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"Geistesgaben: Dämonenaustreibung"

02.12.2012
SerieTeil 15 / 17Gaben in der Gemeinde
Der Kampf ist näher, als du denkst: Nicht Menschen sind das eigentliche Problem, sondern Lügen, Angst und Täuschung. Wie du dem Bösen ohne Panik begegnest – und klar bleibst.

Ein weites Verständnis geistlicher Gaben

Wir sind, man mag es nicht glauben, in der vorvorletzten Predigt zur Geistesgaben-Reihe. Also vorvorletzt, das heißt: noch zwei, und ihr habt es dann geschafft.
Und wie das vielleicht beim letzten Mal schon deutlich wurde, habe ich diesen Begriff Geistesgaben sehr, sehr weit gefasst. Das habe ich auch ganz am Anfang schon gesagt, um auch über Dinge reden zu können, die man sonst vielleicht nicht so typischerweise darunter packt.
Das letzte Mal hatten wir das Thema Kunst, das Thema Musik. Heute möchte ich über etwas reden, über ein Phänomen, das mir als junger Christ immer aufgefallen ist. Ich bin Anfang zwanzig zum Glauben gekommen, habe die Bibel gelesen und dachte mir: Das ist aber komisch. Hier steht etwas, davon wird bei uns in der Gemeinde ganz wenig erzählt. Und zwar das Thema Dämonenaustreibung, beziehungsweise, ich will es mal ein bisschen allgemeiner fassen, ein realistischer Umgang mit dem Bösen.
Warum packe ich das in so eine Reihe über Geistesgaben hinein? Das hat folgenden Grund: Wenn ihr mit mir bitte mal Matthäus 12,28 aufschlagt. Matthäus-Evangelium, also Neues Testament, erstes Buch, Kapitel zwölf, Vers achtundzwanzig.
Die Situation ist die, dass Jesus auf eine Gruppe von Leuten trifft, die ihm unterstellen, er hätte gerade jemanden, der blind und stumm war, auf eine nicht ganz lautere Weise geheilt, indem er quasi mit dem Oberteufel den Unterteufel austreibt. Und Jesus sagt da in Matthäus 12,28 Folgendes:
Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen.
Deswegen in der Geistesgaben-Reihe, weil Jesus sagt: Da, wo das geschieht, Dämonenaustreibung, wo er das tut, tut er es in der Kraft des Heiligen Geistes. Und das ist etwas ganz Typisches für Geistesgaben, dass irgendwie der Heilige Geist dahintersteckt und uns in besonderer Weise befähigt, etwas zu tun. Deswegen, und weil ich nie gewusst hätte, wo man das Thema sonst noch hätte unterbringen können, habe ich es einfach mal hier mit hineingenommen.
Also: Da, wo das Reich Gottes kommt, das ist so eine ganz grundsätzliche Wahrheit, da muss das Böse weichen.
Und es ist nicht nur so, dass wir Dämonenaustreibung bei Jesus sehen im Sinne von: Das ist so eine Spezialität, die nur Jesus hat, so wie auf dem Wasser laufen oder so, ja, das ist danach auch nicht mehr so richtig passiert. Nein, Dämonenaustreibung ist ein Thema, das uns auch später in der Bibel bei den Jüngern immer mal wieder begegnet. Es wird nicht so groß herausgehoben, aber immer mal wieder doch.

Zeugnisse aus der frühen Gemeinde

 Apostelgeschichte, Kapitel 8: Ich lese das einfach mal vor, ihr braucht nicht aufzuschlagen. Da heißt es ab Vers 5:
Philippus aber ging hinab in eine Stadt Samarias und predigte ihnen den Christus. Die Volksmengen achteten einmütig auf das, was von Philippus geredet wurde, indem sie zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. Denn was waren das für Zeichen? Denn von vielen, die unreine Geister hatten – und jetzt merkt ihr schon: Das Wort Dämon und das Wort unreiner Geist, das ist dieselbe Gruppe, um die es geht –, von vielen also, die unreine Geister hatten, fuhren sie aus, mit lauter Stimme schreiend.
Also: Philippus geht in so eine Stadt in Samarien und predigt das Evangelium, und dann gehört das irgendwie mit dazu.
Und eine andere Geschichte, die ich nicht vorlesen muss, weil sie sehr bekannt ist: Paulus predigt in Philippi, und da läuft ständig so eine Frau mit so einem Wahrsagegeist hinter ihm her. Heute würde man sagen: ein Medium. Und irgendwann wird ihm das zu viel. Er dreht sich um und sagt: „Fahr aus!“ Und plötzlich war es mit dem Medium vorbei. Da ist der böse Geist, dieser Wahrsagegeist, aus ihr ausgefahren.
Zwei Ereignisse, die uns zeigen, dass dieses Dämonenaustreiben in einem weiten Spektrum in der damaligen Zeit völlig normal war. Und deswegen auch dazu eben etwas zu sagen, vielleicht auch deshalb, weil ich gerne mal so Kirchenväter lese. Kirchenväter, das sind so die Ersten nach den Aposteln. Und wenn man sich frühe christliche Literatur anschaut, dann stellt man fest, dass da wie selbstverständlich davon ausgegangen wurde, dass Christen Dämonen ausgetrieben haben.
Wenn man mal so die Begeisterung für Dämonenaustreibung neben die Begeisterung stellt, erlöst worden zu sein, also Vergebung der Schuld gegen Austreibung von Dämonen, dann stellt man fest: Die Leute waren mindestens so begeistert, dass hier eine Gruppe unter ihnen mit einer geistlichen Autorität auftrat, die es tatsächlich mit diesen bösen Geistern aufnehmen konnte, wie die Leute sagten: „Boah, es ist ja auch cool, dass es bei euch Vergebung der Schuld gibt.“
Das war beides also etwa gleich wichtig in der damaligen Zeit.

