Serie•Teil 1 / 2Weinsberg 2017 - Der Christ und die Welt
Generierte Mitschrift
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Herzlichen, grossen und gottesreichen Segen für den heutigen Abend. Wir haben ein grosses Thema vor uns: Der Christ und die Welt.
Ich möchte das heute so machen, dass ich in der ersten halben Stunde allgemein über den Christen und die Welt spreche und darüber, welches Verhältnis der Christ zur Welt haben soll. Dazwischen machen wir ein Lied. Danach möchte ich noch auf ein ganz konkretes Beispiel eingehen. Es war so gedacht, dass wir ja am Freitag noch ein Thema haben, nämlich Der Christ und sein Äusseres. Aber ich schaffe das nicht in einer Stunde. Deshalb nehme ich mir die Freiheit, in der zweiten halben Stunde noch einiges ganz konkret zu dem Thema Der Christ und sein Äusseres zu sagen.
Aber jetzt zunächst ganz einleitend und ganz allgemein: Was ist denn überhaupt die Welt?
Wenn wir von der Welt sprechen, dann sprechen wir von einem geistlichen Raum und von einem materiellen Raum. Wir sprechen also von einer sichtbaren Welt, das ist der materielle Raum, in dem wir leben und mit dem wir mit unseren fünf Sinnen in Kontakt treten. Das kennen wir alle gut.
Dann haben wir noch eine geistliche Welt, das heisst eine unsichtbare Welt. Das ist die Welt der Engel, der Geister, die Welt Gottes.
Mit Welt werden übrigens auch die Menschen bezeichnet. So sehr hat Gott die Welt geliebt, heisst: So sehr hat Gott die Menschen geliebt. Johannes 3,16.
Mit Welt werden auch die Leute bezeichnet, die gottfern sind. Die gottfernen Menschen in Israel zum Beispiel, die Juden, die den Herrn Jesus ablehnten, werden Welt genannt, in Johannes 15,18 oder in Johannes 1,10. Da lesen wir, dass der Herr Jesus kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht an. Und da heisst es, er war in der Welt, und die Welt entstand durch ihn, und die Welt kannte ihn nicht. Die Welt sind hier wiederum Menschen, die Gott fern sind.
Oder in Johannes 14,17 haben wir, da redet der Herr Jesus über den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Also die Welt kennt den Heiligen Geist nicht. Sie kann den Heiligen Geist nicht empfangen, solange sie den Herrn Jesus nicht annimmt, solange sie nicht Ja sagt zu Christus.
Die Welt ist etwas Finsteres, die Welt der gottlosen, der gottfernen Menschen oder der Menschen, die sich von Gott entfernt haben. Diese Welt ist dunkel, sagt der Apostel Paulus in Römer 13,12 oder in Philipper 2,15-16. Da kann man lesen, ich möchte das gerne vorlesen. Da lesen wir, dass Christen in der Welt leuchten. Philipper 2, das können wir ja aufschlagen, Philipper 2,15-16. Da lesen wir:
Ich lese von Vers 14 weg: Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr untadelig werdet und frei von unlauterer Beimischung, als Gottes untadelige Kinder, mitten in einem krummen und verkehrten Geschlecht, in dem ihr offenbar seid wie Lichter in der Welt, darhaltend das Wort des Lebens, für mich ein Anlass des Rühmens im Blick auf den Tag Christi, dass ich nicht vergebens gelaufen bin noch vergebens gearbeitet habe.
Ich möchte nur aufmerksam machen auf diesen Ausdruck: Ihr seid offenbar in der Welt wie Lichter. Also der Christ leuchtet in der Welt.
Aber dann gibt es noch einen Gebrauch von dem Ausdruck Welt, und auf den wollen wir uns jetzt ganz besonders konzentrieren. Die Welt ist ein System von widergöttlichen Prinzipien, das heisst von widergöttlichen Grundsätzen, Richtlinien und Lebensarten. Die Bibel spricht auch von der Zeit dieser Welt oder von diesem Weltlauf. Solche Ausdrücke werden verwendet.
Und da erfahren wir in der Bibel, wenn wir uns ein bisschen die Bibelstellen anschauen, zum Beispiel, dass die nicht wiedergeborenen Menschen sich ausrichten nach dem Lauf dieser Welt. Eine Bibelstelle, die wir dazu lesen, ist Epheser 2,1. Können wir gerade lesen? Epheserbrief, Kapitel 2, Vers 1:
Auch euch, die ihr tot wart in den Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst wandeltet, weckte er auf von den Toten, die ihr tot waret in den Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst wandeltet, ausgerichtet nach der Zeit dieser Welt oder nach diesem Weltlauf, nach dem Fürsten des Machtbereiches der Luft, dem Geist, der nun in den Söhnen des Ungehorsams wirkt, unter denen auch wir alle einst unser Leben führten, in den Lüsten unseres Fleisches, wobei wir den Willen des Fleisches und des Denkens taten, und wir waren von Natur Kinder des Zorns wie auch die anderen.
Also hier lesen wir, dass die Welt ein System von widergöttlichen Prinzipien ist. Die Menschen sind ausgerichtet nach dieser Welt, nach dem Lauf dieser Welt. In diesem Sinne wollen wir uns das ein bisschen anschauen.
Wir werden dann sehen, dass Christen sich nicht anpassen sollen an diese Welt, dass sie diese Welt nicht lieben sollen, und die Gefahr besteht, dass sie sie wieder liebgewinnen. Das bringt uns jetzt zum Hauptthema: Welches Verhältnis hat der Christ zur Welt?
Ich habe hier einige Punkte.
Das Erste, was wir uns hier merken, ist: Christen haben die Welt nicht mehr als ihren eigentlichen Wohnort. In Johannes 17 betete der Herr Jesus, Johannes 17,16: Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Sie sind nicht von der Welt.
Sie leben in der Welt, aber sie sind nicht von der Welt. Die Gläubigen sind da nicht mehr, das ist nicht mehr ihr wirkliches Zuhause, das ist nicht ihr wirklicher, ihr eigentlicher Ursprung und ihr Lebenselement. Sie sind da nicht richtig, sie fühlen sich da nicht mehr wirklich wohl. Sie haben ein anderes Zuhause.
Sie sind wiedergeboren für eine andere Welt. 1. Petrusbrief: Wir werden jetzt eine ganze Reihe Bibelstellen nennen, und wenn Sie möchten, können Sie mitschlagen, oder Sie hören es sich einfach an. Sie müssen jetzt nicht alle Stellen aufschlagen, es gibt etwa zwanzig Bibelstellen.
Also in 1. Petrus 1,3 steht, dass diese Christen wiedergeboren sind für eine andere Welt:
Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner grossen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbteil, das in den Himmeln aufgehoben ist für uns, die wir in der Kraft Gottes durch Glauben bewahrt werden für die Rettung, die bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit.
Der Apostel Petrus erinnert die Gläubigen: Sie haben ein Erbteil, ein zukünftiges Erbteil. Sie sind unterwegs zu einem Zuhause, wo sie wirklich zuhause sein werden. Und das nennt er ein unvergängliches, unbeflecktes und unverwelkliches Erbteil, das im Himmel ist, das dort aufbewahrt ist für sie.
