Event•Teil 10 / 21Pfingstjugendtreffen 2026
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Der Einstieg in ein ungewohntes Thema
Was für ein wunderschöner Song! „Vor dem Thron der Gnade kommen“ war für mein Leben lange irgendwo ein Fremdwort. Keine Ahnung, was es geheißen hat, ich habe es einfach mitgesungen. Aber weil sich das in meinem Leben zum Glück dann einmal geändert hat, darf ich euch heute ein paar Gedanken teilen.
Die Leute von der Präsentation haben mir gesagt, die Schriftgröße sei ziemlich klein. Es macht Sinn, dass ich euch einladen würde, nach vorne zu kommen, damit ihr die Präsentation dann auch seht. Also, ihr dürft gerne dort bleiben und beten, dass eure Augenschärfe geheilt wird. Oder ihr könnt nach vorne kommen, dann würden wir auch ein wenig näher beieinandersitzen, und dann könntet ihr sicher sein, dass ihr alles erkennen könnt.
Gut, Schwester Gaby hat vorhin gesagt: Wir haben ein erfolgreiches Jahr hinter uns im Zusammenhang mit dem Fußballverein aus Thun. Wir wohnen zwar nicht mehr in Thun, meine Frau und ich, wir sind ja eben nach Zollikofen gezogen, aber unser Sohn arbeitet noch beim FC Thun, unsere Freunde sind in Thun, und darum haben wir richtig gefeiert.
Die Frage ist ja immer wieder: Wie werden wir in unserer Gesellschaft leistungsfähig? Wie kann es sein, dass ein Fußballklub wie der FC Thun, der letztes Jahr aufgestiegen ist – ich weiß, ihr Deutschen interessiert euch nicht so für Schweizer Fußball, das ist mir schon bewusst, da ist es umgekehrt eher der Fall –, aber dieser kleine Verein ist in die erste Liga aufgestiegen. Schon das ist eine große Geschichte. Und dann wurden wir in der ersten Saison Schweizer Meister. Das ist eine große Geschichte. Dass dieser kleine Verein ohne Nationalspieler einfach die Schweizer Liga dominiert hat.
Nun, da ist immer wieder die Frage: Wie werden Menschen leistungsfähiger, auch diese Leute, die da herumgekickt haben? Diese Frage habe ich auch einmal Kai gestellt: Wie werde ich in meinem Leben erfolgreich? Nun, Kai hat Folgendes geantwortet: Erfolgreich zu werden erfordert die persönliche Definition von Zielen, harte Arbeit, Disziplin und ein starkes Mindset. Wesentliche Faktoren sind Resilienz bei Rückschlägen, kontinuierliches Lernen, der Aufbau eines positiven Netzwerks und die Konzentration auf Leidenschaften. Das war die Antwort, die mir Kai gegeben hat auf die Frage: Wie werde ich erfolgreich?
Nun, das hast du dir vielleicht auch schon überlegt. Ich möchte erfolgreich sein. Vielleicht sagst du nicht im Fußball, vielleicht nicht im Job, vielleicht nicht in irgendwelchen Disziplinen, die diese Welt jetzt als toll empfindet, vielleicht nicht im Bereich der Ansammlung von Finanzen. Vielleicht sagst du: Hey, als guter Christ möchte ich erfolgreich sein in den Werten, die Gott mir gegeben hat. Zum Beispiel möchte ich einen liebevollen Umgang haben. Ich meine, Jesus hat ja ziemlich heftige Sachen gesagt, wie wir leben sollen. Er hat zum Beispiel gesagt: Liebe deine Feinde. Und du sagst: Hey, das möchte ich. Ich möchte eigentlich erfolgreich sein, indem ich meine Feinde liebe. Oder indem ich Menschen vergebe. Oder indem ich meine Ehefrau liebe, wie Jesus die Kirche liebt. Oder dass ich der beste Vater meiner Kinder bin. Dass ich ein barmherziger Freund bin und so weiter.
Die Bibel hat uns ganz, ganz viele Anweisungen gegeben, was eigentlich Christsein beinhaltet, das eine Leuchtkraft hat. Und als junger Christ in meinen Teenagerjahren durfte ich Jesus kennenlernen. Er hat mich gerufen, und ich habe erkannt: Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Da habe ich mir auch gleich die Frage gestellt: Wie werde ich ein erfolgreicher Christ? Natürlich eben nicht im Bereich von Finanzen, von Selbstdarstellung und so weiter, sondern vielmehr so die Fragen: Wie kann ich all das, was Gott mich lehrt in der Bibel, auf mein Leben implementieren? Wie kann ich damit unterwegs sein?
Nun, die Bibel geht dann davon aus und zeigt uns einen Weg, aber den habe ich nicht verstanden. Als ich mit Jesus angefangen habe, unterwegs zu sein, wollte ich der beste Ehemann werden, spätestens als ich geheiratet habe. Ich wollte der beste Vater sein. Später bin ich irgendwo in den vollzeitlichen Dienst gekommen. Ich wollte ein guter Prediger sein. Ich wollte Menschen dienen. Ich wollte Jesus lieben. Ich wollte also wirklich viele gute Aspekte. Und wie geht man das an?
Mein Leben hat gezeigt, dass der Weg zum Ziel, um erfolgreich zu sein, eigentlich immer eigene Leistung ist. Also habe ich angefangen, mich zu disziplinieren. Ich habe gewusst: Ein guter Christ liest die Bibel. Also habe ich die Bibel gelesen. Ich wusste: Ein guter Christ betet, und er betet mehr als die anderen. Also habe ich gebetet und versucht, mehr zu beten als die anderen. Dann habe ich angefangen zu wissen: Ein guter Christ spricht über seinen Glauben in seinem Umfeld. Also habe ich angefangen, meine Mittagszeit zu nutzen und bin durch Bern gelaufen. Damals hatte ich so eine Gewerbeschule in Bern und bin durch Bern gelaufen und habe Menschen von Jesus erzählt. Ich habe mich zwar total doof empfunden, aber ich habe versucht, mit eigenen Mitteln diesem Gott zu gefallen.
Und das ist der Weg. Denn wir gehen oft so vor. Ich habe eine Folie mitgenommen, falls die klappt. Vielleicht ist irgendwo etwas mit den PowerPoints abgestürzt, aber ich habe eine Folie mitgenommen, die das illustriert. Wir stehen da, wir haben ein großes Ziel, vielleicht sogar ganz schöne Ziele, nicht verwerfliche Ziele, sondern Ziele, die wir erreichen möchten. Und was machen wir? Wir versuchen es mit eigener Kraft. Und Freunde, das ist ein Trugschluss. Das ist Katastrophe, das ist Religion. So macht es jede Religion. Man versucht mit eigener Kraft, gewisse ethische Werte zu erfüllen. Also versuchte ich es auch.
