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Hebräer 2

Hebräer 208.04.2017
SerieTeil 3 / 20Meschede 2017 - Hebräer
Warum musste Jesus wirklich Mensch werden? Weil nur so die Macht von Tod und Angst gebrochen wird – und du nicht länger von Schuld festgehalten bleibst.

Einordnung der Zitate und die Stellung des Sohnes

Gar nicht so müde wie gestern, das ist gerade noch ein großer Vorteil. Wir sind ja gestern mit dem ersten Kapitel fast fertig geworden, und wir wollen uns noch zwei Verse kurz anschauen, oder eigentlich drei. Der eine Vers, das war Vers 6, da waren noch ein paar Fragen. Dazu würde ich noch gern ein paar Worte sagen.
Vers 6: Wenn aber wiederum er den Erstgeborenen in das Weltreich einführt, sagt er: Es sollen ihn huldigen alle Engel Gottes.
Wir hatten gestern noch ein paar Fragen zu diesem Vers. Ich habe heute tagsüber noch in einem Kommentar gelesen. Dort schreibt der Autor, dieses Wort wiederum könnte durchaus einfach heißen: so, wieder ein Zitat. Also so wie in Vers 5: wiederum, und wiederum: Ich werde ihm Vater sein, und er wird mir Sohn sein. Dann könnte es auch so heißen: Wenn er wieder ein Zitat, Klammer geschlossen, wenn er den Erstgeborenen in das Weltreich einführt, sagt er: Es sollen ihn huldigen alle Engel Gottes.
Also dieses Wieder muss sich jetzt nicht auf das Einführen beziehen, sondern kann einfach heißen: wieder ein Zitat. Dann wäre der Text viel einfacher zu verstehen. Denn es geht immer wieder um denselben Gedanken: Er hat sich gesetzt auf einen Thron. Das ist der Hauptgedanke. Er hat sich auf einen Thron gesetzt. Dieser Sohn, und Gott hat gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich geboren. Das war an dem Tag, an dem er sich auf den Thron setzte. Ich werde ihm Vater sein, und er wird mir Sohn sein. Und es sollen ihn huldigen alle Engel Gottes.
Das bezieht sich möglicherweise genau auf dieselbe Sache. Er hat in einem Weltreich einen Platz genommen, hat sich dort gesetzt. Gott hat ihn eingeführt in das Weltreich, ihn, den Erstgeborenen, den Sohn, hat er eingeführt in ein himmlisches, zukünftiges Weltreich, für uns zukünftig, für uns jenseits, so möchte ich sagen. Und der Herr Jesus hat sich dort schon hingesetzt.
Vers 8: Dein Thron, o Gott, besteht in Ewigkeit.
Da geht es wieder um den Thron.
Und dann Vers 13: Und in Bezug auf welchen der Engel hat er jemals gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege?
Da geht es wieder um ein Sitzen. Es geht immer um dieselbe Sache. Das sind lauter Zitate aus dem Alten Testament, wo davon die Rede ist, dass der Sohn einen erhabenen Platz bekommen hat. Er hat sich gesetzt, zur Rechten der Majestät in der Höhe.
Hier ist noch die Folie von gestern. Da haben wir diese Zitate vor uns. Da seht ihr sechs Belege aus dem Alten Testament: Du bist mein Sohn; dann: Ich werde ihm Vater sein, und er wird mir Sohn sein; dann: Alle Engel werden ihn anbeten, oder sollen ihn anbeten; dann: Dein Thron, o Gott, besteht in Ewigkeit; dann: Du gründetest die Erde und die Himmel, sie vergehen, aber du bleibst; dieser König bleibt in aller Ewigkeit; setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.
Das ist aus Psalm 110. Und ich habe euch gestern gesagt, wir müssen uns zwei Psalmen merken, wenn wir den Hebräerbrief studieren. Das ist der Psalm ... welcher Psalm war das? Kinder, wisst ihr das noch? Zwei Psalmen müssen wir uns merken, wer weiß das noch? Ja? Psalmen 2 und Psalm 110, sehr gut. Psalm 2 und Psalm 110. Diese zwei Psalmen kommen immer wieder vor in dem Hebräerbrief, und die haben ein paar ganz wichtige Aussagen über diesen Sohn Gottes, der sich gesetzt hat, zur Rechten Gottes, zur Rechten der Majestät in der Höhe.
Hier auch Psalm 110, Vers 1: Jahwe sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gelegt habe zum Schemel deiner Füße.
Heißt es dort im Psalm 110, und hier auch. Also es geht immer wieder um diese Hoheit und Erhabenheit dieses Sohnes. Der Sohn ist mehr als die Engel, haben wir gestern betrachtet. Der ist besser als die Engel. Das hat er durch diese Aussagen aus dem Alten Testament jetzt kräftig bewiesen. Er ist der ewige, unveränderliche Schöpfer, und er ist der König, der zur Rechten Gottes sitzt.
Zu welchem der Engel hat Gott jemals gesagt: Setz dich zu meiner Rechten? Zum Gabriel oder zu Michael oder zu sonst einem? Sicher nicht. Aber zu dem Messias, zu dem Sohn, hat er gesagt: Setz dich zu meiner Rechten.
Wenn David von dem Messias spricht, dann sagt er: Der Herr sprach zu meinem Herrn. Jahwe sprach zu meinem Herrn. Wer ist der Herr von David? Jahwe, Gott sprach zu meinem Herrn. Wer ist der Herr von David? Der Herr sprach zu meinem Herrn, also der Herr Gott, Jahwe auf Hebräisch, sprach zu meinem Herrn. Der Herr von David muss der Messias sein.
