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Glauben und Sorgen

Matthäus 6,25-34
Matthäus 6,25-6,3428.11.2004
Serie•Teil 33 / 37Matthäus-Evangelium
Sorgen oder Vertrauen - was ist entscheidend für ein erfülltes Leben? Oft verlieren wir uns in Ängsten über alltägliche Dinge, doch das kann unseren Glauben gefährden. Wo fangen Sorgen an und wo hört der Glaube auf? Wusstest du, dass es einen Unterschied macht, worüber wir uns Gedanken machen? Statt uns um materielle Dinge zu sorgen, sollten wir uns auf das Reich Gottes konzentrieren. Was sorgt bei dir wirklich für Frieden?

Einleitung und Hinführung zum Thema

Und er heißt: Wirf auf den Herrn deine Last, und er wird dich erhalten; er wird nimmermehr zulassen, dass der Gerechte wankt.
Das soll heute unser Thema sein: Wirf auf den Herrn deine Last, und er wird dich erhalten.
Ich möchte jetzt noch mit uns beten.
Es gibt Dinge im Leben, die sollte man einfach sein lassen. Die sind eigentlich allgemein als irgendwie schlecht anerkannt. Da würde ich fast behaupten, hat Peter die gleiche Einstellung seinen Kindern gegenüber wie ich. Und das, was ich meine, ist Fingernägelkauen.
Ich weiß nicht, ob ihr das macht. Ich gehöre zu den Menschen, die, wenn sie aufgeregt sind, weil alles gerade ein bisschen zu viel wird, oder einfach gedankenlos anfangen, ihre Fingernägel zu bearbeiten. So bis an den Rand, wo man halt nicht mehr weiterbeißen kann. Und das ist etwas, was ich bei meinen Kindern nicht mag und auch bei mir selber ein Stück albern finde.
Die Frage ist: Was tut man, wenn man ein potenzieller Fingernägelkauer ist? Und die Lösung gibt es in der Apotheke. Die Lösung heißt: Stop and Grow.
Das ist eine kleine Flasche, und in dieser Flasche ist eine Art Nagellack drin. Der Nagellack ist aber mit einem Bitterstoff versetzt. Das heißt, du machst das auf deine Fingerkuppe, wenn du keinen Nagellack oder keinen Nagel mehr hast. Und wenn du noch Nagel hast, dann halt auf den Nagel selber, und lässt es einfach eintrocknen. Du siehst nichts davon, aber wenn du das nächste Mal deine Finger in den Mund nimmst, sei es aus Gedankenlosigkeit oder weil du gerade völlig unter Druck stehst, dann wirst du merken: Du hast Stop and Grow auf deinen Fingernägeln. Und du hörst in dem Moment, wo du das Ding in den Mund nimmst, auf zu knabbern. Ich verspreche es dir.
Meine Predigt heute heißt Stop and Grow, weil ich eigentlich mit der Predigt das Gleiche erreichen möchte, was ich in meinem Privatleben mit dem Inhalt dieses kleinen Fläschchens erreiche. Das heißt, ich möchte euch eine geistliche Lektion weitergeben, wo ihr sagt: Kenne ich schon, weiß ich ganz genau, du hast absolut recht, das ist das geistliche Einmaleins, gar keine Frage, das macht man nicht. Und trotzdem passiert es, dass man vielleicht unter Druck, weil man aufgeregt ist oder einfach gedankenverloren, es trotzdem tut.
Und das, was ich meine, ist, sich Sorgen machen. Das wird heute unser Thema sein: Sorgen.
Und ich möchte euch, wenn wir fertig sind mit der Predigt, vier Punkte mitgegeben haben. Vier Punkte, die in eurem Leben wirken können wie so ein Bitterstoff. Immer, wenn ihr euch Sorgen macht, dürft ihr euch an Stop and Grow, an diese Predigt erinnern und sagt: Das war irgendwie erst passiert, jetzt stimmt es irgendwie in meinem Leben nicht mehr. So soll das gehen, dass wir diese Predigt erreichen.
Und die vier Punkte lauten folgendermaßen: Ich möchte, dass wir am Ende der Predigt verstanden haben, dass, wo das Sorgenmachen anfängt, der Glaube aufhört. Das wird mein erster Punkt sein.
Mein zweiter Punkt wird lauten: Wenn schon Sorgen, dann bitte um die richtigen Dinge, nämlich das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit.
Der dritte Punkt, den ich behandeln will, der heißt: Auch wenn du dir Sorgen machst, die meisten Dinge, um die du dir Sorgen machst, kannst du sowieso nicht beeinflussen. Oder: Sorgenmachen nützt eh nichts. Das wird mein dritter Punkt sein.
Und mein vierter, abschließender Punkt: Sorgen von heute sind für heute und Sorgen von morgen für morgen.
Vier einfache Punkte. Ich denke, es ist keiner dabei, der euch geistig und geistlich überfordern wird. Ihr werdet das alles wissen. Und trotzdem: Manchmal sitzt man an seinem Schreibtisch und fängt an zu knabbern. Ja, und dann braucht man einen Erinnerer. Ja, Stop and Grow.
Wir wollen gemeinsam den Predigttext aufschlagen, der findet sich in der Bergpredigt, Matthäus 6.
