Johannes 7,1-53: Das achte Treffen oder bist du wirklich bereit auf das zu hören, was Jesus sagt?
Johannes 7,1-7,5315.05.2006
Serie•Teil 6 / 8Das Johannes-Evangelium lesen
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Das achte Treffen im Johannesevangelium
Ich möchte mit meinem Freund in der Bibel lesen. Wir lesen das Johannesevangelium gemeinsam, und heute geht es um die Frage: Tja, jetzt sind wir in Kapitel sieben, worum geht es da eigentlich?
Erinnert euch: Das grosse Thema der Kapitel sechs, sieben, acht und neun lautet: Was kann mich eigentlich davon abhalten, Jesus anzunehmen? Innere, persönliche Gründe. Wo kann ich etwas falsch machen?
In Kapitel sechs haben wir unseren Freunden erklärt, dass ein Punkt, den sie in ihrem Leben packen müssen, die Frage ist: Wen suchst du? Suchst du Jesus oder suchst du nur das, was Jesus dir anbietet? Suchst du den Geber oder suchst du die Gaben? Hast du wirklich Interesse an der Beziehung zu ihm, oder möchtest du nur das ewige Leben irgendwie abgreifen, und ansonsten ist dir Jesus eigentlich egal? Das war Kapitel 6: eine ganz wichtige Frage.
Heute kommen wir zu Kapitel 7, und die Frage, die Kapitel 7 uns und unseren Freunden stellt, ist: Bist du wirklich bereit, auf Jesus zu hören, auf das zu hören, was Jesus sagt? Bist du bereit, ihn ernst zu nehmen?
Es geht noch nicht unbedingt um den Inhalt. Das, was Jesus sagt, steht erst in zwei Wochen so richtig auf dem Programm. Heute geht es um die Einstellung zu seiner Person, um die Einstellung zu seinem Wort, oder ganz generell: Gibst du ihm eine faire Chance, wenn er zu dir spricht?
Und deswegen heisst der Titel auch: Das achte Treffen, oder: Bist du wirklich bereit, auf das zu hören, was Jesus sagt?
Und bevor wir in das Kapitel einsteigen, ein Tipp, also Tipp Nummer acht zum evangelistischen Bibellesen. Der Tipp ist diesmal ganz kurz: Gib deinem Freund doch noch etwas mit. Also gib ihm noch ein bisschen Literatur, eine DVD oder eine Predigtkassette mit, damit er auch nach dem Treffen noch etwas hat, was er sich anhören, anschauen oder worüber er nachdenken kann.
Das ist der Punkt. Das heisst: Wenn du regelmässig mit Leuten in der Bibel liest, leg dir doch zu Hause einen kleinen Fundus an guten Kassetten, an guten Weitergebebüchern, von mir aus auch an Artikeln, die du irgendwo herausfotokopiert hast, oder an DVDs an, wo du sagst: Hey, jetzt sind wir gerade bei dem Thema, da habe ich mal früher das Buch gelesen, das fand ich sehr hilfreich, das hat mich weitergebracht. Willst du das auch haben?
Und dann müsst ihr sehen, was euch hilft. Ich lese sehr gerne mit den Leuten noch dieses uralte Ding Jesus unser Schicksal. Ich finde es nach wie vor sehr praktisch, sehr packend, bringt das Evangelium auf den Punkt. Und gerade dann, wenn ich mit Leuten, die schon ein bisschen reifer sind, zu tun habe, ist es immer wieder so, dass ich sage: Hey, ich habe da so einen Pfarrer, der ist schon tot, Wilhelm Busch. Der hat im Dritten Reich in Essen Jugendarbeit gemacht. Der hat ein Buch geschrieben, das hat mich als junger Christ noch fünfzig Jahre, nachdem es geschrieben war, herausgefordert. Willst du das lesen?
Und viele werden sagen: Ja, natürlich. Wenn das für dich toll war, wenn du sagst, das hat deine Fragen beantwortet, warum soll ich das nicht auch lesen? Das kann ja vielleicht auch meine Fragen beantworten.
Also: Gib deinem Freund etwas mit zum Denken. Das war Tipp acht.
Nun aber zu Kapitel sieben im Johannesevangelium. Das siebte Kapitel spielt grösstenteils in Jerusalem, im Herbst, am Laubhüttenfest. Laubhüttenfest, das ist so eine Art überdimensionales Sola, also ein fröhliches Familienfest, wo man in Zelten wohnt. Jetzt hatten die damals keine Fieberglasgestänge und Nylonzelte, sondern das waren dann halt wirkliche Laubhütten. Also jeder geht in den Wald, schlägt sich da seine Zweige ab und baut sich sein Hüttchen.
Ihr könnt euch vorstellen: eine sehr fröhliche Angelegenheit, eine Woche Urlaub mit der Familie in Jerusalem, wo man einfach mal die Ernte hinter sich hat. Es ist Zeit, an etwas anderes zu denken, Verwandte zu besuchen, einfach mal abzuhängen. Im Tempel etwas zu erleben, Gott anzubeten, mal Fünfe gerade sein zu lassen: Das ist Laubhüttenfest.
Und wenn wir Kapitel sieben anfangen zu lesen, dann stellen wir fest: Am Anfang vom Kapitel gibt es kein typisches Zeichen. Letztes Mal, in Kapitel sechs, gab es am Anfang gleich die Speisung der Fünftausend, Jesus geht über dem See, typische Zeichen. Das gibt es am Anfang von Kapitel sieben nicht. Und trotzdem verhält sich Jesus von Anfang an gleich wieder ein bisschen merkwürdig. Und das wollen wir uns mal anschauen.
Johannes-Evangelium, Kapitel 7, die Verse 1 bis 5:
Und danach zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte nicht in Judäa umherziehen, weil die Juden ihn zu töten suchten. Es war aber nahe das Fest der Juden, die Laubhütten. Es sprachen nun seine Brüder zu ihm: Zieh von hier fort und geh nach Judäa, dass auch deine Jünger deine Werke sehen, die du tust. Denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht dabei, selbst öffentlich bekannt zu werden. Wenn du diese Dinge tust, so zeige dich der Welt. Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.