Einmal hat der Herr Jesus mit dem Schriftgelehrten ein Gespräch geführt, und dann hat er gesagt: Wie sagen Sie, der Gesalbte ist Davids Sohn? Der Messias ist der Sohn Davids? David sagt doch selber im Buch der Psalmen: Es sagte Jahwe zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege. David nennt ihn also Herr. Wie ist denn sein Sohn? Wie geht das?
Kein orientalischer Herrscher hätte je zu seinem Sohn Herr gesagt. David sagt hier zu dem Sohn Davids Herr. Der Jahwe sprach zu meinem Herrn. Das zeigt, dass dieser Sohn Davids, der Messias, Jesus Christus, der kommen sollte, den hat David damals schon seinen Herrn genannt. Der steht über dem König.
Das war gestern.
Und dann hatten wir noch Vers 14, den haben wir noch gar nicht gelesen. Vers 14 ist noch eine kurze Aussage über die Engel:
Sind sie nicht alle dienstleistende Geister, die zum Dienst ausgesandt werden, derwegen die im Begriffe sind, das Heil zu erben?
Also die Engel sind dienstleistende Geister. Sie sind ausgesandt, um denen zu dienen, die das Heil, das ewige, zukünftige Heil, eines Tages erben werden. Sie sind im Begriff, das zu erben. Es dauert nicht mehr lange.
Also die Engel, die sitzen nicht auf einem Thron, nein, nein, die stehen vor Gott. Die Engel dienen, und sie sind bereit, sofort auf einen Wink von Gott zu warten. Und wenn Gott sagt: Du, du hast jetzt eine Aufgabe, dann ist er sofort unterwegs. So sind also die Engel Diener Gottes. Übrigens sind die Engel uns auch ein Vorbild. Wir können viel lernen von den Engeln.
Wir wollen ja auch dem Herrn dienen, und wir können nur wirklich fruchtbar dienen, wenn wir warten, bis der Herr uns einen Wink gibt: So, jetzt sollst du dienen. Nun, manchmal ist der Wink sehr einfach, manchmal wissen wir schon von vornherein, dass wir dienen sollen. Aber manchmal muss man auch ein bisschen warten. Man muss vor Gott stehen und ihn anschauen und mit ihm sprechen und beten, und dann kann der Dienst ein sehr fruchtbarer Dienst sein.
Sie sind also dienstbare Geister für die Gläubigen, für die Gläubigen, die eines Tages das Heil bekommen werden.

Die erste Warnung und die Ernsthaftigkeit des Hörens

So, jetzt: Kapitel. Liest jemand Kapitel zwei, Vers eins bis fünf?
Deswegen haben wir umso mehr auf das zu achten, was wir hörten, damit wir nicht etwa am Ziel vorbeitreiben. Denn wenn das durch Engel geredete Wort festgemacht und bestätigt wurde und jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechte Vergeltung empfing, wie werden wir entrinnen, wenn wir ein derart großes Heil missachten? Welches seinen Anfang in der Verkündigung durch den Herrn nahm und im Weitergeben an uns von denen bestätigt wurde, die ihn gehört hatten, wobei Gott mit dazu Zeugnis gab mit Zeichen und auch Wundern und mancherlei Kraftwirkungen und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen? Denn nicht Engeln unterordnete er das künftige Weltreich, von dem wir reden.
Also, hier haben wir die erste Aufforderung. Jetzt kommt also dieser Teil mit den fünf Versen. Es wechselt immer ab: leere Aufforderung, leere Aufforderung, jetzt kommt die Aufforderung. Nun, was wird da, wo wir des, wie heißt die Aufforderung? Deswegen sollen wir umso mehr auf das achten, was wir gehört haben.
Wir damit schließt er sich selber ein. Der Apostel weiß auch, dass er auch darauf achten soll, auf das, was wir gehört haben. Was haben wir gehört? Das Reden, das neue Reden Gottes. Wir haben ja schon gelesen, erinnert ihr euch gestern, Vers 1 und Vers 2: Nachdem Gott früher im Alten Testament zu den Propheten geredet hat, hat er jetzt in diesen letzten Tagen, in der Endzeit, im Sohn zu uns geredet. Und jetzt sagt er: Deswegen haben wir umso mehr auf das zu achten.
Also, er schließt sich selber ein, und diese anderen Hebräer, hebräischen Christen, an die er schreibt, sie alle sind aufgerufen, da gründlich zu achten. Achten heißt: genau hinhören und das dann auch aufnehmen, beherzigen, innerlich bewegen und sich daran halten, damit wir nicht am Ziel vorbeigleiten, sagt er. Das ist so ein bildhafter Ausdruck. Wenn man mit einem Schiff oder mit einem Floss so dahingleitet auf einem Fluss, der langsam fließt, und wenn man dann auf das Ufer zukommt und auf den Landesteg, wenn man aber nicht aufpasst und nicht rechtzeitig das Seil rundherumbindet, dann gleitet man vorbei. Und da hinten ist vielleicht noch ein Wasserfall, dann ist es ganz schlecht. Ja, also das ist das Bild, das er gebraucht. Wir schwimmen dahin oder wir treiben dahin, wie auf einem Floss, und wir sollen schauen, dass wir das Ziel nicht verpassen. Das meint er hier an diese Hebräerchristen.
