31.07.2026
Serie•Teil 1 / 1SoBS 2026 Sondervortrag
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Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einordnung zwischen Streit und Gelassenheit
Sommerbibelschule zwanzig sechsundzwanzig. Es geht weiter im ersten Korintherbrief: Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch – dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und ich darf euch zwei Wochen lang die Predigten der Sommerbibelschule zwanzig sechsundzwanzig präsentieren.
Und es ist wichtig, dafür aufzustehen, nicht einfach es zu schlucken oder es wegzuwischen. Oder zu sagen: Ach, verzockert, lass den doch anders denken.
Es gibt eben auch Sachen, die sind vielleicht zweitrangig. Ich habe es mal so beschrieben: Da stehen wir, da beschreiben wir vielleicht als Gemeinde bei uns zu Hause: Hey, das ist unser Standpunkt. Aber du hast vielleicht einen anderen Standpunkt an der Stelle, den du auch mit der Bibel gut begründest. Und ich würde sagen: Ich kann dich stehen lassen an der Stelle. Nicht stehen lassen im Gespräch oder so ähnlich, bei dem anderen Punkt auch, sondern ich kann es aushalten, dass einer einen anderen Standpunkt hat.
Es sind irgendwie Lehren, die mit Gemeindepraxis zu tun haben, mit dem, wie ihr Gemeinde lebt, wo es wichtig ist, dass man vor Ort so einen Konsens hat und einfach sagt: Jo, so handhaben wir das. Vielleicht, dass die Gemeinde geleitet wird, wie das genau aussieht, vielleicht auch die Form der Taufe, wie getauft wird, verschiedene andere Fragen. Ich glaube, da braucht es viel Weisheit und auch einen respektvollen Umgang miteinander.
Es ist tatsächlich ein Bereich, wo ich manchmal den Eindruck habe, dass wir als Christen uns gegenseitig auch, entschuldigt den harten Ausdruck, verteufeln können. Aber ich glaube, es könnte auch anders gehen. Es gibt Lehren, die sind vielleicht die Streitvermeider, so wie wir es gestern hatten, aus meiner Sicht zumindest. Wo man sagt: Okay, also ja, kann ich stehen lassen, ist völlig in Ordnung. Das ist wichtig, das hat mit Theologie zu tun, gar keine Frage. Da ist auch Raum für Diskussionen, aber wir können einander stehen lassen. Wir werden es auch aushalten in einer Gemeinde miteinander.
Und ich fand den Punkt richtig spannend gestern, weil der hat gesagt: Solange da nicht angefangen wird zu missionieren. Und ich sage: So musst du denken, sonst liest du komplett falsch. Aber darüber zu reden, sich auszutauschen, vielleicht auch über Details der Endzeit, ja. Wann jetzt genau Jesus wiederkommt, da meine ich kein Datum oder so ähnlich, aber in welcher Abfolge, wo das genau passieren wird, kennen Geschwister in meiner Gemeinde. Das halte ich gut aus, dass die vielleicht das anders sehen als ich, und es ist in Ordnung.
Können wir uns stehen lassen und können drüber reden, aber wir müssen uns deswegen nicht trennen, weil wir beide grundlegend fest davon ausgehen, Jesus kommt wieder. Und das ist felsenfest und klar. Da sind wir eins, aber da vielleicht nicht an allen Stellen. Es braucht viel Demut, viel Lernbereitschaft an der Stelle. Die Offenheit, sagen zu können: Meine Erkenntnis ist durchaus bruchstückhaft.
Fragen zur Einordnung von Lehren
Und dann gibt es vielleicht auch noch eine vierte Kategorie. Ich habe sie mit Meinungen, Ansichten, vielleicht auch mit Gewissensfragen überschrieben. Da denke ich, dass wir einfach auch gelassen zusammenstehen können.
