Einführung und Gemeindebotschaft
Gemeinsam Glauben Leben
Sie hören den Predigt-Podcast der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde The Rock Christus Kirche aus Berlin-Spandau.
Wie eingangs erwähnt, hättet ihr eigentlich jemand anderen erwartet – einen viel netteren Typen, einen der nettesten, den ich persönlich kenne. Wer Stephan Riedel einmal kennenlernt, wird verstehen, dass ich in diesem Leben, egal was noch passiert, nicht mehr so nett werde wie er. Leider musste er aus persönlichen Gründen gestern früh absagen und sagen, dass er es nicht schafft. Weil er so nett ist, hatten wir ihn als Prediger eingeplant. Ihr müsst also jetzt spontan mit mir zu diesem Text Vorlieb nehmen.
Was machen wir also? Ich bekomme meine Folie zum Thema Chatbot.
Wir haben dieses Jahr als Gemeinde etwas vor: Wir wollen gemeinsam das Neue Testament lesen. Dazu gibt es einen Bibelleseplan. Für alle, die nicht genau wissen, was sie lesen sollen oder wo sie nachschauen müssen, gibt es einen QR-Code. Das ist dein QR-Code, der QR-Code deiner Wahl. Dort kannst du einfach den Chatbot fragen: „Wo muss ich hin?“ Dann sagt er dir, welcher Text heute dran ist.
Immer am Sonntag machen wir weiter, wo der Bibelleseplan am Freitag aufgehört hat. Der Samstag ist frei. Das heißt, alle, die es nicht auf die Reihe bekommen, haben am Samstag Zeit zum Nachholen.
Für diejenigen, die sagen: „Ich kann nicht lesen“, hat Yvonne eine Signalgruppe eingerichtet, in der man sich die Texte vorlesen lassen kann. Das heißt, du kannst morgens aufstehen, aufs Klo gehen, dich gemütlich hinsetzen, die Signalgruppe öffnen und Yvonne zuhören. Das funktioniert.
Ihr kommt durch, das ist gar nicht so viel. Es sind immer nur etwa drei Minuten – eine gesunde Sitzung, glaubt mir.
Von daher hat wirklich niemand von euch das Recht, keine Möglichkeit oder eine Ausrede zu haben, in diesem Jahr nicht dabei zu sein. Das ist nicht zu viel verlangt.
Die Bedeutung des Bibellesens und der Bergpredigt
So, das war jetzt ein bisschen lustig, aber natürlich steckt ein ganz ernster Hintergrund dahinter. Wir wollen als Gemeinde die Worte Jesu ernst nehmen. Der Apostel Paulus sagt, dass die gesunden Worte des Herrn Jesus für unser Leben wichtig sind. Sie machen unsere Seele gesund und sorgen dafür, dass unser innerer Mensch an Gott hängt.
Wir müssen verstehen, was Jesus von uns möchte, damit wir seine Jünger sind und ihm einfach folgen können. Wir sollen nicht irgendwelchen Hirngespinsten oder fixen Ideen folgen, die wir selbst haben. Auch sollen wir nichts hineinlesen, was wir gerne hätten. Ganz ehrlich, das geht schneller, als man denkt, dass man sich selbst ein bisschen betrügt und meint zu wissen, was Gott denkt – aber Gott hat das nie so gemeint.
Von daher: Macht mit und traut euch! Wenn ihr Fragen habt oder denkt, ihr lest da immer etwas und wisst gar nicht genau, was die Frage ist oder kommt mit der Frage nicht weiter, dann nutzt euren Chatbot. Ihr könnt natürlich auch bibel.chat verwenden, das ist besser, weil es mehr auf Bibelfragen ausgelegt ist. Aber auch der kleine Chatbot hier, quasi die kleine Schwester von bibel.chat für uns als Gemeinde, kann schon genug. Die meisten Fragen, die ihr habt, wird er irgendwie beantworten können.
Noch einmal: Es wird immer morgens vorgelesen, da kann man Fragen stellen und bekommt mit, wo man gerade steht. Punkt eins.
Punkt zwei: Ich habe einen Wunsch, einen Traum. Hol jetzt deine Bibel heraus, mit der du diese Predigt verfolgst, und nimm kein Handy. Warum? Weil es nichts Besseres gibt, als wirklich eine Bibel in der Hand zu haben. Mit einem Schriftbild, das sich einprägt, wo man weiß: Das stand bei mir links in der Mitte. So kann man besser mitlesen.