Aber so, wie es den Hebräerchristen ging, so geht es ja uns auch. Wir leben zwar nicht in der gleichen Zeit, aber im Wesentlichen geht es auch darum, dass wir uns ganz fest an das neue Reden Gottes halten. Gott hat neu geredet, deshalb lesen wir die Bibel, deshalb studieren wir das Neue Testament so gründlich, deshalb studieren wir den Hebräerbrief jetzt oder forschen in dem Hebräerbrief, damit wir nicht vorbeigleiten.
Denn wenn das durch Engel geredete Wort festgemacht wurde oder bestätigt wurde und jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechte Vergeltung empfing, wie werden wir entrinnen, wenn wir ein derart großes Heil missachten? Also, früher gab es ein Wort, das durch Engel geredet wurde, das war im Alten Testament. Und jetzt gibt es ein neues Wort, das durch den Herrn Jesus und durch die Apostel geredet wurde.
Es gibt ein paar Bibelstellen, die uns zeigen, dass am Sinai, als Mose die Gesetze empfing, da waren Engel dabei. Lesen wir zwei Stellen. Kann jemand lesen Apostelgeschichte 7,53? Ich glaube, es ist irgendwo bei den Fünfzigern. Warte, ich finde es gleich. Hat es jemand schon? Apostelgeschichte, na, nehmen wir halt zuerst Galater 3,19, zuerst Galater 3,19. Kann jemand das mal vorlesen? Ja, Apostelgeschichte 7,53. Danke. Also, Galater 3,19 und Apostelgeschichte 7,53, gerade beide Verse.
Was soll nun das Gesetz? Es wurde der Übertretung wegen hinzugefügt, bis der Nachkomme käme, dem die Verheißung galt, angeordnet durch Engel in der Hand eines Mittlers.
Angeordnet durch Engel, angeordnet durch Engel. Das Gesetz wurde angeordnet durch Engel in der Hand eines Mittlers. Und Apostelgeschichte:
Wir, die ihr das Gesetz auf Anordnung von Engeln empfangen und es nicht gehalten habt.
Wieder: Das Gesetz wurde auf Anordnung von Engeln empfangen. Also damals waren Engel dabei am Sinai. Und er sagt jetzt, jetzt gehen wir zurück zu Hebräer, er sagt jetzt: Wenn das durch Engel geredete Wort festgemacht wurde oder bestätigt wurde und jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechte Vergeltung empfing, wie werden wir entrinnen?
Damals war es so: Wenn jemand das Wort Gottes, die Zehn Gebote, missachtet hat, gesagt hat: Ich interessiere mich nicht dafür, nein, ich halte das nicht, der wurde getötet, der bekam die Todesstrafe. Todesstrafe auf Übertretung des Gesetzes. Da war zum Beispiel einmal ein Mann, der hat am Sabbat Holz aufgelesen, obwohl Gott ganz klar gesagt hatte, am Sabbat dürfen sie das nicht tun. Er hat gesagt: Das ist mir egal, ich mache das trotzdem. Er war rebellisch, und dann hieß es: Was sollen wir jetzt machen? Dann haben sie gesagt: Jetzt wollen wir ihn zuerst mal ins Gefängnis tun oder erst gefangen nehmen und warten, was Gott sagt. Dann haben sie Gott gefragt, und dann hat Gott gesagt: Der Mann soll gewisslich getötet werden, die ganze Gemeinde soll ihn außerhalb des Lagers steinigen, 4. Mose 15,35. Er musste getötet werden.
Das war so ernst! Warum ist das so schlimm? Warum ist das so schlimm, wenn jemand sagt, dass er Gott nicht gehorchen möchte? Warum dann gleich die Todesstrafe? Weil man, wenn man das Wort Gottes verachtet, dann verachtet man Gott.
Hier sind ja viele junge Leute. Wenn der Papa sagt: So, du gehst jetzt und du machst jetzt, was ich dir gesagt habe, du gehst rauf und machst dein Bett und putzt dir die Zähne, und du sagst: Nein, mache ich nicht. Ist das schlimm? Das ist sehr schlimm. Warum ist das sehr schlimm? Ja, und warum ist es so schlimm gegen den Vater? Was ist hier, was zeigst du dem Vater? Bitte, was? Ja, dein Wort. „Ist mir egal“, das heißt: Du bist mir egal. Ho, das ist ernst, das ist sehr ernst. Wenn mir sein Wort egal ist, dann ist Gott mir egal. Wenn ich das Wort Gottes nicht achte, dann achte ich nicht auf Gott.
Okay, Gott hat also in der Endzeit Israels neu geredet im Sohn. Und wenn dieses Reden im Sohn ein Reden Gottes war und wenn der Mensch nicht darauf eingeht, dann ist das eine sehr, sehr ernste Sache. Das frühere Wort Gottes am Sinai, das war auch von Gott gegeben, über Engel vermittelt, das war auch ein Gotteswort. Und jetzt das neue Evangelium, das durch den Herrn Jesus verkündigt wurde und durch die Apostel, das war auch Gotteswort.
Gott hat nicht lediglich eine Botschaft vermittelt, nein, dieses Mal war der Sohn Gottes selbst gekommen, und er war sogar gestorben für unsere Sünden. Er ist in den Himmel aufgestiegen, er ist aus den Toten auferstanden, er ist in den Himmel aufgestiegen, er hat sich auf den Thron Gottes gesetzt, und er bietet jetzt allen Menschen Vergebung an. Und wenn jetzt Leute sagen: Ich gehe zurück ins Judentum, ich interessiere mich nicht mehr für dieses Reden Gottes, dann ist das eine sehr, sehr ernste Sache. Deshalb sagt er in Vers 3: Wie werden wir entrinnen, wenn wir ein derart großes Heil missachten, welches seinen Anfang in der Verkündigung durch den Herrn nahm und uns von denen bestätigt wurde, die ihn gehört hatten, die Apostel?