Die leiblichen Brüder von Jesus haben ein Problem mit ihrem älteren Bruder. Sie glauben nicht an ihn. Aber man hat sich erlebt, und sie sehen, wie er da von einem Kaff zum nächsten zieht und predigt. Und sie verstehen, dass er sich nicht an den Bruder verliebt hat, sondern an: Der will da so einen religiösen Club gründen, der möchte selber ein bisschen bekannter werden, der möchte, dass die Leute begreifen, wer er ist. Und da geben sie ihm ein paar Marketinggedanken mit.
Also sie wollen die Öffentlichkeitsarbeit von Jesus so ein Stückchen aufpeppen. Und sie sagen ihm hier: Wenn du öffentlich bekannt werden willst, bei dem, was du so leisten kannst, so mit Wundern und so, wenn du da so einen durchschlagenden Erfolg haben möchtest, Freund, hier in Galiläa, das ist der falsche Weg. Du musst dahin gehen, wo die Leute sind. Und jetzt gerade Laubhüttenfest, alles zieht nach Jerusalem, da musst du hin. Da geht die Post ab. An der Stelle musst du dich einfach präsentieren, da musst du zeigen, wer du bist, und dann werden alle dich sehen, und dann wirst du bekannt werden.
Das klingt ja gar nicht doof. Also ich finde das extrem nachvollziehbar. Ihr kennt Ansgar, Ansgar hat eine Firma, Optivote. Und die Firma will ein Produkt verkaufen. Na ja, was macht er? Er geht auf eine Messe. Warum geht er auf die Messe? Weil da die Leute hinkommen, denen er sein Produkt präsentieren will. Er geht dahin, wo die Leute sind, und baut da einen Stand auf. Er macht da ständig Vorführungen seines Produktes, überall gibt es Visitenkarten, Süssigkeiten, du siehst überall das Logo, jeder hat so die gleiche Sache an, immer ein freundliches Lächeln. Messe halt!
Und jeder sagt: Ist logisch, wenn du bekannt werden willst, dann musst du dahin gehen, wo die Leute sind, du musst dich präsentieren. Und nichts anderes schlagen die Brüder hier vor. Ganz normale Gedanken.
Und vielleicht ist euch diese Frage nicht so wichtig. Ich finde diese Frage extrem spannend, wenn ich sie ein klein bisschen anders mal stelle. Das, was die Jünger im Kleinen tun, ist eine grundsätzliche Anfrage an die Strategie, die Jesus verfolgt, um bekannt zu werden.
Lasst es mich mal anders formulieren: Ist es so, dass Gott diese Welt retten will? Ja, das ist so. Kannst du mir erklären, warum er es auf diese Weise tut? Warum er mit einem Mann anfängt, im hintersten Winkel des römischen Imperiums, und über Jahrhunderte hinweg quasi undercover arbeitet, so halb versteckt? Kannst du mir das erklären? Ja, Gott ist weise, ja, ja. Aber bist du sicher, dass das der beste Weg ist, den Gott hat wählen können?
Warum schreibt denn nicht das Evangelium mit den Wolken an den Himmel? Und damit der Messias es nicht so schwer hat, lassen wir ihn zur Welt kommen, sagen wir mal, als Sohn des römischen Kaisers. Das ist ja schon mal etwas. Gibt vielleicht noch mehr, aber er ist für die damalige Zeit ja schon etwas. Er hat so ein bisschen Einfluss, er kennt alle Leute, hat im schlimmsten Fall auch mal zwei, drei, fünf, zehntausend Leute zur Verfügung, die ihn so ein bisschen unterstützen. Und jeder, der nicht glaubt, wird entweder blind oder taub.
Glaubst du nicht auch manchmal, dass es ein Missgriff Gottes ist? Dass eine Marketingabteilung einen Fehler gemacht hat, wenn die ganze Sache in einem Stall in Bethlehem anfängt, und wenn der Hauptteil der Arbeit in der Hand von mittelmässigen Jüngern liegt, ohne politische Beziehungen, die kaum Geld und wenig Know-how haben? Muss man sich da nicht die Frage stellen: Ist das wirklich der beste Weg, die wichtigste Botschaft der Welt zu verbreiten?
Ich finde die Anfrage der leiblichen Brüder hier sehr, sehr richtig. Und wir müssen darauf eine Antwort haben, warum Gott bitteschön diesen Weg wählt. Und die Antwort finden wir in den nächsten beiden Versen.
Da heisst es, Johannes 7,6-7:
Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit aber ist stets bereit. Die Welt kann euch nicht hassen; mich aber hasst sie, weil ich von ihr zeuge, dass ihre Werke böse sind.
Gott spricht seine Wahrheit nicht in ein Vakuum hinein. Die Welt ist böse, sie hasst Gott schon. Da ist nicht eine unendliche Menge von Wahrheitssuchern, die sich offen und vorurteilsfrei mit dem Evangelium auseinandersetzen. Das stimmt nicht. Und deswegen, wenn ihr Johannes 7 heute Abend noch einmal nachlest: Dieses gesamte Kapitel spielt vor dem Hintergrund eines Mordkomplotts. Es geht permanent darum, dass Leute Jesus umbringen wollen, von der ersten bis zur letzten Zeile. Das ist der Hintergrund, vor dem Jesus spricht. Da gibt es Leute, wenn die könnten, wie sie wollten, wäre ich jetzt schon nicht mehr am Leben.
Und deswegen muss er nach Galiläa gehen, da, wo die Geschichte anfängt, weil er in Jerusalem nicht mehr sicher ist. Und deswegen muss er inkognito kommen. Publicity, ja, Publicity ist ein schönes Ding. Er wird Publicity haben, ein bisschen später: Einzug in Jerusalem, die Massen stehen an den Seiten, er in der Mitte, was rufen sie? Hosanna, gepriesen sei, da kommt im Namen des Herrn und der König Israels, alle sind begeistert. Hat es ihm geholfen? Na ja, keine Woche später rufen dieselben Massen: Weg, weg, kreuzige ihn! Und sie sagen: Wir haben keinen anderen König ausser dem Kaiser.
Tja, merkt ihr was? Jesus hat recht. Publicity alleine hilft dir, wenn du Menschen mit dem Glauben erreichen willst, überhaupt nicht.
Ja, aber wenigstens Zeichen und Wunder, oder? Also wenn der blind und taub wäre, das wäre schon eine feine Sache. Nein, auch dazu schreibt Johannes später, Kapitel 12, Vers 37 ganz lapidar: Obwohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn.
