Event•Teil 7 / 10Spurgeon-Konferenz 2016
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Johannes 12, bitte. Johannes 12. Bei euren Unterlagen ist das auf Seite dreizehn, fünfter Teil: das Gericht. Beten wir miteinander.
Johannes Kapitel zwölf, bitte, Johannes Kapitel zwölf, bei euren Unterlagen ist das auf Seite dreizehn, fünfter Teil, das Gericht, beten wir miteinander.
Vater, danke, dass das stimmt, was wir gerade gesungen haben. Danke, dass wir eines Tages in deiner Gegenwart stehen werden und dass es ganz sicher ist. Vielen Dank, dass wir sicher sind, nicht wegen dem, was wir für dich tun. Wir sind sicher wegen dem, was du für uns am Kreuz Christi getan hast. Wir beten dich an.
Und, Vater, wenn wir jetzt dein Wort miteinander anschauen, bitten wir dich, dass die Anbetung nicht aufhört.
Im Namen Jesu. Amen.
Der Rahmen des Kapitels und die beiden Anfangsszenen
Das Gericht, fünfter Teil, Kapitel zwölf, das ganze Kapitel, der Überblick, der da auf dem Zettel steht: zwei Ereignisse, sie stehen nebeneinander. Das freut mich natürlich. Die Salbung in Bethanien und dann der Einzug in Jerusalem. Danach kommen drei Einheiten. Steigen wir gleich ein.
Ich will aber zu den zwei Ereignissen hier noch etwas sagen, also zur Salbung und zum Einzug. Diese Reihenfolge gibt es bei Matthäus und Markus zum Beispiel nicht, und die beiden Ereignisse stehen dort auch nicht nebeneinander. In Markus und Matthäus findet zuerst der Einzug in Jerusalem statt und erst später die Salbung. Dann stellt sich die Frage: Was war die Reihenfolge wirklich? Das würde mich sehr interessieren, nachher von euch zu hören, beim Mittagessen oder wann immer, was ihr denkt. Natürlich denke ich, dass Johannes ein Fan von chronologischer Reihenfolge ist, und deswegen tippe ich auf Johannes. Aber es kann sein, dass das nicht stimmt. Mich würde es jedenfalls interessieren. Ich habe nicht ausgelernt, das ist klar.
Gut, schauen wir uns die zwei Ereignisse ein bisschen näher an. Zunächst einmal die Salbung in Bethanien, die ersten elf Verse. Zunächst einmal, was Maria tut, die ersten drei Verse:
Sechs Tage vor dem Passah kam Jesus dann nach Bethanien, wo Lazarus war, der tot gewesen war und den er aus den Toten auferweckt hatte. Ja, wir erinnern uns daran. Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl, und Martha diente; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen. Da nahm Maria ein Pfund echten, köstlichen Narden-Salböls, salbte Jesus die Füße und trocknete seine Füße mit ihren Haaren. Das Haus aber wurde erfüllt vom Geruch des Salböls.
Das ist ja vielleicht eine peinliche Unterbrechung einer Dinnerparty: Maria kommt, öffnet das Salböl und salbt dann Jesus. Und Johannes erinnert sich daran, oder? Ich meine, als er das Ende von Vers drei schreibt, erinnert er sich daran: Das Haus aber wurde erfüllt vom Geruch des Salböls. Ich kann mir vorstellen, dass eine Zeit lang niemand redet, weil ihr alle riecht. Und wir können uns das auch gut vorstellen, oder? Kannst du es riechen? Kannst du dir die Situation vorstellen, was Maria tut?
Die Salbung in Bethanien und die Reaktionen darauf
Zweitens die Verse vier bis sechs, wie Judas reagiert. Vers vier: Da spricht Judas, Simons Sohn, der Ischariot, einer seiner Jünger, der ihn danach verriet: Warum hat man dieses Salböl nicht für dreihundert Denare verkauft und es den Armen gegeben?
Und Johannes erklärt: Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte, sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und trug, was eingelegt wurde.