Ich habe sogar noch einen Traum: Du holst dir einen Stift heraus und unterstreichst womöglich etwas. Oder du hast einen Zettel, auf dem du etwas aufschreiben kannst. Ihr lacht vielleicht, aber es ist so wichtig, dass ihr nicht einfach nur hier sitzt und denkt: „Okay, die Predigt vom Checker wird schon irgendwann vorbei sein.“ Sondern dass ihr etwas mitnehmt, dass das eure Predigt ist. Dass ihr nach Hause geht und sagt: „Ich habe da einen Text studiert.“
Es ist so naheliegend, aber ich weiß, viele haben ein Handy. Probier es mal ein Jahr lang ohne Handy an dieser Stelle aus – mit einer echten Bibel, so haptisch, zum Anfassen, so ein Ding, mit dem man jemanden erschlagen könnte. Probier das mal aus! Du wirst sehen, es macht einen ganz gewaltigen Unterschied. Wirklich, es macht einen Riesenunterschied, vor allem fürs Leben, wenn man mal schnell etwas nachschlagen muss.
Dieses schnelle Nachschlagen oder das offene Liegenlassen: Du hast da morgens einen Satz gelesen und lässt die Bibel einfach mal liegen. Dann kommst du später wieder in die Wohnstube, die Bibel liegt noch da, und du denkst: „Ich kann da noch mal reinschauen.“ Das macht einen Unterschied. Probier es bitte aus.
Kauf dir eine Bibel! Wenn du kein Geld hast, ich kaufe sie dir. Schnapp dir Claudi, die da in der Ecke ist, das darfst du. Aber komm nächsten Sonntag mit einer Bibel. Denn auch nächsten Sonntag wird es wieder eine Predigt zum Neuen Testament geben. Aaron wird sie halten, und sie wird genau da weitermachen, wo ihr letzten Freitag aufgehört habt zu lesen – oder am Samstag, wenn ihr schnell nachgelesen habt.
Aufbau und Zweck der Bergpredigt
Okay, so viel als Einstieg: Wir sind in der Bergpredigt. Genauer gesagt, befinden wir uns im Matthäusevangelium. Wenn man das Matthäusevangelium aus der Vogelperspektive betrachtet, ist es ganz einfach aufgebaut.
Stellt euch vor, das Matthäusevangelium verläuft ungefähr so: „mäh mäh mäh mäh mäh mäh mäh mäh mäh mäh mäh mäh mäh mäh“. Immer wenn ich „mäh“ sage, passiert irgendetwas. Und wenn ich „mäh“ sage, folgt eine Rede. Ihr müsst euch also merken: Action, Rede, Action, Rede, Action, Rede, Action, Rede, Action, Rede, Action, Rede, Action – so ist das Matthäusevangelium aufgebaut.
Ihr ahnt schon, der Höhepunkt liegt in der Mitte, bei der dritten Rede. Denn es gibt insgesamt fünf Reden, und der Höhepunkt liegt wiederum in der Mitte dieser Reden. Heute konzentrieren wir uns aber nicht auf die Höhepunkte.
Für euch ist wichtig: Die Action liegt hinter euch. Im Matthäusevangelium sind wir bei der ersten Rede, der sogenannten Bergpredigt oder Bergrede, die ihr in Matthäus Kapitel 5 bis 7 findet.
Wenn man sich die Frage stellt, was die Bergpredigt soll, ist das Erste, was man verstehen muss, dieser künstliche Aufbau von Matthäus zwischen Action, also den Teilen, wo Dinge passieren, und den langen Redeanteilen direkt danach. Das ist bewusst so gewählt.
Matthäus überlegt sich, wie er die relevante Theologie, also das, was ihm wichtig ist, damit die Leute Gott besser verstehen, am besten transportieren kann. Er erzählt in den Actionanteilen die Geschichte und schafft mittendrin künstliche Reden. Dabei holt er zu bestimmten Themen die dazugehörigen Passagen zusammen und beleuchtet sie in einer Rede.
So ist es auch bei der Bergpredigt. Wenn ihr die einzelnen Teile der Bergpredigt bei den anderen Evangelisten sucht, werdet ihr feststellen, dass sie dort eher verstreut sind. Matthäus hingegen ist, wie gesagt, der strukturierte Typ – und dafür mag ich ihn.