Gott braucht einen anderen Weg. Gott will Gutes zu bösen Menschen bringen, und Gott muss sich eine Strategie ausdenken, um sie an ihrer Verlorenheit herauszuholen. Und diese Strategie hat drei Punkte: Erstens keine Publicity, zweitens Lehre, Predigt, drittens will er, dass sie seine Lehre beurteilen.
Kommen wir zum ersten Punkt: Gott sucht keine Öffentlichkeitswirksamkeit, keine Publicity. Johannes Kapitel 7, die Verse 8 bis 13:
Jesus sagt dann zu den Brüdern: Geht ihr hinauf zu diesem Fest? Ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. Wir werden gleich sehen, was er meint, es meine Zeit. Ich gehe jetzt nicht hinauf zu diesem Fest, die Zeit wird dann irgendwann erfüllt sein, er wird quasi von oben grünes Licht bekommen und dann später hinterhergehen.
Vers 9: Nachdem er dies zu ihnen gesagt hatte, blieb er in Galiläa. Als aber seine Brüder hinaufgegangen waren, da ging auch er hinauf zum Fest, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen. Die Juden nun suchten ihn auf dem Fest und sprachen: Wo ist jener? Und viel Gemurmel war über ihn unter den Volksmengen. Die einen sagten: Er ist gut. Andere sagten: Nein, sondern er verführt die Volksmenge. Niemand jedoch sprach öffentlich von ihm aus Furcht vor den Juden.
Ihr merkt die Atmosphäre: Die Juden, das ist ein Begriff für die Gruppe der einflussreichen Jesusgegner in Jerusalem. Das sind immer die Juden im Johannesevangelium. Und hier merkt ihr schon: Die Stimmung ist klar. Die Leute unterhalten sich, aber das ist so hinter vorgehaltener Hand. Das ist auch ja keiner mitten drin, das ist so: Könnte ja einen Spitzel geben, könnte ja einen geben, der mich dann denunziert. Jesus ist interessant, aber man weiss: Die Leute, die das Sagen haben, sind gegen ihn.
Das Zweite, was wir sehen, ist: Gott sucht die Methode des Wortes.
Nächster Vers, Vers 14:
Als es aber schon um die Mitte des Festes war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte.
Gottes Methode ist Reden. Paulus wird später schreiben, Römer 10,17: Also ist der Glaube aus der Verkündigung.
Und das ist ein ganz wichtiges Prinzip, was ihr euch wirklich merken solltet: Vergiss den Lehrer. Achte auf die Lehre. Achte nicht darauf, wie viel Charisma der hat, wenn er hier von vorne spricht, wie schön die Worte sind, ob seine Gesten passen oder nicht passen, das ist völlig egal. Achte auf das, was er sagt, das ist eigentlich entscheidend.
Und deswegen heisst der Titel ja auch: Bist du bereit, auf das zu hören, was Jesus sagt?
Ich finde das für uns als Christen jetzt, ich werde einen kleinen Exkurs machen, eine enorme Herausforderung. Wir können ja immer denken: Na, wenn bloss endlich mein Freund xy die Bibel lesen und auf das hören würde, was Jesus sagt, das wäre ja so gut. Ich möchte die andere Frage stellen: Hören wir noch auf Jesus? Geben wir noch dem Herrn eine Chance, persönlich zu uns zu reden?
Und ich will euch bekennen: Ich erlebe das selbst in meinem Dienst, dass es so viel wird. Meine Ausrede heisst natürlich, dass ich mich sowieso viel mit der Bibel beschäftige, aber es ist eine Ausrede, dass es so viel ist, was man tut, dass die persönliche Stille vor Gott vor lauter Predigtvorbereitungen, Vorträge vorbereiten, Projekte vorbereiten und ihr habt andere Sachen, dass die persönliche Stille vor Gott auf der Strecke bleibt.
Mein grösster Kampf im Moment persönlich ist der, wieder zu einer regelmässigen Bibellese zu kommen, wo ich wieder am Stück regelmässig grössere Portionen Bibel esse. Und ich habe tausend Gründe dafür, warum das ein Stückchen weniger geworden ist. Ja, ich mache stille Zeit mit meinen Kindern und muss da morgens irgendwie das alles managen. Und im Moment ist das einfach so viel mit dem Umzug und Spandau und Gemeinde hier und dort, und ich schaffe sowieso nur ... Ja, das ist alles Ausreden. Es sind Ausreden bei mir, und es sind Ausreden bei dir, wenn du ähnliche Ausreden hast.
Der Punkt ist: Wir müssen Gott hören, wir müssen ein offenes Ohr behalten für das, was Jesus zu sagen hat. Und es gibt genau eine Möglichkeit, genau eine: Du setzt dich in der Stille hin, du nimmst deine Bibel, du fängst an zu lesen, du hörst nicht nach drei Zeilen auf, sondern eher nach drei Kapiteln oder von mir aus nach acht Kapiteln, je nachdem, was du für ein Typ bist. Du liest einfach, bis du merkst: So, jetzt spricht an der Stelle, das ist jetzt das, was der Heilige Geist mir für heute zu sagen hat. Dass diese persönliche Ebene bleibt.
Und es ist in meinem Leben ein Kampf. Ich kann leicht den Leuten sagen: Glaub an das, was der Jesus sagt. Ja, aber jedes Mal, wenn ich das predige, und deswegen will ich es heute Morgen auch bekennen, ist es die Anfrage an mich: Jürgen, du kennst so viele Bibelverse auswendig, du hast so viele Predigten schon gehalten, bist du eigentlich noch jemand, der wirklich hinhört auf das, was ich, Jesus, den du Herrn nennst, dir heute zu sagen habe, ganz persönlich?
Und ich merke, an der Stelle bin ich angefochten, und ich vermute, ihr seid es auch. Weil wenn der Teufel uns Dinge nimmt, dann fängt er an, dass er uns zuerst einmal die Gebetszeit nimmt, dann nimmt er uns die Bibellese und Nachdenkzeit, und viel mehr braucht er uns nicht nehmen, weil dann sind wir auf uns selber gestellt, dann kommt alles andere von alleine an Unnötigem in unser Leben dazu.