Und in dieser Welt sind sie Fremde. Gerade im ersten Petrusbrief betont der Apostel das immer wieder. Er sagt, sie sind Fremde in der Welt. Zum Beispiel sagt er im ersten Vers, 1. Petrus 1,1, schreibt er den Brief an die erwählten Fremden oder Fremdlinge, die in der Zerstreuung sind. Sie sind zerstreut in der ganzen Welt, und sie sind nicht zu Hause, sie sind unterwegs. Und sie sind aus Gott geboren, sie sind von oben geboren, und der Herr ruft sie nach Hause. Er ruft sie. Sie sind jetzt auf dem Weg nach Hause, und Gott ruft sie zu sich.
Und während sie in dieser Welt sind, werden sie von der Welt nicht verstanden. Noch zwei Stellen:
1. Johannes 3,1, da lesen wir: Seht, welche Liebe der Vater uns gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heissen sollen. Deswegen kennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht kennengelernt hat.
Die Gläubigen, die den Herrn Jesus von ganzem Herzen angenommen haben, die dem Herrn Jesus nachfolgen, werden nicht verstanden von der Welt. Das heisst hier, die Welt kennt sie nicht, hat sie nicht wirklich kennengelernt, weil sie Gott nicht kennengelernt hat. Das ist eine andere Welt für die Gläubigen. Für die Welt draussen sind die Gläubigen irgendwie eine fremde Welt. Die gehören nicht zusammen, die gehören nicht zu ihnen. Sie werden also von der Welt nicht verstanden. Deswegen kennt die Welt uns nicht, weil sie ihn nicht kannte, ihn nicht kennengelernt hat.
Und die andere Stelle ist in 1. Petrus 4,4. Auch dort wiederum ist es der Apostel Petrus, der die Gläubigen daran erinnert, dass sie fremd sind:
1. Petrus 4,4: Es befremdet sie, dass ihr nicht mit ihnen zusammen in demselben Erguss eines heillosen Wesens lauft, so dass sie lästern, sie, die dem Rechenschaft geben werden, der in Bereitschaft ist, Lebende und Tote zu richten.
Also, diese anderen Menschen: Es befremdet sie, dass ihr nicht mit ihnen zusammenlauft. Wieso laufen die Christen nicht mit uns? Die gehen einen anderen Weg. Das befremdet sie, das heisst, das ist etwas Fremdes für sie.
Die Art und Weise, wie die Gläubigen ihr Leben führen, ist für die Welt nicht wirklich verständlich. Mag sein, dass sie sich danach sehnen, auch so ein Leben zu führen, wenn sie die schönen Auswirkungen sehen, wie Christen leben, aber es ist ihnen fremd. Sie merken einen Unterschied in dem Verhalten.
Die erste Trennung von der alten Welt
Einen zweiten Punkt habe ich hier so überschrieben: Christen sind durch den Tod Christi für diese Welt gekreuzigt.
Paulus redet so in Galater 6,14. Dort sagt er: Mir aber sei es ferne, mich zu rühmen als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
Also, da steht das Kreuz zwischen dem Apostel Paulus und der Welt. Und Paulus spricht ja für alle Christen. Da ist das Kreuz dazwischen. Christus hat Sein Leben gegeben für mich, er ist an meiner Stelle gestorben. Also bin ich sozusagen in Bezug auf diese Welt gestorben. Ich bin tot. Christus ist an meiner Stelle gekreuzigt. Es ist, als ob das Kreuz zwischen mir und der Welt steht.
Als der Herr Jesus Christus gestorben ist, bin ich auch gestorben. Gestorben in Bezug auf dieses Prinzip, dieses System in dieser Welt. Und man fühlt sich nicht mehr zu Hause in dieser Welt, weil man jetzt zu einem gestorbenen Christus gehört, der gerade in Bezug auf die Sünde dieser Welt gestorben ist, abgestorben ist. Und er hat mich mitgenommen in seinen Tod.
Sie sagen: Verstehe ich nicht, wie hat er das gemacht? Nun, das ist rechtlich so. Man sagt das mit einem Fremdwort: juristisch. Das heißt, vor Gott gilt das so, als ob ich gestorben wäre, weil Christus an meiner Stelle gestorben ist.
Warum haben Sie sich taufen lassen? Also, ich nehme jetzt an, dass ich zu Menschen spreche, die sich taufen lassen haben. Warum haben Sie sich taufen lassen? Sie haben einen Schlussstrich gesetzt. Die Taufe ist eine Beerdigung. Sie haben gesagt: Ich bin gestorben mit Christus. Und das äußere Zeichen davon war die Beerdigung.
Sie haben sich nicht taufen lassen, damit sie sterben. Man tut das normalerweise nicht, dass man Menschen beerdigt, damit sie sterben. Also, das ist schon ein sehr seltener Fall. Es gibt solche Leute, die das machen, aber dann war das meistens nicht absichtlich. Meistens ist es so, dass man vorher stirbt und dann wird man beerdigt. Das ist das Normale.
Und genauso ist es so: Der Herr Jesus Christus ist für uns gestorben. Und weil der Herr Jesus für uns gestorben ist, sind wir, als wir zum Glauben kamen, als tot geltend. Und weil wir als tot gelten, haben wir uns taufen lassen. Wir sind sozusagen aus der Welt ausgetreten. Wir haben einen Schlussstrich gezogen zwischen uns und der Welt.
Als der Herr Jesus gekreuzigt wurde, wurde der Schöpfer der Welt gekreuzigt. Und als der Schöpfer der Welt gekreuzigt wurde, wurde die ganze alte Schöpfung mit ihm gekreuzigt, juristisch, rechtsmäßig. Und das gilt für die, die gläubig geworden sind. Für die gilt es.
Also, wenn die Welt uns jetzt locken will oder einladen will, doch wieder mit ihr zu leben für das Hier und Jetzt, dann sagen wir: Nein, danke, ich bin gestorben. Ich bin ein Gekreuzigter. Ich bin mit dem Herrn Jesus für eine andere Welt gestorben, der Herr Jesus Christus also für diese Welt gestorben, um jetzt für eine andere Welt zu gehören.
Da macht Gott uns das bewusst. Manchmal zeigt er es uns. Da kommen Menschen auf uns zu, und wir merken, wir werden nicht verstanden in der Welt. Oder wir müssen leiden in dieser Welt. Oder wir merken: Ah ja, ich bin ja für die andere Welt mitgenommen worden von dem Herrn Jesus.
Und jetzt bin ich zwar noch, ich lebe zwar noch in der Welt, aber ich bin nicht von der Welt. Ich habe noch einen Platz in der Welt, ich habe noch einen Auftrag in der Welt, aber ich lebe nicht mehr nach den Prinzipien dieser Welt. Und ich will mich jetzt auch unterscheiden von dieser Welt.
Befreiung von Gesetz, Gesetzlosigkeit und Weltlichkeit
Weiterer Punkt: Der Herr Jesus starb, um uns von dem Fluch des Gesetzes zu erlösen. Der Herr Jesus starb, um uns vom Gesetz zu erlösen. Der Herr Jesus starb, um uns von der Gesetzlosigkeit zu erlösen. Und der Herr Jesus starb, um uns von der Weltlichkeit zu erlösen. Das steht in der Bibel.
Das Erste steht in Galater 3,13. Christus kaufte uns frei vom Fluch des Gesetzes, da er an unserer Stelle ein Fluch wurde. Er hat uns freigekauft von der Verurteilung des Gesetzes. Das Gesetz verurteilt uns zum ewigen Tod. Er hat uns freigekauft.