Wichtig ist dann, was Jesus sagt, die Verse sieben und acht. Da sprach Jesus: Lasst sie, dies hat sie für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt. Denn die Armen habt ihr alle Zeit bei euch, mich aber habt ihr nicht alle Zeit.
Die Salbung, sagt Jesus, war irgendwie prophetisch. Vers sieben: Dies hat sie für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt. Meint er, dass sie das bewusst getan hat? Das ist möglich. Aber auf jeden Fall macht sie die Salbung jetzt, weil sie spürt, es ist fast so weit, Jesus wird sterben. Die Jünger, die meisten der Jünger, kriegen das nicht mit, verstehen das nicht. Thomas ahnt es vielleicht, haben wir schon gesehen in Kapitel, aber sie haben das nicht wirklich kapiert. Maria schon irgendwie, dass Jesus bald sterben wird, und deswegen salbt sie ihn.
Die Salbung ist prophetisch, Vers sieben, und die Salbung war dran, Vers acht: Denn die Armen habt ihr alle Zeit bei euch, mich aber habt ihr nicht alle Zeit. Jetzt ist dran, dass sie das getan hat. Das war jetzt richtig. Den Armen könnt ihr immer helfen. Aber jetzt war es dran, dass sie mir ihre Liebe zeigt.
Jesus ist begeistert von dem, was Maria macht, weil es immer dran ist, Jesus zu zeigen, dass man ihn liebt. Und wenn ich immer das lese von der Salbung, will ich den Herrn bitten, dass er meine Liebe zu ihm wachsen lässt, weil meine Liebe zu ihm manchmal kalt wird. Das ist die grosse Gefahr. Und ich möchte bitten, und ich bin sicher, dass ihr das auch beten wollt, dass unsere Liebe wächst. Das kann man jetzt beten, während wir in seinem Wort sprechen. Wir können zwei Dinge auf einmal tun.
Die Salbung in Bethanien.
Und dann gibt es eine Brücke, die Verse neun bis elf. Das ist die Reaktion darauf, weil immer wieder Johannes von der Reaktion spricht, oder? Weil er Johannes 20,30-31 im Kopf hat. Er will immer nicht, dass wir das nur verstehen, sondern dass wir darauf reagieren und auf Jesus vertrauen, an Jesus glauben.
Vers 9: Es erfuhr nun eine grosse Menge der Juden, dass er dort war, und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er aus den Toten auferweckt hatte. Da beschlossen die obersten Priester, auch Lazarus zu töten, denn seinetwegen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus.
Es ist ein Kontrast oder ein Gegensatz: Hass und Liebe. Die hassen Jesus, sie wollen ihn loswerden, sie wollen verhindern, dass Menschen an ihn glauben. Deswegen wollen sie auch jetzt Lazarus umbringen, obwohl das gefährlich wäre, weil Jesus ihn noch einmal auferwecken könnte.
Kontrast zwischen diesem Hass der führenden Juden und der Liebe Marias.
Wenn Johannes hier stehen würde und jetzt predigen würde an meiner Stelle, was super wäre, würde er uns sagen: Ja, was wählst du? Hass oder Liebe?
Der Einzug in Jerusalem als öffentliche Selbstoffenbarung
Das zweite Ereignis, der Einzug in Jerusalem, umfasst die Verse zwölf bis neunzehn. Zunächst die Ankunft, die Verse zwölf und dreizehn.
Vers zwölf: Am folgenden Tag. Johannes sagt ausdrücklich: am folgenden Tag. Es ist interessant, dass er nicht einfach vom Einzug in Jerusalem erzählt, sondern betont, dass es am nächsten Tag geschieht. Ich finde das interessant. Es ist ein dramatisches Ereignis hier an diesem Tisch. Wenn ihr sehr zänkisch seid mir gegenüber, bitte nichts kaputt machen, sondern nachher mit mir reden. Das ist viel besser, offen darüber zu reden.
Vers zwölf: Am folgenden Tag, als viele Leute, die zum Fest erschienen waren, hörten, dass Jesus nach Jerusalem komme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus, ihm entgegen, und riefen: Hosianna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!