Zuerst hat der Herr selber verkündigt, dann haben die Apostel verkündigt und haben das bestätigt, was der Herr gesagt hat. Entschuldigung, ich habe noch eine Zeile für euch.
Also, die Aufforderung heißt: achten auf das Gehörte. Und die Bekräftigung, die Aufforderung wird bekräftigt mit einer Warnung. Wenn das im Alten Testament schon so ernst war, wie viel ernster ist es im Neuen, im Evangelium? Und er sagt hier in Vers 4: Wobei Gott mit dazu Zeugnis gab mit Zeichen und Wundern und mancherlei Kraftwirkungen und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.
Gott hat das Wort der Apostel und das Wort des Herrn Jesus bestätigt durch Wunder und Zeichen und Austeilungen des Heiligen Geistes, das heißt hier Wunderzeichen und Kraftwirkungen. Zeichen sind Dinge, sind irgendwelche Ereignisse, die etwas zeigten. Wenn der Herr Jesus zum Beispiel aus Wasser Wein machte, dann zeigte dieses Wunder etwas. Was zeigte dieses Wunder? Dass er der Herr über die Zeit ist und auch über die Natur als solche. Über die Zeit: Die Natur braucht Zeit, um aus Wasser Wein zu machen, und da braucht es auch noch einige andere Sachen. Da braucht es noch einen Weinstock, und da muss wieder Wasser drüber, und dann braucht es noch mehr Wasser und mehr Sonne und noch mehr Zeit, bis der Wein reif ist, und da muss noch ein bisschen gearbeitet und gequetscht werden, und der Saft muss verarbeitet werden. Jedenfalls hat Gott sofort in einer Sekunde aus dem Wasser Wein gemacht. Zeigt es der Herr über die Zeit und über die Kräfte der Natur?
Wunder sind einfach alle Kraftwirkungen Gottes, alle Wunder, die er sonst noch getan hat, und Kraftwirkungen sind Kräfte der anderen, der jenseitigen Welt. Wenn der Herr Jesus zum Beispiel auf dem Wasser gehen konnte, dann waren himmlische Kräfte, die ihn gehalten haben, denn die natürlichen Kräfte hätten ihn nach unten gezogen, aber er konnte auf der Wasseroberfläche gehen. Das waren Kräfte von der jenseitigen Welt, von der anderen Welt, die ihn getragen haben. So haben also die Menschen etwas gespürt, etwas gemerkt von dieser anderen Welt. Gott hat sein Wort bestätigt.
Warum gibt es heute nicht dieselben Wunder wie damals? Weil die Bestätigung ausreichend ist, die wir in der Bibel haben. Genau, weil wir heute schon ein bestätigtes Wort Gottes in der Hand haben. Gott muss das nicht mehr bestätigen. Das ist jetzt schon bestätigt. Das heißt, das Wort der Apostel war damals bestätigt worden, und die haben etwas aufgeschrieben. Und das, was aufgeschrieben ist, ist heute für uns verbindlich. Alles, was darin geschrieben ist, ist verbindlich für uns. Wir halten uns daran. Gott muss das jetzt nicht nochmals bestätigen, dann würde er sich unglaubwürdig machen. Er braucht seine Boten heute nicht bestätigen durch Zeichen und Wunder, denn wir sagen nichts Neues. Wir dürfen gar nichts Neues sagen, wir dürfen nur das sagen, was in der Bibel steht, und jeder von uns darf auch nur das sagen, was in der Bibel geschrieben steht und nicht mehr, nicht darüber hinausgehen. Wenn wir etwas Neues bringen würden, dann müsste Gott das bestätigen, aber Gott tut das nicht, weil das Wort Gottes fertig ist, abgeschlossen mit den Aposteln. Mit dem Tod der Apostel ist das Wort Gottes fertig gewesen.
Also haben wir heute keine Wunder. Das heißt, Gott kann schon Wunder tun, aber nicht zur Bestätigung seiner Boten, das hat er nicht nötig. Wenn wir beten, tut Gott manchmal ein Wunder, aber nicht jeden Tag. Wir erleben oft Gebetserhörungen, aber diese Gebetserhörungen sind anderer Art. Wir beten für schönes Wetter, das ist kein Wunder. Wir sagen: Ja, aber das ist wie ein Wunder. Es hat so geregnet und jetzt ist die Sonne gekommen, ja. Aber ein richtiges Wunder wäre zum Beispiel, wenn einer, der blind geboren ist, plötzlich sehen kann. Das war wirklich ein Wunder im natürlichen Bereich.
Und mancherlei und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen. Gott hat auch den Heiligen Geist ausgeteilt, und das hat er nach seinem Willen getan. Was war sein Wille? Sein Wille war, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe und den Heiligen Geist bekomme. Da steht in Johannes 6, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. Gott will, dass jeder, der an ihn glaubt, neues Leben bekommt. Und wie geschieht das? Das neue Leben bekommt man durch den Heiligen Geist. Zu Pfingsten hat der Herr Jesus, der sich auf den Thron gesetzt hat, den Heiligen Geist ausgegossen. Das heißt, er hat auf alle die, die an ihn glaubten, das göttliche Leben ausgegossen, so dass jetzt jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben hat, göttliches Leben in sich. Das ist das Leben des Herrn Jesus Christus selber, nach seinem Willen. Das war sein Wille, sein ausdrücklicher Wille.