Da gibt es noch einen Blitz auf der, auf der, ja, jetzt kommt der Blitz, genau. Und ich versuchte es mit eigener Kraft zu tun. Und ich habe mich angestrengt. Und weißt du was? Die Leute um mich herum haben das bemerkt. Die haben mir auf die Schulter geklopft und gesagt: Hey Kuno, du bist mal ein Vorzeigechrist. Aber ich wusste: Nein, das stimmt eigentlich nicht. Aber ich versuche einfach erfolgreich zu sein. Ich versuche, ein richtig guter Christ zu sein. Und es ging so weit, dass ich dann schlussendlich vollzeitlicher Mitarbeiter wurde, weil die Leute es einfach mochten, wie ich – und damals sagte man, ich habe Gas gegeben.
Die Leute haben geklatscht und gesagt: Wow. Es gab sogar ein Magazin, das über mich einen kurzen Slogan gemacht hat und sagte, ich sei der Shootingstar der christlichen Szene. Was hat das bei mir ausgelöst? Ich habe noch mehr Gas gegeben. Ich wollte dieses Rennen gewinnen. Ich wollte einmal einlaufen in den Himmel und sagen: Wow, ich habe alles gegeben. Eigentlich edel und trotzdem falsch.
Denn die Bibel sagt uns bereits im Alten Testament einen ganz spannenden Satz. Die Bibel sagt uns in Jeremia 17,5: So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz vom Herrn weicht. Er wird sein wie ein kahler Strauch in der Steppe und nicht sehen, dass Gutes kommt. Und an dürren Städten in der Wüste wird er wohnen, in einem salzigen Land, wo sonst niemand wohnt. Also richtig ziemlich heftig.
Ich meine, ich habe mich angestrengt. Wenn mir damals jemand ein prophetisches Wort gegeben hätte und gesagt hätte: Kuno, ich habe ein prophetisches Wort, Jeremia 17,5, lies es mal, das trifft auf dein Leben zu. Ich hätte gedacht: Spinnst du eigentlich? Ich bin gerade daran, ein ganz erfolgreicher Christ zu werden, und du sagst, ich würde auf einem falschen Pfad unterwegs sein. Aber er war wirklich falsch, weil du siehst bei jeder Religion genau das gleiche Muster, das ich vorhin gezeigt habe. Da sind Menschen, die ethische Werte haben, sei es im Islam, sei es im Hinduismus, sei es im Buddhismus, die irgendwelche Werte haben und die versuchen, diese Werte mit eigener Kraft zu schaffen, in der Hoffnung, dass am Schluss da ein Gott steht, der applaudiert, wenn du kommst, und nicht so macht, wenn du kommst.
Und genau so habe ich gelebt. Aber Freunde, dafür ist Jesus nicht auf diese Welt gekommen. Jesus ist vor zweitausend Jahren auf diese Welt gekommen, und es heißt in Titus 2,11: Die Gnade Gottes ist uns erschienen. Jesus hat etwas eingeführt in diese Welt, das den Namen Gnade trägt. Das kennt keine Religion, das kennt nur das Evangelium, die gute Nachricht: Gott wird Mensch und schenkt uns Gnade. Und von Jesus heißt es: Er selbst ist der Inbegriff von Gnade.
Nun, was hat das für mich bedeutet? Ich war mit Vollgas unterwegs. Ich habe das vor zwei Jahren mal kurz in einem Teaching erwähnt, und die Menschen waren glücklich um mich herum. Und ich war so halb glücklich. Ich war ja ziemlich erfolgreich. Ich meine, ich habe es eigentlich – das war so mein Denken – ich habe es so halb zur christlichen Elite geschafft mit meinen Anstrengungen. Natürlich wollte ich ein gutes Herz haben, natürlich versuchte ich freundlich zu sein, aber es war alles so anstrengend. Und ich versuchte, noch besser, noch qualitativer, heiliger zu werden.
Und ich versuchte auch zum Beispiel, wir feiern heute Pfingsten, immer wieder diese ganzen Geschenke der Pfingstgeschichte, nämlich den Heiligen Geist, in meinem Leben zu implementieren. Ich habe gesagt: Heiliger Geist, komm, ich möchte mehr von dir. Ich möchte, wenn ich mit Menschen bete, dass sie geheilt werden. Ich möchte alles sehen, was in der Apostelgeschichte geschrieben ist. Was muss ich tun? Muss ich noch fasten? Und ich habe gefastet, 40 Tage gefastet und was auch immer. Was für verrückte Übungen ich gemacht habe. Aber ich habe immer wieder gemerkt: Da gibt es Dinge, an die komme ich nicht ran.
Also unterhaltende Predigten, das ging dann einigermaßen. Und ich weiß noch, wenn ich jeweils nach einer Predigt, da kamen die Leute, da haben sie gesagt: Hey Kuno, das war richtig gut. Und ich wusste: Jetzt ist es ganz entscheidend, dass du ganz demütig dreinschaust. Und das habe ich dann auch gemacht, so ein demütiger Blick, so leicht nach unten: Ja, es ist alles Gott, oder? Aber eigentlich dachte ich: Yes, einer hat es gecheckt, es war richtig gut. Verstehst du? Also du bist in einem Dilemma. Und jedes Kompliment, das du kriegst, ist so eine Bedrohung. Das darfst du ja nicht erwidern, dieses Kompliment. Und so habe ich gelebt.
Und dann ging es so weit, dass ich einfach dieses Grundprinzip nicht verstanden habe. Dann war ich in einer großen Konferenz irgendwo und musste, war Seelsorgehelfer, ich hatte eine ganze Gruppe, und ich musste da für die Leute beten. Und das hat mich überfordert. Das konnte ich nicht vorbereiten, verstehst du? Das konnte ich nicht irgendwo mit eigenen Mitteln. Das war Stress pur. Aber ich habe das irgendwo gemacht. Und am Abend dieser Großveranstaltung, zwei- bis dreitausend Leute waren so wie hier, da haben sie gesagt: Jetzt sollen mal alle Angestellten von Kirchen nach vorne kommen, und man wolle diese Leute segnen.