Er sagt: „Ich mache jetzt mal eine Rede.“ Ich will nicht ausschließen, dass es diese Rede so gegeben hat. Aber ich habe den Eindruck, dass sie eher bewusst so konstruiert ist. Das war in der Antike übrigens überhaupt kein Problem. Es ist viel öfter passiert, als ihr euch vorstellen könnt.
Das gehört zur guten antiken Geschichtsschreibung dazu: Reden zu betonen und so zu gestalten, dass man richtig etwas mitnimmt.
Die Bergpredigt als Lebens- und Glaubensgrundlage
Jetzt stellt sich die Frage: Worum geht es eigentlich in der Bergpredigt? Was ist das überhaupt? Wer sie gelesen hat, weiß, dass sie mit den Seligpreisungen beginnt. Wir sind jetzt fast ganz am Ende angelangt. Es gibt zwar noch ein kleines bisschen danach, aber im Großen und Ganzen sind wir am Schluss.
Was ist die Bergpredigt eigentlich? Wenn man es übertragen müsste, könnte man sagen, sie ist so etwas wie eine Regierungserklärung. Ich bin kein großer Fan von Politikern, aber wenn sie anfangen zu regieren, stellen sie sich meistens am Anfang hin und sagen: „Das möchte ich machen, das ist meine Richtung, da will ich hin.“ Und genau das ist die Bergpredigt.
Die Bergpredigt ist ein Text, in dem Jesus seinen Jüngern und den Menschen um ihn herum erklärt, was er will, was ihm wichtig ist und wo er seine persönlichen Schwerpunkte setzt. Außerdem zeigt sie, inwiefern das, was sie schon kennen – denn das sind alles fromme Juden mit einem theologischen Hintergrund – sich ändert.
Es geht auch darum, wie diejenigen, die vor der Frage stehen, ob sie diesem Jesus folgen wollen oder nicht, eine Entscheidung treffen. Das passiert ja nicht einfach so. Die Menschen, die vor dieser Entscheidung stehen, überlegen: „Will ich etwas mit diesem Jesus und seiner Bewegung zu tun haben? Ist das meins, wo ich hin will? Oder lasse ich lieber die Finger davon?“
Jesus predigt ihnen Dinge, bei denen er sagt: „Bevor ihr euch entscheidet, ob ihr mir nachfolgt, hier sind meine Bedingungen. So stelle ich mir das Leben vor.“ Wenn du zum Beispiel sagst: „Das will ich nicht, ich habe keine Lust, meine Feinde zu segnen“, dann bist du im Reich Gottes mit Jesus falsch, denn das ist eine der Voraussetzungen.
Oder wenn du sagst, du hast keine Lust zu beten und zu fasten – das habt ihr diese Woche ja auch gelesen –, dann bist du ebenfalls falsch. Das gehört einfach dazu, es wird vorausgesetzt. Es ist kein „Nice to have“, sondern immer, wenn du das tust, mach es bitte auf eine bestimmte Weise.
Ich finde Jesus toll. Er sagt nicht: „Ich will so viele Follower wie möglich, deshalb mache ich mich so trendy wie möglich und veranstalte persönliche Messias-Beast-Games, bis ich zehn Millionen Follower habe.“ Stattdessen sagt er ganz klar, was er will. Und wenn es dir nicht passt, dann ist das deine Entscheidung.
Cool, oder? Ich finde das klasse. Jesus veräppelt dich nicht, auf keine Weise. Er gießt dir reinen Wein ein, und du kannst hundertprozentig wissen, worauf du dich einlässt. Du musst das auch wissen, bevor du dich entscheidest, Jesus nachzufolgen. Denn die Entscheidung kostet dich dein Leben.
Das ist klar: Wer Jesus nachfolgt, bekommt einen Herrn, einen König, dem er dient. Es will gut überlegt sein, ob ich die Bedingungen, die dieser König im Kopf hat – sein Verständnis von Leben, von Prioritäten und Zielen – überhaupt teile. Das muss ich mir vorher überlegen. Und deswegen gibt es die Bergpredigt im Wesentlichen.
