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Kolosser 2 - Kolosser 3

Kolosser 2-301.01.2017
SerieTeil 3 / 4Bad Oeynhausen 2017 - Kolosser
Christus statt Regeln: Was gibt dir wirklich Halt, wenn gute Worte nur täuschen? Hier zählt nicht religiöse Show, sondern ein neues Leben mit dem, der dich trägt und verändert.

Einführung in den Dienst des Apostels

Wir waren in Kapitel 1, Vers 28. Paulus erklärt noch, wie er seinen Dienst ausführt: Ihn verkündigen wir als Botschaft. Übrigens steht hier: Ihn verkündigen wir, nicht: Von ihm reden wir.
Paulus tat genau das, was wir vorher gesagt haben. Er verkündete eine Person. Das Evangelium ist eine Person. Ihn verkündigen wir, ihn verbreiten wir als evangelistische Botschaft, wobei wir jeden Menschen mahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren, damit wir jeden Menschen darstellen als Vollendeten in Christus Jesus.
Woraufhin ich auch arbeite, wobei ich ringe, gemäß seinem Wirken, das in mir wirkt, in Kraft. Dreimal steht hier: jeden Menschen mahnen, jeden Menschen lehren, jeden Menschen als Vollendeten in Christus darstellen. Das ist sein Ziel.
Das Thema ist Christus, der Adressat ist jeder Mensch, das Ziel ist, jeden Menschen als in Christus zur Vollendung gebracht hinzuführen. Das heißt: jeden zu Christus zu führen und in Christus dann zur Reife zu bringen. Als Vollendeten darzustellen, damit wir jeden Menschen darstellen als Vollendeten in Christus Jesus, das heißt als Reifen, zur Reife gebracht, zur Reife geführt in Christus Jesus.
Sein Einsatz: Daraufhin arbeite ich, wobei ich ringe, gemäß seinem Wirken. Also, er setzt sich ein, total, hundert Prozent, er ringt. Aber das Wirken, das tut Gott. Das Wirken, das in mir wirkt in Kraft.
Aber Gott wirkt nicht automatisch, wie manche Leute meinen. Gott wirkt alles nach seinem Wohlgefallen, Philippa 2,13. Dann meinen sie, das gehe automatisch. Das geht nicht automatisch. Diese Stelle zeigt es, dass es nicht automatisch geht. Das geht in dem Maße, in dem Paulus sich gebrauchen lässt. Dann kann das Wirken Gottes groß werden. Wenn wir uns nicht gebrauchen lassen, wird es kein Wirken Gottes geben. Schluss, fertig: das in mir wirkt in Kraft.

Das Ziel des apostolischen Ringens

Warum erzählt er das? Kapitel 2, Vers 1: Warum erzählt er das so? Ich will, dass ihr wisst, welches große Ringen ich um euch und die Laudikea habe, und so viele mein Angesicht im Fleisch nicht gesehen haben, damit ihre Herzen aufgerichtet werden.
Hier haben wir es. Das alles erzähle ich euch, von meinem Ringen rede ich. Ich will, dass ihr das wisst, und auch die von der Odyssee, damit ihre Herzen aufgerichtet werden.
Getröstet übersetzen manche. Ja, das Wort heißt hier, das Wort von Parakaleo. Die Herzen sind irgendwie in Unruhe gebracht oder niedergeschmettert durch eine falsche Lehre. Falsche Lehre wirkt sich früher oder später irgendwie aus, und es hat sich in Kolosse irgendwie ungut ausgewirkt. Jetzt müssen die Herzen aufgerichtet werden.
Zuspruch, das Wort heißt Zuspruch geben, trösten, ermutigen. Herzen heißt der innere Mensch. Der innere Mensch wird regiert vom Denken. Was soll mit den Herzen geschehen? Dass sie zusammengefügt werden. Die Herzen derer, die zusammengefügt wurden in Liebe, und zu allem Reichtum eines Verstehens, das zum vollen Maß gebracht ist, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, des Vaters und des Christus, in dem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind.
Zusammengefügt in Liebe. Also er will, dass die Herzen aufgerichtet werden. Aufgerichtet werden sie, wenn sie zuvor zusammengefügt worden sind in Liebe. Sie sind irgendwie auseinandergerissen gewesen. Jetzt müssen sie zusammengefügt werden. Das, was Paulus ihnen hier schreibt, soll dazu beitragen, dass die Herzen zusammengefügt werden in Liebe. Wenn falsche Lehre kommt, gibt es Risse, und das ist gar nicht gut. Dann werden die Herzen alles andere als aufgerichtet sein, dann werden sie zusammengeschlagen sein, das Innere des Menschen.
Jetzt sollen sie also zusammengefügt werden in Liebe, zusammengefügt zu allem Reichtum, zusammengefügt zur Erkenntnis, das sagt er hier. Also noch einmal Vers 2: Damit ihre Herzen aufgerichtet werden, die Herzen derer, die zusammengeschlossen wurden oder zusammengefügt wurden in Liebe und zu allem Reichtum eines Verstehens, das zu vollem Maß, zum Vollmaß gebracht ist, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes.
Die Herzen zusammengeschlossen in Liebe und zusammengeschlossen zu einem reichen Verstehen, ein Verstehen, das aufgefüllt worden ist, ein Verstehen, das jetzt vollgemacht worden ist. Sie sollen also klar verstehen. Und es ist ein Reichtum von Verstehen. Sie sollen kommen zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes.
Was heißt denn das? Sie sollen die Wahrheit erkennen. Das Geheimnis Gottes war die Wahrheit, das Evangelium. Und das Evangelium stand auf dem Spiel in Kolosse, weil eine falsche Lehre hineingekommen ist. Falsche Lehre bringt immer das Evangelium aufs Spiel. Es geht um die Erkenntnis Gottes, die Erkenntnis des Geheimnisses Gottes. Was ist das für ein Geheimnis Gottes? Was ist das für eine Wahrheit? Wir brauchen nur weiterlesen.
Die Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, des Vaters, also das Geheimnis Gottes ist eine Person, des Vaters und des Christus. Dieses Geheimnis Gottes, diese Botschaft, ist der Vater und ist Christus. Der Inhalt dieser Botschaft, die hier gefährdet ist, ist Gott selber, das Wesen Gottes. Das sollten sie besser kennenlernen.
Ich weiß, Paulus drückt sich für unser Verstehen ein bisschen schwierig aus, aber weil wir das nicht gewohnt sind, so zu denken. Das heißt, wir müssen anfangen, mehr in die Schrift hineinzugehen und uns mit diesen Worten und diesen Begriffen auseinanderzusetzen. Dann wird es leichter. Es ist nicht ganz einfach, das gebe ich zu.