Und dann: Ja, sind da noch Fragen dazu, zu den Versen 1 bis 4? Gestern entstand die Frage, weshalb die Engel gegenübergehalten wurden dem Sohn. Vielleicht ist das die Antwort, weil das Reden der Engel fest wurde damals. Und jetzt ist die Gegenüberstellung des Sohnes: Sein Reden ist definitiv klar.
Ja, das ist ein sehr guter Gedanke. Also wenn schon das Reden der Engel, das durch Engel übermittelt wurde, damals schon so wichtig war, wie viel mehr wichtig ist das Reden dessen, der Sohn ist. Und dieser Sohn ist größer als die Engel, ein sehr wichtiger Gedanke. Danke.
Vers 5: Denn nicht Engeln hat er das zukünftige Weltreich unterordnet, von dem wir reden? Nicht die Engel werden einmal regieren, sondern wer? Lesen wir weiter. Die Frage halten wir noch im Gedächtnis. Nicht Engel werden einmal über das zukünftige Königreich, von dem er hier spricht, regieren, nicht Engel, sondern jetzt lesen wir weiter.
Es bezeugte mit Ernst oder wer liest uns das vor, Verse 6 bis 9?
Er bezeugte aber mit Ernst jemand an einer Stellung und sagte: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, oder der Sohn des Menschen, dass du nach ihm schaust? Du machtest ihn ein wenig geringer als die Engel. Mit Herrlichkeit und Ehre kröntest du ihn, und du setztest ihn über die Werke deiner Hände. Alles unterordnetest du ihm und tatst es unter seine Füße. Denn indem er ihm alles unterordnete, ließ er nichts, das ihm nicht untergeordnet wäre. Nun sehen wir aber noch nicht ihm alles untergeordnet. Wir sehen aber den, der ein wenig geringer als die Engel gemacht wurde, auch dass er durch die Gnade Gottes für jeden den Tod schmeckte, Jesus, wegen und mittels des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
Also, jetzt zitiert er einen weiteren Psalm. Jetzt haben wir schon, das ist schon der dritte Psalm, eigentlich sogar schon der vierte. Psalm 97, Psalm 102 war ja auch schon. Psalm 102 war schon. Ah, es sind schon mehrere Psalmen. Also, jetzt zitiert er Psalm 8. In Psalm 8 lesen wir: Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, auf der ganzen Erde! Und dann ist die Rede von der Schöpfung. Und dann sagt er: Wenn ich sehe den Himmel und deiner Hände Werk, was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du auf ihn achtest? Um wen geht es da in Psalm 8? Vielleicht soll man doch aufschlagen. Schlagen wir Psalm 8 auf.
 Psalm 8: Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde! Vers 3: Ich lese nicht alles, ich lese ein paar Verse. Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du Macht gegründet. Vers 4: Wenn ich anschaue deinen Himmel und deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast, was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, des Menschensohns, dass du dich um ihn kümmerst? Du hast ihn ein wenig geringer gemacht als die Engel. Mit Herrlichkeit und Pracht kröntest du ihn, du machtest ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände, alles tatest du unter seine Füße, Schafe und Rinder allesamt und auch die Tiere des Feldes, die Vögel des Himmels, die Fische des Meeres, was die Meere durchzieht. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!
Frage: Um wen geht es? Außer dem Psalm, klar geht es um den Herrn, der wird gelobt, aber um wen geht es? Was ist das Thema? Großartige Schöpfung, große Sterne, wunderbare Dinge, aber was ist nicht das Wichtigste, was will er sagen? Was ist die wichtige Aussage in Psalm 8? Dass der Mensch nichts wert ist und dass Gott darauf achtet. Dass der Mensch ganz klein ist und Gott auf ihn achtet. Was ist der Mensch? Stellen wir uns mal vor, das betet der König David. Der König David sitzt da und schaut zum Himmel und sagt: Oh Herr, wie groß bist du, und ich, kleiner Mensch, wer bin ich, was ist der Mensch, dass du an mich denkst? Die Größe Gottes und die Kleinheit des Menschen. Was ist das Menschenkind, das Menschensohn, dass du dich um ihn kümmerst? Du hast ihn ein wenig geringer gemacht als die Engel.
Jetzt wird etwas gesagt über den Menschen, das ist ganz wichtig. Wir müssen uns Gedanken machen über diese Verse. Gott, was sagt der David? Du hast den Menschen ein wenig geringer gemacht als die Engel, mit Herrlichkeit und Pracht hast du ihn gekrönt, und du hast ihn zum Herrscher gemacht über alle deine Werke. Der König David spricht und sagt: Was ist der Mensch? Nichts, ich bin doch der Mensch. Und dann erinnert er sich aber an die Schöpfung, und bei der Schöpfung hat Gott zum Menschen gesagt: Was war das Erste, oder was war das Erste, was Gott über den Menschen gesagt hat bei der Schöpfung? Ich will Menschen machen nach meinem Bilde. Und weiter: Sie sollen herrschen über die Vögel des Himmels, über die Tiere der Erde, über die Fische des Meeres, über alles, was kriecht usw. Über die ganze Schöpfung soll der Mensch herrschen. Du hast ihn zum Herrscher über alles gemacht.
Und jetzt lesen wir wieder, jetzt gehen wir wieder zurück zum Hebräerbrief. Vers 8, Hebräer 2, Vers 8: Alles unterordnetest du ihm unter seine Füße. Und jetzt kommt das war noch das Zitat, das Zitat, oder? Und jetzt Vers 8 in der Mitte: Denn indem er ihm alles unterordnete, ließ er nichts, was ihm nicht unterordnet wäre. Nichts ist dem Menschen nicht untergeordnet. Gott hatte einen Plan mit dem Menschen, der Mensch sollte über sämtliche Werke Gottes regieren. Inklusive die Engel. Alles, nichts ist ihm nicht untergeordnet, nur Gott nicht. Gott selber war über den Menschen, aber alles andere war über alles sollte der Mensch regieren. Und dann sagt er, und er betont das: Nichts ist ihm, was ihm nicht untergeordnet wäre. Und dann sagt er aber: Jetzt sehen wir ihm noch nicht alles untergeordnet.