Wenn ihr sie mit diesem Blickwinkel lest, werdet ihr feststellen, dass sie viele Themen behandelt, bei denen du am Ende sagst: „Stimmt, das sind grundlegende Dinge, die ich verstanden haben muss, um als Christ zu leben.“
Und da, wo wir jetzt stehen, in Matthäus 5,12-13, stoßen wir auf vier Punkte, die es genauso in sich haben wie die davor und danach. Es geht um die Frage: Wie soll ich leben? Wie kompliziert wird das, was Gott von mir verlangt? Wie angefochten ist das, was Gott von mir verlangt? Und wie leicht kann ich mich eigentlich bei der ganzen Geschichte täuschen?
Erster Punkt: Anspruch an das Verhalten
Wir fangen einfach mal vorne an. Ich habe ja gesagt: Jesus gibt eine Regierungserklärung ab. Der König kommt und sagt: „Ich will mein Reich aufbauen, ich will es aufrichten. Möchtest du dabei sein? Bist du bereit, den Preis dafür zu bezahlen?“
Und wir schauen uns mal an, wie wir leben sollen. Das ist als Christen nämlich recht einfach. In Matthäus 7,12 heißt es: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch; denn darin besteht das Gesetz und die Propheten.“
Also, wie lebe ich als Christ? Es gibt dieses Prinzip: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen.“ Das gibt es auch verneint, nämlich: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Das steht zwar nicht so in der Bibel, ist aber interessant.
Interessanterweise ist die Negation in der Literaturgeschichte länger belegt. Jesus ist der erste, der das Ganze mal auf die Spitze treibt. Nicht: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“, sondern: Überleg dir mal, wie du möchtest, dass man mit dir umgeht.
Und das Schöne ist: Das weißt du. Du kennst dich ja, du kennst deine eigenen Bedürfnisse. Du weißt genau, wie du dir wünschst, dass man mit dir umgeht. Und jetzt hast du den Maßstab für deinen Umgang mit jedem anderen.
Das ist schön, oder? Du kommst nach unten und sagst: „Ich wünsche mir da unten ein Stück Kuchen nachher zum Kaffee.“ Und jetzt weißt du, was du nächsten Sonntag mitbringen kannst, oder? Wenn du weißt, was du dir wünschst, dann weißt du auch, was du den anderen zufügen darfst.
Du kommst hier rein und sagst: „Ich möchte das und das erleben, das und das an Gemeinschaft erfahren, an Freundlichkeit, an Höflichkeit, an Umgang miteinander.“ Ja, wenn du das weißt, dann weißt du, was du nächste Woche selbst hier sein darfst.
Es ist ganz einfach. Ich finde Christsein so herrlich simpel, wenn ich ganz ehrlich bin. Es ist natürlich irre herausfordernd, weil einfach nur zu wissen, was richtig ist, bedeutet ja noch nicht, dass man es tut. Aber trotzdem: Wenn du sagst, ich möchte Christ sein – schon im Alten Testament, das Gesetz und die Propheten –, wenn du die Gebote des Alten Testaments zusammenfassen möchtest, geht es immer darum, deinen Nächsten zu lieben wie dich selbst.
Das heißt: Wo du dich magst, wo du deine Bedürfnisse kennst, mach es bitte genauso. Und wo du merkst: „Das tue ich nicht. Ich erwarte von anderen Dinge, die ich nicht bereit bin zu geben“, an der Stelle ist es nicht mehr Jesus-Style. Das muss dir klar sein. An der Stelle ist der König dagegen.
Und du musst dir, wenn du noch nicht gläubig bist, überlegen: Will ich das? Und wenn du gläubig bist, musst du dir die Frage stellen: Wozu habe ich da eigentlich ja gesagt? Ich hätte das Kleingedruckte vorher lesen müssen. Stimmt.
Zweiter Punkt: Anspruch an das Ausharren
Zweiter Punkt
Das war also der Anspruch an mein Verhalten. Jesus macht ganz klar deutlich: Gott sucht Mitdenker. Und zwar solche, die nicht nur mitdenken, sondern auch das umsetzen, was sie gedacht haben.
Das Ganze mit dem Christsein ist nämlich durchaus herausfordernder, als man manchmal denkt, wenn man nur ein paar nette Anbetungslieder singt. Deshalb sagt der Herr Jesus: "Geht hinein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind die, die auf ihm hineingehen. Aber eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind die, die ihn finden."