Ich möchte euch ermutigen, heute Morgen Umgang mit dem Wort Gottes zu pflegen. Und wenn ihr sagt: Jürgen, in meinem Leben sieht es irgendwie genauso aus ... Wisst ihr, als ich zum Glauben gekommen bin, da musste mir keiner sagen: Lies die Bibel. Ihr habt das Ding in einem Jahr komplett und dann noch mal und dann noch mal, und das habe ich ein Dutzend Mal gemacht, weil ich einfach wissen wollte, was hat Gott mir zu sagen. Und ich habe Bücher geführt, da stand immer drin: Was habe ich gelesen, was für eine Anwendung, was habe ich neu dazugelernt, welche offenen Fragen habe ich noch? Dann habe ich die Fragen nachgeschlagen oder Leuten gestellt. Ich war im Wort Gottes drin, und das musste mir niemand sagen.
Es gab keinen Mentor, der sagte: Jürgen, jetzt wollen wir uns mal regelmässig treffen, wie war deine stille Zeit? Es war einfach da, weil ich wollte. Ich wollte Beziehung haben, ich wollte leben, ich wollte hören. Und das ist mein persönlicher Punkt hier, wo ich sage: Wenn Paulus sagt, das Wort des Christus wohne reichlich in euch. Es geht um Beziehung.
Und vielleicht kann ich euch an der Stelle ermutigen: Gottes Methode, Gottes Methode ist das Wort. Das Wort, um Menschen zu überführen von ihrer Verlorenheit, und das Wort, um dich weiterzubringen in deiner Heiligung, in deiner persönlichen Beziehung. Lies viel in der Bibel.
Warum hören dann aber Menschen nicht auf Jesus? Also, wenn Gott das so verwendet, Lehre, und das auch so macht, was sind die Ausreden, die Menschen haben, um nicht auf Jesus zu hören?
Die erste Ausrede lautet immer so: Jesus hat eigentlich gar keine formale Ausbildung. Das finden wir hier in Vers 15. Da wundern sich die Juden und sagten: Wie besitzt dieser Gelehrsamkeit, da er doch nicht gelernt hat?
Das ist immer eine schöne Sache. Jesus ist doch eigentlich ein Laie. Ich hätte da erwartet, dass Gott einen Hochschulprofessor schickt für Theologie und dass der von vorne predigt. Macht er aber nicht. Jesus ist ja einer wie du und ich. Und von dem soll ich mir etwas sagen lassen? Ja, genau das ist Gottes Anspruch an dich.
Und weisst du warum? Du magst beeindruckt sein von Titeln. Da hat jemand einen Doktortitel, und du sagst: Boah, der muss ja Wahrheit reden. Stimmt aber nicht. Es stimmt nicht. Also ich sag’s nochmal: Jemand, der einen Doktortitel hat, muss nicht die Wahrheit reden. Lass dich von dem Diplom und von dem Zeugs nicht ins Boxhorn jagen, lass dich da nicht verführen! Der kann den grössten Stuss erzählen. Und wenn du mir nicht glaubst: Ich habe drüben ein paar Bücher stehen von Leuten, die haben alle irgendeinen Professor-Doktor-sowieso-Titel. Du liest dieses Buch und denkst: Der spinnt. Das kann nicht sein Ernst sein. Doch, das glaubt er wirklich, obwohl er diese Titel hat.
Also irgendein Diplom zu haben, ist noch lange kein Beweis für Wahrheit. Lass es zu, dass Jesus als ganz einfacher Mensch kommt, mit dir auf einer Stufe steht, der in die Augen schaut und sagt: Hey, das habe ich dir zu sagen, nicht von oben herab.
Zweiter Punkt: Ja, ich kann nicht an Jesus glauben, weil die anderen glauben auch nicht. In der Geschichte werden die Hohen Priester und die Pharisäer ein paar Hilfskräfte losschicken, die sollen Jesus schnappen. Das machen die nicht, kommen unverrichteter Dinge zurück. Wir werden dann gefragt, warum sie ihren Job nicht erledigt haben. Dann heisst es in Johannes 7,46, zweiter Teil: Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch. Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid ihr denn nicht auch verführt? Hat wohl jemand von den Obersten an ihn geglaubt oder von den Pharisäern?
Schönes Argument. Und ich verspreche dir: Wenn du sagst, ich glaube an Jesus, dann wirst du dir die gleiche Frage gefallen lassen müssen wie hier diese Diener. Sag mal, auf wen bist du da eigentlich reingefallen? Schau dich doch mal um, die ganzen klugen Leute, oder die meisten davon, die ganzen, die so ein bisschen Einfluss haben, die machen doch auch nicht so einen Blödsinn. Die glauben doch auch nicht an Jesus. Also ein bisschen Religion ist schon okay, aber dieses ehrliche Glauben, dieses Ernsthafte, das kann doch nicht dein Ernst sein. Liest du nicht den Spiegel? Willst du wirklich zu den Ewiggestrigen gehören, die immer noch glauben, dass Jesus ihnen etwas zu sagen hat? Ist das wirklich dein Ernst?
Also das ist ein Grund, warum Leute nicht glauben: weil andere nicht glauben. Womöglich andere, die in ihrer Umgebung sind und so Druck auf sie ausüben. Und du musst dir die Frage stellen: Will ich mich outen als einer, der sagt, ich habe Jesus gehört, und das ist mir irgendwie zu nahe gegangen, dann muss ich reagieren?
Und es gibt einen dritten Grund. Das ist in meinen Augen der wichtigste Grund, der so wichtig ist, dass sogar Christen an ihm noch verzweifeln können. Das ist ein Grund, der Leute davon abhält, an Jesus zu glauben, und der Christen davon abhält, im Glauben zu wachsen. Dieser dritte Grund, der Menschen davon abhält, nicht an Jesus zu glauben, heisst: Ich habe noch ungelöste Fragen.
Irgendwie sind noch nicht alle Fragen beantwortet, die ich zum Thema Glauben, Bibel, Gott und so habe. Und jetzt lächelt nicht, das ist eine unglaublich komplexe Sache, die ist unglaublich schwierig. Schaut euch das mal an, Johannes 7,40-43. Bevor wir das lesen, ein einziges theologisches Problem steht im Kapitel 7 im Mittelpunkt, und dieses Problem heisst: Wo kommt Jesus her, wo ist er geboren?
Das war damals für die Leute ein Problem, und nachdem Jesus eine Ansprache hält, unterhalten die sich jetzt über ihn. Johannes 7,40:
Einige nun aus der Volksmenge sagten, als sie diese Worte hörten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. Also die hören Jesus und sind zumindest soweit überzeugt. Andere sagten: Dieser ist der Christus. Ja, wir haben schon noch mehr verstanden. Andere sagten, und jetzt kommt das theologische Problem, die Frage: Der Christus kommt doch nicht aus Galiläa. Hat nicht die Schrift gesagt, aus der Nachkommenschaft Davids und aus Bethlehem, dem Dorf, wo David war, kommt der Christus? Es entstand nun seinetwegen eine Spaltung in der Volksmenge.
