Generierte Mitschrift
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Einführung in das Thema und persönliche Einordnung
Freundschaft, Liebe, Partnerwahl: Ich möchte gerne dieses Thema entfalten, auch anhand von ein paar Folien, die wir hier sehen werden. Das ein oder andere Mal wird es ganz gewiss auch etwas zum Schmunzeln geben. Das gehört dazu, denn bei so einem Thema darf man auch mal lachen. Manche haben nämlich zu Hause nicht zu lachen, ja, dann muss man auch mal lachen, wenn so ein Thema dran ist. Über sich selber darf man ruhig mal schmunzeln.
Ich habe am Mittwochabend hier schon einmal etwas über Ehe gesagt. Darf ich mal ganz kurz wissen, wer am Mittwochabend da war? Oh, das waren so viele. Gut, dann werdet ihr jetzt in den ersten paar Minuten eine kurze Wiederholung haben, aber dann geht es weiter mit Neuem für euch, okay?
Denn ich muss noch einmal die Frage stellen: Warum scheitern eigentlich so viele Ehen? Und meine Überzeugung ist: Der Hauptgrund liegt darin, dass so wenig Ehevorbereitung geschieht. Solche Abende wie hier heute Abend finden zu wenig statt, zu selten. Junge Leute schlittern manchmal in die Ehe hinein oder stolpern hinein und haben sich nie vorher Gedanken darüber gemacht. Sie haben kein Buch zum Thema Partnerwahl gelesen, keine Ehevorbereitung gehabt, sich nicht mit reiferen Ehepaaren ausgetauscht oder Ähnliches. Sie sind einfach so hineingeschlittert. Eine Freundschaft ist entstanden, und daraus wurde mehr. Und auf einmal stand man vor der Frage: Soll man heiraten? Ja gut, dann heiraten wir. Und ehe man sich versah, war man verheiratet. Ohne Ehevorbereitung. Und das kann nur schiefgehen.
Ich habe am Mittwoch schon gesagt: Wir werden auf alles im Leben gut vorbereitet. Vielleicht wisst ihr es noch: neun bis dreizehn Jahre Schule, drei bis acht Jahre Berufsausbildung. Und vielleicht erinnert ihr euch an die eine Frau, die sich elf Jahre auf ihre Führerscheinprüfung vorbereitet hat. Ihr seht also: Auf alles wird man gut vorbereitet. Nur wo ist die Ehevorbereitung?
Da finde ich es gut, dass ihr auch dieses Thema hier behandelt. Ich weiß, das macht ihr nicht zum ersten Mal und wahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal. Aber jeder bringt das wieder ein bisschen anders ein. Und vielleicht bist du auch heute Abend gerade in einer inneren Verfassung, dass du offen dafür bist, dass du wirklich, so wie es eben in den Gebeten zum Ausdruck kam, sagen möchtest: Herr, was hast du mir zu dem Thema zu sagen?
Denn ich denke, die meisten von euch haben Freundschaft, Partnerwahl und Ehe noch vor sich. Nicht alle, aber wohl die meisten.
Die biblische Grundordnung für Ehe
Gottes Grundordnung für die Ehe
Wir fangen ganz bewusst damit an, was im Alten Testament in 1. Mose 2,24 steht. Ich lese euch mal einen Satz vor, der könnte schon fast viertausend Jahre alt sein. So alt ist nämlich das erste Buch Mose, fast viertausend Jahre.
Hört mal, was da gesagt wird. Ich bin überzeugt: Nie wurde etwas Gewaltigeres über die Ehe gesagt als in 1. Mose 2,24. Da sagt die Bibel: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.
Nochmal: Der Mann wird Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.
Ich habe am Mittwoch schon gesagt: Verlassen ist etwas ganz Wichtiges, wenn eine Ehe später einmal glücklich werden soll. Sie muss mit Verlassen beginnen. Verlassen von Vater und Mutter. Nicht in dem bösen Sinn, dass man die Tür zuknallt und sagt: Mit euch will ich nie mehr etwas zu tun haben. Sondern ein Verlassen im Guten.
Ich habe eine Geschichte erzählt: Da war ein Mann, der hat geheiratet. Seine junge Frau wohnte im selben Ort wie die Mutter. Und dann ging er mittags zum Mittagessen nicht zu seiner jungen Frau, sondern zu seiner Mutter. Warum? Weil die den Borscht besser gekocht hat und was es da sonst noch gab, Chibureki und wie das alles heißt. Sie machte das besser als seine junge Schwiegertochter, und deshalb ging er zu seiner Mutter.
Die junge Frau hat sich das ein paar Monate angeguckt, und dann hat sie zu ihm gesagt, ganz ernst: Hör mal, mein lieber Freund, mit wem bist du eigentlich verheiratet, mit mir oder mit deiner Mutter?
Und das war heilsam für ihn. Er hat sich dann wirklich entschieden: Ich bin mit meiner Frau verheiratet, und da ist mein Platz. Und dann ist er dorthin gegangen.
Und ich saß bei der alten Mutter und musste die Scherben zusammenkehren. Ich musste ihr schon beibringen, dass das richtig war, was ihr Sohn jetzt da gemacht hatte.
Ihr versteht mich richtig: Man darf natürlich ab und zu bei der Mutter essen. Das mache ich heute noch. Meine Mutter ist siebenundachtzig, und ab und zu fahre ich noch zu ihr zum Essen, wenn ich kann. Nirgendwo schmeckt es so gut wie bei der eigenen Mutter, das ist einfach so. Meine Frau kocht auch wunderbar, aber sie kocht anders. Und die Mutter, das ist das Erste, was man gekriegt hat, und da schmeckt es am besten. So ist das.
Das ist auch ein Wort an Eltern. Aber so viele Eltern sind nicht hier, das kann ich mir sparen. Das heißt nämlich für die Eltern, dass sie ihre Kinder darauf vorbereiten müssen, selbständig zu werden. Und die Eltern müssen ihre Kinder loslassen.
Also: Eine Ehe, eine glückliche Ehe, beginnt damit, dass Vater und Mutter verlassen werden. Und wenn das vor euch steht, dann denkt daran: Da muss ein wirklicher Schnitt gemacht werden. Vater und Mutter verlassen.
Unauflösliche Bindung und öffentlicher Rahmen
Dann heißt es hier weiter: Ein Mann wird Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen.
Und das ist ein bisschen zum Schmunzeln, aber hier steht im Hebräischen ein Wort, das heißt: angelötet werden. Er wird an seine Frau angelötet werden. Schweißen kannte man damals noch nicht, aber anlöten, das gab es schon vor Tausenden von Jahren. Zwei Metalle werden zusammen verschmolzen, und dann kriegt man die nicht mehr auseinander. Und das ist Ehe, sagt Gott. Da wird angelötet. Mann und Frau werden untrennbar miteinander verbunden.
Ehe ist eine lebenslange treue Bindung zwischen zweien. Ich habe früher immer gesagt: zwischen zweien. Heute muss ich es deutlicher sagen: zwischen Mann und Frau. Seit dem 1. August 2001 ist es in Deutschland rein rechtlich erlaubt, dass zwei Männer heiraten können oder zwei Frauen. Ich konnte es nicht fassen, als ich im Radio hörte, wie am 1. August abends ein Radiobericht vom Standesamt in Bremen kam. Wie der Standesbeamte sich noch ein bisschen schwer tat mit dem Satz: „Der Bräutigam darf jetzt dem Bräutigam den ersten Kuss geben.“ Ich habe gedacht, mir platzt das Trommelfell. Ja, das ist leider Realität in unserem Land. Deswegen sage ich: Ehe ist eine lebenslange treue Bindung zwischen Mann und Frau, so will es Gott.
Öffentlich-rechtlich soll die Ehe geschlossen werden. Denn die Frage ist: Wo wird angelötet? Wo geschieht das? Wo wird ein Mann und eine Frau zusammengelötet? Schauen wir uns das hier noch einmal an auf der Folie. Oh, ein bisschen weit oben.
Wann beginnt die Ehe? Im Augenblick des Verliebens, wenn es so funkt zwischen zweien, werden sie dann angelötet, zusammengelötet? Nein. Mit dem ersten Kuss? Nein. Im Augenblick der gegenseitigen Liebeserklärung, wenn sich die beiden so zum ersten Mal eingestehen, dass sie etwas füreinander empfinden? Nein, auch da wird nicht gelötet. Mit einem stillen Treueversprechen, wenn sie sagen: Wir wollen heiraten, wir warten aufeinander, wir wollen heiraten? Nein, das ist immer noch nicht zusammenlöten.