Ich hatte gesagt, das Erste ist der Anspruch an das Verhalten. Jetzt geht es um den Anspruch ans Ausharren. Von Anfang an macht der Herr Jesus klar: Leben mit mir ist nicht einfach. Leben mit mir bedeutet, dass du vom breiten Strom abweichst, von dem breiten Weg, auf dem diese Welt unterwegs ist. Auf dem Weg, auf dem der Otto Normalverbraucher unterwegs ist – deine Arbeitskollegen, deine Studienfreunde, deine Schulfreunde. Diese haben eine bestimmte Art zu denken und zu leben. Und jetzt biegst du ab, wählst diesen kleinen, engen Weg und fragst dich vielleicht: Bin ich hier richtig? Das ist Christsein.
Der schmale Weg – man könnte ihn auch den bedrängten Weg nennen – ist ein Weg, den du dir so vorstellen kannst wie einen engen Korridor in einer Höhle. Vielleicht bist du schon mal in Höhlen gewesen, da gibt es manchmal solche Korridore, durch die du hindurch musst. Das ist das Bild, das hier gemeint ist: Der schmale Weg ist der Weg, auf dem du nicht links und rechts noch fünf Leute hast, mit denen du läufst. Du läufst alleine, du bist bedrängt und manchmal bist du dir gar nicht sicher, ob das überhaupt noch der richtige Weg ist. Aber du gehst ihn, weil du weißt: Ich muss ihn gehen. Denn der breite Weg, den alle gehen, der easy ist, auf dem ich nur das tue, was der Zeitgeist mir vorgibt oder was mein Bauchgefühl sagt, dieser Weg führt ins Verderben.
Es ist der schmale Weg, der zum Leben führt. Aber noch einmal: Was Jesus hier sagt, ist, dass du eine Entscheidung treffen musst, um ein Jünger Jesu zu werden. Du musst die Entscheidung treffen, einen schmalen Weg zu gehen. Du musst die Entscheidung treffen, durch eine enge Pforte zu gehen.
Und das wissen viele unter uns: Dieser Weg macht oft keine Freude. Deshalb sind Christen Beter. Deshalb sind Christen Menschen, die ihre Sorgen bei Gott abgeben, weil sie davon genug haben. Deshalb sind Christen solche, die unter Druck standhaft bleiben. Und deshalb kann der Herr Jesus am Ende im letzten Buch der Bibel die Menschen, die bei ihm ankommen, als Überwinder bezeichnen.
Was heißt denn Überwinder? Das heißt, jemand hat überwunden – was denn? Den Stress, die Probleme und die Enge des Lebens, in die er hineingestellt wurde.
Also: Du möchtest Christ werden oder als Christ leben? Triff die Entscheidung, den schmalen Weg zu gehen. Die Versuchung ist das einfache Leben – "let it be". Manchmal sind ja die Beatles die Philosophen unserer Zeit: "Let it be" – einfach sein lassen, das macht keinen Sinn. "All you need is love" – seine Liebe.
Erster Punkt: Gott sucht Mitdenker.
Zweiter Punkt: Gott sucht Überwinder.
Und das ist von Anfang an klar. Bevor du Christ wirst, kannst du wissen, dass das auf dich zukommt.
Dritter Punkt: Anspruch an Weisheit und Wachsamkeit
Dritter Punkt: Wir haben einen Anspruch auf Verhalten, auf Ausharren, und jetzt kommt ein Anspruch auf Weisheit.
Ich lese mal ein bisschen mehr:
Die Warnung vor den falschen Propheten:
Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen, Trauben oder von Disteln Feigen, so bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
Also: Das Erste war, ich entscheide mich dazu, so mit anderen umzugehen, wie ich mir das selber wünsche, für mich. Zweitens: Ich entscheide mich für den schmalen Weg, für die enge Pforte. Ich habe vor Schwierigkeiten, Problemen, Fragen, Zweifeln, Ängsten und allem, was da so auf einen zukommt, keine Angst.
Drittens: Ich schaue der Wahrheit ins Auge, insofern als ich weiß, dass es Leute gibt, die der Text hier falsche Propheten nennt. Im zweiten Petrusbrief werden sie falsche Lehrer genannt. Das sind Leute, die kommen und in dein Leben hineinsprechen wollen. Sie tun so, als hätten sie eine Botschaft von Gott für dich.
Ja, ein Prophet ist einer, der im Auftrag Gottes redet. Und idealerweise ist das, was ein guter Bibellehrer macht, etwas sehr Ähnliches: Er gibt das weiter, was im Wort Gottes steht.