Jetzt schauen wir mal den Menschen an. Dem Menschen ist nicht alles untergeordnet. Die Sünde kam dazwischen, und das hat uns in eine ganz schlimme Situation gebracht. Durch die Sünde sind wir nicht dort, wo wir sein sollten. Wir sollten eigentlich regieren, aber wir regieren nicht. Und jetzt sagt er: Ja, was hat jetzt Gott gemacht? Wir können gerade weiterlesen.
Wir sehen aber den, der ein wenig geringer als die Engel gemacht wurde, auf dass er durch die Gnade Gottes für jeden den Tod schmeckte, Jesus, wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und mit Ehre gekrönt. Dem Menschen sehen wir nicht, dass er alles regiert, aber wir sehen einen anderen Menschen, einer, der Mensch geworden ist, das ist der Herr Jesus. Und wir sehen ihn, der gelitten hat für uns, für uns den Tod gelitten hat, den sehen wir jetzt mit Ehre und mit Herrlichkeit gekrönt. Der sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät in dem Himmel. Der ist immer noch beim gleichen Thema. Dieser Sohn hat den Tod geschmeckt für uns und hat sich gesetzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel, und er regiert.
Jetzt kommt eine Erklärung. Vielleicht denken wir uns jetzt: Wieso sagt er das? Wieso ist es jetzt wichtig, dass er davon spricht, dass Jesus den Tod geschmeckt hat? Der Mensch sollte regieren, aber der Herr Jesus regiert jetzt an der Stelle des Menschen. Wieso sagt er das? Wir müssen jetzt weiterlesen, die Sache geht direkt aus dem Text hervor, da braucht man gar nicht viel dazu sagen.
Vers 10: Denn es ziemte ihm, um dessen willen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, im Bringen vieler Söhne zur Herrlichkeit den Anfänger ihres Heils durch Leiden hindurch zum Ziel zu bringen. Also, er war es würdig, er war es würdig, er ist schließlich der Schöpfer von allem, er ist der, der alles gemacht hat und alles trägt, er war es würdig. Und Gott hat diesen Sohn, diesen Sohn Gottes, hat Gott durch Leiden hindurch zum Ziel gebracht. Das Ziel war der Thron.
Ich habe jetzt etwas ausgelassen. In Vers 10: Indem er viele Söhne zur Herrlichkeit brachte oder bringen sollte, wörtlich heißt es, ihm bringen viele Söhne zur Herrlichkeit, den Anfänger ihres Heils durch Leiden hindurch zum Ziele zu bringen. Was will er hier sagen? Er sagt: Dieser eine ist Mensch geworden, ist durch das Leiden gegangen, durch das Todesleiden am Kreuz gegangen, und der ist auferstanden, und Gott hat ihn zum Ziel gebracht. Was war das Ziel? Der Thron. Dort hat Gott ihn hingebracht, und er ist der Anfänger. Er ist der, der für uns alle das Heil, die Rettung angefangen hat. Er ist jetzt ans Ziel gebracht, und was wird er jetzt tun? Dann müssen wir weiterlesen.
Vers 11: Denn beide, der, der heiligt, und die, die geheiligt werden, sind alle von einem. Der, der heiligt, das ist der Herr Jesus, und die, die geheiligt werden, das sind die Hebräerchristen und andere Christen, die sind alle von einem. Nämlich von Gott. Aus diesem Grunde schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen. Er sagt: Gott will eine neue Familie gründen. Da ist der eine Sohn Gottes, und dieser eine Sohn Gottes soll viele Brüder bekommen. Der Vater ist der Vater von dem Herrn Jesus, und er hat ihn geboren und gesetzt auf den Thron durch die Auferstehung. Und jetzt möchte dieser Vater dem Herrn Jesus Brüder zur Seite stellen, das heißt, er möchte die anderen, alle die an den Herrn Jesus glauben, die möchte er auch dorthin bringen.
Der, der heiligt, das ist Christus, und die, die geheiligt werden, die gereinigt werden von den Sünden, die sind alle von einem, von dem Vater, von himmlischem Vater. Deshalb schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen, der Herr Jesus. Er ist der große Bruder, der erstgeborene Bruder von vielen anderen Brüdern. Der Herr Jesus schämt sich nicht, so tief herunterzusteigen und sich einen Menschen zu nennen und die Menschen, die an ihn glauben, seine Brüder zu nennen. Das zeigt, dass er tief heruntergestiegen ist.
Und jetzt kommen zwei Zitate aus dem Alten Testament, wenn er sagt: Ich werde meinen Namen, deinen Namen meinen Brüdern lobend kundtun. Inmitten der Gemeinde werde ich dir Lob singen. Das ist ein Zitat aus Psalm 22. Er sagt dort im Psalm 22, nachdem er sein Leben gelassen hat, nachdem er auferstanden ist aus den Toten, sagt er: Ich werde deinen Namen, den Namen Gottes, meinen Brüdern verkündigen, lobend verkündigen, und inmitten der Gemeinde werde ich dir Lob singen.
