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Das Gleichnis von den zwei Söhnen – Teil 1

Jesu Leben und Lehre, Teil 694/697
24.03.2026Matthäus 21,27-32
SERIE - Teil 694 / 697Jesu Leben und Lehre

Herausforderung durch die religiöse Führung und Jesu Erwiderung

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 694 Das Gleichnis von den zwei Söhnen

Die Schriftgelehrten, Hohenpriester und Ältesten, die Jesus mit ihrer Frage herausfordern wollten, sind zum Schweigen gebracht.

 Matthäus 21,27: Und sie antworteten Jesus und sprachen: „Wir wissen es nicht.“ Da sagte er zu ihnen: „So sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht ich diese Dinge tue.“

Sie sind nicht ehrlich. Jesus sieht keinen Grund, ihnen auf ihre heimtückische Frage zu antworten.

Und das Gute dabei ist: Alle Zuhörer wissen, dass er sich nicht drückt. Er hatte ja klar formuliert, Matthäus 21,24: Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: „Auch ich will euch ein Wort fragen, und wenn ihr es mir sagt, so werde auch ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich diese Dinge tue.“ Merkt ihr, Jesus drückt sich nicht.

Er erwartet nur eine Antwort auf seine eigene Frage, bevor er die Frage seiner Gegner beantworten will. Seine Frage ist nicht einmal sehr kompliziert. Zumindest nicht, wenn man nicht jemand ist, der Johannes den Täufer für einen Scharlatan hält und gleichzeitig ein hohes politisches oder religiöses Amt in Israel innehat.

Die Zuhörer wissen also, dass Jesus sich nicht drückt. Sie ahnen auch, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Mindestens müssten sie überrascht sein, so nach dem Motto: Warum bestätigen die Hohenpriester und Schriftgelehrten eigentlich nicht das, was wir alle wissen, nämlich dass Johannes der Täufer ein Prophet war, den Gott uns geschickt hat?

„Wir wissen es nicht“ ergibt einfach keinen Sinn. Das klingt, als hätten sie noch nie wirklich über Johannes den Täufer nachgedacht. Diese Antwort ist offensichtlich taktisch. So nutzt der Herr Jesus jetzt die Gelegenheit, seinen Gegnern ihr eigenes Herz offenbar zu machen, und dazu erzählt er ihnen ein Gleichnis.

Einführung in die Erzählung und die erste Reaktion

 Matthäus 21,28

Was meint ihr aber hierzu? Ein Mensch hatte zwei Kinder, und er trat hin zu dem ersten und sprach, Kind: „Geh heute hin, arbeite im Weinberg.“ Ein ganz einfacher Einstieg.

Ein Vater bittet seinen Sohn darum, in den Weinberg der Familie zu gehen und dort zu arbeiten. Zugegebenermaßen kann die Anrede „Kind“ eine Tochter oder einen Sohn meinen. Der Kontext körperlicher Arbeit im Weinberg legt jedoch nahe, dass es sich hier um einen Sohn handelt. Die Anrede ist bewusst liebevoll und persönlich. Der Vater tritt nicht besonders autoritär auf.

Umso mehr überrascht die Antwort des Sohnes (Matthäus 21,29): Der aber antwortete und sprach: „Ich will nicht.“ Für einen Juden im ersten Jahrhundert war das hier ein No-go. Söhne hatten ihren Vätern zu gehorchen. Aber so ist das halt bei einem Gleichnis, es will provozieren.

Und wir sind noch nicht fertig, denn der erste Sohn überlegte es sich noch einmal (Matthäus 21,29): Der aber antwortete und sprach, ich will nicht; danach aber reute es ihn, und er ging hin. Wir lesen nichts über die Reaktion des Vaters. Wichtig ist nur, dass der erste Sohn, der zuerst abweisend reagiert hatte, es sich danach doch noch einmal überlegte und in den Weinberg geht, um dort zu arbeiten.

Der zweite Sohn, die abschließende Frage und die Antwort der Volksvertreter

Der Vater wendet sich derweil dem anderen Sohn zu (Matthäus 21,30). Er trat zu dem Zweiten und sprach ebenso. Der aber antwortete und sprach: „Ich gehe hin.“ Dennoch ging er nicht.