Mit dem ersten Geschlechtsverkehr? Das meinen viele. Das wird auch in vielen Gemeinden leider, nach meiner Überzeugung falsch, gesagt, dass wenn Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, dann gehören die beiden zusammen, dann sind sie verpflichtet, später zu heiraten, und dann müssen sie die Ehe eingehen. Wie kann ich das beweisen oder belegen, dass das nicht so ist, dass wenn zwei zusammenkommen, auch körperlich, dann noch nicht diese enge Verbindung entsteht, die die Bibel Ehe nennt?
In Johannes 4 ist die Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen. Diese Frau hatte ja eine gewisse Vergangenheit, ja, das war eine Frau mit Vergangenheit. Ich sage es mal ganz deutlich: Das war ein ganz schön schlitzohriges Luder. Die hatte nämlich fünf Männer, und den, den sie jetzt hatte, sagt Jesus, der ist nicht dein Mann. Kennt ihr diese Begebenheit am Brunnen? Er sagt zu ihr: Geh hin, hol deinen Mann und komm wieder her! Und sie: Ich habe keinen Mann! Bums, Rolladen runter: Ich habe keinen Mann! Dann sagt Jesus: Ja, da hast du jetzt die Wahrheit gesagt. Fünfe hast du gehabt, mit fünfen hast du zusammengelebt, und der, den du jetzt hast, mit dem du jetzt zusammenlebst, der ist nicht dein Mann. Das ist dein Hurra, ihr lebt in Unzucht, aber das ist nicht dein Mann.
Jesus Christus hat ein eheähnliches Verhältnis nicht als Ehe anerkannt. Glaubt ja nicht, ihr könnt Gott austricksen und ihr könnt sagen: Wo steht es in der Bibel, dass man vor der Ehe nicht zusammenleben darf? Wo steht es? Hier, schlag es auf, in deiner Bibel steht es auch: Johannes 4,18. Jesus sagt: Der, den du jetzt hast, der ist nicht dein Mann. Er hat es nicht anerkannt als Ehe. Da war keine Ehe geschlossen. Natürlich lebten die zusammen, natürlich hatten die Geschlechtsverkehr gehabt, aber damit war noch lange keine Ehe begründet. Wir müssen die Bibel genau lesen.
Im Alten Testament gibt es so eine Stelle, wo es heißt: Wenn da ein Israelit ein Mädchen genommen hatte und mit ihr geschlafen hatte, dann musste er sie heiraten. Ja, bist du ein Jude? Bist du im Alten Testament? Lebst du in Israel? Lebst du auch nach den anderen 612 Geboten, die das Alte Testament den Juden auferlegt hat? Isst du auch kein Schweinefleisch und trägst du keine Klamotten, wo zwei Fäden miteinander verarbeitet sind? Da musst du aber alles halten, was da im Alten Testament steht. Wir sind nicht unter Gesetz. Wir leben nicht nach dem Alten Testament. Wir leben nach der Bibel, nach dem Neuen Testament, nach dem Gesamten. Aber für uns sind viele Dinge, die das Volk Israel betreffen, nicht relevant.
Also, die Antwort kann nur heißen: Wo wird zusammengelötet? Vor dem Standesamt. Ich habe das schon am Mittwoch gesagt: Ihr braucht gar nicht in der Konkordanz suchen, das Wort Standesamt kommt natürlich in der Bibel nicht vor, braucht die Bibel auch nicht, kennen sie nicht. Denn die Bibel ist für alle Kulturen geschrieben, und vor 2000 Jahren gab es noch kein Standesamt. Aber öffentlich-rechtliche Eheschließung, das gab es und gibt es in allen Völkern auf der Erde. Alle Völker kennen das. Wenn zwei eine Ehe eingehen, dann gehen sie irgendwo hin zu irgendeiner Instanz. In Afrika ist das der Dorfhäuptling. Der ruft dreimal Hulla Hulla, und dann sind sie verheiratet. Das ganze Dorf weiß es, die zwei gehören jetzt zusammen. Das ist Standesamt in Afrika: der Dorfhäuptling. Und bei den Eskimos wieder anders, und hier in unserer Kultur, in diesen Breitengraden, ist das ein Standesamt. Da wird nämlich ein Ehevertrag unterschrieben, und der hat Gültigkeit. Da wird zusammengelötet.
Du sagst: Ja, wieso, in der Gemeinde wird doch die Trauung vollzogen, dann wird gebetet für das Paar usw. Selbstverständlich werden gläubige junge Leute den Wunsch haben, in der Gemeinde das zu feiern und die Gemeinde zu bitten, dass für die Ehe gebetet wird. Selbstverständlich. Aber die Ehe ist nicht nur für Christen, die Ehe ist für alle Menschen. Und darum gilt die Ehe, die auf dem Standesamt geschlossen wird, das ist öffentlich-rechtlich. Also, das muss ich hier so deutlich sagen, denn da werden wir jetzt ein paarmal noch darauf zurückgreifen im Verlauf des Abends.
Vor dem Traualtar sage ich noch einmal: Es ist gut, das in der Gemeinde zu vollziehen und die ganze Gemeinde dankt Gott für die Ehe, die da zustande gekommen ist. Aber das Entscheidende geschieht auf dem Standesamt. Da wird zusammengelötet. Als meine Frau und ich das erkannt haben, da war für uns klar: Jetzt sind wir verheiratet. Und jetzt gibt es für uns nur Flucht nach vorne. Wenn Schwierigkeiten in der Ehe kommen, dann wollen wir nicht gleich bei den ersten Problemen anfangen: Oh, vielleicht sind wir doch nicht füreinander bestimmt, vielleicht hätten wir doch nicht heiraten sollen, ach komm, wir gehen wieder auseinander. Das ist heute weit verbreitet. Kaum kommen die ersten Schwierigkeiten, gehen die jungen Leute wieder auseinander. Das darf nicht sein. Ehe ist eine lebenslange Treuebindung zwischen zwei.
Und darum hat der gute alte Shakespeare gesagt: Besser gut gehängt, als schlecht verheiratet. Überlegt euch das vorher. Drum prüfe, was sich ewig bindet. Ihr wisst, wie es weitergeht, ja, ob sich nicht noch was Besseres findet.
Also: Ein Mann wird Vater und Mutter verlassen und wird seiner Frau anhängen, angelötet werden, und die zwei werden ein Fleisch sein. Da ist eine Reihenfolge beschrieben: Vater und Mutter verlassen, angelötet werden und ein Fleisch werden.
Ein Fleisch werden heißt, die Ehe vollziehen, auch bis zum körperlichen Einssein, selbstverständlich. Das gehört dazu. Und trotzdem geschieht dieses Einfleischwerden nicht nur in dem Augenblick, wo Mann und Frau zum ersten Mal vielleicht auch körperlich zusammenkommen, sondern es ist ein lebenslanger Prozess. Einfleischwerden, eine Einheit werden, immer mehr zusammenwachsen als Mann und Frau, immer mehr sich kennenlernen, sogar schon wissen, was der andere denkt und wissen, wie er jetzt reagieren würde.
Vielleicht kennt ihr ja auch diese Harmoniespiele, die meistens auf der Hochzeitsfeier gemacht werden. Da werden die Fragen gestellt an den Ehemann, den jungen Bräutigam, ob er schon weiß, was seine Frau da antworten würde oder umgekehrt. Ja, wenn die sich gut kennen, dann wissen die schon bei der Hochzeit einiges übereinander, aber nach zehn, zwanzig, dreißig Jahren kennt man sich erst wirklich. Ich habe das auch am Mittwoch gesagt: Wenn zwei heiraten, dann denken sie, sie kennen sich schon gut. In Wirklichkeit wissen sie fünf Prozent voneinander oder höchstens zehn. Und vieles wird erst im Laufe der Ehe offenbar.
So, bis hierhin diese Wiederholung. Verzeiht mir das, aber der Vortrag wird auf Kassette aufgenommen, und da musste das unbedingt drauf sein. Sonst hätte ich das auch jetzt weggelassen, aber es musste sein, auch um der Kassette willen. Jetzt machen wir weiter mit Partnerwahl.
Nüchterne Überlegung statt bloßem Gefühl
Der gute alte Charles Darwin, der mit der Evolutionstheorie, ja? Er dachte, der Mensch sollte lieber ein veredelter Affe sein als ein gefallener Sünder.
Dieser Darwin dachte eines Tages ans Heiraten, und da schrieb er nüchtern, wie er war, Vor- und Nachteile auf. Er machte so eine Liste. Auf die linke Seite schrieb er Vorteile vom Heiraten: ein Heim, man könnte Kinder kriegen und der Reiz des weiblichen Plauderns. So hat er das ausgedrückt, das waren die Vorteile.
Bei Nichtheiraten schrieb er hin: schrecklicher Zeitverlust, kann abends nicht lesen, muss, falls viele Kinder, Geld verdienen. Und dann machte er einen Strich drunter und schrieb unten drunter: Schluss, keine Angst, Alterchen, es gibt viele glückliche Sklaven. Und dann heiratete er.