Bevor ich den Text vorlese, möchte ich noch eine Einleitung geben. Der Text, den wir heute lesen, der setzt etwas voraus, und zwar das, was ich über den Text davor gepredigt habe. Bei dem Text davor geht es um deine prinzipielle Lebenseinstellung. Jesus sagt oder Jesus fragt an: Wie sieht es in deinem Leben mit dem Thema Habsucht und Genügsamkeit aus?
Er fordert uns in den Stellen davor auf, bestimmte Dinge nicht zu tun. Sammelt euch nicht Schätze im Himmel, ist ein Punkt. Ein anderer Punkt ist, dass er sagt, du sollst nicht neidisch sein. Auf der Erde soll ich mir keine, genau, also: Sammelt euch Schätze im Himmel, vielen Dank Martin, also sammelt euch Schätze im Himmel. Jetzt habe ich es. Genau das. Du sollst nicht neidisch sein.
Und dann sagt der Herr Jesus: Du kannst nicht auf der einen Seite dem Mammon dienen und auf der anderen Seite Gott. Und das irgendwie gleichzeitig, das funktioniert nicht. Quintessenz dieser Aussagen ist: Du musst in deinem Leben eine Entscheidung treffen, auf welche Seite du dich stellen willst.
Entweder hier: Ich hole aus dieser Welt und aus diesem Leben raus, was geht. Ich versuche es irgendwie zu nutzen, ich versuche wirklich das letzte Quäntchen Spaß und Fun für mich zu haben. Eine Seite. Oder ich stelle mich hier hin und ich sage: Nee, ich möchte mein Leben tatsächlich für Gott leben. Und ich weiß, dass das im Zweifelsfall bedeutet, dass ich in einigen Punkten hier auf dieser Erde schlechter dastehen werde. Ich muss eine Entscheidung fällen.
Wenn du die Entscheidung gefällt hast, Gott nachzufolgen, wenn du sagst, ich will anders leben, ich möchte für Gott leben, ich vertraue nicht mehr auf meine eigene Cleverness, sondern auf Gott, wenn du dich quasi hier auf dieser Seite hingestellt hast, dann folgt ein bisschen das, was wir jetzt lesen.
 Matthäus 6,25: Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht hin auf die Vögel des Himmels, da sie nicht säen, noch ernten, noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht vorzüglicher als sie? Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen? Und warum seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass selbst nicht Salomo in all seiner Herrlichkeit bekleidet war wie einer von diesen. Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht vielmehr euch tun, ihr Kleingläubigen? So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen? Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt. Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden. So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag aber hat an seinem Übel genug.
Mein erster Punkt lautet: Wo das Sorgenmachen anfängt, da hört der Glaube auf.
Ich möchte diesen Punkt einleiten mit drei Zitaten, die ich gefunden habe und die genau diesen Aspekt gut wiedergeben.
Das erste Zitat stammt von einem Mann, Rick Warren, der im Moment in Deutschland bekannter wird, weil eine ganze Reihe seiner Bücher übersetzt worden sind. Das vielleicht bekannteste heißt Leben mit Vision. Er sagt dazu Folgendes: „Ängstliches Sorgen ist ein Zeichen, ein Rotalarm, dass nicht mehr Jesus, sondern etwas anderes das Zentrum deines Lebens geworden ist.“ Ängstliches Sorgen ist ein Symptom dafür, dass nicht mehr Jesus im Zentrum deines Lebens steht.
Dann die Frau von Billy Graham formuliert: Sorgen und Anbetung können nicht nebeneinander im selben Herz leben, sie schließen sich gegenseitig aus. Sorgen und Anbetung können nicht nebeneinander im selben Herz leben.
Und dann das Zitat, von dem ich auch die Überschrift hergenommen habe, von Georg Müller, denke unter uns bekannt als ein Mann, der wirklich im Glauben gelebt hat und Dinge getan hat, wo man heute nur noch sagt: Wie hat er das ohne einen starken Geldgeber im Hintergrund geschafft? Aber er hatte einen starken Geldgeber, auf den er sich verlassen konnte. Und Georg Müller sagt: Dort, wo das Sorgen anfängt, hört der Glaube auf, und wo der wahre Glaube anfängt, hört das Sorgen auf.
 Matthäus 6,25: Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?
Wenn der Jesus davon spricht, dass wir nicht besorgt sein sollen, dann meint er damit diese ängstliche Sorge, die manchmal in unser Leben hineinkommt. Es geht nicht um Vorsorge, es geht nicht um das Thema Planung, es geht nicht darum, dass wir in den Tag hineinleben sollen. Eigentlich hast du Verpflichtungen und müsstest irgendwie einen Plan machen, aber wir machen keine Pläne mehr. Wir stolpern einfach so durch den Tag. Das ist es nicht.
Es geht um den Punkt, wo ängstliche Sorge hochkommt. Meist sind das so Gedanken und Gefühle. Das sind dann so Fragen: Was wird morgen sein? Wie wird das klappen? Habe ich das? Werde ich das schaffen, diese Aufgabe? Wenn solche Gedanken hochkommen und einen umtreiben, um so etwas geht es.
Oh, das ist super. Ich danke dir.
Der Herr Jesus nimmt hier Bedürfnisse, die in der damaligen Zeit für seine Zuhörer von allerhöchster Bedeutung waren: Essen, Trinken, Kleidung. Und in ihrem Kopf waren diese Gedanken drin: Was werde ich essen? Was werde ich trinken? Wie werde ich mir mein nächstes Kleid kaufen können? Wie wird es werden?