Christus als Mittelpunkt aller Erkenntnis

Das Geheimnis Gottes ist das Evangelium. Und dann sagt er: „des Vaters und des Christus“. Vielleicht meint er auch das Geheimnis Gottes, des Vaters, und das Geheimnis des Christus. Dann ist es immer noch das Evangelium. Das ist das Wort Gottes und das Wort des Christus. Das ist das Evangelium, das von Gott spricht, und das Evangelium, das von Christus spricht. Es geht um dieselbe Sache.
Ja, Christus, in welchem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind. Ein Christus, in dem alle Weisheitsschätze liegen. Offensichtlich war gerade in Kolossä so etwas eine Lehre, dass die Schätze der Weisheit irgendwo zu finden seien, in einer anderen Botschaft. Und er sagt: Nein, die Schätze der Weisheit sind nur in Christus zu finden. Es dreht sich immer um dieselbe Sache. Christus ist das Zentrum der Botschaft, Christus ist alle Weisheit. Von ihm soll man sprechen, zu ihm soll man kommen, ihn soll man mehr erkennen. Wenn es irgendwo eine Erkenntnislehre gibt, dass man irgendetwas erkennen soll, dann bitte Christus und nichts anderes.
Später gab es im zweiten Jahrhundert eine Lehre, die hieß die Gnosis. Das war eine Erkenntnislehre. Manche meinen, vielleicht war das hier schon eine jüdische Vorform der Gnosis. Das war so eine komische Erkenntnislehre, man müsse irgendwelche Wahrheiten erkennen. Nein, man muss Christus erkennen, sagt er. Christus ist der, um den es sich dreht. Christus ist der Fokus.
Vers vier kommt dann noch ein Zusatz, ein Wunsch, damit niemand sie überliste. Also warum erzählt er das Ganze? Damit ihre Herzen aufgerichtet werden, die Herzen der Kolosser und der Laodizeer und der von Hierapolis, und damit niemand sie überliste. Vers vier: „Ich sage dies, damit nicht jemand euch überliste mit überzeugenden Worten.“ Klingt gut, ja. Man wird überlistet, man wird betrogen durch schöne Worte.
Vers fünf: Denn wenn ich auch im Fleisch abwesend bin, im Geist bin ich dennoch zusammen mit euch. Ich bin da, ich bin bei euch, liebe Kolosser. Ich bin bei euch, ich bin innerlich mit euch zusammen, und ich freue mich. Und ich sehe eure Ordnung und den festen Zustand eures Glaubens an Christus.

Erste seelsorgerliche Warnung: Fest bleiben in Christus

Er vergewissert sie, dass er sich freut, und es ist noch Ordnung vorhanden. Die Gemeinde ist noch nicht im Chaos und im Durcheinander, oh nein. Aber es besteht eine gewisse Gefahr, die Gemeinde hat das noch nicht alles angenommen, nein. Dennoch ist noch Ordnung da.
Ordnung heißt hier das Gegenteil von Unordnung. Gemeint ist nicht eine Gemeindeordnung. Nein, gemeint ist: Es ist kein Chaos da, es ist kein Durcheinander. Ihr seid noch auf Christus ausgerichtet, das ist die Ordnung. Und die Festigkeit eures Glaubens ist noch da. Euer Glaube ist noch fest. Es ist ein Konsens vorhanden, eine Harmonie ist noch da, Gemeinschaft ist noch da, und der Glaube ist auch da. Und er ist fest, und ich freue mich, dass er noch fest ist. Aber passt auf, es gibt Gefahren.
Und jetzt kommt er zu den Gefahren. Jetzt kommt dieser Abschnitt, Kapitel 2, Vers 6, die seelsorgerlichen Aufforderungen. Und jetzt spricht er über diese gefährlichen Dinge. Der erste Aufruf, Kapitel 2, Vers 6 bis 15: Sie sollen bei Christus bleiben, sie sollen treu sein.
Wie sieht der Aufruf aus, konkret, Vers 6? Wie ihr also Christus Jesus, den Herrn, annahmt, wandelt in ihm, als solche, die gewurzelt sind und aufgebaut werden in ihm und gestärkt und gefestigt werden im Glauben, so wie ihr gelehrt wurdet, überfließend in demselben mit Dank.
Übrigens hat Bruder Herbert Janssen in seiner Auslegung, wenn er mit uns so den Bibeltext gelesen hat, immer auf die Zeitformen großen Wert gelegt. Zum Beispiel steht hier: wie ihr Christus annahmt, nicht angenommen habt. Und er hat uns gesagt, die meisten Deutschen können nicht Deutsch.
Hier ist dieses Wort in der vollendeten Vergangenheit. Wir nennen das Präteritum, oder? Wenn Sie sich noch an die Schule erinnern: Präteritum, Perfekt heißt vollendete Gegenwart, angenommen habt. Wenn bei Ihnen steht angenommen habt, dann ist das eigentlich nicht die griechische Form. Die griechische Form ist hier Präteritum: annahmt. Das heißt vollendete Vergangenheit. Das ist in der Vergangenheit geschehen, und dort habt ihr es vollendet. Es ist nicht vollendete Gegenwart. Angenommen habt ist vollendete Gegenwart. Das ist aber nicht so. Das steht nicht so.
Das ist an vielen Stellen so. Im Deutschen reden wir im Dialekt fast immer in vollendeter Gegenwart, stimmt’s? Das haben wir gemacht, und dann sind wir dorthin gelaufen, und dann sind wir ins Auto eingestiegen, dann sind wir dorthin gefahren und dorthin gefahren. Wir reden immer in vollendeter Gegenwart. In Wirklichkeit aber: Wir stiegen ins Auto, und wir fuhren dorthin, und wir besuchten jenes Museum usw. Das ist vollendete Vergangenheit, sie ist ja schon vorbei.
Hier: Ihr habt Christus angenommen? Wer falsch? Ihr nahmt ihn an, vollendete Vergangenheit, das liegt in der Vergangenheit. Ihr nahmt Christus an, das war damals, als ihr euch bekehrt habt. So, was war da? Wie ihr also Christus Jesus, den Herrn, annahmt, wandelt jetzt in ihm. Wie damals, wie nahmt ihr ihn an? Ja, das war so: Wir haben nur unser Vertrauen auf ihn gesetzt, nur auf ihn, auf sein Werk. Und genau so wandelt jetzt auch. Setzt jetzt euer Vertrauen auf ihn, nur auf ihn. Verlasst euch nicht auf euch selbst oder auf sonstige Lehrer, die jetzt kommen und euch eine neue Lehre bringen. Bleibt bei dem, was ihr damals annahmt.