Ich wünschte den jungen Leuten heute einen Schuss von dieser darwinschen Nüchternheit, wenn sie ans Heiraten denken. Ich wünschte, sie hätten ein bisschen Nüchternheit. Man sagt, wer nicht wagt, der nicht gewinnt, das stimmt. Aber auch das ist wahr: Wer nicht wägt, der nicht gewinnt. Wer nicht abwägt, wer nicht gut überlegt, wer seinen Verstand nicht walten lässt in dieser Frage, wer nicht nüchtern ist, sondern sich allein nur von einem Gefühl leiten lässt, der kann ganz schön reinfallen.
Manche meinen: Aber es gibt doch Liebe auf den ersten Blick. Stimmt, gibt es. Haben meine Frau und ich auch erlebt. Wirklich, ich habe sie zum ersten Mal gesehen, und sie hat mir sofort gefallen, und es hat gefunkt zwischen uns, schon beim ersten Blick. Das gibt es.
Aber das ist genauso sicher, wie wenn du zum Arzt kommst und der gibt dir die Diagnose nach dem ersten Händedruck. Wenn er dir zum ersten Mal die Hand geschüttelt hat, da würdest du dich doch auch nicht darauf verlassen.
Wie können junge gläubige Menschen vorgehen im Blick auf ihre Partnerwahl? Ich möchte drei Dinge an eure Herzen legen, möchte ich wirklich sehr gerne sagen.
Gebet und geistliche Ausrichtung bei der Partnerwahl
Das Erste: Bete um Gottes gute Führung in dieser Frage und vertraue ihm. Das ist nichts Weltbewegendes, das hast du schon oft gehört, aber ich muss das ein bisschen ausführen.
Bete um Gottes gute Führung in dieser Frage. Ich glaube, wenn man in ein Alter kommt, in dem dieser Gedanke in einem aufwacht: Ich wünsche mir einen Partner. Ich weiß nicht, wann das ist. Bei dem einen ist es schon mit dreizehn oder vierzehn, bei dem anderen erst mit einundzwanzig. Wenn du in dem Alter bist, in dem der Wunsch in dir aufkommt: „Ich würde gerne heiraten, ich wünschte mir einen Partner“, dann fang an, dafür zu beten. Vorher brauchst du nicht beten, aber dann kannst du anfangen, in ein Gebetstagebuch zu schreiben, wenn du so etwas hast, oder auf deine Gebetsliste: „Herr, schenk mir einen Ehepartner, der wirklich gut zu mir passt, mit dem ich später eine glückliche Ehe haben kann.“
Bete um Gottes gute Führung in dieser Frage.
Wir haben im Alten Testament zwei große Beispiele im Bereich Partnerwahl: ein positives und ein negatives. In 1. Mose 24 haben wir das Positive. Da geht es um Eliezer, der für seinen Herrn Isaak eine Braut sucht. Damals war es so, dass auch der Knecht ausgesandt werden konnte, um die Braut zu suchen. Er bekam eine genaue Beschreibung, eine Auftragsbeschreibung, und dann zog er los.
Wenn du das schon einmal gelesen hast, 1. Mose 24, dann wird dir eines auffallen: Das ganze Kapitel ist von einem roten Faden des Gebets durchzogen. Da wird gebetet. Eliezer betet, mehrmals werden seine Gebete berichtet, dreimal. Wahrscheinlich hat man auch im Haus der Rebekka gebetet, Abraham zu Hause, der Vater von Isaak, hat gebetet, und Isaak selbst ging auch abends auf das Feld, um zu sinnen. Da steht ein Ausdruck im Hebräischen, der durchaus nahelegt, dass er dort auch gebetet hat. Das Kapitel ist durchzogen von Gebet, und dann schenkt Gott dem Isaak die Rebekka.
Aber dann gibt es ein negatives Beispiel im Alten Testament. Das finden wir in Richter 14. Wenn ihr jetzt alle eure Bibeln hättet, dann hätte ich große Freude gehabt, das mit euch anhand der beiden Kapitel in der Bibel zu erarbeiten. Aber das müssen wir uns jetzt sparen.
Ich sage euch, wie es in Richter 14 ging: Da ging es um Simson, den Richter. Simson heißt auf Deutsch „der Sonnenmann“. Wir würden ihn heute vielleicht „Sunny Boy“ nennen. Das war Simson, der Sonnenmann, der Sunny Boy. Er spazierte durch das Philisterland, und da sah er eine Philisterin. Dann heißt es auf einmal: „Diese nimm mir, die gefällt meinen Augen.“ Dreimal wird das in Richter 14 gesagt: „Die gefällt meinen Augen.“ Ist nichts passiert, hat nur eine Tür geklappert oder so. „Die gefällt meinen Augen.“ Also nahm er sie unbedingt, die Philisterin.
Und wenn ihr es lest, fällt euch auf: Gebet kommt überhaupt nicht vor in Richter 14. Auf die Idee ist Simson gar nicht gekommen, Gott zu bitten, er möge ihn bei dieser Frage der Partnerwahl leiten. Und wisst ihr, wie das am Ende ausging? Diese Frau, die er da genommen hatte, und ihre Familie wurden mit Feuer verbrannt. Und er, der nur nach seinen Augen gegangen war: Was passierte hinterher mit den Augen von Simson, weiß es jemand? Die wurden ausgestochen.
Da zeigt uns die Bibel, wie Gott darüber gedacht hat. Das war eine ganz negative Sache in Richter 14. Gebet kommt nicht vor.
Als meine Frau und ich uns damals kennengelernt hatten und die Frage bewegt haben, ob wir heiraten könnten, da habe ich einen Vers aus der Bibel genommen, Psalm 139, am Schluss, wo es heißt: „Herr, sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.“ Das war mein Gebet bei der Partnerwahl: „Sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf ewigem Wege.“ Das habe ich oft vor Gott gebracht, mit den Worten von David.
Also erstens: Bete um Gottes gute Führung in dieser Frage und vertraue ihm.
Ein klarer Entschluss gegen ungleiche Bindungen
Zweitens: Fasse einen Herzensentschluss.
Ich möchte lieber ledig bleiben, als einen nichtgläubigen Partner zu heiraten. Ich lege dir das ans Herz. Was du machst, musst du mit deinem Leben selbst fertig werden, und du musst auch verantworten, was du tust. Aber wenn du gläubig bist, wenn du den Herrn Jesus kennst, wenn du ihn liebst, wenn du mit ihm leben willst, dann kann ich dir nur ans Herz legen: Fasse einen Herzensentschluss. Ich möchte lieber ledig bleiben, als einen nichtgläubigen Partner zu heiraten.
Warum soll das so schlimm sein? Nun, schauen wir zusammen in die Bibel. In 2. Korinther 6 steht der unbeliebteste Vers für junge heiratswillige gläubige Mädchen, der unbeliebteste Vers: 2. Korinther 6,14. Da sagt die Bibel: Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen. Diesen Vers hätten manche Mädchen schon gerne aus der Bibel ausgemerzt, weil dieser Vers ihre Heiratschancen erheblich reduziert hat. Sie wussten: Wenn ich dieses Wort ernst nehmen will, dann kommen die ungläubigen jungen Männer, die ich kenne, nicht in Frage, auch wenn sie noch so nett sind, noch so höflich und noch so charmant. Sie kommen nicht in Frage.
2. Korinther 6: Seid nicht zusammengejocht mit Ungläubigen. Ihr wisst doch, was ein Joch ist, oder nicht? Früher hat man mit einem Joch in der Landwirtschaft gearbeitet. Da wurden zwei Tiere unter einen Holzbalken gespannt. Der hatte da so eine Wölbung, wo die Hälse der Tiere waren. Zum Beispiel konnte man zwei Ochsen unter ein Joch spannen oder auch zwei Esel. Aber man kann nicht einen Ochsen und einen Esel unter ein Joch spannen. Warum nicht? Der Ochse zieht dann wie ein Ochse, deswegen heißt er ja so, und der Esel, der störrische, stellt sich auf die Hinterbeine und bremst. Ja, der Ochse zieht, der Esel bremst. Der eine zieht rechts, der andere links. So geht das, wenn eine ungleiche Jochgemeinschaft da ist. Ganz plastisch, so wie die Bibel ist.
Und genau dasselbe ist es, wenn ein gläubiger junger Mensch einen nichtgläubigen kennenlernt und sich mit ihm verbindet. Es kann passieren, dass man sich verliebt, das kann passieren. Aber wenn die dann weitergehen und eine Ehe eingehen, dann ist das in Gottes Augen eine ungleiche Jochgemeinschaft. Ich möchte euch gerne mal zeigen, das ist mir jetzt sehr ernst, wie Gott darüber denkt, wie ihm das wirklich sehr, sehr unangenehm ist und wie er das einfach nicht möchte: das Leben in einer ungleichen Jochgemeinschaft.
