Einleitung und Predigttext
Wenn Sie Ihre Bibel aufschlagen, ich meine immer wieder das Bibelwort
sollte bei uns immer mehr geläufig werden. Oft vergesse ich es dann, die
genauen Beziehungen herzustellen, aber der, der den Bibeltext vor sich hat,
der merkt, dass ich eigentlich nur den Bibeltext auslegen will. Mir hat das
so Eindruck gemacht in Uganda bei dieser Konferenz, wie alle zehntausend
Christen ihre Bibel vor sich hatten. Nicht das Wort vom Prediger ist
wichtig, sondern das Wort Gottes ist wichtig.
So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und
alle üble Nachrede
2 und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die
neugeborenen Kindlein, auf dass ihr durch dieselbe zunehmt zu eurem Heile,
3 wenn ihr anders geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist.
4 Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen
ist, aber bei Gott ist er auserwählt und köstlich.
5 Und baut auch ihr euch als lebendige Steine zum geistlichen Haus und zur
heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind
durch Jesus Christus.
6 Darum steht in der Schrift (Jesaja 28, 16): «Siehe da, ich lege einen
auserwählten köstlichen Eckstein in Zion; und wer an ihn glaubt, der soll
nicht zuschanden werden.»
7 Euch nun, die ihr glaubt, ist er köstlich; den Ungläubigen aber ist «der
Stein, den die Bauleute verworfen haben der zum Eckstein geworden ist,
8 ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses» (Psalm 118, 22;
Jesaja 8, 14); denn sie stoßen sich, weil sie an das Wort nicht glauben,
wozu sie auch verordnet sind.
9 Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das
heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die
Wohltaten des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem
wunderbaren Licht;
10 die ihr vormals «nicht ein Volk» waret, nun aber «Gottes Volk» seid, und
vormals nicht in Gnaden waret, nun aber in Gnaden seid (Hosea 2, 25).
Herr, mach uns diese deine Berufung groß! Amen.
Stress
Liebe Gemeinde, zu den vielen Krankheiten, die heute Menschen plagen, ist
eine neue Modekrankheit dazugekommen, das ist der Stress. Der ungeheure
Leistungsdruck, der heute auf Menschen liegt, der macht den Organismus
kaputt. Und vielleicht ist es gar nicht die Anforderung im Beruf, die
einfach erwartet wird. Oft sind es Menschen, Menschen mit ihrer gemeinen,
heimtückischen und undurchsichtigen Art, die uns enttäuschen und die uns
zermürben. Wie, wenn's noch nicht genug Stress gäbe. Da gibt's in vielen
Formen von Stress, die wir heute haben, sogar noch einen frommen Stress. Es
ist ganz merkwürdig, dass das im Christenleben immer auch in solche Extreme
auseinandergeht. Wir sehen ja vor unsern Augen eine so untätige
Christenschar, die da sitzt, ein Schlafmützenchristentum. Wir kennen das
von uns selbst, und auf der anderen Seite liegt die große Gefahr da, dass
man in einen frommen Stress hineinkommt. Wenn man sich heute
vergegenwärtigt, was wir als Christen in dieser Welt eigentlich tun
müssten. Unsere Großstädte sind in wenigen Jahren unheimliche Wüsten
geworden. Was war früher hier noch an Nachbarschaft da und heute sitzen
Menschen, Alte, allein in ihrer Wohnung und haben niemand mehr, der nach
ihnen schaut. Das wär doch eine Aufgabe für uns Christen! Und schon sind
wir im Stress drin. Dann sagen wir: Die Jugend hat keine Ziele mehr, wir
müssen viel mehr tun für die Jugend. Wir müssen uns einsetzen in der
öffentlichen Verantwortung. Wir sehen die Not der Welt, das ist ja ein
Unrecht, wie die Menschen verhungern. Und wir haben Überfluss. Wir sehen,
wie andere unversorgt liegen, wenn sie krank sind. Das wär doch alles eine
Aufgabe für uns, da ist niemand da, der Zeit hat, einem andern zuzuhören,
das wär doch eine Aufgabe für uns und dann kommt das immer wieder, dass
Christen, sobald sie aufwachen, und merken, wir müssen etwas tun in der
Welt, in diesen Stress hineinkommen, und tausend und abertausend Aufgaben
anfangen, und dann organisiert man und rennt man und läuft man und nimmt
noch andere mit und sagt: Kommt, und man versucht zu planen, und zu
schaffen. Ja, jetzt sagen Sie, was ist eigentlich richtig, auf der einen
Seite dieses Schlafmützenchristentum, auf der anderen Seite dieser Stress!
