Serie•Teil 2 / 27Der Hebräerbrief
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Einordnung des Briefes und seine große Linie
Wir haben also in der letzten Stunde, beziehungsweise schon in der Stunde davor, darüber gesprochen, wer der Verfasser ist und wer die Empfänger dieses Buches, dieses Briefes, sind. Wir haben uns dann noch kurz mit dem Thema beschäftigt. Was ist das Thema?
Nun, ich möchte es wiederholen: Das Thema dieses Briefes ist ein Aufruf zum Festhalten und Treubleiben im Glauben. Man könnte das ganze Buch in drei große Teile gliedern, in drei große Teile.
Der erste Teil umfasst Kapitel 1 bis 10. Dort gibt der Schreiber Gründe, Motivationen und Aufforderungen zum Treubleiben im Glauben oder zum Festhalten im Glauben, zum Festhalten der Hoffnung und zum Treubleiben beim Herrn. Also: Gründe, Aufforderungen und Motivationen zum Festhalten der Hoffnung und zum Treubleiben beim Herrn. Kapitel 1 bis 10. Festhalten der Hoffnung ist ein Zentralbegriff, und Treubleiben im Glauben ist ein weiterer Zentralbegriff. Glauben kommt immer wieder vor. Es geht also um Gründe, Motivationen und Aufforderungen zum Festhalten der Hoffnung und zum treuen Bleiben im Glauben.
Der zweite Teil ist Kapitel 11. Das passt gar nicht richtig in die ersten zehn Kapitel hinein. Es ist ein eigenes Kapitel, und man tut sich schwer mit der Gliederung, wenn man fragt, wie man Kapitel 11 unterbringen kann. Aber es ist ein eigener Teil im ganzen Brief. Ich habe mich lange gewehrt, musste dann aber kapitulieren. Es ist wirklich ein eigener Teil im ganzen Brief: Kapitel 11. Also, zweiter Teil: Kapitel 11 ist die Schilderung des Glaubens, eines Glaubens, der treu bleibt, der Gott die Treue hält. Es wird hier dargestellt, wie dieser Glaube aussieht, was das für ein Glaube ist, und die Glaubenszeugen werden angeführt, die ältesten männlichen Glaubenszeugen.
Der dritte Teil sind die restlichen Kapitel, Kapitel 12 und 13. Dort finden sich weitere Forderungen und Anweisungen als Hilfe zum Treubleiben. Er setzt also die Aufforderungen fort und gibt dann auch weitere Anweisungen und Aufforderungen zum Treubleiben.
Wir haben also drei große Teile: erstens, zweitens, drittens. Dabei kann man den ersten und den dritten Teil natürlich noch einmal in zwei Abschnitte unterteilen.
Der erste Teil hat zwei Abschnitte. Der eine Abschnitt ist Kapitel 1 bis 4. Denn dort geht es immer um das Reden. Wenn man das beachtet, dann zieht sich durch Kapitel 1 bis Kapitel 4 das Wort Gottes, das Reden: Gott hat neu geredet. Und dieser Vermittler des neuen Redens Gottes ist Christus. Also Christus, der Vermittler des neuen Redens Gottes, und auf ihn ist zu hören, auf ihn ist zu achten. Jesus Christus, der Vermittler des neuen Redens Gottes. Kapitel 1 bis 4.
Der erste Hauptabschnitt: Gottes neues Reden
Bevor ich hier weitergehe, gebe ich ein paar Belege dafür.
Vers 1: Gott hat geredet. Vers 2: Gott hat geredet. Vers 3: Durch den Sohn. Und dann wird der Sohn beschrieben.
- Kapitel 1: Deswegen haben wir umso mehr auf das zu achten, was wir gehört haben. 2. Kapitel 3: Wie werden wir entrinnen, wenn wir das missachten? 2. Kapitel 1.
Dann 3. Kapitel 1: Deswegen achtet auf den Gesandten und Hohenpriester. Ein Gesandter ist einer, der eine Botschaft von Gott hat, und dieser heißt Jesus Christus, ein Apostolos auf Griechisch. Achtet auf den Apostolos und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, ein Sendbote, ein Apostolos. Ein Sendbote hat eine Botschaft. Achtet auf den Gesandten und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus Christus!
- Kapitel 1, dann 3. Kapitel 7: Darum, wie der Heilige Geist sagt: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. Es geht immer noch um das Reden Gottes, und zwar um das neue Reden Gottes im Sohn.
Dann, also das war jetzt 3. Kapitel 7. Dann 4. Kapitel 1: Während eine Verheißung, in die Ruhe einzugehen, noch übrig gelassen ist, ist eine Verheißung da. Das ist ein Reden Gottes, eine Verheißung.
- Kapitel 2: Denn auch uns ist eine gute Botschaft gesagt worden, eine neue Botschaft, das Reden Gottes im Sohn. 4. Kapitel 2.
- Kapitel 3: Wir, die wir glaubten, gehen in die Ruhe ein. Woran haben wir geglaubt? An die gute Botschaft. Wir, die wir glaubten, nämlich an die gute Botschaft, gehen in die Ruhe ein.
- Kapitel 11: Befleißigen wir uns also, einzugehen, denn – Begründung, warum sollen wir fleißig sein, einzugehen? Denn ...
- Kapitel 12: Das Wort Gottes ist lebendig. Das Wort Gottes, das Reden Gottes ist gemeint, ist lebendig und kräftig und schärfer als ein zweischneidiges Schwert.
Also, es geht bis Kapitel 4 um dieses Wort Gottes, um dieses Reden Gottes, und Christus ist der erhabene Vermittler dieser Botschaft, dieser Offenbarung. Das ist also Teil 1, Abschnitt A.
Dann Abschnitt B: Das ist jetzt Kapitel 5 bis 10. Abschnitt B. Da haben wir dann die Beschreibung dieses Hohenpriesters. Da wird dann dieser Hohepriester Jesus Christus als der erhabene priesterliche Mittler beschrieben. Also: Kapitel 1 bis 4 haben wir Jesus Christus als den Mittler des Redens Gottes, Kapitel 5 bis 10 Jesus Christus als den priesterlichen Vermittler. Priesterlicher Mittler, Kapitel 5 bis 10, Abschnitt B.