Warum ist das so schlimm? Schaut mal: Der Ungläubige ist nicht in einem Zustand der Neutralität, er ist ein Feind Gottes. Du bist ein Kind Gottes, wenn du gläubig bist, und der Nichtgläubige ist ein Feind Gottes. Ja, du sagst: Der kommt doch mit in die Jugend, und der hat immer gesagt, er hat da gar nichts dagegen, und ich darf da immer hingehen in die Gemeinde, das spielt alles keine Rolle. Er ist zunächst noch ein Feind Gottes. Und darum hat er ganz andere Lebensziele. Er will vielleicht die erste Million so schnell wie möglich zusammenhaben und dies und das und wünscht sich ein Segelboot und wünscht sich ein Cabriolet und dies und jenes, das sind seine großen Ziele. Und du, du willst Gott dienen, du möchtest mit deinem ganzen Leben Gott verherrlichen. Und du wirst in Schwierigkeiten kommen, du wirst viele Kompromisse machen müssen.
Der Ungläubige kann geistliche Dinge nicht richtig verstehen, gar nicht eigentlich. Sie sind ihm eine Torheit, weil er davon nichts verstehen kann. Und dir sind die Dinge am wichtigsten. Das ist für dich dein Leben: Jesus Christus, die Bibel, der Heilige Geist, die Gemeinde, das alles bedeutet dir viel. Und er, er kann damit nichts anfangen. Was ist das für eine Jochgemeinschaft?
Der Gläubige kann dem ungläubigen Ehepartner sogar ein Geruch des Todes werden, sagt die Bibel. Das heißt, du denkst natürlich: Ach ja, wenn wir heiraten, er wird noch gläubig werden. Er braucht noch seine Zeit, ich werde ihm helfen, und dann wird er sich bekehren und dann wird er gläubig werden. Ich kenne doch da so einen Fall, da ist das auch passiert. Da hat sich der Mann später noch bekehrt, und dann wurde noch alles gut. Ja, tatsächlich, das kommt ab und zu mal vor, dass auch ein ungläubiger Mann sich später noch bekehrt oder eine ungläubige Frau. Aber das ist einer von hundert Fällen, sage ich jetzt mal, wo das passiert. Und selbst wenn es ab und zu passiert, dann sollen wir es trotzdem nicht tun, weil Gott auch manchmal auf krummen Zeilen gerade schreibt. Es ist für uns kein Grund, bewusst in krummen Linien zu fahren. Das dürfen wir nicht.
Dann steht in der Bibel, die gläubige Frau soll sich ihrem Ehemann unterordnen. Überleg dir das, ob du dich einem nichtgläubigen Ehemann wirklich freiwillig unterordnen kannst. Und unterordnen heißt unterordnen, ja, auch wirklich dann, wenn er bestimmte Dinge verlangt, das zu tun und untertan zu sein. Der gläubige Mann muss seine ungläubige Ehefrau so lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat. Das passt alles nicht zusammen. Das wird sehr schwer werden für ihn, denn es ist schon manchmal nicht leicht, eine gläubige Ehefrau zu lieben, geschweige denn eine nichtgläubige.
Ihr seht, wenn man das mal genau betrachtet mit dieser ungleichen Jochgemeinschaft, dann wird es vielleicht deutlich, warum Gott das wirklich nicht will.
Die Ungerechtigkeit der ungleichen Jochgemeinschaft
Die ungleiche Jochgemeinschaft ist eine Ungerechtigkeit gegenüber dem Ungläubigen, denn der Gläubige gibt seine Treue zuerst dem Herrn. Der Ungläubige erwartet jedoch, dass er der Wichtigste ist im Leben seines Partners. Er denkt, er muss doch mich als Nummer eins haben in seinem Leben. Oder er denkt, er muss Sie als Nummer eins haben. Aber der Gläubige hat Gott an der ersten Stelle.
Dann hat der Ungläubige andere Ziele als der Gläubige. Der Ungläubige erwartet, dass der gläubige Ehepartner die Ziele des ungläubigen Partners voll unterstützt. Aber das geht nicht. Die gehen in die falsche Richtung, der eine zieht in die eine und der andere in die andere Richtung. Das passt einfach nicht zusammen.
Denn die ungleiche Jochgemeinschaft ist auch eine Ungerechtigkeit gegenüber dem Gläubigen, denn die Ehe ist keine Evangelisationsmethode. Der Gläubige hat keine Verheißung, dass der ungläubige Ehepartner zum Glauben kommen wird. Es geschieht sehr, sehr selten, wie ich eben schon gesagt habe, dass sich dann wirklich mal später noch jemand bekehrt. Aber in 1. Korinther 7 schreibt Paulus: Was weißt du, ob du deinen Ehepartner retten wirst? Du hast keine Verheißung, dass der dann zum Glauben kommt, du weißt es nicht. Es kann sein, du wirst ein Leben lang mit einem Ungläubigen zusammen sein müssen. Und Johannes Busch hat gesagt, es ist leichter, die ganze Welt zu bekehren als seinen eigenen Ehepartner. Denkt da nicht so naiv, denkt nicht so blauäugig: Ja, ich werde ihn schon in die Gemeinde bringen und er wird sich schon bekehren, ich werde ihm das so schmackhaft machen. Denkt nicht so naiv. Es geschieht sehr, sehr selten.
Noch etwas, eine Daumenregel: Manchmal kommt es vor, dass junge Männer sich in ein junges Mädchen verliebt haben. Das Mädchen kommt aus der Gemeinde, es geht in den Jugendkreis, dann geht der junge Mann auch dahin, ist ja klar, er liebt ja das Mädchen. Dann geht er dahin und macht das alles mit, singt die Lieder mit und macht das alles, guckt, wie die anderen das machen, passt sich da gut an. Und wenn er merkt, man muss sich auch bekehren, dann kann es sogar sein, dass er sich auch bekehrt, in Anführungsstrichen. Das kann man alles hinkriegen, wenn man ein Mädchen sehr liebt und wenn man sie unbedingt haben will.
Und da haben unsere Väter eine Daumenregel gehabt. Die haben gesagt: Eine Bekehrung, die mit einer beabsichtigten Verlobung oder Heirat verquickt ist, ist in 99 von hundert Fällen unecht. Das zeigt einfach die Erfahrung. Dann war er scheinbar bekehrt, und dann heiratet das junge Mädchen, und auf einmal, nach einem Jahr oder nach ein paar Jahren, bereut sie es tief, weil gar nichts dahinter war. Das sind Dinge, die hört ihr vielleicht nicht unbedingt gerne, aber die muss ich euch sagen. Das ist meine Verantwortung vor Gott.
Die ungleiche Jochgemeinschaft ist eine Ungerechtigkeit gegenüber Gott. „Gott hat den Gläubigen aus dem Reich der Finsternis erlöst und ihn in das Reich Christi versetzt. Wer aber bewusst einen Ungläubigen heiratet, jetzt haltet euch fest, der kriegt den Teufel zum Schwiegervater. Willst du das wirklich? Du bist ein Kind Gottes, er ist ein Kind des Teufels, und du willst ihn bewusst heiraten oder sie, wenn sie ungläubig ist. Das ist eine Ungerechtigkeit gegenüber Gott. Damit tust du Gott sehr, sehr weh, wenn du das machst. Gott hat den Gläubigen berufen, ihm zu dienen, aber der Gläubige kann Gott schwerlich dienen mit einem ungläubigen Partner.
Die ungleiche Jochgemeinschaft ist auch eine Ungerechtigkeit gegenüber den Kindern. Denn wenn aus dieser Ehe Kinder entstehen, dann geht das Tauziehen los. Der ungläubige Teil, wenn zum Beispiel der Mann ungläubig ist, dann sagt er: Komm, die Kinder, du kannst doch denen nicht alles verbieten, lass die doch da hin, lass die doch ins Kino, lass die doch da hin, lass die doch das machen, lass die doch zusammen übernachten und so weiter und so weiter. Der will, dass sie alles möglichst bald kennenlernen, und die gläubige Mutter möchte die Kinder gerne bewahren vor manchen Dingen. Und sie kann es nicht, weil der Vater darauf besteht. Oder manchmal ist es vielleicht umgekehrt.
Wo liegen die Ursachen für eine solche ungerechte Jochgemeinschaft? Es ist manchmal Unwissenheit über geistliche Prinzipien, über Grundsätze, die die Bibel lehrt, und über persönliche Beziehungen. Gefühle können uns nämlich sehr schnell überlisten und verführen. Mangelnde Einsicht bezüglich der Gefahren: Man unterschätzt das einfach. Manchmal ist es auch Rebellion gegen Gott und gegen die Eltern. Die Eltern warnen, der Jugendleiter warnt, andere Gläubige, die es gut mit einem meinen, warnen, aber man rennt weiter, geradewegs in sein Unglück.