In meinem Denken war das so: Das sind so die Elite, die jetzt nach vorne kommt, die richtig Gas geben, die es verstanden haben, nicht irgendwo einfach so halbschlaff im Zeug herumzuhängen, sondern richtig Gas zu geben. Und ich ging auch nach vorne, aber natürlich immer mit der demütigen Haltung. Es darf niemand wissen, dass du irgendwo denkst, du seist jetzt einer der Elite, sondern jeder sollte denken, du seist ein ganz zerbrochener, demütiger Mann. Ja, das war der Stress. So müssen wir uns geben. Das ist nicht authentisches Leben. Aber so habe ich getickt, weil ich gedacht habe, das ist normal.
Und ich ging nach vorne, bin dort gestanden, ganz demütig, und dann habe ich über die Leute hinweg gesehen. Und ich weiß nicht, was ich das letzte Mal schon erzählt habe, aber es spielt ja keine Rolle, Dinge zu wiederholen. Dann sah ich ganz weit hinten meinen kleinen Bruder. Er ist fünf Jahre jünger und hat etliche Defizite in seinem Leben. Er hatte zu wenig Sauerstoff bei der Geburt, dadurch ist er viel kleiner, viel zerbrechlicher, hat eine Dyskalkulie, kann sich im Rechnungsraum nicht zurechtfinden, hat verschiedene Defizite. Und ich als guter christlicher Bruder habe ihn immer geschützt. Ich habe ihn an der Hand in die Schule gebracht, weil ich wusste, was für ein Schmerz es ist, für ihn in dieser Leistungsgesellschaft nicht bestehen zu können.
Und wisst ihr was? Ich habe mich auch etwas geschämt, weil ich dachte, mein Bruder sollte doch eigentlich glänzen. Und trotzdem wusste ich, es ist eine christliche Tugend, ihn zu schützen, und das hat ganz vieles in meinem Herzen auch ausgelöst, ein Segen für mein Leben. Und so habe ich ihn an der Hand in die Schule geführt. Und dieser kleine Bruder stand ganz hinten, und wisst ihr was? Er hätte auch sein wollen wie ich. Er sagte sogar: Ich bin Kuno 2. Und er wollte das gerne auch tun, aber seine Ressourcen ließen das nicht zu.
Und so stand ich da immer noch demütig, also scheinbar demütig, und ich blickte durch die Menge und ich sah ihn ganz weit hinten. Und er hat Gott angebetet. Das war das letzte Bild, das ich noch stehend mitkriegte. Und dann fiel ich um, und ich konnte nicht mehr reden, und ich konnte mich nicht mehr bewegen. Ich lag da, mitten in diesen vielen Leuten, mit diesen vielen Zuschauern, und man wusste nicht, was sie mit mir machen sollten. Man hat mich dann rausgetragen, ich konnte nicht mehr laufen, rausgetragen. Und ich wusste, weil ich ein Seelsorgehelfer war, dass man einen Raum bestimmt hat, wenn ganz schwierige Situationen auftreten, dann können sie diese Leute dorthin bringen. Und ich wurde dahin gebracht.
Der Shootingstar liegt im ganz schlimmen Raum. Und da lag ich, konnte nicht sprechen, konnte mich nicht bewegen, und Gott hat in diesen Augenblicken angefangen, mein Herz zu verändern. Er hat angefangen, nochmals zum Beispiel dieses gewaltige Wort aus Römer 9 in mein Herz zu pflanzen. Dort sagt Paulus: So liegt es nun nicht an dem Wollenden, auch nicht an dem Laufenden, sondern an dem sich erbarmenden Gott.
Ich weiß nicht, was ich mit diesem Vers vorher gemacht habe, wahrscheinlich überlesen. So ja, erbarmender Gott, klingt doch gut, super, ja genau, okay, wir geben weiter Gas. Ich weiß nicht, was ich mit dem gemacht habe oder was ich mit dem Vers gemacht habe, den schon heute Morgen Nick auch erwähnt hat: 2. Korinther 12,9, einer meiner Lieblingsverse. Der Herr hat zu mir gesagt: Meine Gnade ist alles, was du brauchst. Meine Gnade, ein Fremdwort, ein frommes Wort bis dahin, wo ich dachte: Ja, Gnade, ja, ja, ja, Gnade, das muss man ab und zu mal reinstreuen in Predigten, das finden dann die Leute toll, das gehört zum christlichen Vokabular. Aber ich wusste ja nicht, was es ist.
Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung. Und da habe ich ja natürlich – ich bin jeweils schwach, so Predigt vorbereiten, das war ein Stress, ich sage euch, so Freitagnachmittag, Telefon an meine Frau: Hey, bitte, gib Gas beim Gebet, ich weiß nicht weiter, ich habe keine Beispiele mehr. Und das war purer Stress, wirklich purer Stress. Sonntagmorgen, was muss ich noch alles? Und dann gehst du und präsentierst das, und Leute sind da und konsumieren das, und am Schluss kriegst du ein paar auf die Schulter, ein paar auf den Deckel oder was auch immer, und du gehst wieder nach Hause und du musst wieder.
Dadurch kannte ich dieses Wort Schwachheit, aber ich habe nicht verstanden, dass der Schlüssel von Schwachheit oder der Ausweg von Schwachheit Gnade ist. Der Ausweg von Schwachheit war für mich bis dahin: Gib mehr Gas, versuch mehr Ressourcen zu kriegen, werde stärker, check mehr, versuch mit deinem Verstand Dinge wettzumachen, die du noch nicht hast, und und und. So habe ich getickt. Und jetzt heißt es hier, gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung. Daher will ich nun mit größter Freude und mehr als alles andere, sagt Paulus, meine Schwachheiten rühmen, weil das war für mich nicht etwas Rühmenswertes. Meine Schwachheiten habe ich versteckt, gehofft, dass das niemand merkt, dass sie den Blender Kuno sehen, aber sicher nicht Schwachheiten. Das wäre ja ganz übel, weil dann die Kraft von Christus in mir wohnt.
Und Jesus hat in diesem Augenblick – und ich bin ihm so dankbar – ich bin ganz tief überzeugt, mich würde es nicht mehr geben, wenn es nicht diesen Moment gegeben hätte. Ich wäre irgendwo mal ausgebrannt, irgendwo in einem leistungsorientierten christlichen Dasein auf der Strecke geblieben. Aber dann lag ich in diesem Schwerfälle-Raum und wusste nicht weiter. Ich hatte keine Ahnung, dass Jesus gekommen ist, um mir Gnade zu geben.