Jesus aber hatte einen jungen Esel gefunden und setzte sich darauf. Jetzt habe ich zu viel gelesen.
Diese Leute rufen Hosianna. Es ist nicht sicher, dass das bedeutet: Gott rettet. Vielleicht hatte es früher diese Bedeutung, aber möglicherweise war es zu diesem Zeitpunkt schon einfach ein Ausdruck der Freude. Hosianna! Dann haben sie gesagt: Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn. Das ist aus Psalm 118, Vers 26. Was aber nicht in Psalm 118 steht, ist der König von Israel. Das fügen sie hinzu. Sie nennen Jesus den König von Israel. Das ist vielleicht schon wieder eine Bezeichnung für den Messias. Er ist der König.
Der Grund, warum sie König sagen, liegt in der Bedeutung, und diese Bedeutung steht in den Versen 14 und 15 und in euren Unterlagen auf Seite 14.
Vers 14: Jesus aber hatte einen jungen Esel gefunden und setzte sich darauf, wie geschrieben steht. Das ist sehr interessant, dass er einen Esel findet. Wenn Jesus auf dem Land war, also immer dann, wenn Jesus nicht im Boot auf dem See war, ging er zu Fuß. Wir lesen nie davon, dass er andere Verkehrsmittel verwendet hätte. Aber jetzt sucht er sich einen Esel, absichtlich, extra.
Wie geschrieben steht, sagt Johannes. Er erklärt uns das. Vers 15: Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf dem Füllen einer Eselin. Das ist Sacharja 9,9.
Das ist, als ob Jesus ein Plakat in der Hand halten würde, das sagt: Ich bin der Messias. Dass er so auf einem Esel in Jerusalem hineinreitet, viele Leute kannten Sacharja 9,9. Sie wussten: Wenn du einem Juden im ersten Jahrhundert gesagt hättest, um was, um wen geht es in Sacharja 9,9?, hätten sie gesagt: Ja, um den Messias, ist eh klar.
Und jetzt kommt Jesus hinein, als ob er ganz laut sagen würde: Ich bin’s, ich bin der Messias. Und wenn ein König auf einem Esel kommt – das haben Könige manchmal gemacht. Normalerweise haben sie ein Pferd verwendet. Aber wenn sie einen Esel gewählt haben, dann war das, um klarzumachen: Ich komme in Frieden. Jesus ist der Friedenskönig. Jesus ist der Messias. Das ist die Bedeutung. Damit stellt sich Jesus als Messias vor.
Das ist äusserst provokant, dass Jesus auf einem Esel nach Jerusalem kommt. Und deswegen will man wissen, wie die Reaktion ist, oder? Und deswegen drittens: die Reaktion, die Verse sechzehn bis neunzehn.
Vers sechzehn: Dies verstanden aber seine Jünger anfangs nicht. Doch als Jesus verherrlicht war, da erinnerten sie sich, dass dies von ihm geschrieben stand und dass sie ihm dies getan hatten.
Die Menge nun, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn aus den Toten auferweckt hatte, legte Zeugnis ab. Darum ging ihm auch die Volksmenge entgegen, weil sie gehört hatte, dass er dieses Zeichen gegeben hatte.
Also ist die Reaktion der Jünger in Vers sechzehn, die Reaktion der Menschenmenge in den Versen siebzehn und achtzehn, und jetzt die Reaktion der Pharisäer in Vers neunzehn. Da sprachen die Pharisäer zueinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet. Siehe, alle Welt läuft ihm nach.
Immer mehr Leute glauben an Jesus, immer mehr Leute wollen Jesus nachfolgen. Alle Welt läuft ihm nach. Und das ist, glaube ich, nur eine Redewendung: alle Welt. Aber es ist interessant, alle Welt. Die Menschenmenge hat gerufen: der König von Israel. Und die Pharisäer sagen, weil sie das Gefühl haben, dass so viele Leute an Jesus glauben: Dieser läuft in aller Welt ihm nach.