Ich habe eine junge Frau gekannt, sie lernte einen jungen Mann kennen, der war wirklich sehr nett, ich habe den auch kennengelernt, aber er war nicht gläubig. Und sie wurde von so vielen Seiten gewarnt, sie soll ihn nicht heiraten. Sie hat es doch getan. Zwei Wochen nach der Hochzeit war sie am Telefon und hat geweint. Da war zusammen gelötet. Da habe ich ihr nicht gesagt: Ja, geh wieder auseinander, zieh wieder weg von ihm. Da habe ich gesagt: Jetzt seid ihr verheiratet. Ich weiß nicht, was heute aus der Ehe ist, ob sie heute noch zusammen sind.
Gleichgültigkeit gegenüber dem Willen Gottes? Ach, es juckt einen gar nicht, was Gott sagt in der Bibel. Der eigene Wille ist der Gott. Zeitliches Wertsystem statt einem ewigen: Man will nur hier in dieser Welt angenehme Tage haben und Genuss und Spaß und Fun. Überbewertung der Sexualität: Man fühlt sich so hingezogen zu dem anderen und denkt: „Ich kriege keinen besseren Mann oder keine bessere Frau, die spricht mich so an.“ Oder: Man bewertet Sexualität viel zu hoch. Mangelnde Verbindlichkeit in der Nachfolge: Man nimmt es einfach nicht genau und dann gerät man in sowas hinein.
Was wäre, wenn jemand gemerkt hat: Oh, ich habe mich verliebt in einen Nichtgläubigen, wir haben ja schon eine Freundschaft angefangen. Wir haben ja schon davon gesprochen, dass wir vielleicht heiraten, und jetzt merkt man: Halt, ich bin auf einem falschen Weg. Ich kann dir sagen: Bis zum Hochzeitstag, bis eine Minute bevor du den Ehevertrag unterschrieben hast auf dem Standesamt, bevor angelötet wurde, bis dahin kann man eine Beziehung noch lösen. Das ist schmerzlich, wenn man eine Verlobung lösen muss, das ist mir klar. Es ist schmerzlich, wenn man eine Freundschaft lösen muss, eine Beziehung. Aber bis dahin kann man noch zurück. Wenn angelötet wurde, wenn die Ehe geschlossen wurde, gibt es kein Zurück mehr, dann gibt es nur noch Flucht nach vorne. Da muss man sich beugen und sagen: Herr, jetzt hilf mir, dass ich meinen Ehepartner vielleicht doch noch gewinnen kann, aber zuerst will ich Buße tun vor dir. Ich weiß, ich habe einen falschen Weg eingeschlagen.
Gott ist dann manchmal sehr gnädig. Wenn wir uns beugen, wenn wir um Vergebung bitten, dann lässt er auch manchmal wirklich Gnade vor Recht ergehen.
Ich schließe dieses negative Kapitel ab mit einem letzten Beispiel. Da schreibt ein junges Mädchen: Ich bin sechzehn Jahre alt und die Tochter eines Missionars. Ich hatte wirklich eine enge Beziehung zum Herrn und erlebte so viel Gutes mit ihm. Aber dann lernte ich an meiner Schule einen Jungen kennen. Er ist kein Christ. Wir gehen schon seit über drei Monaten regelmäßig miteinander aus. Am Anfang dachte ich, diese Beziehung sei in Ordnung, solange wir nicht beabsichtigten zu heiraten, was ich sowieso nicht wollte, weil er kein Christ war.
Frage: Warum geht sie mit ihm eine Freundschaft ein? Sie weiß genau, sie kann ihn nicht heiraten, er ist kein Christ. Aber Freundschaft geht sie ein mit ihm. Ich meine nicht so Kumpelfreundschaft, sondern eine richtige Beziehungsfreundschaft. Aber vor kurzem sagte mir jemand, dass mein Verhalten falsch sei, ich hätte gar nicht erst mit ihm ausgehen und eine Freundschaft beginnen dürfen. Heute Abend besuchte er mich, als ich mir gerade eine neue Kassette anhörte. Er lachte über die ausgeflippte Jesusmasche und die blöden christlichen Songs. Ich sagte ihm, dass mich die Art, wie er über den Namen Jesus herzog, sehr verletzte, und nun fühle ich mich innerlich ziemlich elend wegen der ganzen Sache. Ich merke, dass wir unsere Beziehung beenden sollten, aber es ist sehr schwer, weil wir uns so mögen. Ich bitte den Herrn jetzt wirklich um Weisheit.
Merkt ihr, dieses Mädchen hat zum Glück gemerkt, dass sie einen falschen Weg eingeschlagen hat, und sie will jetzt den Herrn um Weisheit bitten. Ich weiß nicht, wie das ausgegangen ist. Hoffentlich hat sie sich getrennt von diesem jungen Mann.
Wir sind bei der Frage Partnerwahl. Ich hatte gesagt, drei Dinge möchte ich euch ans Herz legen. Ich hatte gesagt: Erstens bete um Gottes gute Führung in dieser Frage, zweitens fasse einen Herzensentschluss, so wie Daniel, der in seinem Herzen sagte, ich will lieber sterben, als von der Speise des Königs Nebukadnezar zu essen. Da heißt es, er fasste einen Herzensentschluss. Das heißt, er hatte eine Überzeugung, und dann hat er gesagt: So, und ich mache das so, und etwas anderes kommt nicht in Frage.
Und ich möchte dich bitten, fasse solch einen Herzensentschluss im Blick auf die Partnerwahl. Ich möchte lieber ledig bleiben, als einen nichtgläubigen Partner zu wählen. Als ich damals zum Glauben kam, mit 22, habe ich so gebetet, habe ich gesagt: Herr, ich bin bereit, ledig zu bleiben, aber wenn du mir eine gläubige Frau schenkst, dann freue ich mich.
Sexualität, Reife und Grenzen
Ein drittes noch: Wenn ihr euch gefunden habt, dann wartet bis zur Ehe.
Wilhelm Busch, der gute alte Wilhelm Busch von Essen, hat gesagt: Gott hat ein volles Ja zur Sexualität. Das wissen wir alle, die wir hier sind. Gott hat ein volles Ja zur Sexualität, er hat sie ja erfunden. Er hat die Menschen gemacht, Männer und Frauen. Er hat auch ein Ja dazu, dass sie sich vermehren. Gott hat ein Ja zur Geschlechtlichkeit. Aber weil die Sexualität nach dem Sündenfall mit so vielen Gefahren verbunden ist, schützt Gott die Sexualität durch die Ehe.
Gott will, dass Sexualität ausgeübt wird, aber in der Ehe. Und das muss ich jetzt noch an einem Bild erklären. Das ist allerdings ein etwas technisches Bild, vor allem für die jungen Männer, aber die Mädchen werden es auch verstehen.
Schaut, was in einem Automotor passiert. Im Motorblock geschehen ohne Ende Explosionen. Da explodiert ein Gas-Luft-Benzin-Gemisch, wenn man keinen Diesel fährt. Diese Explosionen treiben die Kolben rauf und runter. Das wird über Wellen auf die Räder übertragen, und dann kann man von Frankfurt nach Andernach fahren, meinetwegen. Es ist eine gute Kraft, die ein Fahrzeug zu einem bestimmten Ziel bringen kann. Von den Abgasen reden wir jetzt mal nicht. Ja, aber es ist eine gute Kraft.
Im Motorblock sind diese Explosionen nicht gefährlich, sondern sie wirken positiv. Sie treiben das Fahrzeug an. Aber was meint ihr, wenn so eine Explosion außerhalb von dem Motorblock passieren würde? Die würde Tote und Verletzte bringen, weil das eine wahnsinnige Wucht ist.
Und das kann man vergleichen mit der Sexualität. Im Schutzraum der Ehe ist sie eine gute Gabe Gottes, die vorwärtsbringt und die auch die Ehepartner immer zusammenbringt. Das soll nicht das einzige sein, was Ehepartner zusammenbringt, ja, aber auch das bringt zusammen. Es ist eine gute Gabe Gottes.
Aber außerhalb der Ehe ist es wie eine Explosion, die viele Wunden reißt, ganz gewiss, vor allen Dingen bei den Mädchen und Frauen, aber manchmal auch bei den jungen Männern. Und darum möchte Gott, dass ihr eure Sexualität ausleben könnt, in der Ehe.