Und das geht dann bis zum Ende von Kapitel 10. Es bleibt die ganze Zeit das Thema. Zum Schluss kommt dieser Aufruf noch, aber alles im Zusammenhang mit diesem Thema, dem Hohenpriester. Kapitel 10: Am Ende heißt es ja, in der Mitte heißt es dann: Da wir so einen großen Priester haben, lasst uns zu ihm treten. Und zum Schluss heißt es: Werft eure Zuversicht nicht weg, euer Zutrauen nicht weg.
Der zweite und dritte Hauptteil des Briefes
Wir haben also hier zwei Abschnitte, ganz klar. Sie sind sehr deutlich voneinander abgesetzt. Dann kommt dieses Kapitel elf über den Glauben. Danach haben wir noch Kapitel zwölf und dreizehn.
Kapitel zwölf ist wieder eine sehr starke Aufforderung, auf das Reden zu hören. Noch einmal in 12,25. Wir sollen darauf achten, dass wir den, der vom Himmel her redet, nicht verachten. Das ist 12,25.
Und dann haben wir in Kapitel dreizehn noch eine weitere allgemeine Anweisung für das christliche Leben im Glauben. Auch dort werden sie wieder aufgefordert, auf das zu hören, was sie von den Lehrern bekommen haben, was die Lehrer ihnen gesagt haben. Das steht in 13,7: Denkt an eure Leitenden, eure Leiter, ahmt ihren Glauben nach. Und dann in 13,17: Gehorcht euren Leitenden. Gehorcht hier im Sinne von: im Vertrauen gehorchen. Es gibt hier ein griechisches Wort, das heißt gehorchen im Vertrauen, gehorchen als solche, die vertrauen.
Man muss Leuten, denen man gehorchen möchte, auch ein gewisses Vertrauen entgegenbringen. Wenn ich jemandem nicht vertraue, dann werde ich ihm nicht gehorchen. Also das ist jetzt so die grobe Gliederung dieses Buches.
Der Schlüssel am Anfang des Briefes
Jetzt wollen wir uns die ersten Verse genauer anschauen. Die ersten Verse sind sehr, sehr wichtig. Sie sind Schlüsselverse.
Jemand hat gesagt: Wenn du in ein Haus hinein willst, wo hängt der Schlüssel? Entschuldigung, ich muss den Fotoflärschlüssel näher, ich verstehe es nicht. Ich denke, ich werde mich ein bisschen hinsetzen, es geht dann schon. Also: Wenn wir in ein Haus hinein wollen, wo hängt der Schlüssel? Ja, so ist gut, glaube ich. So ist gut. Bei der Tür. Er ist nicht versteckt irgendwo im Keller oder am Dachboden. Er hängt bei der Tür.
Und da ist die Tür: Kapitel 1, Vers 1. Und da hängt der Schlüssel zum ganzen Brief, dem Hebräerbrief. Kapitel 1, Vers 1 und Vers 2 sind der Schlüssel zum ganzen Buch. Es ist oft so. Manchmal hängt noch ein Schlüssel an der Hintertür. Es gibt auch Bücher in der Bibel, wo vorne der Schlüssel ist und hinten der Schlüssel. Aber hier ist er ganz klar vorne.
Ja, ein langer Satz, und diesen langen Satz wollen wir uns dann gleich anschauen. Der Lehrer hier, dieser Hebräer-Schreiber, ist ein ausgezeichneter Lehrer. Er verliert überhaupt keine Zeit für Nebenfragen. Er beginnt gleich mit der fundamentalen Frage, die das Christentum vom Judentum trennt.
Die Frage ist: Wer ist Jesus Christus? Ist Jesus von Nazaret der Sohn Gottes? Oder ist er das nicht? Und das war eine entscheidende Frage. Wir sind vielleicht im Glauben aufgewachsen, und das hat man uns hundertmal gesagt und tausendmal gesagt, dass Jesus Christus von Nazaret der Sohn Gottes ist. Und wir denken gar nicht mehr daran. Das ist ja klar. Aber das war für Juden eine sehr, sehr wichtige Frage. Eigentlich auch für viele, viele Weltmenschen ist das eine sehr wichtige Frage, und wir konfrontieren sie zu wenig mit dieser Frage. Wir sollten das mehr tun. Das ist nämlich die entscheidende Frage überhaupt.
Die Leute haben kein Problem, an Gott zu glauben, an irgendeinen Gott oder eine höhere Macht usw. Glauben Sie aber an einen Zimmermann von Nazaret? Soll das der Sohn Gottes sein? Die Rabbis von unseren Freunden hier wollten wissen, warum diese Leute hier den Glauben verlassen haben, den Glauben der Väter, den jahrtausendelang alten Glauben, der sich bewährt hat, den Glauben an den jüdischen Gott und an die jüdischen Riten und an die Gebote. Warum haben sie den Glauben verlassen und folgen jetzt einem abtrünnigen, einem gotteslästerlichen Menschen nach, der von Nazaret kommt, dem Zimmermann, und sagt, er sei der fleischgewordene Gott?
Die hatten gute Argumente, diese Rabbis. Die haben gesagt: Lest doch in eurer eigenen Bibel. Lest doch nach bei Mose, 1. Mose, 5. Mose, bitteschön, Kapitel 6. Da weiß man, wie viele Götter es gibt. Was haben die im Kindergarten gelernt? Elohim, Yahweh, Echad. Gott ist ein Gott, und er ist ein einiger Herr. Und es gibt keinen anderen Gott neben ihm. Es gibt nur einen Gott. Das große, wichtige, höhere Israel: Der Herr, ein Gott, ist ein einiger Gott, ein einziger Gott. Das hat jeder auf dem Türpfosten stehen gehabt von den Juden. Und die sind alle unterwiesen worden: Es gibt nur einen Gott.
Und wer seid ihr, die jetzt behaupten wollt, der Hohe Rat hätte einen Fehler begangen, dass er diesen gotteslästerlichen Jesus, den Mann von Nazaret, hingerichtet hat? Die haben genau das getan, was in dem Buch Mose steht, was man tun muss mit Gotteslästerern. Die haben ihn getötet. Genau das war das Richtige.
