Zum Inhalt

Der reiche Jüngling – Teil 1

Jesu Leben und Lehre, Teil 635/686
11.11.2025Matthäus 19,16-17
SERIE - Teil 635 / 686Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 635: Der reiche Jüngling, Teil 1

Einführung in die Herausforderung der Rettung

Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, kann dort nicht hineinkommen. Das war die Lektion, die Jesus gerade seinen Zuhörern beigebracht hat. Es braucht Gnade, Glaube und Demut, um gerettet zu werden.

Eigentlich ist das ganz einfach, und doch wieder so schwer. Wie schwierig es in der Praxis sein kann, gerettet zu werden, zeigt sich an dem jungen Mann, der uns jetzt begegnet.

Schon die Frage, die er stellt, macht das deutlich.

Die Frage des reichen Jünglings und ihre Bedeutung

 Lukas 18,18: Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: „Guter Lehrer, was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben?“

Wer in der letzten Episode aufgepasst hat, weiß, dass diese Frage nicht ganz richtig ist. Warum? Weil dabei die Vorstellung mitschwingt, dass ich mir ewiges Leben erarbeiten kann. Die Idee lautet: Ewiges Leben bekommt derjenige, der sich anstrengt.

Erinnert euch an das kleine Kind, das sich dadurch auszeichnet, dass es empfängt, weil es eben gerade nichts tun kann. Hier haben wir es mit dem genauen Gegenteil zu tun. Statt Gnade geht es um Leistung, statt Empfangen steht die Frage im Raum: Was muss ich getan haben?

Damit wir das gut verstehen: Die Frage an sich ist nicht falsch. Um ewiges Leben zu bekommen, muss etwas getan werden. Es muss geglaubt werden. Wie ein Kind muss ich mich vertrauensvoll und ohne Hintergedanken in die Arme meines himmlischen Vaters werfen.

Und natürlich verändert diese Beziehung zu Gott mein Verhalten – das ist logisch.

Glaube und Gehorsam als Ausdruck der Beziehung zu Gott

Johannes bringt das gut auf den Punkt, wenn er schreibt: 1. Johannes 2,3-4.

„Und hieran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: ›Ich habe ihn erkannt‹ und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner, und in dem ist nicht die Wahrheit.“

Wenn wir Gott erkennen, das heißt, uns zu ihm bekehren, treten wir in eine Beziehung zu Gott ein und halten seine Gebote. Wir vertrauen ihm und tun deshalb, was er sagt.

Aber es ist noch mehr: Unser Glaubensgehorsam ist nicht nur ein Akt der Logik oder der Klugheit. Wir gehorchen aus Liebe.

Dazu heißt es in 1. Johannes 5,3: „Denn dies ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten.“

Die Frage nach dem Guten Tun und die Herausforderung des Obersten

Aber zurück zu unserem Obersten: Matthäus 19,16. Und siehe, einer trat herbei und sprach zu ihm: „Lehrer, was soll ich Gutes tun, damit ich ewiges Leben habe?“

Wenn er danach fragt, was er Gutes tun soll, dann schwingt bei ihm die Vorstellung mit, dass ewiges Leben kein Geschenk an den ist, der glaubt, sondern der Lohn für denjenige ist, der alles oder zumindest ziemlich viel richtig macht.

Wie kann man jemandem helfen, der sich anstrengt, ein guter Mensch zu sein, aber Sorge hat, dass all seine guten Werke nicht ausreichen?

Jesu Antwort und die Offenlegung des tieferen Problems

Und jetzt wird der Text unglaublich interessant. Was würden wir erwarten, dass Jesus jetzt sagt? Die Frage lautete: „Lehrer, was soll ich Gutes tun, damit ich ewiges Leben habe?“ Meine spontane Antwort wäre gewesen: Gar nichts, mein Freund. Ewiges Leben ist für den, der glaubt. Irgendwie so hätte ich geantwortet.