Und dann heißt es in Galater 4,4, dass Christus uns auch vom Gesetz selbst erlöst hat. Galater 4,4: Als die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, von einer Frau geboren, unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen.
Das heißt: Wir sind befreit von dem Gesetz des Mose. Wir sind befreit von dem alttestamentlichen Gesetz. Wir stehen nicht unter dem Gesetz Mose. Wir stehen unter Christus. Er ist jetzt unser Herr, nicht Mose ist unser Herr. Das Gesetz ist hier bezogen auf das Gesetz Mose. Jetzt hat Gott sein Gesetz in uns hineingeschrieben.
Und Jesus Christus ist gestorben, um uns von der Gesetzlosigkeit zu erlösen. Das steht auch in der Bibel, in Titus 2,11-14. Da heißt es: Es erschien die Gnade Gottes, die allen Menschen Heil bringt, und sie erzieht uns, damit wir, nachdem wir abgesagt haben dem ehrfurchtslosen Wesen und den weltlichen Lüsten, mit gesundem Sinn und Zucht und in Gerechtigkeit und mit rechter Ehrfurcht in der jetzigen Weltzeit leben sollten, dabei die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesu Christi erwarten, der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns von aller Gesetzlosigkeit erlöse.
Christus hat sich gegeben, um uns von der Gesetzlosigkeit zu erlösen. Der Herr hat uns befreit von dem Gesetz. Der Herr hat uns befreit von der Gesetzlosigkeit. Und es steht hier, er hat uns auch befreit von der Weltlichkeit, in Vers 12: nachdem wir abgesagt haben dem ehrfurchtslosen Wesen und den weltlichen Lüsten.
Wir haben Nein gesagt. Wir haben Schluss gemacht mit den weltlichen Lüsten. Das heißt, wir leben nicht mehr weltlich. Wir leben nicht mehr für diese Welt. Als wir Christus annahmen, haben wir uns entschieden: Wir machen Schluss mit der Welt.
Das Vorbild des Glaubenden ist nicht die Umgebung
Ein weiterer Punkt: Die Welt der Gottlosen ist nicht das Vorbild der Christen.
Römer 12,1-2
Die Welt der gottfernen Menschen ist nicht das Vorbild der Christen. Ich lese:
Ich rufe euch also auf, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzubringen als lebendes, heiliges und gottangenehmes Opfer, das ist euer geistiger Gottesdienst. Und passt euch nicht der Zeit dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung eures Denkens, um zu prüfen, was der Wille Gottes sei, der gute, angenehme und vollkommene.
Merken wir es? Paulus sagt: Passt euch nicht der Zeit dieser Welt an. Also rechnet Paulus damit, dass die Gläubigen nicht mehr die Welt der gottfernen Menschen als ihr Vorbild nehmen. Sie haben ein anderes Vorbild, ihr Vorbild ist Christus.
1. Johannes 2,15
Sie kennen diesen Vers: 1. Johannes 2,15. Liebet nicht die Welt! Der Apostel Johannes rechnet damit, dass die Christen voll einverstanden sind mit dem, was er hier sagt. Er legt ihnen das ans Herz. Er sagt: Liebet nicht die Welt noch, was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, dann ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut dieses Lebens, ist nicht aus dem Vater, sondern es ist aus der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
Also: Der Christ liebt nicht mehr die Welt, das setzt Johannes voraus. Wenn jemand wirklich den Herrn liebt, dann wird er die Welt nicht mehr lieben. Das geht nicht zusammen. Aber leider ist es möglich, dass es Christen gibt, die die Welt wieder liebgewinnen.
In 2. Timotheus 4,10 lesen wir von einem Gläubigen, der die Welt wieder liebgewonnen hat. Paulus schreibt traurig: Demas liebte die jetzige Weltzeit. Das heißt, er hat sie wieder liebgewonnen. Er hat die Welt wieder liebgewonnen und hat mich verlassen. Wörtlich steht einfach: Er liebte die Welt. Das heißt, es offenbarte sich eine Herzenshaltung, dass sein wirklicher Hang zur Welt ging. Und Paulus sagt das traurig.
Es ist also möglich, dass Christen wieder die Welt liebgewinnen.
Weiter, ein weiterer Punkt: Die Welt kommt leicht wieder zurück in die Reihen der Christen. Obwohl wir ganz klar Schluss gemacht haben, obwohl wir einen Strich gezogen haben, ist es sehr leicht möglich, dass die Welt in die Reihen der Christen wieder zurückkommt. Das geschieht schleichend, es geschieht nicht mit einem Mal. Und der Christ muss sorgfältig sein, dass er sich hier nicht so schnell wieder einholen lässt von dem weltlichen Denken.
Das ist so: Wenn man sich sehr viel mit weltlichem Denken beschäftigt, dann wird man mit der Zeit weltlich denken. Wenn ich mich viel mit den Medien beschäftige, dann werde ich mit der Zeit so denken, wie die Medien wollen, dass ich denke. Das ist ganz klar. Wenn ich Filme schaue, dann werde ich mit der Zeit so denken, wie die Filmemacher wollen, dass die Leute, die diese Filme schauen, denken. Vielleicht werde ich sogar anfangen, so zu sprechen. Vielleicht werde ich sogar anfangen, so zu handeln.
Ich denke an ein Beispiel: Ein junges Mädchen schaut immer wieder Liebesfilme, und es wird ihr immer wieder vorgegaukelt, Liebe sei ein Gefühl. Und das überkommt dich einfach. Und wenn dich dieses Gefühl überkommt, dann musst du nach diesem Gefühl handeln. Das ist eine der größten Irrlehren, die heute verkündigt wird. Liebe ist nicht ein Gefühl. Oder haben Sie jemals in der Bibel gelesen, dass die Liebe ein Gefühl ist? Ich nicht. Liebe ist kein Gefühl. Gefühl ist vielleicht eine Folge von Liebe, aber die Liebe selbst ist kein Gefühl. Die Liebe ist eine Einstellung und eine Tat. Das beginnt im Denken und äußert sich im Handeln. Es ist Liebe. Zur Liebe muss man sich entscheiden.
Da wird also ständig eine Irrlehre verkündigt, und mit der Zeit fangen die jungen Leute so zu denken an, sogar Christen. Der Christ hat sich also von der Welt reinzuerhalten.
Wir lesen einen Vers in Jakobus 1,27. Er sagt der Apostel beziehungsweise der Herrenbruder. Ich lese von Vers 26, damit wir den ganzen Satz haben:
Wenn jemand unter euch meint, fromm zu sein und dabei seine Zunge nicht im Zaum hält, sondern sein Herz betrügt, dessen Frömmigkeitserweisung ist nichtig. Eine Frömmigkeit rein und unbefleckt bei Gott, dem Vater, ist diese: Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen und sich selbst von der Welt fleckenlos zu bewahren.
Hier haben wir es: und sich selbst von der Welt fleckenlos zu bewahren. Das heißt, man kann sich beflecken, auch als Christ. Man kann sich immer wieder beflecken, das heißt, schmutzig machen. Manchmal beschmutzt man sich allein schon, indem man etwas anhört, was schmutzig ist. Da muss man zum Herrn Jesus kommen und sagen: Herr Jesus, bitte mach mich wieder sauber, ich fühle mich beschmutzt.
Oder indem man Menschen ansieht. Manche Menschen kleiden sich so, dass man schmutzig wird beim Anschauen. Da muss man zum Herrn Jesus kommen und sagen: Herr Jesus, mach mich wieder sauber.