Der Ernst des Bösen in einer säkularen Welt

Ich sage mal etwas Kritisches: Wenn heute jemand sich hinstellt und sagt, ich glaube nicht einfach nur an das Böse, sondern ich glaube an den Bösen, dann macht man sich ja schon ein bisschen lächerlich, oder? Also wenn man heute sagt: Weißt du, ja, ich, na ja, also eigentlich glaube ich an den Teufel. Ja, ich glaube ganz real an einen gefallenen Engel, der das Böse plant, der Menschen manipuliert, der die Wahrheit verdreht und der Menschen dazu bringt, das zu tun, was er will, obwohl sie das, wenn sie ein bisschen länger darüber nachdenken würden, vielleicht gar nicht wollen. Daran glaube ich.
Und übrigens ist es noch ein bisschen schlimmer mit mir: Ich glaube nicht nur an den Teufel, ich glaube daran, dass er den Job nicht alleine macht, sondern dass eine ganze Schar von gefallenen Engeln, sogenannten Dämonen oder unreinen Geistern, ihm bei seinem finsteren Werk zur Seite stehen. Das glaube ich.
Es ist schwer, in der heutigen Zeit so einfach zu sagen. Außerhalb hier bin ich ja geschützt, hier darf ich ja alles schlagen, ihr könnt euch erstens nicht wehren, und zweitens erwartet man ja irgendwo von mir, dass ich an solche Dinge glaube, wenn sie in der Bibel stehen. Die Frage ist nur, wie wir, wenn wir ganz normal leben und unterwegs sind, ob wir als Christen verstehen, dass wir in einem Kriegsgebiet leben und dass dusseligerweise wir zur falschen Seite gehören.
Denn die Bibel beschreibt den Teufel als den Gott dieser Welt. Wenn du wissen willst, wer hier die Medien prägt, wenn du wissen willst, wer hinter dem Zeitgeist steckt, wenn du wissen willst, wer sich so diverse Perversionen, von denen du jeden Tag in der Presse lesen, in den Medien sehen kannst, wer sich das ausdenkt, dann ist es nicht Gott, sondern da steckt der Teufel dahinter. Der in der Bibel als Gott dieser Welt bezeichnet wird, der in der Bibel bezeichnet wird als ein mächtiger Fürst der Luft, als ein Geist, der in den Ungläubigen wirkt.
Das ist ein ganz merkwürdiger Begriff: der in den Ungläubigen wirkt. Du gehst in die Arkaden einkaufen, geht dir jemand entgegen, und vielleicht hast du noch nie diesen Gedanken gehabt: Das ist jemand, der, wenn er nicht unter dem Schutz des Kreuzes steht, wenn er nicht Zugang hat zu Gott und zu seiner Wahrheit und zu seiner Erlösung und zu dieser Macht, die dadurch in unser Leben hineintritt, fast schutzlos dem Wirken des Teufels ausgesetzt ist.
Es ist nicht gleich einer, der auf dich zuspringt wie so ein Zombie, das nicht, ja, aber das ist doch jemand, der, ohne es so richtig zu merken, unter der Macht des Teufels steht.

Der geistliche Kampf und seine Grenzen

Lasst uns mal aufschlagen: Epheserbrief, Kapitel 6.
Paulus warnt die Christen nämlich, weil es so ist, in ihrem Leben einen bestimmten Fehler nicht zu machen, einen Denkfehler nicht zu machen. Man kann manches Mal einfach falsch denken. Da heißt es dann in Epheser 6,11: Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an.
Bei diesem ganzen Ding Waffenrüstung müsst ihr euch kurz an Asterix und Obelix erinnern. Da hatten die Römer immer so komische Sachen an. Die wurden da zwar immer mit einem Haken rausgeschossen, aber trotzdem: Das ist die Waffenrüstung. Also dieser Panzer, den man da so trägt, und das Schild und der Speer und all das.
Das Bild verwendet Paulus. Und er sagt das jetzt völlig ohne Spaß dahinter, weil damals waren römische Soldaten keine Witzfiguren, sondern sie waren Elitetruppen. Vier von denen konnten sechzehn Quadratmeter gegen alles verteidigen, was sich ihnen in den Weg stellte. Von daher: Du begegnest so einem Elitesoldaten, und Paulus sagt, stell dir den noch mal vor. Jeder konnte sich das vorstellen. Und jetzt überträgt er dieses Bild.
Es gibt eine geistliche Waffenrüstung, und Paulus sagt: Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt. Wow!
Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut. Mag ja sein, dass dein Arbeitskollege dich mobbt. Mag ja sein, dass der Typ in der Klasse neben dir immer, was weiß ich, mit seinem Feinliner dich irgendwie anmalt. Aber das ist nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem liegt wo ganz anders.
Unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis. Die Welt, in der wir leben, wird als Finsternis beschrieben, nicht als Licht, gegen die Geister der Bosheit in der Himmelswelt.
Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes. Wir stehen in einem Kampf, ob wir uns das bewusst machen oder nicht, spielt gar keine Rolle. Wir sind mittendrin. Und ich glaube, dass die aktuelle Schwäche vielleicht auch der Christen in Deutschland ein bisschen mit daher rührt, dass man sich das gar nicht mehr so richtig, dass man das gar nicht mehr so ernst nimmt. Irgendwie so ein Larifari-Ding.