Aber Jesus tut das nicht. Er tut es nicht, weil er weiß, dass sich hinter der Fassade eines Gutmenschen häufig Götzendienst versteckt. Meint der Oberste seine Frage ernst? Ich denke schon. Aber ich denke auch, dass er die Tiefe seines Problems noch nicht erkannt hat.

Wenn Jesus ihm jetzt antwortet, dann geht es ihm genau darum, die Tiefe des Problems herauszuarbeiten. Wenn wir nur wie Kinder ins Reich Gottes hineinkommen können, dann reicht es nicht, dass wir nur die Theorie der Errettung kennen. Begriffe wie Glaube, Buße oder Bekehrung müssen persönlich gefüllt werden, damit sie für unser Leben eine existenziell rettende Bedeutung erhalten.

Es ist wichtig, dass wir das gut verstehen, wenn wir anderen Menschen das Evangelium erklären.

Jesu Gespräch mit dem Obersten und die Bedeutung von Gutsein

Schauen wir, wie Jesus in Matthäus 10,17-18 beginnt:

„Und als er auf dem Weg hinausging, lief einer herbei, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: ‚Guter Lehrer, was soll ich tun, damit ich ewiges Leben erbe?‘“

Jesus antwortete ihm: „Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott.“

Was will Jesus damit sagen? Ich denke, es sind zwei Dinge.

Erstens: Wenn der Oberste Jesus einen „guten Lehrer“ nennt, dann steckt er ihn damit in eine Kategorie – nämlich in die der Guten. In seinem Denken gibt es offenbar zwei Arten von Menschen: die Guten und die Bösen. Jesus ist ein guter Lehrer. Also gehört er zu den Guten. Wir können deshalb ruhig davon ausgehen, dass der Oberste sich selbst ebenfalls für einen Guten hält. Das werden wir später noch sehen.

Zweitens: Hören wir noch einmal die Antwort Jesu in Lukas 18,19: „Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott.“

Merkt ihr, worum es ihm geht? Jesus möchte dem Obersten eine Sache klar machen: Es gibt sie nicht, die Guten. Kein Mensch entspricht aus sich heraus dem absoluten Anspruch göttlichen Gutseins.

Die Unmöglichkeit menschlichen absoluten Gutseins

 Römer 3,12: Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden. Da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer.

Jesus betont hier, dass nur Gott von Natur aus absolut gut ist. Nur Gott ist heilig, nur er ist vollkommen. Kein Mensch gehört in seine Kategorie.

 Matthäus 19,17: Er aber sprach zu ihm: „Was fragst du mich über das Gute? Einer ist der Gute.“

Wichtig ist: Die Tatsache, dass Menschen aus sich selbst heraus in Gottes Augen nicht absolut gut sein können, bedeutet nicht, dass sie nicht trotzdem Gutes tun können.

Auch wenn in unserem Fleisch nichts Gutes wohnt, können böse Menschen Gutes tun und als gute Menschen bezeichnet werden.

Gutes Tun trotz menschlicher Unvollkommenheit

 Lukas 11,13: Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst.

Oder Lukas 23,5: Und siehe, ein Mann mit Namen Joseph, der ein Ratsherr war, ein guter und gerechter Mann.

Böse Menschen können Gutes tun oder sogar als gute Menschen bezeichnet werden. Doch selbst wenn wir Gutes tun – so sehr, dass man uns zu Recht als gute Menschen bezeichnet –, reicht unser Gutsein nicht aus, um ewiges Leben zu erhalten.

Das ist der erste Punkt, den der Oberste verstehen muss: Wir sind nicht die Guten, wir sind das Problem.

Abschluss und Ausblick

Was könntest du jetzt tun?

Denke darüber nach, ob man dich als einen guten Menschen bezeichnen würde. Warum sollte man das tun?

Das war's für heute. Das Skript zu allen Episoden findest du auf www.frogwords.de oder in der App.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.