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Die Frage nach der Auferstehung – Teil 1

Jesu Leben und Lehre | Episode 710
Matthäus 22,23-2705.05.2026
SerieTeil 1 / 4Die Frage nach der Auferstehung
Gott wird Mensch
Die Geburt Jesu Christi ist das größte Wunder der Menschheitsgeschichte. Der ewige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, kommt in diese Welt. Er wird Mensch, ohne aufzuhören, Gott zu sein. In Jesus Christus begegnen sich Himmel und Erde, Ewigkeit und Zeit, göttliche Herrlichkeit und menschliche Schwachheit.
Die Bibel berichtet uns, dass Jesus nicht nur ein besonderer Mensch oder ein großer Lehrer war. Er ist der Sohn Gottes, der vom Vater gesandt wurde, um die Menschen zu retten. Sein Kommen in die Welt war kein Zufall, sondern Teil von Gottes heiligem Plan. Schon im Alten Testament wurde auf den Messias hingewiesen, der Frieden, Rettung und Hoffnung bringen würde.
Dass Gott Mensch wird, bedeutet, dass er unsere Wirklichkeit vollständig annimmt. Er kennt Armut, Schmerz, Ablehnung und Versuchung. Er blieb nicht fern und unberührt, sondern trat mitten hinein in das menschliche Leben. Dadurch zeigt er uns, wie sehr Gott die Menschen liebt und wie weit er bereit ist zu gehen, um sie zu erlösen.
Die Geburt in Bethlehem ist darum mehr als ein schönes Weihnachtsgeschehen. Sie ist ein Zeichen der Nähe Gottes. Das Kind in der Krippe ist der Retter der Welt. In ihm erfüllt sich die Verheißung, dass Gott selbst bei seinem Volk wohnen will. Wer Jesus sieht, sieht den Vater. Wer auf ihn vertraut, findet Leben und Frieden.
Besonders deutlich wird dies in den Worten des Johannes-Evangeliums: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.“ In dieser kurzen Aussage liegt das ganze Geheimnis des Glaubens. Gott bleibt nicht fern, sondern kommt uns nahe. Er spricht nicht nur zu uns, sondern lebt unter uns. Er teilt unser Menschsein, damit wir Anteil an seinem Leben bekommen.
Gott wird Mensch. Diese Botschaft verändert alles. Sie zeigt, dass Gott die Welt nicht aufgegeben hat. Sie zeigt, dass seine Liebe stärker ist als Schuld, Dunkelheit und Tod. Und sie lädt dazu ein, Jesus Christus als den zu erkennen, der er ist: wahrer Gott und wahrer Mensch, unser Retter und Herr.

Gott wird Mensch

Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 710

Der erste Anlauf der Gegner

Die Frage nach der Auferstehung, Teil 1
Nachdem die Pharisäer und Herodianer sich an Jesus mit ihrer Fangfrage die Zähne ausgebissen hatten, versuchen es am gleichen Tag auch noch die Sadduzäer.
 Matthäus 22,23: An jenem Tag kamen Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung, und sie fragten ihn.
Wer sind die Sadduzäer?
Die Sadduzäer sind eine einflussreiche religiös-politische Gruppe im Judentum zur Zeit Jesu. Zu ihren Mitgliedern gehören vor allem die priesterliche Oberschicht und die wohlhabende Elite in Jerusalem. Viele von ihnen sind deshalb eng mit dem Tempel verbunden.
Was glauben die Sadduzäer?
Sie sind ein wenig speziell, weil sie nur die fünf Bücher Mose als verbindlich anerkennen und im Gegensatz zu den Pharisäern die mündlichen Traditionen ablehnen. Wie wir gerade gehört haben, verneinen sie die Auferstehung der Toten.

Weltbild, Macht und Abgrenzung

Darüber hinaus betonen sie auch den freien Willen des Menschen stärker als die göttliche Vorherbestimmung und leugnen die Existenz von Engeln und Geistern. So heißt es in Apostelgeschichte 23,8 über den Unterschied zwischen Sadduzäern und Pharisäern: Denn die Sadduzäer sagen, es gebe keine Auferstehung, noch Engel, noch Geist. Die Pharisäer aber bekennen beides.
Weil die Sadduzäer nicht an eine Auferstehung glauben, fällt bei ihnen natürlich auch ein universelles Endgericht weg, ebenso wie eine jenseitige Belohnung beziehungsweise Bestrafung. Politisch sind die Sadduzäer bereit, mit der römischen Besatzungsmacht zu kooperieren. Es geht ihnen dabei ganz stark um Sicherheit und Machterhalt.
Im Neuen Testament tauchen sie seltener auf als die Pharisäer, sind aber Jesu theologische Gegner und als Teil des Hohen Rats führend an der Verurteilung Jesu beteiligt. Johannes der Täufer nennt die Sadduzäer Otternbrut, und Jesus warnt seine Jünger vor ihrer Lehre. Mit dem Fall Jerusalems und der Zerstörung des Tempels verschwinden die Sadduzäer aus der Geschichte.

Die provokante Frage

Die Sadduzäer, das sind die Liberalen, die Pragmatiker, die sich eine jenseitige Welt und ein Leben nach dem Tod nicht so recht vorstellen können. Und die kommen jetzt auch mit einer Frage, einer etwas längeren Frage, Matthäus 22,24-27, und sprachen: Lehrer, Mose hat gesagt, wenn jemand stirbt und keine Kinder hat, so soll sein Bruder seine Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommenschaft erwecken.
Es waren aber bei uns sieben Brüder. Und der erste heiratete und starb. Weil er keine Nachkommenschaft hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder. Ebenso auch der zweite und der dritte bis auf den siebten. Zuletzt aber von allen starb die Frau.
Wessen Frau von den sieben wird sie nun in der Auferstehung sein? Denn alle hatten sie.