Das ist an vielen Stellen eher nebensächlich. Da geht es vielleicht um Vorlieben, um Prägung, um persönliches Gewissen und um Freiheit. Es braucht eine Haltung, die von Weite, Gelassenheit und auch Großzügigkeit geprägt ist.
Wie war das jetzt nochmal genau mit den Musikinstrumenten im Gottesdienst? Wie war das mit Wein oder Saft beim Abendmahl? Und ich weiß: Es könnte sein, dass du jetzt zuckst und denkst: Soll ich jetzt schon aufstehen? Muss ich jetzt schon kämpfen?
Lass uns nachher gerne darüber reden. Vielleicht würdest du sagen: Hey, das ist doch zweite, dritte oder erste Kategorie. Es ist ein Werkzeug, das ich euch vorstellen möchte und das durchaus eine Hilfe sein kann, um zu überlegen: Wie ist es denn mit den Wahrheiten, die wahr sind, aber nicht alle zentral sind?
Dabei gibt es aus meiner Sicht eine Herausforderung. Das hat mit unseren Vorlieben zu tun. Wir neigen manchmal dazu, unsere Vorlieben, unsere Prägung, unsere Tradition und unsere Sichtweisen zu biblischen Geboten zu machen. Wir springen vielleicht von Kategorie vier nach Kategorie eins.
Zwei Gedanken dazu: Ich möchte dich dazu einladen, zu einer theologischen Demut. Ich weiß nicht, ob man das so nennen kann, keine Ahnung, ob es den Begriff gibt. Hier habe ich einfach Demut geschrieben, weil sie uns hilft, irgendwie gesund zu reflektieren. Für uns selber: Wie stehe ich eigentlich an der Stelle, um gesunde Überzeugungen aufzubauen?
Denn eine Frage, die ich mir durchaus stellen kann, ist: Geht es jetzt hier um biblische Aussagen oder geht es um meine Auslegung? Ist das nicht dasselbe? Manchmal schon, oder? Aber vielleicht gibt es beim anderen auch eine etwas andere Auslegung. Und ich frage mich, ich will mich fragen: Wie ist das eigentlich mit meiner Auslegung? Neige ich an der einen oder anderen Stelle vielleicht dazu, sie mit der Bibel, mit dem Wort Gottes, gleichzusetzen?
Ja, ich will gute biblische Auslegung haben. Ich möchte dafür einstehen, ich möchte dafür kämpfen, ich möchte darum ringen, gar keine Frage. Ich möchte auch mit anderen darum ringen, auch keine Frage. Aber ich will auch lernen, nicht gleich den anderen in seiner Treue dem Wort Gottes gegenüber infrage zu stellen. Sondern auch zu sehen: Ah, wer winkt ja genau so.
Ja, vielleicht sind wir da nicht in allen Dingen gleich. Und ich möchte vorsichtig sein. Ich möchte überzeugt sein, ja, aber auch vorsichtig sein, meine Auslegung nicht gleichzusetzen mit dem Wort Gottes.
Und die Frage einer reflektierten Theologie ist, ob ich unterscheide zwischen zentralen und nicht zentralen Lehren. Wenn wir mal ehrlich sind, keine Ahnung, ich stehe jetzt einfach mal 80 in den Raum. Könnten wir auch etwas anderes sagen. 80 dessen, was das Wort Gottes sagt, sind relativ klar, und das kostet so 20 an Kraft in den Diskussionen, die stattfinden. Aber es gibt 20, die sind vielleicht nicht so ganz klar, und für die verschwenden wir durchaus manchmal 80 unserer Kraft gegen Gemeinden, weil wir kämpfen, weil wir ringen.
Vielleicht kann ich mich ja auch da mal fragen: Ist diese Frage, für die ich gerade bis aufs Blut kämpfen möchte, wirklich eine zentrale Frage oder ist es vielleicht nicht so eine ganz zentrale Frage? Ich möchte auch da Demut lernen, Langmut im Ringen um solche Lehrfragen, aber auch im Aushalten von unterschiedlichen Sichtweisen, gerade in solchen nicht zentralen Fragen.