Wachstum, Dank und die erste Warnung vor Irreführung

Die Lehre:
Als solche, die gewurzelt sind und aufgebaut werden in ihm. Also: gewurzelt – das ist vollendete Gegenwart. Die Wurzel haben sie geschlagen, und die Wurzeln sind immer noch dort drinnen. Vollendete Gegenwart.
Gewurzelt sind und aufgebaut werden – das ist Präsens, Gegenwart. Ihr werdet aufgebaut, jeden Tag. Das Bauen geht weiter und weiter und weiter. Nicht: aufgebaut wurdet, sondern: ihr werdet aufgebaut, die aufgebaut werden in ihm.
Manche übersetzen „gewurzelt und auferbaut in ihm“, das steht nicht im Text. Falsch: gewurzelt ist perfekt. Aufgebaut werdend ist Präsens, Gegenwart, nicht vollendete Gegenwart, sondern beständige Gegenwart.
In ihm und gestärkt und gefestigt werdend im Glauben – wieder beständige Gegenwart. Die Stärkung und die Festigung geschieht jeden Tag, jeden Moment im Glauben, so wie ihr gelehrt wurdet. So habt ihr damals gehört, und so hört ihr damals. Also: das ist abgeschlossen. Weiter, überfließend mit Dank.
Also: gewurzelt, aufgebaut werdend, gefestigt werdend und überfließend mit Danksagung. Das ist Gegenwart. Gefestigt werdend, aufgebaut werdend und überfließend mit Dank. Das ist das, was wir heute tun. Er sagt: So wandelt ihr in ihm.
Also: Lasst euch von ihm ständig stärken, lasst euch von ihm ständig aufbauen oder voneinander gegenseitig. Lasst euch aufbauen, und dabei gebt reichlich Dank. Seid reichlich dankbar, seid überfließend mit Dank.
Seht zu, dass niemand euch fängt. Das ist der zweite Aufruf. Keiner mache euch zum Raub, oder keiner führe euch als geraubte Beute hinweg. Seht zu, dass niemand sein wird, der euch als Beute einfängt und wegführt, durch die Philosophie und Lehren, Betrug nach der Überlieferung von Menschen, nach den elementaren Dingen der Welt und nicht nach Christus.
Die Begründung, warum sie sich nicht wegführen lassen sollen, kommt dann ab Vers 9. Aber Vers 8 noch einmal: Es gab also irgendeine Lehre, eine eigene Philosophie, das heißt eine falsche Liebe zur Weisheit und eine falsche Weisheit. Lehrerbetrug – das sieht im Moment noch nicht so aus wie Betrug, aber im Nachhinein stellt man fest, man wurde betrogen. Es steht nichts dahinter, hinter dieser Lehre. Es steht nicht die Wahrheit dahinter. Dann ist man ein Betrogener.
Und es sind Überlieferungen von Menschen. Das sind also nicht göttliche Dinge, sondern menschliche Dinge, nach den Elementen der Welt. Die Elemente der Welt – das deutet darauf hin, dass es eine jüdische Lehre war. Die Elemente der Welt bezieht sich auf das Alttestamentliche. Die Elemente ist das ABC.
Dieser Ausdruck „Elemente der Welt“ wird auf das Judentum bezogen in Hebräer 5. Das ABC des Christentums ist das, was vorbereitet ist für Christus. Ich gehe jetzt nicht darauf ein, Hebräer 5, ich spreche davon, Vers 12 bis 14. Galater 4 ebenfalls: Wie wendet ihr euch wieder zurück zu den Elementen der Welt?
Und dort spricht er von jüdischen Dingen, Elementen des alten Zeitalters, der irdischen Religion. Galater 4,9: Als ihr Gott erkanntet, vielmehr von Gott erkannt wurdet, nun aber, nachdem ihr Gott kennenlerntet, vielmehr von Gott erkannt wurdet oder gekannt wurdet, wie wendet ihr euch wieder um zu den schwachen und ärmlichen Elementen, denen ihr wieder von Neuem sklavisch unterworfen sein wollt? Ihr beobachtet Tage, Monate, bestimmte Zeiten und Jahre.
Die Tage waren die Sabbate, die Monate waren die Anfangsmonate, das Monatsfest am ersten und am zweiten des Monats, meistens ein Monatsfest, das Neumondfest. Bestimmte Zeiten: Festzeiten, irgendwelche jüdische Festzeiten. Und Jahre: Jubeljahre. Das ist alles alttestamentlich, das ist elementar. Das heißt, das sollte hinführen zu der neuen, wirklichen Lehre. Und sie sollen nicht wieder zurückgehen zu den elementaren Dingen. Sie sind in der zweiten Klasse und sollen nicht mehr wieder in der ersten Klasse anfangen.
Lasst euch nicht zurück zu Kolosser, Vers 18.
Lasst euch von niemandem den Sieg ... Nein, Vers 8, Entschuldigung, Vers 8: Überlieferung der Menschen nach den Elementen der Welt und nicht nach Christus.

Die Fülle Gottes in Christus und die neue Wirklichkeit der Gläubigen

Jetzt kommt die Erklärung, die Begründung, warum sie sich nicht einfangen lassen sollen. Denn in ihm wohnt in leiblicher Gestalt die ganze Fülle der Gottheit. Die Fülle ist in leiblicher Gestalt da. Warum wollt ihr noch zu den Schatten, wenn der Leib da ist?
Die Fülle Gottes ist gekommen. Christus ist gekommen. Er ist die Fülle in leiblicher Gestalt. Warum wendet ihr euch zurück zu den Schatten? Das wird er nachher sagen. Später wird er von Schatten sprechen. Er sagt: Die Fülle ist da.
In ihm, in Christus, wohnt die ganze Fülle der Gottheit. Der Gott, den ihr jetzt zum Leben braucht, der Gott, der euer Leben ist, ist leibhaftig in Christus gekommen. Dieser Gott wurde Mensch. Und in Christus wurde jetzt all das erfüllt, was im Alten Testament verheißen worden ist.
Die ganze Fülle Gottes wohnt in ihm. Also: Der lebendige Gott wurde Fleisch, wohnte in Christus, und jetzt kommt das Wichtige in Vers 10: Und ihr seid vollständig und erfüllt in ihm. Wenn ihr jetzt in Christus hineinversetzt wurdet, dann seid ihr in Christus zur Fülle gebracht, vollständig erfüllt. Das heißt, wir sind mit ihm gefüllt. Durch die Vereinigung, dass wir in ihm sind, sind wir an die Fülle Gottes angeschlossen. Nicht nur an die Fülle seiner Kraft.
Wir sind jetzt in einer neuen Wirklichkeit, und die neue Wirklichkeit heißt Christus. Er ist die neue Schöpfung. Christus ist unser Leben. Christus ist unser Hoffnungsgut. Christus ist unsere Weisheit, unsere Hoffnung, sagt er in Kapitel eins. Christus ist unsere Weisheit; alle Schätze der Weisheit sind in ihm, sagt er in Kapitel zwei. Christus ist unser Leben, sagt er in Kapitel drei.
Wir sind mit ihm vereinigt. Das neue Leben ist er, das Heil ist er. Ihr seid vollständig und gefüllt, oder erfüllt, in ihm. Er, der das Haupt ist über aller Fürstentümer oder alles Erstrangigen und aller Autorität, indem ihr auch beschnitten wurdet mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschah. Das ist das Nächste: In ihm seid ihr beschnitten worden.

