gefragt, wie soll das gut gehen?
Die Christen damals haben ihre Kinder wahrscheinlich nicht dem Pädagogen übergeben, also Päidagogos, das war der Sklave, der die Kindererziehung in den Familien innehatte. Es hatten ja damals praktisch alle Leute Sklaven, also alle freien Bürger, und man galt als arm, wenn man so ungefähr zwanzig hatte. Also so mittlerer Wohlstand war so 200 Sklaven etwa zu haben. Da könnt ihr euch also die Sache schon vorstellen von damals.
Vers 6, 1. Timotheus 3,6: Er darf nicht erst vor kurzem zum Glauben gekommen sein, sonst könnte er sich schnell etwas einbilden und zu Recht vom Teufel angeklagt werden. Also er darf kein Neubekehrter sein, ein Ältester, oder ein Neugepflanzter, damit er nicht aufgeblasen in die Schlinge des Teufels gerät.
Ja, wenn ein Neuling zu schnell in hohe Verantwortung geschoben wird, das passiert manchmal leider in christlichen Gemeinden, wenn ein Mensch, der also draußen sehr bekannt ist oder war, sich bekehrt, wenn sich der Bürgermeister von Reutlingen bekehren würde oder so, oder irgend so eine ganz bekannte Figur, ja, dann werden die schnell in vordere Stellungen geschoben in der Gemeinde, das ist gefährlich für die und auch für die Gemeinde. Es soll kein Neubekehrter sein, damit der Teufel ihm keinen Strick daraus drehen kann.
Vielleicht ist es auch ein Hinweis darauf, dass die Ältesten die Gemeinde nach außen vertreten, wie es dann hier im Vers 7 steht. Auch außerhalb der Gemeinde muss er einen guten Ruf haben, damit er nicht in übles Gerede kommt und der Teufel ihm daraus einen Strick drehen kann. Das ist also auch wichtig, der Ruf nach außen, also in der Firma, wo er arbeitet oder in der Nachbarschaft oder so.
Okay, wir haben also jetzt zuerst von den Vorstehern des geistlichen Hauses gesprochen, und ihr habt schon gesehen: Viele Dinge sind selbstverständlich für uns alle. Nicht alle, natürlich, einige sind also speziell für die Ältesten.
So, jetzt kommen wir zur zweiten Gruppe, sozusagen die Bediensteten des Hauses, des geistlichen Hauses. Eine Gemeinde hat also nicht nur Älteste, sondern auch klar definierte Diener. Und jetzt bitte nicht verwechseln, damit ist nicht jeder in der Gemeinde gemeint, der irgendeinen Dienst tut, sondern die, die für einen bestimmten Dienst in der Gemeinde verantwortlich sind.
Also, das könnte ich mir vorstellen, dazu zählt etwa zum Beispiel der Kassierer, nun, der hat also für das Geld der Gemeinde die Aufsicht, oder der Verantwortliche für die Kinderarbeit. Wenn es also noch mehrere Mitarbeiter gibt, einer muss das ein bisschen koordinieren, die ganze Sache, und zusammenhalten, oder der Jugendleiter, oder der Hausmeister, oder vielleicht auch noch Verantwortliche. Es müsste eigentlich in einer Gemeinde einen Kreis von Verantwortlichen geben, die jetzt nicht so sehr den Lehrdienst und den Seelsorgedienst unter sich haben, sondern die sich mehr um diese ganzen praktischen Belange kümmern, also das, was also laufen muss, ob da eine Aufnahme gemacht wird, ob die Technik funktioniert, ob die Räume in Ordnung sind, also dass diese ganzen Dinge. Das wäre ja eine große Dummheit, Entschuldigung, wenn sich die Ältesten damit abplagen müssen. Es gibt genügend andere, die auch Verantwortung wahrnehmen können, und sie müssten sich darum gar nicht kümmern müssen.