Ich glaube, wir benötigen das. Zumindest sage ich das mal von mir: Ich benötige diese Reflexion meiner Auslegung, meiner Theologie. Man könnte auch noch mehr Sachen reinbringen. Ich könnte auch über Persönlichkeit reden, was deine Persönlichkeit eigentlich damit zu tun hat, wie du Bibel verstehst, und vielleicht auch über Tradition. Aber das spare ich mir an der Stelle.
Christus als Maßstab für Sicherheit und Einheit
Einheit gibt es durch Christus, er gibt uns Sicherheit. Es sind nicht unsere Vorlieben, nicht unsere Prägung und nicht unsere Tradition, die für Sicherheit sorgen.
Manchmal machen wir sie zum Fundament unserer Sicherheit. Und dann ist es ja klar: Wenn jemand kommt und dagegenhält, fängt alles an zu wackeln. Dann denke ich: Wow, das wird jetzt hart hier. Aber wenn Christus mein Fundament ist, dann können bei nicht zentralen Sachen durchaus auch mal Dinge ins Wanken geraten. Ich werde es aushalten, weil er mir Sicherheit gibt.
Von daher habe ich noch ein paar Fragen für dich mit, die dir vielleicht helfen, das eine oder andere ein bisschen einzuordnen. Man kann durchaus darüber nachdenken, ob die Lehre, um die es da geht, das Evangelium berührt. Anders formuliert: Wenn diese Lehre, die da im Raum steht, falsch wäre, wäre das Evangelium immer noch dasselbe. Also betrifft es dieses Herz des Glaubens? Geht es um das Zentrum, das Evangelium im Kern?
Die Bibel trennt an der Stelle sehr, sehr deutlich und sagt: Ein anderes Evangelium, sagt Paulus, never ever, auf gar keinen Fall, das nicht, nee, das geht nicht. Bei innerchristlichen Fragen oder bei Streitfragen, die so innerhalb der Christenheit vorkommen, Römer 14, da ist es irgendwie etwas anderes. Aber das ist eine Frage, die man sich an der Stelle mal stellen kann.
Und wenn ich dann Sachen vielleicht unter die Lupe nehme, ich habe eben von der Auferstehung Jesu geredet, dann würde ich sagen: Ja, die hat sehr wohl damit etwas zu tun. Sie berührt nicht nur das Evangelium, sie ist wesentlicher Teil davon. Wann jetzt genau die Entrückung stattfindet, ist da vielleicht nicht ganz so entscheidend an der Stelle.
Kriterien für den Umgang mit Lehrfragen
Zweitens: Wie klar spricht die Bibel eigentlich über diese Lehre? Ist das eine Hauptaussage, die sehr häufig vorkommt, oder eher eine Schlussfolgerung aus verschiedenen Bibelstellen? Ist es mehr eine Interpretation bestimmter Aussagen, oder ist es sehr eindeutig?
Die Bibel kennt auch Lehren, die sehr klar und eindeutig sind. Aber bei schwierigen Stellen ist eben nicht alles gleich klar. Man kann sich ja fragen: Wird es eigentlich häufiger gelehrt? Kommt es häufiger in der Bibel vor?
Vorsicht: Das sind keine absoluten Aussagen. Ich weiß, dass es auch Aussagen in der Bibel gibt, die sehr selten gelehrt werden und trotzdem sehr elementar und fundamental sind. Also bitte das jetzt nicht zu absolut darstellen. Aber was ist denn eigentlich zum Beispiel Thema eines Textes? Manchmal picken wir uns die Nebenthemen, Randthemen, heraus, machen sie zum Hauptthema und sagen: Ist doch klar, ist doch klar. Ist das eindeutig oder umstritten?