Das genaue Gegenteil tritt hier zutage. Der Vater erteilt denselben Auftrag. Die Reaktion des zweiten Sohnes ist zustimmend: „Ich gehe hin.“ Trotzdem arbeitet er nicht im Weinberg. Formal stimmt alles. Höflich und respektvoll nimmt der Sohn die Bitte des Vaters an, doch trotz seiner Zusage erfüllt er sie nicht.

Nun stellt Jesus seine Frage (Matthäus 21,31): Wer von den beiden hat den Willen des Vaters getan? Die Frage wirkt harmlos, trägt jedoch eine große Sprengkraft in sich. Die Hohenpriester, Ältesten und Schriftgelehrten merken noch nicht, wie gefährlich diese Frage ist.

Sie antworten sofort und sagen: der Erste (Matthäus 21,31). Genau! Der Vater wollte, dass seine Söhne im Weinberg arbeiten. Der Erste hatte zunächst keinen Willen dazu, ging aber in sich; es reute ihn, und er entschied sich um. Nur der erste Sohn tat das, was der Vater wollte.

Die Gegner Jesu erkennen dies genau — so genau, dass der Herr Jesus nun die Falle zuschnappen lassen kann.

Auslegung: Umkehr, Gnade und Aufforderung zur Selbstprüfung

 Matthäus 21,31 Wer von den beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sagen: der Erste. Jesus spricht zu ihnen: wahrlich, ich sage euch, dass die Zöllner und die Huren euch vorangehen in das Reich Gottes.

Merkt ihr, wie Jesus das Gleichnis auf die Situation anwendet, in der er sich befindet? Wahrlich, ich sage euch — was jetzt kommt, ist wichtig und gewichtig. Zöllner und Huren: Im Gleichnis ist das der erste Sohn. Für die religiöse Elite sind diese beiden Personengruppen der Inbegriff eines sündigen Lebensstils. Und mit Sicherheit haben sie ihren Ruf auch verdient. Sie haben für alle sichtbar Nein zum Anspruch Gottes gesagt.

Aber es sind gerade diese schlimmsten Sünder, die offen sind für die Botschaft von Johannes dem Täufer und Buße tun. Matthäus 21,32 Denn Johannes kam zu euch im Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht. Die Zöllner aber und die Huren glaubten ihm. Unter den von Johannes im Jordan Getauften waren viele Zöllner und Huren, Sünder jeder Couleur.

Natürlich haben sie Johannes nicht nur geglaubt und dann einfach sündig weitergelebt. Immerhin war die Taufe des Johannes eine Taufe der Buße, also der Umkehr. So wie der erste Sohn im Gleichnis erst nichts vom Auftrag des Vaters wissen wollte, dann Reue empfand und in den Weinberg ging, so wollten auch die Zöllner und Huren zunächst nichts von Gottes Geboten wissen und taten sich dann der Umkehr.

Wenn Jesus hier also von Zöllnern und Huren spricht, die eher ins Reich Gottes kommen als die theologische Elite Jerusalems, dann meint er die Buße, die sie getan hatten. Sie hatten die Predigt von Johannes gehört, ihm geglaubt und sich zum Gott Israels umgekehrt. Sie waren ins Reich Gottes hineingegangen. Gott selbst war König in ihrem Leben geworden.

Es kommt eben im Leben nicht auf den Start an, sondern immer auf den Schlusseinlauf. So bringt Salomo es wunderbar auf den Punkt: Prediger 7,8 — besser das Ende einer Sache als ihr Anfang.

Unser Gott ist ein barmherziger Gott; er ist langsam zum Zorn und groß an Gnade. Egal wie sündig ein Mensch ist: Wenn er aufrichtig Buße tut, ist Gott bereit, ihn ins Reich Gottes aufzunehmen.

Was könntest du jetzt tun? Frage dich, ob es sein kann, dass auch in deinem Leben religiöse Gewohnheiten als Ausrede herhalten, um nicht Buße zu tun.

Das war's für heute. Wenn du sie noch nicht heruntergeladen hast, besorge dir doch die Frogwords-App. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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