Auftrag und Zeugnis inmitten der Welt
Ein weiterer Punkt: Also, damit will gesagt sein, dass wir uns von der Welt reinhalten sollen. Das heißt, dass wir uns von der Welt unterscheiden. Wir Christen werden uns von der Welt unterscheiden. Wenn wir konsequent mit dem Herrn Jesus leben, wird es so sein.
Weiterer Punkt: Der Christ hat einen doppelten Auftrag in der Welt. Sie kennen das, Sie kennen diesen Vers wahrscheinlich auswendig. In Matthäus 5,12-14 sprach der Herr Jesus von diesem Auftrag des Christen in der Welt. Er sagt in Matthäus 5,13: Ihr seid das Salz der Erde. Matthäus 5,14: Ihr seid das Licht der Welt.
Das Salz war früher in der damaligen Welt so etwas wie ein Ersatz für den Kühlschrank. Man hatte keinen Kühlschrank, aber man hatte Salz. Wenn man etwas vor dem Verderben bewahren wollte, zum Beispiel Fleisch, hat man es mit Salz eingerieben. Es hielt dadurch länger. Das Salz hatte eine Bewahrungskraft.
Und das Zweite ist das Licht. Ihr seid wie das Licht der Welt. Das Licht hat eine Leuchtkraft. Bewahrungskraft und Leuchtkraft: Der Christ bewahrt die Schöpfung. Der Christ lebt in dieser Schöpfung ein heiliges Leben, und dadurch bewahrt er die Schöpfung. Die Schöpfung wird länger erhalten, indem der Christ sich richtig verhält. Dann bleibt die Schöpfung länger erhalten. Und er ist ein Licht in der Welt, das heißt, er zeigt den Menschen den Weg, wo es langgeht.
Christen sind immer Licht. Hoffentlich leuchten sie in die richtige Richtung, oder hoffentlich zeigen sie ihr Licht. Man soll das Licht nicht unter den Nachttopf stellen. Eine Kerze stellt man nicht unter den Nachttopf, sondern man stellt sie hin, und dann leuchtet sie. Also der Christ hat einen doppelten Auftrag in der Welt. Das kann verbunden sein mit Leiden. Wenn man sich klar auf die Seite Jesu Christi stellt, dann kann das mit Leiden verbunden sein. Dann kann man Widerstand erleben. Dann weiß der Christ: Ja, das ist deshalb, weil ich nicht von der Welt bin.
Aber wie kann der Christ die Welt überwinden? Man kann die Welt überwinden, das heißt, man kann siegreich davonkommen, wenn man das tut, was der Herr Jesus getan hat. Und mit dem möchte ich diesen Abschnitt jetzt abschließen, diesen einleitenden Teil über Christ und die Welt beziehungsweise diese allgemeinen Worte über Christ und die Welt. Da schauen wir uns jetzt an, wie der Herr Jesus die Welt überwunden hat.
In Johannes 16 lesen wir in Johannes 16,28: Ich ging aus vom Vater und bin in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.
Seine Jünger sagen zu ihm: Siehe, nun redest du frei heraus und sprichst in keinerlei Bildrede. Nun wissen wir, dass du alles weißt und nicht nötig hast, dass dich jemand frage; daraufhin glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist.
Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt ihr? Siehe, es kommt eine Stunde, und sie ist nun gekommen, dass ihr zerstreut werdet, ein jeder in das Seine, und mich allein lasst. Und ich bin nicht allein, weil der Vater bei mir ist. Diese Dinge habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Wie hat der Herr Jesus die Welt überwunden? Der Herr Jesus erklärte an jenem Abend den Jüngern: Ich bin von der anderen Welt reingekommen, und ich gehe jetzt wieder in die andere Welt zurück. Ich hänge nicht an dieser Welt. Das ist nicht alles. Diese Welt ist nicht die ganze Welt.
Der Pharao in Ägypten hatte die Israeliten gefangen genommen. Dies waren seine Sklaven. Und damit die Israeliten ja nicht auf böse Gedanken kommen und ihm davonlaufen, hat er sie sehr stark mit Arbeit beschäftigt. Er hat einen Kreis gezogen und gesagt: So, dieser Kreis heißt Grenze Ägyptens, und außerhalb von Ägypten gibt es keine Welt. So, das ist eure Welt: Ägypten. Und da wird gearbeitet für den Pharao. Das ist der Sinn eures Lebens. Ihr arbeitet für den Pharao, fertig.
Und dann kam einer von außen mit Namen Mose. Der war in der Wüste, Gott war ihm erschienen, und Gott hat gesagt: Führ das Volk heraus in das verheißene Land. Es gibt eine andere Welt. Jetzt kommt Mose und er berichtet den Israeliten von der anderen Welt. Ein verheißenes Land, wo Milch und Honig fließt. Und jetzt werden die Augen hell, und jetzt wird es interessant. Und der Herr hat den Mose sogar bestätigt mit Wundern und Zeichen, damit sie wussten, der ist wirklich von Gott gesandt. Und jetzt wollen sie hinaus.
Er zeigte ihnen diese Welt, wo der Pharao sagte: Das ist die ganze Welt, es gibt nichts darüber hinaus. Das ist nicht wahr. Es gibt eine viel herrlichere Welt für euch, und Gott hat euch diese Welt versprochen. Wir gehen raus aus dieser Welt. Das war der Mose.
Der Herr Jesus kam von außerhalb in unsere Welt. In unserer Welt gibt es auch einen Pharao, der hat den Namen Satan. Und der Satan sagt den Menschen: Diese Welt ist die ganze Welt, und hier arbeitest du für mich, und das ist der ganze Sinn deines Lebens. Und es ist fertig, es gibt kein Außerhalb dieser Welt.
Und dann kommt einer von außerhalb. Der Herr Jesus sagt: Ich bin vom Vater ausgegangen, ich bin in diese Welt gekommen. Und was hat er getan? Er kommt und tut den Namen des Vaters kund, das heißt, er berichtet, er lebt es vor und er zeigt vor, wer der Vater ist. Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan, das heißt dein Wesen. Das ist genauso wie Mose.
Was hat Mose getan? Mose kam nach Ägypten, vom Dornbusch in der Wüste kam er nach Ägypten, und was hat er ihnen kundgetan? Den Namen Jahwe. Jahwe ist der Name Gottes. Er sagte: Jahwe ist mir erschienen. Und er tat den Namen Jahwes kund und wurde mit Zeichen und Wundern bestätigt.
Und der Herr Jesus kommt von außerhalb in diese Welt, und was tut er den Menschen kund? Den Namen des Vaters. Und er wird mit Zeichen und Wundern bestätigt. Und dann sagt er: Seht, und jetzt gehe ich wieder hinaus aus der Welt, und ihr kommt mir nach.
Ja, und wie hat er das gemacht? Er hat gesagt: Schaut, lasst die Welt das Schlimmste tun, was sie tun kann. Lasst die Welt mich töten. Sie kann mir nichts anhaben. Das hat er an dieser Stelle in Johannes 16 gesagt. Er spricht von seinem Tod, und die Jünger sagen: Nein, nein, nein, nicht. Und so hat er gesagt: Doch, lasst die Welt das Schlimmste machen, was sie tun können, lasst die Welt mich töten. Ich gehe zum Vater.