Es kann sein, dass man sich ab und zu natürlich auch miteinander trifft und manche Dinge abspricht. Es muss natürlich außer diesem Kreis der Diakonen noch viel mehr geben. Eigentlich sollte jeder in der Gemeinde mithelfen, jeder sollte irgendwo dienen, entsprechend der Gabe, die er empfangen hat. Aber ich meine also hier mit diesen Diakonen einen Dienst, der also noch eine etwas größere Verantwortung hat, damit die Ältesten also nicht allen möglichen Kram machen müssen und für die eigentliche Arbeit dann nicht mehr Zeit haben.

Treue, Zuverlässigkeit und die Ordnung des Dienstes

So, lesen wir jetzt einmal von den Qualifikationen für die Bediensteten im geistlichen Haus. Das ist also zunächst Vers 8 bis 10. Es ist interessant, dass hier eine schöne Einteilung ist. Zuerst geht es um die Männer, dann geht es um die Frauen, und dann geht es um verheiratete Diakone.
Lesen wir uns einmal Vers 8:
Auch die Diakone müssen ehrbare Männer sein, auf ihr Wort muss man sich verlassen können. Sie dürfen weder dem Alkohol noch dem Geld verfallen sein und müssen das Geheimnis des Glaubens in einem reinen Gewissen bewahren. Doch auch sie müssen zuerst auf ihre Eignung geprüft werden; nur wenn nichts an ihnen auszusetzen ist, sollen sie ihren Dienst ausüben.
Wenn man das ernst nimmt, wer könnte denn heute überhaupt noch irgendwie in einem diakonischen Werk mitarbeiten, die ja nun besonders diesen Namen auch haben, oder als Diakone in der Gemeinde? Ihr seht also, es geht hier schon um eine gewisse verantwortliche Stelle.
Er soll ehrbar sein. Also es wird von diesen Diakonen, wenn es Männer sind, erwartet, dass man sie achten kann. Das dürfen also keine leichtsinnigen Leute sein, keine oberflächlichen, die unwillkürlich, so rein vom Menschlichen her, schon ein bisschen vorsichtig angesehen werden.
Nicht doppelzüngig, das ist das Nächste. Also sie müssen Rückgrat haben, nicht einer Person die Sache so erzählen und der anderen wieder ganz anders. Ehrlichkeit, Geradheit.
Sie dürfen nicht vielem Wein ergeben sein, also nicht dem Alkohol verfallen sein. Die Elberfelder übersetzt: nicht vielem Wein. Das meint also nicht: Wein darfst du zwar nicht trinken, aber Bier in jeder Menge. Sondern das meint schon den Alkohol. Abstinenz wird nicht gefordert, also man muss das völlig meiden, das steht nicht in der Schrift. Er darf schon Wein trinken, aber nicht viel. Vor allen Dingen darf er ihm nicht ergeben sein, sodass er ihn unbedingt braucht, dass es eine Sucht wird.
Denn wer mit Alkohol Probleme hat, ist übrigens fast immer unzuverlässig. Und das ist schon so einer als nicht geeignet für irgendeinen Dienst in der Gemeinde.
Er darf nicht schändlichem Gewinn nachgehen, also auf unredlichen Gewinn aus sein. Wer von der Leidenschaft besessen ist, Geld aufzuhäufen, na gut, der wird sowieso kein Diakon in der Gemeinde. Der will irgendwo nur Chef sein, und dem geht es nur um sich. Der wird jede Aktivität dem Rennen nach dem Geld unterordnen. Das sollte niemand in der Gemeinde.
Er soll das Geheimnis des Glaubens in reinem Gewissen bewahren. Das heißt, er muss die Wahrheit praktizieren. Also wenn er jetzt lebt, irgendeinen Dienst tut in der Gemeinde, und wenn er etwas sagt in der Gemeinde, das passiert schon auch. Das ist so ein Übergang, so ein ganz fließender Übergang. Ich sage nicht, dass die Diakone nichts sagen in der Gemeinde oder keinen Wortdienst sozusagen tun sollen, sondern schon.
Und wie das Beispiel von den sieben Diakonen in der Apostelgeschichte lehrt, ja auch: Da treten später zwei auf als ganz wichtige Lehrer. Der eine war Evangelist, der Philippus, und der andere, das war der Stephanus, der erste Märtyrer, wurde ein wirklich großartiger Lehrer. Die also vorher Diakone waren. Das kann sich also durchaus auch ändern, das ist nicht auf Lebenszeit hier.