Und er sagt, dass solche Sorgen, solche Gedanken, die unsere Seele vergiften, im Leben eines Christen keine Existenzberechtigung mehr haben. Das heißt nicht, dass Essen und Kleidung unwichtig wären, sie sind schon wichtig. Aber wir dürfen unser Leben nicht auf diese Dinge reduzieren.
Zu sagen: Das Wichtigste in meinem Leben ist, dass ich zu essen habe und dass ich Kleidung habe, wir würden vielleicht noch sagen und eine vernünftige Wohnung, wenn ich das so formuliere, das ist das absolut Wichtigste in meinem Leben, das definiert mein Leben eigentlich. Ich bin, weil ich esse und trinke und mich anziehen kann und eine Wohnung habe.
Dann sagt der Jesus: Nein, du und dein Leben, das ist viel mehr als Essen und Trinken, und dein Körper, deine Persönlichkeit, du als Mensch bist viel mehr als das, was du anziehen kannst.
Und er begründet, warum die Sorgen über solche Dinge, die nachvollziehbar sind, keine Frage, jeder kann das nachvollziehen: Wovon soll ich meine Familie nächstes Jahr ernähren? Meine Firma geht schlecht, und ich weiß nicht, ob ich meinen Job behalte. Hartz IV steht vor der Tür, ich weiß nicht, wie das weitergehen soll. Ich verstehe die Gedanken. Und trotzdem sagt der Herr Jesus: Solche Gedanken sind falsch.
Und er begründet das in Vers 26: Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie nicht säen, noch ernten, noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.
Es ist im Allgemeinen, zumindest habe ich noch keine Ausnahme kennengelernt, nicht so, dass sie Felder anlegen, darauf warten, bis das aufwächst, dann mit der Sichel kommen oder vielleicht mit dem Schnabel das abpicken und schon mal für den Winter einen Vorrat in einer Scheune sammeln. Das machen Vögel nicht. Du kannst sie dafür für ein bisschen blöd halten, aber Gott kümmert sich trotzdem um sie.
Und jetzt muss ich hier an der Stelle sagen, weil man das auch leicht falsch verstehen kann: Nein, Jesus fordert nicht zu einer Lebenshaltung der Trägheit und Faulheit auf, so nach dem Motto: Die Vögel arbeiten nicht, Gott kümmert sich trotzdem um sie, na, dann werde ich auch mal schauen, wie Gott sich um mich kümmert, wenn ich nicht arbeite. Falsch.
Schon deshalb falsch, weil, wenn ihr euch so kleine Vögelchen mal anschaut, könnt ihr mal fünf Minuten in einen Spatz investieren, der sich vielleicht vor eurem Fenster niederlässt, ihr werdet merken, dass die schuften ganz schön für ihren Lebensunterhalt. Nur, sie machen nicht das, was wir machen. Da ist nicht dieses Planende dabei, dieses: Wir bereiten hier einen Acker, und dann wird da erst hier der Pflug durchgeschickt, und dann wird gesät, und dann kommt die Ecke rüber, und dann wartet man, und vielleicht ein bisschen Dünger. Das machen sie alles nicht. Sie sind in dem Sinn unvorsichtige Kreaturen. Die gehen ein Risiko ein, und Gott kümmert sich trotzdem um sie.
Und das, was der Herr Jesus sagen möchte, ist: Hört mal, wenn diese kleinen Vögel, die im Vergleich zu euch ja fast unbedeutende Geschöpfe sind, wenn Gott sich um die kümmert und den Spatz, den du letztes Jahr gesehen hast vor deinem Fenster, der ist nächstes Jahr wieder da, der ist nicht zwischendrin einfach verhungert, Gott kümmert sich um sie. Wäre es dann nicht richtig, dass wir Gott als seine Kinder erst recht vertrauen? Wenn er sich schon um die kleinen Spatzen kümmert, ja, wie viel mehr wird er sich um dich kümmern?
Und wenn die sich auf ihn verlassen können, obwohl die nicht das mit den Feldern machen, nicht so planerisch vorgehen, nicht so klug sind, ja, wie wird das dann bei uns sein? Macht es wirklich Sinn, zu sagen: Ich muss mir Sorgen machen, weil wer weiß, was dann werden wird? Ist es nicht viel naheliegender zu denken: Wenn Gott sich um die Vögel kümmert, na ja, dann wird er sich um die, die ihm wichtiger sind, die ihm mehr am Herzen liegen, die vorzüglicher sind, wie es im Text heißt, die seine Kinder sind, doch noch viel mehr kümmern?
Und dasselbe sagt der Herr Jesus, gilt nicht nur für den Bereich Essen, sondern auch für den Bereich Kleidung. Ich überspringe jetzt mal einen Vers, und wir gehen in den Vers 28 hinein und lesen 28-30, Matthäus 6.
Und warum seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen. Und wir müssen uns das vorstellen: Jesus sitzt da, und um ihn herum sind die Leute, und wahrscheinlich hat er da so ein Feldblümchen. Schaut sie euch doch mal genau an! Ihr könnt euch vorstellen, die kleinen Kinder rennen hin und zupf und bringen es Mami: Mami, schau mal das! Genau das ist ja live. Und dann schauen sie sich diese Dinge an: Schaut, betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen, sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass selbst nicht Salomo in all seiner Herrlichkeit bekleidet war wie eine von diesen. Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr auch euch tun, ihr Kleingläubigen?