Da kommt der Herr Jesus zu Jüngern und sagt: Ihr seid meine Brüder. Er schickt einen Engel, und der Engel sagt: Geht hin. Nein, er redet selber mit Maria, er redet mit Maria Magdalena und sagt: Geh hin und sage meinen Brüdern, ich steige auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Ihr gehört jetzt in meine Familie, alle Gläubigen gehören in meine Familie. Er nennt seine Gläubigen, die an ihn glauben, nennt er seine Brüder. Und in Psalm 22 steht das schon geschrieben: Ich werde deinen Namen meinen Brüdern kundtun. Und inmitten der Gemeinde werde ich dir Lob singen.
Stell dir mal vor, inmitten der Versammlung sitzt der Herr Jesus und singt auch mit. Stell dir mal vor, er singt ein Lied dem Herrn, ein Loblied dem himmlischen Herrn, dem Vater, Gott und Vater. Und der Herr Jesus sitzt mittendrunter und singt auch mit. Es steht hier: Inmitten der Gemeinde werde ich dir Lob singen. So erniedrigt hat er sich, so gleichgestellt hat er sich den Seinen. Er ist nicht sichtbar, aber er singt trotzdem mit, wenn Gott gelobt wird. Es wäre gut, daran zu denken, das nächste Mal, wenn wir ein Lied singen. Inmitten der Gemeinde werde ich dir Lob singen.
Und wenn er wiederum sagt: Ich werde das Vertrauen auf ihn setzen, und wiederum: Siehe ich und die Kinder, die Gott mir gab. Siehe ich und die Kinder, die Gott mir gegeben hat. Der Herr Jesus sagt zum Vater: Schau, das sind alle die Kinder, die gehören jetzt alle zur gleichen Familie, sind alle die meinen. Und die bringt er ja, die zieht er ja sozusagen hinter sich her, dass sie auch zum Himmel kommen, auch an den Platz kommen, wo er jetzt regiert.
Lesen wir weiter, oder es sind dazu Fragen bis Vers 13. Ihr müsst mir einfach mich unterbrechen, wenn ihr Fragen habt.
Im Vers 10, die Söhne zur Herrlichkeit gebracht, sind das einfach die Kinder Gottes, die durch Hinwendung zu Jesus errettet werden, werden schon in der Errettung hier auf der Erde zur Herrlichkeit gebracht, oder ist das die, die schon gestorben sind?
Also wörtlich heißt es ja im Griechischen: Es ziemte ihm im Bringen vieler Söhne zur Herrlichkeit den Anfänger ihres Heils durch Leiden hindurch zum Ziele zu bringen. Dadurch, dass er viele Söhne zur Herrlichkeit bringt, nicht gebracht hat. Da müssen wir vielleicht korrigieren. Das heißt, die sind noch nicht alle dort, die anderen. Aber das ist seine Arbeit jetzt, das ist das, was er jetzt tut. Er ist deshalb gestorben und deshalb auferstanden und deshalb in den Himmel gefahren und deshalb hat er den Heiligen Geist ausgegossen, damit er viele, möglichst viele Menschen jetzt zur Herrlichkeit bringt. Das ist seine Aufgabe. Und das möchte er tun, aber da muss man mitmachen, da muss man auf ihn hören, da muss man auf ihn achten, da muss man Ja sagen. Dann kann der Herr uns zum Ziele bringen, genau wie er selber schon zum Ziel gekommen ist.

Der Weg des Sohnes durch Leiden und die neue Familie Gottes

Vers 14 Da also die Kinder des Fleisches und Blutes teilhaftig geworden sind, nahm auch er in gleicher Weise daran teil. Das heißt: in gleicher und uns nahekommender Weise. Da die Kinder Menschen aus Fleisch und Blut sind, nahm auch er Menschengestalt an, aus Fleisch und Blut, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, das heißt den Teufel.
Der Teufel hatte die Macht des Todes. Der Tod war wie ein furchtbarer Stachel. Warum? Weil der Teufel die Menschen im Tod hielt. Tod heißt getrennt sein von Gott. Geistlicher Tod heißt geistlich von Gott getrennt sein, und leiblicher Tod heißt ewig von Gott getrennt sein. Wenn man ungläubig stirbt, ist man ewig von Gott getrennt. Und da hat der Teufel durch diesen Tod eine Macht.
Der Herr Jesus hat diesem Teufel die Macht genommen, indem er den Tod überwunden hat, durch seine Auferstehung, und indem er jeden Gläubigen, jeden Menschen, der an ihn glaubt, zum Leben bringt. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist, und jeder, der lebt und an mich glaubt, der wird nicht sterben in Ewigkeit. Johannes 11,25-26 Wer an mich glaubt, der wird nicht sterben in Ewigkeit, geistlich betrachtet. Körperlich legen wir den Körper schon einmal ab, aber der Tod hat seinen Stachel verloren, den körperlichen Tod. Jetzt haben wir Leben durch Jesus Christus. Der Herr Jesus hat durch seine Auferstehung Leben ans Licht gebracht und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht, ewiges Leben.
Also noch einmal: Weil also die Kinder fleisch- und blutteilhaftig geworden sind, nahm auch er in gleicher Weise an demselben Teil, an Fleisch und Blut, teil, damit er durch den Tod den Teufel außer Wirksamkeit setzte, den Teufel, der die Macht des Todes hatte. Und alle, die er losmachte, so viele im ganzen Leben hindurch aus Todesfurcht einer Sklaverei verfallen waren. Diese Sklaverei war die Sklaverei der Sünde und des Todes. Die Sünde führt zum Tod, denn der Lohn der Sünde ist der Tod.