Ich habe mich bekehrt, so habe ich es formuliert. Weißt du, ich habe mich bekehrt heißt ja: Ich bin gekommen, aber gemerkt, oh, das reicht nicht ganz für den Himmel, oh, ich brauche Jesus. Jesus, ich brauche dich, weil die letzten vierzig Prozent fehlen mir für den Himmel. Also habe ich mich bekehrt. Stell dir mal vor, wenn ich meiner Mutter sagen würde: Ich habe mich vor 57 Jahren geboren. Dann würde sie sagen: Jetzt spinnst du. Ich habe Schmerzen erlitten, würde meine Mutter sagen.
Und genau so ist es mit Jesus. Er sagt im Epheser 2, sagt Paulus: Nicht ihr habt euch für Jesus entschieden, sondern er hat sich für euch entschieden. Nicht mit eigener Leistung, nicht weil du gecheckt hast: Oh ja, da machen wir was, das reicht nicht ganz für den Himmel, also muss ich dann irgendwo und dann muss ich in einen Deal reingehen mit Jesus und dann muss ich Leistung bringen und er wird mir dann Gnade geben. Jesus hat gesagt: Nein, so geht’s nicht, mein Lieber, wir fangen nochmals vorne an. Und das hat er gemacht in diesen Stunden.
In diesem Schwerfälle-Raum hat er eine Operation an meinem Herzen vorgenommen. Er hat aus einem Mann, der getrieben war von eigener Leistung, einen Mann gebracht, der das Evangelium nochmals erklärt hat. Und ich habe das erste Mal Jahre später wurde ich sprachfähig darüber. Wahrscheinlich sechs, sieben Jahre später habe ich das erste Mal darüber gepredigt, aber mein Leben hat sich in diesem Moment verändert. Aber ich checkte noch nicht, was es genau war.
Es ging nämlich so, dass dann die Leute kamen, die Seelsorgechefs da kamen, die haben da gebetet und was auch immer und Dinge angesprochen, und ich habe immer gemerkt: Das ist es nicht. Aber ich konnte ja nicht reden. Und irgendwann kam dann meine Frau zur Türe rein, und sie hatte das live miterlebt, live miterlebt, dass da ein williger Mann ist, ein williger Christ, der aber in der Gefahr steht, auf dessen, weil die Wahrheitslatte von Jesus ja richtig hoch liegt. Wenn er sagt: Liebe deinen Feind, dann ist es schon ziemlich tough. Und sie hat gecheckt: Der Versuch, das mit eigener Leistung zu bewerkstelligen.
Sie kam rein, und das Erste, was ich sagen konnte, und ich vermutete, Jesus gibt ihr das Rätsel, die Lösung des Rätsels auf, und ich sage: Susan, sag’s. Das war das Erste, was ich wieder sagen konnte, und sie hat mit ihrem eigenen Wort meinen Namen genannt. Sie hat nicht gesagt, er hat die Gnade nicht gecheckt oder er ist leistungsorientiert, sondern sie hat gesagt, er leidet unter Leistungsdruck. Und das war so.
Und weißt du, ganz ehrlich, ich sehe so viele Menschen auch im Leib Jesu, in den Kirchen, die leben Religion. Ich sage jeweils, wir leben zum Teil christlichen Buddhismus. In der wir aus eigener Kraft gute Menschen werden wollen. Dafür ist Jesus nicht gekommen, sondern er ist gekommen, dass er uns ganz erlösen kann.
Paulus schreibt in Galater – was ich mit dem Galaterbrief bis dahin gemacht habe, weiß ich nicht. Aber als ich das das nächste Mal gelesen habe, habe ich gecheckt: Paulus sagt in Galater 3, wer hat euch verzaubert? Wer hat euch gesagt, dass ihr mit eigener Leistung Gott gefallen könnt? Wer hat euch ein solches falsches Evangelium eingeimpft, dass ihr versuchen wollt, mit eigener Kraft da vorwärts zu gehen? Und genau so war ich.
Und dann sagt Paulus: Für das hätte Jesus nicht kommen müssen, für das hätte Jesus nicht sterben müssen, wenn wir es ja mit eigener Kraft können. Warum hätte dann Jesus kommen sollen? Aber Jesus ist gekommen, um uns zu erlösen, um uns Gnade zu schenken. Und ich darf zurückblicken und sagen: Als schlussendlich das ausgesprochen wurde, und dieser Paulus nennt es einen Fluch, das ist heftig, einen Leistungsfluch. Und Paulus sagt in Galater 3,13: Er ist gestorben am Kreuz, er hat am Fluchholz gestorben, damit wir frei sind von diesem Leistungsfluch und damit wir das Geschenk annehmen können und aus Gnade leben dürfen.
Weißt du, es ist wie mit dem Hochsprung, einem Stabhochsprung. Da wird die Latte ganz hochgelegt, und du versuchst, mit eigener Leistung darüber zu kommen. Liebe deine Feinde wäre eine dieser Latten, und du versuchst, du kriegst es nicht hin. Und was machen wir dann? Wir holen einfach die Latte runter auf diese Höhe, dass wir es etwa so angenehmer überklettern können. Wir sagen: Ja, das ist ja krass, liebe deine Feinde, das kann ja gar nicht so krass gemeint sein, also müssen wir das eh nur im Kontext betrachten. Und dann versuchen wir, das runterzunehmen, bis wir denken, jetzt könnten wir auch rüberkommen. Aber das ist nicht Evangelium.
Evangelium ist, dass Jesus uns einen Stab gibt, wie beim Stabhochsprung, und uns mit diesem Stab der Gnade über diese Latte rüberbringt. Das ist Evangelium. Und schaut, ich habe einen rechten Weg gezeichnet, der jetzt eingeblendet werden kann, genau einen Weg, der dahin geht, dass Jesus für mich gestorben ist. Wir dürfen Ziele haben. Ich möchte heiliger werden. Jeden Tag möchte ich verändert werden. Ich möchte mein Denken verändern. Ich möchte liebevoller werden. Oh, ich möchte geduldiger werden.
Gerade kürzlich hatte ich mit einem Telekom-Anbieter, muss ich da in die Warteschleife, eineinhalb Stunden. Am Schluss hättest du nicht hören wollen, was ich dieser Person am Telefon alles gesagt habe. Also war der Wicht nicht gut. Ich habe ganz viel Luft gegen oben, ganz viel Luft. Das ist manchmal gar nicht gut, was ich mache, wie ich mich verhalte. Aber nein, der müsste nicht meinen, ich sei ein Halbheiliger, also ich bin nicht ein Vize-Heiland. Im Gegenteil. Aber ich versuche, diese Sehnsucht zu leben, zu kultivieren und zu sagen: Jesus, mach es in mir, schenk mir mehr Geduld, mehr Liebe, mehr Verständnis, mehr Freundlichkeit, mehr von diesen Früchten des Geistes, die in Galater 5,22 beschrieben sind. Natürlich möchte ich das. Aber weißt du, es gibt einen Weg, den uns die Bibel nennt, wie wir da hinkommen. Und dieses Wort, das dieser Weg beschreibt, heißt Kapitulation.