Jetzt musst du dir über eines im Klaren sein, und das geht vor allem an die jungen Leute, weil ihr viel tiefer drin seid in den sozialen Medien als die Älteren. Wir alten Säcke tun uns manchmal noch ein bisschen schwer, ihr seid die TikTok-verseuchte Generation. Das Problem ist: In den sozialen Medien kannst du wahrscheinlich acht von zehn Dingen, die dort veröffentlicht sind, beherzt in die Tonne treten und halb unter Irrlehre und falsche Propheten packen.
Es ist irre, wie viel Unsinn, Halbgegarnes, fast richtiges, sensationsheischendes Zeug da ist. Es ist wirklich einfach nur irre. Ich kann es gar nicht anders sagen. Ich bin ja auch da ein bisschen unterwegs, und von daher werfe ich mich jetzt gerade in eine Tonne mit denen. Aber es ist einfach irre, völlig absurd.
Deshalb diese Warnung: Ihr müsst euch überlegen, bevor Jesus ans Kreuz geht, sagt er seinen Nachfolgern: Hört her, Freunde, wenn ihr den Weg geht, ich verspreche euch eins: Da werden im großen Stil Leute kommen, die werden versuchen, euch reinzulegen. Ist das nicht cool?
Dieses Thema zieht sich durchs Neue Testament. An einer anderen Stelle, die ich nicht vorlesen werde – Apostelgeschichte 20, Abschiedsrede von Paulus an die Ältesten – sagt er ihnen genau das Gleiche. Sie sind die Ältesten in Ephesus. Er sagt, wenn ich jetzt hier weg bin, werden Leute aus eurer Mitte kommen und Blödsinn erzählen. Warum? Weil sie sich eine Followerschaft sichern wollen, weil sie Religion als Mittel zum Gewinn sehen.
Kleiner Tipp: Wenn du irgendjemanden hörst, der eine siebenunddreißig Schlafraum Villa besitzt und sagt, ich bin Pastor, hör ihm nicht zu. Ganz simpel: Schau dir an, wie die Leute leben, wie sie mit Frauen umgehen, wie sie mit Ehe umgehen – das ist ganz wichtig.
Noch mal zurück: Der Herr Jesus sagt, meine Gemeinde wird von Anfang an eine von falschen Propheten verfolgte Gemeinde sein. Natürlich kommt kein falscher Prophet hierher, stellt sich vorne hin, und hängt ein Schild dran: „Falscher Prophet“. Sie kommen wie Wölfe in Schafskleidern. Die siehst du nicht gleich. Sie haben eine Sprache, das ist der Hammer. Sie können so nett auftreten, haben so ein nettes Wesen, so eine charismatische Persönlichkeit. Sie drehen dir förmlich alles im... Keiner von euch hat Ahnung, denke ich, von Aalen. Die sind so ein bisschen... Die erkennst du nicht sofort.
Das steht nicht auf dem YouTube-Kanal, übrigens: Ich bin ein Irrlehrer. Das kommt alles so. Sie verwenden auch die Bibel.
Und jetzt kommt Jesus und sagt: Erstens, diese Leute werden kommen, nimm dich in Acht, sei nicht blauäugig, surf nicht einfach drauf los, lass dem Algorithmus nicht das Recht, dir zu zeigen, was richtig ist. Denk nach!
Zweitens: Wenn du dir nicht sicher bist bei jemandem, schau dir sein Leben an. Woran wird man ihn erkennen? An den Früchten. Das ist wie bei den Bäumen: Wenn du so ein altes, morsches, schon halb verfaultes Ding von Apfelbaum hast, wirst du nicht erwarten, dass da eine pralle Frucht dranhängt, sondern irgendein kleines Schrumpelding.
Genau so ist es auch bei den falschen Propheten. Schau dir ihre Frucht an. Und ich meine das ernst.
Ich habe mir irgendwann angewöhnt: Wenn mir jemand irgendwas empfiehlt, ja, hör dir mal xy an, dann schaue ich mir an, wer das ist. Wie lebt der? Wie lebt der mit seiner Frau, mit seinen Kindern? Was kriege ich damit? Hat der schon mal irgendwann prophezeit? Ihr würdet erstaunt sein, wie viele Leute ganz offensichtlich schon falsches Zeug prophezeit haben und es nie zurückgenommen haben.
Ich habe mir angewöhnt: Jeder, der sich irgendwann hinstellt und sagt: „Der Herr hat gesagt“, und der Herr hat gar nicht gesagt, den höre ich mir nicht mehr an. Streiche ich sofort, will ich nicht.