Die Menschen waren in einer Sklaverei, nicht einfach, weil sie Angst vor dem Tod hatten, sondern weil sie von der Sünde gepackt waren, von der Macht der Sünde, weil sie nicht losgekommen sind. Und diese Sünde hat sie in den geistlichen Tod geführt und in den ewigen Tod, sobald sie gestorben sind. Und jetzt werden diese Menschen freigemacht, die an den Herrn Jesus glauben.
Vers 16 Denn sicherlich nimmt er sich nicht der Engel an, das heißt: sicherlich greift er nicht Engel auf und nimmt sie an sich, sondern die Nachkommen Abrahams ergreift er und nimmt sie an sich. Die Nachkommen Abrahams, das sind alle, die an ihn glauben. Das waren zuerst einmal die Juden, dann aber auch die Heiden, die an ihn glauben. Sie zählen als geistliche Nachkommen Abrahams.
Sicherlich nicht Engel. Er ist nicht für die Engel gestorben. Der Herr Jesus kam nicht, um für die Engel zu sterben. Er kam, um für die Menschen zu sterben. Und die nimmt er an sich, den Samen Abrahams, das sind die Nachkommen Abrahams, das Volk Gottes. Für diese kam er, und die zieht er jetzt zu sich. Das Wort heißt, er ergreift sie, das heißt, er zieht sie nach. Er ist ja jetzt im Himmel, er sitzt am Thron, und er packt sie jetzt und zieht sie nach sich, damit sie auch an diesen Platz des Thrones kommen und eines Tages mit ihm zusammen regieren.
Also: Denn sicherlich nicht Engel ergreift er, sondern den Samen Abrahams ergreift er und nimmt er an sich. Weswegen es notwendig war, in allem den Brüdern gleichgemacht zu werden. Deshalb musste er Mensch werden. Warum, mit welchem Ziel und Zweck? Damit er ein barmherziger und treuer Hoher Priester würde in Bezug auf das, was Gott betrifft, um die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn insofern er selbst als ein Geprüfter gelitten hat, kann er denen, die geprüft werden, helfen.
Warum musste der Herr Jesus Mensch werden? Damit er uns verstehen kann. Er sollte ja ein Mittler werden zwischen Gott und Mensch. Die Priester im Alten Testament waren Mittler zwischen Gott und Menschen. Die Hohenpriester durften einmal im Jahr in die Gegenwart Gottes hineintreten und durften vermitteln zwischen Gott und Menschen. Aber die Hohenpriester mussten Menschen sein, denn sie müssen die Menschen verstehen können. Und der Herr Jesus musste deshalb Mensch werden, um uns verstehen zu können, um mitfühlen zu können, um sich in uns hineinfühlen zu können. Und dann wurde er selbst geprüft, er hat gelitten, und jetzt kann er denen helfen, die geprüft werden und leiden.
Das heißt, im ganzen zweiten Kapitel erklärt er, warum der Herr Jesus Mensch werden musste. Im ersten Kapitel erklärt er, dass Jesus Gott war. Im zweiten erklärt er, dass er Mensch wurde und warum er Mensch wurde. Einer, der Gott ist und Mensch wurde, und jetzt dämmert es den Gläubigen: Das kann nur auf Christus bezogen sein, denn es gibt keinen anderen, der Gott war, der behauptet hat, Gott zu sein, und der ganz Mensch wurde.
Das war ja die Anfechtung für diese Christen damals. Sie bekamen immer wieder diesen Vorwurf: Wo ist denn euer Gott, an den ihr da glaubt? Der ist ja gar nicht sichtbar. Und ihr behauptet, der Jesus von Nazaret sei Gott, ein Schwächling, der am Kreuz gestorben ist, gekreuzigt wurde. Wieso muss denn euer Messias Mensch werden, ein Schwächling werden und sterben? Wieso denn?
Jetzt erklärt er, wieso. Das war nötig. Ohne dass er Mensch geworden wäre, hätten wir gar nicht errettet werden können. Gerade wegen des Todes, der hier so neu aufgegangen ist, dass der Teufel die Macht des Todes hatte, ging es nur durch die eine Pforte, durch den Tod. Und auch auf Golgatha ruft er aus: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und das ist die Antwort hier darauf, obwohl er selbst die Antwort wusste. Ja, klar wusste er die Antwort.
Und das ist wahrscheinlich so, wie man oft die Hölle vor Augen hat: Flammen, heiß. Und das ist gar nicht das Schlimmste. Das Schlimmste ist die Verlassenheit von Gott, so wie es hier auch zu sehen ist. Der Tod heißt getrennt sein von Gott. Der Herr Jesus musste das auf sich nehmen, an unserer Stelle, um dadurch dem, der die Macht des Todes hatte, dem Teufel, die Macht zu nehmen. Der Teufel wurde besiegt auf Golgatha. Der Teufel konnte ja auch nachher noch Einfluss auf Menschen nehmen, klar, aber er war besiegt.
Das Eigentliche, der Stachel des Todes, ist weg für die, die an den Herrn Jesus glauben. Für die, die an den Herrn Jesus nicht glauben, ist der Stachel des Todes immer noch da. Aber für die, die an den Herrn Jesus glauben, ist der Stachel des Todes weg. Und gerade um das zu vollbringen, um diesen Tod zu besiegen, musste er durch den Tod.
Das heißt, was er hier gemacht hat, ist: Er zeigte diesen Hebräerchristen, das war kein Fehler, was da auf Golgatha passiert ist, kein Missgeschick Gottes. Nein, das war genau der Plan. Es musste so kommen, anders hätte es keine Erlösung gegeben.