Man muss seine Kräfte kennen
Ich meine, wir kommen immer nur durch, wenn wir uns klarmachen, das ist
mein erster Punkt, welche Kraft wir überhaupt haben.
Man muss seine Kräfte kennen. Und von dort her kann man auch die Aufgaben
wahrnehmen. Man muss seine Kräfte kennen. Es gibt bei uns Christen ein
gefährliches Überschätzen der eigenen Kraft. Da denkt man plötzlich: Das
kann ich, wir müssen doch uns dieser Not in der Welt stellen und dann
fangen wir an, und dann wollen wir uns einsetzen und merken plötzlich, ich
kann das nicht. Es vollzieht sich bei jedem, der einen Dienst annimmt, als
Christ, die gleiche Enttäuschung, die wir alle durchgemacht haben. Man ist
da fröhlich hineingegangen. Der eine hat eine Jugendgruppe leiten wollen.
Ein anderer hat gesagt, gut, jetzt mache ich einen Krankenbesuch, und da
möchte ich auch ein Wort des Trostes mitgeben. Und dann gibt's eine glatte
Bauchlandung. Und man merkt, ich kam nicht an mit dem, was ich wollte.
Deshalb sind ja so viele enttäuscht und haben sich zurückgezogen und sagen:
Ich kann das nicht mehr. Und deshalb überlassen sie das anderen, aktiv zu
sein. Es ist ein Stück Enttäuschung.
Aber sie müssen drauf achten, Jesus
hat lauter Versager in seine Gemeinschaft berufen. Der Fischer konnte
Fische fangen, aber der Fischer konnte nicht reden. Und der Fischer war
kein Gemeindeleiter. Gott ruft Leute, die ganz unbegabt sind. Und er macht
das sogar ganz bewusst so, der Paulus nennt das im ersten Korintherbrief,
so im Durchgang durch die Gemeinde sagt er, eigentlich alles keine
besonders qualifizierten Leute, sind ganz auffallend ungeeignete Leute,
sind schwache, unedle, Leute, die keinen großen Namen haben, aber jetzt
kommt noch das interessante, man muss seine Kraft kennen, was ist denn die
Kraft, dass wir überhaupt wagen, an ein Krankenbett hinzustehen, was gibt
denn unserer Krankenschwester das Recht, Hausbesuche zu machen, was gibt
unserm Besuchskreis das Recht, was gibt einem Christen das Recht, in dieser
Welt zu meinen, er müsse andern etwas von einer Botschaft des Evangeliums
mitteilen? Woher hat man denn das? Und da kann einer nur davon reden und
sagen: In meinem Leben habe ich erkannt, an mir und meinem Leben ist nichts
auf dieser Erd, was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. Wir
können nicht erzählen, dass wir gut sind, und wir können nicht erzählen,
wie wir die Probleme anpacken, und wir können nicht erzählen, wie wir
fehlerlos sind, und wie wir alles korrekt abwickeln, und wie es bei uns
Friede gibt, das würde nicht stimmen, aber wir können erzählen, dass das
wahr ist, dass der lebendige Gott sich schwacher sterblicher Menschen
erbarmt, und dass er einen Bund und einen Pakt mit Menschen macht, und dass
er in unserm Leben so bestimmend sein kann, dass plötzlich aus unserm Leben
Frucht herauskommt, und dass unser Leben nicht vergeblich ist, dafür ist
Jesus gestorben. Dafür hat er sein Leben gelassen, dass wir jetzt für ihn
leben und er aus unserm Leben etwas macht zu seinem Lob. Dass unser ganzes
Leben ein Dankchoral wird für ihn. Ich versteh das gar nicht, ich stoße
dauernd an die Grenzen meines Vermögens und meiner Kraft. Dann hören wir
wieder aus dem Evangelium: Ihr habt mich nicht erwählt, sondern ich habe
euch erwählt. Jesus sagt: Ich hab mir das durchgerechnet. Ich habe mir das
ganz genau angesehen. Wenn ich solche Leute wie euch geholt habe, und ich
weiß, dass ich aus eurem Leben Frucht schaffen kann. Man muss seine Kraft
kennen. Seien Sie nie enttäuscht, wenn Sie Bauchlandungen machen. Und wenn
Sie irgendwo elend aufsitzen mit dem, was Sie sich vorgenommen haben. Das
ist ganz normal.