Keine Angst, aber auch keine Naivität

Stell dir einfach mal vor, ich mag dieses Bild: Du stehst auf einer Abschussliste. Stell dir vor, der Teufel hat so eine Liste. Da steht ein Name drauf: Wen mache ich als Nächstes kalt? Wer steht so weiter oben?
Wenn du gläubig bist, stehst du ziemlich weit oben. Ich habe bei solchen Dingen, wenn ich so etwas predige, immer ein Bild vor Augen. Und das Bild ist das: wie ein Scharfschütze durch ein Okular schaut, ja, und du hast so dieses Fadenkreuz. Wer Ego-Shooter spielt, weiß ja, das ist das Bild, das ich vor Augen habe.
Wir stehen auf einer Abschussliste. Wir sind im Fadenkreuz des Teufels. Und ich werde heute zwei Dinge versuchen zu sagen. Das eine ist: Der Teufel und seine Dämonen müssen uns keine Angst machen. Es ist ganz wichtig, dass wir das verstehen, bei all dem, was ich heute sage. Sie dürfen und müssen uns keine Angst machen.
Der Teufel ist am Kreuz besiegt. Ganz wichtig: Der Teufel ist am Kreuz besiegt. Er ist nicht allmächtig, er ist nicht allwissend, er ist nicht allgegenwärtig. Er kennt nicht deine Gedanken, und er kennt auch nicht deine Zukunft. So, das müssen wir festhalten.
Irenäus, ein Kirchenvater aus dem zweiten Jahrhundert, schreibt dazu Folgendes über den Teufel. Und ich lese heute manchmal aus dem Buch hier vor, das ich euch empfehlen möchte, für den Fall, dass Okkultismus für euch ein Thema ist. Und wenn du merkst, das, was ich heute predige, geht nicht weit genug, dann kauf dir das Buch und lies es durch.
Und wenn du mit Leuten zu tun hast, die aus der Ecke kommen, wäre das zum Beispiel für dich interessant, wenn du eine Heilpraktiker-Ausbildung machst und so in diese Richtung gehst. Da hast du wahrscheinlich Leute, die manches an Erfahrung schon gemacht haben. Dieses Buch hier, Der die Ketten sprengt von Neal T. Anderson, ist in meinen Augen das beste Buch zum Thema Okkultismus, zum Umgang mit Leuten, die eine okkulte Vergangenheit haben, oder auch dann, wenn man sich selbst die Frage stellt: Mann, bin ich an der Stelle völlig, völlig heil?
Also wenn du jetzt heute denkst, da hätte ich noch mehr gerne gewusst, da möchte ich weiterlesen, dann ist das das Buch. Es ist wirklich das beste Buch, was ich auf dem deutschen Markt kenne, zu diesem ganzen Thema. Auch zum Thema: Wie werde ich frei von so etwas? Er geht das komplett durch. Er ist Seelsorger, der viele Gespräche in die Richtung geführt hat.
Zurück zu unserem Herrn Irenäus über den Teufel, zweites Jahrhundert. Da schreibt dieser alte Kirchenvater: Der Teufel kann nur so weit gehen, wie er es am Anfang tat, nämlich betrügen. Das ist wichtig. Der Teufel kann nur betrügen, die Gedanken der Menschen irreleiten, so dass sie Gottes Geboten ungehorsam werden und nach und nach ihre Herzen verfinstern.
Das kann der Teufel, aber mehr kann er nicht. Das ist gar nicht so viel. Das Problem ist nur: Das, was er kann, macht er ziemlich gut. Das ist einfach das Problem. Er kann nicht viel. Er kann dir Lügen präsentieren. Er kann versuchen, deine Gedanken zu manipulieren. Er kann dich versuchen, so ein bisschen in seine Richtung zu schieben. Aber das macht er wirklich gut.
Ich bin davon überzeugt, dass ein Christ nur von zwei Sachen gefüllt werden kann: entweder vom Heiligen Geist oder von satanischen Lügen. Und der Teufel wird nichts unversucht lassen, damit du in deinem Leben nicht auf die Idee kommst, dich mit der Bibel zu beschäftigen, die Wahrheit in der Bibel zu finden, die Waffenrüstung anzuziehen und ein Leben zu führen, das Gott gefällt.
Wisst ihr, was die gröbste Waffe gegen den Teufel ist? Und das ist total witzig. Also ich finde es witzig, weil ich jetzt zwei Quellen habe. Das eine sind Ex-Satanisten, die darüber etwas gesagt haben, und das andere sind Kirchenväter aus dem zweiten Jahrhundert. Es ist schon ganz schön grob, wenn du sagst: Wir bringen mal die bei.
Du fragst Leute, die aus der Szene kommen: Was ist das Übelste, was ein Christ gegen den Teufel tun kann? Also Leute, die eher so direkt aus dem Satanismus herauskommen. Und du fragst die Kirchenväter: Womit haben wir die besten Erfahrungen so im direkten Fight?
Und es ist immer dieselbe Antwort, ganz simpel: Die Antwort lautet Gebet. Du betest, und der Teufel hat keine Chance.