Man kann ja auch durchaus mal in die Kirchengeschichte gucken: Wie haben denn Christen im Laufe der Zeit darüber nachgedacht? Haben vielleicht andere treue, christusnachfolgende Jesusnachfolger die Bibel hier auch schon unterschiedlich verstanden? Das ist eine Frage, die Demut fördert, wenn ich sie mir stelle.
Drittens: Welche Auswirkungen hat denn diese Lehre auf andere Lehren? Verändert sie etwas daran, wie ich Gott kenne, wie ich Jesus nachfolge oder wie ich Gemeinde lebe? Denn Wahrheit in der Bibel ist nie nur Theorie, nie einfach nur Gerede, sondern sie hat wesentlich mit Leben zu tun.
Aber nicht jede Wahrheit hat den gleichen Radius in dem, was sie anderes betrifft. Es gibt Lehren, die das, was meine Gottesbeziehung angeht, oder wie ich Jesus nachfolge, kaum berühren. Andere tun das sehr stark. Welche praktischen Folgen hätte es also, wenn ich an der Stelle meine Meinung ändere? Gibt es dann wirklich etwas, oder ist es vielleicht gar nicht so wesentlich?
Und wie eng hängt diese Lehre mit anderen Lehren zusammen? Das klingt ein bisschen ähnlich wie das, was wir gerade eben hatten. Also: Ist sie ein Teil des Fundaments oder ist sie ein Baustein darauf? Ein Fundament ist wichtig zum Bauen, tragende Wände, Innenausstattung, Deko – das gehört alles zu einem Haus, ja, aber nicht alles davon trägt das Haus. Und vielleicht ist es bei manchen Lehren, oder nicht nur vielleicht, sondern ganz ähnlich: Manche dienen dem Fundament, andere eher dem, was darauf gebaut wird. Nicht jede Lehre ist ein tragendes Fundament.
Und fünftens: Welche Art von Gemeinschaft ist von dieser Lehrfrage eigentlich betroffen? Welche Form von Einheit ist also trotz der Unterschiede, die da sind, möglich? Das ist irgendwie gut, um nicht ständig irgendwelche unnötigen Lager zu bilden. Kann ich einfach trotzdem mit jemandem gemeinsam Christ sein, auch wenn wir da anders denken? Können wir vielleicht, ich habe es eben angedeutet, in einer dritten Kategorie sagen: Kann ich trotzdem mit ihm die gleiche Gemeinde besuchen, weil es einfach so ist, dass wir uns da stehen lassen können? Können wir gemeinsam dienen und gemeinsam an Gottes Reich mitwirken? Kann ich mit jemandem einfach ganz entspannt unterschiedlicher Meinung sein, oder steht da viel mehr auf dem Spiel?
Die Bibel unterscheidet zwischen der Einheit im Evangelium, in der Erkenntnis des Sohnes Gottes, der Einheit im Glauben, aber auch der Freiheit in vielen anderen Fragen. Und wie wir mit Freiheit umgehen, das haben wir ja diese Woche auch gelernt, auch spannend. Ja, das hat auch viel mit Liebe zu tun, aber eben auch mit klaren Grenzen, wenn es um falsche Lehre geht. Einheit ist sehr real, aber sie ist nicht grenzenlos. Und man kann sich darüber durchaus einmal Gedanken machen.
Also: Betrifft es das Herz des Glaubens, diese Frage, um die es da gerade geht? Wie klar lehrt die Schrift das Ganze? Was verändert diese Lehre ganz praktisch? Wie grundlegend ist sie? Und welche Form von Einheit ist trotz der Unterschiede an der Stelle möglich?
Fragen, die helfen können. Und ich glaube, man könnte noch viel mehr aufstellen, um das vielleicht an der einen oder anderen Stelle ein bisschen zu sortieren und daraus dann auch zu überlegen: Okay, wie will ich denn jetzt in diese Diskussion hineingehen, die da vielleicht ansteht? Brauchst du vielleicht ein bisschen mehr Weite und Großzügigkeit, oder brauchst du ein bisschen mehr Mut, dafür aufzustehen? Fragen, die dabei helfen, die Wahrheit einer Lehre ernst zu nehmen und zugleich ihre angemessene Bedeutung für Glauben, Gemeinde und auch für das Miteinander einzuordnen.