Mit Christus gestorben, begraben und auferweckt

Ja, was heißt jetzt: In ihm seid ihr beschnitten worden? Beschneidung spricht von Tod. Da wird Fleisch weggeschnitten, symbolisch im Alten Testament bei der fleischlichen Beschneidung. Hier ist es eine geistliche Beschneidung. Beschneidung spricht davon, dass Gott etwas weggeschnitten hat. Wir sind geschnitten, damit sind wir gestorben.
Was geschah da? Ich lese noch einmal: In ihm seid ihr auch beschnitten worden, mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschah, also eine geistliche Beschneidung, im Entfernen des Leibes der Sünden des Fleisches. Das ist ein bisschen schwieriger Ausdruck. Im Entfernen könnte man auch übersetzen: im Entfernen des Leibes der Sünden, nämlich des Fleisches. Das meine ich, was hier bei mir in der Fußnote steht. Ich glaube, dass das der Sinn ist. Es geht hier um eine Gleichsetzung, Genitiv der Gleichsetzung.
Nochmal: Im Entfernen des Leibes der Sünden, nämlich des Fleisches. Was hat er entfernt? Nun, bei der Beschneidung wird ein Stück Fleisch entfernt, im Alten Testament. Und hier ist es geistlich gesprochen: Das Alte wurde entfernt. Was heißt das? Das, was wir früher waren, wir sind gestorben, heißt das. Er erklärt es jetzt. Er erklärt es in den folgenden Versen.
Vers 12: Ihr wurdet ja zusammen mit ihm begraben. Vers 12, erster Teil, ist ein Klammersatz. Er erklärt: Ihr habt euch taufen lassen, sagt er. Ihr wurdet ja zusammen mit ihm begraben in der Taufe. Könnt ihr euch erinnern, habt ihr euch nicht taufen lassen? Ja, was habt ihr da bekannt in der Taufe? Ja, unsere Beerdigung. Na also, wenn ihr eure Beerdigung bekannt habt, dann ist es doch der Beweis, dass ihr gestorben seid, oder? Man beerdigt ja nur Gestorbene. Also, ihr seid tot.
Und das erklärt er jetzt: Ihr seid, Vers 12 in der Mitte, ihr wurdet ja zusammen mit ihm begraben, Christus, indem ihr auch zusammen mit ihm mit auferweckt wurdet durch den Glauben an das Wirken Gottes, der ihn von den Toten erweckte. Geben wir den Vers noch einmal durch.
Vers 11: In Christus seid ihr beschnitten worden, das heißt gestorben. In Christus seid ihr beschnitten worden, das heißt, indem ihr jetzt in Christus versetzt wurdet, seid ihr, was das Alte betrifft, gestorben. Beschneidung spricht von Tod. Das habt ihr ja bekannt in der Taufe: Beerdigung. Also, ihr seid tot. Gut, geschlossen.
Vers 12, Mitte: In Christus seid ihr auch mit auferweckt worden. Indem ihr in Christus hineinversetzt wurdet, seid ihr nicht nur gestorben dem Alten, ihr seid auch auferweckt worden, in ihm, in Christus. Ihr seid solche, die in Christus sind. Als solche, die in Christus sind, lebt ihr mit Christus. Ihr seid mit auferweckt worden mit Christus. Paulus spricht darüber in Römer 6 auch sehr ausführlich und in Römer 8.
 Vers 12: Auferweckt worden mit ihm durch den Glauben. Ah, in dem Moment, als ihr gläubig wurdet, als ihr glaubtet, wurde das Wirklichkeit für euch. Das heißt, ab da gilt das: Ihr seid gestorben, was das Alte betrifft. Ihr seid auferweckt mit Christus. Er ist das neue Leben. Mit ihm lebt ihr jetzt, durch den Glauben an das Wirken Gottes, der ihn von den Toten erweckte.
Woran habt ihr denn geglaubt? Ihr habt geglaubt an einen Gott, der Christus aus den Toten auferweckt hat. Und dieser Christus, den er aus den Toten auferweckt hat, mit dem Christus seid ihr verbunden. Und dann seid ihr also jetzt mit ihm auferweckt.