Christen sind Versager in der Erziehung ihrer Kinder,
Christen sind Versager wahrscheinlich auch im Eheleben, im Zusammenleben
und Verständnis für den Ehegatten, vielleicht sind Christen sogar Versager
ihrer Nachbarschaft gegenüber. Als Kameraden zu ihren Arbeitskollegen, ich
weiß, wie oft da das sichtbar wird. Und dann kommt unser Erkennen, aber
Jesus lässt Versager nicht los und er will Frucht schaffen. Dazu hat er uns
erwählt, dazu hat er uns gesetzt. Man muss seine Kräfte kennen. Darum
machen wir den Mund auf und reden. Es ist in diesem Abschnitt interessant,
wie dieser Petrus dieser Gemeinde das groß macht, was sie sind. Und er
sagt: Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht. Es waren junge Christen, und
wir vermuten, ob da nicht sogar, so haben Theologen herausgebracht, ein
Abschnitt von einer Taufpredigt, der hier noch niedergelegt wurde, wenn
also die aus dem Taufbecken herausgekommen sind, dann hat der Prediger
ihnen das zugerufen, das ist so ein schön formuliertes Wort, das man ja
auswendig lernen muss. So was muss man ja im Kopf behalten. Ihr seid das
auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das
Volk des Eigentums, das ihr verkündigen sollt die Wohltaten des, der euch
berufen hat, von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht. Ihr Christen,
ihr, die ihr so oft versagt, die ihr so oft enttäuscht seid und mutlos
seid, ihr seid ganz besonders befähigt. Ihr, weil Gott euch ausgesondert
hat. Damit fängt ja jedes Christenleben an, dass ein Mensch plötzlich
merkt, Gott legt die Hand auf mein Leben. Zuerst ist uns das beängstigend
und beunruhigend, und wir sagen, das wollen wir gar nicht, wenn er seine
Hand auf unseren Geldbeutel legt, auf unsere Gedankenwelt, auf unsere
Wunschwelt, das passt uns nicht, wir wollen lieber die eigenen Wünsche
haben, und wir empfinden das als Einmischung unseres Herrn, bis dann einer
merkt, dass er die Hand auf mich legt, dass er mich auserwählt macht, dass
er mich in einen besonderen Kreis hineinstellt, das ist ja ganz besonderes
Vorrecht, ich werde hineingestellt in eine Reihe, so wie einst diesen
Petrus herausgerufen hat, wie er den anderen von seinem Büro da am Zoll
gelöst hat, diesen Matthäus und in seine Gemeinde hineingenommen hat, wer
von uns könnte denn denken, dass er – wir sprachen schon am letzten Sonntag
davon – in eine Reihe hineingestellt wird mit einem Augustin, mit einem
Paulus, mit einem Johannes. Und das macht unser Herr, darum legt er die
Hand auf Ihr Leben, darum redet er in ihre geheimen Dinge hinein, weil er
das alles mit beansprucht und Sie ganz will für sein auserwähltes Volk.
Er
nimmt uns weg von den anderen, und sagt: Du unterstehst jetzt meiner
Führung und meiner Leitung. Das ist ein ganz großes Stück, dass wir
plötzlich merken: selbst das, was ich im täglichen Leben draußen, jetzt in
der Woche von Montag bis Samstag lebe, das steht unter dem Herrn, und dazu
hat er mich ausgesondert, dass ich auch in all den Stücken, wo ich da tätig
bin, ihn lobe und ihn preise. Dass ich das ja nicht vergesse, ich bin ein
Teil des auserwählten Volkes. So wie dieser Abraham als erster zu diesem
auserwählten Volk Israel gehörte, und das hat sie unterschieden von all den
andern, dass sie ganz von diesem Wort und der Führung dieses Herrn abhängig
waren. Ihr seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum. Sie
müssen Ihre Kraft kennen, was sie in dieser Welt leisten können, steht
nicht da, Sie sind die Athleten, hier steht nicht da, Sie sind die großen
Kämpfer, die alle Probleme lösen, sondern Sie sind die königlichen Priester
in dieser Welt.