Wir gründen uns dabei auf die Bibel. Sie lehrt uns nicht nur, was wahr ist, sondern auch, wie zentral etwas ist, wie klar es ist, wie es sich auswirkt und wie wir damit umgehen.
Die Gemeinde als bewahrte Einheit unter Christus
Ich habe unten drunter geschrieben: Nicht-Gleichförmigkeit macht die Gemeinde stark, sondern die gemeinsame Ausrichtung auf Christus. Es geht ja gar nicht darum, bis ins Letzte überall wie in einer Uniform komplett gleichzuticken, sondern ich glaube, dass der Geist Gottes uns eine Einheit schenkt, die durchaus in der Lage ist, das auch auszuhalten, weil sie auf einem festen Fundament steht: auf Christus, an dem es nichts zu rütteln gibt. Christus als Zentrum, das Evangelium als Korrektiv. Eine Klarheit im Zentrum und viel Demut auch am Rand, vielleicht da, wo es weniger damit zu tun hat.
Für Einheit hat Jesus alles gegeben. Das Evangelium sagt: Gott hat einen Leib geschaffen, Epheser 2. Christus hat Juden und Heiden zu einem Leib gemacht, der Geist Gottes hat diese Einheit gewirkt, Epheser 4,3, und wir sollen sie bewahren.
Kleine Nebenbemerkung: Das Schöne ist, wir müssen sie nicht produzieren, wir müssen sie nicht herstellen. Wir dürfen sie am Laufen halten, wir dürfen sie bewahren wie etwas unglaublich Wertvolles. Wir dürfen einstehen, wir dürfen kämpfen für Einheit. Wir müssen nicht für Einheit kämpfen, damit Gott uns annimmt, sondern wir haben Einheit von ihm geschenkt bekommen, und die dürfen wir bewahren. Wir kämpfen aus dieser Einheit heraus, die Christus geschaffen hat. In dem Bewusstsein, dass er den Preis bezahlt hat, weil sie ihm unendlich kostbar ist, hat es gewirkt. Er hat dieses Wunder der Einheit gewirkt, damit Menschen, die sonst nicht miteinander klarkommen, zusammengehören.
Und das ist mit den Juden und den Heidenchristen durchaus manchmal schon ziemlich heikel. Vielleicht kennst du ähnliche Beispiele aus deiner Gemeinde, wo du sagst: Wow, im Kaninchenzuchtverein oder im Fußballverein hätten wir uns nicht getroffen, aber hier in der Gemeinde sitzen wir plötzlich nebeneinander. Man muss sich das durchaus immer mal wieder bewusst machen.
Ja, unser Herr hat eine Einheit geschenkt. Wir hätten sie auch nicht auf die Reihe gekriegt, wir hätten sie nicht produzieren können. Aber jetzt dürfen wir sie bewahren, und sie ist ihm unglaublich wertvoll, dass man gemeinsam mit dem Bruder und mit der Schwester dort sein kann, auch wenn wir uns sonst nie gefunden hätten, wenn wir uns vielleicht sogar gegenseitig ablehnen würden und sagen würden: Auf gar keinen Fall. Christus hat sein Leben gegeben für die Einheit seiner Gemeinde. Deshalb will ich, deshalb wollen wir nicht an irgendwelchen zweitrangigen oder viertrangigen Fragen das zerstören, was ihn alles gekostet hat.
Also steht vielleicht gar nicht zuerst die Frage da: Wofür kämpfen wir? Sondern: Wofür hat denn Christus am Kreuz gekämpft? Er hat nicht für seine Meinung gekämpft, er hat für seine Gemeinde gekämpft. Er hat sein Leben gegeben, um aus so vielen unterschiedlichen Menschen, wie es sie nur gibt, eine Einheit zu machen, einen Leib.