Wie man dem Bösen praktisch begegnet

So, wie sorge ich dafür, dass der Teufel und seine Dämonen mich nicht kriegen? Drei Punkte ganz simpel.
Der erste Punkt hat damit zu tun, dass wir verstehen müssen, wer wir sind. Ich rede jetzt mal ganz bewusst nur zu Gläubigen. Wer die Entscheidung für Jesus noch nicht getroffen hat, hat heute insofern Pech, als ich ihm nicht helfen kann. Ich muss heute tatsächlich mal den Sprung wagen und sagen: Wer unter dem Kreuz steht, wer nicht unter dem Kreuz steht, wer Vergebung nicht hat, wo Jesus nicht Herr ist, der hat an der Stelle mit dem Teufel ein echtes Problem. Denn der Teufel lacht ihn schlicht und ergreifend aus und sagt: Du gehörst mir.
Ich rede jetzt mal zu denen, die nicht dem Teufel gehören, die sagen: Ich gehöre dem Herrn Jesus. Was ist wichtig, wenn wir uns darauf einlassen? Ich hatte schon gesagt: Der Teufel darf uns keine Angst machen. Das heißt, ich muss verstehen, wer ich bin. Wir haben das schon einmal darüber besprochen. Und ich will nur noch einmal kurz anreißen, was das heißt.
Wir sind Heilige. Jesus hat uns geheiligt. Wir sind Heilige. Wir sind, wie es in der Bibel heißt, Teilhaber der göttlichen Natur. In uns steckt etwas Göttliches drin. Jetzt nicht so ein esoterisch göttlicher Funke, der irgendwie anfangen muss zu glimmen, sondern Gott hat sein Leben, sein ewiges Leben, in uns hineingelegt. Wir gehören im wahrsten Sinne des Wortes zum Siegerteam.
Also, wenn am Ende die Punkte gezählt werden: Haben wir gewonnen? Kann ich dir jetzt schon sagen: Ja. Das ist nicht so dieses: Ich weiß nicht, ob ihr manchmal solche Spiele spielt, wie heißt unser Spiel, was wir gerade machen, was ihr gespielt habt? Dominion, ja. Dominion ist so ein typisches Spiel. Man spielt Dominion und weiß bis zum Schluss nicht genau, wer gewonnen hat, weil jeder diese komischen Siegerpunkte da besorgen muss. Ich checke es nie. Bei vielen Spielen weiß ich, wer gewonnen hat. Dominion ist so ein Ding, da muss man immer erst zählen. Ah, das habe ich doch geschafft, genau.
In diesem Spiel weiß ich: Wir haben gewonnen. Wir werden definitiv als Sieger vom Platz gehen. Ich weiß, dass heute schon die Auferstehungskraft Jesu, die Kraft, die Jesus aus den Toten auferweckt hat, in mir am Wirken ist. Ich weiß, dass der Geist Gottes dabei ist, mich umzugestalten in das Bild Christi, dass ich nicht bleiben muss, wie ich bin.
Das heißt: Der Teufel hat genau so viel Macht über mich, wie ich ihm persönlich einräume. Ich muss mich nicht vor ihm fürchten. Aber ich habe ja gesagt: zwei Dinge. Ich muss mich nicht fürchten, aber ich muss auch aufpassen, dass ich ihn einfach nicht unterschätze.

Wachsamkeit und Gebet als Schutz

Jesus sagt: Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt. Was muss ich tun, damit ich mein Leben nicht der Finsternis ausliefere? Nun, ich muss auf der einen Seite wachen. Ich darf nicht passiv sein. Ich darf nicht sagen: Es wird mir schon nicht passieren. Doch, es kann dir passieren. Du lebst in einer Welt, in der du ständig damit konfrontiert wirst. Und das Zweite ist: Ich muss tatsächlich auch beten.
Wenn ich begriffen habe, wer ich bin, dann weiß ich, dass ich einerseits nicht so ein hilfloses Opfer bin, als befände ich mich in einem Tauziehen zwischen zwei himmlischen Supermächten, bei dem man einfach abwarten muss, wie es ausgeht. Das stimmt überhaupt nicht. Da gibt es nicht einmal mehr ein „sehen, wie es ausgeht“. Es ist klar, wer gewonnen hat. Das Kreuz macht klar, wer gewonnen hat. Am Kreuz, schreibt Paulus, hält Jesus den Triumph über den Teufel. Der Teufel denkt: Jetzt habe ich dich. Und am dritten Tag sagt Jesus: Nein, jetzt habe ich dich.
Ja, also das ist passiert. Der Teufel ist besiegt. Aber bitte, pass auf: Auch wenn wir zu den Siegern gehören, auch wenn wir wissen, dass Gott den Sieg schon errungen hat, lasst uns bitte nicht das Kritische an der Situation, in der wir stehen, verharmlosen.
Ich möchte ein Beispiel dazu machen. Wenn du nach Indien fährst und zurückkommst und dir Lepra geholt hast. Wer Dr. House schaut, weiß, dass es das auch noch manchmal bei uns gibt, also in Amerika zumindest. So, Lepra. Stell dir vor, du hast Lepra. Lepra ist das, wo die Hände anfangen, taub zu werden. Du denkst dir: Hey, was ist denn da los? Ich spüre ja gar nichts mehr.
Soll ich dir sagen, was die gute Nachricht lautet? Lepra ist harmlos, ein Jahr, drei Antibiotika, alles ist gut. Die schlechte Nachricht ist: Wenn du die Situation verharmlost im Sinne von: Oh, das wird schon nichts sein, dann ist das das Problem. Ihr habt mich verstanden. Es gibt Situationen, die sind, wenn man sie kennt und wenn man weiß, wie das Gegenmittel funktioniert, relativ entspannt.
In einer solchen Situation stehen wir im Blick auf den Teufel. Er ist nicht der Übergegner, bei dem du sagst: Boah. Aber bitte auch nicht sagen: Hahaha. Das auch nicht, ja? Lasst ihn uns nicht verharmlosen, sondern lasst uns schauen: Was muss ich machen, damit ich richtig mit ihm umgehe?
Wenn du das nicht tust, spricht die Bibel im 2. Timotheusbrief davon, dass Christen in die Fallstricke des Teufels geraten sind und von ihm für seinen Willen gebraucht werden. Der Teufel kann es schaffen, Christen zu fangen, gefangen zu nehmen und vor seinen eigenen Karren zu spannen, und man merkt es noch nicht einmal.
In der Bibel steht öfter ein Satz, der heißt: Irrt euch nicht! Es ist möglich, dass man sich irren kann. Und deswegen lasst uns an der Stelle bitte vorsichtig sein. Also, das Erste ist: Verstehen, wer ich bin. Ich stehe auf der Seite des Siegers. Ich habe an der Stelle eigentlich nichts zu befürchten. Und ich muss trotzdem aufpassen, dass ich die Situation nicht verharmlosen, sondern dass ich im entscheidenden Moment richtig reagiere, wenn der Teufel mich packen möchte.