Vergebung, Sieg am Kreuz und die Warnung vor neuen Satzungen

Vers 13: Auch euch, die ihr tot wart in den Übertretungen und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, hat er lebendig gemacht, zusammen mit ihm. Wörtlich heißt es: Er machte lebendig. Das heißt: Er hat euch zusammen mit ihm, mit Christus, zum Leben gebracht. Er vergab euch nämlich alle Übertretungen. Das Wort für vergeben heißt hier schenken. Er schenkte euch alle Übertretungen, nämlich auch die Strafe schenkte er euch. Er vergab euch gnädig, geschenkweise, alle Übertretungen. So sollen auch wir es machen und dem anderen die Übertretungen schenken.
Das gegen uns lautende Schreiben mit seinen Bestimmungen, das uns entgegenstand, hat er nämlich ausgelöscht. Dieser Christus hat sich für uns eingesetzt. Er hat die Schuld auf sich genommen. Da gab es ein Schuldschreiben, und die Schuldschrift hieß: den Tod verdient. In jedem Punkt der zehn Gebote hieß es: den Tod verdient. Dieses Schuldschreiben hat er ausgelöscht und weggenommen, indem er es ans Kreuz nagelte. Christus ist an unserer Stelle gestorben.
Vers 15: Den Fürstentümern oder Erstrangigen und den Autoritäten hat er durch sich alles abgenommen. Gott hat den Teufelsmächten alles abgenommen, das heißt, er hat sie entwaffnet und ausgezogen, nackt ausgezogen, und stellte sie öffentlich zur Schau. Das war eine furchtbare Schande für die Dämonen, für alle Mächte, die öffentlich nackt zur Schau gestellt wurden. An ihm, an Christus, hatte Gott über sie, über die dämonischen Mächte, triumphiert. Am Kreuz, alles am Kreuz, geschah der große Sieg über alle dämonische Macht.
Vers 16: Jetzt kommt die Warnung, die Warnung vor falscher Abhängigkeit. Es richte euch also niemand in Sachen Speise oder Trank oder in Bezug auf ein Fest oder einen Neumond oder Sabbat. Hier haben wir dieselben Dinge wie in Galatien. Den Galaterbrief habe ich vorher gelesen, Galater 4,10-11. Kolosser 2,16 ist die Parallelstelle zu Galater 4. Es geht um dieselben jüdischen Gesetze, die man wieder einführte. Lasst euch nicht richten und lasst euch nicht in eine Abhängigkeit bringen. Niemand soll als Richter auftreten.
Er führt nun einige Beispiele auf: in Sachen Speise oder Trank. Du darfst kein Schweinefleisch essen. Du darfst dies und jenes nicht trinken, was unrein ist oder von den Juden her nicht erlaubt ist. In Bezug auf ein Fest: Du musst das Passa festhalten oder Pfingsten festhalten oder Laubhütten festhalten. Oder einen Neumond: Du musst am Monatsanfang ein Opfer darbringen usw. Oder Sabbat: Du musst den Sabbat halten. Das ist übrigens modern. Auch heute gibt es Leute, die meinen, Christen sollten den Sabbat halten. Das sind jüdische, alttestamentliche Dinge, die ein Schatten sind. Das ist Vorbereitung, das war ABC, das waren die Anfangselemente der Religion. Jetzt ist etwas Neues gekommen.
Die Begründung lautet: Dies sind alles ein Schatten der Dinge, die kommen sollten. Der Körper aber ist Christi. Also: Da ist ein Schatten. Der Schatten ist der Schatten von einem Körper. Zuerst kommt der Schatten, dann kommt der Körper. Und er sagt: Im Alten Testament waren die Schatten da, jetzt ist der Körper da. Also warum lasst ihr euch dann wieder in die Schattenwelt zurückführen?
Wir haben kein Gotteshaus, keinen Tempel. Es gibt ihn nicht mehr. Im Neuen Testament gibt es kein Gotteshaus außer der Gemeinde Jesu, und das ist das Haus Gottes. Auch wenn manche heute immer noch beten: Herr, wir danken, dass wir uns in deinem Haus versammeln dürfen, ist das nicht sein Haus. Es ist kein Gotteshaus. Es ist ein Haus, gut, in dem Sinn, dass wir ein Haus gebaut haben, wo wir uns versammeln. Dann kann man sagen: Es ist das Haus, das wir ihm zur Verfügung gestellt haben. Wenn man so meint, ja, dann schon, aber nicht im Sinne eines Gotteshauses. Also, das ist nicht das Haus Gottes.
In Rumänien haben sie gebetet, ich kann mich noch gut erinnern: Herr, das hier ist dein Haus! Da waren zwei Gemeinden zerstritten. Die einen haben ein Versammlungshaus gebaut, und die anderen haben auch ein Versammlungshaus gebaut. Und die einen haben gebetet: Herr, das ist dein Haus! Hier versammelt sich dein Volk. Es ist gar nichts. Weder das eine noch das andere war sein Haus. Wir haben ein geistliches Haus, das sind wir.
Feste und Tage? Nein, wir sind nicht unter Mose. Heißt das, dass wir am Sonntag trotzdem aus dem Sonntag einen normalen Arbeitstag machen? Nein. Wir sind dankbar, dass wir einen Tag haben, denn es gibt ein Prinzip von der Schöpfungswoche her. Wir haben sechs Tage: Der Mensch soll arbeiten. Einen Tag soll er sich auf Gott konzentrieren und an den Schöpfer und an den Erlöser denken.
Es gibt allerdings immer Ausnahmen. Wenn jetzt jemand zum Beispiel wie ich jeden Tag an den Schöpfer und Erlöser denken muss, wenn ich zum Beispiel jeden Tag ein Seminar habe, dann ist das so. Aber das war im Alten Testament auch so. Jeder, der dem Herrn dient, das sind Ausnahmen, der hat dann die ganze Woche Sabbat. Wenn wir aber in einem weltlichen Beruf stehen, dann ist es nicht gut, wenn wir sieben Tage arbeiten. Das ist nicht gut. Dann sollen wir unseren Tag haben, an dem wir abschalten vom Weltlichen und uns auf das Wort Gottes konzentrieren. Dieses Prinzip bleibt erhalten.
Aber wir stehen nicht unter Mose. Es geht uns nicht um Samstag oder Montag oder sonst etwas. Aber dieses Prinzip muss bleiben. Das ist hier gemeint, an dieser Stelle, mit dem sechs Tage so zu arbeiten.