Und deshalb, wenn wir kämpfen, kämpfen wir nicht um unseren Stolz, für unser Prestige, für unsere Lieblingslehren oder für unsere Prägung, für unsere Gemeinderichtung oder für sonst etwas, sondern wir kämpfen darum, die Einheit zu bewahren, die Christus bereits mit seinem Blut erkauft hat. Und deshalb treten wir ein für gesunde Lehre, deshalb machen wir die Sommerbibelschule, weil es uns wichtig ist, gesunde Lehre weiterzugeben. Und wir setzen uns dafür ein, dass wir einander in Liebe begegnen.
Denn die Einheit der Gemeinde lebt genau davon: von gesunder Lehre, die dem Evangelium entspricht, und von gelebter Liebe. Weil wir fest im Evangelium stehen, fest auf Christus stehen, macht er unser Herz und unsere Arme und Hände weit für das Miteinander.
Praktische Fragen für das eigene Prüfen und Weitergehen
Wo neigst du vielleicht eher zum Extremen? Wo kämpfst du um Dinge, die nicht zentral sind? Oder vermeidest du auf der anderen Seite vielleicht Konflikte, obwohl das Evangelium auf dem Spiel steht?
Welche Lehrfrage fordert dich gerade heraus? Ist sie wirklich eine Frage des Evangeliums, oder brauchst du da vielleicht mehr Demut und Lernbereitschaft? Und was wäre diese Woche, oder könnte man vielleicht sagen nach der Sops, ein konkreter Schritt, um Einheit zu fördern?
Wo fällt dir vielleicht gerade jetzt eine Person ein, der du mit mehr Liebe, Geduld und Verständnis begegnen könntest, ohne die Wahrheit aufzugeben?
Oder habt ihr eine große Frage darunter geschrieben: Gibt es eine Lehr- oder Streitfrage, bei der ich tatsächlich neu lernen muss, mutig für die Wahrheit einzustehen oder demütig Unterschiede auszuhalten?
Wie gesagt, nimm dir die Fragen gerne mit, und wenn du magst, kann man durchaus länger darüber nachdenken. Ich wünsche mir sehr, dass du das nicht vergisst: Kämpfen darum, die Einheit zu bewahren, die Christus bereits mit seinem Blut erkauft hat. Dafür kämpfen wir.
Und wenn ihr heute Abend noch ein bisschen am Lagerfeuer euch austauschen wollt, habe ich euch noch ein paar allgemeinere Fragen darüber hinaus. Welche Streitfragen hast du unter Christen erlebt? Wir können ja auch mal darüber reden, was einen verletzt hat, wo Spaltung da ist oder gewesen ist. Welche der fünf Fragen ist für dich eine Hilfe, oder vielleicht auch gar keine Hilfe? Wo sagst du: Hey, das ist ein Gedanke, über den sollte ich irgendwie nachdenken. Und warum? Ist auch mal schön, irgendwie darüber zu reden.
Und was bedeutet es eigentlich für deine Gemeinde ganz praktisch, fest auf dem Evangelium zu stehen und weit miteinander zu sein? Wie erlebst du das in deiner Gemeinde? Was fällt dir vielleicht ein, wo ihr sagt: Okay, da könnte man ja mal einen Schritt gehen? In Teenies könnte ich auch sagen: im Teenie-Kreis, ja, oder im Gespräch mit Freunden, Jugendlichen genauso. Manchmal hat man ja noch nicht so viel Einfluss auf das, was in der Gemeinde passiert. Aber wo fällt uns das leicht, was hier steht, und wo fordert uns das heraus?
Aber bitte vergesst bei all dem nicht: Wir kämpfen darum, die Einheit zu bewahren, die Christus bereits mit seinem Blut erkauft hat.
Das war’s für heute. Die Sommerbibelschule findet nächstes Jahr vom 8. bis 14. August in Volkenroda statt. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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