Das sind die zwei Ereignisse: die Salbung und der Einzug.
Die letzten öffentlichen Worte Jesu und die Entscheidung für das Kreuz
Gehen wir weiter zu den drei Einheiten. Das sind hier in den Versen zwanzig bis fünfzig die letzten Worte Jesu in der Öffentlichkeit. Ab Vers dreizehn wird er mit den Jüngern zusammen sein, das ist private Sache. Das hier ist in der Öffentlichkeit. Das heißt, es ist sehr wichtig, weil Jesus weiß: Das sind die letzten Worte, die ich in der Öffentlichkeit sagen werde, bevor ich zum Kreuz gehe. Deshalb sucht er sich die Dinge aus, die er unbedingt sagen will.
Das ist sehr, sehr wichtig, was jetzt in diesen Versen in Kapitel zwölf kommt. Zunächst einmal die Entscheidung. Die Verse zwanzig bis dreiundzwanzig sind sehr wichtig.
Vers zwanzig:
Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinaufkamen, um während des Festes anzubeten. Diese gingen zu Philippus, der aus Bethsaida in Galiläa war, baten ihn und sprachen: Herr, wir möchten gerne Jesus sehen. Philippus kommt und sagt es dem Andreas, und Andreas und Philippus sagen es wiederum Jesus. Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde.
In der Schlachterübersetzung sind die Verse zwanzig bis zweiundzwanzig irgendwie einfach am Ende. Also es ist nicht der Anfang eines neuen Absatzes. Ich glaube, das ist sehr wichtig. In den meisten Übersetzungen fängt mit Vers zwanzig ein neuer Absatz an, stimmt das? Hat jemand die Elberfelder Übersetzung? Ja, und fängt es so an? Super. Also das ist sehr, sehr wichtig, was hier passiert, in Vers zwanzig.
Der Hintergrund hier ist im Alten Testament. Das ist ein Vers, den ich schon vorgelesen habe, aber ich werde ihn noch einmal vorlesen, weil es so ein toller Vers ist. Das ist Jesaja 49,6.
Jesaja 49,6:
Gott, Jahwe, spricht zu seinem Knecht. Und hört zu, was er seinem Knecht sagt: Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und um die Bewahrten aus Israel wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde.
Du bist nicht nur da für Israel. Du bist nicht nur da für die Juden. Du bist da für die Welt. Für die Nationen, für die Völker, für die Heiden.
Johannes 12,20:
Es waren aber etliche Griechen unter denen.
Ich meine, vielleicht sind sie Proselyten. Ich kann das nie aussprechen. Vielleicht sind sie Leute, die zumindest sehr offen sind, was den jüdischen Glauben betrifft. Und sie kommen, um anzubeten. Es steht da in Vers 20, aber es sind keine Israeliten, es sind Griechen. Und sie sagen zu Philippus: Wir wollen Jesus sehen.
Ich finde es interessant, dass sie sagen: sehen. Sie wollen natürlich mehr als das. Aber sie sagen: sehen. Genauso wie die zwei Jünger in Kapitel eins: Rabbi, wo wohnst du? Wir wollen Jesus sehen. Und Philippus denkt: Wow. Er spricht zu Andreas, und Andreas erzählt das Jesus.
Und wie reagiert Jesus, als er hört, dass einige Griechen zu ihm kommen wollen, einige Leute aus den Heiden, einige Leute, die nicht von Ursprung her Israeliten sind? Jesus aber antwortete ihnen, Vers 23, und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde.
Wir wissen nicht einmal, ob er mit den Griechen gesprochen hat. Vielleicht schon, vielleicht nicht. Das weiß ich nicht. Aber dass die Griechen kommen, das ist für Jesus die Startpistole. Es ist, als ob Gott der Vater sagen würde: Jetzt ist es dran. Jetzt ist die Stunde da. Die Griechen kommen, die Nationen kommen. Jetzt kannst du zum Kreuz gehen. Jetzt ist es dran.