Aber wenn er etwas sagt, gilt das für Älteste sowieso und eigentlich gilt es für jeden: Wenn er etwas sagt, muss er das mit reinem Gewissen tun. Ja, wenn ich euch etwas sage, muss ich das mit reinem Gewissen tun, sodass mein Gewissen mich nicht im gleichen Augenblick anklagt und sagt: Oh Mann, und du selber, du verlangst das von denen, und was hast du gemacht? Versteht ihr, das meint das ja. Er muss das mit reinem Gewissen tun, das, was er für den Herrn tut.
Und vor allen Dingen, wenn er das Geheimnis des Glaubens, den Glauben, in reinem Gewissen bewahren soll, das geht wahrscheinlich auch in die Richtung: Viele neigen dann, wenn etwas schiefgeht, zum Heucheln. Manche meinen, sie haben jetzt ein bestimmtes Ansehen in der Gemeinde, aber zu Hause geht etwas schief, vielleicht mit der Frau oder mit sonst etwas, und dann tut man so, als ob alles in Ordnung ist. Da wäre das Geheimnis des Glaubens schon lange nicht mehr in einem reinen Gewissen bewahrt. Dein Gewissen sagt dir das schon, das braucht dir niemand anders zu sagen. Dein eigenes Gewissen sagt dir das, im Normalfall.
Es geht weiter, Vers 10:
Doch auch sie müssen zuerst auf Eignung geprüft werden; nur wenn nichts an ihnen auszusetzen ist, sollen sie ihren Dienst ausüben.
Das ist ein göttlicher Grundsatz von beträchtlicher Wichtigkeit. Wer für eine Dienstgruppe in der Gemeinde verantwortlich sein will, muss sich also schon bewährt haben, und das Ergebnis der Prüfung muss sozusagen lauten: untadelig.
Aber wie gesagt, denkt bei untadelig zuerst daran, wenn eure Kinder keinen Tadel mitbringen. Also es meint nicht absolut: ja, spitzenmäßig, dann könntest du gleich Minister werden in Deutschland oder so etwas. Nein, es meint untadelig: Niemand kennt irgendetwas von dir, was er dir vorwerfen müsste.

Frauen im diakonischen Dienst und ihre besondere Verantwortung

So, jetzt kommen wir zu den Frauen, Vers 11. Dasselbe gilt für Frauen, denen eine solche Aufgabe übertragen wird. Man muss sie achten können, sie dürfen nicht verleumderisch sein und müssen sich durch Besonnenheit und Zuverlässigkeit in jeder Hinsicht auszeichnen.
Hier sind nicht die Frauen der Diakone gemeint, wie manche denken. In manchen Bibelübersetzungen ist das an dieser Stelle ungenau. Wenn die Übersetzung einigermaßen genau ist, dann steht das „ihre“ wenigstens in Klammern, also: „ihre Frauen“. Denn dieses „ihre“ steht nicht im Grundtext. Es geht hier um die Frauen. Und zwar um die Frauen, die einen diakonischen Dienst tun.
Es ist unwahrscheinlich, sehr unwahrscheinlich. Erstens, weil das „ihre“ fehlt. Die Schrift sagt also nicht, dass es sich hier um die Frauen der Diakone handelt. Zweitens wäre es äußerst unwahrscheinlich: Warum sollten die Frauen von Diakonen eine höhere Qualifikation haben als die Frauen von Ältesten? Von denen wird nämlich gar nichts gesagt. Das ist irgendwie widersinnig. Es meint also am sinnvollsten hier tatsächlich weibliche Diakone.