Der Herr Jesus hat die Welt durchschaut. Er hat gewusst, es ist nicht die letzte Welt. Er hat gewusst, es ist ein Durchgangsstadium, und ich gehe in die ewige Welt. Ich habe hier nichts verloren. Aber ich ziehe die Menschen mit, die an mich glauben. Das ist der Sieg, der die Welt überwindet: unser Glaube. Der Glaube, dass es eine andere Welt gibt. Der Glaube, dass der Herr Jesus der Sohn Gottes ist. Der Glaube, dass der Herr Jesus aus der anderen Welt gekommen ist und in die andere Welt wiedergegangen ist. Und dass der Herr Jesus für meine Schuld bezahlt hat und ich durch den Glauben an ihn Vergebung habe. Das ist der Sieg über die Welt.
Die Welt kann überwunden werden. 1. Johannes 5,4-5, mit dem schließe ich jetzt diesen Teil ab: 1. Johannes 5,4-5. Alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt. Und das ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube. Und wer ist der, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der von außen kam und der zurückging?
Ich muss die Welt durchschauen. Ich muss merken, das ist nicht die wirkliche letzte Welt, und das ist auch nicht die Erfüllung hier. Dann kann ich für die andere Welt leben.
Wir wollen an dieser Stelle eine Unterbrechung machen. Wir singen ein Lied stehend, und nachher machen wir weiter.
Am Freitagabend werden wir uns näher mit einem Thema befassen, das ich hier notiert habe auf der Folie: Der Christ und sein Äußeres. Was sagt die Bibel dazu? Das ist ein sehr heikles Thema. Unter Christen gibt es viele Diskussionen, und ich muss einige einleitende, ganz wichtige Worte sagen.
Wenn wir von Weltlichkeit sprechen, dann meinen wir nicht nur einfach das Thema Kleidung und Frisur und Schmuck, wie manche das so denken. Weltlichkeit ist viel, viel tiefer. Weltlichkeit sitzt oft in unseren Gedanken, in unseren Einstellungen, in unseren Worten, in gewissen Handlungen, die wir tun. Weltlichkeit kann sich sehr breit machen unter Christen, und leider ist es oft so, das habe ich festgestellt. Ich komme viel herum in vielen Gemeinden. Und leider ist es so, habe ich festgestellt, dass viele Gläubige weltliches Denken in ihrem Leben zulassen und es gar nicht merken. Sie gleichen sich an ihre Umgebung an, sie gleichen sich an das Denken dieser Welt an, sie leben von den Medien und merken nicht, wie sie anfangen, so zu denken.
Weltlichkeit ist viel tiefer verwurzelt, als wir denken. Kleidung ist nur ein ganz kleines Thema, ein ganz kleiner Bereich, wo Weltlichkeit vielleicht zum Ausdruck kommen kann. Wenn Sie sehen, dass ich weltlich denke oder handle oder rede, wie könnten Sie aus mir die Weltlichkeit austreiben? Einfach indem Sie mir sagen: Das darf man nicht? Oder indem Sie mir einen Regelkatalog geben, von dem, was ich darf und was ich nicht darf? Dann werden Sie das nicht erreichen.
Wenn Sie die Weltlichkeit aus meinem Leben austreiben wollen, dann bitte machen Sie mir den Herrn Jesus groß und machen Sie mir den Himmel groß und machen Sie mir Gott groß. Machen Sie mir die göttliche Welt groß, dass ich ein Verlangen bekomme nach der himmlischen Welt und nach der himmlischen Gesinnung. Wenn Sie das machen, dann wird sich bei mir etwas ändern. Das ist der Weg. Ein Regelkatalog wird mir nicht helfen. Die Gemeinde Jesu lebt nicht von Regeln. Die Gemeinde Jesu lebt auch nicht von Mose. Die Gemeinde Jesu lebt von Christus, und das ist eine Person. Und diese Person muss mir groß gemacht werden. Diese Person möchte ich lieben lernen. Leben Sie mir diesen Herrn Jesus vor, dann helfen Sie mir, Christus ähnlich zu denken, zu reden, zu handeln, mich auch so äußerlich zu benehmen. Das ist der Weg.
Viele Christen denken in Sachen Kultur sehr weltlich. Was ist Kultur? Wenn ich jetzt heute das Thema Kultur ein bisschen ansprechen darf: Kultur hat zu tun mit Sitten und Gebräuchen und Gewohnheiten des Menschen. Zum Beispiel gibt es eine Wohnkultur, das heißt, wie wohnt man, wie wohnt man da und wie wohnt man dort. Ich war in Rumänien, da habe ich gesehen: Aha, in Rumänien wohnt man so, bei den Zigeunern wohnt man so und in Russland wohnt man so. Das ist eine Wohnkultur. Da gibt es natürlich auch verschiedene, na ja, Klassen darf ich nicht sagen, aber es gibt verschiedene Niveaus der Wohnkultur.
Es gibt, man spricht von einer Esskultur, das heißt, was isst man in Sibirien und was isst man in Deutschland und was essen die Schweizer? Das ist eine Esskultur. Oder die Franzosen, die haben eine andere Esskultur als die Schweizer zum Beispiel. Es gibt verschiedene Gewohnheiten des Essens und Kochens, das nennt man Kultur.
Dann gibt es eine Kunst-, Musikkultur oder bildnerische Kunst, das gehört auch dazu. Wie macht man Musik? Da sind verschiedene Kulturen. Einige sind gute Kulturen, es gibt schlechte Kulturen. Was Kleidung betrifft, spricht man von Kleidungskultur. Wie kleiden sich die Leute in Sri Lanka? Da habe ich gesehen, die Männer, da gibt es nicht alle Männer, aber viele Männer, die ziehen einen Rock an. Eigentlich ist es kein richtiger Rock, es ist ein Tuch, das sie sich umbinden um die Hüfte, und das nennt man Saran. Das ist ein männlicher Rock. Eine Frau würde niemals einen männlichen Rock anziehen in Sri Lanka, also ganz sicher nicht. Aber die Frauen haben eine andere Kleidung, die haben einen Sari. Das geht von oben bis unten. Das ist ganz anders als der Rock der Männer, wie dieser Saran. Das ist traditionelle Kleidungskultur in Indien und in Sri Lanka.
Viele Leute denken heute in Sachen Kultur sehr, sehr weltlich, weil sie sich angeglichen haben an dem, wie man in der Welt denkt. In den Sechzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts geschah in Deutschland und auch in Amerika, in der westlichen Welt überhaupt, eine Kulturrevolution. Das heißt, die Kultur hat sich radikal gewandelt. Man wollte weg von einer christlich geprägten traditionellen Kultur in eine nicht christlich geprägte Kultur. Das ist ersichtlich am Wandel in der Frage der Musik. Musik hat sich geändert, und auch die Kleidung hat sich geändert, sehr stark geändert sogar.
Die Musik zum Beispiel: Als die Beatles auftraten in den sechziger Jahren, als die Beatles auftraten, sprach die Welt, die Weltleute: Das ist verrückte Musik. Nicht die Christen. Die Weltleute sagen: Das ist eine rebellische, revolutionäre Musik. Die haben das auch gewollt, das war ganz bewusst so. Heute, wenn wir die Beatles hören, denken wir: Das ist ja harmlos, das ist ja gar nichts. Aber so hat sich das Denken geändert, und das Empfinden hat sich auch geändert in Bezug auf Musik.