Die Rabbis sind stark gekommen. Wollt ihr es besser wissen als die Rabbis, als die Führer Israels? Kehrt zurück zu dem Glauben eurer Väter. Brecht nicht das Herz eurer Eltern. Macht nicht euer Leben kaputt. Bringt nicht Schande über Israel, indem ihr den Glauben eurer Väter verlasst, dem ihr von Kindheit an unterwiesen worden seid.
Kein Wunder, dass die hebräischen Christen ins Wanken geraten sind. Kein Wunder. Und es war ja nicht zu leugnen, dass diese christlichen Apostel Fischer und Zöllner waren, keine studierten Leute. Also sollen jetzt die Fischer und Zöllner besser Bescheid wissen als die jüdischen Rabbis, die geschulten Theologen?
Man muss sich vorstellen, diese Geschwister hier sind innerlich in große Drangsal gekommen.
Die entscheidende Frage nach der Person Jesu
Und jetzt ist die Frage: Wie wird der Schreiber vorgehen? Er hat ein mitfühlendes Herz. Er weiß, was diese Leute beschäftigt. Wie wird er die Leute bis hin in große Gefahr führen?
Die große, entscheidende Frage ist: Ist Jesus Christus der Sohn Gottes oder ist er es nicht? Und wenn er nicht der Sohn Gottes ist, dann war das ganze Evangelium eine Illusion. Dann haben sie keine Vergebung der Sünden. Dann sollten sie schleunigst wieder zu dem jüdischen Opfergottesdienst zurückkehren. Dann sollten sie ihre Opfer bringen und Gott um Vergebung bitten, dass sie einem Falschen geglaubt haben. Dann wäre es töricht und dumm, das Leben für einen Zimmermann von Nazareth aufzuopfern.
Auf der anderen Seite: Wenn er wirklich der Sohn Gottes ist, dann wäre es die größte Dummheit des Lebens, das ganze Leben nicht diesem Jesus Christus von Nazareth zu opfern und nur für ihn zu leben. Es wäre töricht, für etwas anderes zu leben als für diesen Jesus Christus von Nazareth. Es wäre völlig unlogisch, für etwas anderes zu leben.
Das ist die große Frage: Also, wer ist dieser Jesus Christus von Nazareth? Und wie geht er jetzt vor?
Übrigens hat Johannes selbst, Johannes der Apostel, das ja auch gesagt: Die entscheidende Hilfe, in dieser Welt zu überwinden, ist der Glaube an den Sohn Gottes. 1. Johannes 5,4-5. Alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt, und das ist der Sieg. Wer hat die Welt überwunden? Unser Glaube. Welcher Glaube denn? Wer aber ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?
Dieser Glaube, dass Jesus der Sohn Gottes ist, das ist das Entscheidende. Das hilft, die Welt zu überwinden. Das hilft in der Frage: Wofür werde ich mich einsetzen? Werde ich für diese Welt leben oder werde ich für den Sohn Gottes leben?
Der lange Anfangssatz als theologischer Schlüssel
Was wird er jetzt machen? Er kommt gleich zur Sache. Es gibt nicht einmal einleitende Worte. Er fängt ganz schnell an, und da ist dieser lange Satz, aber ein sehr, sehr wichtiger Satz. Dieser Sohn, durch den Gott geredet hat, der ist auferstanden, der ist in den Himmel gefahren und hat sich zur Rechten Gottes gesetzt. Gott hat geredet, Gott hat neu geredet im Sohn.
Also, das ist der Kernsatz, und ich möchte das jetzt mit euch ein bisschen herausarbeiten. Ich denke, ihr habt ja auch schon daran gearbeitet. Vielleicht könnte sich jemand dazu äußern: Was habt ihr geschrieben? Wer schon die Fragen beantwortet hat, ihr solltet ein paar Fragen jetzt beantworten, von den ersten Versen. Was haben Sie geschrieben, was ist der Kernsatz, was ist der Hauptsatz in diesem langen Satz?
Wenn man einen langen Satz hat, ist es immer wichtig, dass man herausarbeitet, was der Hauptsatz ist. Das haben wir im Deutschunterricht schon vor langer Zeit gelernt, und einige von Ihnen vor nicht langer Zeit. Jedenfalls ist das eine gute Übung, auch im Deutsch. Da hat man einen sehr langen Satz, und hoffentlich haben Sie eine gute Übersetzung. Denn wenn Sie eine gute Übersetzung haben, dann haben Sie einen langen Satz. Wenn Sie eine schlechte Übersetzung haben, dann haben Sie dort einen kurzen Satz. Also hoffentlich haben Sie einen langen Satz dort stehen.
Der Satz geht von Vers 1 bis Vers 4, dann kommt ein Strichpunkt, ein Semikolon oder irgend so etwas. Man könnte eigentlich den Satz weiterführen, das heißt, der Satz geht also in Wirklichkeit mindestens bis Vers 5. Dann kommen eine Reihe von Zitaten, die gehören eigentlich inhaltlich auch dazu, aber es sind natürlich eigene Sätze.
Also: Der Satz beginnt mit „Nachdem Gott zu alter Zeit vielmals und auf viele Weisen zu den Vätern geredet hatte durch die Propheten, redete er in diesen Tagen den letzten zu uns durch einen, der Sohn ist, den er zum Erben von allem einsetzte, durch den er auch die Welten machte, welcher als der, der die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens ist und auch alle Dinge mit dem Wort seiner Kraft trägt, sich, nachdem er durch sich selbst die Reinigung von unseren Sünden vollzogen hatte, zur Rechten der Majestät in den Höhen setzte, da er um so viel besser als die Engel geworden war, als er einen vorzüglicheren Namen, der sie überragt, geerbt hat. Denn zu welchem der Engel sagte er jemals: Du bist mein Sohn, ich habe dich heute geboren?“
Langer Satz.
Die Gegenüberstellung von früherem und neuem Reden
Das ist so: Die Schreiber in früheren Zeiten haben lange Sätze gemacht. Das war auch schon vor hundert Jahren so. Vor hundert oder vor hundertfünfzig Jahren, wenn man da gewisse Bücher liest, gibt es oft Sätze, die eine ganze Seite lang sind. Das war nichts Ungewohntes, und es war für die Leute damals kein Problem.