Es gibt selbstverständlich in der Gemeinde weibliche Diakone. Wir haben sogar ein Beispiel. Wir kennen eine Schwester aus Kenchreä bei Korinth, das ist die Schwester Phöbe, die ausdrücklich in der Schrift als Diakon, als Diakonin, bezeichnet wird und die dann auch den Brief an die Römer nach Rom gebracht hat. Und Paulus sagt, sie hat ihm also viel geholfen. Er kennt auch andere Schwestern, die nicht ausdrücklich so bezeichnet werden, die ihm aber in der ganzen Arbeit im Zusammenhang mit dem Evangelium viel geholfen haben. Das heißt nicht, dass sie gepredigt haben. Jeder, der schon einmal bei einer Evangeliumsmannschaft mitgemacht hat, der weiß, wie viele verschiedene Dienste es da gibt. Ja, und es muss Leute geben, auf die man sich verlassen kann, die sich um solche Dinge kümmern oder in einem bestimmten Bereich der Arbeit kümmern. Und das können selbstverständlich auch Schwestern sein.
Auch von der Gliederung des Abschnitts her ist das ganz einleuchtend. Zuerst werden die Diener angesprochen, beziehungsweise genauer gesagt die männlichen. Dann werden die weiblichen Diener angesprochen. Und dann werden die angesprochen, die verheiratet sind, egal ob es weiblich oder männlich ist. Das heißt, hier ist natürlich vor allen Dingen der männliche Diakon gemeint, also der verheiratete Diakon in Vers 12, also nicht egal, ob weiblich oder männlich, sondern hier die verheirateten Männer.
Was wird von den Frauen im Diakonenkreis erwartet? Sie sollen natürlich genauso ehrbar sein wie die männlichen Diener, das heißt, man muss sie achten können. Ja, das darf keine Person sein, der man nicht so richtig traut oder so. Das geht einfach nicht.
Dann werden hier aber doch leider ein paar Besonderheiten gesagt, oder leider, es ist halt so, entschuldigt, liebe Schwestern, aber es werden ein paar Besonderheiten für Frauen genannt, die bei den Männern nicht stehen, die aber im Prinzip natürlich auch für Männer gelten. Hier steht: nicht verleumderisch. Wer andere verleumdet, der tut ein sehr schlimmes Werk, das Werk des Teufels. Das Wort verleumderisch heißt im Griechischen Diabolos. Wir kennen vielleicht das Wort Diabolos, das ist das Wort für den Teufel. Also wer andere verleumdet, der tut das Werk des Teufels. Das ist unmöglich. Ein Diakon kann so etwas nicht sein, der vielleicht in die Häuser geht, oder auch eine Diakonin, die eventuell in die Häuser geht und dann viele Leute verleumdet. Das wäre ein Unding für die Gemeinde.
Weiter: nüchtern. Es dürfen keine Schwärmerinnen sein. Sie müssen sich also durch Besonnenheit und Zuverlässigkeit in jeder Hinsicht auszeichnen, mäßig im Weingenuss, aber sie dürfen sich überhaupt nicht berauschen lassen. Ja, nüchtern, das bedeutet das in jeder Hinsicht, also in allem treu und zuverlässig.
Natürlich kann doch eine Frau Finanzminister in der Gemeinde sein, das ist überhaupt kein Problem. Oder Finanzdiakon, oder wie soll ich sagen, ist ja egal. Und natürlich erfordert dieser Dienst absolute Zuverlässigkeit.

Bewährter Dienst, geistlicher Gewinn und die Gemeinde als Zeugin der Wahrheit

Und zum Schluss kommt jetzt noch ein Wort an die verheirateten Diener. Vers 12: Verheiratete Diakone müssen ihrer Frau treu sein und sich in vorbildlicher Weise um ihre Kinder und die ganze Familie kümmern.
Also auch Diener, also auch männliche Diakone, dürfen nicht mit zwei oder mehr Frauen verheiratet sein. Auch sie müssen ihrer eigenen Familie gut vorstehen, denn wer zuhause keine Verantwortung übernimmt, kann das natürlich auch nicht in der Gemeinde. Aber interessant: Sie müssen sich eben auch um ihre Kinder kümmern, um die ganze Familie. Also auch die Diakone, auch die Männer, wir haben an dieser Stelle Verantwortung.