Das heißt, wenn wir heute jetzt noch ein bisschen nachdenken über das Thema Kultur und am Freitag dann auch noch nachdenken über das Thema Kultur, dann müssen wir uns dessen bewusst sein: Kultur wird von gewissen Leuten geprägt, manchmal bewusst gesteuert, manchmal entwickelt es sich einfach so, oder es wird von einer Glaubensrichtung geprägt, von Gott geprägt. Zum Beispiel die Juden haben eine Kultur geprägt, die sich weit verbreitet hat. Wo das Judentum und das Christentum in der Welt hinkamen, haben sich die Menschen bekleidet, die vorher sich entblößt hatten.
Zum Beispiel in manchen afrikanischen Ländern hat man sich sehr stark entblößt, und dann kam entweder das Judentum oder das Christentum hin, dann haben die Menschen sich wieder bekleidet. Das war die Auswirkung einer christlichen Lehre, die eine Kultur mit sich brachte. Es gibt also eine christliche Kultur. Und die ist in der Bibel, die findet man in der Bibel.
Die Tatsache, dass sich Menschen geschlechtsspezifisch kleiden, daran hat sich die Gemeinde Jesu bis ins zwanzigste Jahrhundert immer gehalten. Zum Beispiel war bis ins zwanzigste Jahrhundert klar ersichtlich, ob man es mit einem Mann oder mit einer Frau zu tun hat. Man konnte schon von ferne, man konnte schon von hundert Meter Entfernung erkennen, ob das eine Frau ist, die auf einen Zug kommt, oder ein Mann. Das ist heute nicht mehr so.
Ich war mit meiner Frau unterwegs, und es waren keine hundert Meter, es waren ungefähr zehn Meter. Es war eine Gestalt, die uns entgegenkam, und ich schubste sie und sagte: Frau oder Mann? Sie sagte: Weiß es nicht, kann man nicht erkennen. Als sie dann ganz nahe war, merkte ich an der Haut: Das müsste wohl eine Frau sein. Aber sie war wirklich männlich. Ich sage nur, das hat sich geändert.
Jahrhundertelang war es klar, zum Beispiel, dass es Frauenkleider und Männerkleider gibt. Heute ist es nicht mehr klar, dass es Frauenkleider und Männerkleider gibt. Fragen Sie die Leute, das ist überhaupt nicht mehr klar, weil die Emanzipationsbewegung und die Frauenrechtler und die Homosexuellen und die Gender-Mainstream-Leute den Unterschied zwischen Mann und Frau bewusst abgeschafft haben in der Kleidung. Heute gibt es die Unisex-Jeans-Mode, also eine Jeanshose, die ist uni, das heißt, sie ist für alle gleich. Und egal, ob der Knopf nach links oder nach rechts ist, das kann man ja nicht sehen, aber es ist die gleiche Hose.
Übrigens hat mir eine Schwester gesagt, wenn sie Hosen kauft, aber sie war eine Schwester, aber in Kleidung hat sie nicht so viel verstanden, aber immerhin, sie hat gesagt: Wenn sie Hosen kauft, geht sie in die Männerabteilung. Warum? Weil ihr die Hosen besser sitzen. Also es gibt keinen Unterschied. Die Frauen können die Hosen in der Männerabteilung kaufen oder in der Frauenabteilung kaufen, es gibt keinen Unterschied mehr. Das ist wegen der, weil sich etwas geändert hatte in der Gesellschaft.
Was als Frauenkleider und was als Männerkleider gilt, wird heute von den antigöttlichen Bewegungen bestimmt, beziehungsweise es wird gesagt, es gibt überhaupt keinen Unterschied. Wir als Christen sollten uns fragen, ob das vor Gott richtig ist, dass wir uns hauptsächlich von den Homosexuellen unsere Kleidung diktieren lassen und von den Neomarxisten, die die Familie auflösen wollen, die Gesellschaft umstrukturieren wollen, und von den Feministen. Wir sollen uns nicht diktieren lassen, wie wir uns zu kleiden haben und was als spezifisch männlich gilt und was als spezifisch fraulich gilt. Also Christen sollen hier ganz bewusst neu denken. Was sagt eigentlich die Bibel? Sagt sie irgendetwas darüber?
Wie die weitere Entwicklung gezeigt hat, haben die Frauenrechtler und die Schwulen und die Gender-Mainstream-Förderer eine ganz gründliche Erneuerung im Sinn, nämlich sämtliche Unterscheidung aller Geschlechter abzuschaffen. Und jeder kann sein Geschlecht wählen, ob er männlich sein will oder weiblich sein will. So weit sind wir schon.
In den heidnischen Kulturen haben sich immer wieder Frauen entblößt, auch Männer entblößt. Zum Beispiel in Ägypten die Frauen aus den oberen Schichten, auch bei den Germanen gab es etwas, abgesehen von den Naturvölkern in Afrika und Südamerika sowieso. Aber wo Missionare hinkamen, wo das Judentum hinkam und das Christentum, dort hat sich das wieder geändert. Erst im zwanzigsten Jahrhundert und vor allem in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, vor allem ab den sechziger Jahren, begann eine Kultur im christlichen Europa, die anfing, die Frauen wieder zu entblößen.
Wir leben, wir haben jetzt Sommer, und es ist erstaunlich, wie sich nicht nur die Frauen, auch die Männer auf der Straße entblößen. Es ist erstaunlich. Christen müssen sich Gedanken machen über dieses Thema, und das ist wichtig. Ich rede mit einer Frau, und ich kann mich gar nicht auf die Frau konzentrieren. Ich will ihr ins Gesicht sehen, aber ich sehe ihren Brustausschnitt tiefer, tiefer, tiefer und tiefer. Ich kann mich gar nicht konzentrieren, ich kann mich gar nicht erwehren. Sie hat sich so gekleidet, dass man sie kaum anschauen kann. Da merkt man, oder jemand anderer hat ein Kleid an, das ist so durchsichtig, dass einem der Atem stehen bleibt. Das geht nicht. Es gibt irgendwo Grenzen, und wir müssen als Christen uns jetzt wieder überlegen: Wo sind denn eigentlich die Grenzen? Was sagt die Schrift?
Deshalb ist es gut, wenn man dieses Thema Weltlichkeit einerseits sich dessen bewusst ist: Es ist ein großes Thema, da gibt es viel mehr noch als über Kleidung. Aber ich weiß, dass über Kleidung sehr viel diskutiert wird unter Christen, und wir müssen der Sache auf den Grund gehen.
Ich habe hier drei Bücher vor mir liegen, ich habe die mitgenommen, weil ich habe die studiert. Ich habe mich interessiert: Was gibt es so auf dem christlichen Markt? Da gibt es ein Buch, das heißt Der Christ und sein Äußeres, geschrieben von einem Heinrich Töfs aus der christlichen Missionsverlag Bielefeld. Ich habe gelesen, habe gestaunt, was das für ein gutes Buch ist. Das ist eine biblische Aufarbeitung des Themas, das Äußere des Christen, hauptsächlich Kleidung, aber auch solche andere Dinge wie Schmuck und Tätowieren und Piercen und was weiß ich, was die Bibel darüber sagt. Ich habe gestaunt, was man in der Bibel viele, viele Stellen finden kann, die darüber etwas sagen. Kann ich sehr empfehlen, dieses Buch.