Die Konsequenz kann nur heißen: Darum ist die Jugendzeit eine Warte- und Reifungszeit. Das ist eine Zeit, in der man einige Jahre reifen kann. Eine Zeit, in der man lernen kann, auch seine Triebe oder einfach diese Dinge, die in einem sind, diesen Drang hin zur Geschlechtlichkeit, unter seinen Willen zu bekommen. Das muss man lernen.
Hier sitzen junge Männer, die haben damit ganz große Kämpfe, und vielleicht auch einige Mädchen. Das ist ganz normal. Denkt nicht, dass ihr die einzigen seid auf der Welt, denen das so geht. Das ging euren Eltern schon so und Großeltern und mir und allen anderen auch. Es ist nicht leicht, die Sexualität unter den Willen zu kriegen. Aber das ist die Zeit der Jugend. Da kann man das einüben.
Denn später in der Ehe muss man auch warten. Da gibt es Zeiten jeden Monat, wo man warten muss, weil die Frau ihre Menstruation hat. Da gibt es Zeiten in der Schwangerschaft und nach der Geburt eines Kindes. Und es gibt Krankheitszeiten und berufliche Trennungszeiten. Und wer vorher nicht gelernt hat zu warten, der kann dann später in der Regel auch nicht warten.
Und das sind dann die Männer, die immer fremdgehen, die dann immer ganz schnell eine andere haben und die zu Dirnen gehen. In Deutschland gehen Hunderttausende Männer jeden Tag zu Dirnen und bezahlen Geld dafür, dass sie ihren Sex kriegen. Das sind Männer, die nicht gelernt haben zu warten in der Jugendzeit. Da kann man zurückgehen bis dahin, und dann müssen sie sich das holen. Es sind übrigens meistens verheiratete Männer, die dahingehen, sagen jedenfalls Statistiken.
Wenn Gott will, dass wir in der Jugendzeit reifen, dass wir lernen zu warten und dass wir lernen, unsere Leidenschaften, die in uns sind, in den Gehorsam Christi zu bringen und unter unseren Willen, dann heißt das: Auch wenn man sich kennengelernt hat, kein Petting, kein gegenseitiges Berühren der Geschlechtsorgane in der Freundschaftszeit, keine Selbstbefriedigung, sondern warten auf die Zeit der Ehe, wo unter dem vollen Segen Gottes Sexualität ausgeübt werden kann.
Ich sage noch einmal: Ich weiß, dass das mit großen Kämpfen, Anfechtungen, Versuchungen und vielleicht auch Niederlagen verbunden sein kann. Aber das ist kein Weltuntergang. Wenn mal etwas passiert ist, kann man darüber Buße tun. Man kann um Vergebung bitten und sagen: Herr, hilf mir, ich habe das doch verstanden. Ich möchte warten und reifen, auf den Tag hin, wo ich meinen Ehepartner beschenken kann mit meiner Sexualität.
Praktische Grenzen und Vorsicht in der Verlobungszeit
Da ist natürlich dann eine ganz heikle Frage, die in diesem Zusammenhang auftaucht. Sie heißt: Wie weit ist zu weit?
Ich sage euch meine Überzeugung: Ich bin hier Gast in der Gemeinde. Hier zählt das, was die Ältesten der Gemeinde sagen, die Brüder, die hier Verantwortung tragen. Aber heute Abend hat Gott euch in meine Hand gegeben, ja, und ihr müsst mir zuhören. Dann sage ich euch das, was mir wichtig ist.
Wie weit ist zu weit? Ich gebe euch jetzt einen ganz altmodischen Rat: Vor der Gewissheit des Zusammengehörens, also bevor man die Gewissheit hat, dass man wirklich heiraten wird, sollte man möglichst gar keine Zärtlichkeiten austauschen. Ich weiß, das ist ein ganz altmodischer Rat. Die Welt geht nicht unter, wenn man mal Händchen gehalten hat oder mal einen Kuss gegeben oder gedrückt hat. Aber man sollte eigentlich, bevor man wirklich weiß: Jawohl, wir gehören zusammen, wir werden heiraten, sich da ganz zurückhalten. Das wäre das Beste.
Bis zur Hochzeit gehört der Kuss und die bräutliche Zärtlichkeit in diesen Bereich, dass man auch einander mal drückt und umarmt und so weiter. Aber Vorsicht: Das kann alles schnell zu weit gehen. Keine heftigen Umarmungen, die wecken einfach zu viel beim Mann und manchmal auch bei der Frau. Hände weg von den sekundären und primären Geschlechtsorganen, Hände weg vom Busen des Mädchens und vom Unterleib, Hände weg!
Nicht alleine im selben Haus übernachten, auch wenn man getrennte Zimmer hat. Vielleicht läuft da gar nichts, vielleicht ist der Junge da und das Mädchen da. Aber die anderen sehen das: Die schlafen zusammen im Haus. Na ja, die machen das, was alle machen, die sind schon zusammen. Das gibt kein gutes Bild nach außen. Damit beschmutzt man das Christentum. Überlegt euch das, das ist nicht gut, und schon gar nicht zusammen.
Alleine in den gemeinsamen Urlaub fahren, womöglich Zelten fahren – das machen manche jungen Christen. Aber die ahnen gar nicht, in welche Gefahren sie sich begeben, und die wissen auch nicht, wie sie damit die Reinheit der Christenheit beschmutzen. Macht das nicht! Das ist kein Zeugnis für den Herrn und auch nicht für seine Gemeinde.
Das sind meine uralten, altmodischen, aber sehr gut gemeinten Ratschläge für euch an der Stelle. Ihr müsst euer Leben selber leben.
Ich warne euch auch vor Frühbindungen. Ich weiß, dass ihr lieben Russlanddeutschen sehr, sehr früh anfangt. Wer bei euch mit 22 noch nicht verheiratet ist, da stimmt ja irgendwas nicht, ja, und ihr fangt ja oft schon mit 16, 17 an, euch zu verbinden. Dann kommt die Verlobung und mit 18 schon die Heirat und so. Lasst euch doch ein bisschen mehr Zeit. Lasst euch Zeit. Macht auf jeden Fall erst eure Schulausbildung und auch eure Berufsausbildung und konzentriert euch darauf. Macht noch Reisen, geht mal ins Ausland, das ist eine große Horizonterweiterung. Geht mal nach England oder Frankreich oder Amerika oder sonst wohin. Lernt mal ein bisschen die Welt kennen, jetzt im guten Sinn andere Länder, das bildet sehr. Und dann könnt ihr immer noch heiraten.
Warum denn mit aller Gewalt mit neunzehn schon verheiratet sein? Mit fünfunddreißig sind dann schon eure Kinder zehn, zwölf Jahre alt, und dann kommt bei manchen noch ein ganz großer Nachholbedarf. Und die fühlen sich irgendwie betrogen um ihre Jugend. Die merken: Ihre Jugend war viel zu kurz, da war gar keine richtige Jugendzeit, weil sie zu früh geheiratet haben. Macht das nicht. Lasst euch ein bisschen mehr Zeit! Das ist meine persönliche Überzeugung.
Aber wenn ihr euch natürlich mit sechzehn, siebzehn gefunden habt und seid ganz, ganz gewiss, dass ihr heiraten sollt, dann ist klar, dass ihr nicht fünf Jahre lang zusammen sein könnt als Befreundete oder Verlobte. Dann ist klar: Dann muss man bald heiraten, denn sonst ist die Gefahr viel zu groß, dass Dinge vorweggenommen werden, die eigentlich in die Ehe gehören.
Fragen zur geistlichen und praktischen Eignung
Noch ein paar Fragen, die man sich hinsichtlich der Partnerwahl stellen sollte. Jetzt kommt wieder ein bisschen etwas zum Schmunzeln nach all dem Ernsten, was wir gerade behandelt haben.
Man sollte Fragen stellen. Das ist jetzt keine Checkliste. Bitte versteht es nicht so, dass man diese Listen nimmt und dann Punkt für Punkt abhakt, ob alles erfüllt ist. Aber was beide bedenken sollten, worauf beide achten sollten, ist: Ist dieser Mann oder diese Frau wirklich von neuem geboren? Ich möchte keinen Ungläubigen heiraten und auch keinen Scheingläubigen. Ist er wirklich von neuem geboren? Ist ein Bruch mit der Sünde und dem Wesen dieser Welt sichtbar? Ist da wirklich etwas sichtbar von einem neuen Leben aus Gott? Ist er oder sie wirklich dem Herrn hingegeben?
Weißt du, ich habe meine Frau auf einer Einsatzfreizeit kennengelernt, wo wir in Österreich von Haus zu Haus gegangen sind, auf die Bauernhöfe, wo die Hunde immer größer wurden, diese Kettenhunde, und wir haben den Menschen das Evangelium gebracht. Da brauche ich bei meiner Frau nicht zu überlegen, ob sie wirklich dem Herrn dienen will. Ich habe sie an der Front kennengelernt, hätte ich beinahe gesagt, wirklich im Dienst für den Herrn.