Es ist ja so aus der Mode gekommen, sich Blumen anzuschauen. Aber ich möchte eine Wette eingehen. Im Moment ist H&M die Karl-Lagerfeld-Kollektion überall zu sehen. Soll ich euch was sagen? Das, was du da siehst, ist einfach von der Eleganz, von der Leuchtkraft und den Farben, von der Vielfalt, von der Kreativität, die da drinsteckt, überhaupt nicht zu vergleichen mit dem, was du entdecken könntest, wenn du an einem Sommertag über eine Wiese läufst und dir einfach Zeit machst. Nimmst mal das anzuschauen, was so aus einem Quadratmeter an Blumen wächst.
Ich weiß, wir sind im Internet zuhause und so, aber einfach mal so diese eine Blume sich anzuschauen. Ich weiß, Jürgen hatte früher so eine Diaserie über eine Passionsblume, die aufging und wieder zuging. Ich dachte auch vorher, so ein Schmuh, sich eine Blume anzuschauen, bis ich das erste Mal gesehen habe, wie diese gigantische Blüte so langsam sich entfaltet. Und dann sagst du dir: Wow. Und wie lange ist das Ding auf? Ein paar Stunden, ja? Also du hast eine superschöne Blüte, die geht einmal auf, du sagst: Wow, und dann geht sie wieder zu, und das war's.
So ist Gott super viel Schönheit, Eleganz in eine total flüchtige Sache investiert. Und das ist das, was der Herr Jesus hier ja auch betont: Die Schönheit der Blumen, zumindest hier der Feldblumen, steht doch in einem erschreckenden Kontrast zu der ganzen Kurzlebigkeit. Heute hast du die Blumen da am Feld, und das kleine Mädchen pflückt sie und macht vielleicht einen Strauß für die Mami, und alle freuen sich. Und morgen, na ja, morgen ist das Zeug dürre, und die gleichen Blumen, die gestern noch schön waren, die werden Brennstoff für den Ofen, also hier genau für den Backofen, wenn man das Wort richtig übersetzt. Das heißt: Eben noch super schön, und dann raucht es noch ein bisschen. Das war es.
Was soll das denn? Es ist eine Lektion für uns. Wir machen uns Sorgen um Kleidung, was wir anziehen werden, und an dieser Stelle zeigt uns Gott, wie er bereit ist, in seiner Schöpfung zu sorgen. Für Blumen.
Und ich glaube, wir verstehen, wenn wir das so ein bisschen sacken lassen, dass es richtig ist, wenn der Herr Jesus sagt: Wird er das nicht vielmehr euch tun, ihr Kleingläubigen? Ja, das wird er tun. Gott hat dich lieb. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen in deinem Leben, weil du hast da oben einen Vater im Himmel.
Und ich denke, ich werde irgendwann mal eine Predigt über Vaterschaft machen, weil ich den Eindruck habe, dass wir nicht mehr genau, vielleicht auch aus schlechten Erfahrungen mit eigenen Vätern heraus, wissen, was ein Vater wirklich ist. Aber hier zeigt der Herr Jesus, dass ein Vater einer ist, der sich kümmert. Jeder, der hier sitzt und Vater ist und diese Verantwortung vor Gott ernst nimmt, der weiß: An der Stelle, wo meine Kinder eine Not haben, wo sie Bedarf haben, da bin ich da. Ich mache mir den Kopf um meine Kinder.
Und ich glaube, Weihnachten sieht man das ja bei den Weihnachtsgeschenken dann auch. Ich weiß, was meinen Kindern gefällt. Warum? Weil ich kenne meine Kinder. Ich weiß, was ihnen gefällt. Ich brauche nicht erst den Weihnachtszettel von ihnen sehen, was könnten sie sich wohl wünschen. Ich weiß die meisten Sachen vorher. Warum? Weil ich sie lieb habe, weil ich mit ihnen eins bin, weil es meine Kinder sind, weil ich ein Interesse an ihnen habe, weil ich irgendwo ihr Herz kenne. Und deswegen überraschen mich ihre Weihnachtswünsche auch überhaupt nicht. Ich denke mir: Ja, hätte ich so erwartet.
Und so ist Gott auch. Er weiß, was wir uns wünschen, was wir brauchen. Und wir müssen das neu realisieren, dass wir da oben einen Vater haben.
Zweiter Punkt: Nein, ich mache nochmal den Punkt fertig. Wo das Sorgenmachen anfängt, hört der Glaube auf.
 Matthäus 6,31-32: So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen? Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn auch euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt.
Wenn Gott sich um die Bedürfnisse des kleinsten Vogels und des Grases kümmert, wird er das bei euch auch tun? Das heißt wiederum nicht, wir sollen die Sorglosigkeit übernehmen. Klar, du sollst schon arbeiten, da möchte ich auch gerne nicht falsch verstanden werden. Aber es macht trotzdem einen enormen Unterschied, wie du arbeitest, wie du lebst, ob du ständig mit dem Gedanken machst: Was wird bloß morgen kommen? Wie werde ich das schaffen? Wird das gelingen? Wenn das jetzt noch kommt, wie wird es dann werden? Wenn die Politiker die Entscheidung fällen, ob ich so lebe? Oder ob ich einfach sage: Nee, ich habe einen Vater im Himmel, der liebt mich, der kennt mich, der wird sich darum kümmern.