Warnung vor falscher Frömmigkeit und menschlicher Askese

Zurück! Lasst euch von niemandem, ja, wir waren jetzt bei der Begründung. Das war der Schatten, Vers 18. Lasst euch nicht den Siegespreis aberkennen.
Bei mir steht: Lasst von niemandem den Sieg aberkennen, der einen selbstgewählten Weg geht in einer Demutsgesinnung und in einer sogenannten Demutsgesinnung natürlich und in einer Frömmigkeitserweisung der Engel. Was auch immer damit gemeint ist. Wir wissen es gar nicht. Da bezieht es sich jetzt auf diese Lehre, die falsche Lehre dort. Wir haben keine Ahnung, worin die Lehre bestand, denn wir haben keine Information, die uns überliefert worden ist. Entweder sind die Engel angebetet worden, oder es war eine Anbetung, eine engelgleiche Anbetung. Jedenfalls kann es irgendeine besondere Engellehre gewesen sein dort. Wir wissen es nicht.
Für den, der sich vergebens in Dinge begibt, die er nicht gesehen hat, also irgendwelche phantastische Dinge, Phantasien, der aufgeblasen ist in dem Denksinn seines Fleisches, also fleischliches Denken, irdisches Denken, der sich nicht hält an das Haupt, Christus, von dem aus der ganze Leib durch die Gelenke und Bänder versorgt und zusammengeschlossen wird und so das Wachstum Gottes wächst.
Das aber sollten sie tun: Sie sollten sich an das Haupt halten. Das Haupt, von ihm aus geschieht jegliches Tun in der Gemeinde Gottes. Alles Tun geschieht vom Haupt aus, das heißt aus dem Gebet heraus, aus Gehorsam heraus, vielleicht auch gemeinschaftlich. Man hat erkannt: Wir haben das und jenes zu tun, und dann gehorcht man dem Haupt Jesus Christus. An ihn ist jedes Glied angeschlossen. Von ihm aus, von dem Haupt aus, wird der ganze Leib durch die Gelenke und Bänder versorgt und zusammengeschlossen.
Gelenke sind Verbindungsstellen. Dort treffen sich die Gläubigen, ein Glied trifft das andere Glied beim Gelenk. Beim Körper ist das so, und im geistlichen Leib ist es so, wenn wir uns irgendwo treffen oder irgendwo Verbindungen haben. Der Leib wird also versorgt, gegenseitig. Er versorgt sich selbst, ein Glied versorgt das andere. Und zusammengehalten oder zusammengeschlossen wird, vereinigt wird der Leib, indem die Glieder einander dienen. Und so erfährt er das Wachstum, das Gott möchte. Einen Fortschritt haben, Gott will Wachstum haben im Leib Jesu Christi, und das geschieht durch Angeschlossensein an das Haupt.
Vers 20: Wenn ihr also, das ist die nächste, die dritte Warnung oder Mahnung, wenn ihr also zusammen mit dem Christus den elementaren Dingen der Welt gestorben seid, eigentlich starbt, abgeschlossene Vergangenheit, Präteritum, wenn ihr also zusammen mit Christus den elementaren Dingen der Welt starbt, abgeschlossen, was lasst ihr euch wie in der Welt lebende Satzungen auferlegen? Das darf nicht sein. Also lasst euch nicht Satzungen auferlegen.
Welche Satzungen? Jetzt kommen einige Beispiele: Fass das nicht an, koste also zum Beispiel einen Toten nicht berühren, dann ist man unrein, oder ein Gegenstand, der verunreinigt wurde, nicht berühren, dann ist man auch unrein. Koste das nicht, also es ist das nicht, berühret jenes nicht. Dinge, die alle durch den Gebrauch der Verderbnis anheimfallen. Das sind irdische Dinge, die keinen besonderen Wert haben. Dinge, die alle durch den Gebrauch der Verderbnis anheimfallen, nach menschlichen Vorschriften sind diese Lehren, nach menschlichen Vorschriften und Lehren, welche den Ruf von Weisheit haben oder den Schein von Weisheit haben, in einer vorgetäuschten Frömmigkeitserweisung, ja, und in einer sogenannten Demut und in schonungsloser Behandlung des Leibes, sprich Askese. Sie sind aber nicht von irgendwelchem Wert, von keinem Wert, wertlos, und sind nur zur Befriedigung des Fleisches.
Also eine menschliche Askese oder menschliche sonstige Religion, die man hier eingeführt hat, eigene Gesetzlein, alles nur zur Befriedigung des Fleisches, das heißt zur Befriedigung, um sich irgendwie gut darstellen zu wollen. Letztlich geht es um das Ego, nicht um Gott. Sind Fragen zu diesem Abschnitt?
Starbt heißt: Das Gestorbensein ist abgeschlossen. Gestorbenseit heißt vollendete Gegenwart. Das heißt, es ist in der Gegenwart vorhanden, aber vollendet. Es ist nicht abgeschlossene Gegenwart, sondern es ist vollendete Gegenwart. Der Engländer sagt, die Engländer haben es auch so: present perfect tense. Present perfect heißt, present heißt Gegenwart, perfect heißt vollendet, vollendete Gegenwart, present perfect tense. He has come, he has arrived. He ist angekommen, vollendete Gegenwart, das heißt, er ist jetzt da. Er ist angekommen.
Wenn ich aber einfach nur feststellen will, der kam am Mittwoch an, nur so, dann kann ich sagen: he arrived on Wednesday, nicht he has arrived. He has arrived heißt, ich betone, dass er jetzt hier gegenwärtig ist. Er ist angekommen und ist jetzt da. Wenn ich nur davon berichte, dass er damals mal angekommen ist, dann sage ich das im Englischen im Präteritum, vollendete Vergangenheit. Ist der Unterschied? Ich verstehe ja welche Bedeutung, also es macht ja in der Bedeutung einen Unterschied.
Bei den Texten ist es schon wichtig, weil er betonen möchte, etwas ist in der Vergangenheit abgeschlossen und fertig. Es geht jetzt nicht um die Gegenwart. Nicht ihr seid gestorben, sondern ihr starbt. Das ist in der Vergangenheit fertig. Jetzt könnte jemand sagen: Ja, aber das heißt jetzt, dass ich jetzt tot bin. Die Gegenwart wird betont, Paulus betont aber nur die Tatsache, dass vor zweitausend Jahren wir starben. Das will er betonen. Wir starben vor zweitausend Jahren, und ich weiß sogar, welchen Tod wir starben, es war ein Kreuzigungstod, abgeschlossene Vergangenheit.
Sonstige Fragen? Gehen wir weiter? Ich weiß jetzt nicht, bis zwölf Uhr ist es richtig? Wann ist Mittag, Mittagspause? Ab zwölf, dann machen wir jetzt also bis zwölf Uhr noch fertig.

Der Übergang zu einem neuen Lebensstil

Kapitel drei. Jetzt kommen Aufforderungen zu einer Lebensweise, die der Botschaft des Christus entspricht, also zu einem Wandel, der dem Evangelium entspricht. Das geht bis Kapitel vier, Vers sechs.
Wir hatten jetzt Warnungen. Ich erinnere daran: In Kapitel zwei, Vers sechzehn, hatten wir Warnungen in Bezug auf diese falschen Lehren, ah, 2, Vers 6. Nein, nein, 2, Vers 16, 2, Vers 16. Vorher hatten wir in Kapitel 2, Vers 6 bis 15, den Aufruf zum Wandeln in Christus, zum treuen Festhalten, zum Wandel in Christus.
Also jetzt Aufforderungen zu einem Lebenswandel, der dem Evangelium entspricht. Erstens: Aufforderungen zur Ausrichtung, zu einer richtigen Ausrichtung, Vers 1 bis 3. Wenn ihr also mit Christus erweckt wurdet, also auferweckt wurdet, so suchet das, was droben ist.
Jetzt muss ich noch einmal zurückgehen. Vers 20: Wenn ihr also zusammen mit Christus starbt, damals, vor zweitausend Jahren, wenn ihr starbt, was lasst ihr euch noch so Satzungen auferlegen, als würdet ihr noch in der Welt leben? Ihr lebt nicht mehr in der Welt, ihr lebt in Christus, und Christus ist im Himmel. Ihr seid in einen absolut neuen Zustand versetzt. Ihr seid in einer neuen Welt, ihr seid Teil der neuen Schöpfung. Und in der neuen Schöpfung geht es nicht um Schweinefleisch essen und sonstige Sachen. Das ist vorbei.
Ihr seid jetzt, ihr richtet euch jetzt nach Christus aus. Ihr richtet euch nicht mehr nach der Welt aus, weil ihr nicht mehr in der Welt lebt. Vielleicht sagen sie aber: Ich lebe doch noch in der Welt. Mit dem Körper leben wir schon noch in der Welt, und wir haben auch einen Auftrag in der Welt. Aber wir lassen uns keine Satzungen mehr von der alttestamentlichen Welt auferlegen. Von einer diesseitigen Religion lassen wir uns keine Satzungen auferlegen.
Aber das heißt nicht, dass wir gesetzlos leben. Jetzt kommt eben zur Sache: Wir führen einen Lebenswandel, aber auf Christus bezogen.