Es ist ein sehr bewegender Augenblick, ab Vers 20. Und ihr merkt auch, dass Jesus diesen Ausdruck wieder verwendet: Die Stunde ist gekommen. Wir haben diesen Begriff während des Johannesevangeliums gesehen. Normalerweise hat er gesagt: Meine Stunde ist noch nicht da. Jetzt sagt er: Jetzt ist sie da.
Und ihr merkt auch, dass Jesus sich wieder als Menschensohn bezeichnet. Und hier meint er sicher nicht einfach „ich“. Er spricht vom herrlichen Menschensohn in Daniel sieben. Und das lese ich vor, weil ihr merken werdet: Das, was von dem Menschensohn in Daniel sieben gesagt wird, bezieht sich nicht nur auf Israel, sondern auf die Nationen.
Daniel 7,13-14:
Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen. Und er gelangte bis zu dem Hochbetagten, das ist Gott, und wurde vor ihn gebracht. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.
Deswegen sagt Jesus: Es ist Zeit, es ist die Stunde für den Menschensohn, dass er verherrlicht wird. Und wie wird er verherrlicht? Durch die Kreuzigung und dadurch, dass die Nationen kommen. Oder ich verwende die Worte der Pharisäer: Alle Welt läuft ihm nach. Sie haben mehr gesagt, als sie gewusst haben. Alle Welt läuft ihm nach.
Es ist super. Ich bin so froh, dass ich Christ bin.
Das Weizenkorn, das Sterben und die Herrlichkeit des Vaters
Wir machen weiter mit Vers 24: Wahrlich, wahrlich, sagt Jesus, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren.
Vers 26: Wenn jemand mir dienen will, so folge er mir nach. Und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein. Und wenn jemand mir dient, so wird ihn mein Vater ehren.
Teilweise sagt Jesus etwas Ähnliches, was schon in Markus 8,31-38 gesagt wurde. Jünger Jesu müssen bereit sein, ihr Leben loszulassen. Jesus lässt sein Leben los. Wir müssen auch bereit sein zu sagen: Nicht, das ist mein Leben, sondern wir geben unser Leben ihm, damit wir ihm dienen. Das ist die Entscheidung, die Jesus hier trifft.
Und dann die Entscheidung des Vaters. Der Vater trifft eine Entscheidung, Vers 27: Jesus sagt: Jetzt ist meine Seele erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Er weiß genau, warum er da ist und wozu er da ist. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen.
Der Vater freut sich darüber, dass Jesus so entschieden ist, dass es zum Kreuz geht, für die Nationen, für die Sünder. Der Vater freut sich und er ruft vom Himmel. Die Menge nun, die dabei stand und dies hörte, sagte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet.
Jesus antwortete und sprach. Ich sollte kurz sagen: Vers 27, man sieht da, wie es dem Menschen Jesus geht. Jetzt ist meine Seele erschüttert. Das ist keine leichte Sache für ihn, dass er zum Kreuz geht, oder? Es ist nicht einfach, dass er sagt: Ja, ich bin Gott, das ist für mich kein Problem. Er weiß, dass es entsetzlich sein wird, die Sünde, den Dreck der Welt, auf seine Schultern zu nehmen. Denn das bedeutet, dass er von seinem Vater bestraft wird und von seinem Vater getrennt sein wird. Deswegen sagt er: Jetzt ist meine Seele erschüttert.
Vers 30: Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme geschehen, sondern um euretwillen. Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt. Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden. Ein Gericht kommt, Gericht über diese Welt. Deswegen habe ich diesem Teil die Überschrift gegeben: das Gericht.
Und jetzt Vers 32: Jesus sagt es, weil es wahr ist. Jesus sagt es, weil er will, dass wir das hören. Jesus sagt es, weil er will, dass wir uns darüber freuen. Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Stell dir vor, wie die Nägel hineingeschlagen werden, und Jesus wird dann am Kreuz erhöht. Und dann wird er Menschen anziehen, wie zum Beispiel uns. Wir sind angezogen worden von dem gekreuzigten Jesus, der sein Leben für uns hingegeben hat.