Heutzutage sind wir natürlich sehr, sehr degeneriert. Durch die Entwicklung des Bildes sind wir Leute geworden, die zur primitiven Stufe zurückgegangen sind. Die höhere Stufe kann mit dem Wort leben, die primitivere Stufe lebt mit dem Bild. Und so wird dem Menschen heute das Bild immer wichtiger; der Mensch wird immer primitiver. Das ist also gerade das Gegenteil von dem, was die Evolutionisten behaupten: Statt dass wir uns aufwärts entwickeln, entwickeln wir uns abwärts.
Aber eigentlich ist es den Leuten, die mit Bildung zu tun haben, klar, dass der Mensch sich abwärts entwickelt statt aufwärts. Wir müssen jetzt darauf schauen, dass wir das wieder wettmachen, dass wir wieder lernen, lange Sätze zu lesen, dass wir wieder lernen, lange Sätze zu hören. Das erfordert ganz schön viel Arbeit, weil wir verbildet sind. Allein das deutsche Wort Bildung ist ja schon eigenartig: Da steckt das Wort Bild drin, als ob es bei Bildung um Bilder ginge. Das ist ja ganz bezeichnend, oder?
Ja, jedenfalls jetzt zurück. Was ist der Hauptsatz? Es beginnt ja mit einem Nebensatz. Nachdem ist die Einleitung eines Nebensatzes, oder? Was ist der Hauptsatz? Herr, bitte! Gott redete durch den Sohn.
Ja, er redete durch den Sohn. Und Gott, das Subjekt, kann man aus dem Nebensatz entnehmen; das ist klar. Im Prinzip wird es vorher genannt, also Gott: Gott, nachdem er zu aller Zeit vielmals und auf allerlei Weisen zu den Vätern geredet hatte, redete in diesen letzten Tagen zu uns durch den Sohn.
Also: Gott redete durch den Sohn, das ist der Hauptsatz. Gott redete durch den Sohn. Gott hat geredet, hat neu geredet, nachdem er vorher anders geredet hat oder oft geredet hat und so weiter. Jetzt redete er im Sohn. Gott redete im Sohn.
Und dieser eine Satz bestimmt das Thema bis Kapitel vier: Gott redete in dem Sohn. Der Sohn ist der Vermittler des neuen Redens Gottes, und darauf ist jetzt zu achten. Gott redete im Sohn.
Die Struktur des Satzes und die Stellung des Sohnes
Und dann habe ich versucht, das auf der Tafel ein wenig darzustellen, damit wir diesen Satz besser in den Griff bekommen.
Also: Nebensatz, nachdem Gott geredet hat; Hauptsatz: redete er im Sohn. Dann wieder ein Nebensatz, das ist jetzt ein Relativsatz zu dem Sohn: welchen Sohn? Ja, den er zum Erben eingesetzt hatte. Zweiter Relativsatz zu dem Sohn: durch den er die Welt machte. Dritter Relativsatz zum Sohn: welcher sich zur Rechten Gottes setzte.
Wir haben hier also drei, vier, drei, drei Relativsätze, die sich auf den Sohn beziehen, wobei noch vier Gedanken eingeschoben sind, oder nein, vier Gedanken, drei Sätze: die Ausstrahlung, das ist eigentlich nicht im Text; die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens, seiend und alle Dinge tragend. Ich habe sie als Partizipien, damit es uns ein bisschen bewusster wird, bewusst als Partizipien genommen. Das war wie im Griechischen. Das sind eigentlich Satzteile, keine Sätze, keine Nebensätze. Es ist ein Satzteil, ein Mittelwort der Gegenwart: seiend, tragend, welcher sich zur Rechten Gottes setzt.
Dieser „welcher“ ist eingeschoben. Er ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit, und er ist der Abdruck seines Wesens. Und er trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft. Zu ihm, welcher sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden vollbracht hat, zur Rechten Gottes setzt. Und dann geht der Satz noch ein bisschen weiter, aber das habe ich jetzt gelassen.
Wir möchten uns also ein wenig hineinversetzen. Er kommt gleich zur Sache und zeigt die Grundaussage: Gott hat neu geredet in dem Sohn. Und in welchem Sohn? In dem Sohn, der sich zur Rechten Gottes gesetzt hat. Das ist der Kern. Das hat ihn als Sohn Gottes erwiesen, dass er aus den Toten auferstanden ist und dass er sich dann zur Rechten Gottes gesetzt hat. Das hat ihn als den Sohn Gottes erwiesen.
Paulus sagt das auch in Römer 1,4: Durch die Auferstehung als Sohn Gottes erwiesen in Kraft. Römer 1,4. Da ist er auferstanden und hat sich zur Rechten Gottes gesetzt.
Und dann sagt er: Euer eigenes altes Testament bestätigt, dass der Messias eine göttliche Person ist, weit über die Engel. Das will er jetzt zeigen, und das wird er auch zeigen. Und dann will er noch zeigen, dass dieser Messias des Alten Testaments der Jesus von Nazaret ist. Und wenn er das hat, dann ist alles wieder klar.
Die drei Unterschiede zwischen altem und neuem Reden
Also, wie beginnt er? Er beginnt mit dem Kernsatz: Gott redete im Sohn, und zwar neu. Gott hat neu geredet. Nachdem er vorher durch die Propheten geredet hatte, hat er jetzt durch den Sohn geredet. Auf diesem Fundament möchte der Schreiber aufbauen, auf diesem Fundament sollen sie bauen. Das möchte er jetzt haben.
Der Sohn ist das Wort Gottes, dem die entscheidende Bedeutung zukommt. Das Wort Gottes, gesprochen durch den Sohn, also das neue Reden Gottes durch den Sohn, das ist das Entscheidende.
Und jetzt ist interessant: Er sagt nicht, zuerst hat Gott geredet durch die Propheten, und jetzt hat Jesus geredet. Merkt ihr das? So sagt er nicht. Nachdem Gott zuerst durch die Propheten geredet hat, hat jetzt Jesus geredet. So sagt er nicht. Also: Zuerst hat Gott geredet, jetzt redet Jesus. Das steht nicht im Text. Er sagt: Gott hat zuerst durch die Propheten geredet, und Gott hat jetzt durch Jesus Christus geredet. Es ist der gleiche Gott, der geredet hat. Es ist nicht ein anderer Gott, der geredet hat. Derselbe Gott hat neu gesprochen, im Sohn.