Ausrichtung auf das Himmlische und das neue Leben

Wenn ihr also mit Christus erweckt wurdet, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.
Das heißt ganz praktisch gesprochen: Ihr richtet jetzt euer Augenmerk, euer Suchen und Trachten auf himmlische Dinge aus. Das ist ganz anders als einfach irgendwelche Regelungen wie: „Tast nicht an, und tue das nicht und jenes nicht“, sondern mein ganzes Leben ist auf Christus ausgerichtet.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen am Sonntagnachmittag aus der Versammlung und denken sich: Jetzt habe ich frei. Und dann sagen Sie: Was machen wir heute Nachmittag? Der eine sagt: Machen wir das, der andere sagt: Machen wir jenes. Und wer entscheidet eigentlich, was Sie tun? Ja, wir wollen jetzt halt mal das machen. Wer entscheidet, was Sie machen? Sie gehören Christus. Christus entscheidet, was Sie jetzt am Sonntagnachmittag machen. Er will alles bestimmen. Und jetzt fragt man ihn: Herr, was ist jetzt dran?
Oder Sie stehen im Foyer nach der Predigt. Was machen Sie jetzt? Da kommt irgendjemand, man plaudert mit diesem und plaudert mit jenem. Fragen Sie den Herrn Jesus nicht, ob er Sie jetzt gebrauchen möchte? Hier sind viele Christen, hier ist der Herr: Ich möchte jetzt sinnvolle Gespräche führen. Du bist mein Herr, und ich möchte jetzt ein Werkzeug für dich sein. Hier sind eine Menge Menschen, und ich möchte mit jemandem reden, und es soll ihm weiterhelfen im Glauben.
Sie lassen sich in jeder Sekunde von Gott bestimmen. Sie richten sich nach Christus aus, sie suchen seine Führung. Paulus wird in den nächsten Kapiteln, in Kapitel drei und am Anfang von Kapitel vier, über diese Sache sprechen. Deshalb ist das von so großer Wichtigkeit. Wir müssen weiter.
Sucht, was droben ist. Das heißt: Trachtet nach himmlischen Dingen, dort, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Was haut mich vom Hocker? Was interessiert mich? Was packt mich? Wo sind meine Interessen? Sind sie auf der Erde, sind sie nach Lust und Laune, oder ist mein ganzes Leben auf Christus ausgerichtet, der zur Rechten Gottes sitzt? Es geht um eine himmlische Welt.
Zweitens: Sinnt auf das, was droben ist. Das Nächste ist: Was ist der Unterschied? Das eine ist Interesse, Suchen; das andere ist Denken. Sinnen heißt Denken. Richtet euer Gedankenleben, euer Denken, darauf aus. Oder, wie es bei mir in der Fußnote steht: Eure Gedanken seien stets auf das gerichtet, was droben ist.
Übrigens ist hier ein griechischer Imperativ Präsens, das heißt: Gegenwartsform der Befehlsform in der Gegenwart. Die Befehlsform in der Gegenwart wird mit „stets“ oder „fortwährend“ übersetzt. Das heißt, wir müssen hier schreiben: Sinnt stets auf das oder fortwährend oder immer wieder auf das, was droben ist. Also haltet stets eure Gedanken auf das gerichtet, was droben ist.
Wie geht das? Das heißt: Ich interessiere mich für die Dinge Gottes, und ich interessiere mich für sein Königreich. Ich interessiere mich für seine Tugenden, ich interessiere mich für das, was Gott wichtig ist. Und ich frage ihn immer wieder: Herr, was ist dir jetzt wichtig? Mein ganzes Leben ist in deinen Dienst gestellt.
Deshalb ist es völlig falsch, wenn Christen fragen: Darf ein Christ rauchen, darf ein Christ in die Disco gehen, darf ein Christ Fußball spielen? Das sind alles falsche Fragen. Es geht um die Frage: Wonach möchte ich mich ausrichten? Und jetzt suche ich in der Bibel, und jetzt bete ich, und jetzt schaue ich nach heiligen Menschen, die mir ein Vorbild sind. Ich halte Ausschau, und jetzt möchte ich lernen, was es heißt, ein Mensch zu sein, der jede Sekunde mit Jesus Christus lebt.
Das ist Christentum. Es hat überhaupt nichts zu tun mit irgendwelchen „darf man“ oder „darf man nicht“.

Das verborgene Leben der Glaubenden

Weiter, denn ihr starbt nicht auf das, was auf der Erde ist. Denn ihr starbt vor zweitausend Jahren. Und euer Leben ist verborgen worden. Es ist verborgen worden, perfekt, das heißt vollendete Gegenwart. Es ist verborgen worden, es ist jetzt verborgen, es ist unsichtbar, das betont er. Es ist bei Christus, es ist zusammen mit Christus in Gott verborgen worden. Euer Leben ist zusammen mit Christus in Gott verborgen worden.
Ihr lebt noch auf dieser Erde, aber eigentlich lebt ihr ein verborgenes Leben. Das Leben, das ihr jetzt lebt, ist nämlich Christi Leben. Christi Leben kann man nicht sehen, nur in den Auswirkungen kann man es sehen, wenn die Liebe gelebt wird, wenn man merkt: Hier ist jetzt der Tod, der Handel jetzt, der spricht im Sinne Christi. Da wird gebetet, da wird vielleicht gesungen, da kann man etwas merken von dem Leben Christi, da ist Selbstverleugnung, da wird etwas merkbar. Aber an sich ist das Leben unsichtbar, das eigentliche Leben, das heißt das neue Leben, das wir jetzt haben, ist unsichtbar.
Christus, euer Leben. Wenn der Christus, unser Leben, geoffenbart wird, hier haben wir es: Der Christus, unser Leben. Das neue Leben, das wiedergeborene Leben, das ist Christus und niemand anderer. Und dieses habe ich jetzt unsichtbar. Christus ist mein Leben, aber es ist verborgen. Wenn Christus, unser Leben, geoffenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit.
Oh ja, es gibt einen Zustand, in dem wir uns in der Heiligkeit, in der Heiligkeit, in der Heiligkeit, in der Heiligkeit, in der Heiligkeit, in der Heiligkeit, in der Heiligkeit des Offenbarwerdens, das heißt des Sichtbarwerdens in Herrlichkeit. Das ist aber nicht auf dieser Erde, sondern das ist im Himmel.