Ja, aber Jürgen, man muss doch prüfen, alles, das Gute haltet fest. Quatsch! 2. Timotheus 3,5: Hau ab, wir hören uns das Zeug nicht an, wir wollen damit nichts zu tun haben.
Ich habe nur eine begrenzte Menge an Zeit. Ich höre mir gleich die richtigen Sachen an, die guten Sachen.
Außerdem ganz ehrlich: Die meisten von uns sind womöglich gar nicht in der Lage, die Sachen zu prüfen. Und was man immer bei falschen Propheten berücksichtigen muss, ist: Da kommt ja nicht nur die Lehre der falschen Propheten, da kommt ein böser Geist mit, der uns versucht, hintenrum zu packen. Da kommt eine Rhetorik mit, die uns emotional packt, die uns auch irgendwie intellektuell abholt, an den Stellen kitzelt, wo wir kitzelig sind.
Also lass das!
Jesus sagt: Es werden Leute kommen, die werden dich über den Tisch ziehen wollen. Deswegen: Wenn du dir Leute anhörst, wenn du von Leuten lernst, schau dir an, wer die sind. Sei sicher, dass die was taugen, sei sicher, dass sie ihren Dienst nicht um des Geldes willen machen, dass es Menschen sind, die heilig leben.
Vor allem wenn es Männer sind: Schau, dass sie mit Frauen gut umgehen, mit ihren Frauen gut umgehen. Das ist ganz wichtig. Ebenso bei Ältesten: Schau, dass sie ihrem Haus gut vorstehen.
Und wenn da einer Unsinn predigt und falsche Prophezeiungen macht, dann schmeiß ihn einfach raus, lösche ihn, brauchst du nie wieder anzuhören. Es gibt so viel guten Stoff, du hast überhaupt nicht die Zeit.
Also: Der erste Punkt – Jesus hat einen Anspruch an unser Verhalten. Zweiter Punkt – er hat einen Anspruch ans Ausharren, er sucht Überwinder. Drittens – er hat einen Anspruch an Weisheit. Geh diesen falschen Lehrern bitte nicht auf den Leim, sei da nüchtern, hör dir den Scheiß nicht an.
Ganz ehrlich, das ist mein Tipp. Ja, ich weiß, dass die Thumbnails von denen die schicksten sind, und ja, mir ist das schon klar. Trotzdem ist es Unsinn.
Vierter Punkt: Anspruch an die Echtheit des Glaubens
Letzter Punkt, weil wir noch Abendmahl feiern wollen: Es geht um die Frage, wie leicht ich mich selbst täuschen kann, wenn ich mich im geistlichen Leben für einen Christen halte und zu sehr auf die Erfahrungen schaue, die ich mache.
Im geistlichen Leben stellt sich oft die Frage: Bin ich echt? Woher weiß ich, dass ich echt bin? Eine Gefahr besteht darin, zu sagen: Ich bin echt, weil ich so viel mit Gott erlebt habe.
Am Ende unseres Textes treffen wir auf die Menschen, die ich persönlich für die traurigsten Personen im Neuen Testament halte. Ich lese es uns vor, Verse 21 bis 23: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel hineinkommen.“
Wow, nicht jeder, der sagt, ich bin Christ, wird am Ende dabei sein. Das sagt Jesus ganz am Anfang, bevor die Sache richtig losgeht: Nicht jeder wird dabei sein. Wer ist denn dabei? „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmel ist.“
Ihr merkt schon, das ist eine ganz unangenehme Wahrheit: Ich soll tun. Ich dachte immer, es geht doch nur um Gnade. Nein, nein. Du kannst das schon denken, und Gnade ist wichtig, nur nicht hier unser Thema. Jesus sagt: Wenn du wissen willst, ob du echt bist, schau dir dein Leben an. Wie sieht es in deinem Leben aus?
Jetzt treffen wir auf diese Leute, die sagen – und hier müsst ihr das „viele“ unterstreichen. Nächste Woche habt ihr eine Bibel dabei und einen Rotstift, unterstreicht das „viele“. Das „viele“ ist wichtig. Da gibt es nicht nur zwei oder drei, die in der Ewigkeit zwar denken, sie kommen in den Himmel, aber dann doch nicht reingekommen sind. Viele Millionen werden in der Ewigkeit etwas erleben.