Trennung von allem Okkulten

So, zweiter Punkt, ganz simpler Punkt: Schmeiß alles aus deinem Leben raus, was mit dem Teufel zu tun hat. Einfacher Punkt, oder? Schmeiß einfach alles aus deinem Leben raus, was nach Teufel riecht, egal, was es ist. Schmeiß es einfach raus.
Ich habe mal ein paar Beispiele mitgebracht. Es könnte zum Beispiel sein, dass bei dir zu Hause Bücher stehen über Dinge wie Zauberei, Magie, Totenbeschwörung, diese komischen Engel-Büchlein, Reinkarnation, Mystik, Scientology, Freimaurerei, New Age, überall dort, wo der Teufel so sein Zeug dahinter hat und wo du merkst, da steckt ein böser Geist dahinter.
Ich gebe dir einen Tipp: Einfach verbrennen. Heute Abend nach Hause gehen, ein bisschen Grillanzünder drüber, kleines Feuerchen.
In Apostelgeschichte 19 fing eine Erweckung in einer Stadt an. Und die, die sich bekehrt hatten, kamen zusammen und haben ihre Zauberbücher verbrannt. Zauberbücher waren in der damaligen Zeit handabgeschrieben, also super wertvoll. Und dann heißt es in Apostelgeschichte 19, Vers 19, der Wert davon betrug ungefähr 50 Silberdrachmen. Wenn jetzt 50 Silberdrachmen 50 Euro wären, würden wir schon sagen: Boah. Es sind aber eher eine Million Euro oder noch ein bisschen mehr.
Und die Leute wussten: Wenn wir mit Gott leben wollen, dann schmeißen wir das einfach alles aus unserem Leben raus.
Und ich denke nicht nur an Bücher. Es gibt Dinge, kennt ihr Witschi-Bretter, so Wahrsagebretter? Oder vielleicht hast du auch Pendel zu Hause. Oder du hast irgendwelche CDs zu Hause mit Musik, wo du weißt, da geht es eigentlich nur um den Teufel. Oder Tarotkarten. Oder ich weiß nicht, so Wünschelruten. Vielleicht ist da noch irgendwas. Oder keine Ahnung, was bei dir zu Hause rumliegt.
Fährst du in Urlaub nach Afrika und bringst dir so einen kleinen Holzgürzen mit, weil der sieht da so niedlich aus, mit so einem dicken Bauch, und stellst du ihn irgendwo auf die Kommode und wunderst dich, dass irgendwie in deinem Leben manches vielleicht schwieriger wird? Ja, schmeiß ihn raus. Brennt auch gut, einfach gleich.
Das muss man machen. Man muss sich da an der Stelle einfach gnadenlos entscheiden. Einfach Schnitt, gar nicht weiter drüber, einfach: Knack, raus mit dem Zeug.
Wenn du an spiritistischen Sitzungen teilgenommen hast, wenn du dir die Hände hast lesen lassen, wenn das in deinem Leben passiert ist, oder wenn du an Tische rücken teilgenommen hast, wenn Horrorfilme dabei waren, manche Horrorfilme sind so okkult, dass du danach denkst: Boah, hier war der Teufel ja voll dabei, so als Regisseur im Hintergrund. Ja, wenn du das gemacht hast, dann rate ich dir einfach: Sage dich bewusst davon los.

Loslösung und Gebet um Klarheit

Und ich habe mir gedacht, Mr. Anderson, er hat hier zwei Gebete drin. Das erste möchte ich für euch sprechen, und das zweite stelle ich euch nur vor.
Das erste geht nämlich darum, dass Gott euch zeigt, wo es in eurem Leben Dinge gibt oder gegeben hat, wo ihr euch viel zu sehr auf den Teufel eingelassen habt. Ich lese das einfach mal vor, und vielleicht könnt ihr dann mit Amen sagen:
Lieber himmlischer Vater, ich bitte dich, mein Herz und meine Gedanken zu bewahren und mir alle meine bewussten und unbewussten Beziehungen zu Kulten und okkulten Praktiken, falschen Religionen und Irrlehren zu zeigen. Ich bete in Jesu Namen. Amen.
Und ich wünsche, dass Gott euch das zeigt. Und wenn euch jetzt etwas hochgekommen ist, wenn du denkst: Boah, da war noch was, dann schreib es gleich auf und denk zu Hause noch einmal darüber nach.
Er sagt dann weiter unten, dass es gut ist, für jede dieser Sachen, an denen man teilgenommen hat, zu sagen: Herr, ich bekenne dir das, bitte vergib mir, und ich spreche mich von dem, was da in mein Leben hineingekommen ist, tatsächlich los.
Damit man einfach einen Schlussstrich zieht zwischen einem Leben, das vom Teufel geprägt war, und einem Leben, das von Gott geprägt ist.