Und wie gesagt, in der Aufregung des Lebens kann es ja leicht passieren, dass man anfängt, im geistlichen Sinn Fingernägel zu kauen und sich Sorgen zu machen. Das geht so schnell. Ich ertappe mich auch so ein, zwei Mal im Jahr wenigstens bei so einer richtigen Sorgenattacke, wo ich dann dastehe und sage: Was machst du eigentlich jetzt? Also, wo ich eine ganze Weile schon unterwegs bin mit Sorgen, bis ich realisiere: Du hast so viele Erfahrungen mit Gott gemacht, das ist doch völlig plemplem. Und trotzdem ertappe ich mich dabei und muss sagen: Ja, entschuldige Vater, ich habe da gerade völlig die Peilung verloren, ich war da völlig auf dem falschen Weg gerade, vergib.
Vergib, weil Gott ein paar Dinge gesagt hat zum Thema Sorgenmachen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Das eine ist Philipper 4,6-7. Da heißt es: Seid um nichts besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.
Wieder dieser Gedanke: Keine Sorgen machen. Gott will das nicht. Sorgenmachen, und jetzt springe ich noch mal in den Matthäus-6-Text rein, Sorgenmachen ist eine Lebenseinstellung, eine Grundhaltung für Leute, die Gott nicht kennen. Hier heißt es: die Nationen. Stellen sich solche Fragen. Wir würden das Wort Nation heute vielleicht übersetzen mit die Heiden. Ja, wenn ich keinen Vater im Himmel habe, wenn ich denke, ich bin auf meine eigene Kraft angewiesen, ich kann meine Probleme, meine Sorgen nicht abgeben, dann ist es richtig, dass ich mir die Sorgen mache. Wenn meine eigene Cleverness das einzige ist, was mir zur Verfügung steht, mein Fleisch, mein Know-how, wenn das alles ist, dann muss ich mir schon Sorgen machen, weil ich weiß nicht, was diese Welt bereithält. Da gibt es Rezensionen, Inflationen, Kriege, Hartz IV und solche Sachen, wo ich sage: Ich weiß nicht, was kommt.
Nur Gott sagt: Tu das nicht, das machen die Heiden, ihr habt einen Vater im Himmel. Und deswegen kann Paulus hier schreiben: Seid um nichts besorgt. Und er kann sagen: Ich zeige dir, wo deine Sorgen hinkommen. Sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden, das ist das Ziel.
Und wisst ihr, was dann passieren wird, wenn du deine Sorgen bei Gott abgibst, dahin bringst, wo sie hingehören? Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken bewahren in Christus Jesus.
Ich hatte gestern ein Gespräch mit einem Ehepaar, war sehr faszinierend, die mir so ein bisschen erzählten, wie sie zum Glauben gekommen sind. Und da ist der Mann in einer Zeit zum Glauben gekommen, wo er einen Riesenkonkurs hingelegt hat. Schulden, die er niemals mehr in seinem Leben würde bezahlen können. Sechstellige Summen, wo du echt sagst: Game over GmbH. Insofern er ist der Geschäftsführer, steht persönlich hier gerade. Und in dieser Zeit bekehrt er sich und muss jetzt die gesamte Abwicklung machen und kommt in die Gespräche mit den Leuten, die ihm eigentlich zu verstehen geben: Freund, du kommst hier menschlich gesehen nie wieder raus, dein Leben ist eigentlich vorbei.
Und er kann ruhig bleiben, so ruhig, dass die Banken, deren Vertreter sagen: Wie können Sie eigentlich noch so ruhig sein? Ja, das konnte er ihnen sagen, warum er noch so ruhig sein kann. Ja, die Probleme waren da, aber der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, ist auch da. Wo du bereit bist, mit Sorgen das zu tun, was Gott dir sagt, was du tun sollst, nämlich sie abzugeben.
Eine zweite Stelle, 1. Petrus 5,6-7: Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit.
Du sollst kein hochmütiges Leben führen vor Gott, du sollst dich demütigen. Aber wie mache ich das bitteschön? Wie funktioniert es, sich unter Gottes mächtige Hand zu demütigen? Und dann heißt es in Vers sieben: Indem ihr all eure Sorge auf ihn werft, denn er ist besorgt für euch.
Du möchtest demütig leben? Bitte, dann tu es doch einfach. Es gibt da einen ganz einfachen Weg. Nimm all deine Sorgen und gib sie bei Gott ab. Wie du das tust, bleibt ein Stückchen dir überlassen. Ich habe eine ganze Reihe lustiger Geschichten von Christen gelesen, wie die das machen. Einer hatte eine Sorgenbox und hat sich vorgenommen, er macht sich prinzipiell nur am Mittwoch über Dinge Sorgen. Und immer wenn was kam, hat er dann so sein Zettelchen geschrieben: Das ist mein Problem, und hat es in seine Mittwochs-Sorgenbox reingelegt. Und wenn das am Donnerstag war, war erst mal wieder sechs Tage Pause, weil so lange hat er sich erfunden: Mach ich mir keine Sorgen. Und stellte fest: Naja, so nächste Woche Mittwoch, als er dann dran war, so jetzt kann ich mir Sorgen machen, waren die meisten der Sachen schon vorbei.