Kapitulation heißt, ich kapituliere und erkenne die Herrschaft von Jesus über meinem Leben. Das Wort Kapitulation ist eigentlich ein kriegerisches Wort. Zwei Länder bekriegen sich, leider erleben wir das ja aktuell. Und wenn ein Land sagen würde, ich kapituliere, dann würden die anderen kommen und einfach übernehmen. Aber genau das nennt eigentlich die Bibel die Form, wie wir uns Jesus hingeben können, indem wir sagen: Ohne dich kann ich nichts. Johannes 15,5 sagt: Ohne mich könnt ihr nichts tun. Und nichts ist ziemlich wenig, oder? Ohne mich könnt ihr nichts tun, nichts tun.
Das bedeutet: Aber ich war in meinem Wahn, in meinem Machbarkeitswahn drin, der mir schon als kleines Kind eingehaucht worden ist: Du kannst es und musst es. Und ich versuchte, so Christ zu sein, bis ich da lag und merkte: Ja, das stimmt. Ohne ihn kann ich nichts tun. Nichts, aber gar nichts. Nicht ein wenig, sondern nichts. Kapitulieren.
Und weißt du, die Bibel sagt, wenn wir kapitulieren und sagen: Ich kann nichts tun, Jesus, ich kann nichts tun, dann ist seine Antwort Gnade. Dann schenkt er uns Gnade, und dann begnadigt er uns. Ich bin ins Reich Gottes gekommen, nicht im Verständnis: Ich kann nichts tun, sondern mir reicht es nicht ganz, nach 100 wieder an den Himmel zu kommen, ich brauche da etwas Support. Weißt du, das ist nicht Kapitulation, das ist so ein Teilschwächeneingeständnis. Aber Gott sagt: Ich möchte dich begnadigen. Und weißt du, aus dieser Gnade gibt Gott dann Ressourcen des Himmels.
Paulus sagt in 1. Korinther 15,10: Aus Gnade bin ich, was ich bin. Und weil ich diese Gnade gekriegt habe, sagt er dann, kann ich mehr tun als ihr anderen. Also es gibt sogenannte Skills – geschrieben, weil es einfach nicht mehr Platz gehabt hat da oben im Kreuz. Also wenn wir kapitulieren, kriegen wir Gnade, und daraus gibt er uns Fähigkeiten.
Leute, ich sage euch, heute kann ich von Herzen immer wieder einfach Jesus bestaunen und sagen: Was du mit mir machst, das ist ja crazy, das ist nicht von mir. Und wenn Menschen kommen und sagen: Guck, das war jetzt richtig stark, dieses Bild, dieser Vergleich, wow, dann kann ich von Herzen sagen: Ich fand es auch stark, weil ich weiß, es ist nicht von mir. Lasst uns gemeinsam Gott die Ehre geben, dass er mir ein Geheimnis verraten hat, das ich euch präsentieren durfte, verstehst du?
Und wenn wir Menschen zu Jesus führen und Menschen kommen und sagen: Warum passiert das immer wieder bei dir? Und Menschen zum Glauben kommen und sagen: Ja, es ist Gnade. Es kann nicht mein Wortschatz sein, es kann nicht meine Art sein, es kann nicht meine Rhetorik sein, es muss Jesus sein. Und dann öffnet er mir Türen zu Menschen, die ich nie gekannt habe, und auf einmal sagen die Leute: Warum hast du Beziehung zu dem? Warum kannst du in die politische Szene? Ich habe so ein Badge immer ins Bundeshaus, das ist bei uns der Bundestag, da sortieren draus. Warum kannst du das? Und ich sage: Ich weiß auch nicht, ich habe irgendwo Gnade gekriegt.
Warum hast du mit den Leuten Kontakt, die ...? Ich weiß auch nicht, Gott gibt Gnade. Warum öffnet Gott dir Türen? Wie hast du es gemacht, dass du dort und dort ...? Wie hast du es gemacht, dass du dein Buch in drei Tagen geschrieben hast? Dann sage ich: Ich hatte nur drei Tage. Aber irgendwo, ich weiß auch nicht, für mich, ich weiß nicht, wie es geschehen war, verstehst du? Gnade. Gnade ist: Du kannst nicht verstehen, warum, und dann wird das, was aus deinem Leben herauskommt, nicht ein Ziel, das du erreichst, sondern eine Erfüllung. Er erfüllt es, er. Und er braucht dich und gibt dir Gnade, dass du das Leben darfst.
Und weißt du, mögt ihr euch noch erinnern an den ersten Vers, Jeremia 17,5-6? Ich bin so dankbar, dass er da nicht aufhört. Es gibt zwei Folgeverse, die die rechte Seite dieses Bildes beschreiben. Der Folgevers in Jeremia heißt folgendermaßen: Beim ersten Teil ist verflucht ist der Mann, und am zweiten Teil: Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn vertraut und dessen Vertrauen der Herr ist. Er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht fürchtet, wenn die Hitze kommt. Sein Laub ist grün, im Jahr der Dürre ist er unbekümmert, und er hört nicht auf, Frucht zu tragen. Halleluja!
Da gibt es zwei Gegensätze, und die Frage ist: Welchen willst du wählen? Willst du den linken Weg? Das ist nicht sehr verheißungsvoll. Habe ich lange gemacht, und das machen ganz viele. Ganz viele, viele kommen und sagen: Ich möchte auch so ein Erlebnis, wo es mich einfach rumhaut und sagt: Hey, aber du musst nicht auf dieses Erlebnis warten, du kannst heute kapitulieren. Und ich merke nicht nur, weil ich gestern kapituliert habe, habe ich heute kapituliert. Ich muss das täglich immer wieder üben, mit Jesus unterwegs zu sein und sagen: Ich will abnehmen, damit du zunehmen kannst.
Es gibt diesen wunderbaren Vers in Klagelieder 3,22, wo es heißt: Ja, die Gnade des Herrn ist nicht zu Ende, ja, seine Barmherzigkeit hört nicht auf, es ist jeden Morgen neu, jeden Morgen neu, groß ist deine Treue. Und ich habe gemerkt: Dieses Erlebnis, das ich euch erzählt habe, liegt schon einige Jahre zurück. Aber heute lebe ich am 24. Mai 2026, und ich möchte diese Gnade für heute in Empfang nehmen.