Und das neue Reden Gottes unterscheidet sich in einiger Hinsicht. In dreierlei Hinsicht unterscheidet sich das neue Reden Gottes in Jesus Christus, in dem Sohn Gottes, jetzt von dem alten Reden Gottes durch die Propheten. Und da sagt er jetzt: In diesen drei Dingen, welche drei Dinge sind jetzt anders? Und jetzt schauen wir uns den Vers genau an.
Nachdem Gott zu alter Zeit vielmals und auf viele Weisen zu den Vätern geredet hatte durch die Propheten, das ist das erste Reden Gottes, hat er jetzt am Ende der Tage und in der Endzeit dieser Tage geredet im Sohn, zu uns geredet im Sohn.
Dieser Vers hat so viel, es steckt so viel drin, dass man langsam vorgehen muss. Aber es ist auch die zentrale Aussage. Deshalb schadet es auch nicht, dass wir langsam vorgehen.
Also, was ist das Erste? Bitte, jetzt dürfen Sie antworten. Welcher ist der erste Unterschied zwischen diesen zwei Reden Gottes? Überhaupt, wir müssen nicht Erste, Zweite, Dritte sagen, einfach einige Unterschiede jetzt hier. Was steht im Text? Noch nicht so weit, wir schauen jetzt nur Vers 1 bis Vers 2 Mitte an. Wir sind also nur bei diesen ersten paar Zeilen, bis zu dem Punkt: redete er in diesen Tagen zu uns durch den Sohn, bis daher. Weiter will ich noch nicht, weil das sind ja jetzt dann Relativsätze. Aber jetzt bleiben wir mal bei dem Hauptsatz und bei dem ersten Nachdem-Satz, diesem ersten Nebensatz.
Verstehen wir: Es werden zwei Reden gegenübergestellt, ein Reden Gottes zu alter Zeit, früher, vormals, glaube ich sagt Luther, ein Reden Gottes vormals, und ein Reden Gottes jetzt in den letzten Tagen, in der letzten Zeit. Bitte.
Gut, das mal eins. Was noch? Sammeln wir ein bisschen. Ja, ja, das eine vielfältig, vielerlei Weise und jetzt endgültig, oder? Endgültig. Jetzt im Sohn, und jetzt ist es fertig. Vorher viel und oft und immer wieder und immer ein Stückchen. Es war ja nie alles, es war nie fertig, es war progressiv, also immer mehr und mehr wurde klar von der Wahrheit, aber es war immer unfertig, immer Teile der Wahrheit, und es war zu verschiedenen Zeiten. Und jetzt das letzte Reden Gottes im Sohn. Das ist jetzt fertig, das Reden Gottes. Jetzt redete er, und wir erfahren ja, was noch? Was noch? Gibt es noch Unterschiede zwischen dem ersten und dem zweiten Reden oder den Reden früher und den Reden jetzt? Bitte?
Interessant, ja, das Letzte geschah in den letzten Tagen und das Erste geschah oft und so weiter, also die ganze Zeit lang. Auch das unterstreicht jetzt, dass es jetzt fertig ist. Vorher hat er oft geredet, jetzt, und in alter Zeit, und jetzt in der letzten Zeit der Tage. Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen übersetzt ist in Ihren Bibeln, aber dieser Ausdruck in der letzten Zeit der Tage, das ist ein Ausdruck, ein endzeitlicher Ausdruck. Das heißt, es ist ein Ausdruck, der auch im Alten Testament vorkommt, in der Letztzeit, also in der Endzeit, die diese Tage sind. Also das heißt, der Verfasser sagt hiermit klar, dass diese Tage, in denen er lebt, die Endzeit sind, die letzten Tage sind. Und er ist nicht alleine, denn auch Petrus sagt das.
Apostelgeschichte 2,17 sagt Petrus, dass Gott in der letzten Zeit den Heiligen Geist ausgegossen hat, in der Endzeit, das sind die letzten Tage. Also Pfingsten gehört zu den letzten Tagen. Die Juden haben die Zeit in zwei Teile eingeteilt: die erste Zeit oder das Zeitalter oder die Weltzeit, das ist die Zeit bis zum Messias, und die zukünftige Zeit, das ist die Zeit des Messias. Die messianische Heilszeit, die Zeit des messianischen Königreiches, also zwei Zeiten: die eine Zeit, die jetzige Zeit bis zu dem Messias, und die Zeit ab dem Messias, das ist die zukünftige Zeit. So haben die Juden, und auch im Alten Testament wird so gesprochen, letztlich. Und die Übergangszeit, das heißt das Ende der ersten Zeit, wenn dann der Messias kommen wird, gerade diese Übergangszeit, die heißen die letzten Tage, die Endzeit, die letzten Tage.
Und wir erfahren durch Petrus, dass die letzten Petrus und auch andere sagen uns ganz klar, dass die Endzeit, die letzten Tage, beginnen mit dem Auftreten des Messias und mit der Ausgießung des Heiligen Geistes, wie auch Joel das vorausgesagt hat: In der letzten Zeit wird der Herr den Geist ausgießen. Das ist Pfingsten. Der Beginn der letzten Zeit ist Pfingsten. Pfingsten ist der Beginn der Endzeit. Da begann die Joel-Verheißung sich zu erfüllen, Joel Kapitel 3: In den letzten Tagen werde ich ausgießen von meinem Geist.
Und natürlich ging diese Ausgießung des Geistes dann weiter. Das war ja nicht mit Pfingsten erschöpft. Der Geist wurde ja weiter ausgegossen, wird heute auch noch ausgegossen, der Geist. Immer wenn ein Mensch zum Glauben kommt, gießt Gott seinen Geist in ihn hinein. Es ist eine Ausgießung des Heiligen Geistes. Nicht so, wie die Pfingstler das meinen. Die Pfingstler haben gemeint, im Jahre 1900 und 1906 gab es wieder eine Ausgießung des Geistes, ein zweites Pfingsten. Das ist falsch. Das Pfingsten, das ist ein Ereignis, Pfingsten von Apostelgeschichte 2, und dann ist es eine Linie. Also die Endzeit beginnt mit dieser Ausgießung des Geistes, mit der Erhöhung des Messias zum König, zum Thron, und mit der Ausgießung des Geistes. Und dann wird der Heilige Geist weiterhin ausgegossen.