Die Wahrheit als geistliche Waffe

Denn wir gehen, wenn ich verstanden habe, wer ich bin, dass ich unter der Macht Christi stehe, und wenn ich mich losgesagt habe von dem Bösen und alles, was mich daran bindet, entfernt habe, dann gehen wir den dritten Schritt. Und der dritte Schritt ist: Wir leben die Wahrheit.
Denn es ist nur die Wahrheit, die freimacht. Jesus sagt das einmal: Die Wahrheit wird euch freimachen. So drückt er sich aus. Die Wahrheit, das heißt die Dinge, die in der Bibel stehen, die Gott als wahr beschreibt, das, was unseren Glauben ausmacht, das wird uns freimachen.
Ich finde das deshalb so spannend, weil auf diese Weise so klar wird, warum wir die Bibel brauchen. Jede Lüge, die der Teufel uns einpflanzt, ist eine Lüge zu viel, die uns beherrschen möchte, die uns manipulieren möchte.
Es hieß hier, wir lesen das vielleicht noch einmal zu Ende: Epheser 6,13. Ich habe diesen Vers noch nicht ganz zu Ende gelesen. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen könnt.
Du stehst in einem Kampf. Und in einem Kampf ist es so, dass es nicht immer nur darum geht, wie man sich fühlt. Ich kann dir versprechen, dass du dich in einem Kampf manchmal unwohl fühlen wirst. Aber in einem Kampf geht es genau um eine einzige Sache: Wer lebt am Ende noch? Das ist der Punkt.
In einem geistlichen Kampf geht es nicht um die Frage, wie fühle ich mich, wenn der Teufel mich angreift und wenn ich mich verteidigen muss. Der Herr Jesus wird in die Wüste geführt, ist vierzig Tage nichts, der Teufel kommt, und was sagt der Herr Jesus jedes Mal bei der Versuchung? Es steht geschrieben.
Das heißt, jedes Mal kontert er mit der Wahrheit. Er kennt seine Bibel, und er kontert mit der Wahrheit. Er sorgt dafür, dass zwischen ihm und dem Teufel immer die Bibel steht und sagt: Stopp, das, was du mir hier vorschlägst, ist falsch. Ich möchte mich nach dem halten, was in der Bibel drinsteht.
Und das gibt ihm Kraft. Und am Ende muss der Teufel an der Stelle aufgeben, damit ihr am Ende stehen und widerstehen könnt. Das ist der Punkt: stehenbleiben, nicht untergehen. Und deswegen die Waffenrüstung anziehen.
Ich werde jetzt keine Predigt über die Waffenrüstung halten, aber wenn du es durchliest, wirst du feststellen, da geht es genau darum: Wahrheit kennen, Gerechtigkeit leben, das heißt Wahrheit in die Praxis umsetzen. Da geht es darum, bereit zu sein zu evangelisieren. Da geht es darum, dass ich weiß, dass ich gerettet bin. Da geht es darum, dass ich bereit bin, mit dem Wort Gottes in der Hand mich dem Teufel in den Weg zu stellen und zu sagen: Schluss, hier, das ist mein Schwert, damit kämpfe ich jetzt mal.
Da geht es darum, dass ich bereit bin, andere mit meinem Gebet zu verteidigen. Da geht es darum, wenn der Teufel mich mit feurigen Pfeilen angreift, den Schild des Glaubens hinzuhalten und diese feurigen Pfeile einfach abzufangen und zu sagen: Stopp, ich möchte nicht, dass du mich so fertig machst.

Geistlicher Kampf im Alltag

Und vielleicht kommt euch das komisch vor: Was meint Jürgen mit Angriffen? Ich will das jetzt noch ein bisschen praktischer herunterfahren, auf die Ebene, auf der ich es persönlich erlebe. Was heißt es, vom Teufel angegriffen zu werden? Was heißt geistlicher Kampf praktisch?
Für mich bedeutet es, dass ich auf drei Ebenen permanent angegriffen werde. Das ist einmal die Ebene der Gedanken, dann die Ebene der Gefühle und dann mein Körper. Das mag jetzt komisch klingen, aber ich erzähle einfach, was in meinem Leben ist. Und ich bin mir sicher: Wenn ihr über euer Leben reflektiert, werdet ihr andere Dinge erzählen können. Aber das ist die Norm, in der wir leben. Wenn du in einer Welt lebst, in der der Teufel Realität ist, dann wirst du vielleicht ähnliche Dinge erleben wie ich auch.
Was ich erfahre, ist, dass es manchmal in mir Gedanken gibt, bei denen ich mir sage: Mann, wo kommst du denn her? Also so richtig böse, zornige, selbstsüchtige, sexistische Gedanken. Weißt du, wenn in mir eine Fantasie hochkommt wie: Wie wäre es, eine Frau zu vergewaltigen? Und das ist kein Gedanke, der irgendwie nie in mir auftaucht, dann muss ich einfach sagen: Boah, ey, wo kommt denn das her?
Auf der einen Seite sagt die Bibel ganz klar: Ich bin von neuem geboren, ich bin ein neuer Mensch, ich habe ein neues Herz. Aus meinem neuen Herzen kommt so ein Gedanke nicht. Also das würde mich sehr wundern, das wäre ein komisches neues Herz. Und trotzdem ist der Gedanke da. Und ich merke: Es gibt Gedanken, die in mir hochkommen, die habe ich mir nicht ausgesucht.
Da bin ich manchmal niedergeschlagen. Quatsch, bin verrutscht, Entschuldigung. Da habe ich diese Gedanken. Und ich bin ja Naturwissenschaftler, also dachte ich mir: Na ja, wenn der Gedanke nicht von mir kommt, dann könnte ich ja mal machen, was der Kerl hier in seinem Buch beschreibt. Der sagt nämlich: Wenn du solche Gedanken hast, und der Teufel weiß ja nicht, was du denkst, dann musst du laut zu dem Teufel sagen: Hör her, Teufel, diesen Gedanken möchte ich nicht denken. Ich verbiete dir, dass du mir diesen Gedanken gibst, weil ich gehöre zum Sieger, ich gehöre zu Jesus, ich will diesen Gedanken nicht denken.
So, jetzt machen Naturwissenschaftler das dann so: Sie warten auf den nächsten Gedanken und dann sagen sie leise: Ich will das nicht denken. Ohne dass man etwas sagt, passiert gar nichts, der Gedanke bleibt. Und dann spricht man es laut aus. Und mit einem Mal merkte ich, wie dieser Gedanke plopp, zerplatzt. Und ich dachte mir: Das ist ja interessant. Also hast du eben noch einen Gedanken, der dich nervt, sagst laut: Ich möchte das nicht denken, im Namen Jesu, ich möchte das nicht denken, und bing, der Gedanke ist weg.
Erste komische Erfahrung.
Zweite komische Erfahrung: Ich habe manchmal körperliche Dinge in meinem Leben. Also Dinge, die bei mir auftreten. In der Literatur sind Schmerzen, Schwindel und Müdigkeit so die klassischen Elemente. Bei mir ist es Müdigkeit. Ich will anfangen zu beten, und ich habe so den Eindruck, jemand legt eine Hand auf meinen Kopf und drückt mir die Augen zu. Ich denke: Das ist ja komisch. Ich wieder als Naturwissenschaftler und denke mir: Haha, das probieren wir nochmal. Wenn das in Gedanken funktioniert, geht es vielleicht auch über den Körper.
Im Namen Jesu bete ich dann immer so ein bisschen hypothetisch. Ich sage dann: Wenn dahinter eine geistliche Macht steht, dann verbiete ich ihr, mich jetzt müde zu machen. Ey, ich kann euch nicht sagen, wie oft es nach so einem Gebet einfach macht, und du bist plötzlich 90 Prozent heller und wieder wach, so wie es richtig wäre. Das funktioniert nicht, wenn du die Nacht durchgemacht hast. Das funktioniert nur ... ja, das ist ein Unterschied, das wollte ich nur noch einmal gesagt haben.
Es ist interessant: Bei Gefühlen funktioniert es bei mir selten. Also wenn ich depri bin oder zornig bin, das kommt öfter mal aus mir selber heraus, habe ich irgendwie den Eindruck, da ist in mir noch ein bisschen etwas komisch. Da muss ich tatsächlich oft einfach das tun, was die Bibel sagt: mich freuen, meine Sorgen abgeben. Da macht wirklich die Wahrheit mich frei.
Aber ich merke das: Ich werde ganz praktisch auf der Ebene der Gedanken, der Gefühle und meines Körpers angegriffen. Der Teufel versucht, mir da immer eins reinzuwirken, mich immer ein bisschen kleinzuhalten.