Weißt du, Jesus ist wie ein Freund, der dich täglich beschenkt. Nun, wenn du Geburtstag hast und jemand klingelt an der Tür und du öffnest und er steht mit einem Geschenk da, dann denkst du: Das ist nice, super, nehm ich gern, danke vielmals. Aber stell dir mal vor, am Tag nach dem Geburtstag klingelt es wieder morgen früh an der Tür, und du öffnest und der Typ steht schon wieder mit einem Geschenk da. Dann sagst du: Hey, aber gestern hatte ich Geburtstag, du hast mir schon was geschenkt. Und er sagte: Kuno, du brauchst es für heute. Okay, ja, dann nehm ich’s halt.
Am nächsten Tag klingelt es wieder morgen, aber nicht schon wieder. Jetzt steht der Typ schon wieder da und will dich wieder beschenken, und das macht er jeden Morgen. Und weißt du, das Verrückte ist: Wir können das fast nicht handeln. Wir sind leistungsorientierte Menschen und denken: Nein, nein, nein, jetzt schenke ich zuerst was. Jetzt werde ich nämlich richtig stille Zeit machen, das wird ihn dann beeindrucken. Und Jesus sagt: Oh, bitte nicht, es kommt nicht gut. Doch, ich werde jetzt eine Gebetszeit halten für Nationen. Und Jesus sagt: Ja, es ist eine gute Idee, aber so wie es aufgegleist ist, bitte nicht.
Aus Gnade bin ich, was ich bin. Was ich lernen musste, ist, täglich diesem Jesus zu begegnen und zu sagen: Ich brauche deine Gnade, danke vielmals, dass du mir heute gibst. Ich möchte für die Nation beten. Jesus sagt: Das ist eine gute Idee, do it, aber aus Gnade. Ich möchte stille Zeit machen und eine richtig tolle Zeit haben zu deinen Füßen wie Maria. Und Jesus sagt: Come on, gute Idee, aber mach es nicht aus eigener Kraft. Verstehst du? Das ist ein ganz großer Unterschied.
Mein Leben – das kann meine Frau bezeugen – meine Predigtvorbereitungen haben sich markant verändert. Mein Leben, wie ich Menschen begegne, wie ich immer noch eine Leidenschaft habe, damit Menschen gerettet werden. Wir bauen Kirche für die, die nicht da sind. Aber ich war getrieben: Ich muss irgendwo ein erfolgreicher Christ sein. Und heute träume ich davon, dass meine Nachbarn zu Jesus kommen. Ich bete täglich für sie, aber nicht aus Disziplin und Leistung, sondern weil Gott mir Gnade dazu gibt. Total ein Unterschied!
Das Verrückte ist: Aus Gnade kommt Frucht, aus Leistung kommt Zerbruch, und ich möchte lieber Frucht. Ich habe mal Jesus gesagt, ich finde es nicht ganz fair, denn den Israeliten hast du so Erinnerungsmöglichkeiten gegeben. Die haben zum Beispiel bei der Türe, oben der Türe, die Tora aufgehängt, die zehn Gebote und so weiter. Gott hat sein Kästchen da auf die Stirne gemacht, die Juden, oder verschiedene Erinnerungsgeschichten oder einen Stein hingestellt, wo sie sagen: Jedes Mal, wenn wir neben diesem Stein vorbeikommen, wissen wir, hier sind wir durch den Jordan gezogen, und so weiter.
Da habe ich gesagt: Jesus, ich brauche eine Erinnerungsmöglichkeit, weil in dieser Leistungsgesellschaft, wo ich drin bin, erzählt mir niemand von Gnade. Also meine Französischlehrerin hat nie jemandem gesagt: Hey Kuno, du wirst das schon aus Gnade kriegen. Nein, die hat gesagt: Hey, jetzt klemm dich mal und lern die Wörtchen. Habe ich leider dann nicht getan. Aber okay. Aber Fakt ist, verstehst du: In dieser Gesellschaft kriegst du nichts aus Gnade. Und ich habe gesagt: Yes, ich bin so, ich kann ja nicht die Leistungsgesellschaft jetzt umändern, aber ich bin in deinem Reich und es funktioniert ganz anders, und du musst mir helfen. Gibt es nicht ein Bild, was mir helfen würde, immer wieder täglich zu verstehen: Oh ja, ich will kapitulieren und sagen, ich brauche dich, ohne dich kann ich nichts tun?
Und dann sagt er mir, ja, hat er mir so einen Gedanken gegeben und hat gesagt: Mein Gedanke ist, und eine Hilfe für dich ist, nimm täglich den Aufzug. Wir waren damals im Büro im ersten Stock, von einem Bürogebäude mit fünf Stockwerken, und der Aufzug sagte: Hey, nimm jeden Tag den Aufzug. Ich dachte: Was soll denn das? Und er hat gesagt: Schau dir mal an, wenn du den Aufzug nimmst – Aufzug sagt man dem, schon, den sagen wir dem Lift, aber bei Lift checkt er es nicht, also Aufzug. Okay. Wenn du den Aufzug nimmst, was machst du? Du drückst, du wartest, du gehst hinein, du drückst, du wartest, und er befördert dich dahin, wo du dir wünschst, ohne Kraftaufwendung. Nimm doch das, und das ist wie ein Reminder für dich, dass du checkst: Hey, ich lebe nicht aus eigener Kraft.
Ich habe gedacht: Also sorry, aber das ist peinlich im ersten Stock. Also das machen nur die Faulen und die Behinderten, die müssen den Lift, den Aufzug nehmen. Aber sorry, ich ... Das ist peinlich im ersten Stockwerk. Wer von euch nimmt im ersten Stockwerk einen Aufzug? Ah, gibt es doch solche. Aber für mich war es peinlich als leistungsorientierter Mann, Sportler. Nein! Und weißt du, dann stehst du da, drückst, gehst rein mit Leuten, mit fremden Leuten, und dann drückst du die Eins. Die schauen dich so an: Ist alles okay mit dir?