Titus 3,7 steht das Gott hat den Heiligen Geist ausgegossen über uns reichlich, welchen er reichlich über uns ausgegossen hat, Titus 3, ich glaube, Vers 7, nein, 6, danke, welcher reichlich über uns ausgegossen hat.
Zusammenfassung der ersten Gegenüberstellungen
Also, jetzt haben wir einige Sachen schon gegenübergestellt. Vielleicht möchte ich das kurz wiederholen. Es geht, und ich mache jetzt hier vielleicht etwas, das für Sie leichter ist: Zuerst können Sie die Gliederung verfolgen. Aber Sie müssen aufpassen, ich habe die Gliederung schon wieder erneuert, schon wieder ein bisschen geändert. Also bitte aufpassen.
Erstens: Das Reden Gottes im Sohn, Kapitel 1. Haben Sie das? Wer die Gliederung hat: Erstens, das Reden Gottes im Sohn, Kapitel A, Punkt A, die Zeit dieses Redens: in diesen Tagen, die die letzten sind, nämlich die letzten Tage. Die Zeit dieses Redens: Also, wann hat Gott in seinem Sohn gesprochen? In diesen Tagen, die die letzten sind.
Römisch I: Es steht im Gegensatz zu Gottes Reden in früherer Zeit. Dieses Reden jetzt, dieses neue Reden, steht im Gegensatz zu Gottes Reden in früherer Zeit, Vers 1a, Röm. 2. Das Reden Gottes im Sohn geschah in diesen letzten Tagen, in diesen Tagen, die die letzten sind.
B: Die Art und Weise dieses Redens. Die Art und Weise dieses Redens, Römisch I: Sie steht im Gegensatz zu dem oftmaligen und verschiedenartigen Reden Gottes im Alten Testament. Also, diese Art und Weise des Redens ist eine ganz andere. Sie steht im Gegensatz zu den oftmaligen und verschiedenartigen Reden im Alten Testament.
Und Römisch II: Das Reden Gottes im Sohn war ein endgültiges und besonderes Reden. Das Reden Gottes im Sohn war ein endgültiges und besonderes Reden. Endgültig im Gegensatz zu oftmalig. Endgültiger: Jesus Christus ist das letzte Wort Gottes an die Menschen. In dem Herrn Jesus ist die Offenbarung Gottes fertig, vollendet. Gott hat alles gesagt, was zu sagen war. Mehr braucht nicht gesagt werden. Von einem späteren Reden, nachdem der Sohn Gottes gekommen ist, sagt die Bibel nichts mehr. Gott hat nicht später noch ein drittes Mal geredet. Das Reden Gottes im Sohn war das letzte Reden Gottes.
Und das, was die neutestamentlichen Apostel und Propheten in der Bibel aufgeschrieben haben und was Paulus erläutert hat usw., ist alles letztlich ein fortgesetztes Reden dieses Sohnes Gottes. Denn es ist nur das, was der Herr Jesus jetzt dem Paulus erläutert hat, so dass der Paulus es niedergeschrieben hat, damit wir es ganz verstehen können. Wir lesen den Epheserbrief, wir lesen den Kolosserbrief usw. Wir lesen die verschiedenen Briefe. Das ist das Reden Jesu Christi, das ist das letzte Reden Gottes an uns Menschen. Das hat der erhöhte Herr Jesus dem Apostel Paulus gesagt, und der Apostel Paulus hat es uns weitergegeben in Form von einem Brief, Epheserbrief oder Kolosserbrief oder was auch immer. Aber es ist immer noch das Reden des Herrn Jesus.
Also alles, was wir hier in den Apostelbriefen vor uns haben, ist das letzte Reden Gottes. Es ist das Reden des Herrn Jesus. Das ist das Wort Christi, Kolosser 3,16: Das Wort Christi wohne reichlich unter euch. Wenn wir uns den Kolosserbrief gegenseitig vorlesen, ist es das Wort Christi? Ja, es ist nicht das Wort des Paulus, es ist das Wort des Christus. Apostel Paulus ist ein Sendbote, der nur das weitergibt, was sein Herr ihm gesagt hat, was er weitergeben soll. Das ist kein Apostel Paulus, es ist kein Reden Gottes. Nicht Paulus, der ist das Reden Gottes. Jesus ist das Reden Gottes, und Jesus hat es dem Paulus gesagt, und Paulus hat es uns weitergegeben.
Aber das ist jetzt ganz wichtig: Seit Paulus und Johannes und den Aposteln, den zwölf Aposteln, gibt es seither kein Reden Gottes mehr. Das ist wichtig für unsere Pfingstfreunde, wenn es Freunde darunter gibt, ich weiß. Wichtig, wichtig. Und es ist wichtig für uns, dass wir Ihnen das auch mitteilen: Gott spricht nicht neu. Man kann sagen: Ja, aber Gott spricht ja auch durch die Geschichte, Gott spricht ja durch die Ereignisse. Ja, aber das ist eine ganz andere Art von Sprechen. Gott spricht durch das Gewissen. Ja, natürlich, Gott hat uns ein Gewissen gegeben. Es geht aber nicht, das ist nicht das Thema. Das Thema, worum es hier geht, ist das inspirierte Reden Gottes, das heißt, es geht um Lehre, verbindliche Lehre.
Die Bedeutung von Auferstehung und Erhöhung
Und die Rabbis haben gesagt: Die verbindliche Lehre geht von 1. Mose bis Maleachi, Punkt. Was wollen wir dagegen sagen? Was wollen die Christen jetzt sagen? Die Rabbis haben gesagt: Wir sind ganz biblisch, wir sind ganz biblisch, da ist unsere Bibel, Genesis bis Maleachi, fertig.