Welches sind seine oder ihre nächsten Freunde, Freundinnen? Das soll nicht heißen, dass ich dir alle so genau unter die Lupe nehme. Aber wenn er da so zweifelhafte Kumpel hat, so aus dem Drogenmilieu und was weiß ich, und was die da alles machen, da würde ich mir sehr gut überlegen, ob das der richtige Ehemann ist. Ist ein echtes Bemühen und eine Freude erkennbar, im Reich Gottes zu dienen? Das sind Fragen im geistlichen Bereich, im Allgemeinen.
Stimmen die Eltern zu, vor allen Dingen, wenn es gläubige Eltern sind? Ich habe auch meine nichtgläubigen Schwiegereltern gefragt, ob ich ihre Tochter heiraten darf. Ich habe nicht nur um die Hand angehalten, die Hand war mir zu wenig, ja, ich wollte sie schon ganz, aber ich habe trotzdem gefragt, ob ich sie heiraten darf. Und das haben sie sehr geschätzt, dass ich zu ihnen gekommen bin, mit dem Strauß Blumen für die zukünftige Schwiegermutter natürlich, ja, usw.
Sind die materiellen Mittel zur Gründung eines eigenen Hausstandes vorhanden? Wenn ihr mal zwei Jahre auf Apfelsinenkisten gewohnt habt, ja, und auf Pappkartons usw., sind die Mittel da für den Hausstand? Ist die Bereitschaft zur Elternschaft auf beiden Seiten vorhanden? Das war mir wichtig, das habe ich meine Frau vorher gefragt. Wenn keine Kinder kommen können, das ist etwas anderes. Aber wenn meine Frau gesagt hätte: Nein, Kinder, auf keinen Fall will ich Kinder, dann hätte ich mir das aber wirklich schwer überlegt, ob sie meine Frau sein kann. Ist die Bereitschaft zur Elternschaft vorhanden? Das muss nicht immer heißen, dass gleich ein Jahr nach der Hochzeit schon drei Kinder da sind, ja, aber die Bereitschaft sollte grundsätzlich da sein.
Worauf sollte die Frau bei der Partnerwahl besonders achten? Wie verhält er sich im Elternhaus? Kann man ja mal gucken, ja. Ist er da höflich, rücksichtsvoll, oder schnauzt er seine Eltern an, springt er mit ihnen um? Wenn er das mit seinen Eltern macht, macht er das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit später auch mit dir. Spricht er abfällig über die Eltern? Liebt er Eltern und Geschwister? Ist er hilfsbereit? Was für altmodische Fragen, gell?
Wie verhält er sich am Arbeitsplatz? Wie spricht er über Vorgesetzte und Kollegen? Gut, ist er tüchtig? Kann er seine Familie ernähren? Wie verhält er sich in Gesellschaft? Geht sein Temperament schnell mit ihm durch? Kann er sich im Blick auf Alkohol beherrschen? Ist er ein Aufschneider und Angeber, der vor Kraft nicht gehen kann? Kann man sich charakterlich auf ihn verlassen? Oder lügt er dauernd, übertreibt er? Ist er ehrlich, ist er zuverlässig, ist er treu? Kann er Vater und Erzieher meiner Kinder sein? Kann ich mir das wirklich als Vater vorstellen? Lässt er sich gehen, wenn er unbeobachtet ist? Ist er wirklich männlich? Männlichkeit ist doch keine Frage der Schuhgröße oder vom Bizepsumfang, sondern das ist etwas ganz anderes, Männlichkeit.
Worauf sollte der Mann bei der Partnerwahl besonders achten? Jetzt kommen die Mädchen dran, passt mal auf. Wie steht es um ihre Familie? Mädchen sind sehr stark von der Mutter geprägt. Man muss mal ein bisschen die Mutter angucken, ja, weil später werden sie so, wie ihre Mutter war. Meistens.
Hat sie hauswirtschaftliche Kenntnisse und Fertigkeiten? Wenn du mal ein halbes Jahr nur aus der Dose gegessen hast, ja, dann wirst du es doch schätzen, wenn sie ein bisschen der Mutter zugeschaut hat beim Kochen. Kann sie kochen, kann sie sparen, wird sie mit dem Wirtschaftsgeld umgehen können, wird Ordnung bei ihr klein oder groß geschrieben, hat sie Interesse am Beruf des Mannes, ist sie bereit, ehrenamtlich zu helfen? Das ist natürlich klar, wenn der Mann Ingenieur ist, braucht sie ihm nicht ehrenamtlich zu helfen. Aber wenn er im Reich Gottes arbeitet, so wie ich, dann ist das in dem Fall wichtiger.
Und das ist noch zum Schluss sehr wichtig: Erkennt sie die biblische Schöpfungsordnung an, dass der Mann das Haupt ist in Ehe und Familie? Ist sie wirklich bereit, den Mann Haupt sein zu lassen und sich ihrem Mann unterzuordnen, in dem Sinn, dass er die letzten Entscheidungen trifft? Man redet über alles, man beratschlagt alles zusammen, aber der Mann trifft die letzte Entscheidung vor Gott. Das sind Fragen, die sind gar nicht so schlecht. Die kann man sich ruhig mal stellen.
Freiheit im Rahmen und die Frage nach Gottes Willen
Jetzt kommen wir bald zum Schluss, aber ich habe noch etwas ganz Wichtiges. Vielleicht ist bei dem einen oder anderen die Frage im Herzen: Wie ist das eigentlich? Gibt es nur einen einzigen Menschen, den ich heiraten kann, den Gott für mich bestimmt hat? Oder könnte es sein, dass ich mehrere heiraten könnte? Nicht alle zusammen, meine ich jetzt, sondern dass ich durchaus unter vielen wählen könnte, wer mein Mann sein könnte.
Leider wird auch in den allermeisten Gemeinden und christlichen Kreisen gelehrt, es gebe nur einen einzigen Menschen. Den habe Gott schon für dich bestimmt, und den musst du finden. Und wenn du den nicht findest, dann geht deine Ehe schief. Überleg da einmal logisch, dass das überhaupt nicht sein kann. Denn so ist Gott doch nicht. Christentum ist doch nicht Islam, wo alles vorprogrammiert ist, wo alles Kismet ist, wo alles von Allah bestimmt ist: welchen Pullover ich heute anziehe und welches Essen ich morgen esse, das ist alles schon bestimmt. Das Christentum ist anders.
Ich kann es euch aus der Bibel an zwei Stellen zeigen, dass die Bibel durchaus lehrt, dass man unter mehreren auswählen kann. Die Bibel gibt uns nur einen Rahmen, und innerhalb dieses Rahmens ist Freiheit.
4. Mose 36,6 lese ich:
Da befahl Mose den Söhnen Israel nach der Anweisung des Herrn und sagte: Der Stamm der Söhne Joseph redet recht. Dies ist das Wort, das der Herr betreffs der Töchter Zelophats geboten hat. Von denen habt ihr wahrscheinlich noch nie gehört. Das waren irgendwelche Töchter von Zelophat. Und jetzt kommt die Anweisung, indem er sprach: Sie mögen dem, der in ihren Augen gut ist, als Frauen zuteilwerden. Nur sollen sie einem aus der Sippe des Stammes ihres Vaters als Frauen zuteilwerden.
Der Rahmen ist: Er muss aus der Sippe des Vaters sein. Aber dann einen, der in ihren Augen gut ist. Gut, das ist eine Stelle aus dem Alten Testament. Wir sind nicht in Israel, ich will euch nur zeigen: Da war das schon so. Da gab es einen Rahmen, und in dem war Freiheit.
Aber jetzt im Neuen Testament, in 1. Korinther 7, finden wir dasselbe Prinzip wieder. 1. Korinther 7 ist ein großes Kapitel über Ehe, Scheidung, Wiederheirat und ledig bleiben usw. In 1. Korinther 7,39 heißt es:
Eine Frau ist gebunden, solange ihr Mann lebt. Wenn aber ihr Mann entschlafen ist, wenn jemand Witwe geworden ist, wenn ein Ehemann gestorben ist, dann ist die Witwe frei, sich zu verheiraten, an wen sie will. Nur im Herrn muss es geschehen.
Im Herrn muss es geschehen heißt: Der Partner muss gläubig sein. Sie darf nur einen Christen heiraten, sonst gibt es ungleiche Jochgemeinschaft, ihr wisst schon, mit Ochse und Esel. Aber hier steht ausdrücklich: Sie ist frei, sich zu verheiraten, an wen sie will. Da steht nicht, dann sollen sie beten, bis sie den gefunden hat, den Gott für sie bestimmt hat.