Täuschung, Anklage und die Macht der Lüge

Und das Blöde ist, dass der Teufel so eine Doppelstrategie fährt. Erst ist er ja der Vater der Lüge und der Verkläger der Brüder. Erst verkauft er mir seine Lüge als Wahrheit. Und wenn ich darauf reinfalle und dann etwas tue, wofür ich mich schäme, dann sagt er: Habe ich doch gewusst, du bist ja doch kein richtiger Christ. So einer wie du, mit dir kann Gott gar nichts anfangen. Das macht gar keinen Sinn, dass du jetzt noch mal Buße tust, weil du so weit daneben gelegen hast. Ey, komm, lass das doch ganz mit dem Glauben sein.
Das ist so typisch teuflisch: Erst verkauft er uns ganz raffiniert seine Sachen, und dann, wenn wir darauf reinfallen, lacht er uns aus.
Wichtig: Die Lügen des Teufels können euch kaputt machen, egal wie sie daherkommen, egal ob sie als falsche Lehre kommen. In 1. Timotheus 4,1 warnt Paulus davor: Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden. Warum? Indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten.
Ist das fies? Da werden Leute von Dämonen manipuliert, sie verkaufen ihre Lehren, Gläubige hören das, und sie fallen vom Glauben ab, verlieren ihre Glaubensfestigkeit.
Ananias und Saphira sind so ein Beispiel. Sie gehören zur Gemeinde, und irgendwie verkauft ihnen der Teufel die Idee: Du könntest doch so tun, als wärst du freigiebig und fromm, und gleichzeitig noch ein bisschen was für dich behalten, ja? So geht das überhaupt nicht. Beide sterben an dem Tag, an dem sie das versuchen. Boah, denkst du dir, Wahnsinn.
Aber im Text steht, dass diese Idee vom Teufel kam. Der Teufel hatte ihr Herz erfüllt, und das hat ihr Leben ruiniert.
Ich glaube, dass es in unserer Gesellschaft, die eine sehr aufgeklärte Gesellschaft ist, dem Teufel meistens reicht, uns durch Lügen zu knechten. Und dass das, was wir in der Bibel an echten Besessenheitsphänomenen lesen, bei uns relativ selten ist.