Jetzt kommen die Christen und sagen: Nein, nicht fertig. Wie kannst du das sagen als Christ? Gott hat noch einmal geredet durch einen namens Jesus von Nazareth. Und sie haben keine Sünde an ihm gefunden. Sie haben ihn umgebracht, und er ist aus den Toten auferstanden. Dadurch hat er erwiesen, wer er ist, und dass er zu Unrecht getötet worden ist. Gott hat es bestätigt. Denn wenn er zu Recht getötet worden wäre, wenn er ein Verbrecher gewesen wäre, dann bleibt er tot. Aber durch die Auferstehung ist er erwiesen worden als Sohn Gottes in Kraft, Römer 1,4.
Die Auferstehung war der Erweis, dass dieser Jesus Christus nicht einfach nur ein Zimmermann von Nazaret war, sondern dass der Herr sein Opfer angenommen hat. Aber dass er selber in Person der Heilige und Untadelige ist. Gott hat ihn aus den Toten auferweckt, und er ist aufgefahren in den Himmel. Und er hat sich gesetzt zur Rechten Gottes.
Und das ist das Erste, was der Hebräer-Schreiber den Christen hier wieder klar macht. Sie wissen das, aber jetzt möchte er sie neu darauf aufmerksam machen, dass dieser, durch den Gott geredet hat, erwiesen ist durch Auferstehung und Intronisation, durch Auferstehung und Sitzen zur Rechten Gottes als König.
Dieses Reden, das Reden Gottes im Sohn, war ein endgültiges und ein besonderes. Dieses weitere Reden Gottes in dem Sohn, dieses zweite Reden Gottes in dem Sohn, ist endgültig. Und es ist nichts mehr zu erwarten. Niemand mehr kann heute sagen: Der Herr hat mir gesagt, so spricht der Herr.
Kanäle Gottes gab es im Alten Testament, die Propheten. Und der Herr Jesus war das letzte Reden. Und da waren noch seine Apostel, genau die, die er eingesetzt hat und die er bestätigt hat. Diese zwölf, mit dem Paulus dazu, das waren seine direkten Kanäle. Die haben uns Wort Gottes weitergegeben, und wir haben das niedergeschrieben. Und seit sie gestorben sind, ist fertig.
Es gibt keinen, der heute sagen kann: Ich bin ein Kanal Gottes, Gott spricht durch mich. Niemals kann jemand sagen: Ich bin ein Sprachrohr Gottes. Ein Sprachrohr ist etwas: Wenn ich reinrede, dann kommt hinten raus oder vorne raus genau das, was ich reinrede. Das ist ein Sprachrohr. Das kommt nicht verändert heraus. Es kommt genau das heraus, genau das gleiche Volumen oder die gleiche Anzahl von Wörtern, der gleiche Inhalt kommt da raus. Das ist ein Sprachrohr.
Kein Mensch nach den Aposteln ist ein Sprachrohr Gottes. Niemand. Und niemand kann deshalb sagen: So spricht der Herr, und dann redet er irgendetwas von sich aus. Das kann er nicht. Aber er kann sagen: So spricht der Herr, und dann zitiert er die Apostel. Das kann man sagen.
Das ist sehr wichtig, weil heute mehr denn je Leute aufstehen und sagen: Ich bin sozusagen der neue Kanal Gottes, das neue Sprachrohr Gottes. Nichts davon. Und wenn es dann noch so ein biblischer, guter Prediger ist: Der Prediger ist nicht Sprachrohr Gottes. Er versucht, Gottes Wort möglichst wortgetreu weiterzugeben. Wunderbar, das soll er tun. Aber er selber ist kein Sprachrohr Gottes.
Das geht durch sein Denken, und er kann in seinem Denken Fehler machen. Und da muss der Hörer sagen: Moment, es war sehr gut, was er gesagt hat, aber einige Sachen waren nicht gut. Das und das und das und das stimmt nicht mit der Bibel überein. Wir müssen bei jedem Prediger kritisch sein. Und wenn er auf der Kanzel steht oder nicht auf der Kanzel steht, wenn er noch so vollmächtig gepredigt hat in der Vergangenheit: Wir müssen jeden Prediger prüfen am Wort Gottes.
Also, jetzt zurück: Das Reden Gottes im Sohn war ein endgültiges, und es war ein besonderes Reden, das heißt, in vollkommenem Maße. Das Reden des Sohnes war in vollkommenem Maße, also endgültig und in vollkommenem Maße. Das heißt, alles, was der Sohn gesagt hat, war hundertprozentig Wort Gottes. Warum? Weil er in Person das Wort Gottes war und ist. Am Anfang war das Wort, das Wort wurde Fleisch.
Und wenn Jesus Christus mit irgendjemandem gesprochen hat, egal was er gesprochen hat, alles, was Jesus Christus gesprochen hat, war Wort Gottes. Bei Paulus war das nicht so. Da kann man nicht sagen: Alles, was Paulus gesprochen hat, war Wort Gottes. Oh nein. Oder alles, was Petrus gesprochen hat, war Wort Gottes. Sicher nicht. Aber alles, was der Herr Jesus gesprochen hat und spricht, ist Wort Gottes, also in vollkommenem Maße.
Er hat den Geist nicht nach Maß. Gott gab ihm den Geist nicht nach Maß, nicht nur ein Dreiviertel- oder ein halbes Maß oder ein Viertelmaß. Nein, er hatte den Geist absolut, und alles Reden war immer Reden des Geistes und Reden Gottes. Das steht in Johannes 3 irgendwo: Gott gibt den Geist nicht nach Maß. Vielleicht in den Dreißiger Versen, Johannes 3. Wenn es jemand hat, kann er es sagen.
Also Gottes Offenbarung im Sohn war eine komplette Offenbarung, und es war eine endgültige, vollkommene Offenbarung.
Der besondere Status des Sohnes
c, wir hatten also klein b die Art und Weise dieses Redens, klein c den Status dessen, durch den Gott redete. Was heißt das?
Nun, das erste Reden geschah durch Propheten, durch die Propheten. Achten wir auf den Artikel: durch die Propheten. Das ist eine Gruppe von Menschen, die verstreut durch das Alte Testament geredet haben, und es waren viele.