Sondern wenn du ein junges gläubiges Mädchen bist, dann gibt es Millionen junge gläubige Männer auf dieser Erde, die theoretisch dein Mann sein könnten und werden könnten. Und wenn du ein junger gläubiger Mann bist, dann gibt es Millionen gläubige junge Frauen, ich betone Gläubige, die du grundsätzlich heiraten könntest. Und jetzt kommt es darauf an, dass du jemanden findest, der möglichst gut zu dir passt.
Und da gibt es auch so ein falsches Gerücht, das heißt: Gegensätze ziehen sich an. Also man sollte möglichst verschieden sein. Dann wird es später interessant in der Ehe. Ja, das wird sehr interessant, wenn man ganz verschieden ist, das kann ich dir sagen. Im Gegenteil: Suche jemanden, mit dem du dich möglichst gut verstehst, wo viel zusammenpasst bei euch. Dann sind die Reibungsflächen weniger. Es wird immer noch genug geben später, ja. Suche jemanden, der gut zu dir passt, mit dem du dich wirklich gut verstehst, der dein bester Freund sein kann.
Meine Frau ist mein bester Freund. Ich habe einige kernige Männerfreundschaften, aber meine Frau ist mein bester Freund. Ich teile mit niemandem so viel wie mit meiner Frau. Sie weiß am allermeisten über mich. Kein anderer Mensch weiß so viel von mir wie meine Frau. Und darum: Suche jemanden, der gut zu dir passt.
Gleich sind wir durch.
Letzte Folie: Was ist der Sinn der Verlobungszeit?
Verlobungszeit ist keine Probe-Ehe. Es ist eine Prüfungs- und Vorbereitungszeit auf die Ehe. In der Zeit kann man seine Beziehung aufbauen, eine Ich-Du-Beziehung, vom Ich zum Du. Nicht nur durch Dauerküssen und Betasten, sondern durch Reden miteinander, durch Briefe schreiben, durch Telefonieren, wenn man weiter entfernt ist, aber vor allen Dingen Briefe schreiben. Da ist nämlich keine sexuelle Spannung, wenn man Briefe schreibt. Das ist etwas sehr, sehr Gutes.
Meine Frau und ich, wir haben viel geschrieben, weil wir auch weiter auseinander gewohnt haben. Und wir lesen heute noch manchmal unsere Liebesbriefe. Dann sitzen wir abends zusammen und lesen ein paar Briefe, die wir damals geschrieben haben. Ja, das ist romantisch, aber das ist schön.
Harmonisierung und Koordinierung der Zukunftspläne: dass man darüber redet, wie man sich Ehe vorstellt, wünscht man sich Kinder, wie soll mal alles werden, wie möchte man zusammen Gott dienen. Darüber kann man in der Verlobungszeit reden.
Und warten und verzichten lernen, das haben wir vorhin schon gesagt. Später wird es auch Zeiten des Verzichts geben.
Vorsicht vor Zeichenforderungen und falscher Sicherheit
Ein Letztes noch: Darf man Zeichen fordern? Man hat ein junges Mädchen auf einer Freizeit kennengelernt, und jetzt denkt man: Darf ich sie heiraten? Will das Gott? Man ist unsicher.
Und dann sagt man sich: Ah, ich konstruiere ein Zeichen. Wenn sie zum Freizeittreffen kommt, dann weiß ich, dass sie meine Frau werden soll. Ja, die Chancen stehen ganz gut, dass sie zum Freizeittreffen kommen wird. Da kommen ja die allermeisten. Also, ihr merkt: Da gibt es so Konstruktionen, da sagt man, wenn das passiert, dann weiß ich, das ist ein Zeichen von Gott.
Vorsichtig damit, kann ich euch nur sagen. Ich habe ein Mädchen vor mir sitzen gehabt. Sie hieß Ruth, und sie hat einen jungen Mann kennengelernt, der hieß Peter. Kann jedem passieren, ja? Und dann hat sie in ihrer Unsicherheit, in ihrer Not nicht ein und ausgewusst, soll sie den Peter heiraten oder nicht. Da hat sie eine Tüte Kekse geholt. Kennt ihr diese Buchstaben-Kekse, Russisch Brot heißt das, müsst ihr doch alle kennen, Russisch Brot.
Dann hat sie die Augen zugemacht, hat gebetet, hat in die Tüte gegriffen und hat gesagt: Also, vorher Gott, wenn ich ein P ziehe, dann weiß ich, ich soll ihn heiraten. Greift rein, traut ihren Augen nicht, hat ein P gezogen. Und jetzt saß sie vor mir und wollte wissen, war doch noch unsicher, trotz des P.
Da habe ich ihr gesagt: Mädchen, dass du das P gezogen hast, das kann der Teufel gemacht haben. Du darfst doch nicht so ein Zeichen konstruieren. Das kann man so nicht rauskriegen. Dann heiratest du ihn, und eure Ehe geht ganz schief. So geht es nicht.
Gideon hat ein Zeichen gefordert. Aber du bist nicht Gideon, der war im Alten Testament. Da gab es noch kein Neues, der hatte nicht den Heiligen Geist. Die Existenz Israels stand auf dem Spiel. Da hat sich Gott auch mal zu einer Zeichenforderung bekannt. Aber wir heute fordern keine Zeichen. Wir lesen die Bibel, wir erkennen die Prinzipien, die Gott gegeben hat, und wir beten um eine gute Führung. Wir beten, dass wir jemanden kennenlernen, der gut zu uns passt, und dann treffen wir eine verantwortliche Entscheidung. So geht es heute und nicht Zeichen fordern.
So, und jetzt schließe ich wirklich. Tucholsky hat gesagt, ein guter Redner muss seine Rede mindestens dreimal schließen. Das ist jetzt der dritte Schluss, ja.
Ich schließe mit Ruth, die ich eben erwähnt habe. Ich meine jetzt aber die Ruth aus der Bibel. Habe ich euch erheitert? Na gut, ich weiß ja, dass ihr daheim nichts zu lachen habt, also gut. Ruth, könnt ihr noch eine Minute zuhören?
Ruth in der Bibel: Da war eine Hungersnot in Juda, und die Familie von Elimelech zog mit Noomi und den Söhnen nach Moab, heutiges Jordanien. Und dort starb der Elimelech, und seine Frau Noomi wurde Witwe. Und dann heirateten ihre Söhne dort in Moab zwei heidnische Frauen, die hießen Orpa und Ruth. Und nach zehn Jahren starben auch die Söhne von Noomi. Die Frauen waren auch Witwen: Noomi Witwe, Orpa Witwe, Ruth Witwe.
Und dann wollte Noomi wieder zurück nach Israel, als es dort wieder Brot gab, und bat ihre zwei Schwiegertöchter, dass sie doch im Land Moab bleiben sollten. Dann gab es eine lange Diskussion. Und interessant: Wenn ihr das lest in Ruth 1, dann bittet die Noomi ihre beiden Schwiegertöchter und sagt: Bleibt hier in eurem Heimatland, hier habt ihr bessere Chancen, noch einmal zu heiraten, als wenn ihr mitkommt nach Israel.
Und was geschieht? Die Orpa bleibt in Moab, die Ruth kommt mit nach Israel und vertraut auf Gott, obwohl sie menschlich mehr Chancen gehabt hätte in Moab. Sie kommt mit nach Israel mit ihrer Schwiegermutter Noomi, und sie lernt Boas kennen und heiratet ihn und bekommt einen Sohn, Obed. Und das war der Großvater von David, dem König David. Ruth wurde zur Urgroßmutter von König David. Warum? Weil sie Gott mehr vertraut hat im Blick auf Heirat als ihre menschlichen Überlegungen.
Und damit möchte ich gerne schließen. Ich wünschte vor allen Dingen den jungen Mädchen, die hier sind: Ich wünschte euch, dass, wenn ihr euer Leben Christus anvertraut habt, wenn ihr ihm vertraut habt im Blick auf eure Ewigkeit, warum wollt ihr ihm dann nicht im Blick auf die Zeit vertrauen? Warum wollt ihr nicht vertrauen, dass er es gut mit euch meint, auch in der Frage Partnerwahl?
Vertraut ihm, betet und sagt den Herzensentschluss: Ich will lieber ledig bleiben, aber keinen Ungläubigen. Dann wird euch Gott führen und wird euch einen gläubigen Mann geben. Und wenn es wirklich sein sollte, dass ihr aus irgendeinem Grund nicht heiraten könnt: Christus kann auch ein erfülltes Leben geben, einem Single, einem Nichtverheirateten, einer Witwe, einem, der einfach alleine seinen Weg gehen muss. Mit ihm gibt es ein erfülltes Leben.
Nicht Ehe ist entscheidend. Es gibt auch erfülltes Leben in der Ehe. Aber entscheidend ist, dass du ihm vertraust, und das wünsche ich.