Ein Gedankenexperiment gegen die Hoffnung

Worum geht es hier? Zuerst einmal ist das eine rhetorische Frage, also eine Frage, auf die keine wirkliche Antwort gesucht wird. Die Sadduzäer wissen bereits, was sie glauben: nämlich, dass es keine Auferstehung gibt.
Der hypothetische Fall einer Frau, die mit sieben Brüdern verheiratet war, dient nur dazu, die Unsinnigkeit der Auferstehung zu zeigen. Das ist der einzige Zweck dieser Frage. Sie soll verdeutlichen, dass Auferstehung als Konzept nicht funktioniert. Es handelt sich hier also nur um ein Gedankenexperiment, mit dem die Idee der Auferstehung ad absurdum geführt werden soll.
Die Argumentation geht ungefähr so: Wenn es eine Auferstehung gäbe, entstünden dadurch unauflösbare soziale und rechtliche Widersprüche. Also kann es keine Auferstehung geben. Dem Ganzen liegt die Prämisse zugrunde, dass das zukünftige Leben nur eine bloße Verlängerung des irdischen Lebens ist. Dem wird Jesus widersprechen.
Wenn man sich jedoch auf diese Grundannahme einlässt, dann versteht man, warum die Sadduzäer mit dieser Frage in einer theologischen Diskussion mit den Pharisäern erfolgreich waren. Und dass sie erfolgreich waren, davon darf man ausgehen. Das hier ist wahrscheinlich ihr bestes Argument gegen die Auferstehung.

Warum die Gegner nachsetzen

Und nachdem die Pharisäer und Herodianer gegen diesen Rabbi aus Galiläa nichts ausrichten konnten, versuchen sie jetzt ihr Glück. Warum tun sie das? Wir können hier nur spekulieren, aber es geht den Gegnern Jesu meistens immer um dieselbe Sache: Sie wollen seinen Einfluss auf die Pilger schwächen.
Aber woher wissen die Sadduzäer, wie Jesus über die Auferstehung dachte? Antwort: Er hatte dazu gelehrt. So formuliert er nach der Heilung eines Gelähmten in Jerusalem, Johannes 5,28-29: Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts.
Dann spricht er von seiner eigenen Auferstehung, Markus 9,31: Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird überliefert in die Hände der Menschen, und sie werden ihn töten; und nachdem er getötet worden ist, wird er nach drei Tagen auferstehen.
Und auch wenn Jesus vom Reich Gottes spricht, dann hat dieses für ihn nicht nur eine irdisch gegenwärtige Form, sondern ist ganz klar eine auf die Ewigkeit hin ausgerichtete Realität. Die Hoffnung der Gerechten ist es, dass sie nach ihrem Tod gesammelt werden, um im Reich ihres Vaters zu leuchten.
Für den Herrn Jesus ist die Auferstehung der Toten eine Realität. Deshalb fordern ihn die Sadduzäer heraus. Sie wollen ihn als jemanden dastehen lassen, der ihnen nicht gewachsen ist.

Der Blick auf das eigentliche Problem

Bevor wir uns in der nächsten Episode die Frage genauer anschauen, noch ein Hinweis zu den Sadduzäern. Ihre Skepsis gegenüber der unsichtbaren Welt und der Ewigkeit ist sehr modern. Auch heute gibt es viele Menschen, die einfach nicht an Gott, Dämonen, Übernatürliches oder eine Auferstehung glauben wollen.
Wenn man dann davon redet, dass Jesus auferstanden ist, dann ist das für sie nicht einfach nur unwahrscheinlich, sondern undenkbar. So etwas gibt es nicht.
Wie gehen wir also mit Menschen um, für die Auferstehung und eine unsichtbare Welt schlicht undenkbar sind? Vielleicht zunächst so, indem wir ihre Plausibilitätsgrenze ernst nehmen und sie dann behutsam darüber hinausführen.
Wie macht der Herr Jesus das? Er weist die Frage nicht ab, sondern nimmt sie auf. Zugleich deckt er auf, wo die Fragesteller von falschen Voraussetzungen ausgehen. Und schliesslich verschiebt er den Fokus weg von der technischen Frage, wie Auferstehung funktionieren soll, hin zur eigentlichen Grundfrage: Wer ist Gott, und was bedeutet seine Treue?
Am Ende entscheidet sich der Glaube an die Auferstehung nämlich gar nicht daran, ob wir den Vorgang begreifen. Er entscheidet sich daran, was wir über Gott denken, ob wir ihn für vertrauenswürdig halten, ob wir glauben können, dass er ein Gott ist, der den Menschen kennt, an ihm hängt und seine Freunde auch im Tod nicht loslässt.

Ein letzter Impuls für die Woche

Was könntest du jetzt tun? Mach doch ein kleines Bibelstudium. Mit welchen Bibelstellen aus dem Alten Testament würdest du den Glauben an die Auferstehung belegen?
Das war’s für heute. Ein wichtiger Tipp für das Leben in der Gemeinde ist dieser: Lass dich von Menschen nicht frustrieren. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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