Das zweite geschah durch einen, der Sohn ist. Und wenn jemand jetzt wieder eine genaue Bibel hat, dann wird der Artikel bei Sohn eingeklammert sein: durch den Sohn, durch einen Sohn, durch einen, der Sohn ist. Denn im Griechischen steht gar kein Artikel bei Sohn. Also heißt es im Griechischen: Er redete durch Sohn.
Das kann man im Deutschen gar nicht sagen: durch einen, der Sohn ist. Was heißt das? Dem Wesen nach ist er anders als die Propheten. Die Propheten waren nicht Söhne Gottes oder ein Sohn Gottes. Ein Prophet war nicht ein Sohn Gottes. Aber der eine, der Messias, der war Sohn Gottes.
Johannes 3,34.
Das bedeutet: Alles, was der Herr Jesus redete, war Reden des Heiligen Geistes und Reden Gottes. Also der Status dessen, durch den Gott redete: Römisch I. Das erste Reden geschah durch Propheten. Römisch II. Das zweite Reden geschah durch einen, der Sohn ist.
Das zweite Reden geschah durch einen, der Sohn ist. Hier fehlt also der Artikel, weil betont wird, dass er Sohn ist. Nicht nur einfach, dass er ein Sohn Gottes ist oder dass er der Sohn Gottes ist, das ist klar. Aber betont wird, dass er ein Sohn ist, im Gegensatz zu einem Propheten.
Er ist nicht nur ein Prophet. Natürlich war er auch ein Prophet. Jeder, durch den Gott spricht, ist ein Prophet. Aber er war mehr als ein Prophet. Er war kein üblicher Prophet, er war der Sohn. Die einen waren geschaffene Menschen, er war der ungeschaffene Sohn Gottes. Wir kommen gleich in den Zitaten und kommen dann gleich darauf.
Also wenn Gott jetzt im Sohn gesprochen hat, dann ist das ein ganz besonderer. Die Qualität dieses Redens durch den Sohn ist eine ganz besondere. Es ist ein riesengroßer Unterschied, ob ein Prophet das Wort Gottes weitergibt oder spricht oder ob der Sohn spricht.
Das heißt nicht, dass das Alte Testament weniger wichtig ist als das Neue Testament oder dass das Alte Testament von weniger Qualität göttliches Wort ist als das Neue Testament. Natürlich nicht. Aber es heißt, dass der, der redet, die Person, die da redet, von höherer Qualität ist und dass man umso mehr auf diese Person zu achten hat.
Der Prophet war ein Sprachrohr, der Sohn war eine Quelle. Das ist ein Riesenunterschied.
Gottes Einheit und die Dreieinigkeit
Das war für die Juden schwer, für die jüdischen Rabbis. Denn sie hatten dieses Wort im Kopf: Höre Israel, der Herr, dein Gott ist ein einziger Gott, und es gibt keinen anderen Gott neben Gott.
Aber wir dürfen, wir müssen Acht geben: Wenn es heißt, dass es nur einen Gott gibt, dann heißt das nicht, dass Gott monolithisch ist. Das heißt nicht, dass in der Gottheit nur eine Person ist. Das ist die Gattung Gott. Die Gattung Gott ist etwas Besonderes. Und es gibt nur einen davon, von dieser Gattung, und wir verstehen sie nicht.
Ich darf jetzt noch einmal reden: Es gibt die Gattung Mensch, es gibt die Gattung Tier, und es gibt die Gattung Gott. Die Gattung Gott ist für uns nicht fassbar, weil wir nicht so sind wie er. Wobei: Wenn man sagt, dass wir in einem gewissen Sinn so sind wie er, dann sind wir ihm schon ähnlich. Denn wir sind auch nicht ganz eins.
Ich kann über mich nachdenken, und jeder von uns kann über sich selbst nachdenken. Da sitzt du, du gehst aus dir heraus und denkst über dich nach. Das tun wir ja oft, oder? Wir denken über uns selbst nach. Das heißt, wir haben eine Fähigkeit, die kein Tier hat, die niemand anderer hat.
Aber Gott ist etwas Göttliches. Das ist ein Ebenbild Gottes. Der Mensch ist in diesem Sinne im Ebenbild Gottes geschaffen, dass er über sich selbst reflektieren kann. Es ist etwas Besonderes.
Gott sagt von sich in der Mehrzahl: Lasset uns Menschen machen nach unserem Bild und unserem Gleichnis. Das zeigt schon, dass Gott mehr ist als einer. Gott ist eine Mehrheit in einer Einheit, und das haben die Rabbiner natürlich nicht verstehen können. Wir können es auch nicht verstehen, aber wir müssen akzeptieren, dass die Bibel es sagt.
Gott ist eine Mehrheit, eine Dreiheit in einer Einheit: der Vater, der Sohn und der Geist in einem Gott. Er ist ein Gott und doch drei Personen.
Rückfrage und abschließende Klärung
Jetzt gehen wir weiter. Oder vielleicht sollten wir hier kurz mal Punkt machen. Es sind zuerst noch Fragen zu diesem Thema, bitte?
Ja, zu dieser Thematik. Sie haben gesagt, dass in den letzten Zons durch einen, also Klammer: der Sohn ist. Einen, der Sohn ist.
Könnte man dann den Eindruck erwecken, dass Gott vielleicht mehrere Söhne hat? Letztes Mal heißt es ja nicht der einen, sondern einen. Das Wort einen ist also nicht betont, sondern die Betonung liegt auf Sohn: durch Sohn, durch Sohn, durch den einen, der Sohn ist. Vielleicht sollte man sagen: durch den einen, der Sohn ist. Aber dann sagt man fast schon zu viel von dem, was der Text eigentlich meint.
Dann hätte er sozusagen mehrere Söhne, einen von seinen. Aber da steht eben nicht: durch einen von seinen Söhnen, sondern da steht: durch einen, der im Wesen Sohn ist. Das Griechische ist schwierig. Es ist ganz schwierig, diesen Satz eigentlich so ins Deutsche zu geben, dass man genau das trifft, was das Griechische eigentlich sagt. Und das ist ein Versuch mit diesen Klammern.
Aber man müsste fast eine Fußnote setzen und das erklären: durch einen, der Sohn ist, oder durch Sohn, im Gegensatz zu Propheten, zu Menschen, zu anderen.
Dann machen wir vielleicht jetzt kurz eine Pause.