Dann habe ich ein anderes Buch gelesen, Die Sprache deiner Kleider, von einer Frau geschrieben, aus den Siebzigerjahren. Nun, wenn man das Nachwort herausreißt, dann ist das Buch ein gutes Buch. Ich habe das Nachwort herausgerissen, weil das Nachwort wurde später, im Jahre zweitausendirgendetwas, noch nachgeschrieben, und da hat sie viele Prinzipien, die sie dargelegt hat in dem Buch, dann wieder verwässert. Aber ich habe das rausgerissen und mit einem Tix so zugeklebt, jetzt kann ich das Buch anderen weitergeben. Also wenn Sie das Buch haben wollen, bitte reißen Sie die letzten zwei Seiten heraus. Aber ansonsten ist es ein sehr gutes Buch: Die Sprache deiner Kleider von Elizabeth Rice Hanford.
Ein anderes Buch habe ich vor einigen Jahren gelesen, schon mehr als wahrscheinlich fünf Jahre her, das heißt Privatsache Kleidung – gibt es biblische Richtlinien auch? Ein sehr gutes Buch, kommt sogar aus Amerika. Man staunt, was aus Amerika alles kommt. Es gibt sogar noch gute Dinge, saubere Ausarbeitung, nicht so stark mit Bibeltexten wie dieses andere Buch von dem Bruder Töfs, aber sehr, sehr gute Gedanken und Richtlinien, die einem helfen, wieder in die Bibel hineinzuschauen und diese Bibelstellen anzuschauen, was die Bibel eigentlich sagt. Sie sind nur Hilfe, um in die Bibel zu schauen. Sie müssen die Bücher nicht lesen. Aber ich sage nur, ich habe es gelesen und habe das als hilfreich empfunden. Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht, weil ich dieses Thema – ich bin anders aufgewachsen und ich war sehr liberal in diesem Denken über Kleidung – und ich musste mich mit diesem Thema auseinandersetzen.
Ja, jetzt ist meine Zeit schon fast abgelaufen oder ganz. Wie viele Minuten geben Sie mir noch? Noch ein paar? Okay, also dann machen wir es jetzt so: Ich möchte jetzt ein paar biblische Prinzipien darlegen, die Folie soll uns helfen, und wir schauen ein bisschen biblische Prinzipien aus der ersten Seite der Bibel an.
Mein erster Punkt: Kleiden kommt von Gott. Kleiden kommt von Gott. Das war so: Vor dem Sündenfall haben Adam und Eva sich angeschaut, und sie schauten tief in die Seele des Anderen hinein, offensichtlich, denn sie haben gar nicht bemerkt, dass sie nackt waren. Sie schauten viel tiefer als an die Haut. Aber nach dem Sündenfall bleibt das Auge gleichsam an der Haut hängen. Das heißt hier: Sie erkannten, dass sie nackt waren, 1. Mose 3,7, und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürze. Schürze, das Wort, das hier verwendet wird, heißt im Hebräischen hüftdeckende Umgürtungen. Das waren also etwas breitere Gürtel, die man um die Hüften gebunden hat. Was war ihre Kleidung? Aber diese Kleidung kam nicht von Gott, die kam von Adam und Eva. Aber mit dieser Kleidung haben sie schon ausgedrückt, dass sie sich voreinander schämten. Sie haben sich voreinander versteckt, jedenfalls in gewissen Teilen versteckt. Das Auge blieb an der Haut hängen, und jetzt musste ein Schutz her. Die Sünde war eingetreten in die Menschheit.
Kleidung, Scham und göttliche Ordnung
Zweitens: Kleidung ist zur Verhüllung der Scham. Als Gott den Menschen sah, fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Aber Adam war doch mit Feigenblättern bekleidet. Gott sagt: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Und Adam hat erkannt: Ich bin immer noch nackt. Trotz der Feigenblätter bin ich immer noch nackt.
Gott hat ihm dann eine Kleidung gegeben, einen Mantel, von den Schultern bis zu den Füßen. Kutonnet heißt das auf Hebräisch, wir sagen heute Kutte; das ist derselbe Wortstamm. Ein langer Leibrock von den Schultern an. Da hat Gott sie gekleidet. Und damit hat Gott gesagt: Kleidung ist eine Verhüllung. Kleidung ist eine Decke. Kleidung ist nicht ein Taucheranzug oder etwas ganz Enges, wo man dann alle Formen sieht. Nein, Kleidung ist eine Verhüllung. Besonders gewisse Teile werden verhüllt.
Gott hat dem Menschen ein Schambewusstsein gegeben. Dieses Schambewusstsein war das Bedürfnis, dass wir uns an gewissen Stellen ganz besonders schützen wollen, und zwar so, als ob unser Leben bedroht wäre. Wir haben ein ganz großes Bedürfnis nach Schutz, gerade auf diesem Gebiet. Nacktheit oder teilweise Nacktheit wird in der Bibel als schändlich und verachtungswürdig bezeichnet.
Durch dieses Bewusstsein der Scham zeigen wir: Wir sind nicht mehr Unschuldige wie vor dem Sündenfall. Und würden wir uns jetzt nach dem Sündenfall so entkleiden wie vor dem Sündenfall, dann würden wir die Realität, die Wirklichkeit, verneinen und unsere Schuld verneinen. Das ist Rebellion. Also wenn man sich nach dem Sündenfall entblößt, dann kommt das einer Rebellion gleich. Man setzt sich über das Schambewusstsein hinweg und zerstört es.
Es gibt Leute, die ihre Kinder erziehen, damit ihr natürliches, naturgegebenes Schambewusstsein zerstört wird. Ich kenne eine Familie in der Schweiz, da durften die kleinen Kinder im Garten nackt herumlaufen. Und als meine Frau es sah, ist sie hingegangen und hat gesagt: Rein ins Haus! Wenn ihr schon nackt seid, dann nicht draußen, dass man euch von außen sieht. Dann hat sie sie reingeschickt. Interessant: Die haben sogar gehorcht, und die Eltern von denen haben die nicht mehr nackt herumlaufen lassen, jedenfalls nicht so, dass man sie sieht. Irgendwie haben sie noch ein bisschen Ahnung gehabt: Das gehört sich nicht, das passt nicht.
Kleidung ist eine Verhüllung der Scham, und Nacktheit, öffentlich dargestellt, ist schändlich und verachtungswürdig. Ich habe hier ein paar Bibeltexte auf der Folie für Sie, zum Beispiel Klagelieder 1,8: Jerusalem hat schwer gesündigt. Darum ist sie wie eine Unreine geworden; alle, die sie ehrten, verachten sie, weil sie ihre Blöße gesehen haben. Hier ist natürlich im übertragenen Sinne gesprochen, aber was dahinter steckt, ist klar: Wenn man jemandes Blöße sieht, dann wird er verachtet, ist verachtungswürdig.
Oder in Offenbarung 16,15 heißt es: Selig, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht als Entblößter umhergehe und man seine Scham sehe. Das wäre schrecklich. Das muss unbedingt verhütet werden. In damaligen Zeiten war das jedem klar.
Jesaja 47,3: Aufgedeckt werde deine Blöße, ja, gesehen werde deine Schande. Dort ist die Rede von den Schenkeln. Die Schenkel gehören auch zur Blöße, ich spreche von den Oberschenkeln, gehören auch zur Blöße. Das passt nicht und gehört sich nicht. Die Männer wissen, warum; den Frauen muss man es sagen.
Nahum 3,5: Siehe, ich will an dich, spricht der Herr der Heere. Ich werde deine Säume aufdecken bis über dein Gesicht und werde die Völker deine Blöße sehen lassen und die Königreiche deine Schande. Merken Sie, wie er spricht? Er spricht von Schande. Blöße und Schande werden parallel gebraucht.