Viele werden an jenem Tag, dem Tag des Gerichts, zu mir sagen: „Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen prophetisch geredet? Haben wir nicht durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben, Exorzismen vollbracht, Heilungen bewirkt? Haben wir nicht durch deinen Namen viele Wunderwerke getan?“
Da werden Leute stehen und sagen: „Gott, wir haben mit dir doch viel erlebt.“ Wir sind jetzt ein bisschen verblüfft. Das hier ist ziemlich, ich sage mal, schwefelig und heiß. Wir wollten hier auf der Seite der Ewigkeit gar nicht rauskommen. Ich glaube, da ist ein Fehler passiert. Wir gehören doch nicht in die Hölle, wir gehören doch daneben, da drüben, wo gesungen wird, da gehören wir hin.
Wir sind doch die mit den Wundern und den Exorzismen. Wir sind doch die, die prophetisch geredet haben. Merkt ihr jetzt, das ist die traurigste Gruppe im Neuen Testament. Du lebst die ganze Zeit, ein ganzes Leben lang, du denkst, du bist Christ, du machst Erfahrungen, von denen du glaubst, dass sie von Gott sind – und womöglich sind sie das.
Du machst aber den falschen Kausalschluss: Weil ich diese Erfahrungen mache, bin ich echt. Du hast aber dein Herz nie Gott gegeben. Gott ist nie Herr in deinem Leben geworden. Gott durfte nie autoritativ in dein Leben hineinsprechen und sagen: „Ich will, dass du mit deinem Groll aufhörst, mit deinem Neid, mit deiner Habsucht, mit deinem Eigenwillen. Ich will das nicht.“
Du hast dich nie wirklich vor Gott gebeugt. Du hast diesen verhärteten Nacken und spielst den Christen. Leute, die dich erleben, sagen: „Wow, ja!“ Und Gott wird sagen: „Ich kenne dich, du bist nicht dabei.“
Ja, aber warum nicht? Dann werde ich ihnen bekennen: „Ich habe euch niemals gekannt.“ Natürlich kennt Gott unseren Namen und auch den Namen derer, die da stehen. Er kennt jede Millisekunde ihres Lebens. Aber „kennen“ als Ausdruck von Beziehung bedeutet: „Ich habe dein Herz gesehen und ich weiß, wo dein Herz hing – und das war ich.“
Ich habe es genau gesehen, und das war nicht der Fall. Deshalb, weil das nicht der Fall war, weil Gott ein Gott ist, der ein Herzenskenner ist, muss er an der Stelle sagen: „Weicht von mir, ihr Übeltäter! Ich will mit euch nichts zu tun haben.“
Zusammenfassung und Abschluss
Ich fasse noch einmal zusammen: Wir befinden uns in der Bergpredigt, einem geniales Stück Literatur. Der ewige König fasst zusammen, was er sich von denen wünscht, die darüber nachdenken, ob sie ihm folgen wollen. Er formuliert für uns, die wir Christen sind, was es bedeutet, als Christ zu leben.
In diesem Text nennt er uns vier Dinge:
Erstens: Ich suche Mitdenker, Menschen, die mit anderen so umgehen, wie sie selbst behandelt werden möchten.
Zweitens: Ich suche Leute, die bereit sind, sich auf einen engen Weg einzustellen und ein Leben als Überwinder zu führen.
Drittens: Ich suche Menschen, die sich nicht leicht über den Tisch ziehen lassen, die nachdenken und davon ausgehen, dass es da draußen echte Feinde und Gegner gibt, die sie täuschen wollen.
Viertens: Ich suche diejenigen, die nicht nur die Form wahren, nicht nur äußerlich wirken, sondern innerlich echt sind. Deren Echtheit man Tag für Tag an ihren Taten erkennt, an den guten Werken. Während die falschen Propheten das Falsche tun, tun wir das Richtige.
Ja, aber Jürgen, dann muss ich ja vielleicht gar nicht alles in der Bibel verstanden haben. Stimmt, Christsein ist einfach. Aber das, was du verstanden hast, das musst du leben.
Bis dahin hoffe ich, dass ihr Spaß habt mit unserem Bibelleseplan. Das war auf alle Fälle der Text für heute. Vielen Dank fürs Zuhören.
Alle Informationen zu unserer Gemeinde finden Sie im Internet auf www.weil-gott-dich-liebt.de. Bis zum nächsten Mal!