Merkt ihr das? Leute unterhalten sich über Jesus, sie nähern sich dieser Person, sie haben verstanden, was er sagt, sie merken, da ist ein Angebot. Aber ich verstehe nicht, wie das alles zusammenpasst im Detail. Jürgen, ich habe da noch Fragen an deinen Glauben.
Jetzt will ich von hier vorne Folgendes sagen: Ich will sagen, ich bin dafür, dass wir unseren Freunden gute Antworten geben, richtig gute Antworten. Aber diese Geschichte mit dem Geburtsort hier macht eine Sache deutlich: Es gibt wichtige und es gibt weniger wichtige Fragen zum Evangelium. Und diese irdischen Details: Wie kriegst du die Berichte zum Einzug Jesu in Matthäus, Markus und Lukas zusammen? Sass er auf dem Fohlen oder auf der Mutter von dem Fohlen? Hat man da gemeinsam die Decke drüber geworfen? Ich weiss es nicht, ich habe zu viel von diesem Kram gelesen. Du kannst dir über solche Fragen wirklich Gedanken machen.
Du kannst sagen: Ich habe die Geschlechtsregister aus 1. Mose herausgeschrieben und dann aus Matthäus und wieder aus Lukas, die anderen sind nebeneinandergelegt und da sind Löcher drin, und ich verstehe gar nicht, wie das funktioniert. Und dann sage ich: Ich auch nicht. Und ich möchte dir ganz ehrlich sagen: Jesus löst in diesem ganzen Kapitel die Frage nach seiner Herkunft nicht auf. Und wisst ihr warum? Das werden wir uns jetzt anschauen.
Jetzt springen wir noch ein Stückchen davor. Da war nämlich die gleiche Frage schon mal im Raum, von einer anderen Gruppe, die hatte eine andere Theorie zum Thema Messias. Johannes 7,25-27:
Da sagten nun einige von den Bewohnern Jerusalems: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen? Und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Obersten wahrhaftig erkannt, dass dieser der Christus ist? Wieder die Frage: Ist dieser der Christus? Diesen aber kennen wir, woher er ist. Sie denken alle, er ist so ein galiläischer Prophet. Wir wissen, der kommt aus Galiläa. Wenn aber der Christus kommt, so weiss niemand, woher er ist.
Dazu muss ich euch den Hintergrund geben: Es gab so verschiedene Strömungen damals bei den Rabbinern. Die einen sagten, der Messias wird wo geboren? In Bethlehem. Die anderen sagten, wenn der Messias kommt, da weiss niemand, wo er herkommt, der wird plötzlich da sein, und dann geht es richtig los. Das waren die beiden Hauptströmungen lehrmässig. Und das ist jetzt mal die andere Seite. Die kommt, die hat auch mit Galiläa ein Problem, weil wir wissen, woher er kommt.
Und jetzt möchte ich euch die Frage stellen: Warum Jesus an der Stelle nicht, wenn er weiterredet, sagt: Wunderbar, lasst uns einen kleinen Exkurs machen, sagen wir einen Exkurs zum Thema Prophetien im Alten Testament auf dem Geburtsort des Messias. Und er erklärt ihnen das einfach mal kurz. Wäre doch nett, oder? Sie haben sich da völlig verrannt mit ihrer Theorie. Wenn die Sterndeuter an den Hof von Herodes dem Grossen kommen und sagen: Wir haben hier so einen Stern gesehen, wir wollen den neuen König gerne huldigen, wo wird er denn geboren? Und Herodes fällt die Klappe runter, dann holt er sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und fragt mal nach: Wo wird denn der Messias geboren? Ja, ich bin hier zwar der Chef, aber ich habe irgendwie von theologischen Fragen nicht so die Ahnung. Und keine Frage, die Hohenpriester sagen: Na, Micha 5,1-2 hast du nie gelesen? In Bethlehem. Ah, wunderbar, vielen Dank, dann weiss ich, wo ich die Kinder umbringen soll.
Also da ist es völlig klar, es ist nicht so kompliziert, dass Jesus jetzt eine Lehre bringen müsste, die noch nie jemand in Israel gehört hat.
Aber an der Stelle, wo Leute da sind und sagen: Ist das denn jetzt bitteschön der Messias, ja oder nein? Wo sie nur an der einen Frage hängen mit dem Geburtsort, hört euch an, wie Jesus an der Stelle weitermacht. Er sagt nicht: Micha 5,1-2. Das sagt er überhaupt nicht, sondern er sagt etwas ganz anderes.
Und wir lesen Verse 28 und 29:
Jesus nun rief im Tempel, lehrte und sprach: Ihr kennt mich? Und wisst auch, woher ich bin. Damit meint er: Ihr wisst, dass ich aus Galiläa bin, und das reicht erst mal. Und ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, den ihr nicht kennt. Ich kenne ihn, weil ich von ihm bin und er mich gesandt hat.
Er lässt diesen Punkt mit dem Geburtsort – ihr wisst, woher ich bin, brauchen wir nicht drüber reden – einfach stehen und geht einen Schritt weiter und sagt: Lasst mich doch mal die Frage stellen, um die es wirklich geht. Es geht doch gar nicht um die Frage, wo ich geboren bin, oder? Es geht doch um die Frage, wo ich herkomme. Das ist die entscheidende Frage. Die Frage ist nicht, ob Bethlehem, Galiläa oder irgendwo – das ist völlig Wurst. Was du glaubst, ist: Bin ich wirklich von Gott gekommen? Bringe ich wirklich die Wahrheit oder nicht? Das ist die Frage, die du klären musst.
Und es ist für uns ganz wichtig, dass wir das verstehen. Menschen glauben nicht an Jesus, weil sie noch ungelöste Fragen haben. Entschuldige, wenn du gläubig wirst, ich verspreche dir eins: Eine Sache kann ich dir wirklich versprechen, wenn du die Bibel liest. Du hast nach einem Jahr wesentlich mehr ungelöste Fragen als am Anfang, denn wenn du sie nicht hast, hast du sie nicht gelesen. Du begegnest einem zweitausend Jahre alten Buch, das zum Teil siebentausend Jahre alt ist, du begegnest einem komplett neuen Denken, du begegnest über vierzig Autoren, die mit ihren Denkvorstellungen Dinge beschrieben haben, du begegnest Gott. Und weisst du, ich habe ein Auto, ich weiss nicht mal, wo das Quietschen links hinten herkommt, und du willst sagen, ich kann mich erst bekehren, wenn ich auf jede Frage, die in der Bibel aufkommen könnte, eine Antwort habe? Entschuldige, das geht nicht. Es geht einfach nicht! Und das sage ich dir als Christ auch!