Wissen Sie, warum Sie an diese Plätze in der Welt
hineingestellt sind? Dort leben Menschen, die einen Priester brauchen,
einen Seelsorger, der sie mit Gott versöhnt. Das war die Aufgabe der
Priester, dass sie eingetreten sind für das schuldige Volk, manchmal sehe
ich solche Gestalten, da ist es eine alte Großmutter in einer Familie, die
betend über ihrem Hause wacht. Sie wird den Kummer nicht los, dass ihre
Kinder nicht zum Frieden finden, aber solange sie lebt, schwebt über diesem
Haus die Wolke der Gegenwart Gottes, weil ein Priester da ist. Und ich
meine, dass so manche Leute das erst noch erkennen müssen, wie sie Priester
sind. Für eine ganze Umgebung, für eine ganze Nachbarschaft. Indem sie –
was tut ein Priester – fürbittend eintreten. Ein Priester ist nicht einmal
der Missionar zuerst, sondern der fürbittende Eintreter für diese Leute.
Und wenn wir dann sie alle vor Augen haben, und für sie beten, die
Menschen, die uns so viel Not machen, unser Volk, was ist das, ihr seid
königliches Priestertum, ihr seid vom großen Gott beauftragte Sendboten in
dieser Welt. Ich glaube gar nimmer, dass es zum Stress kommen kann. Zum
Stress kann es bloß noch kommen, wenn einer das vergisst, wozu ihn Jesus
gesetzt hat, wenn er sein Geschenk vergisst, dass ihn überhaupt zum
Christen macht. Das Große ist doch mir geschenkweise zugefallen. Und wir
fahren sicher alle ganz falsch. Und ich sag das hier so offen, weil das
Konsequenzen hat für unser ganzes Gemeindeleben.
Wenn wir meinen, es ginge
nur noch einmal darum, noch mal neue Kreise zu machen, nochmal ein
imposanteres Gemeindebild zu stellen, um das geht es doch nicht, vollkommen
Stress abzuziehen, um eine Leistung vorzulegen, und es geht dann doch
nicht, dass einer in noch so vielen Dingen drin ist, sondern, ob einer
merkt, mein Herr Jesus beauftragt mich in dieser Welt zu Diensten. Dazu hat
er mich auserwählt, dazu untersteht zuerst mein ganzes Leben ihm. Und das
fängt zuerst an im ganz direkten Zeugnis, das ich in meiner Familie ablege,
das ich in meiner Nachbarschaft ablege, einfach, in dem ich lebe dort. Dass
ich in meinem Beruf, meiner Arbeit nachgehe und dass dieser Herr auch
dadurch zum Ausdruck bringt, dass diese Arbeit von ihm geprägt ist, und von
ihm entscheidend beeinflusst ist, und das ist ein Unterschied, ob Sie eine
Arbeit tun im Namen des Herrn oder ohne ihn. Ihr seid das königliche
Priestertum, das Volk des Eigentums. Es ist ein Unterschied, ob es irgendwo
in dieser Stadt einen Kittel gibt, der dort beim Breuninger oder beim
Lennartz und Lang auf der Stange hängt, oder ob ich diesen Kittel kaufe,
und ob er mir gehört, dann ist es mein Kittel. Und dann interessiert mich
das, und wenn ein Flecken dran ist, dann ist mir das wichtig, weil das mein
Kittel ist, und dann bürste ich ihn aus, und es ist in einem Leben schon
wichtig, ob Sie Eigentum Gottes sind. Oder ob Sie bloß irgendwo ein Mensch
sind. Hat Sie Gott zu eigen? Wir haben das über den Kindern ausgesprochen.
Eigentum Gottes. Alle Geschöpfe gehören Gott. Aber es ist ein
Riesenunterschied.