Und jetzt kommt ein sehr schöner Satz für alle Diakone und Diakoninnen: Wer seinen Diakonendienst gut versieht, erwirbt sich hohes Ansehen und grosse Zuversicht im Glauben an Jesus Christus. Also der Lohn eines Dieners ist reichlich bemessen. Er, die Elberfelder übersetzt, glaube ich, erwirbt sich eine schöne Stufe, das heisst eine Vertrauensstellung. In der Gemeinde ist er geistlich angesehen und hat gewiss auch eine gute Aussicht, was den Lohn vor dem Richterstuhl des Christus betrifft.
Die Ausleger wissen nicht, also ich weiss es auch nicht, was das heisst: schöne Stufe. Ja, das kann bedeuten, das Ansehen in der Gemeinde, das kann bedeuten, was die endgültige Belohnung vor dem Herrn betrifft. Aber es ist eine schöne Sache, ja. Die bekommen das. Und ausserdem haben diese Leute viel Freimütigkeit im Glauben an Jesus Christus, also Mut, Zuversicht, Freudigkeit, das ist Freimut. Sie können freudig und zuversichtlich in ihrem Glauben sein.
Ich denke, das trifft auf viele zu, auf alle zu, die dem Herrn dienen. Da geht es am ehesten. Es gibt manche Leute, die haben Zweifel, die haben Probleme mit Heilsgewissheit. Das Beste ist immer: Du fängst an, dem Herrn zu dienen. Auch wenn du vielleicht noch kein Diakon bist, wenn du noch keinen Arbeitsbereich hast, für den du verantwortlich bist, kannst du dennoch dem Herrn dienen, mit den anderen zusammen. Das ist das Sicherste und Beste, was wir machen können. Fang sofort an.
Und es gibt genügend Aufgaben. Und es ist ja nicht bloss für irgendjemand hier, sondern es ist ja für den Herrn letztlich. Was kann man Besseres tun? Einen besseren Herrn gibt es nicht im ganzen Weltall. Sie werden zuversichtlich und freudig im Glauben. Das ist eigenartig, dass sie das gewinnen. Irgendwie wird ihr Glaube sich verändern durch ihren Dienst, da geschieht etwas. Die bekommen etwas vom Herrn geschenkt, ja, durch die Treue in ihrem Dienst.
Und mancher ist ein äusserst geschickter Handwerker, sagen wir mal, der sich viel um die praktischen Dinge kümmern kann und das auch gut organisieren kann. Der würde aber eine sehr klägliche Figur abgeben, wenn er hier vorn stehen müsste. Und dem wollen wir das auch nicht zumuten. Es ist aber sein Dienst, und hier wird etwas von dem Segen geschrieben, den er dafür bekommt. Es muss nicht jeder Redner sein, sondern es gibt so viele verschiedene Dinge zu tun. Ihr wisst es alle: Wenn man Evangelisationsarbeit macht, wenn man sich um andere Leute kümmert, wenn man den Büchertisch in der Stadt aufstellt, wie viele Leute braucht man da eigentlich? Und vielleicht überlegst du es dir und solltest an der Stelle einfach anpacken.
Du schadest dir nur selbst, wenn du nichts tust. Das ist genauso wie mit unserem Körper: Wenn wir da nur so möglichst viel reinstopfen, aber ihn nicht bewegen, dann wird er irgendwie fett und unförmig. Wenn man jetzt nicht gerade krank ist, dann wird man immer unbeweglicher. Man muss was tun, man muss Sport treiben. Wer in der Gemeinde nichts tut, der verfettet geistlich sozusagen. Oft sind das die Leute, die die grössten Probleme machen, die alles besser wissen als die anderen, die ständigen Meckerer, die aber nichts tun. Das ist schlimm.
Also, packen wir es an. So könnte man wirklich sagen: Pack die Arbeit an, die der Herr dir vor die Füsse gelegt hat, falls du es nicht wissen solltest. Frag mal jemanden, frag mal einen, der Diakon ist oder Ältester ist. Ich denke, die haben bestimmt einige Ideen, was du tun könntest, mit Sicherheit. Oder die werden sich das überlegen. Also, es gibt Arbeit in der Gemeinde, und die Gemeinde könnte so gut vorangehen.