Es ist kein Grund, nicht an Jesus zu glauben, weil du noch Fragen hast. Kleine Fragen, die grossen Fragen müssen wir klären: Ist Jesus Gott, ist das wirklich die Wahrheit? Die Fragen will Jesus klären. Aber diese kleinen Dinge ... Ach ja, wie ist denn das, wie kriegst du Matthäus und Markus und Lukas da so genau zusammen, und wie ist denn das mit den Geschlechtsregistern, und hast du dir mal überlegt, das waren doch mal ... sind es fünf Kilometer von da nach da und mal sind es nur viereinhalb, wie passt das? Oder hast du mal versucht, bei dem Becken im Alten Testament, da ist Pi nicht genau 3,14, sondern nur drei, das ist ja alles furchtbar, ey ...
Es sind Detailfragen, wo ich wirklich sage: Vergiss ihn mal für einen Moment. Und wenn du sagst, ich bin dabei, im Glauben Schiffbruch zu erleiden, und ich kenne Leute, die wegen solcher Fragen im Glauben nicht weitergegangen sind, weil sie dachten: Na, wenn Glaube, wenn Jesus echt ist, dann muss ich doch auf all diese Fragen eine Antwort kriegen. Nein, musst du nicht. Und es ist nur an der Bibel, dass wir diesen Anspruch stellen, nur da. Beim Quietschen bei meinem Auto bin ich schon ganz so relaxed und denke mir: Was soll quietschen? Ich muss es nicht wissen, das ist nicht schlimm, das kommt irgendwo da hinten aus der Ecke, das wird schon nicht sein, und ansonsten wären mir alle Detlef Rumprecht, soll er mal quietschen hören. Ja, ist doch so, oder?
In jeder Lebenslage akzeptieren wir das, nur an der Stelle kommen Leute und sagen: Ich kann noch nicht glauben, ich habe noch Fragen, noch offene Fragen. Und wir bemühen uns wie Tier, all diese Fragen zu beantworten, und sind oft genug nicht ehrlich, zu sagen: Ich weiss die Antwort nicht. Ich kann dir ein paar Hinweise geben, so und so könnte es sein, da sind wir in der Forschung inzwischen an der und der Stelle angekommen, tja, Ende. Aber lass uns doch mal zurückkommen zu den wesentlichen Fragen. Und die wesentlichen Fragen sind die, die Jesus hier aufwirft: Woher komme ich wirklich ursprünglich? Bin ich wirklich aus dem Himmel gekommen, von Gott, um dir die Wahrheit zu bringen? Das sind die Fragen, die wichtig sind. Und auf dieser Ebene müssen wir Fragen beantworten.
Und deswegen müssen wir uns jetzt noch anschauen, welche Hilfen uns Jesus an die Hand gibt, um diese wesentlichen Fragen zu beantworten. Wenn er schon sagt, diese Geburtsortquälerei, das könnt ihr vergessen, das interessiert mich nicht, dann müssen wir uns auf der anderen Seite ja die Frage stellen: Woher weiss ich denn, dass Jesus mit seinem Anspruch recht hat?
Und da gibt er uns drei gute Gründe, ihn zu beurteilen. Wir hatten ja vorher: Er kommt ohne Publicity, er kommt als jemand, der predigt. Und jetzt ist die Frage: Wir sollen beurteilen, welche Mittel habe ich denn in der Hand? Was können wir unseren Freunden sagen, woran sie ihn beurteilen können? Unsere Freunde sind daran gewöhnt: Recht hat der, der den Doktortitel hat. Jetzt sagen wir ihnen: Nee, das ist nicht so. Unsere Freunde sind daran gewöhnt: Recht hat der, der das letzte Wort hat, der immer noch eine Antwort auf eine Frage hat. Sei du wirst das nicht hinkriegen. Und Recht hat auch nicht der, dem die meisten Leute nachlaufen. Das nehmen wir ihnen weg.
Aber woran können sie denn nun erkennen, dass Jesus die Wahrheit ist? Da wollen wir uns Johannes 7 anschauen, die Verse 14-17 noch einmal:
Als es aber schon um die Mitte des Festes war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. Da wunderten sich die Juden und sagten: Wie besitzt dieser Gelehrsamkeit, da er doch nicht gelernt hat? Das hatten wir schon. Jetzt kommt die Antwort. Jetzt kommen quasi die Beweise für diese Behauptung, die er aufstellt.
Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede.
Ein Top-Argument! Genial! Du möchtest wissen, ob Jesus die Wahrheit sagt? Du möchtest wissen, ob Nike-Turnschuhe die besten sind? Tja, du musst sie anziehen. So. Du möchtest wissen, dass die Pommes von Burger King wirklich besser schmecken als die von McDonald’s? Kauf dir eine Packung, probier’s! Du wirst bestimmte Sachen, gerade wenn es um Wahrheit geht, wenn es um Beziehungswahrheit geht, nicht herausfinden können, ohne es auszuprobieren.
Und das ist das, was Jesus hier sagt. Ich vermittle dir, sagt Jesus, doch nicht ein neues Lehrgebäude, eine Philosophie, ein Buch, wo du Paragraphen auswendig lernst, und dann ist gut. Ich will dir ein neues Leben geben. Und das musst du ausprobieren. Das Beste steht noch aus. Also wenn Jesus über Ausprobieren redet, da geht ihm das Herz auf.
Und wir wollen einen kurzen Sprung machen in die Verse 37 bis 39. Da merken wir, was bedeutet das denn, ausprobieren?
An dem letzten, dem grossen Tag des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Tolle Szene, würde ich gerne drüber reden, ja. Der Tempel ist gerammelt voll. Alle achten auf das, was vorne abgeht, alle sind still, und dann steht Jesus auf und mit lauter Stimme sagt er: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fliessen.
Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten. Pfingsten, er nimmt Pfingsten vorne weg. Dennoch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war. Am Pfingsten war es so weit. Gottes Rettungsaktion beginnt tatsächlich in diesem hinterwäldlerischen Galiläa. Und dann an Pfingsten, da gibt es so eine Missionsexplosion, bumm! Warum? Weil der Heilige Geist kommt.
Jesus hatte nie vor, die Rettung der Welt irgendwie alleine zu bewältigen, das war nie sein Ding. Er hat den Staatsschutz gegeben, er ist für deine Sünden gestorben, er hat die Schuld der Welt bezahlt, ja, und dann kommt Pfingsten und der Heilige Geist kommt und übernimmt die Sache. Heute Morgen beim Brotbrechen, ja, der Herr Himmelfahrt setzt sich zur Rechten Gottes, aber auf der Erde geht es ja weiter. Der Heilige Geist wirkt.
Und jetzt kommt das Grossartige: Wie wirkt der Heilige Geist? Ich komme als einer, der Durst nach Leben hat, zu Jesus. Ich höre Jesus, ich trinke von dem Wasser, das er mir gibt, und bekomme ewiges Leben. Und dabei bleibt Gott nicht stehen, sondern er gibt mir seinen Geist. Und anstatt mich einfach nur satt zu machen, sagt er: Jürgen, es reicht mir nicht, dass du von dem Wasser des ewigen Lebens trinkst und für dich satt bist. Das reicht mir nicht. Ich möchte, dass du zu einer Quelle ewigen Lebens wirst. Ich möchte, dass aus dir heraus, unter der Führung und Leitung des Heiligen Geistes, in seiner Kraft, dass da Leben ausströmt. Ich möchte, dass du eine Quelle wirst, wo andere Leute hingehen können und sagen können: Ich habe Durst, wo kriege ich denn etwas? Und du sagst: Bei mir. Ich habe ewiges Leben dir anzubieten. Ich bin eine Quelle ewigen Lebens.
Möchtest du wissen, warum ich, Jürgen Fischer, sage: Ja, das Evangelium, das ist die Botschaft, für die würde ich, ich hoffe, es kommt nicht dazu, ich will kein Märtyrer sein, aber ich würde für dieses Evangelium sterben? Wenn du mich heute vor die Frage stellst: Ich erschiesse dich oder du schwörst ab, hoffe ich, dass ich bei meinem jetzigen Entschluss bleibe und sage: Dann erschiess mich. Ich werde diesem Gott folgen bis in den Tod.
Warum? Was macht mich so sicher? Ein einziger Punkt: Ich sehe, was Gott in meinem Leben tut. Ich selber habe das Evangelium gehört, ich selber habe von diesem Wasser getrunken, und jetzt sitze ich oder stehe ich hier und ich sehe, wie in den letzten Jahren durch mein Leben ganz konkret Menschen verändert worden sind, wie da wirklich Ströme lebendigen Wassers rausgegangen sind, wie konkret Menschen in den Reihen sitzen, die irgendwann sagen werden: Danke, Jürgen, dass du mir damals das Evangelium verkündet hast. Mein Leben wäre ganz anders verlaufen.
Ich sehe die Ströme lebendigen Wassers, die aus meinem Leben rausgekommen sind. Ich sehe, was an gutem Leben anderer Menschen entstanden ist. Und mehr als alles andere überzeugt mich das davon, dass das, was Jesus sagt, wahr ist, weil er nichts verspricht, was am Ende nicht passiert. Und ich will sagen: Ich verkündige doch nicht das Evangelium nach Jürgen Fischer. Ich verkündige das Evangelium Christi und erlebe sein Wirken im Leben anderer Menschen.
Und ich möchte heute Morgen sagen: Wehe, wehe uns, wenn wir keine Quellen lebendigen Wassers sind. Wehe uns, wenn der Heilige Geist uns nicht benutzen kann, weil wir durch Sünde, durch Liebe zu dieser Welt, durch Reichtum, Vergnügungen, vielleicht auch durch Sorgen ihn davon abhalten, ihn bremsen, uns zu verwenden. Wehe uns, denn das ist unser Auftrag.
Und du möchtest sicher sein, dass das Evangelium stimmt. Du hast vielleicht in deinem Leben noch so manche Frage. Hey, eine Sache: Ungebremst für Gott leben, sehen, was du mit deinem kleinen Leben an Segen im Leben anderer bewirken kannst, wird dich überzeugen.
Der vorletzte Punkt, woran ich erkennen kann, dass Jesus die Wahrheit sagt: in Vers 18 dann: Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre, wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm.
Du möchtest wissen, dass Jesus die Wahrheit sagt? Schau dir einfach an: Wer hat denn den Vorteil davon, dass er so redet? Für wessen Ehre macht er das denn? Wen macht er denn gross bei dem, was er sagt? Sich selber? Ist er so ein Scharlatan, der am Ende sagt: Ich hätte gern noch einen Reus Reus, weil zwölf Stück sind nicht genug? Ist er so einer? Nein. Er sucht nicht seine Ehre, und das ist ein starker Beleg dafür, dass er tatsächlich die Wahrheit sagt. Er hat dich im Blick und nicht sich.
Und mein letzter Punkt, Johannes 7, die Verse 19 bis 24:
Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben, und keiner von euch tut das Gesetz? Was sucht ihr, mich zu töten? Die Volksmenge antwortete: Du hast einen Dämon, wer sucht dich zu töten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch deswegen. Mose gab euch die Beschneidung, nicht dass sie von Mose sei, sondern von den Vätern. Und am Sabbat beschneidet ihr einen Menschen. Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbat empfängt, damit das Gesetz Moses nicht gebrochen werde, zürnt ihr mir, dass ich den ganzen Menschen gesund gemacht habe am Sabbat? Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht!
In Kapitel 5 hat Jesus am Sabbat einen Kranken geheilt, und das war der Startpunkt für die Verfolgung gegen ihn. Was Jesus hier verlangt, ist, er möchte, dass die Menschen nicht nach dem Schein, sondern ein gerechtes Gericht richten. Und ich denke, das ist tatsächlich der Clou.
Was er hier den Leuten sagt, ist Folgendes: Ihr habt das Gesetz von Mose, ja. Was steht im Gesetz? Na ja, auf der einen Seite Beschneidung, also wenn ein Säugling acht Tage alt ist, ein männlicher Säugling soll er beschnitten werden. Na ja, und was ist mit dem Sabbat? Ja, Sabbatgebot, am Sabbat keine Arbeit. Was ist, wenn die beiden Sachen aufeinander fallen? Na, kein Problem, dann beschneiden wir trotzdem. Aha, woran liegt das? Na ja, man muss sich ja entscheiden, kann nur eins wichtiger sein, entweder das eine oder das andere Gebot.