Jemand anders hat die Geschichte erzählt, sie haben in der Küche oben so eine über der Tür eine Tütelchen gehängt, da stand drauf: Gott. Und immer, wenn jemand Sorgen hatte und eine Sorge dann im Gebet abgegeben hat, hat er das auf einen Zettel geschrieben, ist oben auf den Stuhl geklettert und hat es oben in die Tüte reingebracht. Und jeder hatte die Pflicht, wenn er wieder anfing, sich über die gleichen Sachen Sorgen zu machen, da hochzugehen und aus der Tüte diesen Zettel wieder rauszusuchen, um sich daran zu erinnern: Ich hatte das doch schon mal abgegeben.
Ich weiß nicht, wie ihr das macht. Das waren jetzt zwei lustige Geschichten, die ich einfach gelesen habe, wo ich merke: Ja, unsere Aufgabe besteht darin, uns immer wieder daran zu erinnern, Sorgen gehören zu Gott.
Die Einstellung ist aus einem anderen Grund noch wichtig.
Mein zweiter Hauptpunkt: Auch wenn du dir Sorgen machst, kannst du die meisten Dinge überhaupt nicht beeinflussen.
 Matthäus 6,27: Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?
Die Elle ist hier das Bild für einfach eine kurze Zeitspanne, und Jesus sagt: Dein ganzes Sorgen, wie sehr du dich auch anstrengst, wenn du volle Kanne lossorgst, wird es dein Leben nicht um einen Tag verlängern können. Es geht einfach nicht. Ängstliches Sorgen stößt an Grenzen.
Psychologen haben einmal versucht herauszufinden, worüber machen sich Leute eigentlich Sorgen. Eine köstliche Studie. Sie haben Folgendes herausgefunden, also die Sorgenstudie: 40 der Dinge, über die wir uns Sorgen machen, passieren nie. Interessant. 30 der Dinge, die uns Sorgen bereiten, sind schon passiert, und wir können sie eh nicht mehr ändern. Weitere 12 aller Sorgen beziehen sich auf gesundheitliche Aspekte. Das heißt: 80 der Dinge, die hochkommen, wenn wir uns Sorgen machen, liegen von vornherein außerhalb unseres persönlichen Einflussgebietes. 80! Das finde ich spannend.
Und es unterstreicht diesen Punkt, den Jesus hier bringt: Du musst, wenn du dir schon Sorgen machst, wenn das immer wieder dein Problem ist, bitte schön einmal vor Augen halten, wie wenig du damit überhaupt erreichen kannst. Du kannst deinem Leben nicht einen Tag hinzufügen, und wenn du den Rest deines Lebens diese zigzehntausend Tage, die du haben magst, wenn du die mit Sorgen verbringst, du wirst nicht einen Tag länger leben.
Du musst die Grenzen deiner Sorgen erkennen, damit du vielleicht aufhörst, dir über Dinge Gedanken zu machen, die sich einfach nicht ändern lassen, die, wenn überhaupt, gar nicht dein Problem sind, sondern wo Gott gesagt hat: Gib sie mir, hätte ich gerne.
Jeder Vater kennt das. Es gibt Dinge, da sage ich: Das ist mein Problem. Als meine Töchter nach Hause kommen und in der Schule ein gewisses Grad an Problemen hätten, was sie zum Glück im Moment nicht haben, dann würde ich nicht sagen: Ach, du hast da so eine richtige Auseinandersetzung mit deinem Lehrer gehabt, und er hat so und so zu dir gesagt, ja, da musst du dich jetzt selber darum kümmern. Nein, da werde ich sagen: Weißt du was, gib mir die Telefonnummer, mein Thema, Chefsache.
Und Probleme, unsere Probleme sind Chefsache, wir müssen es nur realisieren, wir müssen es nur annehmen.
Also, auch wenn du dir Sorgen machst, die meisten Dinge kannst du nicht beeinflussen.
Wie ist das jetzt? Heißt das, wir sollen einfach so einen Lebensstil haben, ein bisschen, naja, day by day, mal schauen, was kommt. Ich habe doch dieses Potenzial, zu denken, kreativ zu sein. Und der Punkt ist natürlich der, dass der Herr Jesus da auch etwas dazu sagt. Und das, was er sagt, findet sich in dem vielleicht bekanntesten Vers unseres Textes, Matthäus 6,33.
Hier ist der Punkt zwei: Wenn du dir schon Sorgen machen willst, wenn du schon sagst, aber ich brauche was für meinen Kopf, ich muss nachdenken, ich will denken, dann mach es bitte um die richtigen Dinge.
Vielleicht erinnert ihr euch an die letzte Woche an die Predigt von Peter. Peter hat uns Vater Unser vorgestellt, und zwar die ersten drei Gebetsteile. Und er hat gesagt, wenn wir das Vater Unser beten, wenn wir sagen: Vater unser, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, dann bringen wir damit ein Ja zu Gottes Erhabenheit zum Ausdruck. Wenn wir beten: Dein Reich komme, dann sagen wir ein Ja zu Gottes Herrschaft. Und wenn wir sagen: Dein Wille geschehe, dann ist es ein Ja zu Gottes Wegen in unserem Leben.