Abstufungen des Bösen und geistliche Unterscheidung

Wie kommt das Böse in unser Leben hinein? Noch ein Gedanke, bevor ich dann den Bogen weiter zu der Gnadengabe spanne und dann auch schnell Schluss mache, keine Sorge.
Mein Eindruck ist, dass das Böse dadurch in unser Leben hineinkommt, dass wir unser Gehirn ausschalten. Wann immer Menschen anfangen, ihr Gehirn auszuschalten, sei es durch Drogen, Meditation, Ekstase oder dadurch, dass sie sich bereitwillig für andere geistliche Dinge öffnen, passiert in dem Moment Folgendes: Aus einer simplen „Ich verkaufe dir eine Lüge“ kann vielleicht etwas Größeres werden. Aus der Beeinflussung wird eine Belastung, und aus der Belastung wird eine Besessenheit.
Die Sache, die ich eben skizziert habe – „Ich habe Gedanken und Gefühle, und ich fühle mich manchmal so“ –, das ist die harmlose Stufe. Dahinter gibt es eine Stufe, wenn Leute anfangen, Stimmen in ihrem Kopf zu hören. Nicht nur mal einen blöden Gedanken haben, sondern wenn da permanent jemand zu ihnen redet und ihnen Dinge einflüstert. Und es gibt noch eine schlimmere Form: wenn Menschen anfangen, nicht nur böse Stimmen zu hören, sondern wenn sie die Kontrolle über sich selbst verlieren. Das ist dann Besessenheit.
Mir hilft es, diese drei Stufen zwischen Beeinflussung, Belastung und Besessenheit klar zu trennen. Wir sind meistens auf der Ebene der Beeinflussung, und da können wir am leichtesten kämpfen. Aber wenn wir das nicht tun, wenn wir an der Stelle passiv werden, wenn wir uns für fremde Geister öffnen, dann sollten wir nicht überrascht sein, wenn mehr kommt.
Wenn du denkst, das ist schon okay, ich habe da so einen Hang zu irgendwelchen Filmen, Büchern oder zu einem Umgang mit Okkultem, dann wundere dich nicht, wenn du irgendwann den Eindruck hast: „Ey, es geht mir gar nicht so gut, da ist etwas Neues in meinem Kopf drin.“ Dann ist einfach nur der Teufel einen Schritt weitergegangen.
Und hier an der Stelle, wo es um Besessenheit geht, da kommen dann tatsächlich die Dämonen ins Spiel, diese gefallenen Engel, die dem Teufel dienen. Die Bibel sagt, dass sie außerhalb von Menschen existieren, sprechen können, sich fortbewegen können, eine eigene Identität haben, Eigenverantwortung haben, Pläne schmieden, Entscheidungen treffen und als Team agieren. Also es sind wirklich fiese kleine Gegner, das muss man schon deutlich sagen, die, wenn man sie in sein Leben hineinlässt, auch ziemlich viel kaputt machen.
Und wichtig: Sie dienen immer dem Bösen. Es gibt keine weiße Magie. Es gibt keine Totenbeschwörung und keine Wahrsagerei, die in Ordnung ist. Und lasst uns nicht darauf reinfallen, dass Wunder geschehen oder Heilungen geschehen. Wenn ihr in die frühe Christenheit, in die Literatur, reinschaut, dann ist das Thema völlig klar. Natürlich hat der Teufel die Macht, Heilung zu haben. Ist doch logisch. Ein bisschen was muss er schon mitbringen, damit es sich lohnt. Es glaubt ja keiner an ihn, wenn er nicht wenigstens ein bisschen etwas schafft.
Und die ersten Christen haben nie die Frage gestellt, ob Wunder und Zeichen, okkulte Wunder und Zeichen, echt sind. Na logisch sind die echt. Wenn die nicht echt wären, wäre die Zauberei vor tausend Jahren, vor zehntausend Jahren ausgestorben. Natürlich passiert da etwas. Die Frage ist nicht, ob etwas passiert. Die Frage ist, was das Fundament ist, woher das kommt, von oben oder von unten. Denn was bringt es, wenn Leute ihre Gesundheit gewinnen und ihre Seele verlieren? Das ist doch Wahnsinn.
Und deswegen dürfen wir uns auch mit dieser Gabe, der Gabe, Dämonen auszutreiben, beschäftigen.

Die Gabe der Unterscheidung und der Auftrag der Gemeinde

Ich möchte noch kurz die Gabe definieren. Ich habe sie für mich so beschrieben als die Fähigkeit, Dämonen zu entdecken, also zu wissen, dass in einer bestimmten Situation wirklich böse Geister am Werk sind, und dann auch die Fähigkeit, mit diesen bösen Geistern auf eine kompetente Weise umzugehen und sie im Namen Jesu auszutreiben.
Das Interessante in der Bibel ist: Wir stellen uns dämonische Besessenheit, glaube ich, immer so vor, dass jemand geifert, sich wie verrückt aufführt, sich in Ketten zerreißt, sich hinspuckt, schreit und springt, am besten nackt in irgendwelchen Höhlen lebt, so neben toten Gebeinen. Das mag es geben, das ist bestimmt auch Besessenheit, da habe ich keinen Zweifel. Der Punkt ist nur: Wir lesen noch mehr darüber. Wir lesen auch darüber, dass bestimmte Krankheiten dämonischen Ursprungs sein können, und es steht zu wenig in der Bibel darüber, als dass man eine Theologie darauf aufbauen könnte.
Ich finde es genauso erschreckend, dass an wenigstens zwei Stellen Kinder dämonisch besessen sind. Und die Eltern bekommen das irgendwie mit und merken: Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Sie kommen zum Herrn Jesus und bitten darum. Ich weiß nicht, wie die da reingekommen sind. Aber ich merke: Das Problem ist nicht nur, dass Besessenheit heißt, der Geifer läuft, und jemand ist so ein bisschen ausgeknallt und gehört in die Klapse. Das ist nicht so, sondern das ist viel früher schon.
Hinter manchen Dingen, die wir vielleicht als völlig normal abtun, als irgendwie: Da ist jemand krank, da ist jemand psychisch auffällig, kann etwas anderes stecken. Ich sage nicht, dass hinter jeder Krankheit oder hinter jedem psychischen Problem ein Dämon steckt. Das ist wahrscheinlich eher die absolute Ausnahme, aber es kann sein. Um da einen Durchblick zu haben, da sind wir auch in der anderen Gabe mit drin, die Unterscheidung der Geister. Da wäre es gut, wenn man einfach Leute hätte, die damit umgehen können. Und das wäre für mich so, wenn Leute den Auftrag haben, Dämonen auszutreiben.
Bis dahin hoffe ich, ich habe keinen erschreckt. Was wollte ich sagen? Ich wollte erstens sagen: Achtung, wir leben in einer Welt, die vom Teufel beherrscht wird. Zweitens: Keine Panik, du gehörst zu dem Siegerteam. Aber Achtung, benimm dich richtig, weil sonst passiert es, dass der Teufel dich in den Griff kriegt. Das wollen wir auch nicht.
Und als Gemeinde heißt das für uns, dass wir uns gegenseitig schützen müssen in diesem Kampf. Deswegen ist das letzte Stück in der geistlichen Waffenrüstung das Gebet füreinander. Und vielleicht sollten wir nachher, auch wenn wir beten, mal besonders darauf achten, dass wir einander durch Gebet vor dem Teufel schützen, dass der Teufel im Leben von dem einen oder anderen nicht so einen Punkt hat, wo er sich festkrallen kann, eine Lüge, die er dir geschickt ins Leben hineinwerfen kann, wo am Ende das geistliche Leben auf der Strecke bleiben kann.
Bis dahin vielen Dank!

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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