Zum Schluss noch ein paar Bemerkungen zur Bedeutung des geistlichen Hauses. Das sind die letzten Verse im Kapitel. Lieber Timotheus, endigen Gottes den Stützpfeiler und das Bollwerk der Wahrheit, und niemand kann bestreiten, wie gross und einzigartig die geheimnisvolle Wahrheit unseres Glaubens ist. Er hat sich gezeigt in Fleisch und Blut und wurde beglaubigt durch Gottes Geist. Und so haben ihn die Engel gesehen. Er wird gepredigt unter den Völkern und findet Glauben in aller Welt und ist im Himmel mit Ehre gekrönt.
In einer Welt von Lüge und Täuschung ist die Gemeinde Pfeiler und Fundament der Wahrheit. Pfeiler kennen wir meistens nur als Stütze in einem Gebäude. Aber das war es nicht nur damals nicht, es gibt auch freistehende Pfeiler. Und in der Antike wurden Pfeiler oft auf einem Marktplatz aufgerichtet, und daran wurden dann verschiedene Ankündigungen aufgehängt. Also das waren sozusagen die Vorläufer der Litfasssäule. Es soll ja ein Mensch namens Litfass gewesen sein, der diese Säulen erfunden hat.
Und die Gemeinde ist so eine Art Litfasssäule für die Wahrheit, beklebt mit den Lebensläufen ihrer Glieder. Die Gemeinde ist eine Säule für die Wahrheit, beklebt mit den Lebensläufen ihrer Glieder. Und somit verkündigt die Gemeinde durch die Gläubigen die Wahrheit, die in ihr lebt. Die Gemeinde sagt: Ja, wir wollen so leben, wie Gottes Wort uns das sagt. Wir richten uns danach, das ist unser Massstab, so wollen wir sein, das ist wichtiger als alles. Die Wahrheit, die in unserem Leben sichtbar wird, in deinem Leben, in meinem Leben.
Diese Wahrheit wird aber kaum sichtbar werden, und das ist jetzt, ich hoffe, ich trete jetzt nicht zu vielen auf die Füsse, aber ich glaube schon: Die Wahrheit kann kaum sichtbar werden, wenn du so eine Art christlicher Vagabund bist, der also die Gemeinden wechselt wie das Hemd, der mal da, mal da, mal da, mal da, mal da ist, überall und nirgends. Ohne Gemeinde, ohne örtliche Gemeinde, zu der man gehört, kann man zwar gerettet sein, aber kaum als Geretteter leben. Es fehlt die Familie. Man braucht definitiv eine Familie um sich herum. Und es fehlt dann auch der richtige Grund.
Die Verbindlichkeit in einer Gemeinde ist äusserst wichtig für uns. Verbindlichkeit bedeutet: Es kann mir auch jemand etwas sagen. Der Diakon, der für den Bereich, in dem ich arbeite, mitverantwortlich ist, der kann mir schon mal etwas sagen. Der kann mich mal auf die Pünktlichkeit hinweisen. Die Ältesten der Gemeinde dürfen mir etwas sagen. Aber es sind ja Leute, die sich nicht gerne etwas sagen lassen. Die wechseln dann lieber schnell die Gemeinde, und dann sind sie weg. Dort sind sie genauso unverbindlich, und wenn da etwas kommt, sind sie dort wieder weg. Das geht nicht.
Gemeinde ist ein geistliches Haus, sie fordert Verbindlichkeit. Sie ist Stützpfeiler und Bollwerk der Wahrheit, und wir bilden das miteinander. Die Gemeinde ist natürlich in dieser Hinsicht nicht selber die Wahrheit, denn die Wahrheit der Gemeinde ist eine Person, das ist Jesus Christus. Aber die Gemeinde, die Gläubigen, weisen auf diesen Herrn hin. Es ist also der, der von sich gesagt hat: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Und dieser Herr wird nun noch einmal zum Schluss vor unsere Augen gestellt: das Geheimnis nämlich unserer Gottseligkeit. Ihr erinnert euch vielleicht an diesen Begriff Gottseligkeit. Also liebevolle Ehrfurcht vor Gott oder Gottesfurcht, so wird es manchmal übersetzt, liebevolle Ehrfurcht vor Gott. Das ist also unsere Ausstrahlung. Und das ist die liebevolle Hinwendung zu dem, und nun steht es von dem hier: der geoffenbart, Worten ist im Fleisch, so übersetzt es also die Elberfelder, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, gepredigt unter den Nationen, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit.