Und ich denke, was letzte Woche klar geworden ist, ist dieser Punkt, dass wir in unserem Leben Gott und seine Prioritäten zu unseren eigenen Prioritäten machen, und ein ganz klares Ja haben zu seinem Weg mit uns, dass das auch im Gebet immer wieder rüberkommen soll.
Der gleiche Punkt begegnet uns hier nochmal in Matthäus 6,33: Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.
Wenn du dir Gedanken machen willst, wenn du ein Grübler bist oder jemand, der sich gerne beschäftigt, wenn du sagst, ich muss irgendwas denken, ja, dann sagt Gott: Bitte, da bin ich auch dafür, aber dann tu es mit den richtigen Dingen. Die Probleme, die du sowieso nicht lösen kannst, für die du sowieso der Falsche bist, wo du sowieso keinen Einfluss hast, wo deine Kräfte sowieso zu kurz greifen, die gibst du mir. Und das, was du an Potenzial freisetzt jetzt, das investiere bitte, indem du nach Gottes Reich und nach Gottes Gerechtigkeit trachtest.
Und das bedeutet so viel wie: Mach bitte Gottes Prioritätenliste zu deiner eigenen. Überlege dir, wo kann ich Gott dienen, wo kann ich sein Reich fördern, wo kann ich dafür sorgen, dass Gottes Gerechtigkeit zum Tragen kommt, in meinem Leben und im Leben der Menschen, die mich umgeben. Das ist höchste Priorität.
Und wir merken wieder dieses Spannungsfeld. Auf der einen Seite können wir uns immer auf diese Seite stellen und sagen: Ach, ich und meine Probleme und so, und völlig aus dem Blick verlieren, dass Gott uns eine Aufgabe gegeben hat. Auf der anderen Seite können wir sagen: Okay, ich will mit Gott leben, ich habe einen Vater im Himmel, und deswegen kriegt er meine Probleme, und dadurch kriege ich Ressourcen frei, um mir über Dinge im Kopf zu machen, die wirklich wichtig sind.
Und es ist einfach wichtiger, dass du dir Gedanken darüber machst, wie du deinen Nachbarn und deinen Arbeitskollegen und deine Freunde mit dem Evangelium erreichst, als dass du dir die Frage stellst, wie werde ich nächstes Jahr vielleicht dies oder jenes Problem lösen, was überhaupt nicht da ist, wo du jetzt auch dein ganzes Gedankengut hast. Das bringt da einfach nichts. Aber heute gibt es Fragen im Reich Gottes, die du heute lösen kannst.
Und irgendwie müssen wir diesen Shift schaffen, irgendwie müssen wir, wenn wir anfangen zu knabbern geistlich, wenn wir anfangen, uns Sorgen zu machen, dann muss es Klick machen und wir müssen uns dran halten: Halt, stopp! Sorgen gehören Gott. Und was ich hier oben denken kann, meine Denkkapazität, die gehört dem Reich Gottes. Und das müssen wir hinkriegen, weil wir immer wieder in dieser Spannung stehen, dass wir sagen: Ich muss mir jetzt einfach ein bisschen Sorgen machen.
Das ist ja auch manchmal ganz nett, ich weiß nicht, wie es euch geht, sich mal einfach so sorgenvoll durchs Wohnzimmer schleichen, das hat ja auch was. Geht euch das nicht so? Mir geht das schon so, dass ich manchmal denke, man fühlt sich schon auch nicht immer nur schlecht, wenn man Sorgen hat, schließlich ist man ja was wert, und es ist auch wichtig, wenn man sich Sorgen machen kann. Nur, du kannst nichts ändern. Es ist ein reiner Zeitkiller, und wie gesagt, da, wo du Sorgen in deinem Leben zulässt, hört der Glaube auf.
Gott hat gesagt, was man mit Sorgen machen soll.
Ein letzter Punkt: Nochmal zu dem Thema keine Vogelstraußpolitik, sondern nach dem Motto: Es gibt gar keine Schwierigkeiten in meinem Leben, wovon redest du, ich habe nie Probleme gehabt, bei mir geht immer alles gut. Das ist es definitiv auch nicht, und ich finde den Text von dem Herrn Jesus extrem ausgewogen. Deswegen der vierte Punkt:
Sorgen von heute sind für heute und Sorgen von morgen für morgen.
Es klingt so banal, aber ich wette, euer Leben würde sich revolutionieren, wenn ihr anfangtet und meins auch, genau das so zu leben.
Wir lesen den Vers dazu, Matthäus 6,34: So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.
Der heutige Tag birgt in sich genug Herausforderungen. Du musst nicht noch die Übel und die Probleme von morgen in den heutigen Tag reinziehen. Das ist das, was der Herr Jesus sagen möchte.
Das andere, was er sagt, ist: Es gibt Übel in deinem Leben. Also dieses: Ja, ich gebe alle meine Sorgen bei Gott ab, am Ende ist es nicht so Wolke sieben Glückseligkeit und nie wieder Probleme. Sondern der heutige Tag hat sein Übel, hat seine Herausforderungen, hat seine Probleme, hat seine Risiken mit Nebenwirkungen. Und du musst tatsächlich heute in der Kraft Gottes da rangehen, diese Probleme auch zu bewältigen. Gott nimmt dich da nicht raus, so funktioniert Leben.