Und wir wissen auch aus dem, was Jesus sonst noch sagt, Markus 2,27, generelles Prinzip: Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen worden und nicht der Mensch um des Sabbats willen. Aha. Und indem er mit ihnen diesen Gang geht, diesen logischen Gang, kommt er zu dem Punkt, dass er ihnen sagt: Sag mal, dann ist es doch auch richtig, wenn ihr schon eure Säuglinge beschneidet, dann kann es doch nicht falsch sein, wenn ich am Sabbat einen ganzen Menschen gesund mache. Ihr sorgt dafür, dass nicht so ein kleines Fuzzelchen noch dranbleibt und einen Tag zu spät abgeschnitten wird, und ich möchte eine Riesenportion Krankheit wegnehmen. Das muss doch dann noch viel wichtiger und noch viel richtiger sein.
Ja, ist so. Das heisst, du hast eben mit deinem moralischen Urteilsvermögen entschieden, dass Jesus das Richtige gemacht hat in Johannes 5 und dass die Verfolgung eigentlich falsch ist. Deswegen heisst mein dritter Punkt, woran du entscheiden kannst, ob Jesus die Wahrheit sagt: erstens ausprobieren, zweitens schauen, wen macht Jesus gross, drittens was sagt dir dein moralisches Urteilsvermögen?
Prüf doch mal das, was Jesus sagt. Und jeder Mensch hat das. Er ist ein Menschenfresser. So ein Menschenfresser frisst andere Menschen. Aber was glaubst du, wie er das findet, wenn du mal das Gegenteil probierst? Er wird das nicht wollen. Er hat ein moralisches Unterscheidungsvermögen. Er kann sagen: Das ist falsch, dass ich gefressen werde. Ja, ja. Ein Lügner wird nicht gerne belogen, ein Schwätzer wird nicht gerne zugetextet, jemand, der Ehebruch begeht, wird nicht gerne betrogen, ein Dieb wird nicht gerne beklaut. Wir haben alle ein moralisches Unterscheidungsvermögen, und genau darauf spielt Jesus hier an und sagt: Wende das Buch bitte mal auf meine Lehre an, probier sie aus, schau, wen ich gross mache, und dann bitteschön, schalt deine fünf Sinne ein und denk nach, ganz banal nach.
Und wenn wir das tun, dann werden wir merken: Jesus ist an keiner Stelle unmoralisch. Nutzt er seine Stellung aus? Nein. Benutzt er Menschen? Nein. Es ist eher umgekehrt. Jesus ist die grosse Ausnahme. Ich glaube, Flo hat das vor zwei Wochen mal so in einem halben Nebensatz auf den Punkt gebracht: Jesus ist immer irgendwie komisch. Und das stimmt. Du liest die Evangelien, und du hast tendenziell immer die Schwierigkeit, dich mit Jesus zu identifizieren. Jesus ist immer so einen Hauch anders, ein bisschen wunderlich, ein bisschen seltsam, nicht ganz auf meiner Linie, immer so ein Tick anders.
Und wisst ihr, woran das liegt? Weil Jesus ohne Sünde ist, weil er sein Leben ganz in den Dienst am Evangelium investiert, weil er ganz darauf abzielt, uns zu helfen. Und irgendwie haben wir uns total daran gewöhnt: Ja, Jesus lügt nicht, Jesus stiehlt nicht, Jesus benutzt nicht andere Leute. Ja, du liest das und du bist gar nicht überrascht. Ja, es ist eine schwierige Situation, mit den Pharisäern, geht um Leben und Tod, und denkst dir: Natürlich wird er keine Ausrede verwenden. Aber warum denn nicht? Wir würden das doch tun, das wäre doch das Erste, was uns einfällt. Kriegst du in der Schule ein Blatt Papier, wo die Aufgaben draufstehen, weisst nicht, wie die Lösung ist, da kommt doch der erste Gedanke: Soll ich mal zu meinem Nachbarn schauen, der weiss das eh immer besser. Macht Jesus nie.
Und was mich total begeistert: Wir leben in Deutschland und es glauben viel mehr Leute, dass die Bergpredigt eine richtig gute Sache ist, als es Christen gibt. Ja, woran liegt denn das? Warum finden Leute das, was Jesus sagt, so beeindruckend und gut, auch wenn sie nicht glauben? Es liegt daran, dass sie, wenn sie mit ihrem ganz normalen moralischen Unterscheidungsvermögen rangehen, sagen: Ja, Jesus, du hast eigentlich recht. Aber sie machen nichts daraus.
Also, fassen wir das kurz zusammen: Drei Dinge halten uns davon ab, an Jesus zu hören. Einmal, dass wir sagen, Jesus ist einfach nur ein einfacher Mensch ohne eine formale Ausbildung. Oder andere, die wollen auch nicht an ihn glauben. Oder: Ich habe noch offene Fragen, ich habe nicht auf alles eine Antwort. Es gibt drei Sachen, die man bei Herz wegstreichen kann. Das darf uns tatsächlich ein Stück einfach nicht interessieren. Was wichtig ist: Wir müssen wissen, ob das, was er sagt, stimmt.
Da gibt es drei Mittel: Wir können schauen, ob es funktioniert, wir können schauen, ob er seine Ehre sucht oder den Vorteil eines anderen, und wir können mit unserem moralischen Unterscheidungsvermögen rangehen und sagen: Hat er recht oder hat er eigentlich nicht recht? Und wenn du ehrlich bist, kommst du an den Punkt, dass du sagst: Eigentlich hat er recht.
Und am Ende von Kapitel 7 stellt Nikodemus den Jesusgegnern eine entscheidende Frage. Die haben nämlich in ihrem Herzen schon lange entschieden: Wir wollen mit diesem Jesus nichts zu tun haben. Und Nikodemus stellt die Frage: Richtet denn unser Gesetz den Menschen, ehe es zuvor von ihm selbst gehört und erkannt hat, was er tut?
Das war der Punkt, um den es mir heute ging: Warst du wirklich bereit, auf das zu hören, was Jesus sagt? Geben wir Jesus eine faire Chance! Das ist Johannes Kapitel 7.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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