Wenn ein Kind oder ein Mensch sich sperrt und sagt: Ich
will das gar nicht haben, da kann man sich losreißen, und man hat nichts
mehr von diesem Eigentum. Sondern Eigentum, das hat man erst da, wo man
sich daran freuen kann und das annimmt. Ich will dir gehören. Ihr seid das
Volk des Eigentums. Ihr steht in dieser Welt. Ich kann es Ihnen nur so
direkt wieder zusprechen. Sie stehen in dieser Welt als dass Eigentum
Gottes. Die Flecken, die an Ihrem Leben sich finden, die sind Flecken, die
Gott ganz direkt angehen, darum will er Sie so reinigen. Und was aus Ihrem
Leben wird, das interessiert ihn so. Und ich denke jetzt, an all die, die
heute bedrückt oder belastet hergekommen sind, weil sie denken, hat mich
Gott nicht vergessen? Nie, wissen Sie das doch. Sie sind doch sein
Eigentum. Wenn Sie fragen, ich zweifle daran, ich bin nicht sicher, ob das
stimmt, dann sehen Sie doch auf sein Kreuz, dafür hat er seinen Sohn
sterben lassen, dass Sie ihm gehören. Sagen Sie, aber ich hab doch ihm
nicht gefolgt, ich hab sein Wort nicht beachtet, Sie gehören doch ihm
nicht, weil Sie treu wären, sondern, weil er für Sie starb, weil er sein
Blut vergoss für Sie, darum gehören Sie ihm. Und jetzt kann Ihr ganzes
Leben, ob das eine schwere lange Krankenzeit ist, ob das eine bittere
Erfahrung ist, die Sie mit Menschen gemacht haben, die kann zu einem ganz
wunderbaren Erfahrung werden, weil Sie Eigentum Gottes sind. Das wird Gott
durchsetzen, da wird er seine Ehre dreinlegen, aus Ihrem Leben etwas zu
seinem Lob zu machen, weil Sie sein Eigentum sind. Wo Sie ja gesagt haben,
wo Sie das angenommen haben. Ihr seid das auserwählte Geschlecht, das
königliche Priestertum, das heilige Volk, das heilige Volk. Wieder ist es
das gleiche, das Volk, an dem die Unreinigkeiten weggemacht wurden, heilig
heißt ja in der Bibel immer, das sind die die heilig geworden sind, weil
sie gereinigt wurden in der Vergebung Jesu. Weil sie ihre Flecken und ihren
Schmutz abtun lassen durch ihn. Das heilige Volk. Das Volk des Eigentums.
Das ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat, zu seinem
wunderbaren Licht.
Es geht gar nicht darum, wie viel wir alles noch
anpacken, vielleicht versteht das jetzt einer so, als ob er meint, er müsse
gar nichts mehr tun, ich meine, wenn Sie sich um die Mitte ihres
Glaubenslebens konzentrieren, dann werden Sie ganz allein fragen, was kann
ich in diesem kurzen vergehenden Leben noch wirken an bleibender Frucht? Da
werden Taten aus einem Leben kommen, und da wird man auch den ruf Gottes
vernehmen können, und dort kommt nicht so eine Dampfnudel-Aktivität, dass
man überall noch mitmachen will, sondern da wird man sich fragen, wo? Und
dass unser ganzes Leben dazu dient, die großen Taten unseres Gottes zu
rühmen. Wir brauchen aus uns nicht mit letzter Kraft noch unsere Dienste
herausquetschen. Denn was aus uns kommt, das wird nicht viel sein. Mann
steht da immer ein bisschen jämmerlich da, gerade vor schwer leidenden
Menschen, wenn man ihnen noch etwas sagen soll, und dann merkt man, welch
ein Vorrecht, wenn ich bloß so einen Vers von Paul Gerhard weitergeben
darf. Alles vergehet, Gott aber stehet, ohn alles Wanken. Das ist mein
Zeugnis. Die Tugenden des zu verkünden, der uns berufen hat, zu seinem
wunderbaren Licht.
Man muss seine Chancen kennen
Das zweite. Das erste war: Man muss seine Kräfte kennen. Das ist unsere
Kraft. Das zweite: Man muss seine Chancen kennen. In der Bibel können Sie
beobachten, dass ein großes Misstrauen herrscht gegenüber dem Menschen. Der
Mensch, das ist das Wackligste, was es überhaupt in dieser Welt gibt, und
dann ist man ängstlich: Was kann aus dem Menschen überhaupt rauskommen? Und
da kommt die große Botschaft: En Mensch kann wiedergeboren werden zu einer
lebendigen Hoffnung. Auf der einen Seite spricht die Bibel viel negativer
als die heutigen Mitmenschen überhaupt ahnen, vom Menschen. Da steht ja ein
großer Optimismus bei vielen dahinter: Der Mensch wird die Probleme der
Zukunft lösen. In der Bibel ist eine große Angst vor dem Menschen. Wehe,
wenn der Mensch die Dinge in die Hand nimmt. Und dann kommt die große
Hoffnung. Aber ein Mensch kann wiedergeboren werden. Er kann ganz neu noch
einmal anfangen. Das ist eine so große Sache, dass man das gar nie richtig
begreift, solang man lebt. Wir denken immer wieder: Aber wir sind doch nur
Menschen, wir sind doch sterbliche Geschöpfe. Wir entschuldigen uns mit
unseren Unarten. Und dann sagt die Bibel: Nein, der Mensch, der kann ganz,
ganz neu werden, weil Gottes Geist in ihm Wohnung macht. Und als Jesus mit
dem Nikodemus diese interessante Nachtunterhaltung führte, und der
Nikodemus sich interessierte, wie kann ich überhaupt Klarheit über die
göttlichen Dinge bekommen,