Alle Menschen, das bedeutet, glaube ich, Menschen von allen Arten, Menschen aus den Nationen, die ganze Welt läuft ihm nach. Alle Stämme, alle Sprachen sind hier vertreten. Das sagte er, Vers 33, um anzudeuten, durch welchen Tod er sterben würde. Der Menschensohn wird erhöht. Das ist die Entscheidung des Vaters, das zu bestätigen, was Jesus jetzt macht.
Die Ablehnung und das verborgene Wirken Gottes
Und dann sehen wir die Entscheidung der Menschenmenge. Die Menschenmenge ist hier offensichtlich verwirrt.
Vers 34: Die Menge antwortete ihm: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Messias in Ewigkeit bleibt. Wie sagst du denn, der Sohn des Menschen müsse erhöht werden? Wer ist dieser Sohn des Menschen?
Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht noch habt, damit euch die Finsternis nicht überfällt. Denn wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet.
Dies redete Jesus und ging hinweg und verbarg sich vor ihnen. Das sind die Worte, die er ihnen noch sagt. Es kommt noch etwas vor dem Ende des Kapitels. Aber die Menschenmenge ist verwirrt, und Jesus weiß, dass viele Menschen ihn ablehnen werden. Und er sagt ihnen: Tut das nicht. Nehmt mich an, glaubt an mich, glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet, Vers 36.
Aber es ist erstaunlich, dass Menschen Jesus ablehnen, weil er so wunderbar ist. Und deswegen folgt der nächste Abschnitt hier, die Verse 37 bis 43, die zweite Einheit hier: die Ablehnung.
Die Ablehnung, zunächst einmal die Überraschung in Vers 37: Obwohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn. Und weil wir das ganze Johannesevangelium bis jetzt miteinander gelesen haben, können wir an alle Zeichen denken, an Wunder denken, an Dinge denken, die Jesus getan hat. Und er hat auch andere, viele andere gemacht, oder? In Jerusalem, in Galiläa. Aber viele haben Nein gesagt. Viele sagen: Nein, ich glaube nicht an diesen Mann.
Das ist die Überraschung. Die Erklärung ist in den Versen 38 bis 41.
Vers 38: Damit das Wort des Propheten Jesaja erfüllt würde, das er gesprochen hat: Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem ist der Arm des Herrn geoffenbart worden?
Darum konnten sie nicht glauben, denn Jesaja hat wiederum gesprochen: Er hatte ihre Augen verblendet und ihr Herz verhärtet, damit sie nicht mit den Augen sehen noch mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, und ich sie heile.
Vers 41: Dies sprach Jesaja, als er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete.
Es gibt zwei Jesaja-Zitate da. Das erste Zitat ist aus Jesaja 53,1, das ist in Vers 38. Es geht um den Gottesknecht noch einmal in dieser Stelle. Und hier sieht man in diesem vierten Lied des Knechtes Gottes, dass er ein leidender Gottesknecht ist, dass er sterben wird. Und es steht hier: Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? Mit anderen Worten: Viele Leute werden Nein sagen. Wer ist da, der überhaupt das glaubt, was wir hier sagen? Ich finde die Frage hier erstaunlich am Ende von Vers 38.
Jesaja sagt: Wem ist der Arm des Herrn geoffenbart worden? Der Knecht ist der Arm des Herrn. Und natürlich ist mein Arm nicht getrennt von mir, mein Arm ist auch Andrew Page. Ich meine, das ist Andrew Page, aber das ist auch Andrew Page. Der Arm des Herrn ist der Herr. Der leidende Gottesknecht ist Gott, der in unsere Welt kommt, der vom Vater gesandt worden ist.
Und dieses Zitat, das hier in den Versen 39 und 40 steht, ist das Zitat aus Jesaja 6,10, als Gott Jesaja zum Prophetsein berufen hat. Das war die Vision im Tempel, als er die Heiligkeit Gottes erlebt hat im Tempel. Und es steht da: Er hat ihre Augen verblendet, ihr Herz verhärtet, damit sie nicht mit den Augen sehen noch mit den Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.