Weißt du, und dann hat Jesus gesagt: Das ist dein Problem. Wenn du im zehnten Stock oben wärst, dann würdest du sagen: Natürlich, ich brauche Gnade, ja natürlich, ich brauche den Lift, den Aufzug, ich brauche es. Aber im ersten Stockwerk denkst du, du könntest es aus eigener Kraft. Wie geht es? Ohne mich kannst du nichts tun, auch den ersten Stock nicht. Und deshalb bin ich von diesem Tag an in den Aufzug getreten, und dann kamen Leute wirklich, und ich drückte die Eins. Und ich erlebte die erniedrigenden Blicke, und es gab manchmal Momente, wo ich noch in der Türe stand und dann am Schluss sagte: Jetzt muss ich Ihnen noch etwas erklären. Wissen Sie, ich habe Jesus kennengelernt, der Gnade gibt, und das ist meine Übung, dass ich das nicht vergesse. Er möchte es auch für euch, nehmt es mit in diesen Tag, tschüss.
Und seither nehme ich den Aufzug. Ich nehme den Gnadenaufzug, das ist mein Erinnerer. Ich vergesse sonst. Ich bin dankbar, dass wir dann mit der Bürogemeinschaft bald einmal in den vierten Stock gezogen sind, dann war es etwas legaler. Aber weißt du, ich möchte ihn auch nehmen im ersten Stock.
Und das Zweite, was mir hilft, ist der Powerknopf. Es gibt einen Powerknopf, der gleich eingeblendet werden könnte. Den findest du auf jedem Gerät. Hast du diesen Knopf auch schon mal gesehen? Bei jeder KV-Maschine, bei jedem Computer. Weißt du, was dieser Knopf eigentlich ausdrückt? Das ist meine Interpretation. Das ist doch ein Kind, das seine Arme ausstreckt. So: Daddy, ich brauche dich. Und ich versuche, wenn ich so einen Powerknopf drücke, zu erinnern, zu merken: Ich brauche seine Gnade. Und dann kommt dieser Strich von oben. Weißt du, was das ist? Das ist die Gnade. Die kommt dann, wenn du kapitulierst. Und jedes Mal, wenn du einen On-Knopf drückst, einen Powerknopf, dann heißt er: Ah, ich kapituliere und ich lade dich ein, komm, Heiliger Geist.
Und weißt du, das ist Leben in Freiheit, das ist Leben aus Gnade. Da kannst du dich richtig freuen über das, was Jesus durch dein Leben tut. Aber manchmal geht es auch durch Zeiten, wo nicht so viel passiert, das ist auch Leben aus Gnade.
Und zum Schluss möchte ich dieses Bild nochmals bringen, bevor ich noch öffnen möchte für Fragen. Meine Frage ist: Wo stehst du, links oder rechts, in der Religion oder in Beziehung zu Jesus, als Leistung oder als Gnade? Römer 11,6 sagt: Du kannst nicht aus eigener Leistung und aus Gnade leben, Hybrid geht nicht. Das ist nicht möglich. Die Frage ist: Wo empfängst du immer wieder und wie empfängst du täglich die Gnade?
Jesus ist gekommen, er hat die Gnade und die Wahrheit gegeben. Er hat nicht irgendwo eben die Stabhochsprung-Latte dann runtergenommen auf ein erdenklich menschlich gutes Maß. Er hat nicht gesagt: Hey, da ist ein alter Zopf da mit dem nicht begehrlich Ansehen, und das machen wir etwas einfacher. Nein, Jesus hat gesagt: Jeder, der eine Frau begehrlich ansieht, hat die Ehe mit ihr gebrochen. Das ist heftig. Er hat es nicht heruntergenommen, sondern er hat gesagt: Das ist das Maß der Freiheit, dieser Wahrheit. Aber ich gebe euch Gnade, ihr werdet es nicht schaffen aus eigener Kraft. Aber ich gebe euch Gnade, weil ohne mich könnt ihr nichts tun.
Jetzt, Schwester Gaby, gibt es Fragen da in der Runde? Schwester Gaby würde mit dem Mikrofon herumgehen, Fragen zu dieser ganzen Leistung-Gnade-Geschichte. Ihr könnt gerne die Hand strecken, wenn ihr eine Frage zu dieser Thematik habt.
Rückfragen aus dem Publikum und praktische Klärungen
Du hast gerade gesagt, dass du dieses Problem aus Leistung eben oft auch so beim Predigtenschreiben, Andachtenschreiben hattest. Ich kenne es tatsächlich von mir auch so ein bisschen, dass ich mich da mehr unter Druck setze. Wie hat sich das aber dann bei dir geändert? Also wie schreibst du heute deine Predigten oder Andachten?
Gute Frage! Es gibt dann die Geschichte, dass Menschen in eine Hypergrace-Falle fallen. Die sagen dann: Ich muss gar nichts mehr. Es wird einfach von alleine geschehen. Aber das sagt Jesus ja nicht, oder sagt Paulus auch nicht: Ausnahmsweise bin ich, was ich bin, darum kann ich mehr leisten als der andere.
Ich versuche, aus der Beziehung zu Jesus eine Predigt zu entwerfen. Nicht im Sinn, dass ich von: Ich habe eine Idee, Jesus, könntest du mir helfen, diese Idee zu verwirklichen? Sondern meine Frage ist: Jesus, was ist deine Idee, und wie möchtest du mich darin irgendwo mitnehmen auf deinem Weg? Und damit versuche ich, ihm nachzufolgen. Er macht nicht mich irgendwo in meinen Gedanken noch etwas besser, und er muss mich dann supporten, sondern ich möchte einfach ihm dienen. Das ist ein grosser Unterschied.
Dann schreibe ich mir genau gleich. Ich habe vier, fünf Seiten Predigtnotizen, die Hälfte davon sind etwa Bibelverse, die ich mir notiere. Aber es ist eine ganz andere Angelegenheit. Es ist aus der Beziehung zu Jesus und nicht: Ich stehe da und muss irgendwas bringen, sondern ich weiss, es ist schon erbracht. Ich muss nur noch lernen, zu downloaden, was der Himmel für mich vorbereitet hat.
Was gehst du allgemein mit dem Thema Tod um? Wenn du zum Beispiel jetzt hörst, die Person ist gestorben, was machst du da am Anfang? Was ist der erste Schritt von A bis Z?
Wenn ich höre, dass jemand gestorben ist, dann ist für mich immer wieder eine Frage: Hat diese Person Jesus kennengelernt? Ist ihr Name im Buch des Himmels geschrieben? Das ist eine Grundfrage, die ich mitnehme. Entsprechend bete ich dann und freue mich, wenn sie ein Kind Gottes ist und jetzt Teil der himmlischen Community ist, wo wir alle mal hin wollen.