Habakuk 2,15-16: Wehe dem, der anderen zu trinken gibt und sie betrunken macht, um sich ihre Blöße anzuschauen! Du hast an Schande dich gesättigt statt an Ehre; so trinke denn auch du und zeige deine Vorhaut! Schimpfliche Schande kommt über deine Herrlichkeit. Das spricht für sich, da braucht man gar nicht zu kommentieren, das ist so klar. Verabscheuungswürdig, schändlich.
Also zurück zu meinen Punkten. Das erste war: Kleiden kommt von Gott. Das hat Gott so angeordnet, dass nach dem Sündenfall man sich kleiden soll, und er hat Adam und Eva bekleidet mit einem Mantel. Zweitens: Gott hat ihnen damit gezeigt, Kleidung ist eine Verhüllung der Scham, der primären und der sekundären, geschlechtsspezifischen Teile. Drittens: Kleidung ist zum Schutz, einerseits zum Schutz vor Kälte, aber auch zum Schutz vor anderen Menschen, zur Wahrung der Würde, der Geschlechtlichkeit und der Heiligkeit der Ehe. Denn seit dem Sündenfall besteht eine Gefahr, und die Gefahr ist, dass der Mensch entehrt wird.
In der Bibel heißt es, wenn ein Mädchen von jemandem Gewalt angetan wird, dann hat er sie entehrt. Ihre Gefahr ist die Entehrung und die Verführung, die Gewalt und damit auch die Zerstörung der Heiligkeit der Ehe und die Zerstörung der Familie schlechthin letztlich. Das heißt: Gott hat dem Menschen etwas Gutes gegeben, wenn er dem Menschen erklärt, du musst dich verhüllen, und zwar so verhüllen, dass ganz klar ist: Jetzt sind diese Teile wirklich ganz klar verhüllt und nicht irgendwie aufreizend.
Es ist wichtig, dass wir diese Prinzipien der Schrift erkennen, weil wir dann unsere Schlussfolgerungen für unsere Kleidung ziehen können. Wir bekleiden uns nicht so, wie man sich vor dreitausend Jahren gekleidet hat oder vor fünftausend Jahren. Wir bekleiden uns nicht so. Aber die Prinzipien müssen wir anwenden. Die Prinzipien waren nämlich die gleichen wie seit jeher. Gott hat seine Prinzipien nicht geändert im Laufe der Zeit. Christen müssen sich dessen bewusst sein. Christen heute müssen über diese Sachen nachdenken.
Nun, wir haben am Freitag mehr Zeit. Lassen Sie mir noch eine letzte Folie zeigen über das Schamempfinden zu diesem dritten Punkt. Gott hat in 1. Mose 9 ein sehr deutliches Zeichen gesetzt. Wir lesen: Ham, der Vater Kanaans, sah die Blöße seines Vaters. 1. Mose 9,22. Ham, der Vater Kanaans, sah die Blöße seines Vaters. Der lag im Zelt, er hatte Wein gekostet, vielleicht hat er nicht gewusst um die Kraft des Alkohols. Jedenfalls lag er betrunken im Zelt und war aufgedeckt. Ham hinein und sieht den Vater da liegen. Jetzt geht er zu den anderen Brüdern und erzählt ihnen: der Vater, der Vater, und weiß nicht, was er alles erzählt hat.
Und dann heißt es: Da nahm Sem und Jafet das Obergewand und legten es beide auf ihre Schultern und gingen rückwärts und bedeckten die Blöße ihres Vaters; ihre Angesichter waren rückwärts gewandt, und sie sahen die Blöße ihres Vaters nicht. Merken Sie, wieso schauen denn die nicht nach vorne, wieso gehen sie verkehrt rückwärts hinein? Sie wollen ja nicht den Vater entblößt liegen sehen. Sie müssen so gehen, dass sie ja nichts sehen, und sie nehmen die Decke, Schritt nach hinten, Schritt nach hinten und jetzt fallen lassen. Haben wir nicht gesehen.
Das wird dann belohnt. Gott hat sie gesegnet für diese Tat. Ham wird bestraft. Wir merken: Da ist eine Heiligkeit in diesen Sachen. Das ist eine ganz andere Art, wie wir sie heute gewohnt sind. Wir denken: Das ist ja egal, komm, das macht ja nichts. Nein, es ist nicht egal.
3. Mose 18,6-9: Es kommt immer wieder dieser Ausdruck vor vom Aufdecken der Blöße. Hier ist die Rede, dass es keine geschlechtliche Gemeinschaft geben darf unter Blutsverwandten, und da wird immer das Wort verwendet: Blöße aufdecken. Kein Mensch soll sich irgendeiner seiner Blutsverwandten nahen, um die Blöße aufzudecken. Ich bin Jahwe. Die Blöße deines Vaters und die Blöße deiner Mutter sollst du nicht aufdecken. Sie ist deine Blöße. Nein, sie ist deine Mutter, du sollst ihre Blöße nicht aufdecken. Vers 9, 3. Mose 18,9: Die Blöße deiner Schwester, ihre Blöße sollst du nicht aufdecken.
Gerade im Familienbereich ist man besonders vorsichtig. Man lebt in engem Raum zusammen, und gerade ist es strengstens verboten, die Blöße der Angehörigen zu sehen. Es beginnt alles mit dem Aufdecken der Blöße, und das Restliche ist fast schon ein Programmablauf. So ist der Mensch gebaut.
3. Mose 20,17: Wenn ein Mann seine Schwester nimmt, die Tochter seines Vaters oder die Tochter seiner Mutter, und er sieht ihre Blöße, und sie sieht seine Blöße, das ist eine Schande. Sie sollen ausgerottet werden vor den Augen der Kinder ihres Volkes. Er hat die Blöße seiner Schwester aufgedeckt. Er soll seine Ungerechtigkeit tragen.
Merken Sie, wie das hier atmet: eine Heiligkeit über dieses Thema, die wir gar nicht so richtig kennen mehr heute. Aber wir Christen müssen wieder zurückgehen und schauen: Was sind denn hier die Prinzipien? Warum ist das so? Ist es dem Herrn so wichtig?
Ich möchte hier abbrechen. Ich habe am Freitag so viel zu sagen, deshalb bin ich froh, konnte ich jetzt ein bisschen vorarbeiten. Aber ich denke, Sie verstehen die Gedanken, und wir wollen das Thema von der Schrift aufarbeiten. Es geht nicht darum, irgendeinen Katalog von Regeln zu erstellen. Das wird nicht helfen, damit werden wir Weltlichkeit nicht austreiben. Aber wir werden, wenn wir den Herrn Jesus lieben und ihn wirklich lieben, von Herzen, dann werden wir auch auf diesem Gebiet dem Herrn gefallen wollen. Und dann werden wir auf diese Dinge Acht geben, und dann werden wir auch sie einhalten, auch als Gruppe, und werden auch darauf achten, dass es auch als Gruppe eingehalten wird.
In diesem Sinne möge der Herr uns segnen. Es war sehr viel heute, aber der Herr möge das in die Herzen einbrennen, das von ihm war, was von seinem Wort kam. Das möge bleiben. Da möge er uns helfen dazu. Daher segne uns, und wir schließen mit Gebet. Sollen wir eine Gebetsgemeinschaft? Dann stehen wir auf zum Gebet.