Gott will keine oberflächliche Bekehrung. Und wenn Leute sich nicht umkehren, dann wird alles härter. Man wird blind, blinder. Man wird taub, tauber. Gott verhindert, dass Leute sich bekehren, wenn sie nicht bereit sind, umzukehren. Es ist Gott, der die Entscheidungen trifft. Das haben wir schon gesehen in Kapitel 6. Gott hat Jesus gewisse Menschen geschenkt.
Sehr wichtig ist Vers 41: Dies sprach Jesaja, als er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete. Ich glaube, dass Johannes Folgendes damit meint: Lies Jesaja Kapitel 6. Schau, wie Jesaja im Tempel diese Herrlichkeit erlebt hat. Das war die Herrlichkeit Jesu.
Fühl dich frei, Jesus anzubeten.
Das ist die Erklärung von der Ablehnung, und jetzt die Reaktion wieder, die Verse 42 und 43.
Vers 42: Doch glaubten sogar von den Obersten viele an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden. Denn die Ehre der Menschen war ihnen lieber als die Ehre Gottes.
Also es waren aber einige von den Obersten da, die gedacht haben: Ja, wir glauben an Jesus, wir glauben, dass er der Messias ist, wir glauben, dass er der Sohn Gottes ist, das stimmt alles, was er geredet hat. Aber sie hatten Angst, weil sie gewusst haben: Wenn wir das öffentlich sagen, wenn wir Jesus öffentlich bekennen, dann werden wir ausgeschlossen werden. Menschenfurcht.
Und das ist sicher falsch, aber keiner von uns. Also wenn einer da ist, der nie Menschenfurcht gehabt hat, dann bitte, ich möchte gerne mit dir reden nachher, weil du der Erste bist und ich möchte dich kennenlernen. Manchmal gibt es Dinge, die wir nicht sagen aus Menschenfurcht. Es gibt Dinge, die wir nicht tun aus Menschenfurcht.
Ablehnung.
Die abschließende Einladung und das Wort des Sohnes
Drittens ist die Einladung Einheit C, die Verse 44 bis 50. Zunächst einmal der notwendige Glaube, die Verse 44 bis 46, diese letzten Worte Jesu in der Öffentlichkeit vor dem Kreuz.
Vers 44: Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.
Glaube ist notwendig, seht ihr das? Glaube ist in Vers 44 ganz klar da, Glaube ist in Vers 46 sehr klar. Und in der Mitte, in Vers 45, sagt er wieder ganz klar, wer er ist: Wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. Wenn du mich anschaust, siehst du Gott. Die Einladung: der notwendige Glaube.
Dann aber das kommende Gericht, sehr ernste Worte, Vers 47: Wenn jemand meine Worte hört und nicht glaubt, so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter. Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.
Wir wissen schon von Kapitel 5, dass Jesus der Richter ist beim jüngsten Gericht. Aber Jesus sagt eigentlich: Das, was du jetzt gemacht hast, diese Ablehnung, die da ist, damit ist das Gericht schon gefallen. Es ist eh klar, was passieren wird, wenn du so bleibst. Das Gericht ist in einem Sinn schon passiert, so ein Geschehen. Das Wort, das ich geredet habe, das wird einen solchen Menschen am letzten Tag richten.
Das kommende Gericht, sehr ernste Worte, oder? Jesus weiß, dass dies alles sehr ernst ist. Deswegen geht er zum Kreuz.
Und drittens die Botschaft des Sohnes, die Verse 49 und 50: Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll. Und ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist. Darum, was ich rede, das rede ich so, wie der Vater es mir gesagt hat.
Das Letzte, was Jesus sagt, ist, es ganz klar noch einmal auszudrücken, dass er eine einzigartige Beziehung zum Vater hat, oder? Die arbeiten zusammen für die Heilung der Welt, die arbeiten zusammen für die Rettung von Sündern, das Gericht, Kapitel 12.