Das Geheimnis, das unser persönliches und gemeindliches Leben bestimmt, also die zentrale geheimnisvolle Wahrheit unseres Glaubens, das ist er. Und ich lese euch noch einmal nach meiner Übersetzung vor, zum Schluss: Er hat sich gezeigt in Fleisch und Blut und wurde beglaubigt durch Gottes Geist, und so haben ihn die Engel gesehen. Er wird gepredigt unter den Völkern und findet Glauben in aller Welt und ist im Himmel mit Ehre gekrönt. Das ist unser Herr.
Verleumderisch ist gleichzusetzen mit lästern über andere. Da müsste man auch wiederum erst einmal definieren, was ist lästern hier bei euch, das wird sehr unterschiedlich gebraucht. Lästern sagt man manchmal regelrecht im Spass in unseren Gegenden, also das Wort wird für eine spasshafte Sache gebraucht, wenn ich jemanden hochnehmen will. „Lästern“ im ursprünglichen Sinne meint ja etwas ganz Negatives, „sagen“ oder „schimpfen“ über jemanden oder so etwas. Das könnte mit der Verleumdung durchaus übereinstimmen, das könnte verleumderisch sein. Aber im eigentlichen Sinn meint verleumderisch: Ich sage etwas über jemanden, das nicht stimmt. Also ich verbreite lügenhafte Dinge über ihn oder auch Dinge, die schon lange geordnet sind, die auch vergeben sind, und breite die immer wieder aus. Das ist Verleumdung.
Die Sachen sind lange vor Gott in Ordnung. Wir können ja so nachtragend sein, so schrecklich, und graben dann heraus: Ja, und damals hast du das und das und das gemacht. Mir ist das mal aufgefallen, im vergangenen Jahr. Wir hatten eine, wir nennen das Rüstwoche in Leipzig, wo so die verantwortlichen Brüder aus den Brüdergemeinden zusammenkommen, und hatten das Richterbuch als Grundlage für die Bibelarbeiten. Da ist mir also schon sehr etwas aufgefallen, als die verschiedenen Brüder dann so die Bibelarbeiten gehalten haben beim Richterbuch. Also wenn man sich die einzelnen Richter anguckt, da bleibt kaum etwas Vernünftiges übrig bei den einzelnen. Und bei manchen war eine einzige Sache im ganzen Leben positiv, und die wird von Gott positiv herausgestellt.
Wir machen es meistens umgekehrt. Wir kennen zwar manche positive Dinge aus deren Leben, aber wenn wir eine negative wissen, die stellen wir heraus. Das geht also auch in Richtung verleumderisch. Also es ist so an der Grenze manchmal zur Wahrheit, manchmal mag es stimmen, manchmal sind Dinge schon in Ordnung gebracht. Ich habe mich mal dabei ertappt, dass mir jemand von einem anderen erzählte, also etliche gute Dinge. Und ich habe gemerkt, wie stark mir das auf der Zunge lag, dem nun aber auch so ein paar richtige Klöpse von dem zu erzählen, also üble Sachen, die der andere offensichtlich gar nicht wusste. Und ich hatte so ein ganz anderes Bild von demjenigen. Ich konnte mich glücklicherweise bremsen. Das meint aber dann Verleumden. Den guten Ruf eines anderen kaputt machen, das sind gefährliche Dinge.
Manchmal muss man über jemanden sprechen, um jemandem helfen zu können. Aber bei den meisten, die das tun, läuft das dann bloss auf Gerüchthauen hinaus, und es führt zum Beispiel nicht zum Gebet. Ja, dass man das nicht vor Gott bringt. Also verleumden auf jeden Fall, wenn man negative oder sogar lügnerische Dinge über andere verbreitet.

Danke!

© 2024 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 2024.08);

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