Du wachst heute Morgen auf und weißt: Dieser Tag hat Herausforderungen. Ich weiß nicht, welche Herausforderungen es für dich sind, ich kenne meine eigenen. Und an keiner Stelle sagt Gott mit dieser Gib-deine-Sorgen-ab-Strategie sollen wir vor unseren Schwierigkeiten oder vor den Herausforderungen des Lebens davonlaufen, überhaupt nicht. Er sagt nur: Bitte schön, das, was irgendwann mal kommen könnte, das braucht dich heute nicht zu belasten.
Wenn du die Augen schon aufmachst und wenn du durch dieses Leben gehst, ich verspreche dir, jeder Tag hat an seinem Übel und an seinen Problemchen genug. Schau dir an, was heute zu tun ist, geh ins Jetzt hinein.
Ich kenne ein paar Leute, die leben immer in der Zukunft, was sie mal werden wollen, was sie mal sein wollen, die träumen immer von dem, wie es mal werden könnte. Und Gott sagt: Halt, komm mal in die Gegenwart zurück, schau dir mal heute an, was musst du denn heute machen, was steht heute an? Diesen Blick möchte ich gerne schärfen, wir leben heute. Und wir leben erst mal nur heute. Und es gilt, das Heute zu bewältigen, im Heute die richtigen Entscheidungen zu fällen, heute die Probleme von heute zu lösen. Und wenn du das geschafft hast, dann hast du genug geschafft. Das war anstrengend, und dann fällst du ins Bett und denkst: Der Tag ist rum. Und merkt ihr, das reicht.
Da muss man sich nicht noch Sorgen machen für die Probleme von morgen, weil die kommen ja morgen von ganz allein. Ob du Sorgen machst oder nicht, die Dinge, die wirklich übel sind, werden kommen. Ob du dir vorher über sie Gedanken gemacht hast oder nicht, sie kommen.
Du hast morgen eine Arbeit zu erledigen, was weiß ich, eine Schularbeit, eine Prüfung in Englisch. Natürlich kannst du dir die ganze Zeit Sorgen machen, ach, wie wird das werden? Ja, du kannst auch warten, bis die Stunde anfängt, dann weißt du, wie es werden wird. Und so haben wir alle unsere Nöte. Und sie kommen doch sowieso.
Du schaust in deinen Terminkalender und sagst, da ist dieses Gespräch, da ist dieses Projekt oder diese Vorstellung oder was auch immer jemand machen muss. Ich habe doch mein Übel im Leben. Ich muss mir doch nicht heute Gedanken über das Übel von übermorgen. Ich habe heute genug Übel.
Und wenn das Übel heranrollt und wenn ich dann da mittendrin stehe, wunderbar, dann soll ich dem begegnen, und zwar in der Kraft Gottes. Das ist unsere Aufgabe. Und dann schaffen wir es auch, Stück für Stück unser Leben zu meistern, weil wir uns die Gegenwart nicht durch Sorgen vergiften lassen. Dann schaffst du es auch, dich zu freuen, weil die Freude nicht immer erstickt wird vor diesem Nebel dessen, was da noch kommen mag.
Und wenn du sagst, ich schaff das nicht, die Probleme abzugeben, dann möchte ich dich einfach ermuntern. Und ich möchte uns hier herausfordern, dass da, wo uns jemand mit seinen Problemen begegnet, wo wir merken, da macht sich einer Sorgen, dass wir ihm vielleicht diese vier Punkte von der Predigt sagen oder zumindest vielleicht hast du dir einen gemerkt, das reicht ja auch schon, dass wir ihm sagen: Du, Herr, wenn du so in diesen Sorgen drin lebst, dann hört dein Glaube, dein Vertrauen zu Gott auf, sei vorsichtig. Gott möchte deine Sorgen haben, gib sie bei ihm ab.
Und wenn der dann sagt, das habe ich noch nicht getan, dann sagt er: Weißt du was, ich habe eine tolle Idee. Wir beten jetzt miteinander und wir geben die Sorgen ab. Du machst dir Sorgen um das, was kommt, kein Problem. Komm her, ich bete mit dir. Ich habe das nämlich schon gelernt, vielleicht. Und das nächste Mal betest du mit mir, weil da habe ich es wieder vergessen und bin dabei, aus Gedankenlosigkeit oder Aufregung heraus meine geistlichen Fingernägel zu knabbern und mir Sorgen zu machen.
Beten wir miteinander, machen wir uns darauf aufmerksam, dass Sorgen eigentlich im Leben von Christen kein Recht haben und da, wo sie hochkommen, dass wir da darauf achten, dass wir sie abgeben.
Der zweite Punkt: Wenn wir uns schon Sorgen machen, dann bitte um die richtigen Dinge, nämlich das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, dass wir einander daran erinnern, mit Sorgen können wir die meisten Dinge, über die wir uns Sorgen machen, sowieso nicht beeinflussen.
Und das Letzte: Ich denke, eine ganz, ganz praktische Sache. Die Sorgen von heute, das Übel von heute, dem musst du dich heute stellen, und die darfst du in der Weisheit und in der Kraft Gottes angehen. Das Übel von morgen ist aber erst morgen dran und nicht heute.
Und über all dem steht der eine Punkt: Wir haben einen Vater im Himmel, auf den wir uns einfach in allen Punkten, in allen Lebenslagen, egal wie jubelnd, freudig oder wie tief niedergedrückt, verlassen können. Das steht über allem.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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