Gleichzeitig bete ich, wenn ich nicht weiss, dass es geschehen ist, um Gnade für diese Person. Aber schlussendlich bin ich nicht der Richter, sondern ich bin da und freue mich, wenn ich Menschen sehe, die schon am Ziel sind, an dem Ziel, wo wir alle sein wollen. Und ich ringe darum, dass viel mehr Menschen noch darüber sprechen.
Ja, da drüben ist noch eine Frage, oder wo ist noch eine?
Ja, also ich habe die Frage: Du hast ja gemeint, dass wir ohne Gott nichts machen können. Und für mich persönlich hat sich da die Frage gestellt: Meinst du das auch zum Beispiel beim Essen? Also ich kann nichts ohne Gott? Oder was genau bedeutet das? Vielleicht nur auf das Geistliche? Ich kann geistlich nichts ohne Gott erreichen oder auch gerade diesen jeden einzelnen Schritt, den ich mache?
Ich glaube, es ist beides. Ich glaube nicht, dass Jesus das auseinander nimmt, das Geistliche und die natürlichen Aktivitäten. Gott hat mir ja eilig den Stecker gezogen in natürlichen Aktivitäten. Ich kann nicht mehr reden, ich kann nicht mehr laufen. So merkte ich: Ah ja, ich kann wirklich nichts.
Und ich glaube, es ist in jedem Bereich: Ohne ihn können wir nichts. Es ist pure Gnade, wenn unser Bewegungsapparat funktioniert. Es ist Gnade, wenn wir denken können. Es ist Gnade, wenn wir beten können. Es ist Gnade. Sämtliche Bereiche sind Gnade. Und natürlich begnadigt er uns Menschen gigantisch, weil ganz viele Menschen nicht gecheckt haben, dass Gott Gott ist, und trotzdem beschenkt er sie so massiv.
Aber wenn wir das mal verstehen, dass eigentlich alles ein Geschenk des Himmels ist, dann gibt es ein ganz anderes Level von Dankbarkeit und Leidenschaft für ihn.
Ja, moin, vielen Dank für den schönen Vortrag. Ich hatte folgende Frage: Wie würdest du damit umgehen, wenn man merkt, dass man unter gewissen Umständen immer sehr unter Stress gerät und seine vollen Fähigkeiten nicht abrufen kann? Ich kenne das aus meinem eigenen Leben so, dass ich einerseits die Fähigkeiten, die mir Gott gegeben hat, bestmöglich einsetzen möchte, es aber nicht immer kann. Wie kann man in diesen Kontexten Gnade für sich selber in Anspruch nehmen, auch wenn man dann quasi nicht das erwünschte Ergebnis erreicht hat?
Gnade heisst ja nicht immer, dass wir damit erfolgreich sind oder leistungsfähig sind. Das ist ein Teil, was es sein könnte. Aber Gnade kann auch sein. Für mich ist es wie das Auto, das ein solarbetriebenes Auto ist. Wenn es irgendwo nicht so heiss ist und die Sonne nicht scheint, dann kann ich halt nicht so schnell beschleunigen wie normal.
Und ich glaube, das kann ja auch ein Prozess sein, aus der Liebe Gottes zu leben. Und er hat nicht immer gesagt: Hey, das wird immer Highspeed sein. Sondern es kann auch mal ganz, ganz schön slow sein. Und dann zu lernen und zu sagen: Okay Gott, ich gebe mich einfach dir hin. Du regelst meine Ressourcen, du befähigst mich. Ich möchte eigentlich mehr, aber ich sage Ja zu deinem Prozess und ich halte mich an dich, im Wissen, dass deine Ressourcen unendlich sind. Und im gleichen Atemzug zu merken: Aber im Moment ist es bei mir nicht der Fall.
Und da in dem drin einfach auszuhalten und zu sagen: Jesus, ich lasse an deiner Gnade genügen. Deine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Das würde ich in diesem Moment umarmen.
Noch eine letzte Frage: Meine Frage, ich glaube, zum Teil wurde die schon beantwortet, aber mich würde interessieren, nach dieser Kapitulation, die du erlebt hast, hat sich dein Umgang mit Dankbarkeit verändert?
Genau. Das ist sicher ein grosser Punkt. Auf einmal verstehst du: Jesus ist nicht der Supporter, der das, was du gemacht hast, jetzt noch besser macht, sondern er ist der Ermöglicher von allem.
Ich bin ja in ganz vielen Kirchen unterwegs, und es ist manchmal spannend, an einem Sonntagmorgen, bevor die Kirche startet, zu hören, wie man betet. Es gibt Kirchen, da betet man so: Wir haben das Beste jetzt gegeben, Jesus, könntest du kommen und das segnen? Dann denke ich: Das klingt jetzt nicht nach Gnade.
Das andere wäre: Jesus, eigentlich haben wir nichts. Wir haben dir alles gegeben, vielleicht fünf Fische und zwei Brote, das haben wir dir gegeben. Jetzt sind wir mal wieder gespannt, was du daraus machst.
Und ich glaube, das gibt eine neue Dimension von Abhängigkeit, von Beziehungstiefe und von Dankbarkeit.
Jetzt würde ich gerne noch beten, weil ich glaube, dass ganz viele auch da drin sitzen, die dieses Joch der Leistung haben. Weisst du, im Alten Testament hat Jesaja gesagt, es wird einer kommen, der den Treiberstab zerbrechen wird, der uns immer sagt: Du musst mehr, du musst mehr. Und das ist Jesus. Er hat ihn zerbrochen, und er will in uns reinkommen, damit wir mehr können, aber nicht aus eigener Kraft.
Darf ich kurz dafür beten, dass dieser Stab zerbrochen wird und dieses Joch, das uns oft religiös erdrückt, zerbrochen wird? Und wir Menschen sind ja das Gnadeleben. Und ich danke, Jesus, dass du wirklich zu unserem Fluch an das Fluchholz gegangen bist, um den Fluch der Leistung zu tragen. Und ich danke dir, dass du wirklich erschienen bist als die Gnade selbst.
Und ich bete, dass du jetzt diesen religiösen Geist, der oft unser Leben knechtet, wie ein Treiberstock ist, zerbrichst. Und uns dieser gnädige Hirte wirst, der uns leitet und führt, und wir uns als deine Schafe von dir leiten und begnadigen lassen. Danke, dass du etwas anfängst an diesem Tag, das gewaltige Früchte trägt, weil wir kapitulieren und immer wieder vor dir alles erwarten. Danke, Jesus!
Und ich bete um Schutz für das, was wir gehört haben, dass es im Herzen ist und hundertfache Frucht bringt. Amen!
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