Praktische Konsequenzen: Abkehr von alten Begierden und Worten

Vers 5: Tötet also eure Glieder, die auf der Erde sind.
Jetzt folgt die nächste Aufforderung. Nun gilt es, einiges in unserem Lebenswandel oder in unserer Lebensweise umzugestalten. Einiges muss man wegtun, anderes muss man hinzutun. Er nimmt dabei das Bild vom Kleiden und das Bild vom Töten auf.
Tötet also eure Glieder, die auf der Erde sind. Was gilt es also zu töten? Unzucht, Unreinigkeit, Leidenschaft, böse Lust.
Interessant ist, dass er mit der Unzucht beginnt. Unzucht hat mit dem geschlechtlichen Trieb zu tun. Das steht an erster Stelle, weil darin eine ungeheure große Kraft liegt. Diese muss unter Kontrolle gebracht werden. Unzüchtige Taten müssen vollständig abgelegt werden. Hier heißt es, wie er es sagt, dass sie getötet werden sollen; sie dürfen nicht mehr vorkommen.
Für diese Menschen war es früher gewohnt, unzüchtige Taten zu begehen. Dann kamen sie zum Glauben, und jetzt sagt er: Tötet das. Das darf nicht mehr vorkommen.
Unreinigkeit ist Unreinigkeit jeglicher Art. Das kann im Reden sein, das kann im Denken sein, das kann geschlechtlicher Art sein, oder es kann auch sonst in einer bösen Art sein. Man kann sehr unreine Sprache führen, eine Sprache, die einfach schmutzig ist.
Wir leben ja in einer Welt, in der die Sprache wieder recht schmutzig gemacht wird, ganz bewusst schmutzig gemacht wird. Manche Kräfte in dieser Welt wollen, dass die Sprache schmutzig wird. Sie wollen, dass der Mensch verändert wird, und sie sagen: Ein Mittel, um den Menschen zu verändern, ist, die Sprache zu verändern. Dann verändert sich der Mensch.
Ich habe vor kurzem in einem Buch über Aufstand gegen Autorität und Tradition gelesen, über die Revolution von 68, die Studentenbewegung von 68. Dort ist ganz bewusst im Programm festgelegt: Wir müssen eine neue Sprache einführen, die schmutzig ist. Und dazu helfen dann gewisse Medien, gewisse Blätter.
Und was geschieht? In der Schweiz ist es schrecklich, wenn man Jugendlichen so zuhört, wie sie untereinander reden. Man schämt sich, man wird rot. Ich traue mich nicht, das zu wiederholen. Das ist so schmutzig, das ist zerstörerisch.
Ja, zurück zur Unreinigkeit: Leidenschaft, jegliche Leidenschaft. Das heißt, nicht besonnen zu sein, sondern sich von Launen oder Trieben lenken zu lassen. Leidenschaften lenken dann das Leben.
Böse Lust: Es gibt ja auch eine gute Lust, „habe deine Lust am Herrn“. Böse Lust ist unerlaubte Lust oder Lust in eine falsche Richtung oder in übertriebener Form. Wir dürfen Lust an einem guten Mittagessen haben, aber wir leben nicht für die Lust des Mittagessens. Wir freuen uns am Mittagessen, aber dann ist irgendwann Schluss mit dem Mittagessen. Zum Glück hat Gott etwas eingebaut: Dann kommt der Schmerz statt der Lust. Das hat Gott gemacht, sonst würde der Mensch sich dabei selbst umbringen, oder? Gott weiß, wie der Mensch gebaut ist.
Aber ja, böse Lust. Und die Habsucht. Habsucht heißt, mehr haben wollen, also vom griechischen Wort her: mehr haben wollen, Sucht nach mehr. Sie ist Götzendienst. Habsucht ist eine Form von Götzendienst. Diese Güter oder was immer es ist, man will immer mehr haben und dient damit nicht Gott, sondern es ist abgöttisch.

Das Ablegen des alten Menschen und die Erneuerung des neuen

Vers sechs: welcher Dinge wegen der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams kommt. Söhne des Ungehorsams sind die Menschen, die Gott nicht gehorchen. Sie gehorchen Gott nicht, weil sie dem Evangelium nicht gehorchen, weil sie es nicht annehmen. Das ist hier mit Söhnen des Ungehorsams gemeint.
Es ist im Griechischen übrigens ein Wort, das für Unglaube und für Ungehorsam verwendet wird. Es ist ein Ungehorsam, der im Unglauben besteht. So müsste man das hier übersetzen. Ihr Ungehorsam besteht darin, dass sie nicht glauben. Ihr Unglaube ist ein Akt des Ungehorsams.
Wegen dieser Dinge kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams, unter denen auch ihr einst wandeltet, als ihr in diesen Dingen lebtet. Das war früher so, das war euer Lebenselement. Legt ihr nun auch alles von euch ab.
Also jetzt konkret: Es geht um das Ausziehen. Zuerst sagt er töten, jetzt sagt er ausziehen. Es ist dieselbe Sache, ob töten oder ausziehen. Es heißt: Schluss machen damit.
Zorn, Grimm: Zorn ist das, was wir auch unter Zorn verstehen. Grimm sind Wutausbrüche. Bosheit, jeglicher Art. Lästerung heißt, schlecht über andere reden. Schändliches Reden heißt, so zu reden, dass man sich eigentlich schämen müsste für das, was man da redet. Schändliches Reden aus eurem Munde.
Übrigens: Wer bestimmt eigentlich, was schändliches Reden ist und was nicht? Wer bestimmt das? Einer sagt: Ich finde es nicht schändlich. Der andere sagt: Ich finde es schon schändlich. Ja, wer bestimmt, was schändlich ist?
Es kann nur so sein, dass wir uns durch die Bibel, im Ausrichten an der Bibel, wieder ein Feingefühl entwickeln für das, was etwas ist, wofür man sich schämen sollte, und was nicht. Also was Schande ist und was nicht Schande ist, bestimmt nicht die Kultur, das bestimmt Gott. Deshalb müssen wir uns viel mit der Bibel auseinandersetzen.
Wenn wir verschiedene Meinungen haben über das, was Schande ist, der eine sagt: Das ist Schande, der andere sagt: Das ist nicht Schande, dann müssen wir die Bibel lesen. Dann werden wir darauf kommen, was Schande ist und was nicht Schande ist, früher oder später. Wir müssen uns viel mit dem Denken Gottes auseinandersetzen, und er wird uns helfen, ein Feingespür zu entwickeln.
Nächste: Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen habt. Der alte Mensch ist die alte Lebensweise. Dieses Wort „alter Mensch“ wird in verschiedenen Kontexten verschieden gebraucht. Der alte Mensch könnte ja einmal Adam selbst sein und der neue Mensch Christus, in manchen Zusammenhängen. Oder es ist die alte Lebensweise und die neue Lebensweise, die durch Jesus Christus gekommen ist. Es kann auch Zusammenhänge geben, in denen der alte Mensch die alte Schöpfung ist und der neue Mensch die neue Schöpfung.
Aber hier geht es ja um die Lebensweise, das macht der Zusammenhang klar. Es geht um das, wie wir früher gelebt haben. Den alten Menschen ausgezogen heißt: Ihr habt das ja schon abgelegt. Ihr habt diese alte Lebensweise schon weggetan, und jetzt tut ihr das auch bitte weiterhin weg.
Da ihr denn, belügt euch nicht, da ihr diese alte Lebensweise ja weggetan habt und den neuen angezogen habt, der erneuert wird. Dieser neue Mensch wird stetig erneuert. Im Griechischen ist hier ein Präsenspartizip, da kann man übersetzen: der ständig oder stetig erneuert wird. Der neue Mensch muss weiter, weiter, weiter erneuert werden. Er muss immer wieder neu angeglichen werden an das Leben Jesu Christi, an die Art Jesu Christi. Es geht also um das Praktische.
Ich mache jetzt hier nicht weiter. Sind da noch Fragen? Fragen Sie nie, knapp vor dem Mittagessen, ob noch Fragen sind. Wir wollen aufstehen zum Gebet.